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Full text of "Beschreibendes Verzeichnis der Gemälde im Kaiser Friedrich-Museum"

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OF 

THE UNIVERSITY 

OF CALIFORNIA 

LOS ANGELES 



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KONIGLICHE MUSEEN ZU BERLIN 

BESCHREIBENDES VERZEICHNIS 

DER 

GEMALDE 

IM KAISER FRIEDRICH-MUSEUM 




SECHSTE AUFLAGE 



PREIS I MARK 



BERLIN 

GEORG REIMER 
1906. 



Kxiistr Friedclch Muslim 




| iiii Ti iii r T 'f ^ T Y T r ? r 'f y^ 



28 — 29. Italienische Bilder des 14. 
und aus der ersten Halfte des 
15. Jahrhunderts. 
Florentinische Bilder d. 1 5. Jabrh. 
Bildwerke der della Robbia. 
Bildwerke Donatellos und Desi- 
derios in Marmor. 
Italienische Plaketten. 
Ferraresische und bolognesische 
Bilder des 15. und 16. Jahrh. 
Italienische Bilder des 16. Jahrh, 
Italienische Bronzebildwerke. 
Umbrische und paduanische Bil- 
der des 15. Jahrhunderts. 
Florentinische Bilder d. 15. Jahrh. 
Sammlung James Simon. 
Florentinische Bildwerke des 
15. Jahrhunderts in Marmor. 
Oberitalien. Bilder d. 15. Jahrh. 
Oberitalienische Bildwerke des 
15. Jahrhunderts in Marmor. 

43 — 44. Venezian.Bilderd. 15. Jahrh. 

45. Italienische Bilder und Bildwerke 
des 16. Jahrhunderts. 



30. 
31- 
32. 

33- 
34- 

35- 
36. 
37- 

38. 
39- 
40. 

41. 
42. 



Venezianische Bilder d. 16. Jahrh. 
Italien. Bilder d. 17. u. 18. Jahrh. 
Tiepolo-Raum. 

Spanische Bilder des 17. Jahrh. 
Gemaldesammlung Adolf Thiem, 
Franzosische u. englische Bilder 
des 17. und 18. Jahrh. 
52 — 56. Hollandische Bilder des 
17. Jahrhunderts. 

57. Rembrandt. 

58. Hollandische Bilder d. 17. Jahrh. 

59. Franz Hals. 

60. Vlamische Bilder des 17. Jahrh. 
und Miniaturbilder. 

61. Gemaldesamml. A. v. Carstanjen. 

62. Vlamische Bilder des 17. Jahrh. 

63. Rubens. 

64. Die »Tapeten« von Raphael. 
65 — 66. DeutscheBilderd. i6.Jahrh. 
67. Diirer und Holbein. 

68 — 70, Niederlandische Bilder des 
15. und 16. Jahrhunderts. 

71. Niederland. Bilder des 16. Jahrh. 

72. Der Center Altar. 



KONIGLICHE MUSEEN ZU BERLIN 

BESCHREIBENDES VERZEICHNIS 

DER 

GEMALDE 

IM KAISER FRIEDRICH-MUSEUM 




SECHSTE AUFLAGE 


PREIS I MARK 


BERLIN 


GEORG REIMER 


1906. 



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i^<' 



Art 
Library 

N 

Vorwort ziir secnsten Aiiflage. 

Die iieue Auflage schlieBt sich im allgemeinen den 
friiheren an. Der Grundsatz der Knappheit in den Be- 
schreibungen und kritischen Bemerkungen, durch den 
das Verzeichnis handlich und mit seinem billigen Preise 
weiteren Kreisen zuganglich gemacht wurde, ist bei- 
behalten worden. 

Die Bilder sind im ersten Stock des Kaiser Friedrich- 
Museums aufgestellt, mit Ausnahme der jiltesten deut- 
schen Tafelgemalde, die im ErdgeschoB bei den Bild- 
werken ihren Platz gefunden haben, und einiger Altar- 
bilder, die in der >Basilika aufgestellt sind. 

Die neue Auflage enthalt am Schlusse wieder ein 
Verzeichnis aller leihvveise abgegebenen und in den 
Magazinen des Museums aufgestellten Gemalde. 

Abgesehen von der Aufnahme der neu erworbenen 
und mancher aus dem Vorrat wieder zur .Vufstellung 
gelangten Bilder, gait es, den Text einer genauen 
Durchsicht zu unterziehen und mit Beriicksichtigung 
der neueren Forschung zu erganzen und zu verbessern. 
Diese Bearbeitung ist durch Herrn Hilfsarbeiter Dr. Posse 
unter Aufsicht des Herrn Direktor Dr. Friedlander aus- 
gefiihrt worden; beim Abschlufi war Herr Dr. Cohen 
behilflich. 



1224861 



IV Vorwort zur sechsten Auflage. 

Die Bilder der Sammlung J. Simon, die zum ersten 
Male aufgenommen wurden, sind durch ein »S.« vor der 
Nummer kenntlich gemacht. 

Leihweise ausgestellt sind fiir einige Jahre die 
Sammlung von Carstanjen, sowie Telle der Sammlung 
von Wesendonck. Diese Bilder sind nicht in den Katalog 
aufgenommen. 

Fiir den Gebrauch des Verzeichnisses ist besonders 
zu beachten: 

In den Beschreibungen der Bilder sind die Be- 
zeichnungen »rechts« und » links « stets vom Standpunkt 
des Beschauers gemeint. 

Die Grofie der Bilder ist nach dem MetermaBe an- 
gegeben, und zwar innerhalb des Rahmens. 

Wo das Bindemittel der Farbe nicht besonders 
angegeben ist, handelt es sich um Olgemalde. 



Am 1 8. Oktober 1906. 



Bode 

Direktor der Kgl. Gemaldegalerie. 



Aelst. Evert van Aelst. Hollandische Schule. — Still- 
lebenmaler, geb. zu Delft 1602, f daselbst den 19. Febr. 1657. 
Tatig zu Delft. 

E. van Aelst? Stilleben. Auf der, mit einer grauen 921 
Decke teilweise bedeckten Tischplatte ein totes Rebhuhn, 
eine Ente und ein Goldammer. Dunkler Grund. 

Vielleicht von Willem van Aelst, dem die Mehrzahl der dem 
Evert zugeteilten Bilder angehort. 

Leinwand, h. 0,58, br. 0,49. — Sammlung Giustiniani, 1815. 

Aelst. Willem (Guillielmo) van Aelst. Hollandische 
Schule. — Stillebenmaler, geb. 1626 (?) zu Delft, f wahr- 
scheinlich zu Amsterdam 1683 oder wenig spater. Schiiler 
seines Oheims Evert van Aelst zu Delft und des Otto Marseus 
van Schrieck in Florenz. Tatig in Delft, von 1645 — 1656 in 
Frankreich und Italien; um 1656 wieder in Delft, seit 1657 
in Amsterdam. 

Stilleben. Auf einer Marmorplatte mit zuriickge- 961 
schobener roter Decke zwei tote Schnepfen und Stieglitze. 
Daruber, an der Wand hangend, Steinhiihner. Dunkler 
Grund. 



Bez. am Tischbein: 






FrUhes VVerk des Meisters. 

Leinwand, h. 0,66, br, 0,48. — Erworben 1838 in Augsburg. 

Stilleben. Auf einer Marmorplatte mit griiner Decke 975 
verschiedenes Prachtgerat zwischen Trauben und einem 
Teller mit Pfirsichen. Dunkler Grund. 

Bez. links unten wie umstehend. 

Leinwand, h. 0,84, br. 0,70. — K(5nigliche SchlOsser. 

Verz. d. Gemiiide. I 



Aertsen. 



Aertsen. Pieter Aertsen (Aertsz.) 
Oder Aertsens, gen. de lange Pier. 

Niederlandische Schule. — Geb. wahr- 
scheinlich zu Amsterdam 1507 oder 
1508, begraben daselbst den 3. Juni 
1575. Schiller des Allaert Claesz. zu 
Amsterdam. Tatig in Antwerpen von 
ungefahr 15355151556, spater in Amster- 
dam. 
719 Junge Frau mit Kind. Sie tragt 
das nackte Kind auf der Schulter. 
Hinter ihr eine Mauer. Im Hinter- 
grunde links einige Figuren. 

BruchstUck eines Altarbildes (GeburtChristi), 
wahrscheinlich des zerstorten Bildes der Nieuwe 
Kerk zu Amsterdam. 

Brustbild, Eichenholz, h. 0,65, br. 0,83. • — 
Konigliche Schlosser. 

726 Kreuztragung Christi. Christus, 
dem die hi. Veronika ihr Tuch darreicht, 
bricht auf dem Wege zur -Richtstatte 
inmitten zahlreichen Volkes unter der 
Last des Kreuzes zusammen. Vorn 
rechts Simon von Gyrene, den zwei 
Kriegsknechte fassen, wahrend seine 
Frau und Kinder ihn zuriickzuhalten 
suchen. Davor, mehr der Mitte zu, 
Marktweiber mit ihrem beladenen Kar- 
ren. Links vorn die beiden Schacher, 
der eine, auf einem Esel, von einem 
Dominikaner, der andere, auf einem 
Afmesiinderkarren, von einem Fran- 
ziskaner begleitet; hinter ihnen eine 
Schar von Reitern und eine grofie von 
Jerusalem kommende Volksmenge. Wei- 
ter hinten auf ansteigender Hohe Maria 
inmitten ihrer Frauen zusammensinkend ; 
dariiber der auferstandene Christus gen 
Himmel schwebend. Im Grunde rechts 
die Richtstatte mit der Kreuzigung und 








726 



Aertsen. Albani. Alegretto. a 

einem dichten Kreis von Zuschauern ; 
in der Feme links breitet sich Jeru- 
salem aus. 

Bez. an einem Korbe, den ein Mann 
in der Ecke links auf dem Riicken tragt, 
wie nebenstehend (1552, December 22 

p. a . . .). 

Der Dreizack ist die Marke des Meisters. 

Eichenholz, h. 0,77, br. 1,16. — Samm- 
lung Solly, 182 1. 

Albani. Francesco Albani. Schule 
von Bologna. — Geb. zu Bologna 
den 17. Marz 1578, f daselbst den 
4. Oktober 1660. Anfangs Schuler 
des Dionigi Calvaert, dann des Lo- 
dovico und Annibale Carracci. Tatig 
in Rom (um 1600 — 16 16, wiederum 
1622 — 1623 und 1625), in Florenz (1633) und vor- 
nehmlich in Bologna. 

Christus erscheint Maria Magdalena. Der 1618 
Auferstandene steht links mit abwehrender Hand- 
bewegung vor Magdalena, die zu seinen Fiifien am 
Boden kniet. Rechts im Mittelgrunde das leere Grab, 
bewacht von zwei Engeln in weifien Gewandern. 
Hintergrund weite Landschaft mit fernen Bergen. In 
der Luft fiinf Cherubimkopfchen. 

Verkleinerte Wiederholung des Altargemaldes in S. Maria 
de' Servi zu Bologna. Darstellungen desselben Gegenstandes 
mit geringen Abanderungen von Albanis Hand finden sich 
mehrfach, so im Pal°. Bianco zu Genua, im Louvre u. a. a. O. 
Leinwand, h. 0,71, br. 0,51. — Erworben 1899 als Geschenk 
des Herm James Simon. 

Alegretto. Alegretto Nuzi (Alegretto da Fabriano). 
Umbrische Schule. — Geb. zu Fabriano, urkundlich 
zuerst erwahnt 1346 als Mitglied der Florentiner Maler- 
gilde, f zu Fabriano, angeblich 1385 im Alter von 
79 Jahren. Tatig zu Fabriano, kurze Zeit zu Florenz 
und Venedig (vermutlich vor 1348). 

Maria mit zwei Heiligen. Die thronende Maria 1076 
tragt auf beiden Armen das bekleidete Kind, das 



A Alegretto. Altdorfer. 

einen Vogel in der Hand halt. Links der hi. Bartholo- 
maeus, rechts die hi. Katharina. Goldgrund mit farbigem 
Muster. 

S. Nr. 1078. Bez. auf der untersten Thronstufe wie auf S. 3. 

Tempera. Pappelholz, spitzgiebelig abgeschlossen, h. 0,49, br. 0,26. 

— Sammlung Solly, 1821. 

1078 Christus am Kreuz. Am Fufie des Kreuzes kniet 
Magdalena, die Fiilie Christi kiissend; links Maria, rechts 
Johannes wehklagend. Auf den Zweigen eines Baumes, 
der dem Kreuz entspriefit, der Pelikan in seinem Neste. 
Goldgrund. 

VVohl urspriinglich mit Nr. 1076 zu einem Diptychon vereinigt. 
Tempera. Pappelholz, spitzgiebelig abgeschlossen, h, 0,49, br. 0,26. 

— Sammlung Solly, 1821. 

Allegri. S. Correggio. 

Altdorfer. Albrecht Altdorfer. Deutsche Schule (Regens- 
burg). — Maler, Baumeister, Zeichner ftir den Holzschnitt 
und Kupferstecher, geb. kurz vor 1480, f zu Regensburg 
1538, bald nach dem 12. Februar. Wahrscheinlich Schiiler 
seines Vaters. Bildete sich nach Albrecht Diirer, vielleicht 
auch unter dem Einflusse von Matthias Griinewald. Tatig 
zu Regensburg (daselbst ansassig seit 1505). 
638 Doppelbild. Links: Der hi. Franciscus empfangt 
knieend die Wundmale. — Rechts: Der hi. Hieronymus 
kasteit sich vor dem Kruzifix. — Hintergrund in beiden 
Bildern waldige Berglandschaft. 

(1507) (1507) 

Bez. links und rechts unten: (La A ; bez. links unten: 



(La A ; bez. links unten: // 



Lindenholz, jedes Bild h. 0,22, br. 0,19. — Sammlung Solly, 182 1. 

638A Landschaft mit Satyrfamilie. Zur Linken lagert 
unter hohen Baumen an einer Felswand eine Satyrfamilie. 
Rechts weiter hinten ein Satyr, der eine Nymphe verfolgt, und 
Ausblick in gebirgige Landschaft. (Nessus und Deianira?) 

\b^^ (1507) 
Bez. links oben: , . 



Altdorfer. e 

Ehemals in der Sammlung Kraenner in Regensburg. 
Lindenhok, h. 0,23, br. 0,20. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Ruhe auf der Flucht nach Agypten. An einem 638B 
reich gezierten Renaissancebrunnen sitzt rechts Maria mit 
dem Kind. Engelchen musizieren auf dem Brunnenrand 
und platschern im Wasser. Rechts vorn Joseph, der Maria 
Kirschen reichend. Im Mittelgrunde der gebirgigen Land- 
schaft eine Stadt an einem grofien Wasser. 

Bez. auf einer Tafel am Brunnen: 

Die dritte Stelle der Zahl war frliher retuschiert, so dafl falschlich 
das Datum 1640 zu lesen war. 

(Albrecht Altorffer, Maler zu Regensburg, weihte dies Geschenk 
glaubigen Herzens Dir, hehre Maria, zu seinem Seelenheil.) 

Lindenholz, h. 0,57, br. 0,38. — Erworben 1876 aus der Samm- 
lung Fr. Lippmann in Wien. 

Landschaft mit der Darstellung des Sprichworts 638C 
»Der Hoffart sitzt der Bettel auf der Schleppe«. 
Ein reichgekleidetes Paar, auf dessen Schleppe sich eine 
Bettlerfamilie gelagert hat, schreitet der Freitreppe eines 
links gelegenen Renaissanceschlosses zu, auf der ihnen der 
Hofmeister, in den Handen ein Prachtgefafi, zu feierlichem 
Empfang entgegenkommt. Im Hintergrund eine Stadt an 
felsiger Meereskiiste. 

Bez. rechts an emem Baumstamm : ^cr* 

Ehemals in der Sammlung Develey, MUnchen. 
Lindenholz, b. 0,28, br. 0,40. — Erworben 1876 aus der Samm- 
lung Fr. Lippmann in Wien. 

Kreuzigung. In der Mitte Christus zwischen den beiden 638D 
Schachern am Kreuz, von dem zwei Knechte die Leiter weg- 
nehmen. Vorn sitzt Magdalena, vom Riicken gesehen; rechts 



5 Altdorfer. Amberger. 

entfernt sich Maria, von Johannes, einer zweiten hi. Frau 
und Joseph von Arimathia geleitet. Hintergrund bergige 
Landschaft mit einer Stadt am Wasser. 



Bez. unten in der Mitte 



^n 



Auf der Rtickseite von des Meisters Hand ein halb verwischtes 
Doppelwappen. 

Alte Kopie in der stadtischen Gemaldesammlung zu Koblenz mit 
dem Datum 1528. Das Original ist nicht viel frliher entstanden. 

Lindenholz, h. 0,28, br. 0,20. — Erworben 1886 durch letztwillige 
Verfiigung der Frau Dr. Maria Weber in Berlin. 

638E Geburt Christi. In einer verfallenen Baulichkeit kniet 
Maria und betet zu dem Christkinde, das drei Kinderengel in 
einem weifien Tuch halten. Hinter Maria steht Joseph mit 
einer Kerze in der Hand. Rechts oben am Nachthimmel 
drei Engel fliegend mit einem langen Spruchband, links 
oben als grofie Lichtscheibe der Stern, der den Hirten 
leuchtet. Im Hintergrunde die Verkiindigung an die Hirten. 

Aus der mittleren Zeit des Meisters (um 15 12 — 15). 

Lindenholz, h. 0,36, br. 0,255. — Erworben 1892 von Ch. Butler 
in London. 

Amberger. Christoph Amberger. Deutsche Schule (Augs- 
burg). — Maler und Zeichner fiir den Holzschnitt, geb. 
um 1500, im Jahre 1530 in die AugsburgerMalerzunft auf- 
genommen, f zu Augsburg zwischen Okt. 1561 und Okt. 1562. 
Unter venetianischer Einwirkung gebildet. Tatig namentlich 
zu Augsburg. 

556 Bildnis Kaiser Karls V. (1500 — 1558). Fast im Profil, 
nach rechts gewendet. In schwarzem Barett und schwarzer 
Schaube iiber dem griinlich grauen Samtkleid, auf dem das 
goldene Vliefi ruht. Die Hande mit Buch und Handschuh 
liegen auf einem Tisch mit roter Decke. Oben auf dem hell- 
grauen Grunde das kaiserliche Wappen zwischen den Saulen 
des Herkules und der Wahlspruch: Plvs ovltre; darunter: 
Aetatis XXXII. 

Auf der RUckseite aus gleicher Zeit die schadhafte Inschrift: 
Christoff Amberg . . . . zu Augspurg und auf einem Blattchen mit 
etwas spaterer Schrift: die Handt vom Amberger. — Eine alte Kopie 
mit Veranderungen in der Akademie zu Siena, eine andere in der 



Amberger. Angel. 7 

Galerie zu Lille. — Nach alter Uberlieferung wird berichtet, Karl V. 
habe ftir das Bildnis dem Meister eine goldene Kette geschenkt und 
das Dreifache des bedungenen Lohnes (loThlr.) gezahlt. — Wahrschein- 
lich ehemals in der von Praunschen Sammlung zu Nurnberg. 

Brustbild fast in Lebensgr. Lindenholz, h, 0,65, br. 0,50. — Er- 
worben vor 1820. 

Bildnis des Kosmographen Sebastian Miinster 583 
(1489 — 1552). Halb seitlich nach rechts gewendet. Die 
rechte Hand ruht auf einem Tisch mit roter Decke. Mit 
schwarzem Barett, in rotem Unterkleid und hohem weifiem 
Hemde; dariiber die schwarze mit hellem Pelz gefiitterte 
Schaube. Griiner Grund. 

Auf der Riickseite die Inschrift von einer Hand des 16. Jahr- 
hunderts: Sebastian Miinster Cosmographus. Seines Alters 6s gemalt 
Ao. IJJ2. (In den Zahlenangaben scheint ein Irrtum untergelaufen 
zu sein.) Ehemals in der von Praunschen Sammlung zu NUmberg. 

Brustbild. Lindenholz, h, 0,54, br. 0,42. — Erworben vor 1820. 

Amberger? Bildnis des Feldhauptmanns Georg 577 
von Frundsberg (1473 — 1528). Von vorn gesehen, etwas 
nach rechts gewendet. In voller Riistung, mit Helm und 
Scharpe; in der Rechten eine Hellebarde. Hintergrund eine 
Nische. Rechts das Wappen. — Unter dem Bildnis eine 
siebenzeilige lateinische Inschrift, auf die Kriegstaten und 
das Lebensalter Frundsbergs beziiglich. 

Nach 1528, dem Todesjahre Frundsbergs, gemalt. — Eine alte 
Kopie, mit deutscher Inschrift, im Augsburger Privatbesitz. 

Kniefig. Rottannenholz, h. 1,51, br. 0,96. — Sammlung Solly, 
1821. 

Amerighi. S. Caravaggio. 

Andrea. S. Brescianino und Sarto. 

Angel. Philips Angel. Hollandische Schule. — Maler, 
vornehmlich von Stilleben, und Radierer, getauft den 
14. September i6i6 zu Middelburg, daselbst im Oktober 
1683 urkundlich zum letztenmal angefiihrt. Todesjahr un- 
bekannt. Tatig in Haarlem und in Leiden zwischen 1639 
und 1645; 1646 — 1651 und 1656 — 1662 in Batavia; von 1652 
bis 1656 in Ispahan. 1665 in die Heimat zuriickgekehrt 
und bis zu seinem Tode in Middelburg tatig. 

Stilleben. Auf einem Tische liegen tote V6gel in und 918 A 
neben einem Bottich. Hellgrauer Grund. 



3 Angel. Angelico. 

Bez. unten: J Ai*f^L f{6fO 

Eins der wenigen noch nachweisbaren Bilder des Meisters (u, a. 
eins in der Eremitage zu Petersburg, bez. P. A. 1658). 

Eichenholz, oval, h. 0,095, br. 0,13. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Angelico. Fra Giovanni da Fiesole, gen. Angelico, oder 
Beato Angelico, auch kurzweg Fiesole. Florentinische Schule. 
— Gab. 1387 in der florentinischen Provinz Mugello, trat 
1407 zu Fiesole in den Dominikaner-Orden, f zu Rom 
18. Marz 1455. Tatig vornehmlich in Fiesole (1418 — 1436) 
und Florenz (1436 — 1446), zeitweilig in Cortona (zwischen 
1409 und 1418), Orvieto (1447) und Rom (zwischen 1446 
und 1455). 

60 Thronende Maria mit dem Kinde. Maria sitzt, das 
bekleidete Kind auf dem Schofie, vor einem Vorhang aus 
Goldbrokat. Zu den Seiten des Vorhangs links der hi. Do- 
minicus, rechts Petrus Martyr. 

Aus der fiiiheren Zeit des Meisters. 

Tempera. Pappelholz, oben abgerundet, h, 0,70, br. 0,51. — 
Sammlung Solly, 182 1. 

60A Fliigelaltar. Das jiingste Gericht. Mittelbild: 
Oben Christus als Weltenrichter in der Mandorla; zu beiden 
Seiten Maria, Johannes d. T., Apostel, Evangelisten, Pro- 
pheten, Heilige und Engel. Unten die Scheidung der Auf- 
erstandenen in Selige und Verdammte. — Linker Fliigel: 
Auf blumigerWiese werden Selige (zumeist Dominikaner) von 
Engeln im Reigen aufwarts geleitet. Ganz oben die Pforte 
des Paradieses, goldene Strahlen entsendend; im feierlichen 
Zuge ihr zuwandelnd Gruppen von Engeln und Domini- 
kanern. Rechts oben der hi. Antonius, abwarts auf eine 
Gruppe von Gestalten deutend, die, auf Wolken stehend, 
emporschweben : ein Kardinal im Dominikanerkleid, ein 
Papst und ein Engel. — Rechter Fliigel: Oben Engel 
und Heilige, sich an die himmlische Heerschar des Mittel- 
bildes anschliefiend. Unten die Holle, in deren sieben Ab- 
teilungen die Verdammten von Teufeln gepeinigt werden. 
In der Mitte der Holle der dreikopfige Hollenfiirst Lucifer. 
Goldgrund. 



Angelico. n 

Aus der Zeit des romischen Aufenthaltes, mithin wahrscheinlich 
1446/47 Oder bald nach 1450 gemalt. — Eine Kopie unter Sprangers 
Namen, in der Galerie zu Turin. — Im Jahre l8ii befand sich das 
Bild im Besitz eines Backers zu Rom, von dem es bald nach 1816 
Kardinal Fesch erwarb. Bei dem Verkaufe der Sammlung Fesch im 
Jahre 1845 zog es einer der Erben, FUrst Musignano, Sohn des Lucien 
Bonaparte, zuriick, um es spater an Lord Ward, den nachmaligen Earl 
of Dudley, zu verkaufen. 

Tempera. Pappelholz, Mittelbild, h. 1,01, br. 0,63; Fliigel je 
h. 1,01, br. 0,27. — Erworben 1884 aus der Sammlung des Earl of 
Dudley zu London. 

Die hll. Dominicus und Franciscus. Vor einer 61 
Kirche begriifit Dominicus den von links herantretenden 
Franciscus als Genossen seines Werkes, die von Christus ab- 
gefallene Welt zu bekehren. Beide von je einem Ordens- 
bruder begleitet. In der Luft links Maria als Fiirbitterin 
vor dem thronenden Christus. Links im Grunde weite Land- 
schaft mit Gebauden. 

GegenstUck zu Nr. 62. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,26, br. 0,31. — Erworben 1823. 

Verklarung des hi. Franciscus. In einer Klosterzelle 62 
auf einer Wolke emporschwebend, erteilt der Heilige fiinf 
Ordensbriidern den Segen, wahrend ein sechster durch die 
Tiir links sich entfernt. Eine Schrifttafel vor der Wolke: 
Pax vobis. Rechts Ausblick durch die Zellentiir in den 
Wald. 

GegenstUck von Nr. 61. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,26, br. 0,31. — Erworben 1823. 

Angelico. Schule des Era Giovanni Angelico da Fiesole. 

Florentinische Schule. 

Das jiingste Gericht. Christus als Weltenrichter, von 57 
Engeln umgeben, zwischen der thronenden Maria, Johannes 
d. T., Aposteln und Kirchenvatern. Unten links die Seligen, 
rechts die Verdammten. In den Zwickeln die Brustbilder 
der Propheten Daniel, Jeremias, Jesaias und Elias. 

Bez. auf dem Sockel des Rahmens: HOC OPVS FEC. FIERI 

JACOBVS LODOVICI S JACOBI DMI LEI DE ViIlANIS PRO 

REMEDIO A?E SVE ET BN. MAGDALENE VXORIS EIVS ET 
SVORVM. ANNO DOMINI MILESIMO CCCCL°VI. — Das Bild 
ist also ein Jahr nach dem Tode des Fra Angelico gemalt. Die Aus- 



lO Angelico. Anraadt. Antonello. 

ftihrung ist von verschiedenen H&nden. Einige Teile erinnem an die 
Kunstweise Cosinio Rosellis. 

Tempera. Pappelholz, h. i,8i, br. 2,84. — Sammlung Solly, 1821. 

Anraadt. Pieter van Anraadt. Hollandische Schule. — 
Bildnismaler, geb. zu Utrecht, heiratet 1663 in Deventer, 
begraben daselbst den 13. April 1678. Tatig in Deventer 
(seit 1660) und Amsterdam (1672 — 75). 
792B Bildnis einer alten Frau. Etwas nach rechts ge- 
wendet, die Rechte auf die Brust legend In schwarzem 
Kleid und schwarzer weifier Haube iiber kleiner Spitzen- 
miitze. In gemalter ovaler Steinumrahmung. Dunkler Grund. 

Frliher Gabriel Metsu zugeschrieben. — Sammlungen Lord Rad- 
stock, London 1826, und Nieuwenhuis, Brlissel 1855. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,73, br. 0,61. — Sammlung Suermondt, 
1874. 

Antonello. Antonello da Messina (Antonello di Salva- 
tore d'Antonio, oder degli Antonj). Venetianische Schule. — 
Geb. zu Messina um 1430, f daselbst den 14. oder 15. Fe- 
bruar 1479. Unter dem Einflusse der Eyck'schen Schule und 
spater des Gio. Bellini ausgebildet. Tatig namentlich in 
Messina (bis August 1474 und wieder vom 14. Nov. 1476 ab) 
und von etwa 1475 bis 1476 in Venedig. 
18 Bildnis eines jungen Mannes. Etwas nach links 

gewendet. Bartlos, mit langem, rotbraunem Haar. In 
schwarzem, pelzgefiittertem Gewand und schwarzer Miitze 
mit Sendelbinde. Vom eine Briistung; Hintergrund Himmel 
und etwas Landschaft. 

Am unteren Rande der Briistung die Inschrift: PROSPERANS 
MODESTVS ESTO INFORTVNATVS VERO PRVDENS (»Im GlUck 
sei bescheiden, im UnglUck aber klug«). Auf einem Blattchen dartiber: 

attiionVMe 'nti*s*h<ut. '«« put <tt 

Die Zahl, in ihren beiden letzten Stellen undeutlich, ist 1478 zu 
lesen (vgl. auch A. M. Zanetti). — Letztes erhaltenes Bild des Meisters. 
Ehemals Sammlung Vitturi in Venedig (1773) nach einer Notiz auf 
der Ruckseite. 

Brustbild in 1/3 Lebensgr. Nufibaumholz, h. 0,20, br. 0,14. — Er- 
worben 1832 clurch Tausch von Solly. 

18A Bildnis eines jungen Mannes. Nach links gewendet, 
bartlos, in rotem, pelzgefiittertem Mantel und dunkler Miitze 
mit Sendelbinde. Schwarzer Grund. 



Antonello. I j 

Auf einem Papierblattchen an der Briistung bez.: 




Ehemals Sammlung Hamilton. 

Brustbild etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,32, br. 0,26. — 
Erworben 1889 in Paris. 

Antonello. Schule des Antonello da Messina. Venetia 
nische Schule. 

Bildnis eines jungen Mannes. Etwas nach links ge- 25 
wendet und auf den Beschauer blickend. Bartlos, auf dem 
braunen Haar eine rote Kappe. In rotem Obergewand, 
unter dem das schwarzeUntergewand sichtbar wird. Schwarzer 
Grund. 

Vielleicht der Schule von Murano angehbrig. 

Fast lebensgr. Brustbild. — Pappelholz, h. 0,38, br. 0,50. — Er- 
worben 1841/42 in Italien. 

Antonello. Antonello da Saliba. Zeichnet sich Antonellus 
de Saliba oder Antonellus Messanensis. Venetianische Schule. 

— Geburts- und Todesdatum unbekannt. Tatig nach den 
Daten auf seinen Bildern und nach urkundlichen Nach- 
richten etwa 1497 — 1535. Namentlich in Messina unter dem 
Einfluss des beriihmteren Antonello gebildet, und wahr- 
scheinlich kurze Zeit in Venedig (vor 1497) unter dem Ein- 
flusse des Cima da Conegliano. 

Der hi. Sebastian. An einen Stamm gefesselt und von 8 
Pfeilen durchbohrt. Das geneigte Haupt etwas nach links 
gewendet. Hintergrund niedrige Mauer, dariiber Himmel. 

Bez. auF der Briistung: 

* ANTON EILV>S^/\ESANEV5- P * 

Freie Wiederholungen in Frankfurt a. M., in der GiUerie zu Ber- 
gamo und Padua (Casa Maldura). 

Brustbild etwas unter Lebensgr. Rotbuchenholz, h. 0,46, br. 0,35. 

— Sammlung Solly, 182 1. 



12 Antonello. Antonio. Aspertini. 

13 Maria mit dem Kinde. Maria, etwas nach links ge- 

wendet, halt das nackte Kind, das auf einer Briistung vor 
ihr steht. Hintergrund Landschaft. 
Bez. auf der Briistung: 

^ ANT0NEILVS*MES5ANESI5*P^ 

Vgl. Ludwig, Jahrb. der k. p. Ksts. XXIII, Anhg. S. 60. Das 
Bild stammt aus Treviso und wurde, nach Ridolfi und Federici, von A. 
fur Caterina Cornaro gemalt, von dieser aber an eine ihrer Damen ver- 
schenkt, die sich zu Treviso mit einem Conte Avogaro vermahlte. 
Im Besitze dieser Familie befand sich das Bild noch im Anfange des 
19. Jahrhunderts. 

Maria Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,69, br. 0,54. 
— Sammlung Solly, 1821. 

Antonio. Antonio da Crevalcore, eigentlich Antonio 
Leonelli da Crevalcore. Schule von Bologna. — Genannt 
als Malar von Blumen und Friichten, auch als Musiker; 
tatig um 1480 — 1500 zu Bologna, f vor 1525. 

1146 Heilige Familie. Maria, Joseph und der kleine Jo- 
hannes verehren das auf einer steinernen Brustung sitzende 
Christkind, das mit beiden Handen eine Zitrone halt. Seit- 
warts an zwei Pfeilern Gehange von Orangen und Pfirsichen. 
Hintergrund Landschaft. 

Bez. auf einem Blattchen unten: 



I III /^ 




(die dritte Ziffer undeutlich, lafit sich aber nur als 9 erganzen). — 
Einziges bekanntes Werk des Meisters, der von Lokalschriftstellern des 
17. Jahrhunderts als ein »gefeierter Maler von Blumen, Friichten und 
Tieren« (um 1490) angefiihrt wird. 

Maria und Joseph Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, 
h. 0,67, br. 0,54. — Sammlung Solly, 1821. 

Aspertini. Amico Aspertini, gen. Amico Bolognese. 

Schule von Bologna. — Geb. zu Bologna um 1475, f da- 




Aspertinj. Avercamp. Bacchiacca. 1^ 

selbst Ende 1552. Vermutlich Schiller 
^ seines Vaters Giovanantonio, gebildet 
unter dem Einflusse der umbrischen und 
der ferraresischen Schule. Tatig na- 
mentlich in Bologna, Lucca und Rom. 

Anbetung der Hirten. In der 118 
Mitte liegt das Christkind auf blumiger 
Wiese, von Maria, Joseph, Hirten und En- 
geln verehrt. Links die Hutte mit Ochs 
und Esel. Im Mittelgrunde der gebirgi- 
gen Landschaft derZug der drei Konige; 
rechts in der Feme auf einem Felsen- 
hiigel die Verkiindigung an die Hirten. 
Bez. auf dem Postament der Saule links wie nebenstehend. 
J Pappelholz, h. 1,14, br. 0,80. — Sammlung Solly, 1821. 

"^ Avercamp. Hendrick Avercamp gen. de Stomme van 
Kampen. Hollandische Schule. — Maler von Winterland- 
schaften, geb. zu Amsterdam den 25. Januar 1585, f zu 
Kampen um 1663. Tatig in Kampen (seit ungefahr 1625), 
vorher in Amsterdam. 

Winterlandschaft. Auf einem gefrorenen Fluss, an 760 
dessen Ufer im Mittelgrund und in der Feme Bauemgehofte 
liegen, bewegen sich Kalfspieler und Zuschauer. Vorn zwei 
Fischer; auf der Strafie rechts zwei Spazierganger. 

Bez. rechts unten am Wege : X>/«*^*y^ 

Eichenholz, h. 0,19, br. 0,31. — • Sammlung Solly 1821. 

Bacchiacca. Francesco Ubertini, gen. Bacchiacca. Nach 
dem Vater Francesco di Ubertino di Bartolommeo ; Familien- 
name Verdi. Florentinische Schule. — Geb. den i. Marz 
14^4 zu Florenz, f daselbst den 5. Oktober 1557. Schiller 
des Pietro Perugino und Francia Bigio zu Florenz; unter 
dem Einflufi Andrea del Sartos weiter ausgebildet. Tatig 
zu Florenz und einige Zeit zu Rom (vermutlich nach 1524). 

Taufe Christi. Von zahlreichem Volk umgeben, steht 267 
Christus im Wasser des Jordan und neigt sich vor Johannes, 
der eine Schale iiber sein Haupt ausgiefit. Hinter Christus 
zwei Engel mit den Gewandern und Manner, die sich ent- 
kleiden. Hintergrund felsige Landschaft. 



1 4 Bacchiacca. Backer. 

Das Bild ist das eine der nach Vasari fiir den Florentine! Gio. 
Maria Benintendi zum Schmucke von Truhen oder dergl. gemalten 
StUcke und von Vasari besonders gerlihmt. Als SeitenstUck dazu er- 
scheint das sog. »Leichenschieflen« in der Galerie zu Dresden, das der 
Uberlieferung zufolge ebenfalls aus der Casa Benintendi stammt. Nach 
handschriftl. Bemerkung Waagens war das Berliner Bild frllher gleich- 
falls im Besitze der Dresdener Galerie. 

Pappelholz, h. 0,75, br. 1,66. — Saramlung Solly, 1821. 

267A Bildnis einer jungen Frau. Sitzend, halb seitlich nach 
links gewendet, in ausgeschnittenem, griinblauem Kleide, 
mit weifier, haubenartiger Kopfbedeckung, Auf ihrem linken 
Arme sitzt eine kleine Pantherkatze, die sie mit der rechten 
Hand halt. Grauer Grund. 

Kl. Kniestiick, Pappelholz, h. 0,26, br. 0,185. — Erworben 1897 
im italienischen Kunsthandel, als Geschenk des Herm Geheimrat Bode. 

Backer. Jacob Adriaensz. Backer. Hollandische Schule. 
— Geb. zu Harlingen 1608 oder 1609, f zu Amsterdam 
den 27. August 1651. Schiller des Lambrecht Jacobsz. zu 
Leeuwarden, dann Rembrandts zu Amsterdam (seit etwa 
1632), wo er namentlich als Bildnismaler tatig war. 
810B Bildnis des Rechtsgelehrten Francois de Vroude. 
Nach rechts gewendet, und auf den Beschauer blickend. 
In schwarzer Tracht und Miihlsteinkragen, neben einem 
Tische sitzend. In der Linken halt er das Augenglas, in 
der Rechten ein Taschentuch. Dunkler Grund. 
Bez. links im Grund Uber dem Stuhle: 





Backer. Bakhuysen. Baldung. I c 

und rechts: Aet. 76. In dem Monogramm ist aufier dem J ein deut- 
liches A, das den Vomamen des Vaters angibt, enthalten. 

Kniestlick. Leinwand, h. 1,10, br. 0,94. — Erworben 1873. 

Bildnis einer alten Frau. Etwas nach links gewendet 1640 
und auf den Beschauer blickend, in einem Armstuhl mit 
roter Riicklehne sitzend. In pelzbesetztem, schwarzem Kleid, 
um den Hals einen weifien Kragen, auf dem Kopf eine 
weifie Haube. Die Linke ruht, ein Buch haltend, im Schofi, 
die Rechte halt die Augenglaser. Dunkler Grund. 

Aus der friiheren Zeit des Meisters unter dem Einflusse Rembrandts. 

Kniestuck. Leinwand, h. 0,77, br. 0,65. — Erworben 1904; 
Sammlung A. Thiem. 

Bakhuysen. Ludolf Bakhuysen. Zeichnet sich auch 
Backhuisen, Backhuizen und Backhuijsen. Hollandische 
Schule. — Marinemaler und Radierer, geb. zu Emden den 
18. Dezember 1631, begraben zu Amsterdam den 17. No- 
vember 1708. Schiiler des A. van Everdingen und H. 
Dubbels zu Amsterdam. Tatig in Amsterdam (seit 1650). 

Leichtbewegte See. Die Wasserflache ist mit Booten 895 
und Schiffen, darunter zwei grofien Kriegsschiffen in der 
Feme, belebt. 

Bez. an dem kleinen Boote vorn ; 



/^(ff iSaC^' 



Leinwand, h. 0,56, br. 0,97. — Konigliche Schlosser. 

Baldung. Hans Baldung, gen. Grien (Griin). Deutsche 
Schule (Strafiburg). — Maler und Zeichner fiir den Holz- 
schnitt, geb. zu Weyerstein (am Turm bei Strafiburg; die 
Familie stammte aus Schwabisch Gmiind) zwischen 1475 
und 1480, f zu Strafiburg 1545. Gebildet unter dem Ein- 
flusse Diirers. Tatig nach den Wanderjahren vornehmlich 
in Strafiburg und in Freiburg im Breisgau (151 1 — 15 16). 

Kopf eines Greises. Nach rechts gewendet. Mit 552B 
weifiem, wallendem Bart und weifiem Haupthaare, die Schul- 
tem in einen Mantel gehullt. Dunkler Grund. 

Frllher Albrecht DQrer zugeschrieben. — Ringsura angestUckt. — 
Sammlungen von Kirschbaum, Mttnchen 1822, von Holzschuher, Nttm- 
berg 1869. 

Etwas unter Lebensgr. Holz (Art?), in Eichenholz eingelassen, 
h. 0,32, br. 0,23. — Sammlung Suermondt, 1874. 



Ig Baldung. Balen. Barbari. 

603 Kreuzigung Christi. In einer Landschaft mit Aus- 
blick auf Hochgebirge Christus am Kreuze zwischen den 
Schachern. In der Mitte kniet Magdalena am Boden, den 
Kreuzesstamm umfassend. Links Maria, Johannes und 
mehrere Frauen. Rechts der glaubige Hauptmann zu Pferd 
und Kriegsknechte. Rechts im Vordergrund in kleinem Mafi- 
stabe der geistliche Stifter, Abt des Klosters Schiittern im 
Breisgau, kniend. 



Bez. am Fufle des Kreuzes 



IfU I^. 



Lindenholz, h. 1,51, br. 1,04. — Erworben 1823. 
603A Fliigelaltar. Mittelbild: Anbetung der Konige. 
Vor einer Ruine kniet der alteste Konig vor der Madonna 
und ergreift die Hand des Kindes, das die Mutter auf dem 
SchoQ halt. Hinter ihm steht der zweite Konig (vermutlich 
mit den Ziigen des Stifters), links der Mohrenkonig, rechts 
Joseph. In der Landschaft zu beiden Seiten je ein Reiter- 
trupp des Gefolges. — Auf den Fliigeln: links der hi. 
Georg, rechts der hi. Mauritius; auf den Riickseiten 
der Fliigel: links die hi. Katharina, rechts die hi. 
Agnes, samtlich vor landschaftlichem Grunde. — Die 
Tafeln sind jetzt auseinandergesagt, so dafi die vier Bilder 
nebeneinander hangen. 

Aus der Stadtkirche zu Halle. Der entsprechende, aus gleichem 
Besitz stammende Fltigelaltar, die Marter des hi. Sebastian (jetzt bei 
Frau H. Goldschmidt zu Brilssel), tragt das Monogramtn des Meisters 
und die Jahreszahl 1507. 

Lindenholz, Mittelbild h. 1,21, br. 0,70, FlUgelbilder br. je 0,28. — 
Erworben 1872 aus der Sammlung des Justizrats Wilke in Halle a. S. 

Balen. S. unter Jan Brueghel. Nr. 678. 

Barbari. Jacopo de' Barbari, in Deutschland Jakob 
Walch (d. h. der walsche Jakob) genannt. Venetianische 
Schule. — Maler und Kupferstecher, geb. vermutlich zu 
Venedig um die Mitte des XV. Jahrhunderts, f vor 151 5. 
Unter dem Einfiusse des Gio. Bellini gebildet. Tatig in 
Venedig bis um 1500, in Wittenberg 1503 und 1505 in kur- 
sachsischen Diensten, in Niirnberg 1504, in Frankfurt a. d. O. 
1508 und in den Niederlanden im Dienste des Grafen 
Philipp, natiirlichen Sohnes des Herzogs Philipp von Bur- 







Barbari. Bamaba. Bartolommeo. 



17 



S 



gund; seit 1510 Hofmaler der Erzherzogin Marga- 
rete, Regentin der Niederlande. 

Maria mit dem Kind und zwei Heilige. 26A 
Links sitzt Maria, das Kind mit der Rechten haltend; 
sie hat die Linke auf das Haupt der von Johannes 
d. T. empfohlenen Stifterin, Caterina Cornaro, 
Konigin von Cypem (1454 — 15 10), gelegt. Zwischen 
Johannes und Maria die hi. Barbara. Im Grunde 
Landschaft mit einem Flufital. 

Weifitannenholz auf Nufibaum-Blendholz, h. 0,67, br. 0,84. 
— Erworben 1877 als Geschenk von Sir Charles Robinson 
in London. 

Barnaba. Barnaba da Modena. Zeichnet sich 
Barnabas de Mutina. Schule von Modena. — 
Geb. zu Modena, tatig von 1364 — 1380 in Modena, 
Genua (daselbst urkundlich 1364, 1370, 1380 und 
1383 nachgewiesen), Pisa (1380) und Piemont (um 
1377)- 

Maria mit dem Kinde. Maria halt das 1171 
Kind, das einen auf seiner Linken sitzenden Stieg- 
litz fiittert, auf dem linken Arm. Goldgrund. 

Bez. unten in goldener Schrift auf rotem Grunde wie 
nebenstehend. 

Maria Halbfig. Tempera. Leinwand auf Pappelholz, 
oben im Spitzbogen abschliefiend, h. 1,06, br. 0,66. — 
Erworben 1845. 

Bartolommeo. Fra Bartolommeo della Porta, 
auch Baccio oder il Frate genannt. Sein weltlicher 
Name: Bartolommeo Pagholo oder di Paolo del 
Fattorino; als Dominikaner Fra Bartolommeo di 
San Marco. Florentinische Schule. — Geb. den 
28. Marz 1472 in Florenz (vor der Porta di S. Pier 
Gattolini; daher der Beiname), f daselbst den 31.0k- 
tober 1 517. Schiller des Cosimo Rosselli. TStig 
namentlich zu Florenz, von 1509 — 1512 gemein- 
schaftlich mit Mariotto Albertinelli, kurze Zeit in 
Venedig (1508), in Rom (1514) und Lucca (1515). 

Himmelfahrt der Maria. Maria, von musi- 249 
zierenden Engeln umgeben, schwebt, auf der Mond- 

Ven. d. G«n>illde. 2 



^ 



1 8 Bartolommeo. Basaiti. 

sichel stehend, empor. Am Grab, aus dem Rosen und Lilien 
emporspriefien, knieen links die hll. Johannes d. T., Petrus 
und Dominicus, rechts die hll. Petrus Martyr, Paulus und 
Magdalena. Hintergrund Landschaft. 

Mit der Inschrift: ORATE PRO PICTORE. — Wahrscheinlich um 
1507 — 08 fUr die Compagnia de' Contemplari gemalt. Anordnung 
und Zeichnung riihren wohl ganz von Fra Bartolommeo her; dagegen 
erscheint die Hand eines Schlilers in der AusfUhriing namentlich des 
oberen Teiles. 

Pappelliolz, oben rund, h. 3,01, br. 1,95. — Sammlung Solly, 
1821. — Aufgestellt in der Basilika. 

Basaiti. Marco Basaiti. Venetianische Schule. — Von 
griechischen Eltern geb. im Venezianischen. Geburts- und 
Todesjahr unbekannt. Schiiler und Gehilfe des Luigi Viva- 
rini, dann vermutlich des Gio. Bellini. Tatig zu Venedig 
von 1490 bis mindestens 1521, 

6 Klage'um den Leichnam Christi. Der tote Christus 
ruht aufrecht im Schofie der Maria. Links hinter Maria 
steht Nikodemus; rechts Johan- .4 -^ »• » 

nes, Joseph von Arimathia und ^ | I L\ l'\ i J 
Magdalena. Dunkler Grund. "* '^*' •* ^ * 

Von einer alten Inschrift finden 
sich oben rechts noch nebenstehende 
Reste. 

Aus der friihen Zeit des Meisters. 

Eine solche Komposition von 
Basaiti wird von Boschini u. a. in T\ 

einer Cappellina in S. Francesco della ^ JT^ 

Vigna zu Venedig erwahnt, wo sie 

sich bis 1 8 19 befand. Gehort zu den haufigen Wiederholungen der 
Beweinung Christi (mit Veranderungen), welche zumeist auf den Namen 
Gio. Bellinis getauft sind, aber, samtlich von Schiilern oder Nachfolgern 
des Meisters ausgefiihrt, wohl auf ein verschoUenes Werk Bellinis zu- 
riickgehen. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,60, br. 0,86. — 
Sammlung Solly, 1821. 

37 Der hi. Sebastian. Auf einer mit bunten Marmor- 
fliesen gepflasterten Terrasse, an eine Saule gebunden und 
von Pfeilen durchbohrt, halt er den gefesselten linken Arm 
iiber dem nach rechts geneigten Haupt. Im Hintergrund 
ein burggekronter Hiigel an einem Flufi. 



-B. i I 



D- 



H 



CQ 



Basaiti. I g 

Bez. auf der Plinthe der Saule wie nebenstehend. — 
Eine kleinere Originalwiederholung mit geringen Ab- 
weichungen in der Galerie Doria zu Rom. Eine zweite 
ganz verwandte Darstellung in S. Maria della Salute zu 
Venedig. 

Pappelholz, h. 2,17, br. 1,02. — Sammlung Solly, 182 1. 

Maria mit dem Kinde. Maria in weiiiem 1262 
Kopftuch und blauem Mantel halt auf ihrem 
Schofie das nackte Kind, das 
mit einem Stieglitz spielt. . A/I A D /^ r v /-\ 
Hintergrund Vorhang, links ' ' VIA I'VV^ .H C) 
Ausblick in gebirgige Land- "^Al^AI 

schaft. X, ^ £3. 

Bez. rechts unten wie neben- "•.. 11^ 

stehend. 

Halbfig. in V3 Lebensgr. Pappelholz, h. 0,63, br. 0,47. 
— Sammlung Solly, 1821. 



< 



Basaiti. Pseudo - Basaiti. Venetianische 
Schule. — So neuerdings genannt ein dem Basaiti 
verwandter anderer Schiller Bellinis, dessen Werke 
friiher unter dem Namen Basaitis gingen. 

Beweinung Christi. Der Leichnam Christi + 
wird von Maria und Johannes, die ihn von 
beiden Seiten stiitzen, betrauert. Hintergrund 
^Himmel. 

Die vielfach in Wiederholungen und Kopien vorkom- 
mende Darstellung geht wohl auf ein Original aus der 
Spatzeit des Gio. Bellini zuriick. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,68, 
br. 0,86. — Sammlung Solly, 1821. 

Altartafel in vier Abteilungen. Obere 20 
Abteilung (Lunette): Maria mit dem Kinde 
sitzt zwischen der hi. Katharina von Siena und der 
hi. Veronika. Halbfig. — Untere Abteilungen. 
In der mittleren: Johannes d. T. mit Kreuz und 
Spruchband. Linke Abteilung: Der hi. Hiero- 
nymus, eine Schriftrolle in der Rechten. Rechte 
Abteilung: Der hi. Franciscus, ein offenes Buch 
und das Kreuz in den Handen. Gemeinsamer 
Hintergrund Landschaft. 



20 Basaiti. Bassano. Bassen. 

Nach Boschini (1674), der es als ein Werk Cimas auffuhrt, befand 
sich das Bild noch im 17. Jahrhundert auf der Insel S. Cristoforo 
zwischen Venedig und Murano. Es ist das Werk eines dem Marco 
Basaiti verwandten, von Dr. Ludwig »Pseudo-Basaiti« benannten und in 
seiner Eigenart charakterisierten Kiinstlers, eines dera Namen nach 
unbekannten Gehilfen Gio. Bellinis. Er ist mit Andrea Busati identifiziert 
worden, von dem sich ein bezeichnetes Bild in der Akademie zu 
Venedig befindet. Eine Originalzeichnung zum hi. Hieronymus im 
Louvre. Kopie der Mitteltafel, augeblich von Mocetto, in der Galerie 
zu Budapest. 

Pappelholz, obere Abteilung (spater verbreitert), h. 0,47, br. 1,64; 
jede der unteren h. 0,93, br. 0,37. — Sammlung Solly, 1821. 

Bassano. Francesco da Ponte, gen. Bassano. Venetia- 
nische Schule. — Geb. zu Bassano den 26. Januar 1549, 
f zu Venedig den 4. Juli 1592. Schiiler und Gehilfe seines 
Vaters Giacomo. Tatig zu Bassano und vomehmlich zu 
Venedig (seit etwa 1580). 

314 Der barmherzige Samariter. Der Samariter ver- 
bindet das Bein des verwundet links vor ihm liegenden 
Israeliten. Rechts ein Esel und ein Hund. In der 
Feme der seines Weges ziehende Levit. Waldige Berg- 
landschaft. 

Eine bei den Bassani haufig vorkommende Darstellung, der wohl 
ein Original von der Hand Giacomos zugrunde liegt (wahrscheinlich 
das in den k. k. Hofmuseen zu Wien befindliche Gemalde). 

Leinwand, h. 0,60, br. 0,89. — Konigliche Schlosser. 

Bassen. Bartholomeus (Bartelmees) van Bassen. Hol- 

landische Schule. — Baumeister und Architekturmaler, 
geb. um 1590 im Haag, begraben daselbst den 28. Novem- 
ber 1652. Tatig in Delft (1613 als Meister in die Lukas- 
gilde aufgenommen) und im Haag (1622 in die Gilde auf- 
genommen, spater Stadtbaumeister daselbst), voriibergehend 
in England und in Antwerpen. 

695 Inneres einer Kirche. Hauptschiff einer Kirche im 
Stile der Hochrenaissance, in dem sich eine Prozession 
nach vorn bewegt. 

Die Figuren von Fr. Francken d. J. — Bez. links am Sockel 
des Pfeilers: 



Bassen. Batoni. Beerstraten. Beijeren. 21 



E 






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J Cz^ ' 



Eichenholz, h. 0,53, br. 0,79. — Konigliche Schlosser. 



Batoni. Pompeo Girolamo Batoni (Battoni). 

Romische Schule. — Geb. zu Lucca den 25. Januar 
1708, f zu Rom den 4. Februar 1787. Gebildet 
durch das Studium der alten Meister, besonders 
Correggios. Tatig zu Rom. 

Vermahlung Amors mit Psyche. Amor, von 504 
Hymen geleitet, steckt Psyche den Ring an den 
0^ ^ Finger. Links Venus auf ihrem Taubenwagen, 
, rechts Zephyr auf einer Wolke. Hintergrund Archi- 

^^ tektur mit Ausblick auf die Landschaft. 

• Bez. auf dem Sockel des Bettes wie nebenstehend. 

♦ Leinwand, h. 0,83, br. 1,18. — Konigliche Schlosser. 

"_^ Bazzi. S. Sodoma, 

« c^ Beerstraten. Anthonie Beerstraten (Beerstraa- 

'C ^\ ten). Hollandische Schule. — Lebensverhaltnisse 
"S j,^ unbekannt. Wahrscheinlich Bruder von Jan und 
■t. ^^ Abraham Beerstraten, mit denen er gleichzeitig 
2 ^J (nach den Daten auf seinen Bildern um 1660) zu 
Amsterdam tatig war. 

Winterlandschaft. Auf der Eisflache eines 848B 
• Flusses, der sich durch einen Ort nach dem Hinter- 
^^ grund hin zieht, bewegen sich zahlreiche Schlitt- 
^3 schuhlaufer, Schlitten und Spazierganger. 

C^^ fi"- linlts unten auf einem Brett: ^'r^y^^^ >^ '"" 



Leinwand, h. 0,35, br. 0,54. — Erworben 1853. 

Beijeren. Abraham Hendricksz. van Beijeren. 

Hollandische Schule. — Maler von Stilleben und 



22 Beijeren. Bellegambe. 

Marinen, geb. 1620 oder 1621 im Haag, f zu Alkmaar nach 
1675. Tatig in Leiden (1638), dann im Haag (1639 ^'^ 
1657), in Delft (um 1657), wieder im Haag, in Amsterdam 
(1672) und Alkmaar (seit 1674). 
983A Stilleben. Auf einem Tische mit violetter Decke steht 
ein Romer, rechts davon mehrere Schalen mit Obst, Fischen, 
einer Zitrone und einer Auster, daneben ein Hummer. 



Bez. links an der Tischplatte: 



M^ 



Bis 1872 in der Sammlung Villestraux. 

Leinwand, h. 0,69, br. 0,61. — ■ Sammlung Suermondt, 1874. 

983 D Stilleben. Auf einer holzernen Tischplatte steht ein 
Korb mit zwei Schellfischen, einem Stiick Lachs und Flun- 
dern. Links eine Steinbutte, rechts ein Taschenkrebs. Weiter 
hinten links ein Blecheimer, ganz vorn ein Tuch und ein 
Messer. Brauner Grund. 

Bez. rechts auf dem Tischrand: 

\ Eichenholz, h. 0,75, br. 1,05. — Erworben 1891 in Paris. 

Bellegambe. Jean Bellegambe. Niederlandische Schule. 
— Geb. zu Douai um 1470, urkundlich zuerst 1504 genannt, 
t um 1533. Tatig zu Douai. 
641 Fliigelaltar mit der Darstellung des jiingsten 
Gerichts. Mittelbild: Jiingstes Gericht. Christus als 
Richter auf dem Regenbogen thronend, unter ihm vier zum 
Gericht posaunende Engel. Auf der Erde rechts die Gott- 
losen vom Erzengel Michael in die Verdammnis gestiirzt, 
links die Frommen von zwei Engeln nach links geleitet. — 



Bellegambe. Bellini. 2 3 

Linker Flugel: das Paradies. In einem gro6en Garten 
werden in verschiedenen Gruppen die sieben Werke der 
Barmherzigkeit belohnt. Rechts oben ein schwebender 
Engel mit Schrifttafel und Schliissel. — Rechter Fliigel: die 
Holle. Phantastischer, mit Marterwerkzeugen, Ungetiimen 
und Flammen erfiillter Bau, in dem die sieben Todsiinden 
bestraft werden. In der Hohe ein schwebender Engel, 
bereit, den Hollengrund mit einem grofien Miihlstein zu 
verschliefien; ein zweiter mit einer Schrifttafel. 

Vgl. Dehaisnes, Jean Bellegambe, p. 161 f. 

Eichenholz, Mittelbild h. 2,22, br. 1,78; jedes FlUgelbild h. 2,22, 
br. 0,82. — Sammlung Solly, 182 1. 

Bellini. Gentile Bellini. Venetianische Schule. — Geb. 
zu Padua oder Venedig, vermutlich 1427, f zu Venedig 
den 23. Februar 1507. Schiiler seines Vaters Jacopo Bellini, 
in Padua unter dem Einflusse seines Schwagers Andrea 
Mantegna weiter ausgebildet. Tatig hauptsachlich zu Vene- 
dig, 1479/80 in Konstantinopel am Hofe Mohamets II. und 
kurze Zeit in Rom. 

Maria mit dem Kind und Stiftern. Maria halt, 1180 
etwas nach links gewendet, das mit der Rechten segnende 
Kind, das in der Linken einen Granatapfel halt, auf ihrem 
Arm. Unten die Brustbilder des Stifterpaares im Profil, 
links der Mann, rechts die Frau. Goldgrund. 

Bez. auf dem Sockelfriese des zugehorigen Rahmans : 

OPVS< GENTILIS< BELLINVS *- 

Aus der frtihesten Zeit des Meisters, um 1450. 
Maria Halbfig., die Stifter etwas kleiner. Tempera. Pappelholz, 
h. 0,75, br, 0,46. — Sammlung Solly, 1821. 

Bellini. Giovanni Bellini. Venetianische Schule. — Geb. 
zu Padua oder Venedig um 1428, f zu Venedig den 29. No- 
vember 1 5 16. Schiiler seines Vaters Jacopo, in Padua 
(zwischen 1450 und 1462) unter dem Einflusse seines Schwa- 
gers Andrea Mantegna weiter gebildet. Tatig in Venedig, 
wo er sich (seit 1474) nach dem Vorgange des Antonello 
da Messina der Olmalerei zuwandte. 

Maria mit dem Kinde. Maria halt, nach links ge- 10 
wendet, das segnende Kind mit beiden Handen. Goldgrund. 



24 



Bellini. 



Eine ganz ahnliche Darstellung, ebenfalls Original, in der Galerie 

zu Bergamo. Eine Schulkopie in der stadtischen Sammlung zu Treviso. 

Maria Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,54, br. 0,42. 

— Sammlung Solly, 1821. 

lOA Maria mit dem Kinde. Maria, hinter einer Briistung 
stehend, den Kopf etwas nach rechts geneigt, halt mit beiden 
Handen das mit einem dunklen Hemdchen bekleidete Kind, 
das die Finger der Linken in den Mund steckt. Hinter- 
grund roter Vorhang. 

Bez. unten auf der Briistung: 

lOANNES B^XLlNVS^P^ 

Aus der fruheren Zeit des Meisters. 

Maria Halbfig. Tempera. Pappelholz, h. 0,755, br. 0,53. — Er- 
worben 1905. 

11 Maria mit dem Kinde. Maria, geradeaus blickend, 

umfafit mit der Rechten das nackte Kind, das, in der Linken 
eine Birne haltend, vor ihr auf einer steinernen Briistung 
steht. Hinter Maria ein schmaler roter Vorhang, zu dessen 
Seiten Ausblick in die Landschaft. 
Bez. auf der Briistung: 

lOANNES BELLINV^' 

Zwei ahnliche Madonnen in der Akademie zu Venedig (Nr. 94 
mit der Jahreszahl 1487). 

Maria Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,77, br. 0,56. 

— Sammlung Solly, 182 1. 

28 Der tote Christus mit Engeln. Christus aufrecht 
sitzend, von vorn gesehen, das Haupt nach rechts geneigt, 
wird von zwei trauernden Engeln gestiitzt, die sich in 
halber Figur iiber einer hellroten Draperie erheben. Hinter- 
grund Himmel. 

Aus des Meisters friiherer Zeit und unter dem Einflusse des An- 
drea Mantegna (um 1460 — 1464)- 

Christus bis zum Knie. Tempera. Pappelholz, h. 0,82, br. 0,66. 

— Sammlung Solly, 182 1. 

1177 Maria mit dem Kinde. Maria halt, das Haupt nach 
links gewendet, mit beiden Handen das Kind, das vor ihr 
auf einer Briistung steht und zu ihr emporblickt. Im Grunde 
bergige Landschaft. 



Bellini. 25 

Eine der friihesten Arbeiten des Meisters. 

Maria Halbfig. Tempera. Pappelholz, h. 0,67, br. 0,49. — Samm- 
lung Solly, 1 82 1. 

Die Auferstehung Christi. In der Hohe schwebt 1177A 
der auferstandene Christus mit der Siegesfahne in der Linken, 
die Rechte segnend erhoben. Links unten das leere Felsen- 
grab. In der Mitte neben der Grabestiir schlummert sitzend 
ein jugendlicher Soldat, ein zweiter schlaft zu seinen FiiiJen 
am Boden liegend. Ganz links steht ein dritter, der stau- 
nend zu Chiistus emporblickt. Rechts weiter zuriick ein 
vierter Wachter. Im Mittelgrunde nahen die drei Marien 
dem Grab. In der Feme Hiigellandschaft mit einem Stadt- 
chen (wohl Monselice). Am Horizont strahlt die Morgen- 
rote auf. In der Landschaft vielerlei Getier. 

Aus der mittleren, noch von Mantegna beeinflufiten Zeit des Meisters 
(vor 1478). Gemalt fiir die Kirche S. Michele di Murano vor Venedig 
und zuerst erwahnt bei Franc. Sansovino, spater von Ridolfi beschrieben 
als »Cima«. Erst wahrscheinlich bei Aufhebung des Klosters (iSlo) 
wurde das Bild veraufiert und kam in den Besitz des Conte Roncalli 
zu Bergamo. Die Figur des sitzenden Soldaten kommt auf einem Stich 
vor, der dem Mocetto zugeschrieben wird. 

Pappelholz, h. 1,48, br. 1,28. — Erworben 1903. 

Bellini. Kopienach Giovanni Bellini. VenetianischeSchule. 

Darstellung Christi im Tempel. Maria zur Linken 36 
stehend, reicht nach rechts dem Simeon das Kind dar, das 
sich zur Mutter zuriickwendet. Zwischen beiden etwas zuriick- 
stehend Joseph. Links hinter Maria eine Frau. Schwarzer 
Grund. 

Ebemals dem Gio. Bellini selbst zugeschrieben. Nach Crowe & Caval- 
caselle Kopie von Gio. Mansueti. Unter den vielen Wiederholungen 
dieser Darstellung, denen wohl ein verloren gegangenes Original 
Bellinis zugrunde liegt, die beste im Museo civico (Correr) zu Venedig. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,72, br. 1,02. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Bellini. Schule des Giovanni Bellini. VenetianischeSchule. 

Segnender Christus. Christus, von vorn gesehen, in 3 
der Linken ein Buch haltend, erteilt mit der Rechten den 
Segen. Hintergrund Landschaft und Himmel. 

Ein nahe verwandtes Bild mit der ganzen Figur Christi in der 
Galerie zu Dresden, dem Cima zugeschrieben. 

Kniefig. Pappelholz, h. 1,04, br. 0,87. — Sammlung Solly, 1821. 



26 Bellini. Benozzo. Berchem. 

12 Bildnis zweier junger venetianischer Edelleute. 
Beide bartlos, mit schwarzen Mtitzen und in pelzverbramten 
Schauben. Der alt^re zur Linken nach rechts gewendet, 
rechts der jiingere nach links blickend. Dunkler Grund, 

Eine spatere Wiederholung des Bildes im Louvre, mit dem Unter- 
schiede, dafl hier die Figuren ihre Platze getauscht haben und mit land- 
schaftlichem Hintergrunde. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,43, br. 0,61. — Sammlung Solly, 1821, 

Belotto. S. Canaletto. 

Beltraffio. S. Boltraffio. 

Benozzo. Benozzo Gozzoli, eigentlich Benozzo di Lese 
di Sandro. Florentinische Schule. — Geb. 1420 zu Florenz, 
f 1498 zu Pisa. Zuerst als Goldschmied und Erzbildner 
Gehilfe des Lorenzo Ghiberti (1444); als Maler Schiiler des 
Fra Giovanni da Fiesole und dessen Gehilfe; 1446 in Rom, 
1447 in Orvieto. Tatig zu Montefaico (1449 bis um 1455), 
kurze Zeit in Perugia (1456) und Rom (1458), zu Florenz 
(1459 — 1462), in S. Gimignano (1463 bis um 1468) und vor- 
nehmlich in Pisa (1469 — 1485 oder noch langer). 
60B Maria mit dem Kinde. Maria, auf einem Polster 
sitzend, halt das Kind auf dem Schofie. Links die hi. Mag- 
dalena, rechts die hi. Martha. Hinter Maria halten zwei 
Engel einen Vorhang aus gemustertem Goldstoff empor. 

Ganz verwandt der 1450 datierten Altartafel des Meisters, die 
Gurtelspende darstellend (in der Sammlung des Laterans zu Rom). 
— Stammt aus der Nabe von Perugia. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,59, br. 0,36. — Erworben 1883 von 
A. Castellani in Rom. 

Berchem. Nicolaes (Claes) Pietersz. Berchem oder 
Berghem. Zeichnet sich bisweilen auch Berrighem. Hol- 
landische Schule. — Maler und Radierer, getauft zu Haar- 
lem den I. Oktober 1620, f zu Amsterdam den 18. Februar 
1683. Schiiler seines Vaters Pieter Claesz., spater des P. 
de Grebber und J. Wils in Haarlem, des N. Moeijaert und 
J. B. Weenix in Amsterdam. Nach einem Aufenthalt in 
Italien tatig in Haarlem seit 1642 und spater in Amsterdam. 
836 Diistere Winterlandschaft. Auf der Eisflache eines 
Flusses vorn rechts zwei Packpferde vor einem Futtertroge, 
Jager, Schlittschuhlaufer, weiter links ein Knabe, der 
ein Madchen Schlitten fahrt, und zwei Wascherinnen. Links 



Berchem. Bergen. Berthold. 27 

weiter zuruck am steilen schneebedeckten Ufer eine Wind- 
muhle und Holzhutten, zu denen eine hohe Briicke fiihrt. 
In der Feme rechts ein qualmender Kalkofen. 
Bez. links unten in der Ecke: 




Ein ahnliches, aber kleineres Bild bei Sir F. Cook in Richmond. 

Eichenholz, h. 0,48, br. 0,69. — Konigliche Schlosser. 

Der Halt vor dem Wirtshause. Vor einem italieni- 890 
schen Wirtshaus halt ein zweispanniger Karren, dessen Fuhr- 
mann der Wirt einen Trunk reicht. Ganz rechts auf einer 
Bank am Haus ein Hirt, vor ihm am Boden liegend ein 
Hund. 

Bez. an dem Gesimse der Hausture: 



j^tcckeii 



neiih * 

Leinwand, h. 0,32, br. 0,37. — Konigliche Schlosser. 

Bergen. Dirck van Bergen oder Berghen oder van den 
Bergen. Hollandische Schule. — Geb. zu Haarlem um 1640. 
Daselbst tatig 1661 — 1690 nach den Daten auf seinen Bildern, 
zeitweilig auch in London. Nachfolger^ des Adriaen van 
de Velde. 

Tierstuck. Italienische Landschaft mit Ruinen, vor 860 
denen eine Bauerin eine Kuh melkt, iiber deren Riicken 
eine andere von hinten den Kopf legt. 

GegenstUck zu Nr. 862. 

Eichenholz, h. 0,19, br. 0,26. — Erworben 1843 aus der Sammlung 
Reimer zu Berlin. 

Tierstuck. Italienische Landschaft mit Vieh, das von 862 
einer ihr Kind saugenden Hirtin gehiitet wird. 

GegenstUck von Nr. 860. 

Eichenholz, b. 0,19, br. 0,26. — Erworben 1843 *"s der Sammlung 
Reimer zu Berlin. 

Bernardo. S. Daddi. 

Berthold. Meister Berthold. Deutsche Schule. — Maler 
und Bildschnitzer, tatig in den ersten Jahrzehnten des 15. 
Jahrhunderts in Niirnberg. Von ihm wahrscheinlich der 
Imhofsche Altar in der S. Lorenzkirche zu Niirnberg. Haupt- 



28 Berthold. Bertucci. 

meister der alten Niirnberger Schule. Vgl. Thode, »Nurn- 
berger Malerschule«, S. 24 ff. Neuerdings identifiziert mit 
Berchtold Landauer (f zwischen 1430 und 1432). 

1207 — 1210 Zwei Altarflugel mit Innen- und Aufienbildern. 
Die Tafeln sind jetzt auseinandergesagt, so dafi die vier Bilder 
nebeneinander hangen. (Aufgestellt in der Abteilung der 
deutschen Bildwerke.) 

1208 Linkes Aulienbild. Maria mit dem Kinde. Maria, 
eine goldene Krone auf dem Haupt, halt auf dem linken 
Arme das Kind und in der Rechten einen Apfel. Dunkler 
Grund mit goldenen Sternen. 

1209 Rechtes Aufienbild. Der hi. Petrus Martyr. Der 
Heilige, auf dem Scheitel die Todeswunde, halt in der 
Rechten das Schwert, in der Linken einen Stab. Dunkler 
Grund mit goldenen Sternen. 

1207 Linkes Innenbild. Die hi. Elisabeth von Thurin- 
gen. Die Heilige, unter einem gotischen Baldachin stehend, 
reicht einem Kriippel (Figur in kleinem Mafistab) ein Brot, 
wahrend sie andere Brote im linken Arm tragt. Goldgrund. 

1210 Rechtes Innenbild. Johannes der Taufer. Der 
Taufer, unter einem gotischen Baldachin stehend, zeigt mit 
der Rechten auf das Lamm mit der Siegesfahne, das er auf 
einem Buch in seiner Linken tragt. Goldgrund. 

Auf den AuBenbildern die Wappen der Niirnberger Familien 
Deichsler (links) und Zeuner (rechts). Nach einer handschriftlichen 
Notiz Waagens stammen die FlUgel von einem Altar in der vormaligen 
Dominikanerkirche zu Niimberg, den ein Berchtold Deichsler (f 141 8 
Oder 1419) gestiftet hatte; ein Brett von dem geschnitzten Mittelstlick 
des Altars enthielt den Namen »Berchtold Deychsler«. Dagegen er- 
klart Waagen in seinem Handbuch, dafi nach urkundlicher Nachricht 
die Familie Deichsler jenen Altar im J. 1400 in die jetzt abgetragene 
Katharinenkirche zu Ntirnberg, in der auch v. Murr einen von den 
Deichsler gestifteten Altar anfiihrt, gestiftet habe. — Der dunkle Grund 
mit den goldenen Sternen gehort einer alteren Restauration an. 

Weifltannenholz, je h. 1,57, br. 0,37. — Erworben 1844. 

Bertucci. Giovanni Battista Bertucci, gen. Giovanni 
Battista da Faenza. Umbrische Schule. — Geb. zu Faenza, 
urkundlich daselbst zuerst 1503 erwahnt, tatig um 1503 bis 
1 5 16 in Faenza. Bildete sich unter dem Einflusse von Pe- 
rugino und Pinturicchio. 



Bertucci. Bissolo. Bizamano. 



29 



Anbetung der Konige. Vor einer Ruine sitzt Maria 132 
mit dem Kinde, dem die Magier ihre Geschenke darbringen; 
zur Linken hinter Maria steht Joseph. Vorn links der kniende 
Stifter (aus der Familie Manzolini zu Faenza). Im Grunde 
bergige Landschaft mit dem Gefolge der drei Konige. 

Fiir die Familie Manzolini gemalt und ursprUnglich in S. Caterina 
zu Faenza. Die FlUgelbilder mit den Darstellungen Johannis d. T. 
und der Magdalena in der Galerie zu Faenza, die Lunette 1902 auf 
der Versteigerung Guidi zu Rom. — Zeichnung zu dem Bild im kgl. 
Kupferslichkabinett zu Berlin (Sammlung von Beckerath). Kopie bez. 
B. 1 52 1 auf der Auktion Heberle in Koln 1901 (aus Villa Dahm zu 
Godesberg). 

Pappelholz, h. 2,15, br. 2,63. — Sammlung Solly, 1821. 

Betfi. S. Pinturicchio. 
Bianchi. S. Ferrari. 
Bigio. S. Francia. 

Bissolo. Francesco Bissolo (Bissuolo). Venetianische 
Schule. — Geburtsjahr unbekannt, f den 2. April 1554. 
Angeblich von Geburt Trevisaner. Schiiler des Giovanni 
Bellini. Tatig zu Venedig, seit 1492 (in diesem Jahr im 
grofien Ratssaale des Dogenpalastes beschaftigt, wahrschein- 
lich als Vergolder). 

Auferstehung Christi. Christus mit der Siegesfahne 43 
steht segnend auf der Grabesplatte; vor und hinter dem 
Grabe ruht je ein Wachter. Hintergrund Landschaft in 
Morgenbeleuchtung mit der gelagerten Figur eines der 
Wachter als Staffage. 

Pappelholz, h. 1,82, br. 0,86. — Sammlung Solly, 182 1. 

Bissolo. (Falschlich so genannt.) S. Inganatis. 

Bizamano. Angelo Bizamano von Otranto. Byzantinische 
Schule. — Tatig um 1500. 

Kreuzabnahme. Simon von Kyrene und Johannes 1062 
nehmen den Leichnam Christi vom Kreuz, wahrend Niko- 
demus den Nagel aus der Linken zieht. Am Fufie des 
Kreuzes sitzt die trauernde Magdalena, links kauert Maria 
am Boden, neben ihr drei Frauen trSstend und wehklagend. 
Rechts weiter zuruck Joseph von Arimathia. Hintergrund 
bergige Landschaft. 



30 



Bizamano. Bles. Boccati. 



Auf der RUckseite der Tafel abgekQrzt: 'in hoc signo vinces' und 
die Inschrift: Angelus Bizamanus Pinxit In Hotranto. 

Tempera. Tannenholz, h. 0,23, br. 0,18. — Erworben 1832. 

Bles. Herri (Hendrik) met de Bles, in Italian gen. 
Civetta, nach dem Zeichen auf seinen Bildern, einem Kauz- 
chen. Niederlandische Schule. — Geb. zu Bouvignes bei 
Dinant um 1480, f gegen 1550. Unter dem Einflusse Patinirs 
ausgebildet, als dessen Schiiler ihn K. van Mander nennt. 
Nach einem Aufenthalt in Italian tatig in den Nieder- 
landen (1521 in Mecheln). 
624 Bles? Bildnis eines jungen Mannes. Von vorn 
gesehen. In schwarzem Barett, griinem Unterkleide mit 
roten Armeln und schwarzer Pelzschaube; in der Linken 
einige Veilchen. Hintergrund Landschaft. 

Bez. mit \m dem Kauzchen auf einem Baume rechts im 



^feabf 



Grunde. — Ein ganz verwandtes Bildnis, ebenfalls mit landschaftlichem 
Grunde, von derselben Hand, befindet sich im Louvre (II, Nr. 607), 
dort als »unbekannt« aufgefuhrt. — Trotz der Signatur ist die Autor- 
schaft des Bles hochst zweifelhaft. 

Brustbild in V3 Lebensgr. Eichenholz, h. 0,48, br. 0,35. — Er- 
worben 1843 aus der Sammlung Reimer zu Berlin. 

Boccati. Giovanni Boccati, eigentl. Giovanni di Pier- 
Matteo d'Antonio d'Annutio. Umbrische Schule. — Geb. 
zu Camerino, Geburts- und Todesdatum unbekannt. Ge- 
bildet unter dem Einflusse Piero della Francescas und 
Benozzo Gozzolis. Tatig hauptsachlich in Perugia, wo er 
1445 in die Malerzunft aufgenommen wird. 
1616 Die drei Erzengel mit dem kleinen Tobias. Die 
drei Erzengel stehen nebeneinander, links Michael in blauem 
Gewande mit aufgestutztem Schwert; in der Mitte Raphael 
in rotem Gewand, in der Rechten einen Lilienzweig, den 
kleinen Tobias mit dem Fische links hinter sich; rechts 
Gabriel in weifiem Untergewand und olivgriinem Mantel 
aus einem Spruchbande lesend. Auf dem grauen Boden 
eine grofitenteils verloschte Unterschrift, beginnend: AN- 
GLIVS. Schwarzer Grund. 

In Stil und Typen mit dem 1447 bezeichneten GemSlde Boccatis 
in der Pinakothek von Perugia Ubereinstimmend. 



Bohmische und Bohmisch-Schlesische Schule. 



31 



Pappelholz, h. 0,37, br. 0,25. — Stammt aus dem Nachlasse des 
Geh. Medizinalrates Schroder, der es in Ferrara erwarb. — Eigen- 
tum des Herrn Geheimrat Bode (leihweise ausgestellt). 

Bohmische Schule um 1350. 

Maria mit dem Kind und einem Stifter (Erz- 1624 
bischof Ernst von Prag [f 1364]). Etwas nach links 
gewendet sitzt auf reichem gotischen Throne Maria mit 
dem Kind auf dem SchoC und Zepter und Reichsapfel 
in den Handen. Links unten kniet in Verehrung als 
Stifter der Erzbischof von Prag (in kleinerem MaiJstab). 
In der Architektur des Thrones sieben Engel; einer von 
ihnen halt eine Krone iiber dem Haupte der Jungfrau, 
rechts und links halten zwei andere einen Vorhang. Gold- 
grund. 

Nach einer Notiz auf der Ruckseite von der Hand des Historien- 
malers Ludwig Bittner in Glatz (i. Halfte des 19. Jahrh.) stammt das 
Bild aus der Minoritenklosterkirche auf dem Sand zu Glatz, wohin es, 
wahrscheinlich als Geschenk Ernsts, des ersten Erzbischofs von Prag, 
der in der Stadtpfarrkirche zu Glatz begraben liegt, um 1350 gelangte. 
Tempera. Pappelholz, h. 1,86, br. 0,95. — Erworben 1902 aus 
dem Gymnasium zu Glatz. — Eigentum des Kaiser Friedrich- 
Museums - Vereins. — Aufgestellt in der Abteilung der 
deutschen Bildwerke. 

Bohmisch-Schlesische Schule um 1400. 

Kreuzigung. Unter dem Gekreuzigten zur Linken die 1219 
zusammensinkende Maria, von Johannes gehalten, weiter 
links eine andere hi. Frau; mehr zuriick drei Reiter. Vorn 
rechts wiirfeln fiinf Kriegsknechte um den Rock Christi; 
ein sechster reicht Christus den Schwamm dar. Weiter 
hinten der auf Christus deutende Hauptmann mit zwei Be- 
gleitern zu Pferde. 

GegenstUck zu Nr. 122 1. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,30, br. 0,23. — Erworben 1841. — 
Aufgestellt in der Abteilung der deutschen Bildwerke. 

Verspottung Christi, Christus sitzt nach links ge- 1221 
wandt auf einem steinernen Throne; rings um ihn Juden 
und Kriegsknechte, die ihn als ihren Konig verspotten. 
Einer driickt ihm von hinten mit einem Stocke die Domen- 
krone auf. 



72 BOhmisch-Schlesische Scbule. Bois. Boel. Bol. 

GegenstUck von Nr. 1219. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,30, br. 0,23. — Erworben 1841. — 
Aufgestellt in der Abteilung der deutschen Bildwerke. 

Bois. Guillam (Willem) du Bois. Hollandische Schule. 
— Landschaftsmaler, 1646 in die Gilde zu Haarlem auf- 
genommen, begraben daselbst den 7. Juli 1660. Tatig zu 
Haarlem nach einer Studienreise durch Deutschland. 

1038 Ansicht eines waldreichen Flufitales. Vom rechts 
am Flusse zwei Reiter auf einem Saumpfad; auf dem jen- 
seitigen Ufer und der dahinter sich erhebenden Anhohe 
einige Gehofte. 

Bez. rechts unten auf einem Stein: 

CbBots 

Leinwand, h. 0,58, br. 0,88. — Erworben 1843 aus der Sammlung 
Reimer zu Berlin. 

Boel. Pieter Boel. Vlamische Schule. — Maler und 
Radierer, getauft den 22. Oktober 1622 zu Antwerpen, 
t den 3. September 1674 in Paris. Unter dem Einflusse 
des Jan Fyt gebildet. Nach einer italienischen Reise tatig 
in Antwerpen (daselbst 1668 zuletzt genannt), spater in der 
Koniglichen Gobelinsmanufaktur zu Paris. 
883D Stilleben. Auf einem Steinblock liegt ein toter Hase, 
dessen Kopf vom herabhangt, links eine Wildente, darauf ein 
Rebhuhn. Rechts vier kleinere Vogel, zu denen von rechts 
eine Katze heranschleicht. Dunkler Grund. 



Bez. links am Stein: 1"^' 



J. p. 



Leinwand, h. 0,64, br. 0,805. — Erworben 1904. Sammlung 
A. Thiem. 

Bol. Ferdinand Bol. Hollandische Schule. — Maler 
und Radierer, getauft zu Dordrecht den 24. Juni 161 6, be- 
graben zu Amsterdam den 24. Juli 1680. Schiller Rem- 
brandts zu Amsterdam. Tatig zu Amsterdam (schon vor 1640). 
809 Bildnis einer alteren Dame. Nach links gewendet 
und auf den Beschauer blickend. In schwarzem Kleide, mit 



Bol. 



33 



weifier Haube, breitem Miihlsteinkragen und Manschetten. 
In der Linken ein Taschentuch. Grauer Grund. 
Bez. links im Grunde: 




Halbfig. Leinwand, h. 0,87, br. 0,67. — Erworben 1843 aus der 
Sammlung Reimer zu Berlin. 

Bol? Brustbild eines jungen Mannes. Fast von 809A 
vorn gesehen, das Haupt nach links, den Blick nach unten 
gewendet. Das lange Haar, von einem Stirnreif zusammen- 
gehalten, fallt auf einen weiten Mantel, den er iiber der 
Brust mit der Linken zusammenfafit. Grauer Grund. 

Das Bild stellt wahrscheinlich eine alttestamentliche Figur (viel- 
leicht Konig David) dar. — Unter der falschen Inschrift: Fd. Bol. 1651 
(ira Grunde rechts unten) sind Uberreste einer echten alten Inschrift 
sichtbar. Das Bild ist fUr F. Bol zu gering, vielmehr im Charakter 
Gerard de Wets oder eines ahnlichen Rembrandtschtilers. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,76, br. 0,65. — Sammlung Suermondt, 
1874. 

Bol. Hans Bol. Niederlandische Schule. — Maler (vor- 
zugsweise in Wasserfarbe), Zeichner und Radierer, geb. zu 
Mecheln den 16. Dezember 1534, f zu Amsterdam den 
20. November 1593. Schiiler der Briider seines Vaters, Jan 
und Jacob Bol. Nach langeren Reisen in Deutschland und 
einem Aufenthalt in Heidelberg seit 1560 in Mecheln tatig, 
dann vomehmlich in Antwerpen (1574 — 1584) und spater 
in Amsterdam. 

Dorfansicht. Gruppen von allerlei Volk beleben die 650A 
Dorfstrafien. Links wird ein Verbrecher unter Geleit von 

Verz. d. Geic&tde. 1 



34 BoJ- Boltraffio. Bonifacio. Bonsignori. 

Soldaten zur Richtstatt geschleift. Vor dem Wirtshause 
Zuschauer, Bettler und streitende Bauem. 

Dieselbe Darstellung, aber grofler, im Bohmischen Museum zu Prag. 

Eichenholz, h. 0,25, br. 0,36. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Andere Arbeiten Bols in Wasserfarben s. unter 
den Miniaturen am Schlusse des Kataloges. 

Boltraffio. Giovanni Antonio Boltraffio oder Beltraffio. 
Mailandische Schule. — Geb. zu Mailand 1467, f daselbst 
den 15. Juni 15 16 (nach seiner Grabschrift im Alter von 
49 Jahren). Schiller Lionardo da Vincis. Tatig zumeist 
in Mailand, wahrscheinlich auch einige Zeit in Bologna. 
207 Die hi. Barbara. In beiden Handen den Kelch haltend 
steht die Heilige, von vorn gesehen, in bergiger Landschaft; 
links weiter zuriick der Turm. 

Aus S. Satiro in Mailand. Urkundlich 1 502 in Auftrag gegeben. 

Pappelholz, h. 1,70, br. 1,1 1. — Sammlung Solly, 1821. 

Bonfigli. S. Buonfigli. 

Bonifacio. Bonifacio Veneziano, eigentlich Bonifacio de' 
Pitati da Verona. Venetianische Schule. — Geb. 1487 zu 
Verona, f den 19. Oktober 1553 zu Venedig. Schiller 
Palma Vecchios. Tatig namentlich in Venedig (seit 
1505)- 
S. 10 Allegoric. Unter einer Baumgruppe sitzt eine junge 
Frau, ein Szepter in der Linken, die ein von links heran- 
tretender Jiingling, der eine Laute in der Linken halt, mit 
einem Blatterkranze kront. Links im Hintergrunde der 
Landschaft eine junge Frau und zwei Manner musizierend. 

Gegenstlick zu Nr. S. 11. 

Leinwand, oval, h. 0,17, br. 0,47. — Sammlung James 
Simon. Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

S. 11 Allegorie. In reicher Landschaft sitzt eine junge Frau, 
einen Blatterkranz im Schofie. Links steht ein Jiingling, 
ein Laubgewinde in den Handen. Rechts, weiter zuriick 
ein Liebespaar, auf dem See im Hintergrund eine Barke. 

GegenstUck von Nr. S. 10, mit dem es wohl den Einsatz eines 
Mobels bildete. 

Leinwand, oval, h. 0,17, br. 0,47, — Sammlung James 
Simon. Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

Bonsignori. Francesco Bonsignori. Schule von Verona. 
— Nach Vasari geb. zu Verona 1455, f zu Caldiero bei 



Bonsignori. Bonzi. Bordone. ie 

Verona 15 19. Schiiler oder Nachfolger des Liberale, spater 
von Mantegna in Mantua beeinflufit. Tatig in Verona und 
seit 1495, vielleicht auch schon friiher, am Hofe der Gonzaga 
in Mantua. 

Der hi. Sebastian. Der Heilige steht, die Lenden 46C 
mit einem weifien Tuch umgiirtet und von drei Pfeilen 
durchbohrt, mit iiber dem Kopf gekreuzten Armen an einen 
Baum gefesselt und blickt nach links oben. Im Hinter- 
grunde links Felsen, rechts eine befestigte Stadt (Verona?) an 
einem Flusse. 

Rechts unten ein Zettel mit dem Namen des Stifters und der nicht 
mebr ganz deutlichen Jahreszahl: Zoane Batista de Antonjo Banbasato 
a fato fare 1495 (0- 

Leimfarbe. Leinwand, h. 1,52, br. 0,73. — Erworben 1887 in 
Florenz. 

Bonvicino. S. Moretto. 

Bonzi. Pietro Paolo Bonzi, gen. il Gobbo da Cortona, 
auch de' Carracci oder dalle Frutta. Schule von Bologna. 
— Besonders Maler von Landschaften und Stilleben, auch 
Radierer, geb. zu Rom um 1575, f 60 Jahre alt zu Rom 
unter Urban VIII. (1623 — 44). 1633 noch urkundlich er- 
wahnt. Schiiler des Gio. Batt. Viola und vermutlich der 
Carracci. Tatig zu Rom. 

Bursche mit Melone. In braunrotem, mit Pelz ver- 366 
bramtem Gewande, nach links gewendet, und auf den Be- 
schauer blickend, eine Wassermelone in den Handen haltend. 
Dunkler Grund. ,. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,74, br. 0,61. — Sammlung Giustiniani, 
1815. 

Bordone. Paris Bordone. Venetianische Schule. — 
Getauft zu Treviso den 5. Juli 1500, f zu Venedig den 
19. Januar 1571. Schiiler Tizians. Tatig hauptsachlich in 
Venedig, ferner in Treviso und Vicenza, Crema, Genua 
und Turin; in Paris (1538 bis 1540) und Augsburg (um 
1540). Vermutlich 1559 zum zweiten Male nach Paris berufen. 

Die Schachspieler. Bildnis zweier Manner in reicher 169 
Landschaft; beide, in schwarzer Kleidung, an einem teppich- 
bedeckten Tische sitzend, spielen Schach. Der zur Rechten 
tut einen Zug, den Blick auf den Beschauer gerichtet, der 
anc^ere stiitzt nachdenklich das Kinn in die Hand. Im 

3* 



9^ Bordone. Borgognone. 

Mittelgrunde links eine Saulenhalle, rechts hiigelige Land- 
schaft, in der vier Kartenspieler sitzen. 
Bez. unten auf der Briistung: 

O .PARIS B- 

Leinwand, h. 1, 12, br. 1,81. — Konigliche Schlbsser. 
191 Thronende Maria mit dem Kind und vier Heilige. 
Unter offenem Bogen thront Maria und halt dem auf ihrem 
Schofie stehenden Kinde mit der Linken eine Frucht vor. 
Zur Linken Gregor der Grofie und der hi. Jakobus d. A., 
rechts der an eine Saule gefesselte hi. Sebastian und die 
hi. Katharina. In der Mitte auf den Stufen zwei spielende 
Engelkinder und in den Wolken vier Cherubimkopfchen. 
Hintergrund Himmel. 

Aus der Kirche S. Maria de' Batuti zu Belluno und wahrscheinlich 
die eine der beiden von Vasari geruhmten Altartafeln aus Belluno 
(»che sono bellissime«). 

Pappelholz, oben rund, h. 2,96, br. 1,79. — Sammlung Solly, 
1821. — Aufgestellt in der Basilika. 

156 Mannliches Bildnis. Von vorn gesehen, den Kopf 
etwas nach rechts gewendet. In schwarzer Kleidung mit 
schwarzem Barett, den Arm auf einen Tisch mit griiner 
Decke gestiitzt. Grund eine Nische, daneben ein antikes 
Relief. 

Halbfig. Leinwand, h, 0,86, br. 0,87. — Erworben 1841/42 in 
Italien. 

195 , Bordone? Der hi. Sebastian. Der an die Saule ge- 
fesselte Heilige steht auf antiken Bautriimmern und blickt 
zu dem mit der Martyrerkrone von links oben herabschwe- 
benden Engel empor. Im Mittelgrunde zahlreiche Bauten 
Roms in willkiirlicher Zusammenstellung, abziehende Sol- 
daten und Zuschauer. 

Das Wappen ist dasjenige der Lumago, eines lombardischen Ge- 
schlechts. — Eine geringere Wiederholung, »Schule des Giorgione« 
benannt, in der Ambrosiana zu Mailand. 

Leinwand, h. 1,53, br. 0,99. — Sammlung Solly, 182 1. 

Borgognone. Ambrogio di Stefano da Fossano, gen. 
Borgognone. Zeichnet sich zumeist Ambrosius Bergognonis. 
Mailandische Schule. — Geb. zu Mailand um 1450, f da- 
selbst, wahrscheinlich an der Pest, 1523 (das letzte datierte 



Borgognone. Bosch, 



^^ 



Bild von 1522). Vermutlich Schiiler Vincenzo Foppas d. A. 
Tatig namentlich in Mailand, aufierdem in Pavia und der 
nahegelegenen Certosa (i486 bis 1494), in Lodi (1497) und 
Bergamo (um 1508). 

Thronende Maria mit dem Kinde. Maria halt das 51 
segnende Kind auf dem Schofie; zu ihren Seiten zwei 
kleine anbetende Engel. An dem vergoldeten Throne 
Reliefdarstellungen : in der Nische Moses mit den Gesetzes- 
tafeln; auf dem Sockel Mannaregen und Moses, das Wasser 
aus dem Felsen schlagend; auf den Pfeilern Propheten- 
figuren. 

Um 1490 — 1500 gemalt. 

Fig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, oben rund, h. 1,19, br. 0,54. 
— Sammlung Solly, 182 1. 

Thronende Maria mit dem Kind und zweiHeilige. 52 
Maria sitzt mit dem Kind unter einem Baldachin von gold- 
gemustertem Stoffe; zur Linken Johannes der Taufer mit dem 
Lamm, zur Rechten der hi. Ambrosius. In der Luft zu 
beiden Seiten je vier schwebende Engel. In der Land- 
schaft rechts eine Schlacht, in der Ambrosius zu Pferd in 
den Wolken erscheint. 

Bez. unten auf einem Blattchen: 



Aus der spSteren Zeit des Meisters, um 1505— 1510. — Vennut- 
lich ehemals im Oratorium von S. Liberata zu Mailand. 

Pappelholz, h. 1,82, br, 1,33. — Sammlung Solly, 182 1. 

Bosch. Hieronymus van Aeken gen. Hieronymus Bosch. 

Hollandische Schule. — Geb. um 1462 zu Herzogenbusch, 
f daselbst 15 16. Tatig zu Herzogenbusch. 

Der hi. Antonius. Jenseits eines von Felsen um- 1647 
gebenen kleinen Sees sitzt der Heilige, in der Rechten den 



38 Bosch. Botticelli. 

Kriickstock, in einem Buche lesend, das vor ihm auf einem 
Felsblock liegt. Ein froschahnliches Wesen greift mit langen 
Fiihlern nach dem Buch. Im Vordergrunde und auf dem 
See phantastische Ungetume, weiter hinten ein brennendes 
Haus. Hintergrund Landschaft mit einer Stadt. 

Eichenholz, oben rund, h. 0,40, br. 0,265. — Erworben 1904 aus 
englischem Privatbesitz als Geschenk des Herrn Franz v. Mendelssohn. 

Bosch. Hieronymus Bosch. S. auch Cranach d. A., 

Kopie nach H. Bosch. 

Bosch. Pieter van den Bosch (Bos). Hollandische 
Schule. — Genre- und Stillebenmaler, geb. um 1613 in 
Amsterdam, hier verheiratet und ansassig noch im Jahre 
1660. In seinen friiheren Bildern, bis gegen 1645, dem 
Gerard Dou, in seinen spateren dem Nicolaes Maes ver- 
wandt. (Vgl. Bode-Bredius, Jahrb. d. k. p. Ksts. XIV. 1893, 
S. 41 ff.) 
854C Die SpitzenklQpplerin. In einem dammerigen Ge- 
mache sitzt vor einem Schrank eine jungere Frau in zinnober- 
roter Jacke, schwarzem Rock und weiOer Schiirze, weifiem 
Kragen und Haubchen, iiber das Kloppelkissen geneigt, das 
auf ihren Knieen liegt. Ihr groCer Strohhut mit hellblauer 
Schleife hangt iiber ihren Schofi herunter. Rechts neben 
ihr auf dem Boden ein »stoofje« (Kohlenbecken) mit Garn- 
kasten und einem Kloppelstock, links ein Spinnrad. 

Eichenholz, h. 0,20, br. 0,145. — Erworben 1892 aus der Samm- 
lung Lawrence. 

1011 Die Kochin beim Putzen. In einer hohen Kiiche 
ist vorn eine Frau beschaftigt, auf einer Tonne einen Zinn- 
krug zu putzen. Vor ihr am Boden Zinn- und Messing- 
geschirr, sowie Kiichengerat. An der Wand ein gefiochtener 
Korb mit Wasche. Im Grund ein grofier Kamin und ein 
Fenster. 

Ehemals irrtumlich Slingeland zugeschrieben, weil der Restaurator 
das unten rechts angebrachte Monogramm ubergangen und in P. v. S. 
geandert hatte. Urspriinglich lautete die Inschrift: P. v. Bos. Vgl. 
Bode, Jahrb. d. k. p. Ksts. Bd. XIV, S. 42. 

Auf der Riickseite bezeichnet in alter Schrift: Pieter van den Bosch. 

Eichenholz, h. 0,32, br. 0,25. — Konigliche Schlosser. 

Botticelli. Sandro di Mariano Filipepi gen. Botticelli. 

Florentinische Schule. — Geb. zu Florenz zwischen dem 



Botticelli. 



39 



I. Marz 1444 und dem i. Marz 1445, t daselbst den 17. Mai 
1 5 10. Zuerst Schiller des Goldschmieds Botticelli, dann des 
Fra Filippo Lippi, ausgebildet unter dem Einflufi Antonio 
Pollaiuolos und Verrocchios. Tatig vornehmlich zu Florenz, 
1482 und 1483 in Rom und Pisa (1474/5). 

Bildnis eines jungen Mannes. Nach links gewendet 78 
und den Beschauer anblickend. In schwarzer Miitze und 
braunlichem Kleide. Dunkler Grund. 

Ehemals dem Filippino Lippi, auch Raffaellino del Garbo zuge- 
schrieben. 

Brustbild. Tempera. Pappelholz, h. 0,41, br. 0,31. — Erworben 
1829 durch Rumohr. 

Maria mit dem Kind und Engeln. Maria steht vor 102 
einer Thronnische und halt das auf der Briistung stehende 
Kind; sie ist von sieben Engeln umgeben, die brennende 
Kerzen in Blumenvasen tragen. Auf dem Gesims der Nische 
zwei marmorne Engelchen, die eine Krone iiber ihrem Haupt 
halten. Hintergrund Himmel. 

Vielleicht das von Vasari angefiihrte, als »cosa bellissima« ge- 
riihmte »Tondo«, welches B. fiir die Kirche S. Francesco vor dem 
Tore nach S. Miniato malte. Um 1482 — 85 unter Mitwirkung von 
Gehilfen gemalt. Uber die perspektivische Konstruktion des Kreises 
im MosaikfuBboden vergl, Kern, Jahrb. der k. p. Ksts. Bd. XXVI, 
S. i37f. 

Tempera. Pappelholz, rund, Durchmesser: 1,92. — Sammlung 
Solly, 1 82 1. 

Maria mit dem Kind und singenden Engeln. 102A 
Maria, das Haupt etwas nach rechts geneigt, halt das Kind 
auf dem Schofie, das nach der Brust der Mutter greift. 
Rechts und links stehen je vier singende Engel mit Lilien- 
zweigen in den Handen. Ober dem Haupte Marias halten 
aus einer Strahlenglorie zwei Hande eine goldene Krone. 

Aus den frUheren Zeit des. Meisters (um 1475). — FUr die Samm- 
lung des Grafen Raczynski 1824 in Paris fUr 2500 fr. erworben, von 
Herm Revil, der das Bild als Kriegskommissar aus Italien mitgebracht 
hatte. 

Tempera. Pappelholz, rund, Durchmesser: 1,35. — Eigentum 
des Graflich Raczynskischen Familienfideikommisses (leih- 
weiseausgestellt). 

Thronende Maria mit dem Kind und zwei Heilige. 106 
Maria reicht dem auf ihrem Schofie liegenden Kinde die 



40 Botticelli. 

Brust. Links von ihr steht Johannes der Taufer, rechts der 
greise Evangelist Johannes, dahinter eine Steinbriistung mit 
Blumenvasen und drei aus Palmenblattern, Zypressen- und 
Myrtenzweigen geflochtenen Laubnischen. 

Auf dem Spruchband am Kreuze, das Johannes d. T. halt: ECCE 
AGNUS DEI QVI TOLLIS PECHATA MVNDI. — Urkundlich 
1484/85 ausgefuhrt im Auftrag Agnolo di Bardis ftir die Kapelle der 
Bardi in S. Spirito zu Florenz. Wahrscheinlich 1825 von den Kirchen- 
patronen an den Bilderhandler Fedele Acciaj verkauft. 

Tempera. Pappelholz, h. 1,85, br. 1,80. — Erworben 1829 durch 
Rumohr. 

106A Bildnis einer jungen Frau. Im Profil nach links. 
In rotem, ausgeschnittenem Kleide mit schwarzem Mieder- 
einsatz, das reiche Haar von einer Perlenschnur durch- 
flochten. Grund dunkle Wand mit Fensteroffnung, die auf 
blauen Himmel blicken lafit. 

Stammt aus dem Pal°. Medici. 

Brustbild etwas unter Lebensgr. Tempera. Pappelholz, h. 0,475, 
br. 0,35. — Erworben 1875 i^ Florenz. 

106B Bildnis des Giuliano de' Medici. Im Profil nach 
rechts. In griinschillerndem Unter- und rotem pelzgefiittertem 
Oberkleide. Blauer Grund. 

Verrautlich kurz vor dem Tode des Giuliano, Bruders des Lorenzo 
Magnifico, gemalt, der, flinfundzwanzigjahrig, am 26. April 1478 bei 
der Verschworung der Pazzi im Dome von Florenz ermordet wurde. — 
Eine geringere Wiederholung in der Galerie zu Bergamo. 

Brustbild. Tempera. Pappelholz, h. 0,54, br. 0,36. — Erworben 
1878 aus dem Pal°. Strozzi zu Florenz. 

1124 Venus. Nackt, mit langem goldenem Haupthaar, in 
der Stellung der mediceischen Venus verwandt, jedoch das 
Haupt nach links geneigt, auf einer Steinplatte stehend. 
Schwarzer Grund. 

Verwandt der Venus in dem Bilde »Geburt der Venus« in den 
Uffizien zu Florenz, das Sandro fiir die Villa Cosimos de' Medici zu 
Castello malte und vielleicht eine Vorarbeit fur dieses Bild. Auch 
Lorenzo di Credi lieferte einen Entwurf (vgl. seine Venus in den 
Uffizien). Nur ist die Florentiner Venus Botticellis mehr nach rechts 
geneigt, schwebend, nicht stehend. Dementsprechend ist auch die 
Haaranordnung eine andere. 

Tempera. Leinwand, an den Seiten angestlickt, h. 1,57, br. 0,68. 
— Sammlung Solly, 182 1. 



Botticelli. BourBe. 4 1 

Der hi. Sebastian. An einen Baumstamm gefesselt 1128 
und von Pfeilen durchbohrt. Hintergrund Landschaft mit 
den abziehenden Kriegsknechten. 

Aus der friiheren Zeit des Meisters, unter dem EinfluB Antonio 
Pollaiuolos und Verrocchios. — Vermutlich das Bild des hi. Sebastian, 
gemalt im Jahre 1473, das sich lange in S. Maria Maggiore zu Florenz 
befand und wohl identisch mit dem Sebastian ist, den Botticelli nach 
Vasari fiir den alteren Lorenzo de' Medici make. 

Tempera. Pappelholz, oben rund, h. 1,95, br. 0,75. — Sammlung 
Solly, 1 82 1. 

Botticelli. Werkstatt des Sandro Botticelli, Floren- 
tinische Schule. 

Verkiindigung. Im Hintergrund eines Gemaches kniet 1117 
zur Rechten Maria, ihr gegeniiber der Engel Gabriel. Durch 
eine Tiir rechts Durchblick in das Schlafgemach Marias, 
durch zwei andere Tiiren Ausblick in die Landschaft. 

Tempera. Pappelholz, h. 1,06, br. 1,13. — Sammlung Solly, 1821. 

Botticelli. Art des Sandro Botticelli. Florentinische 
Schule. 

Bildnis einer jungen Frau. Im Profil nach links, 81 
mit blondem Haar. In dunkelblauem Unter- und rotem 
Oberkleide. Dunkler Grund. 

Gait irrtumlich als Bildnis der Lucrezia Tomabuoni, Mutter des 
Lorenzo Magnifico. 

Brustbild etwas unter Lebensgr. Tempera. Pappelholz, h. 0,39, 
br. 0,25. — Erworben 1829 durch Rumohr. 

BourBe. Esaias Bourfie. Hollandische Schule. — Geb. 
den 3. Marz 1631 zu Amsterdam, f auf See den 16. No- 
vember 1672. Tatig in Amsterdam zwischen 1656 und 
1672, in der Stellung eines »Adelborst« (Unteroffizier) zeit- 
weilig auf Seereisen im Dienste der ostindischen Kompagnie. 
Unter dem Einflusse Rembrandts gebildet und vielleicht 
eine Zeitlang in dessen Atelier. 

Der Junge mit den Seifenblasen. Im Hofraum 912A 
eines hollandischen Hauses sitzt auf den Backsteinziegeln 
des Bodens ein Junge, in der Rechten das Seifenbecken, 
den Seifenblasen nachblickend, die er in die Luft ge- 
sendet hat. 

FrUher dem Delfter Vermeer zugeschrieben. Im Suermondt-Museum 
zu Aachen ein ahnlichcs, K. Bourfie 1656 bezeichnctes Bild desselben 



42 BourBe. Bouts. 

Gegenstandes. Im Inventar von Bourfies Bruder von 1671 wird ein 
Bild erwahnt: Een belleblaesertge (Junge, der Seifenblasen macht) 
darstellend. Vgl, Bode, Jahrb. d. k. pr. Ksts. XXVI, S. 205 f. — 
Sammlungen Roos zu Amsterdam, 1820; Ch. Haas zu Amsterdam, 
1824; W. Burger, 1869. 

Leinwand, h. 0,61, br. 0,48. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Bouts. Dierick (Dirk) Bouts (Dirk van Haarlem). Nieder- 
landische Schule. — Geb. zu Haarlem vermutlich zwischen 
1410 — 1420, f zu Lowen den 6. Mai 1475. Unter dem Ein- 
flufie Aelberts van Ouwater (?), spater Rogers van der 
Weyden gebildet. Tatig zu Haarlem und vornehmlich zu 
Lowen (daselbst schon vor 1448). 
533 Der Prophet Elias in der Wiiste. Der schlafend 
am Boden liegende Elias wird von dem Engel, der Speise 
und Trank neben ihn gestellt hat, geweckt. In der Felsen- 
landschaft zur Rechten schreitet der Prophet gestarkt den 
Bergen zu. 

Dieses Gemalde sowie Nr. 539 und zwei Bilder in Miinchen 
(»Abraham und Melchisedek* und »Mannalese«) bildeten, je zwei Uber- 
einander, die Innenseitcn der Fliigel eines Triptychons, dessen Mittel- 
bild das Abendmahl darstellt und sich noch in der Peterskirche zu 
Lowen befindet, fUr die 1467 der Altar gemalt war. 

Eichenholz, h. 0,85, br. 0,69. — Erworben 1834 ^"s der Samm- 
lung Bettendorf in Aachen. 
533A Christus im Hause Simons. In einem gepflasterten, 
links offenen Saal sitzen hinter einem mit Speisen und Ge- 
trank besetzten Tische von links nach rechts Johannes, 
Petrus, Simon und Christus. Dieser blickt segnend zu 
Magdalena nieder, die seinen rechten Fufi mit Tranen netzt 
und mit ihren Haaren trocknet. Rechts kniet ein Karmeliter- 
monch, der Stifter. Links im Hintergrund Ausblick in ein 
weites Tal. 

Von diesem Bild kommen mehrere geringere Wiederholungen vor 
u. a. im Brtisseler Museum im Stil des Aelbert Bouts. — Ehemals im 
Privatbesitze zu Mailand. 

Eichenholz, h. 0,405, br. 0,61. — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 
533B Christus am Kreuz. Zur Linken steht auf einem Erd- 
hiigel Maria, rechts Johannes, trauernd aufblickend. Vorn 
Felshiigel, weiter zuriick eine mit Biischen bestandene Hohe, 
hinter der Tore und Tiirme einer Stadt (Briissel) sichtbar 
sind. 



Bouts. 



43 



Das Bild ist in dem FlUgelbild eines Boutsnachfolgers (Nr. 543 
unserer Galerie) kopiert. — Sammlung Fr. Lippmann, Wien 1870. 

Eichenholz, h. 0,88, br. 0,71, — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 

Feier des Passahfestes. In einem Gemache sind um 539 
einen viereckigen Tisch die sechs Mitglieder einer jiidischen 
Familie bei der Feier des Passahmahles versammelt. Links 
Ausblick in den Hof, durch dessen Tor ein junger Mann 
eintritt. 

Gegenstiick von Nr. 533. 

Eichenholz, h. 0,85, br. 0,69. — Erworben 1834 aus der Sammlung 
Bettendorf in Aachen. 

Maria in Anbetung. Die Hande zusammengelegt, ab- 545B 
warts blickend. In hellviolettem Kleid und blauem Mantel. 
Links ein turmartiger Bau. Im Grunde Landschaft mit 
griiner Weide und einer Stadt in der Feme. 

Fragment dines grofieren Gemaldes, das die Geburt Christi dar- 
stellte. — Stammt aus der 1803 aufgehobenen Abtei Salmannsweiler 
(Salens) und kam dann zu einem Herrn von Jssel nach Freiburg i. B., 
der auch ein zweites Sttick aus diesem Bilde, den hi. Joseph, besaB 
(jetzt im Besitze des Herrn Noll in Frankfurt a. M.). Von ihm erwarb 
unser Sttick Appellationsgerichtsrat Baer, aus dessen Besitz es in die 
Sammlung Hirscher liberging. 

Kl. Halbfig. Eichenholz, h. 0,24, br. 0,145. — Erworben 1850 
aus der Sammlung Hirscher zu Freiburg i. B. 

Maria mit dem Kinde. Fast von vorn gesehen, den 545C 
Kopf ein wenig nach rechts geneigt, halt Maria mit beiden 
Handen das Christkind, das spielend mit der rechten Hand 
die groOe Zehe des rechten Fufies fafit. Die Madonna in 
tiefblauem pelzbesetztem Gewand, Armeln aus Brokat und 
rotem Kopftuch. Hintergrund Landschaft. 

Eine schwachere Wiederholung mit abweichender Landschaft, aber 
genau entsprechenden MaQen in der Galerie zu Sigmaringen. 

Halbfig. in '/j Lebensgr. Eichenholz, h. 0,28, br. 0,195. — Er- 
worben 1896 aus Arezzo. — Eigentum des Kaiser Friedrich- 
Museums-Vereins. 

Bouts. Nachfolger des Dierick Bouts. Niederlandische 
Schule. 

Christus am Kreuze mit Heiligen. Zunachst dem 543 
Kreuze steht klagend links Maria, rechts Johannes. Neben 
ihnen links ein Bischof, einen Schlussel in der Rechten 



44 



Bouts. Brekelenkam. 



haltend und einen Drachen unter seinem Fufie zertretend, 
rechts ein zweiter Bischof, in einem Buche lesend. Hinter- 
grund hiigelige Landschaft. 

Diesem Bilde liegt das Originalwerk des Dirk Bouts der Sammlung 
A. Thiera (Nr. 533 B) zugrunde. Doch sind die beiden Bischofe hin- 
zugeftigt. Mittelstiick zu dem FlUgelbild (Nr. 550). 

Eichenholz, h. 0,71, br. 1,07. — Sammlung Solly, 1821. 

550 Die hhl. Agathe und Clara. In einer Landschaft 
steht links die hi. Agathe, in der Rechten die Zange mit 
einer ihrer Briiste, rechts die hi. Clara, sich auf einen 
Bischofsstab stiitzend und in einem Buche lesend, das sie 
mit der Rechten halt. 

Fltigelbild zu Nr. 543. 

Eichenholz, h. 0,72, br. 0,51. — Sammlung Solly, 1821. 

Brekelenkam. Quierlngh Gerritsz. Brekelenkam. Hol- 
landische Schule. — Geb. um 1620 zu Swammerdam unweit 
Leiden, f in Leiden 1668. Tatig in Leiden, wo er 1648 
als Meister in die Lucasgilde aufgenommen wird. Datierte 
Bilder von 1652 — 1668. 

796B Junge Frau mit ihrer Magd. Links sitzt eine junge 
Frau mit dem Spinnrad am Fenster und blickt zu der von 
rechts her eintretenden Magd auf, die ihr in einem Eimer 
zwei tote Enten zeigt. Riickwarts hangt ein Kafig mit 
einem Papagei, an der grauen Zimmerwand eine Gitarre. 
Rechts ein Himmelbett, davor ein Lehnstuhl. 
Bez. am Gestell des Spinnrades : 



(^^ / <i^6^\ 



Aus der Sammlung M. Heckscher (Wien, spater Berlin). Das Gegen- 
stiick kam aus derselben Sammlung in die Hamburger Kunsthalle. 

Eichenholz, h. 0,45, br. 0,64. — Erworben aus dem Nachlaf3 des 
Herm Heckscher. — Eigentum des Kaiser Friedrich-Museums- 
Vereins. 

1290 Stilleben. Auf einem Tische Fische, Austern, eine 
Zitrone, eine ziselierte Schiissel und ein Kupfereimer. 

Bez: Q,^ J <r ^J- 

Eichenholz, h. 0,38, br. 0,31. — Sammlung Suermondt, 1874. 



Brescia. Breu. AC 

Brescia. Schule von Brescia um 1530 — 1540. 

Allegorische Darstellung von Krieg und Frieden. 176 
Die Gottin des Friedens, zu Fiifien einer Baumgruppe auf 
der Erde sitzend, halt eine zerbrochene Fahne ins Feuer, 
in dem schon andere Kriegswerkzeuge verbrennen. Rechts 
der Gott des Krieges, das geziickte Schwert iiber einen 
Altar haltend, von dem eine Flamme auflodert. Hinter- 
grund Landschaft. 

Kolorit und Typen sowie die Landschaft erinnern zum Teil an 
Cariani, zum Teil an Romanino. Das rechts am Baum lehnende 
Wappen ist das der Contarini (Venedig). 

Leinwand, h. i,o8, br. 0,94. — Erworben 1841/42 in Italien. 

Breu. Jorg (Georg) Breu, Brew oder Prew. Zeichnet 
sich mit dem Monogramm (siehe unten) oder auch Jorg 
Prew. Deutsche Schule (Augsburg). — Maler und Zeichner 
fiir den Holzschnitt. Tatig schon 1501, zu Augsburg um 
1 51 2 — 1530, f daselbst 1536. Wahrscheinlich unter dem 
Einflusse H. Burckmairs gebildet. 

Maria mit dem Kind und zwei Heilige. In einer 597A 
Landschaft mit bergiger Feme halt Maria, die von zwei 
Engeln gekront wird, sitzend das stehende Kind auf dem 
Schofie. Rechts neben ihr sitzt die hi. Katharina, dazwischen 
etwas weiter zuruck die hi. Barbara. Im Vordergrunde rechts 
bei einem Brunnen sieben Engel, die durch Zettel in den 
Handen als Reprasentanten von Glaube, Liebe, Hoffnung 
und der vier Kardinaltugenden bezeichnet sind. In den 
Wolken erscheint Gott-Vater. 



Bez. rechts am Brunnen: 






Die beiden Wappen in dem Bild, offenbar 'von spaterer Hand 
hineingemalt, sind die des Christoph Haimer zu_Reichenstein (1517 
bis 1 571) und seiner Gattin Apollonia Pemerinn zu Rauchen-Schachen. 
Der linke Streifen mit den Wappen und der Landschaft ist angesetzt 
an Stelle eines StUckes der Originaltafel, auf dem vermutlich noch 
zwei Heilige dargestellt waren. 

Fichtenholz, h. 0,75, br. 0,52. — Erworben zwischen 1845 und 1847. 



46 Bronzino. 

Bronzino. Angelo di Cosimo di Mariano, gen. Bronzino. 
Florentinische Schule. — Geb. in Monticelli bei Florenz 
um 1502, f zu Florenz den 23. November 1572. Zuerst 
Schiiler des Raffaellino del Garbo, dann des Jacopo da 
Pontormo in Florenz; ausgebildet durch das Studium der 
Werke Michelangelos. Tatig zu Florenz. 
338 Bildnis eines jungen Mannes. Leicht nach links 
gewendet und auf den Beschauer blickend. In grauschwarzer 
Kleidung, auf einer Steinbank sitzend, in der Rechten einen 
Brief. Griinlicher Grund. 

Halbfig. Pappelholz, h. 0,86, br. 0,67. — Sammlung Solly, 1821. 

338A Bildnis des Ugolino Martelli. Sitzend, von vorn 
gesehen. In schwarzer Kleidung und schwarzem Barett, ein 
blaugebundenes Buch (Bembo) mit der Linken auf sein Knie 
stiitzend, wahrend die Rechte auf der beim Anfange des 
9. Gesanges aufgeschlagenen Ilias ruht, Hintergrund der 
Hof des Palazzo Martelli zu Florenz mit der Statue des 
David von Donatello. 

Bez. auf der Kante der Tischplatte: 

BRONZO TlORtNTINO 

— Von Vasari erwahnt. — Ugolino Martelli (1519 — 1592), Humanist, 
literarisch tatig, in spateren Jahren Bischof zu Grandeves in Siidfrank- 
reich. — Der Hof des Palazzo Martelli zeigt noch heute die gleiche 
Gestalt, nur befindet sich jetzt die Statue des David im Innem des 
Hauses. 

KniestUck. Pappelholz, h. 1,02, br. 0,85. — Erworben 1878 aus 
dem Pal°. Strozzi zu Florenz. 

338B Bildnis der Eleonore von Toledo (f 17. Dez. 1562). 
In jugendlichem Alter, von vorn gesehen. Mit Perlenschmuck 
um den Hals, in den Ohren und auf dem goldgestickten 
Gewande. Das Haar in ein Goldnetz gefafit. Die auf der 
Brlistung liegende Rechte halt ein Taschentuch. Hinter- 
grund roter Vorhang. 

Eleonore, Tochter Don Pedros von Toledo, Vizekonigs von Neapel, 
verheiratet (seit 1539) mit Cosimo, dem ersten Groflherzog von Toskana. 

Brustbild. Pappelholz, h. 0,58, br. 0,42. — Erworben 1890 in 

Florenz. 

S. 2 Bildnis eines Jiinglings. Etwas nach links gewendet 

und auf den Beschauer blickend. In schwarzem Wamms, 

iiber dem rechten Arm einen Mantel, auf dem kurzen Haar 



Bronzino. Brouwer. An 

ein flaches dunkles Barett. Die Arme auf einen Tisch mit 
gruner Decke legend, auf dem er mit beiden Handen ein 
offenes Buch halt. Hintergrund braunliche Zimmerwand. 

Pappelholz, h. 0,74, br, 0,58. — Erworben im Florentiner Kunst- 
handel. — Sammlung James Simon. Vgl. Katalog dieser S'ammlung. 

Brouwer. Adriaen Brouwer, Vlamische Schule. — Geb. 
1605 Oder 1606, wahrscheinlich zu Oudenaerde, begraben 
in Antwerpen den i. Februar 1638. Schiller des Frans Hals 
zu Haarlem, daselbst urkundlich 1626 und 1627, vorher zu 
Amsterdam tatig; dann zu Antwerpen, wo er 1631 in die 
Lucasgilde aufgenommen wurde, unter dem Einflusse von 
Rubens weiter ausgebildet. Seitdem tatig zu Antwerpen. 

Die Toilette. Eine altere Frau, nach links gewendet, 853A 
in schwarzem Kostiim und weifier Haube, ist vor einem 
Spiegel beschaftigt, ihren breiten Kragen zusammenzustecken. 
Dunkler Grund. 

Bez. im Grunde rechts: HJ — In einer Folge der »sieben Tod- 

sUnden« nach Brouwer als »Superbia« gestochen. — Eine Wiederholung 
im stadtischen Museum zu Koblenz. 

Kl. Halbfig. Eichenholz, oval, h. 0,18, br. 0,135. — Sammlung 
Suermondt, 1874. 

Diinenlandschaft im Mondschein. Vorn links eine 853B 
Gruppe von drei Bauern; weiter zuriick zwischen Baumen 
ein Dorf am Strande des Meeres, iiber dem der Mond sich 
erhebt. 

Bez. rechts unten:/DL — Sammlung Brentano in Frankfurt a. M., 
1871. '^ 

Eichenholz, h. 0,25, br. 0,34. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Singender Bauer. Nach rechts auf einem zum Stuhl 853 E 
hergerichteten Fafie sitzend. In der Rechten halt er die 
Pfeife, in der etwas erhobenen Linken einen Krug, den 
Kopf, singend mit weit aufgerissenem Mund, nach oben 
gerichtet. Rechts vorn ein Kohlenfeuer. Braunlicher Grund. 

Eichenholz, h. 0,19, br. 0,15. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Der Hirt am Wege. An einem sandigen Weg, der zu 853H 
mehreren links zwischen hohen Baumen versteckten Bauern- 
hiitten fuhrt, sitzt ein Hirt und blast auf der Schalmei; 



a8 Brouwer. Brueghel. 

neben ihm sein Hund, auf der anderen Seite des Weges 
einige Schafe. Rechts Ausblick auf eine von den Diinen 
begrenzte Wiese. 

Bez. links an dem Sandhligel : /\p| 

Eichenholz, h. 0,49, br. 0,82. — Erworben 1878 in Paris. 

Brueghel. Jan Brueghel d. A., gen. de Fluweelen oder 
Sammetbrueghel. Zeichnet sich ausnahmsweise auch Bruegel. 
Vlamische Schule. — Maler und Radierer, geb. 1568 zu 
Briissel, f den 13. Januar 1625 zu Antwerpen. Sohn Pieter 
Bruegels d. A., Schiiler des alteren Peter Goetkint in Ant- 
werpen. Nach einem mehrjahrigen Aufenthalt in Italien 
(1593 — 1596) tatig zu Antwerpen. 
678 Die Schmiede Vu leans (das Element des Feuers). 
Vor den Ruinen eines gewolbten Baues stehen zur Linken 
neben Vulcan, der einen Schild schmiedet, Venus und Amor. 
Ringsumher Gesellen an der Arbeit, sowie Waffenstucke und 
Prachtgerat aller Art. In der Feme ein feuerspeiender Berg. 

Gehort zu einer Folge von vier Bildern, die die Elemente dar- 
stellen; die anderen drei kamen 1771 nach Holland. — Die drei Haupt- 
figuren von Hendrik van Balen (geb. zu Antwerpen 1575, f da- 
selbst 17. Juli 1632, tatig zu Antwerpen). 

Eichenholz, h. 0,54, br. 0,93. — Konigliche Schlosser. 

6788 Landschaft mit einem Feldweg. Auf einem am 
Waldrand hinfiihrenden Wege Wagen und Fufiganger. 
Rechts steigt ein Kornfeld an. 

Kupfer, oval, h. 0,10, br. 0,08. — Erworben 1902 aus dem Wiener 
Kunsthandel als Geschenk. 

688A Stilleben. In einem glasierten Tongefafi ein grofier 
Straufi von Gartenblumen. Auf der Tischplatte links ein 
Blumenkranz, rechts ein Zweig Johannisbeeren. Dunkler 
Grund. 

Eichenholz, h. 0,64, br. 0,59. — Erworben 1862. 

742 Das Paradies. Auf einem Wiesengrund und in den 
Zweigen hoher Baume allerlei Getier. In der Feme Eva, 
die Adam den Apfel reicht. 

Die gleiche Darstellung im Museo del Prado zu Madrid, die dort 
als Original gilt, ist nur eine alte Kopie. 

Eichenholz, h. 0,59, br. 0,42. — Konigliche Schlosser. 



Brueghel. Bruyn. 4P 

Landschaft mit dem hi. Hubertus. In einer Wald- 765 
lichtung kniet rechts der Heilige, von seinen Hunden um- 
geben, vor dem Hirsch, in dessen Geweih das Kruzifix er- 
scheint. Rechts neben ihm sein Pferd. 

Der hi. Hubertus ist von der Hand des Rubens. — Eine Original- 
wiederholung im Museo del Prado zu Madrid, doch ist dort der 
Hubertus von Brueghels eigener Hand. Eine kleinere, mannigfach ver- 
anderte Wiederholung in der Pinakothek zu Mtinchen, bez. BRUEGHEL 
162 1 ; auch hier die Figuren von Brueghel selbst. 

Eichenholz, h. 0,60, br. 0,90. — Konigliche Schlosser. 

Bruyn. Bartholomaeus (Barthel) Bruyn auch Bruin, 
Brun, Bruen, Breun. Deutsche Schule (Koln). — Geb, 
wahrscheinlich in Holland (Haarlem i") 1493, f in Koln 
zwischen 1553 und 1557. Bildete sich nach dem Meister 
des Todes Maria, spater unter dem Einflufi italianisierender 
Hollander (Scorel? Heemskerk?). Tatig zu Koln nachweis- 
lich seit 151 5, 15 19 einer der »Vierundvierzig« der Maler- 
zunft. 

Bildnis des Johannes von Ryht, Biirgermeisters 588 
von Koln (f 1533). Von vorn gesehen. In pelzgefiitterter, 
zur Halfte roter, zur Halfte schwarzer Schaube und schwar- 
zem Barett. In der Linken eine Papierrolle. Im dunkel- 
griinen Grunde zwei Wappen. 

Bez. oben: ANO 1525. 

Brustbild. Eichenholz, oben geschweift, h. 0,61, br. 0,45. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Maria mit dem Kinde. Vor einem gemusterten Vor- 639 
hange sitzt zur Rechten Maria mit dem Kinde, das einen 
links vor ihm knienden Herzog von Kleve segnet. t)ber 
Maria halten zwei Engel eine Krone. Zur Linken Ausblick 
aus dem Gemach in eine felsige Landschaft mit den hll. Mag- 
dalena und Hieronymus als Biifiern. Auf den Kissen auf 
der Bank das Wappen von Kleve. 

Aus der mittleren Zeit des Meisters (um 1528). 

Eichenholz, h. 1,38, br. 1,16. — Konigliche Schlosser. 

Bildnis eines jiingeren Mannes. Bartlos, nach S. 20 
rechts gewendet und ebendahin blickend. In dunkler Tracht 
und schwarzer Miitze. In der Linken halt er die Hand- 
schuhe, die Rechte liegt auf der Briistung. Gruner Grund. 

Ober dem Kopf datiert 1 534. GegenstUck zu Nr. S. 2 1 . — G. P. Boyce 
und Ch. Butler, London; Sammlung Heckscher, Berlin. 

Ven. d. Gemalde. a 



<: 
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CQ Bruyn. Bugiardini. Buonfigli. 

Halbfig. in 'A Lebensgr. Eichenholz, h. 0,40, br. 0,28. — 
S am m lung James Simon. Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

S. 21 Bildnis einer jiingeren Frau. Nach links 
gewendet, in der Rechten eine Nelke haltend. In 
farbiger Tracht mit grofier, weifier Miitze. Griiner 
Grund. 

Datiert 1534. GegenstUck von No. S. 20. — Charles 
Butler, London; Sammlung Heckscher, Berlin. ^ g 

Halbfig. in 'A Lebensgr. Eichenholz, h. 0,40, br. 0,28. — T w 

Sammlung James Simon. V^gl. Katalog dieser Sammlung. 

Bugiardini. Giuliano Bugiardini. Zeichnet sich ^^^ 
auf seinen Bildern Julianus Flarentinus (nach ^3^ 
seinem Vater Giuliano di Piero genannt). Floren- 
tinische Schule. — Geb. in einer Vorstadt von 
Florenz den 29. Januar 1475, t zu Florenz den 
16. Februar 1554. Schiiler Domenico Ghirlandaios 
und Mariotto Albertinellis, eine Zeitlang Gehilfe ^^ 
Michelangelos. Tatig vornehmlich in Florenz, ^^ 
einige Zeit auch in Rom (1508) und Bologna ^^ 
(zwischen 1526 und 1530). 

283 Maria das Kind verehrend und Heilige. 

Maria verehrt kniend das vor ihr auf dem Boden ^ 
sitzende Kind. Links steht der Apostel Philippus, 
rechts Joseph; weiter vorn kniet links Johannes der 
Evangelist, rechts der hi. Hieronymus. Oben ein 
schwebender Engel mit einem Spruchband (Gloria 
in excelsis deo). Hintergrund Landschaft. x 

Bez. unten in der Mitte wie nebenstehend. 

Pappelholz, h. 2,10, br. 1,72. — Sammlung Solly, 1821. 

Buonfigli. Benedetto Buonfigli. Umbrische 
Schule. — Geb. vermutlich in Perugia um 1420, 
t ebenda den 8. Juli 1496. Unter dem Einflusse 
Domenico Venezianos, Piero della Francescas und 
Benozzo Gozzolis weiter ausgebildet. Tatig in 
Perugia (seit 1453 nachweisbar). 

137A Maria mit dem Kinde. Auf einem reich 
verzierten Throne sitzt Maria, auf dem SchoCe das 
nackte Kind, das in der Linken die Weltkugel 
emporhalt und mit der Rechten segnet. Rechts 



> 



Buonfigli. Burgkmair. c j 

und links je ein verehrender Engel; dahinter eine Mauer, 
iiber die Baumwipfel emporragen. Goldgrund. 

Der Meister zeigt sich in diesem Bildchen besonders von Benozzo 
Gozzoli beeinfluBt. — Ehemals in Perugia. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,27, br. 0,21. — Erworben 1887 als 
Geschenk. 

Burgkmair. Hans Burgkmair. Deutsche Schule (Augs- 
burg). — Maler und Zeichner fiir den Holzschnitt, geb. 1473 
zu Augsburg, f daselbst 1531. Sohn und Schiiler des Thoman 
Burgkmair, in jungen Jahren vielleicht bei Schongauer in 
Kolmar, weiter ausgebildet unter dem Einflusse der vene- 
tianischen Malerei. Tatig zu Augsburg (daselbst 1498 in 
die Malerzunft aufgenommen). 

Der hi. Ulrich, Schutzpatron von Augsburg. Nach 569 
rechts gewendet und nach oben blickend. In bischoflichem 
Ornat, in der Linken einen Fisch haltend. Hintergrund 
Landschaft. 

Gegenstlick zu Nr. 572. — Aus der spateren Zeit des Meisters (urn 1 520). 

Fichtenholz, h. 1,04, br. 0,40. — Erworben 1843 ^"s der Samm- 
lung Reimer zu Berlin. 

Die hi. Barbara. Nach links gewendet. In reichen 572 
Gewandern, in der Rechten den Kelch, in der Linken die 
Palme. Hintergrund gebirgige Landschaft. 

GegenstUck von Nr. 569. 

Fichtenholz, h. 1,04, br. 0,40. — Erworben 1843 aus der Sammlung 
Reimer zu Berlin. 

Heilige Familie. In der Ruine eines Renaissance- 584 
baues sitzt Maria mit dem Kinde, dem rechts Joseph eine 
Weintraube reicht. Im Mittelgrunde der Berglandschaft 
die Verkiindigung an die Hirten. 

PINGFBAT. IN- 
AVGVSTA- 

Bez. unter dem Kapit&l des Pfeilers: R.EGIA. • 




52 Burgkmair. Byzantinische und Byzantinisch-Russische Schule. 

Maria kl., fast ganze Figur. Lindenholz, h. 0,45, br. 0,33. — Er- 
worben 1843 aus der Sammlung Reimer zu Berlin. 

Byzantinische Schule des 15. Jahrhunderts. 
1048 Maria mit dem Kinde. Maria halt im rechten Arm 
das bekleidete Kind, das mit der Rechten segnet und in 
seiner Linken die Weltkugel halt. Goldgrund. 

Vielleicht in Italien (Venedig?) von einem byzantinischen KUnstler 
gemalt. 

Maria Halbfig. Pappelholz, h. 0,65, br. 0,51. — Sammlung Solly, 
1821. — Aufgestellt in der Abteilung der altchristl. Bild- 
werke, 

Byzantinische Schule des 15. Jahrhunderts. 

1051 Maria mit dem Kinde. Maria, das Haupt nach links 
geneigt, halt auf ihrem rechten Arme das Kind, das, in der 
Linken eine Schriftrolle, die Rechte segnend erhebt. Gold- 
grund mit dem Monogramm Christi und Mariae. 

Maria Halbfig. Pappelholz, h. 0,21, br. o, 17. — Sammlung Solly, 
1821. — Aufgestellt in der Abteilung der altchristlichen 
Bildwerke. 

Byzantinische Schule des 16. Jahrhunderts (Greta). 
1051A Triptychon. Mittelstiick: Christus thronend zwischen 
Johannes d. T. und Maria als Fiirsprecher, mit segnender 
Rechter, in der Linken ein offenes Buch mit der Aufschrift: 
Ich bin das Licht der Welt. (Deesis.) — Linker Fliigel: 
Drei Kirchenvater Gregor von Nazianz, Johannes Chryso- 
stomus und Basilius der Grofie. Goldgrund. — Rechter 
Fliigel: Der hi. Bischof Nicolaus und die hi. Martyrer Georg 
und Demetrius. Goldgrund. 

Pappelholz, Mitte h. 0,245, br. 0,23, Fliigel h. 0,245, br. 0,12. — 
Aus der konigl. Kunstkammer. — Aufgestellt in der Abteilung 
der altchristlichen Bildwerke. 

Byzantinisch-Russische Schule des 17. Jahrhunderts. 
1061 Mittelstiick und Fliigel eines Triptychons. Das 
Leben der Maria. Mittelstiick. Maria mit dem Kind 
in der Glorie, von Engel- und Heiligenchoren umgeben. 
Hintergrund das himmlische Jerusalem. Goldgrund mit 
russischen Inschriften. (Illustration zu: Uber dich freuet 
sich . . . die ganze Schopfung.) — Linker Fliigel: Vier Dar- 
stellungen : Begegnung Joachims und Annas vor der goldenen 



Byzantinisch-Russische Schule. Calcar. Calderari. Cambiaso. c^ 

Pforte; Geburt Maria; Maria Tempelgang und Aufent- 
halt im Tempel, wo sie von Engeln gespeist wird; Tod der 
Maria, deren Seele Christus in Empfang nimmt. — Gold- 
grund mit russischen Inschriften. 

Lindenholz, jedes Bild h. o, 15, br. 0,11. — Erworben vor 1830. 
— Aufgestellt in der Abteilung der altchristlichen Bild- 
werke. 

Calcar. Johannes Stephan (oder Stevens) von Calcar, 
gen. Giovanni da Calcar. Venetianische Schule. — Maler 
und Zeichner fur den Holzschnitt, geb. zu Calcar (Herzog- 
tum Kleve) urn 1499, f zij Neapel 1546. Schiller Tizians, 
tatig vornehmlich in Venedig (wohl schon vor 1536) und 
spater in Neapel. 

Bildnis eines Mannes. Nach rechts gewendet und 190 
und auf den Beschauer blickend. In schwarzem Rock mit 
braunen Armeln, die Linke am Degengriff, den rechten Arm 
auf ein Gesims gestutzt. Unter dem Bogen einer antiken 
Ruine stehend. 

Bez. unten links: AETATIS. 23. A. 1536 (die letzte Ziffer undeut- 
lich geworden, konnte auch 3 oder 5 sein). — Von derselben Hand 
wie das Portrat im Louvre, das schon in dem alten Inventar von Bailly 
(1709 — 1 7 10) als Werk des Calcar bezeichnet ist. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,06, br. 0,88. — Konigliche Schlosser. 

Calderari. Giovanni Maria Zaffoni, gen. Calderari. Nach 
seinem Geburtsort auch Giovanni Maria da Pordenone 
genannt. Venetianische Schule. — Geburts- und Todes- 
jahr unbekannt. Nachahmer des Giovanni Antonio Pordenone. 
Tatig um 1534 — 1564, vornehmlich in Pordenone und Um- 
gegend. 

Calderari? Bildnis eines jungen Mannes. Ein 158 
Ballschlager, in der Linken das Schlagholz haltend, stiitzt 
die Rechte, in der er den Ball halt, auf die Schulter eines 
Knaben, der ihm den Gurt nestelt. Rechts Ausblick auf das 
Stadthaus und die Loggia von Udine. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,03, br. 1,17. — Sammlung Solly, 182 1. 

Caliari. S. Veronese. 

Cambiaso. Luca Cambiaso, auch Luchetto da Genova 
und Cangiaso genannt. Schule von Genua. — Geb. zu 
Moneglia bei Genua den 18. Okt. 1527, f zu Madrid um 



CA Cambiaso. Campana. Canaletto. 

1585. Schviler seines Vaters Giovanni Cambiaso, tatig in 
Genua und Madrid. 
358 Caritas. Eine kniende, nach links gewendete Frau 
nahrt ein Kind, wahrend zwei andere Kinder von beiden 
Seiten sich an sie schmiegen. Hintergrund Laubwerk. 

Eine Kopie von der Hand B. Strozzis im Pal°. Brignole zu Genua. 

Leinwand, h. 1,37, br. 1,07. — Einzelner Ankauf aus der Samm- 
lung Giustiniani vor 181 5. 

Campaiia. Pedro Campana, als Vlame Peeter de Kem- 
peneer gen. Zeichnet sich zumeist Petrus Campaniensis 
(einmal Petrus Kempener). Spanische Schule. — Bau- 
meister, Bildhauer und Maler, geb. um 1490 vermutlich zu 
Briissel, f daselbst 1588. Bei langerem Aufenthalt in Rom 
(um und nach 1530) durch das Studium Raphaels und 
Michelangelos ausgebildet; tatig vornehmlich in Sevilla 
(1538 — 1562(?)), zeitweilig in Cordoba und anderen Stadten 
Andalusiens, dann (seit 1562) in Briissel. 
409 Maria mit dem Kinde. Maria reicht dem in ihrem 
linken Arm ruhenden Kinde, zu dem sie ernst hernieder- 
blickt, die Brust. Dunkler Grund. 

Maria Halbfig. Eichenholz, h. 0,71, br. 0,54. — Erworben 1835 
in Paris aus der Sammlung Mathieu de Favier. 

Canaletto. Bernardo Belotto seltener Bellotto, gen. Cana- 
letto. Venetianische Schule. — Landschafts- und Architek- 
turmaler, auch Radierer, geb. zu Venedig den 30. Januar 1720, 
f zu Warschau den 17. Okt. 1780. Schiller seines Oheims 
Antonio da Canale, von dem er den Beinamen annahm. 
Tatig in Venedig, Rom, Ober-Italien (bis gegen 1745); als- 
dann in Miinchen (um 1745), in Dresden (1747 — 1758, dann 
1762 — 1768), in Wien (1758 — 1760) und in Warschau 
(1762, seit 1768 als Hofmaler Konig Stanislaus' II. von 
Polen). 

503B Der Marktplatz zu Pirna. Ansicht des Marktes mit 

Blick in die Kirch- und Schlofigasse. Zur Linken das Rat- 

haus, weiter zuriick die gotische Kirche. Rechts im Grunde 

der Sonnenstein. Der Platz ist von zahlreichen Figuren belebt. 

Bez. links unten: 

B.B.DE CANALETTO.FEC, 



Canaletto. Cano. Cappelle. c c 

Gegenstiick zu Nr. 503 C (s. die Bemerkung daselbst). 
Leinwand, h. 0,46, br. 0,78. — Erworben 1878 von Unterstaats- 
sekretar von Gruner in Berlin. 

Das Obertor von Pirna. Durch das in der Mitte be- 503C 
findliche Tor Blick in die Stadt. Im Mittelgrunde die 
gotische Kirche; weiter vorn die Stadtmauern, welche sich 
nach rechts zur Feste Sonnenstein hinaufziehen. Im Vorder- 
grunde die von einigen Figuren belebte Landstrafie. 

Gegenstiick von Nr. 503 B. — Dieselben Ansichten von Pirna, in 
griiflerem Mafistab, in der Galerie zu Dresden. 

Leinwand, h. 0,47, br. 0,78. — Erworben 1882 in Dresden. 

Cano. Alonso Cano. Spanische Schule (Granada und 
Madrid). — Maler und Bildschnitzer, geb. zu Granada den 
19. Marz 1601, f daselbst den 3. Okt. 1667. Schiller Fran- 
cisco Pachecos, Juan de Castillos und des Bildhauers Juan 
Martinez Montaiiez zu Sevilla. Tatig zu Sevilla (bis 1637), 
Madrid (1637 — 165 1) und schliefilich Granada. 

Die hi. Agnes. Als Martyrerin, mit der Palme in der 414 B 
Linken, nach links blickend, an einem Postam entstehend, auf 
dem das Lamm ruht. Hellgrauer Grund. 

Bez. rechts an dem Postament mit dem aus »ALO(NSO)« und 
»CANO« gebildeten Monogramm: 




Aus der frUhen Zeit des Meistcrs. 

Halbfig. Leinwand, h. 1,1 1, br. 0,86. — Erworben 1852 aus der 
Sammlung des Marschalls Soult. 

Cappelle. Jan van de Cappelle. Hollandische Schule. — 
Maler von Marinen und Winterlandschaften, auch Radierer, 
geb. 1624 oder 1625 zu Amsterdam, begraben ebenda den 
22. Dezember 1679. Schiiler. des Simon de Vlieger. Tatig 
zu Amsterdam. 



c5 Cappelle. Caravaggio. 

875 A Stille See. Auf der sonnenbeschienenen ruhigen Meeres- 
flache liegen mehrere Fischerboote. Vorn links am Strande 
mehrere Fischer, rechts eine schmale Landzunge mit einigen 



Htitten. 

Bez. am Boote links: 



^yCiifpd, 



Leinwand, h. 0,45, br. 0,71. — Erworben 1876 aus der Sammlung 
von Lippmann-Lifiingen, Wien. 

Caravaggio. Michelangelo Merisi (Amerighi, Amerigi), 
gen. Caravaggio. Romische Schule. — Geb. zu Caravaggio 
um 1569, f zu Porto d'Ercole 1609. In Rom Gehilfe des 
Cavaliere d'Arpino. Tatig in Mailand (vor 1592), vor- 
nehmlich in Rom (1592 — 1606), alsdann in Neapel, Malta und 
Sizilien (1606 — 1609). Haupt der »naturalistischen« Schule. 

353 Grablegung Christi. Johannes und Joseph von Ari- 
mathia tragen den Leichnam Christi, dessen herabhangende 
Linke den Boden streift, zur Bestattung. Joseph hat den 
Oberkorper vom Riicken her erfafit, wahrend Johannes die 
Beine halt; Magdalena, zwischen beiden sich niederbeugend, 
kiifit die rechte Hand Christi. Hintergrund Landschaft mit 
dem Kalvarienberg zur Rechten. 

Aus der spateren Zeit des Meisters. 

Leinwand, h. 2,80, br. 2,11. — Sammlung Giustiniani, 1815. 

354 Brustbild eines Mannes. Nach links aufblickend, 
mit Vollbart, in schwarzem Kleide. Dunkler Grund. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,75, br. 0,62. — Sammlung Giustiniani, 181 5. 

356 Brustbild einer jungen Frau (angeblich einer romi- 
schen Courtisane, Namens Phyllis). Den Kopf etwas nach 
links gewendet und auf den Beschauer blickend. Mit hoher 
Haarfrisur. Mit der Rechten OrangeblUten an das Mieder 
steckend. Schwarzer Grund. 

Aus der spiiteren Zeit des Meisters. 

Brustbild. Leinwand, h.0,66, br.0,53. — Sammlung Giustiniani, 1815. 

365 Der hi. Matthaeus. Der Evangelist sitzt mit iiberein- 
ander geschlagenen Beinen auf einem Stuhle, das Evan- 
gelium in ein Buch schreibend, das er mit der Linken auf 
den Schenkel stiitzt. Ein Engel mit ausgebreiteten Flugeln, 
rechts neben ihm stehend, fiihrt ihm dabei die Hand. 
Dunkler Grund. 



Caravaggio. Cariani. cy 

Das Bild, fiir die Kirche S. Luigi de' Francesi zu Rom gemalt, 
aber der vulgaren Gestalt und Haltung des Apostels wegen aus der 
Kirche verwiesen, ging in den Besitz des Marchese Vincenzo Giustini- 
ani tiber. 

Leinwand, h. 2,32, br. 1,83. — Sammlung Giustiniani, 18 15. 

Amor als Sieger. Der gefliigelte Amor, Pfeil und 369 
Bogen in der Rechten, stiitzt stehend das linke Bein auf 
einen Sitz. Am Boden und auf dem Sitz verstreut Waffen, 
Musikinstrumente und andere Attribute der irdischen Macht, 
der Wissenschaften und Kunste. Schwarzer Grund. 

Erwahnt bei Bellori, Vite de' pittori etc. S. 123 als »amore vincitore*. 

Leinwand, h. 1,54, br. 1,10. — Sammlung Giustiniani, 1815. 

Himmlische und irdische Liebe. Ein geharnischter 381 
gefliigelter Genius iiberwindet, den Blitzstrahl in der Rechten, 
den rechts zu Boden gestreckten Amor. Ganz links zu 
Fiifien des Genius Pluto. Schwarzer Grund. 

Bei Baglione, Vite de' pittori etc. S. 129 erwahnt als »die irdische und 
die himmlische Liebe*. 

Leinwand, h. 1,79, br. 1,18. — Sammlung Giustiniani, 181 5. 

Cariani. Giovanni Busi oder de' Busi, gen. Cariani. 
Schule von Bergamo. — Geb. zwischen 1480 und 1490 in 
Fuipiano (bei Bergamo), Todesdatum unbekannt (urkund- 
lich 1547 noch am Leben). Unter dem Einflusse Bellinis, 
Palma Vecchios und Giorgiones ausgebildet. Tatig in Ve- 
nedig(schon 1509) und vornehmlich in Bergamo seitetwa 1520. 

Junge Frau in reicher Landschaft. Auf blumigem 185 
Rasen liegt eine junge Frau, in rotem Gewand und blickt 
iiber die nackte rechte Schulter auf den Beschauer. Links 
neben ihr ein weifier Schofihund. Am Flufiufer im Mittel- 
grunde rechts vier orientalische Reiter. Weiter zuriick eine 
befestigte Stadt und eine Burg. In der Feme entlad sich 
ein Gewitter iiber einer Ortschaft, die in Flammen steht. 

Der Stoff zu dieser Darstellung ist wahrscheinlich einem mittel- 
alterlichen Roman in der Art des 'Roman de la Rose' entnommen (Merlin), 
Das Bild, chemals Giorgione, dann Morto da Feltre zugeschrieben, gehOrt 
nach dem Typus der Frau und der malcrischen Behandlung dem Cariani. 

Leinwand auf Holz, h. 0,74, br. 0,94. — Kcinigliche Schlosser. 

Bildnis eines jungen Mannes. Von vorn gesehen, den 188 
Kopf etwas nach rechts gewendet und auf den Beschauer 
blickend. In schwarzer Kleidung und schwarzem Barett. In 
der Linken eine PapierroUe, die Rechte auf einen Stein ge- 



5 8 Cariani. Carpaccio. 

legt, dessen Vorderseite das Relief eines bartigen mannlichen 
Kopfes zeigt. Im Hintergrunde links durch ein Fenster Aus- 
blick ins Freie. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Leinwand, h. 0,59, br. 0,51. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Carpaccio. Vittore Carpaccio (eigentlich Scarpazza). 
Zeichnet sich Carpatius, Charpatius oder ahnlich (auch mit 
dem Zusatz Venetus). Venetianische Schule. — Geb. in 
Venedig um 1455, f daselbst zwischen 1525 und 1526. Schiller 
des Lazzaro Bastiani. Tatig in Venedig. 1507 als Gehilfe 
Giovanni Bellinis im Dogenpalast beschaftigt. 
14 Maria mit dem Kind und zwei Heilige. Maria halt 
das Kind, das die Hande auf der Brust kreuzt und zu ihr 
aufblickt, auf dem Schofie. Links ein alterer Heiliger, 
rechts eine Heilige. Hintergrund gebirgige Landschaft. 

Die Autorschaft Vittore Carpaccios ist wohl mit Unrecht bestritten. 
Wurde auch dem Pietro Carpaccio zugeschrieben. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,74, br. 1,1 1. — 
Sammlung Solly, 1821. 

23 Einsegnung des hi. Stephanus. Petrus, zur Rechten 
auf der Freitreppe eines Palastes stehend, weiht Stephanus 
und sechs andere Jiinglinge, die vor ihm knieen, zu Dia- 
konen. Hinter Petrus vier andere Apostel. Vorn zu beiden 
Seiten Gruppen von Zuschauern. Neben den knieenden 
Diakonen vier Frauen in siidslavischer und Manner in 
orientalischer Tracht. Auf der Palasttreppe im Vorder- 
grunde rechts ein sitzender Pilger, links neben ihm eine 
Alte und ein Kind, das mit einem Hunde spielt. Im 
Hintergrunde rechts bis zum Meer die Festungsmauern der 
Stadt, links ein burggekronter Berg. 

Bez. rechts unten auf einem Blatt wie nebenstehend. — Gehort zu 
einer Folge von fiinf fiir die Scuola di S. Stefano zu Venedig aus- 
gefuhrten Gemalden aus der Geschichte des hi. Stephanus, von denen 
sich je eins von der Hand Carpaccios jetzt in Stuttgart (Galerie), Paris 
(Louvre) und Mailand (Brera) befindet. Das zu der Folge gehorige, 
P. F. Bissolo zugeschriebene Triptychon mit den Figuren von drei Heiligen, 
in der Brera zu Mailand. Unser Bild kam nach der Aufhebung der 
Scuola di S. Stefano (um 1806) in die Sammlung David Weber in Venedig 
(Moschini, Guida di Venezia, 18 1 5), aus der es spiiter in den Besitz 
Solly's gelangte. 

Leinwand, h. 1,48, br. 2,31. — Sammlung Solly, 1821. 



Carpaccio. Carracci. 



59 



Grablegung Christi. Im Vordergrunde ruht auf einem 23A 
Tisch mit Marmoruntersatz der Leichnam Christi. Weiter 

zuriick sitzt an einen Baum gelehnt 
ein Greis mit nacktem Oberkorper, 
den Kopf in die linke Hand 
stiitzend. Links im Hintergrunde 
sind drei Manner in orientalischer 
TrachtbeschaftigtjdieGrabeshohle 
zu offnen und die Vorbereitung 
zum Waschen des Leichnams zu 
treffen. RechtsimMittelgrundedie 
Gruppe der Angehorigen: Maria 
ohnmachtig zusammengesunken, 
von einer Frau gestiitzt; vor ihnen 
Johannes, sein Haupt mit dem 
Mantel verhiillend. Im Grunde 
rechts Magdalena. Auf der Strafie, 
die sich zu einem See mit bergi- 
gen Ufern hinabzieht, und auf 
dem Wege nach Golgatha Wan- 
derer und Reiter in orientalischen 
Trachten. In den Felsen des 
Mittelgrundes halb zerstorte und 
geoffnete Graber, den Boden be- 
decken Schadel und Skelette. 
Auf der Hohe des Felsens ein 
Flote blasender Hirt und ein 
sitzender Mann. 

Auf dem Sockel des Tisches die 
falsche, aber alte Bezeichnung: Andreas 
Mantinea. f. Als Mantegna beschricben 
im Katalog der Sammlung Canonici zu 
Kerrara (1627). Die Darstellung ist 
angeregt namentlich durch die Stelle 
hei Matth. 27,52. — Aus der spateren 
_ Zeit des Meisters. 

Leinwand, h. 1,45, br. 1,85. — Erworben 1905. — Eigentum 
des Kaiser Friedrich-Museums-Ve reins. 

Carracci. Agostino Carracci. Schule von Bologna. — 
Maler und Kupferstecher, geb. zu Bologna den 15. August 
I557» t zu Parma den 22. MSrz 1602. Schiiler der ein- 




6o Carracci. 

heimischen Manieristen und seines Vetters Lodovico Car- 
racci, dann durch Studien vor allem nach den Venetianern 
und Correggio weiter gebildet. Tatig in Bologna, Parma 
(158 1 und in den letzten Lebensjahren), Venedig (1581 und 
langere Zeit seit 1589) und Rom (1597 — 1599). 

372A Bildnis der Johanna Parolini-Guicciardini. Von 
vorn gesehen. In einem Lehnstuhle sitzend, in grauem Ober- 
kleide mit Spitzenkragen und braunem Kopfschleier, in der 
Rechten ein Buch, die Linke auf die Lehne gestiitzt. Wein- 
roter Grund. 

Rechts oben die Inschrift: Hann^ paroliNjE GvicciARDiNiE Imagi- 
NEM AvGVST. Carrativs Pinxit Anno 1598. — FrUher in der Galerie 
Festetics, dann Sterne zu Wien. 

Kniestiick. Leinwand, h. 0,95, br. 0,76. — Erworben 1882 in Wien. 

Carracci. Annibale Carracci. Schule von Bologna. — 
Maler und Kupferstecher, getauft zu Bologna den 3. November 
1560, f zu Rom den 15. oder 16. Juli 1609. Anfangs 
Schiller seines Vetters Lodovico Carracci zu Bologna, dann 
durch Studien nach Correggio in Parma (seit 1580), nach 
den Venetianern, besonders nach Paolo Veronese, endlich 
in Rom nach Michelangelo und Raphael ausgebildet. Tatig 
in Bologna und spater vornehmlich in Rom (1596 — 1609). 
Mit Lodovico und Agostino Begriinder der »Accademia 
degli Incamminati« zu Bologna. 

364 Christus am Kreuz. Am Fufie des Kreuzes die ohn- 
machtig zusammengesunkene Maria, von einer Frau ge- 
stiitzt, und die klagende Magdalena. Links Johannes hinter 
einer Erdwelle am Boden liegend, mit gefalteten Handen. 
Hintergrund Landschaft in Abendstimmung. In der Feme 
abziehende Reiter. 



Bez. unten rechts: ANN ifiA L C AR ATfV5 . 



und 



unten links auf einem Blattchen: j JN^ nVCIIIll 

Leinwand, h. 0,32, br. 0,22. — Sammlung Giustiniani, 1815. 



Carracci. Carreno. Catena, 6 1 

Romische Landschaft. In der Mitte eine Burg, zu der 372 
eine steinerne Briicke iiber einen von Kahnen belebten Flufi 
fiihrt. Vorn links im Schatten einer Baumgruppe ein musi- 
zierendes Paar. 

Aus der spaten romischen Zeit des Meisters. 

Leinwand, h. 0,80, br. 1,43. — Einzelner Ankauf aus der Samm- 
lung Giustiniani vor 181 5. 

Carrefio. Don Juan Carreno de Miranda. Spanische 
Schule (Madrid). — Geb. zu Avilez in Asturien den 25. Marz 
1614, f zu Madrid im September 1685. Schuler des Pedro 
de las Cuevas und des Bartolome Roman zu Madrid, unter 
dem Einflusse von Velazquez, Rubens und besonders von 
A. van Dyck ausgebildet. Tatig vomehmlich zu Madrid, 
kurze Zeit zu Toledo. 

Bildnis Konig Karls II. von Spanien (1661 407 
bis 1700). Als Knabe, in schwarzer Hoftracht, mit langem 
blondem Haar, nach rechts gewendet, neben einem von 
Bronzelowen getragenen Tische stehend, auf den er die 
Hand mit dem Hute stutzt. An der Wand zwei Spiegel, in 
denen die bilderbehangten Wande widerscheinen. 

Bez. rechts Uber dem Tisch: AETAT. SUAE XII ANN., und auf 
dem Sockel des Tischfufies wie umstehend. Der Meister zeichnet 
sich als Pictor Regius et Cubicularius, d. h. Koniglicher Maler und 
Kammerer. — Eine VViederhoIung des Bildes, jedoch ohne Be- 
zeichnung, im Museo del Prado zu Madrid; eine andere befand sich 
in der Sammlung des Prinzen Pierre de Bourbon, eine dritte, etwas 
verSndert, unter dem Namen Murillo in der ehemaligen Sammlung 
Molinari in Mailand. 

Leinwand, h. 2,05, br. 1,42. — Erworben 1836 als Geschenk des 
Freiherm von Werther, damaligen Preufiischen Gesandten zu Paris. 

Carrucci. S. Pontormo. 

Catena. Vincenzo di Biagio, gen. Catena. Venetianische 
Schule. — Geb. zu Venedig, Geburtsdatum unbekannt, 
t daselbst Dezember 1531. Unter dem Einflusse Gio. Bellinis 
ausgebildet. Tatig zu Venedig (1495 erste urkundliche Er- 
wahnung). 

Maria mit dem Kind und vierHeilige. Maria verehrt 19 
das auf ihrem Schofie schlafende Kind. Links Joseph und 
Johannes der Taufer; rechts Antonius von Padua, den Stifter 
empfehlend, und Katharina. Schwarzer Grund. 



62 Catena. 

Halbfig. etwas unterLebensgr., 
der Stifter Brustbild. Leinwand, 
h. 0,87, br. 1,52. — Sammlung 
Solly, 1 82 1. 

32 Bildnis des Grafen 
Raimund Fugger. Von 
vorn gesehen, leicht nach 
rechts gewendet. Mit blon- 
dem Vollbart, in dunklem, 
seidenem Warns, mit Sam- 
metschaube und schwarzem 
Barett. Die Rechte spre- 
chenderhoben, dieLinkeam 
Giirtel. Hellgrauer Grund. 

Wahrscheinlich das Bildnis, 
das sich nach Vasari im Fon- 
daco de' Tedeschi befand, wo 
sich Raimund Fugger (1489 bis 
1535)1 ein Glied der bekannten 
Augsburger Bankierfamilie, als 
einer der angesehensten deut- 
schen Kaufleute authielt. 1530 
von Karl V. in den Grafenstand 
erhoben, war er der Begriinder 
der (alteren) Raimundus - Linie 
des Hauses. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,75, 
br. 0,63. — Erworben 1841. 
S. 7 Junge Venezianerin 
als Magdalena. Etwas 
nach links blickend, die 
linke Schulter entblofit, iiber 
der rechten ein blaues Ge- 
wand; mit langem, dunkel- 
blondemHaar, das in einem 
Netz auf die Schulter fallt. 
In der (nicht sichtbaren) 
Linken ein zierliches GeiaQ 
vor sich haltend. Grauer 
Grund. 

Brustbild etwas unter Le- 
bensgr. Pappelholz, h. 0,33, 




Catena. Cerezo. Cerquozzi. 63 

br. 0,26. — Erworben im Florentiner Kunsthandel. — Sammlung 
James Simon. Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

Bildnis einer jungen Frau. Nach rechts gewendet S. 8 
und ebendahin blickend. In weifiseidenem, gemustertem 
Kleid mit viereckigem Ausschnitt. Das blonde Haar in einem 
hellen Kopftuch auf die Schulter fallend. Schwarzlicher 
Grund. 

In der Stickerei am Ausschnitt wiederholen sich verschlungen die 
eingestickten Buchstaben MC oder CM, die wohl den Namen der 
Dargestellten andeuten. Die Autorschaft Catenas ist bestritten, die Be- 
stimmung als Jacopo de' Barbari ergibt sich schon aus dem spaten 
Costiim als irrtiimlich. 

Brustbild in 2/3 Lebensgr. Pappelholz, h. 0,40, br. 0,31. — Erworben 
im Pariser Kunsthandel. — Sammlung James Simon. Vgl. Katalog 
dieser Sammlung. 

Cerezo. Mateo Cerezo. Spanische Schule (Madrid). — 
Geb. zu Burgos 1635, f zu Madrid 1675. Schiiler seines 
Vaters Mateo und Juan Carrenos de Miranda in Madrid, 
unter dem Einflusse Murillos und van Dycks ausgebildet. 
Tatig vornehmlich zu Madrid, zeitweilig in Burgos, Valla- 
dolid und Valencia. 

Christus am Kreuze. Den Blick flehend nach oben 408B 
gewendet. Hintergrund diistere Landschaft; mit schwerem 
Gewolk und Abendrot. 

Leinwand, h. 2,06, br. 1,62. — Sammlung Suermondt, 1874, 

Cerquozzi. Michelangelo Cerquozzi gen. Michelangelo 
delle Battaglie oder Bambocciate. Romische Schule. — 
Schlachten-, Genre- und Stillebenmaler, auch Radierer, geb. 
zu Rom den 2. Februar 1602, f daselbst den 6. April 1660. 
Schiiler des Cavaliere d'Arpino und P. P. Bonzis, aus- 
gebildet unter dem Einflusse Pieters de Laer. Tatig zu Rom. 

Auszug eines Papstes aus Rom. Der Zug von Reitern 443 
und Wagen, von der Leibwache der Schweizer und von 
Monchen in Prozession gebildet, bewegt sich im Bogen der 
Porta S. Paolo zu, neben der sich die Cestiuspyramide erhebt. 
Im Vordergrunde Karrossen, Schweizer, Monche, Bettler, 
Verkaufer, sich balgende Kinder. Im Mittelgrunde rechts 
die Basilika S. Paolo fuori le mura. In der Feme das Albaner 
Gebirge. 

Leinwand, h. 0,96, br. 1,31. — Ktinigliche Schldsser. 



64 Chodowiecki. 

Ceulen. S. Janssens. 

Chodowiecki. Daniel Chodowiecki. Deutsche Schule. — 
Maler unci Radierer, geb. zu Danzig den 16. Oktober 1726, 
f zu Berlin den 7. Februar 1801, Durch Zeichnungen nach 
Boucher und Watteau und in der Malerei unter Haid und 
Bernhard Rode gebildet. Tatig zu Berlin. 

482 Das Blindekuhspiel. Auf dem Wiesengrund eines 

Parkes ist eine Gesellschaft junger Herren und Damen ver- 
sammelt. Ein Paar spielt Blindekuh, wahrend die iibrigen, 
teils umherstehend, teils gelagert, zuschauen. Im Mittel- 
grund eine Statue der Venus auf hohem Postament. 

Bez. links an einem Baumstamme: ^ • CnoffOv/tBcKL p. |70 3 

Gegenstiick zu Nr. 485 

Leinwand, h. 0,63, br. 0,78. — Erworben 1843 aus der Sammlung 
Reimer zu Berlin. 

485 Der Hahnenschlag. Auf dem Rasen eines Parkes 

vergniigen sich junge Leute beim Spiel. Mit verbundenen 
Augen sucht einer von ihnen mit dem Stabe nach dem Topfe 
zu schlagen, unter dem der Hahn sitzt. Im Mittelgrund ein 
Zelt, darin zwei altere Manner, von denen der eine raucht. 

Bez. links unten: 2) • Op^Owlecj^L 

Gegenstiick von Nr. 482. 

Leinwand, h. 0,63, br. 0,78. — Erworben 1844. 

491 A Bildnis des Joseph Banks. Etwas nach rechts ge- 

Avendet und auf den Beschauer blickend. In jugendlichen 
Jahren, mit vollem schwarzem Haupthaar. In blauem Ge- 
wande, weifier Halsbinde und Pelzweste. Grauer Grund. 
— Unten auf einem rechteckigen Schilde die Aufschrift: 
Joseph Banks Esqj. 

Unter dem runden Ausschnitte der braunen gemalten Umrahmungbez. : 

Gegenstiick zu Nr. 491 B. 

Kl. Brustbild. Kiefemholz, h. 0,23, br. 0,16. — 1859 aus dem 
Kupferstichkabinett Uberwiesen. 



Chodowiecki. 65 

Bildnis des Dr. Solander. Im Profil nach rechts ge- 491B 
wendet. Mit weifier Zopffrisur, rotem Rock und weifier 
Binde. Rotbrauner Grund. — Unten auf einem rechteckigen 
Schilde die Aufschrift: Dr. Solander. 

Unter dem runden Ausschnitte der braunen gemalten Umrahmung bez. : 






c^^' 



GegenstUck von Nr. 491 A. — Auf der RUckseite mit Tinte in alter 
Schrift: Nach der Natur gemalt von Chodowiecki, welcher das Portrat 
seinem Freunde Bolten zum Geschenk gemacht hat, zu einer Zeit, als 
Banks, Solander und Bolten in einem und demselben Ort vereinigt waren. 

Kl. Brustbild. Kiefemholz, h. 0,23, br. 0,16. — 1859 aus dem 
Kupferstichkabinett iiberwiesen. 

Bildnis des Dr. Marcus Levin, des Vaters der 491C 
Rahel von Varnhagen. Der altliche, ein wenig korpulente, 
bartlose Herr sitzt, dreiviertel nach rechts gewendet, in griin 
gepolstertem Lehnstuhl. Er tragt gelbbraunen Uberrock und 
stiitzt die rechte Hand auf den Stock, die linke mit dem 
weichen Filzhut auf das rechte Bein. Dunkler Grund. 

Bez, links neben der Stuhllehne: Oxoiowitikc 

Kl. KniestUck. Eichenholz, h. 0,22, br. 0,175. — Erworben 1896 
aus dem Nachlafi des Herm Dr. Robert-Tomow. 

Der Abschied des Galas. In der Mitte sitzt auf seinem 5OOB 
Lager der Verurteilte, umringt von seinen zwei jammernden 
Tochtern und seinem Sohn. Er deutet mit der Linken 
nach rechts, wo sich ein Arzt und eine Warterin um eine 
ohnmachtige alte Frau bemiihen. Rechts vorn kniet ein 
Mann, der dem Gefangenen die FuBketten lost. Links ein 
Monch, durch eine von zwei Soldaten bewachte Tur ein- 
tretend. Hintergrund die Kerkermauer. 

Bez. unten rechts : D Chodowiecki. f. (echt ?) 

Das Gemalde wurde 1765 ausgefUhrt. 1762 hatte das Parlament 
zu Toulouse den von Voltaire gebrandmarkten Justizmord an dem 
calvinistischen Kaufmann Jean Galas begangen. 

Leinwand, h. 0,30, br. 0,41. — Erworben 1865 als Geschenk von 
Frau Gretschel, geb. Chodowiecki, in I>cipzig. 

Andere Arbeiten Chodowiecki s s. unter den 
Miniaturen am Schlusse des Katalogs. 

Verz. d. Gcmiilde. c 



66 



Cignani. Cima. 



Cignani. Conte Carlo Cignani. Schule von Bologna. — 
Geb. zu Bologna den 15. Mai 1628, f zu Forli den 6. Sep- 
tember 1719. Schiiler des Gio. Batt. Cairo und des Fr. Albani 
(dessen Gehilfe bis 1660), ausgebildet durch das Studium 
der Werke Correggios und der Carracci. Tatig in Rom, 
Bologna, Parma und Forli (1686 — 1700). Erster Principe 
der Accademia Clementina zu Bologna (gegr. 1709). 
447 Venus undAnchises. Anchises, auf die Lyra gestiitzt, 
sitzt links auf einem Felsblock im Gesprach mit Venus, die 
in Begleitung Amors rechts steht. Hintergrund bergiges 
Meeresufer. 

Leinwand, h. 0,98, br. 1,31. — Sammlung Solly, 1821. 

Cima. Giovanni Battista da Conegliano, gen. Cima. 
Zeichnet sich Joannes Baptista Coneglianensis, oder bloB 
Joannes Baptista. Venetianische Schule. — Geb. vermutlich 
zu Conegliano 1459 oder 1460, f den 2. (?) Sept. 15 17 oder 
1 5 18. Wahrscheinlich Schiiler Bartolommeo Montagnas in 
Vicenza (1488 dort nachweisbar), spater in Venedig nament- 
lich unter dem Einflusse Gio. Bellinis weitergebildet. Tatig 
zu Udine und Conegliano, zu Venedig (1492 — 15 16) und 
wieder in Friaul. 
2 Thronende Maria mit dem Kind und vier Hei- 
lige. In einem offenen Kuppelbau sitzt auf hohem Throne 
Maria mit dem segnenden Kinde. Links die hhl. Petrus und 
Romualdus; rechts Paulus und Bruno. Das Mosaik derKuppel 
zeigt, der Darstellung in der Vorhalle von S. Marco nach- 
gebildet, die Geschichte Josephs. Hinter dem Thron ein 
griiner Vorhang, zu dessen Seiten Himmel. 

Bez. auf einem Blattchen an den Stufen des Thrones: 



rf/'j J 



'"^cibtillr^YViJao^ 






Cima. 



^7 



Aus der spateren Zeit des Meisters (um 151 2). Das Bild befand 
sich ehemals auf der Insel S. Michelc, zwischen Venedig und Murano, 
und hing zu Boschinis Zeiten in der Sakristei der Camaldulenserkirche. 

Pappelholz, oben rund, h. 2,06, br. 1,35. — Sammlung Solly, 1821, 

Maria mit dem Kind und dem Stifter. Maria halt 
auf dem Schofie das Kind, das den links knienden Stifter 
segnet. Hintergrund bergige Landschaft mit dem Schlosse 
Colalto bei Conegliano. 

Bez. auf einem Blattchen in der Ecke rechts unten: 






StS 



Frtlhes Werk des Meisters. 

Maria Halbfig. etwas unter Lebensgr,, der Stifter Brustbild. Pappel- 
holz, h. 0,66, br. 0,90. — Sammlung Solly, 1821. 

Heilung des Anianus. Auf dem Marktplatze zu 15 
Alexandria heilt Markus die mit der Able verwundete Hand 
des Anianus, der, von zahlreichen Zuschauern in orientali- 
scher Tracht umgeben, vorn zur Linken mit seinem Schuster- 
werkzeuge vor einem Hause sitzt. Im Hintergrund ein 
Kuppelbau. 

Gemalt um 1499. Nach Boschini ehemals in der Kirche der Gesuati 
in Venedig. Es bildete mit drei anderen Gemalden von verschiedenen 
Meistern einen Zyklus, der das Leben des hi. Markus zum Gegen- 
stand hatte. Einc Zeichnung zum Giebelschmuck im Berliner Kupfer- 



68 Cima. 

stich-Kabinett — Ganz links unten als Reste der Be- 
zeichnung : TA 

AP. 
Pappelholz, h. 1,72, br. 1,35. — Sammlung Solly, 
1821. 

17 Maria mit dem Kinde. Auf dem Schofie 
der halb nach rechts gewendeten Maria steht, 
von der Mutter gehalten, das nackte Kind, das 
in der Linken einen Stieglitz halt. Hintergrund 
bergige Landschaft mit dem alten Schlofi Colalto 
bei Conegliano. 



Bez. auf der Briistung wie nebenstehend. — Aus der 
spateren Zeit des Meisters. Eine kleinere Originalwieder- 
holung mit einigen Vcranderungen in der National Gallery 
zu London. 

Maria Halbfig. in Vj Lebensgr. Pappelholz, h. 0,62, 
br. 0,51. — Sammlung Solly, 182 1. nD 



o 

CO 



17A Kiistenlandschaft mit zwei kampfen- 
denMannern. Griine Bucht am Meeresstrande, 
die in der Feme von hellblauen Bergen ab- h l J 
geschlossen wird. Vorn links ein Schiffsrumpf ^ 

am Strand; unter den Baumen des Wiesengrundes ^^ 
zwei Jiinglinge im Kampf, wahrend rechts zur t 

Seite ein dritter, an einem Baumstamm lehnend, 
die Flote blast. Im Mittelgrund erhebt sich 
auf einem Hiigel eine Burg. 

Friiher in der Ashburnham-Sammlung zu London. 
— Vielleicht urspriinglich als Schmuck eines venetia- 
nischen Prachtmbbels gemalt. 

Pappelholz, h. 0,32, br. 0,53. — Erworben 1901 aus X 
dem englischen Kunsthandel. ^"\ 

Cima. Nachfolger des Giovanni Battista da ^^ 
Conegliano gen. Cima. Venetianische Schule. C J 

42 Die hhl. Lucia, Magdalena und Katha- 

rina. Die drei Heiligen stehen unter einem ^ 

von Pfeilern getragenen Bogen, in der Mitte [ x J 

Lucia auf einem niedrigen Sockel, in der Linken ^^ "^ ^^ 
eine Lampe tragend; links Magdalena mit dem 



> I 



CO 



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y to 



Cima. Cimabue. Claesz. 60 

Salbgefafi; rechts Katharina mit einem Bruchstiicke des 
Rades. Hintergrund bergige Landschaft. 

Leinwand, h. 1,38, br. 1,19. — Sammlung Solly, 1821. 

Cimabue. Schule des Giovanni Cimabue (1240 bis um 
1302). Florentinische Schule. 

Ein En gel. Von vorn gesehen. In der Linken den III. 43 
Botenstab. Goldgrund. 

Kl. Halbfig-. Pappelholz, h. 0,18, br. 0,17. — Erworben 1829 
durch Rumohr. — Aufgestellt in der Abteilung der altchrist- 
lichen Bildwerke. 

Civetta. S. Bles. 

Claesz. Pieter Claesz. van Haarlem. Hollandische 
Schule. — Maler von Stilleben, geb. gegen 1590 zu Burg- 
steinfurt, begraben zu Haarlem den i. Januar 1661. Vater 
des Nicolaes Pietersz. Berchem. Urkundlich zuerst 161 7 zu 
Haarlem genannt und tatig daselbst (wohl schon vor 161 7). 

Stilleben. Auf einem Tische, der zum Teil mit einem 948 
weifien Linnen bedeckt ist, die Bestandteile eines Friih- 
stiicks, rechts eine Pastete, links zwei Platten neben einem 
Nautiluspokal, einem umgeworfenen silbernen Becher und 
zwei Weinglasern. Grauer Grund. 

Eine Wiederholung in der Sammlung Mansi zu Lucca. 

Eichenholz, h. 0,53, br. 0,69. — Sammlung Solly, 1821. 

Stilleben. Auf einem grofien Tische, dessen linkes 948A 
Ende mit einem weifien Linnen bedeckt ist, die Bestand- 
teile eines Friihstiicks, links auf Platten eine Pastete, Zitrone, 
Weiflbrot und Oliven; daneben ein grofier Romer, ein 
Spitzglas, ein Bierglas, eine Zinnkanne und eine umgeworfene 
hohe silberne Schale. Rechts zwischen Laub eine Platte mit 
Aprikosen, ein Korb mit Trauben, Birnen und andere Friichte. 
Hintergrund die Wand mit einem Fenster zur Linken. 

Leinwand, h. 1,14, br. 1,72. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Stilleben. Auf einem Tisch mit griiner Decke ein hoher, 985A 
mit Rheinwein halb gefiillter Romer, rechts daneben ein 
umgeworfener Silberbecher. Vorn zwei Platten, auf der 
grftfieren ein Messer und eine Olive. Daneben Niisse und 
Austern. Grauer Grund. 



70 Claesz. Claude. 



Bez. auf der Messerklinge : 



f 



Eichenholz, h. 0,42, br. 0,59. — Erworben 1845. 

Claude. Claude Gellee, oder Gillee, seltener Gelee, ge- 
nannt Claude (le) Lorrain. Franzosische Schule. — Maler 
und Radierer von Landschaften, gab. zu Chamagne bei Mire- 
court in Lothringen urn 1600, f zu Rom den 21. November 
1682. Schiller des Agostino Tassi zu Rom, unter dem Ein- 
flusse Paulus Brils, Annibale Carraccis und Adam Elsheimers 
ausgebildet. Tatig vornehmlich zu Rom, voriibergehend in 
Nancy (um 1626). 
428 Heroische Landschaft. Am Ausgang eines Waldes, 
neben dem sich der Ausblick in eine weite von der Abend- 
sonne beleuchtete Landschaft offnet, vereinigt Diana den 
wieder belebten Hippolyt mit der Nymphe Aricia im Hain 
der Egeria (Virgils Aeneis VII. 762 f.); rechts im Walde 
zwei ruhende Nymphen. 

Die Bez. rechts unten stark verrieben: Claude i . , . j6s . . — Im 
»Liber Veritatis« findet sich unter Nr. 163 eine ahnliche Komposition. 

Leinwand, h. 1,36, br. 1,72. — Sanimlung Giustiniani, 1815. 
448B Italienische Kiistenlandschaft im Morgenlicht. 
Zur Linken die Ruinen eines korinthischen Tempels, zu 
dem eine Bogenbriicke fiihrt. Vorn sitzt ein Madchen, vor 
ihr steht ein die Flote blasender Schafer. Rechts ein zwischen 
Baumen aufgespanntes Zelt und in der Feme die Meeres- 
bucht mit Schiffen. 

Bez. unten in der Mitte: 

— Nr. 64 des »Liber Veritatis«, des Katalogs der Bilder Claudes in 
Skizzen. — Die Figuren (nach dem Kataloge der Sammlung des Mar- 
quis de la Ganay) von Filippo Lauri (Rom, 1623 — 1694"), der 
oft Claudes Landschaften staffiert hat; doch war derselbe, als Claude 
das Bild make, erst neunzehn Jahre alt. — Sammlung Pourtales, Paris 1865. 
Leinwand, h. 0,97, br. 1,31. — Erworben 1880 in Paris aus der 
Sammlung des Marquis de la Ganay. 

Cleve. Jogs van Cleve der Altere. S. Meister des 
Todes Maria. 



Cleve. Clouet. Jr j 

Cleve. Joos van Cleve oder van Cleef (Familienname 
wahrscheinlich van der Beke) der Jungere — zum Unter- 
schiede von dem alteren Meister dieses Namens, der mit 
dem Meister vom Tode Maria identifiziert wird. Nieder- 
landische Schule. — Geb. wahrscheinlich zu Antwerpen, 
Geburts- und Todesdatum unbekannt. In Antwerpen, Paris 
und London, vielfach auch an den Hofen tatig. Nach K. van 
Mander 1554 in London dem Irrsinn verfallen. 

Bildnis eines jungen Mannes. Nach links gewendet 633A 
und auf den Beschauer blickend. Bartlos; in schwarzem 
Barett und Gewand. Die Rechte sieht aus dem Mantel 
hervor, der um die Schultern geworfen ist. Dunkler Grund. 

In der Samlung zu Blenheim Holbein genannt. — Rubens hat das 
Bildnis kopiert, s. Nr. 786 der MUnchener Pinakothek. 

Brustbild. Papier auf Eichenholz, h. 0,44, br. 0,31. — Erworben 
1885 aus der Sammlung des Herzogs von Marlborough zu Blenheim. 

Bildnis einer Frau. Sitzend, etwas nach links ge- 633 B 
wendet und ebendahin blickend. In schwarzem Kleid und 
weiten Pelzarmeln, auf dem Kopf eine weifie Haube. Die 
auf dem Schofie zusammengelegten Hande halten einen 
Rosenkranz. Hintergrund hellgraue Wand, rechts ein Posta- 
ment mit einem Pilaster. 

Bez. links auf dem Postament : 1 543 AETATIS SVAE 36. — Friiher 
unter dem Namen Holbein in der Sammlung des Earl of Grimstorpe in 
London, wo sich auch das GegenstUck (Bildnis eines Mannes) befand 
(jetzt im Besitz von Sir George Donaldson in London). 

Leinwand, h. 0,90, br. 0,81. — Erworben 1906 auf der Versteigerung 
Earl of Grimstorpe in London. 

Clouet Schule des Fran9ois Clouet, gen. Jehannet oder 
Janet. (Geb. vor 1522, Hofmaler seit 1541, f Sept. 1572.) 
Franzosische Schule. 

Bildnis Heinrichs II. von Frankreich (15 19 472 
bis 1559). Etwas nach links gewendet und auf den Beschauer 
blickend. In schwarzem, reich gesticktem Gewand und 
schwarzem Barett, um den Hals die Kette und das 
Medaillon des Michaelordens. Grauer Grund. 

GegenstUck zu Nr. 475. — Ein besseres Exemplar, datiert 1559 
(also gemalt im Todesjahre des KOnigs) in der Galerie Pitti zu Florenz, 
ein zweites im Louvre zu Paris. 

Brustbild in Vj Lebensgr. Eichenholz, h. 0,43, br. 0,345. — Samm- 
lung Giustiniani, 1815. 



72 



Clouet. Codde. Coello. Coltellini. 



475 Bildnis des jungen Herzogs von Anjou (nachmals 
Heinrich III. von Frankreich, 1531 — 1589). Etwas nach links 
gewendet und auf den Beschauer blickend. In schwarzem, 
reich gesticktem Gewand mit roten Armeln und schwarzem 
Barett. Um den Hals die Kette und das Medaillon des 
Michaelordens. Grauer Grund. 

GegenstUck von Nr. 472. Ein besseres Exemplar, gleichfalls nur 
alte Kopie, in der Galerie zu Bergamo. 

Brustbild in '/j Lebensgr. Eichenholz, h. 0,44, br. 0,34. — Samm- 
lung Giustiniani, 18 15. 

Codde. Pieter Codde. Hollandische Schule. — Geb. 1599 
oder 1600 zu Amsterdam, begraben daselbst den 12. Oktober 
1678. Unter dem Einflusse des Frans Hals zu Haarlem ge- 
bildet. Tatig in Amsterdam. 

800A Vorbereitung zum Karneval. In einem Zimmer, in 
dem Kostume bunt durcheinander liegen, vier zum Teil 
schon maskierte Manner, von denen einer auf einem Tische 
sitzt und ein anderer zur Laute singt. 



Bez. auf einem Bild an der Wand; 



Q/^'ia. f 



— Aus der mittleren Zeit des Meisters. Eine anscheinend eigen- 
handige Wiederholung war bei Arthur Kay in Glasgow. 

Eichenholz, h. 0,33, br. 0,52. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Coello. Alonso Sanchez Coello. Spanische Schule 
(Madrid). — Geb. zu Benifayr6 (bei Valencia) im Beginn 
des i6.Jahrhunderts (1515?), heiratete 1541 in Madrid, f 1590 
ebenda. Schiiler des Antonis Mor zu Madrid. Tatig in 
Lissabon und Madrid. 
406B Bildnis Philipps II. von Spanien (1527 — 1598). Halb 
nach rechts gewendet. In reicher Riistung, in der Rechten 
den Kommandostab, die Linke auf den Degenknopf ge- 
stiitzt. Schwarzer Grund, 

Eine alte Kopie im Stadthause zu Lowen. — Konigliche Samm- 
lung in Madrid bis 1820; Sammlung von Schepeler in Aachen, 1851. 

Leinwand, h. 1,87, br. 1,00. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Coltellini. Michele Coltellini. Zeichnet sich auch Cor- 
telini. Schule von Ferrara. — Angeblich geb. 1480 zu 
Ferrara, f daselbst 1542; doch sind beide Daten nicht be- 



Coltellini. Gonti. 7^ 

glaubigt, 1529— 1535 urkundlich nachweisbar. Unter dem 
Einflufi Ercole de' Robertis und Lorenzo Costas gebildet. 

Beschneidung Christi. Maria halt iiber den in der 119 
Mitte stehenden Altar das Kind, an dem der Hohepriester 
die Beschneidung vollzieht. Inmitten eine Jungfrau mit 
Kerze und einer Birne in den Handen. Hinter Maria 
Joachim und Anna, rechts drei Begleiter des Priesters. 

Bez. rechts unten mit der Jahreszahl: MDXVI. 

Pappelholz, h, 0,51, br. 0,76. — Sammlung Solly, 1821. 

Conegliano. S. Cima. 

Conti. Bernardino de' Conti. Zeichnet sich Bernar- 
dinus de Comitibus oder de Comite, auch Bernardinus 
comes. Lombardische Schule. — Geb. zu Pavia. Tatig zu 
Mailand, nach den Daten auf seinen Bildern von 1499 bis 
nach 1522. Gehorte der alteren lombardischen Schule an 
und bildete sich unter dem Einflusse Lionardos weiter aus. 

Bildnis eines Kardinals. Im Profil nach links. In 55 
rotem Mantel und roter Kappe. 

I^E FJ?CT*T* Schwarzer Grund. 

-••AX ggj,. links oben in der Ecke wie neben- 

K WA-TtOlKTV stehend. — Oben die Inschrift: ETATIS. 

JJ jyi^l" (<U X IM If ANNORVM. XLVII. MCCCCLXXXXVIIII. 



S DE COMI DIE- XV. MARTII. 



Brustbild. Pappelholz, h. 0,51, br. 0,48. 
y^XXi^T C — Erworben 1836 als Geschenk des da- 

1 1 O V O maligen preuflischen Gesandten zu Paris, 

Freiherrn von VVerther. 

Bildnis der Margherita Colleone, erster Ge- 208 
mahlin Gian Giacomo Trivulzios. Im Profil nach 
links. In hellgrauem, anliegendem Kleide mit weiten 
Armeln und weiOem, iiber die Haarflechten gelegtem Schleier. 
Den linken Arm stiitzt sie auf einen Tisch; die rechte Hand 
ist iiber die linke gelegt. Dunkler Grund. 

Bez. unten rechts (die altcste Inschrift): margarita coleonea 
nicolini; oben rechts (spater hinzugefUgt): MARGARITA COLEO- 
NEA; dann nochnials zu bciden Seiten des Kopfes in ursprdnglich 
goldener, spater schwarz Ubergangener Schrift: MARGARIT ACOLEO — 
NEA NICOLINI FILIA ET MAGNI TRIVVLT. PRIMA UXOR. 
— Margherita (1455 — '483), die Tochter Nicolino Colleones, eines 
Verwandten des berlihmten Condottiere, und der Cia Visconti, wurde 
1467 mit G. G. Trivulzio (1441 — 1518, mailandischer Fcldherr, spater 



HA Conti. Coques. Comeille. Comelisz. 

franzosischer Marschall) vermahlt. Das Bildnis ist lange nach ihrem 
Tode gemalt und erinnert namentlich in der Haltung der Hande an 
Lionardos Mona Lisa. 

Halbfig. Pappelholz, h. 0,75, br. 0,55. — Sammlung Solly, 1821. 

Coques. Gonzales (Gonzalo) Coques oder Cocx. Vla- 
mische Schule. — Gab. 161 8 zu Antwerpen, f daselbst den 
18. April 1684. Schiller des Portratmalers Peeter Brueghel III. 
seit 1626/27, dann des David Ryckaert d. J., dessen Tochter 
er heiratete; ausgebildet unter dem Einflufi A. van Dycks. 
Tatig in Antwerpen (1641 in die Lukasgilde aufgenommen). 
864 B Bildnis des jungen Cornelis de Bie. In grau- 
seidenem Wamse, neben einem Tische sitzend und von 
einem Buch, in das er schreibt, aufblickend. In der Linken, 
die iiber der Stuhllehne ruht, halt er einen Brief. Im 
Grunde des Gemachs eine Bibliothek. 

Cornelis de Bie, Notar zu Lierre (geb. den 10. Febr. 1627), ist 
der Verfasser von »Het gulden cabinet van de edele vrij schilder- 
const«, Antwerpen 1662, das Nachrichten iiber die zeitgenossischen 
Kiinstler gibt. — Sammlungen Schamp d'Averschoot; Graf Comelissen. 

KI. KniestUck. Kupfer, h. 0,27, br. 0,22. — Sammlung Suermondt, 
1874. 

Cordelleagi (Cordegliaghi). S. Previtali. 

Corneille. Corneille de Lyon oder de la Haye. Fran- 
zosische Schule. — Bildnismaler, geboren im Haag (?), 
f um 1575 zu Lyon. Tatig namentlich zu Lyon (seit 
1544). Peintre de la maison du Dauphin, peintre ordinaire 
Heinrichs II., Franz' II. und Karls IX. 
1643 Bildnis einer Dame. Etwas nach links gewendet. 
In schwarzem, ausgeschnittenem Samtkleid .mit grofien 
Puffarmeln, um den Hals eine Perlenkette, auf dem rot- 
blonden Haar eine schwarze, weifigefiitterte Haube. Die 
Hande sind vor der Brust ineinandergelegt. Dunkelgriiner 
Grund. 

Das Bild gehort zu der groflen Reihe franzosischer Portrats, die 
ehemals Clouet genannt, jetzt Corneille de Lyon zugeschrieben werden. 

Kl. Halbfig. Eichenholz, h. 0,18, br. 0,155. — Erworben 1904. 
— Sammlung A. Thiem. 

Cornelisz. Jacob Cornelisz. van Amsterdam oder van 
Oostsanen. Zeichnet sich mit einem Monogramm, das aus 
J und A und einer Hausmarke gebildet ist. Niederlandische 



Comelisz. Correggio. yc 

Schule. — Maler unci Zeichner fiir den Holzschnitt, geb. 
zu Oostsanen vor 1470, f vor dem 18. Oktober 1533 zu 
Amsterdam. Tatig um 1500 — 1533 zu Amsterdam. 

Fliigelaltar. Mittelbild: Maria mit dem Kinde. 607 
Von Engelchen umgeben, sitzt Maria hinter einer mit per- 
sischem Teppiche bedeckten Briistung, auf der ein Korb mit 
Kirschen steht. Hintergrund Landschaft. — Linker Flii- 
gel: Der Stifter mit dem hi. Augustinus. Der Heilige 
im Bischofsornat, in der Linken das von einem Pfeil durch- 
bohrte Herz. Vor ihm kniet der Stifter, in den Handen 
ein Gebetbuch. Hintergrund Landschaft. — Riicks.eite: 
Die hi. Anna Selbdritt. In einem Gemache stehend, 
auf dem rechten Arme die in kleiner Figur dargestellte 
Maria mit dem Christkind. Hintergrund Landschaft. — 
Rechter Fliigel: Die Stifterin mit der hi. Barbara. 
Die Heilige in reichem Gewande von Goldbrokat, in der 
Linken eine Pfauenfeder haltend. Vor ihr kniet die Stifterin, 
mit gefalteten Handen, einen Rosenkranz am Giirtel. Hinter- 
grund Landschaft. — Ruckseite: Die hi. Elisabeth von 
Thiiringen. In einem Gemache stehend, auf dem Haupt eine 
Krone, in der Rechten eine zweite Krone haltend. Zu ihren 
Fiifien ein Bettler. Hintergrund Landschaft. 

MitHilfe eines mit den Namen der Dargestellten bezeichnetenBildnis- 
paares im Museum zu Rotterdam, ebenfalls von der Hand Jacobs (.'), laBt 
sich feststellen, dafl der Stifter Augustijn van Teylingen, die Stifterin 
seine Gattin Juduca van Egmont ist. 

Eichenholz, Mittelbild h. 0,42, br. 0,32; FlOgel je h. 0,50, br. 0,17. 
— Sammlung Solly, 1821. 

Correggio. Antonio Allegri, gen. Correggio. Schule 
von Parma. — Geb. zu Correggio um 1494, f daselbst den 
5. Marz 1534. Schiiler des Antonio Bartolotti zu Correggio, 
dann wahrscheinlich des Francesco Bianchi Ferrari zu Mo- 
dena, ausgebildet namentlich durch das Studium des Andrea 
Mantegna und der Ferraresen (besonders des Lorenzo Costa). 
Tatig in Correggio und Parma (seit 1518). 

Leda mit dem Schwan. Am Ufer eines kleinen Wald- 218 
sees sitzt unter einer Baumgruppe Leda mit dem Schwan 
im Schofie. Rechts im Mittelgrunde ist sie zum zweiten 
Male dargestellt, wie sie den Schwan im Wasser abzuwehren 
sucht und nochmals, ans Ufer steigend, wo ihr die Dienerin 



76 Correggio. Cossa. 

das Gewand iiberwirft, wahrend der Schwan davonfliegt. 
Links sitzt Amor, die Lyra spielend, und zwei musizierende 
Liebesgotter. 

Aus der letzten Zeit des Meisters (um 1530). Das Bild wurde 
1603 in Spanien fUr Kaiser Rudolf II. erworben (beschrieben im Pragcr 
Inventar v. 162 1), und nach der Kroberung Prags durch die Schweden 
im Jahre 1648 nach Stockholm gebracht. Es befand sich darauf in 
der Sammlung der Konigin Christine v. Schweden in Rom und einige 
Zeit beim Kardinal Azzolini, seinem Neffen und zwei Prinzen Odescalchi. 
1722 gelangte es in den Besitz des Regenten Philipp von Orleans, 
dessen frommelnder Sohn Ludwig das Bild zerschnitt und den Kopf 
der Leda vernichtete. Der Hofmaler Charles Coypel, Direktor der 
Sammlung des Herzogs, flickte das Bild wieder zusammen und ersetzte 
den Kopf der Leda. Aus dem Nachlafi Coypels kam das Gemalde 
1752 an den Sammler Pasquier (fUr 16050 Livres) und 1755 nach 
dessen Tod in den Besitz Friedrichs des Grofien (fur 21060 Livres). 
Seit 1830 im Museum, wo Schlesinger einen neuen Kopf der Leda 
einfUgte. Das Bild ist mehrfach zerschnitten, ein Teil des Korpers 
der Dienerin mit dem blauen Gewand ist ebenfalls neu gemalt und 
eingesetzt. Gute alte Kopie in Petersburg nach dem noch nicht ver- 
sttimmelten Original. 

Leinwand, h. 1,52, br. 1,91. — Konigliche Schlosser. 

Correggio. Kopie nach Antonio AUegri, gen. Correggio. 

216 Jo und Jupiter. Jo, auf einem Felsen sitzend und fast 

ganz vom Riicken gesehen, wird von dem in eine Wolke 

gehiillten Gott umarmt. Rechts vom eine Vase mit einer 

Aloe, darunter der Kopf eines trinkenden Rehbockes. 

Alte Kopie, schon 1587 in Spanien fur Kaiser Rudolf II. erworben, 
wahrend das Original, gegenwartig in den k. k. Hofmuseen zu Wien, 
erst nach 1600 gleichfalls in den Besitz Rudolfs II. kam. Das Bild 
befand sich in der Sammlung der Christine von Schweden und gait 
dort als Originalwerk Correggios. Es teilte das Schicksal der Leda 
(s. Nr. 218) und wurde ebenfalls durch Ludwig von Orleans verstlimmelt. 
Pasquier erwarb es flir 5602 Livres. Der von Coypel gemalte Kopf 
der Jo wurde spater (1806) in Paris von Prud'hon ersetzt. 

Leinwand, h. 1,38, br. 0,83. — Konigliche Schlosser. 

Cosimo. S. Piero. 

Cossa. Francesco (del) Cossa. Schule von Ferrara. — 
Geb. zu Ferrara um 1435, t i477- Tatig in Ferrara, nach 
1470 in Bologna. Mit Cosmd Tura und Ercole de' Roberti 
Hauptmeister der ersten Generation der ferraresischen Schule. 



Cossa. Costa. ^77 

Allegoric des Herbstes. In aufgeschurztem rotlichem 115A 
Arbeitskleide steht vor dem Himmel die von uilten ge- 
sehene Gestalt einer jungen Winzerin ganz im Vorder- 
grunde, die Rechte auf den Spaten gestutzt, in der erhobenen 
Linken eine iiber der Schulter ruhende Hacke und ein paar 
Reben mit reifen Trauben; ihr linker Fufi tritt vorn auf eine 
Stufe. Grund bergige I.andschaft mit Reiterstaffage, rechts 
eine Stadt. 

Gehort zu einer Folge von Jahreszeiten oder Monaten und stellt 
daher den Herbst oder den Oktober dar. Die Tafel pafit weder der 
Auffassung noch den MaBen nach in die Folge, die Crowe und 
Cavalcaselle anflihren, befand sich aber urspriinglich mit den dort er- 
wahnten Bildern in einem und demselben Raume, dem Sitzungssaale 
der Inquisition, dem alten Dominikanerkonvent zu Ferrara. Vgl, 
Laderchi, Descrizione della quadreria Costabili I, und Bode, Jahrb. 
d. k. pr. Ksts. XVI. S. 88 ff. Die Winzerin trug in der Galerie 
Costabili in Ferrara den Namen Cosme Turas. 

Pappelholz, h. 1,15, br. 0,71. — Erworben 1894 aus dem Floren- 
tiner Kunsthandel. 

Cossa? Atalante im Wettlaufe die Apfel auf- 113A 
hebend. Atalante, im Laufe sich biickend, um einen 
Apfel aufzunehmen, wird von Meilanion iiberholt. Im Tor 
eines palastartigen Baues links steht Atalantes Vater Jasos 
mit Gefolge. In der bergigen Landschaft verschiedene Bau- 
lichkeiten. 

In den Typen und der Landschaft den Predellentafeln Cossas in 
der vatikanischen Galerie nahe stehend. 

Pappelholz, h. 0,30, br. 0,28. — Vermutlich Sammlung Solly, 1821. 

Costa. Lorenzo Costa. Schule von Ferrara. — Geb. zu 
Ferrara 1460, f zu Mantua den 5. Marz 1535. Herangebildet 
unter Cosm6 Tura und Ercole de' Roberti zu Ferrara. Tatig 
vomehmlich zu Bologna (wohin er schon 1483 iibersiedelte),. 
eine Zeitlang gemeinsam mit Francesco Francia, endlich in 
Mantua (seit 1507). 

Darstellung Christi im Tempel. Maria reicht, von 112 
Joseph begleitet, Simeon das Kind dar. Hinter ihr unter 
einem Baldachin ein Altar, zu dessen Seiten zwei Chor- 
knaben und etwas tiefer zwei Leviten stehen. Auf der 
untersten Stufe steht links ein Diener mit den Geratschaften 
zur Beschneidung, rechts eine Dienerin, auf einer Schiissel 



73' Costa. Cotignola. 

zwei Tauben darbringend. Vorn kniet links eine 
Sibylle, rechts ein Prophet. Hintergrund Landschaft. 

Bez. auf der Tafel, die die Sibylle halt, wie nebenstehend. 

Ein Kupferstich danach mit geringen Abweichungen 
vom Beginne des i6. Jahrhunderts. 

Pappelholz, h. 3,08, br. 2,61. — Sammlung Solly, 1821. 

115 Beweinung Christi. Der tote Christus wird 

von Nikodemus und Joseph von Arimathia in 

einem Linnen gehalten, Maria, zwischen beiden 

hinter Christus knieend, fafit seinen linken Arm. 



I 



ninier L-nrisius Knieena, laui seinen iinKcn /\rui. ^^^^ 
Hinter dieser Gruppe Johannes und Magdalena ^^J 
wehklagend. Hintergrund das Meer " A 

mit bergigen Ufern, auf einer steilen >! " i 
Anhohe zur Rechten werden die f ^^^ 
Schacher vom Kreuze genommen. \i^^^ 

Bez. auf einem Blattchen unten: 



Q 



^'"i| 



LAVREt^lV5 6SR >J ^g 



Pappelholz, h. 1,81, br. 1,37. — Sammlung Solly, 1821. ^^^ 

Cotignola. Girolamo Marches!, gen. Girolamo f^j 

da Cotignola. Schule von Bologna. — Geb. zu 
Cotignola um 1481, f um 1550, wahrscheinlich in 
Rom. Schiller des Francesco und des Bernardino 
Zaganelli, dann des Francesco Francia; in Rom nach ( J^ 
Rafael weiter ausgebildet. Tatig in Bologna, Rom ^^ 
und Neapel, kurze Zeit in Rimini und in Ravenna. 
268 Erteilung der Ordensregel an die Bern- 
.hardiner. Der hi. Bernhard, als Abt von Clair- 
vaux thronend, ein aufgeschlagenes Buch aufs Knie 
gestutzt, wendet sich lehrend zu sechs vorn zu 
beiden Seiten des Thrones knieenden Ordensbriidern 
herab. Zwei Engelknaben halten rechts und links 
den griinen Vorhang des Thrones empor, vorn unten zwei 
andere, der eine aufrecht mit einer Laute, der andere am 
Boden sitzend und singend. Am Boden ein Wappen und 
das Sinnbild der Briiderschaft, drei Hiigel mit Kreuz und 



O 



Cotignola. Craesbeeck. Cranach. 70 

Palmen. Zu beiden Seiten des Vorhanges landschaftliche 
Feme. 

Bez. auf der untersten Thronstufe: 

H urtJTVKmi^ Cottimol^ 






Pappelholz, h. 2,02, br. 1,54. — Sammlung Soll\', 1821. 
Coxie. S. u titer Hubert und Jan van Eyck. 
Craesbeeck. Joos (Joost oder Josse) van Craesbeeck. 

Vlamische Schule. — Geb. zu Neerlinter in Brabant urn 
1606, 1654 zu Briissel noch am Leben (nach C. de Bie 
f vor 1662). In Antwerpen, wo er 1631 als Burger (Backer) 
eingeschrieben und 1633/34 in die Gilde aufgenommen wurde, 
unter dem Einflufi A. Brouwers ausgebildet. Tatig zu 
Antwerpen und Briissel (seit 165 1). 

Der Bauer mit der Filzmiitze. Im Profil nach links. 856A 
Einen Krug in der Hand. Hellbrauner Grund. 

Bez. am Kruge mit dcm Monogramm: CR 

Kl. Brustbild. Eichenholz, rund, Durchmesser 0,09. — Sammlung 
Suermondt, 1874. 

Cranach. Lucas Cranach d. A. Familienname nicht 
gesichert, nach seinem Geburtsorte Cranach genannt. Zeichnet 
sich seit 1509 mit dem Schlangenzeichen seines Wappens, und 
zwar bis zum Jahre 1537 mit aufrechtstehenden, nach 1537 mit 
liegenden Fliigeln. Deutsche Schule (Sachsen). — Maler, 
Kupferstecher und Zeichner fiir den Holzschnitt, geb. zu 
Kronach in Franken (den 4.?) Oktober 1472, f den 16. Ok- 
tober 1553 zu Weimar (daselbst seit 1552). Schiiler seines 
Vaters; tatig vornehmlich in Wittenberg (seit 1505; 1537 und 
1540 Biirgermeister daselbst); vorher anscheinend in Siid- 
deutschland (1502 — i5o4inWien), in den Niederlanden (1508), 



3o Cranach. 

in Augsburg und Innsbruck (1550 — 1552), seit 1505 als Hof- 
maler in den Diensten der Kurfiirsten von Sachsen. 

544A Die hi. Anna Selbdritt. Die hi. Anna in rotem, griin- 
gefiittertem Mantel und weifiem Kopftuche reicht der links 
vor ihr stehenden als Madchen dargestellten Maria das un- 
bekleidete Christkind. Hellblauer Grund. 

Angeblich aus der Schloflkirche zu Zeitz und trotz der kleineren 
Mafic vielleicht GegenstUck zu dem noch heute in der Nikolaikirche 
zu Zeitz bewahrten Salvator. — Aus der friiheren Zeit des Meisters 
(urn 1 512). 

Lindenholz, h. 1,86, br. 0,82. — Erworbcn 1865. 

559 Bildnis des Kardinals Albrecht von Branden- 
burg, Kurfiirsten von Mainz (1490 — 1545). Etwas nach 
rechts gewendet, in Kardinalstracht, mit iibereinandergeleg- 
ten Handen. Rechts auf dem dunkelgriinen Grunde des falti- 
gen Vorhangs das Wappen, dariiber ein unbeschriebenes 
Schriftblatt. 



Bez. links in der Mitte: 



Aus der mittleren Zeit des Meisters (urn 1523). 

Halbfig. Lindenholz, li. 0,83, br. 0,57. — Konigliche Schl5sser. 

S59A Maria mit dem Kind und dem kleinen Johannes. 
Maria halt auf ihrem Schofie das Kind, das von einer 
Traube nascht, die ihm der links stehende Johannesknabe 
emporreicht. Schwarzer Grund. 

Bez. links unten: /nO/tJ*' 

Aus der spateren Zeit des Meisters. 

Lindenholz, h. 0,77, br. 0,57. — Erworben 1890 als Vermachtnis 
des Herm Dr. C. Lampe in Leipzig. 

563 Flugelaltar. Mittelbild: Das jiingste Gericht. In 

den Wolken Christus auf dem Regenbogen als Weltenrichter 
thronend, zu seinen Seiten Maria und Johannes und je zwei 
zum Gericht posaunende Engel, weiter unten je sechs 
Apostel. Links in der Luft Selige, von Engeln aufwarts 
getragen. Auf der Erde Darstellung der Holle mit ihren 




Cranach. 8 1 

Strafen. — Rechter Flugel: Die Holle. Darstellung von 
Hollenstrafen als Fortsetzung des Mittelbildes. Vorn in 
der Mitte thront als Hollenrichter in einer Art Turm ein 
teuflisches Ungetiim, zu dem von beiden Seiten abenteuer- 
liche Hollentiere die Sunder heranschleppen. Im Grund 
und zu den Seiten allerlei phantastische Marteranstalten, in 
denen die Verdammten von Ungetiimen gefoltert werden. 

— Linker Flugel: Das Paradies. Mit Darstellungen 
aus der Schopfungsgeschichte: vorn die Erschaffung Evas, 
im Mittelgrunde rechts der Siindenfall und weiter zuriick 
die Vertreibung aus dem Paradiese. Reiche Landschaft, in 
der Feme durch einen Hohenzug, vor dem ein See liegt, 
abgeschlossen. In der Luft der thronende Gottvater, die 
himmlischen Heerscharen im Kampfe gegen die gefallenen 
Engel, die zum Teil schon in abenteuerliche Teufelsgestalten 
verwandelt sind, zum Siege leitend. — Riickseiten der 
Flugel (nicht nach H. Bosch). Rechts: Maria als 
Schmerzensmutter. Auf steinigem Boden aufrecht 
stehend, die Hande gefaltet, mit schmerzvollem Ausdrucke. 

— Links: Christus als Schmerzensmann. Auf stei- 
nigem Boden aufrecht stehend, die Dornenkrone auf dem 
Haupte, nur mit einem Schurze bekleidet. In den Handen 
Rute und Geifiel. — Beide Figuren auf schwarzem Grunde. 

Frtihes Werk des Meisters. Kopie nach Hieronymus Bosch 
(1462 bis 1516). Das Original befindet sich in der Galerie der Akademie 
der bildenden KUnste in Wien. Die AuflenflUgel sind Originalwerke 
der Cranachschule. 

Lindenholz, Mittelbild h. 1,63, br. 1,25, FlUgel je h. 1,63, br. 0,58. 

— Kdnigliche Schldsser. 

Apollo und Diana. Apollo, in der Linken Pfeil und 564 
Bogen, steht vor der rechts auf einem liegenden Hirsche 
sitzenden Diana. Hintergrund Landschaft mit einer Stadt 
in der Feme. 

Bez. links unten: 




^O 



Rotbucbenholz, h. 0,51, br. 0,36. — Erworben vor 1830. 
Rube auf der Flucht nach Agypten. In bergiger 564A 
Waldlandschaft sitzt in rotem Gewande Maria mit dem Kind 

V'crz. d. Geinalde. 6 



82 Cranach. 

auf dem Schofie, dem ein kleiner Engel Erdbeeren bringt. 
Dahinter steht Joseph, auf seinen Stock gestiitzt. Links 
neben Maria eine Gruppe musizierender Engel. Ganz links 
schleppt ein kleiner Engel einen Papagei an den Fliigeln 
herbei. Weiter zuriick fiillt ein anderer ein Gefafi an einer 
Quelle, die aus einem mit Nadelholz bestandenen Felsen 
quillt. Hinter der Figurengruppe ein hohe Fichte, rechts 
eine Birke und Blick in die bergige Feme. 




yfo^ 



Bez. unten links: / |^ \\' ^ 7\ (1504) 



Das fruheste durch Inschrift beglaubigte Werk des Meisters. — 
Ehemals in der Galerie Sciarra zu Rom. 

Buchenholz, h. 0,69, br. 0,51, — Erworben 1902 aus der Samm- 
lung des Herrn Dr. Konrad Fiedler in Munchen. 

565 Der hi. Hieronymus. In felsiger Landschaft sitzt der 
Heilige schreibend vor einem auf einem Baumstumpf her- 
gerichteten Tische. Links ruht der Lowe. In der Feme 
links der Heilige, sich kasteiend, rechts das Kloster, in das 
die von dem Lowen verfolgte Karawane, die den Kloster- 
esel geraubt hat, einzieht. 
Gemalt vor 1520. 
Lindenholz, h. 0,49, br. 0,35. — Sammlung Solly, 1821. 

567 Adam und Eva. Unter dem Baume der Erkenntnis 
steht rechts Eva und reicht den Apfel Adam, der ihn mit 
der Linken ergreift. Links ein liegender Hirsch, rechts ein 
Lowe. Hintergrund Buschwerk. 



l^^S 




Bez. links unten: 

Rotbuchenholz, h. 0,47, br. 0,35. — Koniglichc Schlosser. 



567A Die hi. Anna Selbdritt. Auf einer Steinbank sitzt 
Anna, auf dem Schofie das Kind haltend, dem die rechts 
daneben sitzende Maria Kirschen gereicht hat. Drei Engel- 
chen halten hinter der Gruppe einen Vorhang empor, neben 
dem man rechts in eine Gebirgslandschaft blickt. 



Cranach. 83 



'= JB^ 



Bez. auf der Steinbank links 

Alls der mittleren Zeit des Meisters (vor 1520). — Bis 1825 in der 
Sammlung Hans Albrechts von Derschau in Niirnberg (nach dem 
Auktionskatalog ware das Bild von Cranach fur Dr. Christoph Scheurl 
gemalt worden), kam dann in die Sammlung des Kunst- und Buch- 
handlers Dr. Friedrich Campe zu Niirnberg und 1851 in die des Stadt- 
rats Lampc in Leipzig. 

Tannenholz, h. 0,405, br. 0,265. — Erworben 1890 als Vermachtnis 
des Herrn Dr. C. Lampe in Leipzig. 

David undBathseba. Bathseba sitzt, von drei Frauen 567 B 
umgeben, an einem Wasserchen und lafit sich von einer 
Magd die Fiifie waschen. Dahinter eine Mauer, iiber deren 
Briistung der harfespielende Konig und drei Manner her- 
iiberblicken. 

Bez. an der Mauer rechts: ^ ^ ^yji^ 

Eine Zeichnung dazu bei Herrn von Lanna in Prag. 

Rotbuchenholz, h. 0,36, br. 0,24. — Erworben 1890 von Frau 
Medizinalrat Klaatsch in Berlin. 

Christus am Olberge. Christus, betend nach links 580 
gewendet, erscheint ein Engel, der auf den auf einem Felsen 
stehenden Kelch deutet. Vorn die drei schlafenden Junger. 
In der Feme rechts Judas mit seiner Rotte. 



Bez. am Boden unter dem knien- 
den Christus: 






Die Gemalde Nr. 5S0 und 581 sowie Nr. 579 (s. unter Lucas Cranach 
d. J.), gchtiren zu einer KoJge von ncun Darstcllungen der Leidens- 
geschichte Christi, von denen sich die Ubrigen sechs noch ini Kgl. 
SchluO zu Berlin und in Sanssouci betindcn. 

Lindenbolz, h. 1,47, br. 1,10. — Konigliche Schliisser. 

Grablegung Christi. Der Leichnam des Herrn wird 581 
von Joseph von Arimathia, Nikodemus und Johannes in den 

6* 



§4 Cranach. 

Sarkophag gelegt. Hinter dem Grabe die klagenden Frauen. 
Vom rechts kniet Maria Magdalena. 



Bez. unten: 




If?8 



S. die Bemerkung zu Nr. 580. 

Lindenholz, h. 1,48, br, 1,10. — Konigliche Schlosser. 

589 Kardinal Albrecht von Brandenburg, Kurfiirst 
von Mainz (1490 — 1545) als hi. Hieronymus. Zwischen 
Buschwerk sitzt der Kardinal schreibend an einem auf 
Baumstiimpfen hergerichten Tisch, umgeben von Waldtieren. 
Zu seinen Fiifien ruht der Lowe. Rechts von ihm das 
Kruzifix. Auf waldiger Anhohe das Kloster, in das die von 
dem Lowen zuriickgetriebene Karawane, die den Klosteresel 
geraubt hat, einreitet. 



Bez. auf dem grofieren Baumstumpf: 

Lindenholz, h. 0,57, br. 0,37. — Sammlung Solly, 1821. 

590 Bildnis Johann Friedrichs des Grolimutigen, 
Kurfiirsten von Sachsen (1503 — 1554)- Halb nach rechts 
gewendet. Mit schwarzem Barett, in schwarzem ausge- 
schnittenem Gewand und schwarzer pelzgefiitterter Schaube. 
In den beiden mit Handschuhen bekleideten Handen das 
Reichsschwert haltend. Grund graue Wandnische. 
Die Tafel ist oben und an den Seiten verkleinert. 
Halbfig. Lindenholz, h. 0,90, br. 0,70. — Konigliche Schlosser. 

593 Der Jungbrunnen. Zu einem Wasserbecken, in dessen 
Mitte ein Springbrunnen mit der Statue der Venus mit Amor 
steht, werden von links aus einer felsigen Landschaft alte 
Weiber herangefahren. Durch die Wunderkraft des Wassers 
verjiingt steigen sie zur Rechten aus dem Bassin heraus, 
werden in einem Zelte geschmiickt und vergniigen sich auf 



Cranach. 85 

blumiger Wiese in Gesellschaft von Rittern bei Tanz und 
Mahl. 




Bez. unten in der Mitte: 



1 r^ ^ 

Lindenholz, li. 1,21, br. 1,84. — Konigliche Schlosser. 

Venus und Amor. Venus nach links schreitend, unbe- 594 
kleidet, mit reichem Schmuck um Hals und Arm und durch- 
sichtigem vom Haar herabwallendem Schleier. Links neben 
ihr auf einer Steinplatte Amor mit Pfeil und Bogen. Schwarzer 
Grund. 

Lindenholz, h. 1,65, br. 0,60. — Konigliche Schlosser. 

Bildnis eines jungen Patriziers. Nach rechts ge- 618 
wendet und nach rechts blickend. Mit schwarzem Barett, 
in schwarzem Unterkleid und schwarzer Schaube mit Pelz- 
kragen. Blauer Grund. 



Bcz. links: 



Brustbild in '/i Lebensgr. Rotbuchenholz, h. 0,385, br. 0,243. — 
Sammlung Solly, 182 1. 

Bildnis eines Biirgermeisters von Weifienfels. 618A 
Etwas nach rechts gewendet und ebendahin blickend, in 
schwarzem Kleid und pelzbesetzter Schaube, die Linke auf 
ein Buch gelegt. Auf der Brust eine kleine goldene Tafel 
mit einer von der Schaube teilweise verdeckten Inschrift, 
Dunkler Grund. 

[ r\r 

Bez. links im Grundc: JL 

Brustbild. Von Holz auf I.einwand Ubertragen, h. 0,42, br. 0,28. — 
Erworben 1846. 




36 Cranach. 

637 Bildnis der Katliarina von Bora, Gemahlin 
Luthers (vermahlt 1527). Nach links gewendet unci auf 
den Beschauer blickend. In schwarzem ausgeschnittenem 
Kleide mit hohem Kragen und goldgestickter Netzhaube. 
Dunkelblauer Grund. 



Bez. rechts: 



t^ 



Kl. Brustbild. Rotbuchenholz, rund, Durchm. 0,11. — Sammlung 
Solly, 1821. 
1190 Venus und Amor. Venus, nach rechts schreitend, 
nackt, nur mit einem leichten Schleier geschmiickt, der 
vom Haar herabfallt, wendet sich nach links zu Amor, der 
sich uber die Stiche der Bienen beklagt. Venus bedeutet 
ihm, wieviel schmerzhafter die Wunden seiner Pfeile seien 
(vgl, Theokr. XIX, Krjpi&x/irTTj?: der Honigdieb). Schwarzer 
Grund. 



Bez. links unteu: 



Oben auf dem schwarzen Grund cine lateinische Inschrift, die den 
Inhalt dcs Hildes angibt. — Eine Anzahl freier Wiederholungcn grofieren 
und kleineren Formates aus den Jahren 1530 — 1534 in den offent- 
lichen Sammlungen von Weimar, Niirnberg, Schwerin und Wien. 

Lindenholz, h. 1,72, br. 0,63. — Konigliche Schlosser. 

Cranach. Werkstatt Lucas Cranachs d. A. Deutsche 
Schule. 
635 Bildnis des Herzogs Georg von Sachsen (1471 bis 
1539). Halb nach rechts gewendet. In schwarzem hohem 
Mantel, auf dem das goldene Vlies ruht. Die Hande inein- 
andergelegt. Hellgruner Grund. 

Bez. links oben: 




J5^ 



KI. Brustbild. Rotbuchenholz, li. 0,20, br. 0,14. — Sammlung Solly, 
1821. 



Cranach. 87 

Bildnis einer Frau. Mit geringer Wendung nach 1191 
rechts; die Hande zusammengelegt. In schwarzer Pelz- 
kappe und pelzgefiittertem Rock. Griiner Grund. 

Gegenstiick zu Nr. 1192. 

Fast lebensgr. Brustbild. Lindenholz, h. 0,41, br. 0,29. — Sanim- 
lung Solly, 182 1. 

Bildnis eines Mannes. In mittleren Jahren, nach links 1192 
gewendet und auf den Beschauer blickend. In schwarzem 
Barett und schwarzer pelzgefiitterter Schaube. An einem 
Fingerringe der Linken das Familienwappen. Griiner Grund. 

Zeigt wie das Gegenstiick Nr. 1191 Verwandtschaft mit der Kunst- 
weise Cranachs in seiner frliheren Zeit. — Die beiden Dargestellten 
gehoren, dem Wappen nach, der sachsischen Familie von Masch- 
witz an. 

Fast lebensgr. Brustbild. Lindenholz, h. 0,42, br. 0,30. — Samm- 
lung Solly, 1 82 1. 

Bildnis Johann Friedrichs des Jiingeren, Her- II. 55 
zogs von Sachsen. Nach rechts gewendet und ebendahin 
blickend, mit Federhut, schwarzem Unterkleid und schwarzem 
Pelz, um den Hals eine goldene Kette. Hintergrund griiner 
Vorhang. 

Bez. rechts oben: Herzog Johann Friederich der Jiingere. 

Brustbild. Rotbuchenholz, h. 0,74, br. 0,48. — Konigliche Schlosser. 

Cranach. Lucas Cranach d.J. Deutsche Schule (Sachsen). 
— Maler und Zeichner fiir den Holzschnitt, geb. zu Witten- 
berg den 4. Oktober 151 5, f zu Weimar den 25. Januar 1586. 
Schiller seines Vaters, dessen Werkstatte er seit 1553 fort- 
fijhrte. Tatig zu Wittenberg. 

FuQwaschung der ^ 579 

Apostel. In einem Hofe J ^^^ ^^^^ ^ 

kniet Christus zur Linken 
vor dem inmitten der an- 
deren Apostel sitzenden 
Petrus, um an ihm dieFuli- 
waschung vorzunehmen. 
Einer der Apostel bringt 
von links eine Wasser- 
kanne, ein anderer tritt 
(lurch eine Tiir im Hinter- 
grund ein. 




88 Cranach. Credi. 

Bez. rechts unten in der Ecke wie S. 87 unten ('die letzte Ziffer 
ist als 7 zu erganzen). — Geh5rt zu der obengenannten (s. Nr. 580) 
Folge von Passionsbildem. Doch ist diese Tafel nach ihren stilistischen 
Merkmalen und nach der Form des Monogrammes (mehr nach oben 
geschwungene Flligelfedern und hohere mittlere Schlangenwindung) 
dem jiingeren Cranach zuzuteilen, und zwar als frlihestes datiertes Bild. 

Lindenholz, h. 1,47, br. 1,10. — Konigliche Schlosser. 

614 Bildnis des sachsischen Juristen Leonhard Bade- 
horn. In vorgeriicktem Alter. Etwas nach rechts gewendet 
und den Beschauer anblickend. Mit langem Vollbart, in 
schwarzem Unterkleid und schwarzer, pelzgefiitterter Schaube, 
in den Handen Handschuhe und Mutze. Auf hellgrauem 
Grunde das Wappen des Dargestellten: ein schwarzes Horn 
in gelbem Felde. 

Leonhard Badehom (geb. den 6. Nov. 1510 zu Meifien, gest. zu 
Leipzig 1587) war 1537 Rektor der Universitat Leipzig und 1552 sach- 
sischer Gesandter auf dem Tridentiner Konzil. 

Brustbild. Lindenholz, h. 0,76, br. 0,53. — Sammlung Solly, 1821. 

Credi. Lorenzo di Credi. Eigentlich Lorenzo di Andrea 
d'Oderigo. Florentinische Schule. — Geb. zu Florenz 1457, 
f daselbst den 12. Januar 1537. Zunachst Schiiler seines 
Vaters, des Goldschmieds Andrea, dann Andreas del Ver- 
rocchio und unter dem Einflusse seines Mitschulers Lionardo 
da Vinci ausgebildet. Tatig zu Pistoja und hauptsachlich zu 
Florenz (in Verrocchios Werkstatt bis zu dessen Tode, 1488). 

100 Maria, das Kind anbetend. In einer Ruine ver- 
ehrt Maria kniend das zur Linken vor ihr liegende Kind. 
Links im Mittelgrunde der Landschaft der hi. Joseph, den 
Esel fuhrend. 

Pappelholz, oben rund, h. 1,10, br. 0,70. — Sammlung Solly, 182 1. 

103 Maria von Agypten. Die nackte Biifierin, von ihrem 
Haupthaare fast ganz bedeckt, wendet sich kniend und mit 
gefalteten Handen einem Engel zu, der, von links herab- 
schwebend, ihr einen Kelch bringt. Hintergrund felsige 
Landschaft mit Flufilauf. 

Ahnlich kommt die Gestalt der Maria von Agypten ofters vor, wie 
in einem Bilde des Louvre, Maria in der Herrlichkeit darstellend, 
das der Schule Verrocchios angehort und in der Komposition wohl auf 
diesen Meister selbst zurtickgeht, ferner in einem Altarbild in S. Spirito 
zu Florenz, das mit Unrecht dem Cosimo Rosselli zugeschrieben wird. 



Credi. Crespi. Cristus. go 

Endlich stimmt mit der Figur uberein eine Tonstatuette der hi. Magda- 
lena von Verrocchio im Kaiser Friedrich-Museum zu Berlin. Es wird 
somit das Bild Lorenzos auf ein Vorbild von der Hand Verrocchios 
zuriickzufUhren sein. — UrsprUnglich in S. Chiara zu Florenz. 

Fig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 1,42, br. 0,85. — Samm- 
lung Solly, 1 82 1. 

Crespi. Giovanni Battista Crespi, gen. il Cerano. Mai- 
landische Schule. — Maler, Bildhauer und Architekt, geb. 
zu Cerano (Gebiet von Novara) 1557, f zu Mailand 1633. 
Schuler der Procaccini; in Venedig und unter dem Einflusse 
Caravaggios zu Rom ausgebildet. Tatig vornehmlich in 
Mailand. 

Geliibde der Franziskaner. Zahlreiche Ordensbriider, 352 
unter denen sich zur Rechten ein Bischof und die hi. Clara 
befinden, wenden sich knieend in Verziickung nach oben; dort 
deutet eine Hand aus den Wolken auf ein Spruchband, das 
dem Orden Frieden und Barmherzigkeit verheilit. Hinter- 
grund Gebirgslandschaft. 

Auf dem Spruchbande die Inschrift: QVICVNQVE HANC REGV- 
LAM SECVTI FVERINT PAX SVPER ILLOS ET MISERICORDIA. 
— Bez. unten rechts auf einem Blattchen (nicht ganz verstandlich) : 



oc 






Leinwand, h. 3,21, br. 1,93. — Sammlung Solly, 1821. 

Crevalcore. S. Antonio. 

Cristus. Petrus Cristus. Zeichnet sich Petrus XPR 
Oder XPI (Christophori?, Christi?). Niederlandische Schule. 
— Geb. zu Baerle; 1472 noch am Leben in Brugge, wo er 
1444 das Burgerrecht erwarb. Gebildet unter dem Ein- 
flusse Jan van Eycks und wahrscheinlich dessen Schuler; 
tatig vornehmlich zu Brugge (nach den Daten auf seinen 
erhaltenen Werken 1446 — 1467). 

Altarflugel mit zwei Darstellungen. Oben: Ver- 529A 
kiindigung. Vor der in ihrem Gemache zur Rechten am 
Boden sitzenden Maria verneigt sich der Engel, der in der 
Linken ein kristallenes Szepter tragt. Durch Fenster und 



90 



Cristus. 



Tiir Ausblick in eine Flufilandschaft. — Unten: 
Geburt Christi. Das vor der Hiitte liegende 
Kind wird von Maria, der helfenden Jiidin (nach 
dem Evangelium der Jungfrau Maria), drei 
Engelchen und Joseph verehrt. In der Hiitte 
Ochs und Esel. In der Landschaft rechts die 
Verkiindigung an die Hirten. 

Bez. unten auf dem Rahmen wie nebenstehend. — 
Wie Nr. 529B FlUgel eines Altarschreins, der sich in 
einer Kirche von Burgos befand. Der Altar kam von 
Burgos in ein Frauenkloster zu Segovia und wurde 
von dort nach Frankfurt a. M. gebracht. Die jetzt ver- 
schollenen Aufienseiten der Flilgel zeigten grau in grau 
die Apostel Petrus und Paulus. 

Eichenholz, h. 1,34, br. 0,56. — Erworben 1850 aus 
Privatbesitz in Augsburg. 

529B Das jiingste Gericht. Zwischen Kreuz und 
Saule thront Christus auf dem Regenbogen, die 
Fiifie auf die kristallene Weltkugel gesetzt. Zu 
beiden Seiten je zwei Posaunen blasende Engel. 
Unter ihm Maria, zu deren Seiten links Magda- 
lena zwischen weiblichen, rechts Johannes der 
Taufer zwischen mannlichen Heiligen knien. 
Auf Banken jederseits sechs Apostel; hinter 
ihnen die Vertreter der geistlichen und weltlichen 
Stande. Unten auf der Erde der geharnischte 
hi. Michael, denTeufel und den Tod bekampfend, 
der seine schwarzen Fittige iiber der mit Ge- 
marterten angefiillten Holle ausbreitet. In der 
Landschaft einzelne Auferstehende. 

Bez. unten auf dem Rahmen wie nebenstehend. — 
Wie Nr. 529 A Fliigel eines Altarschreins. — Das Vorbild 
der Komposition ist das Gemalde Jan van Eycks in der 
Eremitage zu Petersburg. 

Eichenholz, h. 1,34, br. 0,56. — Erworben 1850 aus 
Privatbesitz in Augsburg. 

532 Bildnis eines jungen Madchens (angeb- 

L lich einer Lady Talbot). Etwas nach links 

Miir gewendet und auf den Beschauer blickend. Mit 

p^4< schwarzer hoher Miitze und blauem mit weifiem 

^ i^ Pelz gefiittertem tJberkleid. Auf dem blofien 





ft? 



Cristas. Crivelli. 



91 






Hals eine dreifache Kette. Hintergrund graue 
Wand mit Holzgetafel. 

Trug auf dem Originalrahmcn die Insclirift: Opus 
Petri Christophori (handschriftl. Benierkung von Waagen). 

Halbfig. in '/» Lebensgr. Eichenholz, h. 0,28, br. 0,21. 

— Sammlung Solly, 182 1. 

S. auch unter Eyck Nr. 523B. 

Crivelli. Carlo Crivelli. Zeichnet sich Karo- . 
lus oder Carolus Crivellus Venetus, seit 1489 
mit dem Zusatz Miles oder Eques. Venetianische 
Schule. — Geb. zu Venedig um 1430 — 40, tatig 
nach den Daten auf seinen Gemalden von 1468 
bis 1493 in Venedig und vornehmlich in den 
Marken (Ascoli). Gebildet unter dem Einflusse 
der Schule von Padua. 

Die hi. Magdalena. Die Heilige steht in 1156 
reicher, zum Teil plastisch verzierter Kleidung, 
in der Rechten das Salbgefafi haltend, mit der 
Linken das Gewand emporhebend, auf einem 
Marmorpostament. Hinter ihr ein schmaler Vor- 
hang, iiber dem oben ein Blumengewinde hangt. 
Gemusterter Goldgrund. 

Bez. auf einem Papierstreifen rechts unten wie auf S. 92. 

— Gemalt um 1475. 

Tempera. Pappelholz, obcn rund, h. 1,52, br. 0,49. 

— Sammlung Solly, 182 1. 

Maria mit dem Kind und sieben Hei-1156A 
lige. Das Kind reicht voni Schofie der Ma- 
donna herab dem links knienden Petrus die 
Himmelsschliissel. Zu beiden Seiten des aus 
edlem Gestein aufgebauten, mit kostbaren Stoffen 
und einem Fruchtgewinde, das Kngel halten, 
dekorierten Thrones stehcn je drei Heilige. Links 
zuvorderst mit Buch und Palme der hi. Bischof 
Kmidius, Schutzpatron von Ascoli, rechts hinter 
ihm der hi. Franz, links der Tiirkenbekampfer 
Johannes Capistranus mit der Kreuzesfahne. 
Rechts vom Thron in griinem, mit der Lilie 
von Frankreich durchwebtcm Mantel der hi. 



92 



Crivelli. 



Ludwig von Toulouse, links hinter 
ihm der hi. Bonaventura und rechts 
am Rande des Bildes mit Monstranz 
und herabhangender Hostie S. Gia- 
como della Marca. Am Sockel rechts 
und links je ein Wappenschildchen. 

Bez. auf einera Zettel unten wie neben- 
stehend. — Aus den 80 er Jahren des XV. 
Jahrhunderts. Vielleicht identisch mit dem 
im Auftrage von Vincenza Paccaroni wah- 
rend Crivellis Aufenthalt in Fermo 1487 
fUr die Kirche der PP. MM. Osservanti da- 
selbst gemalten Altarbild. — Ehemals in Rom. 

Tempera. Pappelholz, h. 1,91, br. 1,96. 
— Erworben 1892 auf der Auktion der 
Sammlung des Earl of Dudley in London. 

1156B Der hi. Hieronymus. In roter 
Kardinalstracht, stehend nach rechts 
gewendet. In der Linken ein Buch 
haltend, mit der Rechten auf das 
Kruzifix weisend, das auf einem 
Baumstamme rechts befestigt ist. 
Hintergrund eine niedrige Stein- 
briistung, blauer Teppich and Gold- 
grund. 

Gegenstiick zu Nr. 1 1 56 C. 
Tempera. Pappelholz, h. 0,505, br. 0,25 
(mit dem Rahmen aus emem Stiick). — Er- 
worben 1904. — Sammlung A. Thiepi. 

1156C Der hi. Bernhard. Etwas nach 
links gewendet, mit grauem Haar 
und Bart. In weifier Ordenstracht, 
mit Bischofsstab. In einem Buche 
lesend, das er mit beiden Handen 
halt. Hintergrund eine niedrige 
Steinbriistung, roter Teppich und 
Goldgrund. 

GegenstUck von Nr. 1156B. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,52, br. 0,25 
(mit dem Rahmen aus einem StUck). — Er- 
worben 1904. — Sammlung A. Thiem. 



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Crivelli. Cuijp. 93 

PI Christus im Grabe mit Heiligen. In der 1173 

1 Mitte Christus im Sarkophage, von Maria unci Jo- 
^-^^ hannes gehalten. Links der hi. Hieronymus in Bufi- 
1^^ iibung, rechts eine Heilige mit Buch und Palme. 
#^S Die Darstellungen werden durch Rundbogen getrennt. 
yti I Hintergrund bergige Landschaft. 

Bez. auf beiden mittleren Pfeilern wie nebenstehend. — 
Anscheinend Predella zu einem Altarbild. Aus der frlihesten 
Zeit des Meisters, un'ter dem Einflusse der Schule Squarciones. 
f-'T-fl — Ehemals im Besitze Girol. Zanettis in Venedig. 
fss^l Halbfig. in ^/^ Lebensgr. Tempera. Pappelholz, h. 0,36, 

^^ br. 1,27. — Sammlung Solly, 1821. 

[Lg^ Croce. S. Santa Croce. 

> Cuijp. Aelbert Cuijp. Hollandische Schule. — 

Maler und Radierer, geb. zu Dordrecht im Oktober 
^^' 1620, f daselbst den 15. November 1691. Schiiler 
seines Vaters Jacob Gerritsz. Cuijp, ausgebildet unter 
dem Einflusse Jan van Goijens. Tatig vornehmlich 
in Dordrecht. 

Flachlandschaft. Vor einem Gehofte steht zur 861 
Linken ein Ziehbrunnen, an dem mehrere Personen 
beschaftigt sind. 



Bez. rechts unten: 



A«ttM) 



Frtlhes Bild des Meisters. 
Eichenholz, h. 0,24, br. 0,30. — Erworben 1843 aus der 
Sammlung Reimer in Berlin. 

Sonnige Dunenlandschaft. An einer Dorf- 861A 
strafie steht links ein Ziehbrunnen, dem ein Mann 
vier Kiihe zutreibt. 



A' '!^A 



^=* Bez. links unten in der Ecke: 

^jf% Frlihes Bild des Meisters. 

jassj^ Eichenholz, li. 0,49, br. 0,72. — Sammlung Suerniondt, 

^ 1874. 

^^ Flufilandschaft. An dem zur Rechten steil 861 B 

Oabfallenden Ufer eines breiten von Booten befahrOnen 
P'lusses tranken ein paar Hirten ihre Kiihe. In der 
sonnigen Feme am anderen Ufer eine Stadt. 



94 Cuijp. 

Aus der mittleren Zeit des Meistcrs (um 1660). — Eine ganz ahn- 
liche Darstellung von etwas grofierem Format im Museum zu Rotter- 
dam. — Sammlung Schonborn, VVien 1866. 

Eichenholz, h. 0,30, br. 0,39. — Sammlung Suermondt, 1874. 

86IG Friihlingslandschaft. Am Fufi eines mit Buschwerk 
bestandenen Hugels zieht sich eine Strafie hin, auf der sich 
ein Reiter und ein Wanderer begegnen. Rechts ein Wasser- 
tiimpel, in dem ein Hirt seine Kiihe trankt. Auf dem 
Hugel rechts eine Schafherde. 
\ .. 



Bez. links unten: -A." CMV/Ji . A. C < 



7f 



Friihes Bild des Meisters. 

Eichenholz, h. 0,49, br. 0,73. — Erworben 1879 in Paris. 

Cuijp. Benjamin Gerritsz. Cuijp. Hollandische Schule. 
— Geb. zu Dordrecht im Dezember 161 2, f daselbst im 
August 1652. Schiller seines Onkels Jacob Gerritsz. Cuijp, 
unter dem Einflusse Rembrandts ausgebildet. Tatig haupt- 
sachlich in Dordrecht, wo er 1631 in die Gilde aufgenommen 
wurde. 

744 B Anbetung der Hirten. Vor einer verfallenen Hiitte 
verehren Hirten das in der Wiege liegende Christkind. 
Hinter der Wiege kniet anbetend Maria; andere Hirten 
schauen neugierig zu. Zur Seite und in der Feme links 
Hirten mit Vieh. Oben links Kinderengel in Wolken. 

Bez. an einer Holztiire. rechts: W^vV 



Eichenholz, h. 0,74, br. 0,56. — Erworben 1877. 



// 



Cuijp. Jacob Gerritsz. Cuijp. Hollandische Schule. — 

Geb. zu Dordrecht im Dezember 1594, f daselbst 165 1 oder 

1652. Schiiler Abraham Bloemaerts in Utrecht. Tatig zu 

Dordrecht, wo er 161 7 in die Lukasgilde aufgenommen 

* wurde. 

743 Bildnis einer alten Frau. Ein wenig nach links ge- 
wendet und auf den Beschauer blickend. In einem Lehn- 
stuhle sitzend, in schwarzem Kleide mit Pelzbesatz, mit 
weifier Haube und Miihlsteinkragen, Grauer Grund. 



Cuijp. Daddi. 9c 

Bez. links uber der Stuhllehne: 

^no , JO2.4 
Ji,c<^m. fecit 

Kniefig. Eichenholz, h. 1,06, br. 0,76. — Erworben 1841. 

Junges holla^ndisches Brautpaar als Damon und 743A 
Phyllis. Beide bekranzt, mit Schaferstaben in den Handen, 
lustwandeln am Fu6 eines steilen Berghanges. Ihnen zur 
Seite je ein Schaf. Links Blick in die Feme. 

Eichenholz, h. 0,86, br. 0,67. — Erworben 1876 in Berlin. 

Daddi. Bernardo Daddi. Zeichnet sich Bernardus 
de Florentia. Klorentinische Schule. — Geb. zu Florenz, 
urkundlich erwahnt von I3i7(?) — 1355, t nach 1355. Nach 
folger des Giotto, unter dem Kinflusse von Sienesischen 
Meistern ausgebildet. Tatig nach den Daten auf seinen 
Werken 1328 — 1348. 

Kleiner Fliigelaltar. Mittelbild: Kronung der 1064 
Maria. Zu den Seiten des Thrones, auf dem Christus 
der neben ihm sitzenden Maria die Krone aufs Haupt setzt, 
Cherubim und Seraphim, verehrende Heilige und musizierende 



Bez. rechts an einer Saulentrommel (echt?) : 



96 Daddi. 

Engel. — Linker Fliigel: Geburt Christi. — Rechter 
Fliigel: Kreuzigung Christi. — In denGiebelfeldern: 
die Medaillonbilder Christi und zweier Evangelisten. — 
Goldgrund. 

Aus der mittleren Zeit des Meisters. Eine altc Kopie des Altarchcns 
im Louvre; cine viellcicht eigenhandige Wiederholung des Mittelbildes 
in der Galerie zu Altenburg. 

Tempera. Pappelholz, Mittelbild h. 0,42, br. 0,22 ; Flugel je h. 0,37, 
br. 0,18. — Sammlung Solly, 1821. 

1064A Gemalde in drei Abteilungen. Mittelbild: Maria 
mit dem Kinde. Maria, in halber Figur, blickt auf das 
in ein rotes Tuch gehiillte Kind in ihren Armen nieder, 
das, einen Korallenschmuck um den Hals, ihr mit der 
Rechten ans Kinn greift. Goldgrund. Auf dem Sockel in 
gotischer Schrift: ORA PRO NOBIS ' PIA VIRGHO DEI 
GENITRIX MARIA. — Linker Flugel: Der hi. Salvias. 
Nach rechts gewendet. Im Bischofsornat, in der Rechten 
den Bischofsstab, in der Linken ein Buch haltend. Gold- 
grund. Auf dem Sockel in gotischer Schrift: SCS " SALVIVS * 
ALBIENSIS • EPISCHVS. — Rechter Flugel: Der hi. 
Bernhard. Nach links gewendet. Im Bischofsornat, in 
der Rechten den Bischofsstab, in der Linken ein Buch 
haltend. Goldgrund. Auf dem Sockel in gotischer Schrift: 
SCS • BERNARDVS • PARMENSIS • EPISCHVS. — In den 
Giebelfeldern: Die Medaillonbilder Gottvaters mit der 
Weltkugel, des hi. Paulus (links) und des hi. Petrus (rechts). 
Predella in drei Abteilungen (von spaterer Hand). 
Mittelbild: Geburt Christi. Links sitzt vor einer in den 
Fels gebauten Hiitte Maria mit dem nackten Kind, rechts kauert 
Joseph, den Kopf in dierechte Hand stutzend. Uber der Hutte 
schweben sechs anbetende Engel. Rechts die Verkiindigung 
an die Hirten. Hintergrund Felsen und Goldgrund. — Linker 
Flugel: Der hi. Salvius heilt Pestkranke. Vor einer 
Kirche mit anschlieCender Saulenhalle steht der Heilige im 
Bischofsornat mit erhobener Rechten zu einem Kranken ge- 
wendet, den von riickwarts eine Frau stiitzt. Im Vordergrunde 
liegt ein anderer Kranker am Boden; dahinter drangen 
sich andere mit bittend erhobenen Handen. Goldgrund. 
Auf dem Sockel in gotischer Schrift: f COME • SCO • SALVI • 
LIBERA • IL • POPOLO • SVO • DELLA • PESTILENTIA • 



Daddi. David. 



97 



DEL ■ GAVOCCIOLO • COLSENGNODEL f. — Rechter 
Fliigel: Der hi. Bernhard befreit die Stadt von den 
Feinden. Vor der von hohen Gebauden, Tiirmen und einem 
Kuppelbau iiberragten Stadtmauer steht rechts der Heilige, 
mit erhobener Rechter zu einem nach links fluchtenden 
Kriegerhaufen gewendet. Goldgrund. Auf dem Sockel in 
gotischer Schrift: fCOME • SCO • BERNARDO • LIBERO ' 
LACITTA • SVA • CHE • ERA • ASSEDIATA • DAINIMICI • 
COLLANSVA • BENEDICENTE (Benedictione?). 

Bez. auf deni Sockel des Mittelbildes der Predella: -|- ANNO 
DOMINI • M • CCCC • XXIII • DIE • XX • APRILIS • HOC • OPVS • 
FACTVM • FVIT • TEMPORE • DOMINI • lOHANlS • ABBATIS. — Ge- 
malt um 1335. Die erst spater hinzugesetzte Predella ist anscheinend 
von der Hand des Bicci di Lorenzo (geb. 1373, 1424 in der 
Florentiner Malcrgilde, f 1452 zu Florenz). 

Maria Halbfig., die Heiligen Halbfig. in ^j^ Lebensgr. Tempera. 
Pappelholz (mit dem alten Rahmen) h. 1,14, br. 1,53, Mittelbild (ohne 
Rahmen) h. 0,74, br. 0,46, Fliigel je h. 0,67, br. 0,37; Predella (mit 
dem alten Rahmen) h. 0,63, br. 1,51, Mittelbild (ohne Rahmen) h. 0,41, 
l>r. 0,40, Fliigel je h. 0,41, br. 0,32. — Erworben 1906 als Geschenk 
des Herrn Hans Schwarz in Wien. 

David. Gerard David. Niederlandische Schule. — Geb. 
zu Oudewater in Holland um 1460, f zu Brugge den 13. August 
1523. Hervorgegangen aus der hollandischen Schule, weiter- 
gebildet unter dem EinflufJ Hans Memlings. Urkundlich 
zuerst 1484 erwahnt bei seinem Eintritt in die Gilde zu 
Brugge, 1 515 in die Gilde zu Antwerpen aufgenommen. 
Tatig vornehmlich zu Briigge und kurze Zeit in Antwerpen. 

Kreuzigung Christi. Am Fufie des Kreuzes kniet 573 
Magdalena; weiter links stehen neben ihr Maria mit Jo- 
hannes und zwei heiligen Frauen; rechts der glaubige Haupt- 
mann mit drei Kriegsknechten. Vorn rechts ein Hund. 
Im Mittelgrunde der gebirgigen Landschaft Jerusalem. 

Eichenholz, oben rund, h, 1,41, br. 1,00. — Sammlung Solly, 1821. 

Maria mit dem Kinde. Maria, voreinerniedrigenHecke 573A 
sitzend, reicht dem Kind auf ihrem Schofie die Brust und hiillt 
es mit der Rechten in ihr mit grauem Pelz gefiittertes Gewand. 
Im Mittelgrunde rechts die Flucht nach Agypten, links Felder 
mit Aussaat und Ernte und eine Stadt an einem FlufJ. 

Aus der frtlbcren Zeit des Meisters (um 1490). — Khcmals im 
Besitz der spanischen Familic d'Ossuna. Eine freie Wiederholung 

Vcrz. (1. Cemuldc. 7 



g8 David. Denner. Deutsche Schule. 

bei Herm Traumann in Madrid. Vgl. Friedlander, Jahrb. der k. p. Ksts. 
XXVII, S. I43ff. 

Maria Halbfig. in "/2 Lebensgr. Eichenholz, h. 0,42, br. 0,355. — 
Erworben 1904. — Sammlung A. Thiem. 
S. 17 Vier Heilige (Fliigelbilder eines Altars). Der hi. 
Christoph. Das Kind auf der Schulter tragend, auf seinen 
Stab gestiitzt den Flufi durchschreitend. — Der hi. Franzis- 
kus. Stehend, die Hande mit den Wundmalen erhebend. — 
Derhl. Hieronymus. In Kardinalstracht, stehend, in einem 
Buche lesend. Rechts neben ihm liegt der Lowe. — Der 
hi. Antonius von Padua. Stehend, auf den Kriickstock 
gestiitzt. Links neben ihm das Schwein. — Hintergrund 
in alien Abteilungen Landschaft. 

Sammlung Charles Butler, London. 

Eichenholz, jede Abteilung h. 0,36, br. 0,205. — Sammlung 
James Simon. Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

Denner. Balthasar Denner. Deutsche Schule. — Geb. 
den 15. November 1685 zu Altona, f zu Rostock den 14. April 
1749. Schiller eines Zeichenlehrers Amama zu Altona, an 
der Akademie zu Berlin (seit 1707) weiter ausgebildet. 
Tatig vornehmlich in Hamburg und London (1721 — 1724), 
zeitweilig an deutschen Hofen (namentlich in Schwerin), in 
Berlin und Kopenhagen (17 17). 
1014B Bildnis eines Mannes. In mittleren Jahren, etwas 
nach links gewendet und auf den Beschauer blickend. Mit 
gepuderter Allongeperiicke, in braunem Samtrock mit 
schmalen Goldschniiren. Dunkler Grund. 

Halbfig. in '/^ Lebensgr. Kupfer, h. 0,26, br. 0,22. — Erworben 1850. 

Deutsche Schule von 1527. 

629 Bildnis eines jungen Ritters. Vor einer Briistung 
stehend, in reich verziertem Harnisch, mit der Rechten den 
Schwertgriff fassend, in der Linken einen Streithammer. 
Hintergrund Landschaft mit einer Burg. 

Bez. am Harnisch: 1527. 

Halbfig. in ^3 Lebensgr. Rotbuchenholz, h. 0,56, br. 0,48. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Deutsche Schule um 1530 bis 1550. 
629A Bildnis eines jungen Architekten. Von vom ge- 
sehen, Kopf und Blick lebhaft nach rechts gewendet. Mit 
schwarzem Barett, in rotem Warns und grauem Mantel, in 



Deutsche Schule. Diepracni. Dijk. Op 

der Linken einen Zirkel, die Rechte in sprechender Be- 
wegung nach links zeigend. Hintergrund die Zimmerwand 
mit Mefigerat. 

Das Bildnis geliort wohl der Westfalischen Schule an und zeigt 
Verwandtschaft mit den frtihen Werken des Herman torn Ring 
(Munster, 1522 — 1597)- 

Halbfig. etwas unter I.ebensgr. Eichenholz, h. 0,53, br. 0,43. — 
Erworben 1873 in Florenz aus Palazzo del Turco, wo das Bild als 
Holbein gait. 

Diepraem. Arent Diepraem. Hollandische Schule. — 
Getauft zu Rotterdam den 23. Januar 1622, begraben da- 
.selbst den 16. Juli 1670. Schiiler des Glasmalers Stoop 
und des H. M. Sorgh in Rotterdam; durch das Studium 
Brouwers weitergebildet. Tatig in Dordrecht, wo er 1648 
in die Lukasgilde aufgenommen wurde. 

Das Fruhstiick. Ein Bauer, rechts neben einem Fasse 891A 
sitzend, halt in der Rechten einen abgehjiuteten Hering, 
von dem er schmunzelnd ein Stiick zum Munde fiihrt. Auf 
dem Fafi ein Glas Bier, eine Zwiebel und Brotschnitte. 
Dunkler Grund. 

Bez. am Fafi oben: , ^ 

Kl. Kniefig. Eichenholz, h. 0,30, br. 0,25. — Sammlung Suer- 
mondt, 1874. 

Dijk. Philip van Dijk, Hollandische Schule. — Geb. 
zu Amsterdam den 10. Januar 1680, f im Haag den 3. Fe- 
bruar 1752. Schiiler des Arnold Boonen in Amsterdam; 
unter dem EinflufJ Eglon van der Neers und A. van der 
Werffs weiter ausgebildet. Tatig abwechselnd in Amsterdam, 
in Middelburg (seit 17 10) und im Haag (schon 17 18), einige 
Zeit als Hofmaler in Cassel (daselbst nachweislich 1725 
und 1736). 

Der Lauten spieler. Eine junge Dame, iiber ein 1026 
Balkongelander gebeugt, bricht eine Blume fiir einen Herrn, 
der hinter ihr stehend die Laute spielt. Neben ihr links 
ein kleines Madchen, das nach der Blume grcift. Hinter- 
grund Park in Abendbeleurhtung mit eincr Statue der Flora. 

7* 



I OO Dijk. Domenichino. 

Bez. rcchts unten in dcr Ecke: 




172,7 

Gegenstiick zu Nr. 1028. 

Eichenholz, h. 0,37, br. 0,29. — Konigliche Schlosser, 

1028 Der Zeichenunterricht. Hinter der Briistung eines 
weinumrankten Fensters erteilt eine junge Frau einem zur 
Linken sitzenden Knaben Unterricht im Zeichnen. Vorn 
rechts ein kleines Madchen, die Statue eines Amor be- 
kranzend. Im Hintergrunde links eine Statue der Medicei- 
schen Venus. 



Bez. unten: Cy^CVriJjl/A.t'/7Z^> 




Gegenstiick von Nr. 1026. 

Eichenholz, h, 0,36, br. 0,28. — Konigliche Schlosser. 

Domenichino. Domenico Zampieri, gen. il Domenichino. 

Schule von Bologna. — Maler und Architekt, geb. zu Bo- 
logna den 21. Oktober 1581, f zu Neapel den 15. April 
1 641. Anfangs Schiiler des Dionysius Calvaert, weiter aus- 
gebildet in der Akademie der Carracci zu Bologna. Tatig 
zu Bologna, Rom (von etwa 1600 bis gegen 161 7 und wieder 
von 1621 bis 1630) und zu Neapel (von 1630 bis zu seinem 
Tode). 
362 Der hi. Hieronymus. Der Heilige, mit einem roten 
Mantel bekleidet, sitzt, begeistert nach oben blickend, zur 
Linken neben einem Tisch. Er lafit beide Hande auf der 
heiligen Schrift ruhen, die aufgeschlagen auf dem Tische 
liegt. Neben der heiligen Schrift ein zweites Buch, Tinten- 
fafi und Stundenglas. Rechts hinter dem Tisch hangt an 
der Wand der Kardinalshut. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,27, br. 0,99. — Sammlung Solly, 1821. 

375 Bildnis des Baumeisters Vincenzo Scamozzi (1552 
bis 161 6). Etwas nach links gewendet und auf den Beschauer 
blickend. Mit kurzem grauem Vollbart. In schwarzem 



Domenichino. Domenico. ■ jqi « 

Barett, schwarzem Rock und weifiem Kragen; in der Rechten 
einen Zirkel haltend. Grauer Grund. 

Brustbild. Leinwand, li. 0,65, br. 0,53. — Erworben 1829 durch 
Rumohr. 

Der hi. Hieronymus. Der Heilige, mit einem roten 376 ^ 
Mantel bekleidet, kniet, das Kruzifix in der Linken, in der 
Rechten den Stein, mit dem er sich kasteit, vor einer Fels- 
bank, auf der die heilige Schrift und ein Totenkopf liegen. 
Er wendet sich nach rechts urn, wo in einer Glorie ein 
Engel herabschwebt. Ganz rechts in den Wolken ein zweiter 
Engel. Links vorn ruht der Lowe. Hintergrund Landschaft. 

Leinwand, h. 0,57, br. 0,39. — Konigliche Schlosser. 

Domenico. Domenico Veneziano, eigentlich Domenico 
di Bartolommeo da Venezia. Florentinische Schule. — Geb. 
zwischen 1400 und 14 10, vermutlich zu Venedig, urkundlich 
zuerst 1439 erwahnt, begraben zu Florenz am 15. Mai 1461. 
Tatig in Perugia (1438) und zumeist in Florenz. 

Martyrium der hi. Lucia. Der in einem Hofe knienden 64 
Heiligen stofit der Henker von riickwarts den Dolch ins 
Genick. Auf einem Balkon zur Rechten Pascasius, Statt- 
halter von Sizilien, der die Hinrichtung befiehlt. Hinter- 
grund die von' Cypressen iiberragte Hofmauer und Himmel. 

Gehort als Teil der Predella zu dem Hauptwerke des Meisters, 
das sich in den Uffizien zu Florenz befindet. Dasselbe »OPL'S 
DOMINICI DE VENET1IS« bezeichnet, stammt aus der Kirche 
S. Lucia de' Bardi in Florenz und stellt die thronende Jungfrau mit 
dem Kinde zwischen den hhl. Johannes d. T., Franciscus, Nicolaus und 
Lucia dar. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,25, br. 0,285. — Erworben 1841/42 
in Italien. 

Bildnis einer jungen Frau. Eine junge vornehme 1614 
Frau mit blondem Haare, weifiem Haubchen und Brockat- 
gewande mit weiten Armeln sitzt vor einer Saulenbalustrade 
leicht riickwarts geneigt im Profil nach links. Grund tief- 
blauer Himmel mit kleinen Wolken. 

Ehemals Piero della Francesca zugeschrieben, doch eher von der 
Hand Domenico Venezianos. Vgl. Bode, Jahrb. der k. p. Ksts. XVIll, 
S. 187 flF. — 1815 in der Galerie Massias als »Cimabue« beschrieben 
und abgebildet (Annales du Musee, 2Je collection p. 147, 1815 Paris). 

Brustbild. Tempera. Pappelholz, h. 0,51, br. 0,35. — Erworben 
1897 aus der Sammlung des Earl of Ashbumham, London. 



102 Dossi. Don. 

Dossi. Giovanni di Niccolo Lutero gen. Dosso Dossi. 

Ferraresische Schule. — Geb. um 1479 ''^^ Ferraresischen, 
f vor dem 26. Juli 1542 zu Ferrara. Schiiler Lorenzo Costas 
in Bologna. Tatig in Mantua (15 12), Trient (1532) und 
vornehmlich in Ferrara. . 

227 Heilige Familie. Maria, sitzend, halt das Kind 
auf dem SchoiJe. Links Joseph, rerhts der hi. Franziskus. 
Dunkler Grund. 

Halbfig. etwas unter I,ebensgr. Pappelholz, h. 0,63, br. 0,48. — 
Sammlung Giustiniani, 1815. 

Dou. Gerard (Gerrit) Dou. Hollandische Schule. — 
Geb. zu Leiden den 7. April 1613, begraben daselbst den 
9. Februar 1675. Schiiler des Kupferstechers Bart. Dolendo, 
des Glasmalers Pieter Couwenhorn und Rembrandts (14. Febr. 
1628 bis 1631). Tatig vornehmlich in Leiden. 
843 . Die biifiende Magdalen a. Mit halbentbloCter Brust 
sitzt die Biifierin, ein wenig nach links gewendet, die Hande 
ringend, in ihrem Gemache. Vor ihr rechts ein Tisch mit 
einem Geldsack und einer Kassette, dahinter ein Teppich 
als Vorhang. 

Bez. rechts am Sockcl eines Pilasters : '-' ' *^ 

Kl. Kniefig. Eichenliolz, li. 0,30, br. 0,23. — Konigliche Schlosser. 
847 Bildnis der Mutter Rembrandts. Nach links ge- 

wendet. Im Pelzmantel, mit brauner, durch ein schmales 
Tuch befestigter Pelzkappe. Dunkelgrauer Grund. 



Be^ links im Grunde: § — ^ 



)0\X' 

— Aus der friihesten Zeit des Meisters. 

Kl. Brustbild. Eichenholz, oval, h. 0,22, br. 0,17. — Konigliche 
Schlosser, 

854 Die Vorratskammer. Fine Kochin tritt mit einem 

Licht in einen kellerartigen Raum, in dem vorn rechts ein 
Topf auf einem Fafi, ein Messingkessel und eine Mausefalle 
stehen. Im Grunde Kiichengerat und Speisevorrate. 
Leinwand, h. 0,32, br. 0.26. — Konigliche Schlasser. 

Dubois, Dujardin usf., s. Bois, Jardin usf. 



Duccio. Duck. Dughet. IO3 

Duccio. Duccio di Buoninsegna. Schule von Siena. — 
Geb. vermutlich zu Siena um 1260, zuerst nachweisbar 1278, 
f im Juli 1319. Tatig zu Siena. 

Gemalde in drei Abteilungen. Mittelbild: Ge-1062A 
burt Christi. In offener Hiitte lagert Maria vor der Krippe, 
in der das Kind liegt, zu beiden Seiten je sieben Engel. 
Neben Maria links Joseph, etwas defer baden zwei Frauen 
das neugeborene Kind. Rechts zwei Hirten, denen ein 
Engel eine Schriftrolle init den Worten: Annuncio vobis 
gaudium magnum entgegenhalt. Goldgrund. — Linker 
Fliigel: Der Prophet Jesaias, eine Pergamentrolle haltend 
mit der Schrift : Ecce virgo concipiet et pariet filium et 
vocabitur nomen ejus Imanuel. — Rechter Flugel: Der 
Prophet Hesekiel, eine Pergamentrolle haltend mit der 
Schrift: Vldi portam in domo domini clausam vir non 
transibit per eam dominus solus intrat et init per eam. 
Goldgrund. 

Teil der Predella des gfrofien Altarwerkes, das Duccio 1308 bis 
1 3 10 fUr den Hauptaltar des Domes zu Siena malte, und dessen Haupt- 
stUcke ( Vorderseite : thronende Madonna mit dem Kinde zwischen 
Heiligen und Aposteln; Ruckseite: die Leidensgeschichte Christi) jetzt 
in der Opera des Domes aufgestellt sind. 

Tempera. Pappelholz, mit der urspriinglichen Rahmenleiste h. 0,87, 
br. 0,47, Mittelbild (ohne Rahmen) h. 0,43, br. 0,44, FlUgel je h. 0,43, 
br, 0,16. — Erworben 1884 in Florenz als Geschenk. 

Duck. Jacob Duck. Hollandische Schule. — Geb. um 
1600 zu Utrecht, wo er 1621 in die Malergilde aufgenommen 
wurde, f nach 1660 wahrscheinlich im Haag. Gebildet 
unter dem Einflusse des Dirck Hals in Haarlem. Tatig in 
Utrecht, spater im Haag. 

Fouragierende Soldaten. In einem Stall, in dem 864 
links im Hintergrund hollandische Soldaten beschaftigt sind, 
Stroh vom Boden zu holen, steht vorn neben Waffenstiicken 
ein Offizier in voller Rustung. Links vorn sitzt ein Soldat, 
hinter ihm zwei andere. Rechts eine Trommel, Fahne, ver- 
schiedene Waffenstiicke und Reitzeug. 

Kichenholz, h. 0,63, br. 0,80. — Konigliche Schlcisser. 

Dughet. Gaspard Dughet, gen. Gaspard Poussin (nach 
seinem Schwager Nicolas Poussin) oder le Guaspre. Fran- 
zosische Schule. — Landschaftsmaler, geb. 1613 zu Rom 



104 Dughet. DUrer, 

von franzosischen Eltern, f daselbst den 25. Mai 1675. 
Schiiler Nicolas Poussins. Tatig in Rom. 
1626 Romische Gebirgslandschaft. Nach links steigt 
terassenformig das sonnenbeleuchtete Gebirge an, auf dessen 
lialber Hohe ein Stadtchen liegt. Nach dem Vordergrunde 
zu eine Schlucht, in die ein Wasser hinabstiirzt. Rechts 
an einem Hiigel mit hohen Baumen vorbei Ausblick in die 
von fernen Hohenziigen abgeschlossene Campagna. Links 
vorn drei Hirten auf einer Hohe, andere Figuren auf einem 
Wege, der rechts in die Tiefe fiihrt. 

Eine wenig veriinderte Wiederholung desselben Motives in der 
Dresdener Gemaldegalerie (Nr. 736). 

Leinwand, h. 0,95, br, 1,35. — Erworben 1904 aus englischem 
Privatbesitz. 

Durer. Albrecht Durer. Deutsche Schule (Nurnberg). — 
Maler, Kupferstecher und Zeichner fiir den Holzschnitt, geb. 
zu Nurnberg den 21. Mai 1471, f daselbst den 6. April 1528. 
Zuerst in der Goldschmiedewerkstatte seines Vaters, seit 
i486 Schiiler des Michael Wolgemut; unter dem Einflusse 
Schongauers und Mantegnas weiter ausgebildet. 1490 — 1494 
auf der Wanderschaft in Siiddeutschland, im Elsafi, in Basel 
(1492); Nurnberg (1494), Venedig (1495). Seitdem tatig zu 
Nurnberg. Ging Ende des Jahres 1505 abermals nach 
Venedig und blieb daselbst wahrend des Jahres 1506; seit 
Marz 1507 wieder in Nurnberg, 15 18 in Augsburg, 1520 — 1521 
in den Niederlanden. 
557C Bildnis Friedrichs des Weisen (1463 — 1525). Etwas 
nach rechts gewendet und auf den Beschauer blickend. In 
mittleren Jahren, mit lockigem Haar und Vollbart. In 
schwarzem Barett, schwarzem Wams und Untergewand von 
farbigem Brokat. Die Hande liegen iibereinander auf der 
Brustung, die Linke halt eine Papierrolle. Griinlicher Grund. 



Bez. links unten: 



Aus der Friihzeit des Meisters (um 1495 ^'^ 1498) und etwa gleich- 
zeitig mit dem Mittelbilde des Dresdner Altars, der flir Friedrich den 
Weisen gemalt zu sein scheint. 

Halbfig. Wasser- oder Leimfarbe auf feiner Leinwand, h. 0,76, 
br, 0,57. — Erworben 1882 auf der Versteigerung der Sammlung des 
Herzogs von Hamilton in London. 




Durer. IO5 

Bildnis des Jacob Muffel. Etwas nach links gewendet. 557D 

Bartlos, in schwarzer, mit dreifacher Goldborte verzierter 

• Kappe. Untergewand von pelzgefiitter- 

^ - ^^^ tern tiefgriinem Samt, dariiber die 

*^^^ K^^ Schaube mit breitem Pelzkragen. Hell- 

^T^ )^^ blauer Grund. 

^ v^A, Links oben die ncbcnstehendc Inschrift, 

^"H ?^w dariiber: »Effigies Jacobi Muffel«. — Zwei alte 

■♦ ' i Kopien schon ini vorigen Jahrhundert im Privat- 

0^1^ besitze zu Niimberg; die eine aus dem 17. Jahr- 

^^^ hundert, gegenwartig im Germanischen Museum. 

. ■ ^^ — Der Dargestellte ist dcr mit Dlirer befreun- 

^~7 \ \ dete Niirnberger Ratsherr und Septemvir Jacob 

p \ ^^"^ Muffel, der 15 14 Biirgermeister von Niimberg 

t- i ^^^ wurde und 1526 starb. — Bis 1867 in der 

^r^ ^^^ Sammlung Schonbom in Pommersfelden. 

\ f^^ Urspriinglich auf Holz, 1870 in Petersburg 

j^^ ^^ auf Leinwand iibertragen, h. 0,48, br. 0,36. — 

^j^ ^K. Erworben 1883 in Paris auf der Versteigerung 

C J der Sammlung Narischkine. 



mU J Cfi " ^ Bildnis des Hieronymus Holz- 557E 

r _^ ^ den 

> 



< 






Q^ rl^ schuher. Etwas nach links gewendet, 

r ^ ^^ den Blick auf den Beschauer gerichtet. 

p^^ Barhaupt, mit weifiem Haar und Voll- 

bart, in schwarzem Damastgewand und 

breitem Pelzkragen. Hellblauer Grund. 

Bez, oben links: HIERONIM' HOLTZ- 

^y^ ^^ SCHUER. ANNO .DONI. 1526. ETATIS. 

t ^ SUE. 57. Auf dem Grunde rechts: 

1^"^ \ — Das Bild bcfindet sich noch in seinem 

W^^^ ursprlinglichen R.ihmen; auf dem Schiebedeckel 

^^^ (an dessen Stellc jetzt die Glasschcibe getretcn 

<^^^ ist) sind die vereinigten VVappen der Familien 

v^^ Holzschuhcr und Mtinzer in einem Kranz und 

mit dcr Jahreszahl MDXXV'I gemalt (ausgestellt 
an dcr Fenstcrwand des DUrerkabinetts). — Hieronymus (1469 — 1529), 
ein Freund DUrcrs und Anhiingcr dcr rcformatori<chen Bewcgung, aus 
dcr altcn angcselienen NUrnbcrger Patrizierfamilic dcr Holzschuhcr, kam 



io6 



DUrer. 



1499 in den inneren Rat, wurde 1500 zum jiingcren, 1509 zum alteren 
Burgermeister erwahlt und 1514 zum Septemvir berufen. — Das Bild 
war langere Zeit im Germanischen Museum zu Nlirnberg ausgestellt. 
Brustbild. Lindenholz, h. 0,48, Yn. 0,36. — Erworben 1884 von der 
freiherrlichen Familie von Holzschuher in Numberg. 

557F Die Madonna mit demZeisig. Vor einem schmalen 
roten Vorhange sitzt Maria, das nackte Kind auf dem Schofie. 
Die rechte Hand stiitzt sie auf ein Buch, die linke greift 
nach einem Biischel Maiglockchen, das der Johannesknabe 
darreicht. Ein kleiner Engel tragt das Rohrkreuz des Jo- 
hannes. Das Kind halt in der Rechten einen Beutel mit 
Vogelfutter und blickt nach einem Zeisig, der auf seinem 
erhobenen linken Arme sitzt. Zwei auf Wolken schwebende 
Cherubim halten einen Kranz iiber Marias Haupt. In der 
Landschaft links eine Ruine und Gebirge, rechts Durchblick 
auf das Meer. 

Auf der links vom stehenden Holzbank ein Zettel mit der Inschrift: 




Dem »Rosenkranzfest« am nachsten verwandt und, wie dieses, 1506 
in Venedig entstanden. Naturstudie zum Christkind in der Bremer 
Kunsthalle, Zeichnung zu dem Cherub rechts in der Bibliotheque natio- 
nale zu Paris, eine andere, im Gegensinne, zu dem Cherub links im 
Louvre, eine Gewanddetailstudie in der Albertina. — Das Bild wurde 
in den 60 er Jahren des 19. Jahrhunderts vom Marquis of Lothian in 
Edinburgh angekauft. 

Maria Kniefig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,91, br. 0,76. 
- — Erworben 1892 vom Marquis of Lothian in New Battle Abbey bei 
Edinburgh. 

5570 Bildnis einer jungen Frau. Fast von vom gesehen 
und mit leicht gesenktem Kopf ein wenig nach links gewendet. 



Diirer. 



107 



Hintergrund blauer Himmel, rechts und links ein kleinesStuck 
des Meeres. Auf dem Brustlatz des eckig ausgeschnittenen 
Kleides sind Buchstaben eingestickt, in denen man den 
Namen » Agnes D« erkennen kann. 



Bez. links oben : 



^ 



Dieses UDgewohnlich malerisch behandelte Portrat entstand wohl um 
1506, wahrend des Meisters Aufenthalt in Venedig. 

Brustbild etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,285, br. 0,215. 
— Erworben 1893 im Londoner Kunsthandel. 

Betende Maria. Halb nach links gewendet, mit an- 557H 
einandergelegten Handen, den Blick nach oben gerichtet. 
Rechts als Grund ein gruner Vorhang, links rote Wand. 

I J 1 8 

Bez. links oben : 




Kopie in der Akademie zu Venedig. 

Brustbild. Lindenholz, h. 0,53, br. 0,43. — Erworben auf der 
Auktion Morosini - Gatterburg 1894 in Venedig, als Geschenk des 
Geheimrats Dr. W. Bode. 

Bildnis eines jungen Madchens. Von vorn gesehen, 5571 
mit leichter seitlicher Neigung des Kopfes und nach rechts 
gerichtetem Blick. In rotem Barett und viereckig ausge- 
schnittenem Gewande. 



iro^ 




Bez. links oben: 



Entstanden wahrscheinlich noch wahrend des venetianischen Auf- 
enthaltes. Das Bild ist in den Imhoffschen Inventaren mclirfach be- 
schrieben und nach einer Notiz im Geheimbuch Hans Hieronymus Im- 
hoifs 1633 nach Amsterdam verkauft worden. 1899 taucbte es im 
Londoner Kunsthandel wieder auf. 



I08 Durcr. Dyck. 

Pergament, das auf eine Holztafel geklebt ist, h. 0,304, br. 0,20. 
— Erworben 1899 als Geschenk von P. u. D. Colnaghi in London. — 
Eigentuni des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins. 

Diirer. Kopie nach Albrecht Dtirer. Deutsche Schule. 

557B Maria niit dem Kind. Auf Marias SchoO sitzt links 
das nackte Kind, das mit beiden Handen eine Frucht halt. 
Dunkler Grand. 

13-18 

Bez. links in der Mitte: 




Nachahmung vom Ende des 16. oder aus dem 17. Jahrhundert, 
Maria Brustbild. Lindenholz, h. 0,49, br. 0,40. — Erworben 1880 
in Florenz aus der Sammlung Capponi als Geschenk. 

Dyck. Antonius (Anthonis, Anthonie oder Antonio) van 
Dyck. Vlamische Schule. — Maler und Radierer, geb. zu 
Antwerpen den 22. Marz 1599, f zu Blackfriars (London) 
den 9. Dezember 1641. Schiiler des Hendrick van Balen 
(seit 1610) zu Antwerpen, daselbst als Gehilfe des Rubens 
(nach 1618, in diesem Jahr als Meister in die Gilde zu 
Antwerpen aufgenommen) und unter seinem Einflusse weiter 
ausgebildet. Tatig in Antwerpen, bei einem langeren ita- 
lienischen Aufenthalte (1621 — 1627) vornehmlich in Genua, 
spater in London, wo er schon friiher, urn 1620/21, einige 
Zeit am Hofe Jacobs L tatig gewesen war; 1632 als Hof- 
nialer Karls L; zeitweilig in Briissel (1634/35), in Paris 
(1640/41) und um 1627/28 in Holland. 

770 Verspottung Christi. Christus sitzt gebunden inmitten 
der Kriegsknechte, von denen einer in voller Riistung ihm 
die Dornenkrone auf das Haupt druckt, ein anderer ihm 
kniend ein Schilfrohr als Zepter darreicht, wahrend ihn 
zwei Pharisaer verhohnen. Ganz links der romische Haupt- 
mann. Hintergrund die Kerkerwand. 



\ 




Dyck. 109 

t Eine /etwas kleinere Originalwiederholung (aus 

^ Rubens' Besitz) im Museo del Prado zu Madrid, 

^ jedoch ohne die Figuren des romischen Hauptmanns 

\^ und des Kriegskncchts hinter diesem, — S. die Be- 

merkung zu Nr. 799. 

^ Uberlebensgr. Fig. Leinwand, h. 2,62, br. 2,14. 

V^V — Konigliche Schlosser. 

^^rf Beweinung Christi. Der auf einer 778 

^^ Bodenerhohung ruhende Leichnam Christi 
j^^ wird von Johannes, Maria und Magdalena 
beklagt. Ein weinender Engel rechts deutet 
auf die Wundmale Christi. Im Hintergrunde 
die Grabeshohle. 

Bez. in der unteren Ecke rechts von spaterer Hand : 
V. Dijk. — Aus der Zeit des zweiten Aufenthaltes 
des Meisters in Antwerpen, nach seiner Ruckkehr aus 
Italien (um 1627). — Eine Wiederholung mit geringen 
Abweichungen in der Agidienkirche zu NUrnberg, 
doch nur aus der Werkstatt des Meisters. Eine zweite 
Wiederholung, Schulbild, in der Galerie zu Stuttgart. 
Studie zu dem weinenden Engel bei Prof. F. A. v. 
Kaulbach (Munchen). 

Leinwand, h. 2,20, br. 1,66. — Konigliche 
Schlosser. 

Bildnis des Thomas Frangois de 782 
Carignan, Prinzen von Savoyen. Etwas 
nach rechts gewendet und auf den Beschauer 
blickend. In voller Riistung, iiber die ein 
Spitzenkragen fallt. Den Kommandostab in 
der Rechten, die Linke auf den Helm gelegt, 
der auf einem Tisch mit gelber Decke liegt. 
Hintergrund Wand und ein Vorhang. 

Bez. auf einem Zettel links unten: Thomas Sa- 
bnudus Princeps de Carignan. a°. 1634, und rechts 
unten wie ncbenstehend. — Der Prinz (1596 — 1656), 
fUnfter Sohn des Hcrzogs Karl Emanuel I. von Savoyen 
und Stammvater der jetzt regierendcn Linie des Hauses 
Pieniont-Savoyen, war zuerst General in spanischcn 
Dicnsten, dann der franziasischen Armecn in Italien 
und Groflmeister von Frankreich. Im Jahrc 1634 war 



tS 



1 10 i^yck. 

cr in den Niederlanden, und unser Bildnis^ ist wohl in Briissel gemalt. 
— Eine Wiederholung in Windsor, die dort als Original gilt, ist nur 
eine Kopie. 

Kniefig. Leinwand, h. i,i2, hr. 1,03. — Erworben 1835. 

782A Nymphen beim Bade von Satyrn uberrascht. 
Rechts sitzt eine entkleidete Nymphe, vom Riicken ge- 
sehen. Sie wird erschreckt ebenso wie ihre Gefahrtin, 
die sich lebhaft nach rechts wendet, durch das Nahen 
zweier Satyrn, die von links her mit halbem Leibe sichtbar 
werden. Grund dunkle Landschaft mit Abendhimmel. 

Aus der Friihzeit des Meisters. — Links ist ein vertikaler Streifcn 
von einem englischen Maler des 18. Jahrhunderts hinzugefugt. 

Leinwand, h. 0,81, br. 0,94. — Erworben 1897 aus englischem 
Kunsthandel als Geschenk. 

782B Bildnis eines vornehmen Genuesers. In einem 
Lehnstuhl halb nach rechts sitzend und auf den Beschauer 
blickend. In schwarzer Miitze und Gewandung, weiliem 
Miihlsteinkragen und Manschetten. Die Rechte halt ein 
zusammengefaltetes Papier. Hintergrund Pfeilerarchitektur. 
Gegenstuck zu Nr. 782 C. Siehe die Bemerkung dort. — Alte 
Kopien beim Principe S. Faustino, Pal°. Barberini in Rom (Kniestuck) 
und bei Humphrey Ward in London (ganze Figur). 

Leinwand, li. 2,00, br. 1,16. — Erworben 1901 aus dcm englischen 
Kunsthandel. 

782C Bildnis einer vornehmen Genueserin. In einem 
Lehnstuhl halb nach links sitzend und auf den Beschauer 
blickend. In schwarzem Kleide mit gelblichem Brusteinsatz, 
weifiem Miihlsteinkragen und Manschetten, auf dem Kopf 
ein Haubchen. Die rechte Hand halt einen Facher. Hinter- 
grund schwarzer Vorhang und Architektur. Am Boden ein 
persischer Teppich. 

Gegenstuck von Nr. 782 B. — Angeblich sind die Bilder Portrats 
des Genueser Senators Giustiniani und seiner Gattin. 1773 erwahnt 
in der Description de Genes et de ses environs als im Pal°. Giacomo 
Balbi befindlich. — Ehemals in der Sammlung des Sir Robert Peel 
(Auktion London 1900), fiir den David Wilkie die beiden Bilder in 
Genua erwarb. 

Leinwand, h. 2,00, br. 1,16. — Erworben 1901 aus dem englischen 
Kunsthandel. 



Dyck. Eeckhout. I i i 

Bildnis der Marchesa Geronima Spinola (Gemahlin 787A 
des Filippo Spinola und Tochter des Paolo Doria). In 
schwarzem Samtkleid mit langer Schleppe, mit weifiem 
Kragen und roten Armelkrausen. Auf dem Haar eine 
perlenbesetzte Haube mit grofier Reiherfeder, um den Hals 
eine goldene Kette mit Medallion, schreitet die Dame, auf 
den Beschauer blickend, nach links die Stufen zu einem 
Portal hinan. Mit der Linken hebt sie leicht das Kleid, 
in der Rechten halt sie eine Rose. Hintergrund eine Wand 
mit einer Nische zwischen Saulen. 

Stammt aus Genua. 

Leinwand, h. 2,21, br. 1,47. — Erworben 1904 als Geschenk des 
Herm A. Thiem, San Remo an S. M. den Kaiser fiir das Kaiser Friedrich- 
Museum. — Sammlung A. Thiem. 

Kopf eines Apostels. Nach rechts gewendet. Mit 790F 
gefalteten Handen nach oben blickend. Dunkler Grund. 

Studie zur Ausgiefiung des heiligen Geistes (Nr. 794 im Vorrat). 
— Galerie von Sanssouci. 

Eichenholz (ringsum angestUckt), h. 0,57, br. 0,45. — 1906 iiber- 
wiesen von S. M. dem Kaiser. 

Die beiden Johannes. Zwischen Pfeilern eines Bogens 799 
steht links der Evangelist Johannes, auf das Evangelium 
deutend, zu Haupten den Adler, rechts Johannes der Taufer, 
auf das Lamm an seiner Seite weisend. Hintergrund Land- 
schaft. 

Bez. am Buch unter dem Fu6e Johannes d. E. wie umstehend. — 
Gehort mit der Verspottung Christi (Nr. 770), der Ausgiefiung des 
heiligen Geistes (Nr. 794 im Vorrat) und der Gefangennahme Christi 
(in der Sammlung zu Corsham House in England) zu einer Reihc 
von Gemalden aus der frlihen, noch ganz von Rubens beeinflufiten 
Zeit des Meisters. Die drei Berliner Bilder befanden sich frliher und 
vermutlich schon ursprUnglich zu BrUgge in der Abtei zu den Diiren 
und wurden 1768 vom Prinzen Heinrich von Preufien bei seiner An- 
wesenheit in den Niederlanden angekauft. — Originalskizze zu dem 
Bilde Nr. 799 in Madrid, Akademie der KUnste. 

Cberlebensgr. Fig. Leinwand, h. 2,61, br. 2,12. — Konigliche 
Schl5sser. 

Eeckhout. Gerbrandt van den Eeckhout. Hollandische 
Schule. — Maler und Radierer, geb. zu Amsterdam den 



112 Eeckhout 

19. August 1 62 1, begraben daselbst 
den 29. September 1674. Schuler 
Rembrandts. Tatig zu Amsterdam. 

804 Die Erweckung der Tochter 
Jairi. Christus ergreift die Rechte 
der auf ihrem Lager hingestreckten 
Toten. Rechts von Christus der 
Vater, zur Linken eine Gruppe von 
drei Figuren. Vorn am Fufiende 
des Bettes ein junger Mann. 

Fruhes Werk des Meisters. \'on G. 
F. Schmidt als »Rembrandt« gestochen. 

Leinwand, h. 0,33, br. 0,42. — Er- 
worben 1843 aus der Sammlung Reimer 
zu Berlin. 

820 Darstellung Christi im 
Tempel. In einerdiisterenTempel- 
halle halt Simeon, vorn zur Linken 
kniend, das in Windehi gehiillte 
Christkind in den Armen. Hinter 
Simeon links mehrere Priester, 
rechts weiter zuriick Maria mit ge- 
falteten Handen und Joseph, in der 
Linken die Tauben, die ein Hund 
beschnobert. Weiter zuriick auf er- 
hohtem Boden ein zuschauender 
Priester. Von rechts kommt Hanna 
herbei. Im Grunde des Tempels 
verschiedene Figuren. 

Leinwand, h. 0,83, br. 1,00. — Ein 
zelner Erwerb aus der Sammlung Giusti- 
niani vor 18 15. 

829 Merkur totet Argus. Merkur 
hat den rechts vor ihm auf dem 
Boden ruhenden Argus durch sein 
Flotenspiel eingeschlafert und greift 
nach dem neben ihm liegenden 
Schwert. Hinter Argus die in eine 




Eeckhout. Elias. 1 1 ^ 

weifie Kuh verwandelte lo. Rechts zwei andere Kiihe. 
Hintergrund bergige Landschaft. 
Bez. rechts unten: 

Leinwand, h. 0,94, br. 1,10. — Konigliche Schlosser. 

Elias. Nicolaes Elias (eigentlich Nicolaes Eliasz. Picke- 
noy). Hollandische Schule. — Getauft den 10. Januar 1588 
zu Amsterdam, f ebenda zwischen 1653 und 1656, vielleicht 
Schiller des C. van der Voort. Tatig in Amsterdam. 

Bildnis des Cornelis de Graef, Biirgermeisters 753A 
von Amsterdam. Nach rechts gewendet und auf den 
Beschauer blickend. In reicher schwarzseidener Tracht, 
kurzem Mantel und breitem liegendem Spitzenkragen. Hinter- 
grund der Flur des (1652 abgebrannten) Rathauses zu 
Amsterdam. 

GegenstUck zu Nr. 753 B. 

Sammlung des Schlosses Ilpenstein, versteigert zu Amsterdam 1873. 

Leinwand, h. 1,84, br. 1,04. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Bildnis der Catarina Hooft, Gemahlin des Cor- 753B 
nelis de Graef. Etwas nach links gewendet und auf den 
Beschauer blickend. In weifiem silbergesticktem Oberkleid, 
iiber dem breiten Spitzenkragen liegt reicher Halsschmuck. 
Die Rechte halt einen Kacher von schwarzen Straufienfedern. 
Hintergrund Architektur. 

GegenstUck von Nr. 753 A und wie dieses ehemals dem Thomas 
de Keijser zugcschrieben, indes nach der (Jbereinstimmung mit den 
zahlreichen PortratstUcken des Meisters in Amsterdam zwcifellos von 
Elias. — Auf den RUckseiten der Bilder sind Namen, Stand und 
Lebensalter der Dargestellten verzeichnet. — Sammlung des Schlosses 
Ilpenstein, versteigert zu Amsterdam 1873. 

Leinwand, h. 1,84, br. 1,04. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Ver7. d. Gemaldc. B 



I I A Elshcimcr. 

Elsheimer. Adam Elsheimer, Elshaimer, oder Aels- 
heimer. In Italien Adamo Tedesco gen. Deutsche Schule. 
— Maler unci Radierer, getauft zu Frankfurt a. M. den 
i8. Marz 1578, f zu Rom um 1620. Schiiler Philipp Uffen- 
bachs zu Frankfurt. Tatig zu Rom (schon im Jahre 1600). 

664 Altarchen mit Darstel lungen aus dem Leben der 
Maria. Mittelbild: Kronung der Maria. In den Wol- 
ken, umgeDen von Engelscharen, wird Maria von Christus 
und Gott-Vater gekront. Auf der Erde die um das offene 
Grab versammelten Apostel. — Seitenbilder zur Linken. 
Oben: Verktindigung Maria. Der Engel verkiindet in 
einer Wolke herabschwebend der rechts neben einem Tische 
knienden Maria die Botschaft. — Unten: Anbetung des 
Kindes. In einer Ruine verehren Maria und Joseph das 
in einem Korb am Boden liegende Kind. Dariiber Engel in 
Wolken, in der Landschaft zwei Hirten. — Seitenbilder zur 
Rechten.. Oben: Maria Heimsuchung. Maria heifit die sie 
kniend begriifiende Elisabeth sich erheben. Rechts kommt 
Zacharias aus dem Haus. Im Grunde rechts ein Stadttor und 
waldige Landschaft. — Unten: Anbetung der Konige. 
Die hi. drei Konige bringen dem links auf dem Schofie der 
Maria sitzenden Kind ihre Gaben dar. Hinter Maria steht 
Joseph. — Unter dem Mittelbilde: Tod Maria. Die 
Apostel umstehen klagend das Bett, auf dem die tote Maria, 
in der Linken eine Kerze, ausgestreckt ruht. Rechts tritt 
eine Dienerin in das Zimmer. 

Aus der friihesten Zeit des Meisters. Fiir die Urheberschaft Els- 
heimers spriclit der Umstand, dafi das Mittelbild, die Himmelfahrt 
Maria, eine freie Wiederbolung nach dem Mittelbilde des von Durer 
fiir Frankfurt gemalten Hellerschen Altars ist (durch Brand zerstort; 
Kopie von Elsheimers Schtiler Jobst Harrich in der stadtischen Galerie 
zu Frankfurt a. M.). Vgl. Bode, Jahrb. der k. p. Ksts. 1. S. 5 iff. 

Kupfer, Mittelbild h. 0,26, br. 0,21; unteres Bildh. 0,10, br. 0,21; 
Seitenbilder je h. 0,12, br. 0,10. — Konigliche Schlosser. 

664 A Die badende Nymphe. Eine Nymphe, von einem 
Satyr verfolgt, rettet sich zur Linken eilig aus dem Teich, 
in dem sie gebadet hat, ans Ufer. Im Hintergrunde der 
waldigen Landschaft Silen auf seinem Esel mit einem Be- 
gleiter. 



Elsheimer. Engelbrechtsen. 1 1 c 

Dieselbe Darstellung, angeblich bezeichnet: Job. Kcinig 1597, bei 
Herrn von Titzenhofen in Greiz. 

Kupfer, b. 0,14, br. 0,20. — 1880 aus dem Kupferstichkabinett tiber- 
wiesen. 

Der hi. Martin und cler Bettler. Links der Heilige 664B 
zu Pferde, den Mantel, den er zur Halfte um den Bettler 
geworfen hat, mit dem Schwerte zerschneidend. Hinter- 
grund Landschaft. 

Aus der friihen romischen Zeit des Meisters. — Sammlung Pour- 
tales, Paris 1865. 

Kupfer, rund, Durchmesser 0,21. — Erworben 1881 in Paris, aus 
der Sammlung des Marquis de Ganay untcr dem Namen »Guercino«. 

Landschaft mit Johannes d. T. Der Taufer sitzt 664 C 
vorn zur Linken an einem von dichtem Laubwald umgebenen 
Teiche, zu seinen FiiBen das Lamm. 

Kupfer, h. 0,13, br. 0,17, — Erworben 1884 in Wien von Prof. 
Thausing. 

Waldlandschaft mitMerkur und Argus. In waldiger 664D 
Berglandschaft ruht rechts auf einem Felsstein hingelagert 
Argus im Gesprache mit Merkur. Links auf der Hohe ein 
pfliigender Bauer. 

Gegenstiick zu Nr. 664 E. 

Kupfer, h. 0,12, br. 0,16. — Erworben 1900 aus dem englischen 
Kunsthandel als Geschenk des Herrn Generalkonsuls H. Rosenberg. 

Waldlandschaft mit der Totung des Argus. In 664E 
einem Tale ruht links zwischen Felsen amBoden schlummernd 
Argus. Vor ihm steht Merkur, mit dem Schwerte zum Todes- 
streich ausholend. Links die in eine Kuh verwandelte lo. 

GegenstUck von Nr. 664 D. 

Kupfer, h. 0,12, br. 0,16. — Erworben 1900 aus dem englischen 
Kunsthandel als Geschenk des Herrn Generalkonsuls H. Rosenberg. 

Elst S. Verelst. 

Engelbrechtsen. Cornells Engelbrechtsen (Engelbrechtsz.). 

Niederlandische Schule. — Geb. angeblich 1468 zu Leiden, 
t daselbst 1533. Lehrer des Lucas van Leytlen. Tatig zu 
Leiden. Seine durch van Mander beglaubigten Hauptwerke 
im Museum zu Leiden. 

Berufung des Matthaus zum -Apostelamte. Durch 609 
ein offenes Kenster des Zollhauses spricht Christus, vorn 

8* 



I 1 6 Engelbrechtsen. Everdingen. 

links stehend unci von mehreren Aposteln begleitet, zu 
Matthaus, der rechts mit zwei anderen Zollbeamten in einem 
Gemache niit Geldzahlen beschaftigt ist. Links das Stadttor. 

Eliemals Schulc des Lucas van Leyden genannt. — Auf dera roten 
Beutel des iSollners das osterreichisch-burgundische VVappen zwischen 
den beiden kreuzweis gelegten roten Schliisscln des I.eidener Stadt- 
wappens. 

Eichenholz, h. 0,51, br. 0,77. — Sammlung Solly, 1821. 

1212 Die Dornenkronung Christ i. In der Vorhalle eines 
Gebaudes, zu dem von rechts und links Treppenstufen hin- 
auffiihren, sitzt Christus in der Mitte, gebeugt unter dem 
Ansturm der Peiniger, von denen zwei ihm die Dornenkrone 
aufs Haupt driicken. Weiter hinten links die Geifielung 
Christi. Vorn links kniet die Stifterin, eine Nonne von 
Marienpoel bei Leiden, mit dem hi. Augustinus, rechts 
stehen die hhl. Agnes und Cacilia. 

Eichenholz, h. 0,38, br. 0,41. — Sammlung Solly, 1821. 

Ercole. S. Roberti. 

Everdingen. Allart van Everdingen, Hollandische 
Schule. — Landschaftsmaler und Radierer, getauft zu Alk- 
maar den 18. Juni 1621, begraben zu Amsterdam den 8. No- 
vember 1675. Schiller Roelant Saverys zu Utrecht und 
besonders Pieter Molijns zu Haarlem; 1645 ^^^ Meister in 
die Lukasgilde zu Haarlem aufgenommen. Nach Reisen in 
Skandinavien (um 1640 — 1644) tatig zu Alkmaar; seit 1645 
in Haarlem und seit 1652 in Amsterdam. 

835 Landschaft. Rechts ein bewaldeter, zu einem Wasser 
abfallender Berghang. An seinem Fufie links zwei Reiter. 

Bez. an einem Stein im Wasser: /\V b 

Eichenholz, h. 0,25, br. 0,22. — Konigliche Schlosser. 

835A Norwegische Landschaft. Felsiger Berghang nach 
links zu einem Gewasser abfallend. An dem Ufer ein Jager 
und andere Figuren. 

Die Staffage ist von der Hand des modernen Malers L. B. Baka- 
lowicz. — Sammlung Mundler, Paris. 

Eichenholz, h. 0,32, br. 0,28. — Sammlung Suermondt, 1874. 



Everdingen. Eyck. 117 

Felslandschaft. Schroffe Felsen steigen rechts vom 835B 
Ufer eines Wassers an, auf dem mehrere Kahne fahren. 

Bez. rechts unten: *ti.r>. 

I049 

Sammlung Gruner, Berlin. 

Eichenholz, h. 0,30, br, 0,41. — Erworben 1880 in Berlin aus dem 
Nachlasse des Restaiirators Schmidt. 

Burg am Flufi. Ein von inehreren Kahnen belebter 913 
Flu6 bespiilt den Fufi einer waldigen, von einer Burg ge- 
kronten Anhohe. Im Vordergrund hohe Tannen, darunter 
einige Schafe. 

Bcz. links unten: 

yf "^^ve relinoen. 

Leinwand, h. 1,24, br. 1,04. — Konigliche Schlosser. 

Eyck. Hubert und Jan van Eyck. Niederlandische 
Schule. — Hubert van Eyck, geb. zu Maaseijck (zu Eijrk 
an der Maas) um 1370, f zu Gent den 18. Sept. 1426. 
Tatig zu Gent. — Jan van Eyck, geb. zu Maaseijck um 
1390, f zu Brugge zwischen dem 24. Juni und 22. Juli 1441. 
Schuler seine.s alteren Bruders Hubert und wie dieser an 
der Ausbildung der Oltechnik beteiligt. Tatig in Gent, 
dann im Haag (1422 — 1424 als Hofmaler Herzog Johanns 
von Bayern) und in Lille (1425 — 1428 als Hofmaler Herzog 
Philipps d. G. von Burgund), nach einer Reise nach Portugal 
und Spanien (1428 und 1429) in Briigge (daselbst ansassig 
seit Januar 1430 bis zu seinem Tode). 

Sechs Fliigel des Center Altars: Die Anbetung 512—523 
des Lammes. (Nach der Apokalypse VII, 9.) 

Das Hauptwerk der beiden BrUder, zugkich das bedeiitendstc Werk 
der altniederliindischen Schule, wurde fUr die Kapelle des Jodocus 
Vvdt, der 1433 BUrgcrmeister von Gent war, und seiner Gattin Isabella 
geb. Burluut in der Kirchc S. Johann (spater S. Bavo) zu Gent aus- 
gcfUhrt. Das untcrc Mittclbiid des unifangrcichcn Altarwerkes, die 



I 1 8 Eyck. 

Anbetung des Lammes darstellend, sowic die darUbcr bcfindlichen 
Einzelfiguren von Gott-Vater, Johannes und Maria stehen noch in S. Bavo, 
wahrend die beiden obcren auflersten Flligelbilder (mit den Figuren 
von Adam und Eva) in die Galerie ?.n Briissel gekommcn sind (1861). 
Uber Urheber, Besteller und Zeit der Ausfiibrung berichtet die Inschrift 
auf dem alten Rahmen des Bildes (und zwar auf den Nr. 519, 518, 
523, 522). Sie lautet: 

(Pictor) Hvbertvs e eyck. major qvo nemo repertvs 
Incepit. pondvs. <](uod) Johannes arte secvnuvs 

(prater PERF)ECIT IvdOCI VYI) prece fretvs. 
VersVs seXta MaI Vos CoLLoCat aCta tVerI 

D. h. »Der Maler Hubert van Eyck, grfjfier als welcher kciner 
gefunden worden, bcgann das Werk, das Johann, der Bruder, in der 
Kunst der Zweite, auf des Jodocus Vyd Bitte vollendete.« — Die 
Verbindung der im letzten Verse rot geschriebenen, hier grofl ge- 
druckten Buchstaben ergibt das Datum 6. Mai 1432. — Die einge- 
klammerten Worte, teils fehlend, teils undeutlich geworden, sind nach 
einer HandschriftensammluBg aus der Mitte des 16. Jahrh. erganzt. Allein 
die hier uberlieferte Inschrift war wohl nicht nach dem Originale, sondem 
nach einer alteren Abschrift kopiert, und die Richtigkeit der Erganzungen 
ist nicht .unzweifelhaft: fur PICTOR und PRATER PERF. ist der 
leere Platz nicht ganz ausreichend, falls die Worte nicht abgekiirzt 
waren (pondus quod und versus sind Korrekturen fUr pondusc]ue und 
versu). Nach anderer Oberlieferung stand fiir »frater perfecit« »sus- 
cepit laetus*. 

Wann Hubert den Auftrag ftir das Altarwerk erhielt, ist unbekannt. 
Doch laBt sich aus der Biographie des Jan van Eyck soviel feststellen, 
dafi dieser vor 1426 sich an der Arbeit nicht beteiligte, und da er 
von Mai 1425 zu Lille im Dienste Philipps des Guten tatig, dann auf 
langerer Reise bis Ende 1429 von Gent abwesend war, vor 1430 
nicht an die VoIIendung des von Hubert 1426 unfertig zuriickgelassenen 
Werkes herangehen konnte. Immerhin konnte sich seine Tatigkeit an 
dem Werke, dessen Aufstellung am 6. Mai 1432 erfolgte, uber mehr 
als zwei Jahre erstrecken. Wahrend allgemein angenommen wird, dafi 
der Entwurf des Ganzen von Hubert herriihrt, gehen dariiber die An- 
sichten weit auseinander, welche Teile Hubert, welche Jan ausgefuhrt 
und welche etwa der von Hubert begonnenen Tafeln Jan fertiggestellt 
habe. Als Arbeit des Hubert werden ziemlich einstimmig die drei 
oberen Mittelbilder, die Einzelfiguren Gott-Vaters, der Maria und des 
Johannes angesehen. Adam und Eva gelten jetzt meist als das Werk 
Jans. Im Ubrigen scheint der Anteil Jans in der AusfUhrung und 
VoIIendung der unteren kleinfigurigen Innentafeln, sowie der Aufien- 
seiten, insbesondere der Verkundigung (mit den Liinetten) und den 
statuarischen Heiligengestalten zu besteben. 



Evck. 



119 



Das Altarwcrk, ein Allerhciligenbild, bestcht aus zwolf Tafeln in 
zwei Reihen, von denen die obere sieben, die untere fiinf Tafeln ent- 
halt. Bci geoffnetem Schreine zeigt die obere Reihe die Herrlichkeit 
des Himmels, die untere die Anbetung des Lammes. Oben: Gott- 
Vater, links Maria, rechts Johannes der Taufer; auf den vier Fliigcln 
links singende Engel (St. 514) und Adam, rechts musizierende Engel 
(Nr. 515) und Eva. Unten: die Anbetung des Lammes, auf den vier 
Fliigeln links die Streiter Christi (Xr. 513) und die gerechten Richter 
(Nr. 512), rechts die hhl. Einsiedler (Nr. 516) und die hhl. Pilger 
(Nr. 517). Bei geschlossenem Schrein zeigt die obere Reihe die Ver- 
kiindigung, dariiber die Propheten Sacharja und Micha (Nr. 520 und 
521) und zwei Sibyllen; die untere Reihe die beiden Johannes 
(Nr. 518 und 523) und zu deren Seiten die Bildnisse der Stifter 
(Nr. 519 und 522). — Der ganze Altar wurde restauriert 1550 von 
Jan Scorel und Lancelot Blonde], 1663 durch Antoine van der Heuvel. 

Die sechs Berliner Flugel wurden 181 5 um 3000 Gulden an den 
Kunsthiindler M. C.-J. Nieuwenhuis und von diesem fiir looooo Frcs. 
an den englischen Sammler Solly vcrkauft. — Neuerdings sind die 
Tafeln auseinandergesagt worden, so dafi die Riickseiten neben den 
Vorderseiten hiingen. — S. die Photographic des ganzen Altarwerks im 
ursprlinglichen Zusammenhang, die als Geschenk der Photogr. Gesell- 
schaft in dem Kabinett bei den Originalen aufgestellt ist. • 

Die gerechten Richter. Festlicher Zug von zehn 512 
reich gekleideten, nach rechts reitenclen Mannern. Der vor- 
der.ste auf einem Schimmel tragt — nach alter tJberlieferung 
— die Ziige Huberts van Eyck, der Reiter im schwarzen 
Kleide, der aus dem Bild herausschaut, die Jans van Eyck. 
Hintergrund gebirgige Landschaft. 

Inschrift auf dem alten Rahmen: JVSTI J VOICES. — Wahr- 
scheinlich bcruht die ganz weltliche Darstellung der gerechten Richter 
und der Streiter Christi auf einer mifiverstandcnen Auffassung der im 
Hyninus de omnibus Sanctis gebrauchten Bezeichnung fUr die Heiligcn 
dos Himmels (Springer, Uber die Quellcn der Kunstdarstellung im 
Mittelalter, Berichte der siichs. Gesellschaft der VVissenschaften 31. Bd. 
1879). 

Eichcnholz, h. 1,47, br. 0,52. — Sammlung Solly, 1821. 

Die Streiter Christi. Drei lorbeerbekranzte Ritter in 513 
vollem Waffenschmuck, in der Rechten die erhobene Lanze, 
reiten einem sich nach rechts bewegenden Zuge von sechs 
reichgekleideten Reitern voran; untcr diesen vier gekronte 
Haupter. Hintergrund waldige Berglandschaft mit Schnec- 
bergen in der Kerne. 



1 20 Eyck. 

Inschrift auf dem alten Rahmen: CHRISTI MILITES. 
Eichenholz, h. 1,47, br. 0,51. — Sammlung Solly, 1821. 

514 Die singenden Engel. Zur Rechten ein mit Schnitz- 
werk reich verziertes Notenpult, vor dem acht singende 
Engel in reichen MeDgewandern stehen. HintergrundHimmel. 

Inschrift auf dem alten Rahmen: MELOS DEO LAVS PHENIS 
i_n_i 
GRAR A . . O . Die beiden mittleren Buchstaben des letzten Wortes 
sind durch eine schon in alter Zeit eingelassene Eisenschraube aus- 
geloscht (vielleicht zu erganzen: perhennis gratiarum actio). Die In- 
schrift bezeichnet den Gesang als zum ewigen Preise (und Danke?) 
Gottes bestimmt. 

Eichenholz, oben rund, h. 1,61, br. 0,70. — Sammlung Solly, 1821. 

515 Die musizierenden Engel. Vorn rechts ein Engel 
in reichem Brokatgewand, die Orgel spielend; ihm zur 
Rechten, weiter zuriick, fiinf Engel, von denen die beiden 
vorderen die Pausen zahlen. Hintergrund Himmel. 

Inschrift auf dem alten Rahmen: LAVDAT EV IN CORDIS ET 
ORGANO (sie preisen den Herrn mit Saiten- und Orgelspiel). 

Eichenholz, oben rund, h. 1,61, br. 0,70.. — Sammlung Solly, 1821. 

516 Die heiligen Einsiedler. Paulus und Antonius 
schreiten einem sich nach links bewegenden Zuge von zehn 
Einsiedlern voran, den Magdalena und Maria von Agypten 
beschliefien. HintergruHd felsige Landschaft mit siidlicher 
Vegetation. 

Inschrift auf dem Rahmen: HEREMITE sti. 
Eichenholz, h. 1,47, br. 0,51. — Sammlung Solly, 1821. 

517 Die heiligen Pilger. Der hi. Christoph in riesiger 
Gestalt an der Spitze eines sich nach links bewegenden 
Zuges von siebzehn heiligen Pilgern. Hintergrund Land- 
schaft mit siidlicher Vegetation. 

Inschrift auf dem Rahmen: PEGRINI sti. 

Eichenholz, h. 1,47, br. 0,52. — Sammlung Solly, 1821. 

518 Johannes der Taufer. (Riickseite von Nr. 512.) Mit 
der Rechten auf das Lamm deutend, das er auf dem linken 
Arm halt. Als Steinbild in einer gotischen Nische grau in 
grau gemalt. 

Auf dem Sockel des Steinbildes die Inschrift: S. JOHES BAPTA. 
Eichenholz, h. 1,47, br. 0,52. — Sammlung Solly, 1821. 



Eyck. 121 

Bildnis des Stifters Jodocus Vydt. (Riickseite von 519 
Nr. 513.) In einer gotischen Bogennische kniend, nach rechts 
gewendet. In rotem, pelzgefiittertem Rocke, den ein schwarzer 
Ledergiirtel zusammenhalt. 

Eichenholz, h. 1,47, br. 0,51. — Sammlung Solly, 1821. 

Der Engel Gabriel. (Riickseite von Nr. 514.) Gabriel 520 
verkiindet kniend, die Lilie in der Linken, mit der Rechten 
nach oben deutend, die himmlische Botschaft. Inschrift 
mit Goldbuchstaben: AVE GRACIA. Durch ein gotisches 
Fenster Ausblick auf die Hauser einer Stadt. — Dariiber 
im Halbrund der Prophet Sacharja als Halbfigur, mit 
der Rechten auf die Schrift deutend. 

Auf der tiber dem Propheten schwebenden Schriftrolle die In- 
schrift: EXVLTA SATIS FILIA SYO JVBILA. ECCE REX TVVS 
VEIT. (Sacharja IX, 9: Aber du Tochter Zion freue dich sehr, 
jauchze; siehe, dein Konig kommt zu dir.) — Unter dem Halbrund 
auf dem alten Rahmen die Inschrift: SACHARIAS . PROPHETA. — 
Zu der Darstellung des Gemachs, in dem die Verklindigung (Nr. 520 
und 521) vor sich geht, gehoren noch die Rtickseiten der Tafein mit 
Adam und Eva in Brtissel (s. die modernen Kopien Nr. 525 K und 
Nr. 525L). 

Eichenholz, oben rund, h. 1,20 (untere Abt.), 0,35 (obere Abt.), 
br. 0,70. — Sammlung Solly, 1821. 

Maria. (Riickseite von Nr. 515.) Maria an ihrem Bet- 521 
pulte kniend, iiber ihrem Haupte die Taube, lauscht, die 
Hande iiber die Brust gelegt, der himmlischen Botschaft. 
Durch ein gotisches Fenster links Ausblick auf die Hauser 
einer Stadt. Inschrift mit Goldbuchstaben: Ecce ancilla 
dill. — Dariiber im Halbrund der Prophet Micha als Halb- 
figur, auf Maria herabschauend. 

Auf der iiber dem Propheten schwebenden Schriftrolle die In- 
schrift: EX TE EGREDIETVR QVI SIT DOxMlNATOR IN ISRL". 
(Micha V, i : Aus dir soil mir der kommen, der in Israel Herr sei.) 
— Unter dem Halbrund auf dem alten Rahmen die Inschrift: MICHEAS. 
ffHETA. 

Eichenholz, oben rund, h. 1,20 (untere Abt.), 0,35 (obcre Abt.), 
br. 0,70. — Sammlung Solly, 1821. 

Bildnis der Isabella Vydt, geb. Burluut, Ge- 522 
mahlin des Jodocus Vydt. (Riickseite von Nr. 516.) In einer 
gotischen Bogennische mit gefalteten Handen kniend, nach 



122 Eyck. 



B 



o 

m 
P 

g 



links gewendet. In violettrotem grungefiittertem Kleid 
und weiUem Kopftuch. 

Eichenholz, h. 1,47, br. 0,51. — Sammlung Solly, 1821. 

523 Johannes der Evangelist. (Riickseite von 
Nr. 517.) Mit der Rechten den Kelch segnend, aus 
dem sich der Kopf eines Ungetums und vier Schlangen 
erheben. Als Steinbild in einer gotischen Nische ^"^ 
grau in grau gemalt. 

Auf dem Sockel des Steinbildes die Inschrift: S. JOHES 
EWANTA. 

Eichenholz, h. 1,47, br. 0,52. — Sammlung Solly, 1821. ^^ 

Eyck. Kopien nach Hubert und Jan van Eyck V^ 

von der Hand des Michiel van Coxie (Cocxie, Coxcien (^ 
oder Coxcyen). Niederlandische Schule. — Geb. zu 
Mecheln 1497, f daselbst den 10. Marz 1592. Schiiler 

seines Vaters Michiel und des Bernaert van Orley. fTl 
Nach mehrjahrigem Aufenthalt in Italien tatig in 

Mecheln (seit 1539, spater wieder seit 1563) und in g 

Briissel (wo er 1543 das Biirgerrecht erwarb, bis 1563). ■•^ 

524 Anbetung des Lammes. (Nach der Vision des ^m^ 
Evangelisten Johannes, Apokalypse VII, 9; vergl. XIV.) y 
Untere Mitteltafel des Genter Altars. Im Mittel- i-rt 
grund einer reichen siidlichen Landschaft steht das 
Lamm auf dem Altare, sein Herzblut in einen golde- T^ 
nen Kelch ergieCend. Dariiber am Himmel die Taube rn 
in der Strahlenglorie. Um den Altar knien im Kreise ^-< 
vierzehn Engel, vier davon mit den Leidenswerkzeugen. ^-^« 
Von rechts ziehen die weiblichen Martyrer, von links die ^i^ 
mannlichen herbei. Im Vordergrunde der Brunnen des 
lebendigen Wassers (Apokalypse XXII). Rechts knien 
die Apostel, hinter ihnen stehen die Geistlichen, Papste, 
Bischofe und Monche. Links knien die Propheten, *>^, 
hinter ihnen stehen die Patriarchen und Helden des "^ 
alten Bundes. Im Hintergrund hohe Kirchenbauten. ^^ 

An dem Altare die Inschriften: ECCE AGNVS DEI, QVI ^-^ 
TOLLIT PECCATA MVNDI und JESVS VIA, VERITAS, VITA. ^ 

(Siehe da das Lamm Gottes, das die SUnden der Welt triigt. '^•^ 

— Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.) — Bez. V^ 

am Brunnen wie nebenstehend. Die letzte Ziffer war urspriing- O 
lich zweifellos eiae 8. — Das Original, wie der ganze mittlere y 



:4 



Eyck. 123 

Teil des Center Altars, befindet sich noch in S. Bavo zu Gent. S. {luch 
Nr. 525. Die Kopie des ganzen Altars war von Konig Philipp II, bei 
dem Meister bestellt und 1559 vollendet, gclangte aber iwemals nach 
Spanien. Die iibrigen Teile der Kopie befinden sich in der Miinchencr 
Pinakothek und in S. Bavo zu Gent. 

Eichenholz, h. 1,33, br. 2,36. — Erworben 1823. 

Der thronende Gott-Vater. Die dreifache Krone 525 
auf dem Haupt, in reich mit Edelsteinen umsaumtem Mantel. 
In der Linken das Szepter haltend, die Rechte segnend er- 
hoben. Zu seinen Fiifien eine Krone. Hinter ihm ein 
Teppich, in den als Muster der Pelikan, die Brut mit seinem 
Blute nahrend (mit der Umschrift: Jesus Christus), gewebt 
ist. Dariiber goldener Grund mit einer auf die gottliche 
Macht, Giite und Vergeltung beziiglichen Inschrift. 

Die im Halbkreis um die Tiara gefiihrte Inschrift lautet: -}- HIC 
E DEVS POTETISSIM' W DIVINA MAJESTATE + SV OIM OPTI' 
W DVLCEDIS BOITATE X REMVNERATOR LIBERALISSIMUS 
PROPTER INME X NSAM LARGITATEM (His est deus potentissimus 
propter divinam majestatem summus omnium optimus propter dulcedinis 
bonitatem etc.). — Auf dem Sockel des Thrones die Inschrift: VITA. 
SINE . MORTE . IX . CAPITE. I WET. SN^ SENECTVTE IFRONTE. 
GAVDIV. SN. MERORE. A. DEXTRIS. SECVRITAS SN. TIORE. A. 
SINIST'S. (Vita sine raorte in capite, Juventas sine senectute in 
fronte. Gaudium sine merore a dextris. Securitas sine timore a 
sinistris). — Das tiber die Brust laufendc Band enthalt in Perlen die 
Inschrift »SABA52T«. Dies namentlich spricht nebcn anderen Griinden 
daflir, dafl der Dargestellte Gott-V^iter, und nicht, wie manche an- 
nehmen, Christus als Himmelskonig sei.. Am unteren Gewandsaum in 

Perlen die Inschriften : PEX PEl V (Rex regum) und ANaNX (anax). 
— Kopie nach dem Mittelbild in der oberen Reihe des Genter Altar- 
werks von Hubert und Jan van Eyck. Das Original in S. Bavo zu Gent. 
Eichenholz, oben im Halbrund abgeschlossen, h. 2,07, br. 0,79. — 
Erworben 1823. 

Eyck. Moderne Kopien nach Hubert und Jan van Eyck. 

Maria. Mit Krone und reichem Schmuck, sitzend 525D 
nach rechts gewendet. Sie liest in einem Buche, das sie 
mit beiden Handen halt. Hinter Maria ein gemusterter 
Teppich, dariiber der Goldgrund der Nische mit einer In- 
schrift zum Preise Marias, 

Die im Halbkreis um die Bogennischc laufende Inschrift lautet : 
-f . HEC E" SPECIOSIOR SOLE . -|- SVP OEM STELLARV DIS- 



124 Eyck. 

POSIC^i LVCI OPATA IVEIT'^ PO CADOR E ENI LVCIS .... 
E . -|- SP^CLM SN MACLA DEI (Hec est speciosior sole, super 
omnem stellarum dispositionem luci comparata invenitur prior, candor 
est enim lucis eteme speculum sine macula dei). — S. die Benierkung zu 
Nr. 525E. 

Eichenholz, oben rund, h. 1,61, br. 0,69. 

525E Johannes der Taufer. In grunem Mantel iiber dem 
harenen Gewande, sitzend nach links gewendet. Die Rechte 
lehrend erhoben, blattert er mit der Linken in dem auf 
seinem Schofie liegenden Buch. Hinter ihm ein gemusterter 
Teppich, darijber auf dem Goldgrunde der Nische eine 
Inschrift zum Preise des Johannes. 

Die im Halbkreis um die Bogennische laufende Inschrift 
lautet: • + HIC E BAPTISTA lOHES MAIOR HOIE • PAR ANGLIS 
• LEGIS SVMA . EWAGELLI SACIO • APLOR VOX • SILECIV 

PPHETAR . . . LVCERNA MVND TESTIS (Hie est baptista 

Johannes, major homine, par angelis, legis summa, evangelii sanctio, 
apostolorum vox, silentium prophetarum, lucerna mundi, domini testis). 

— Beide Bilder sind Kopien aus der oberen Reihe des Genter Altar- 
werks, nach den Seitengemalden zum Mittelbilde des Gott-Vater. Die 
Originale sind noch in der Kirche S. Bavo zu Gent. Die Kopien sind 
ausgefiihrt von Carl Friedrich Schulz (aus Gelchow bei Storkow) im 
J. 1826. 

Eichenholz, oben rund, 1». 1,6 1, br. 0,69. 

525K Teil der Aussenseite vom linken Flugel (zur V^er- 
kiindigung gehorig). Innenraum. Durch ein zweiteiliges 
Bogenfenster Ausblick ^uf die von P'ufigangern belebte Strafie 
einer Stadt. — Oben: die Erytreische Sibylle. In einer 
steinernen Nische am Boden kauernd, nach rechts gewendet 
mit sprechend erhobener Rechter. In weifiem Gewand und 
Turban mit herabhangendem gelbem Kopftuch. Dariiber ein 
Schriftband mit den Worten: Nil mortale son abafflata etc. 

Auf dem Rahmen die Inschrift : Sibilla eritrea. — S. die Bemerkung 
zu Nr. 525 L. 

Eichenholz, h. 1,20 (untere Abt.), 0,33 (obere Abt.), br. 0,78. 

525L Teil der Aussenseite vom rechten Flugel (zur Ver- 
kiindigung gehorig). Innenraum. In der Wand eine gotische 
Nische, in der iiber einem Messingbecken ein Kessel hangt. 
Links neben der Nische ein weifies Tuch an einem Holzarm. 

— Oben: die Cumaische Sybille. In einer steinernen 



Eyck. 125 

Nische am Boden kniend. Von vorn gesehen, abwarts 
blickend. In griinem, pelzbesetztem Kleid mit blauem 
Miedereinsatz. Die Rechte am Giirtel, die Linke ins Gewand 
greifend. Dariiber ein Schriftband mit den Worten: Rex . . 
adveiet per secla futur' etc. 

Auf dem Rahmen die Inschrift: Sibilhi cumana. — Die Originale, 
auf der Ruckseite der Tafeln mit Adam und Eva, hefinden sich in der 
Galerie zu Briissel. — Beide Bilder (Nr. 525 K und Nr. 525L) sind 
Kopien, ausgefiihrt 1904 von Richard Bohnke aus Schmiedeberg, 

Eichenholz. h. 1,20 (untere Abt.), 0,33 (obere Abt.), br. 0,78. 

Eyck. Jan van Eyck. Niederlandische Schule. 

Bildnis des Giovanni Arnolfini. Etwas nach links ge- 523A 
wendet. Bartlos, in griinem, pelzverbramtem Rock und roter 
turbanartiger Kopfbedeckung. Die Rechte halt einen Brief, 
Schwarzer Grund. 

Amolfini lebte als Faktor des Luccheser Hauses Marco Guidecon 
in Brligge. Die Perscinlichkeit lafit sich nach dem bekannten Verlobungs- 
bilde der Londoner National Gallery (von 1434) feststellen. Da Arnol- 
fini dort etwas jugendlicher erscheint, diiifte unser Bildnis erst in der 
zweiten Halfte des vierten Dezenniums gemalt sein. 

Eichenholz, h. 0,29, br. 0,20. — Erworben 1886 auf der Ver- 
steigerung M. C.-J. Nieuwenhuis zu London. 

Brustbild eines Mannes. Etwas nach links gewendet, 523C 
bartlos, mit grofier, gezaddelter Kopfbedeckimg und pelz- 
verbramtem Rocke. Dunkler Grund. 

Ofifenbar Ausschnitt aus einer grofleren Darstellung; nur oben zeigt 
die Tafel den ursprUnglichen AbschluB. Ob der individuelle Kopf 
als Portrat geschaffen wurde, ist fraglich. 

Kl. Brustbild. Eichenholz auf Unterlage von Kiefer, h. 0,115, 
br. 0,088. — Erworben 1895 ^"^ dem italienischen Kunsthandel. 

Der Mann mit den Nelken. Halb seitlich nach links 525A 
gewendet und den Beschauer anblickend. Bartlos, mit ge- 
furchten Ziigen. In grauem pelzgefiittertem Rock und 
hohem Pelzhut. Auf der Brust das Kreuz der Antonius- 
briiderschaft an gedrehter Silberkette. In der Rechten eine 
weiQe und zwei rote Nelken, die Linke mit sprechendem 
Ausdruck erhoben. Dunkelgruner Grund, von einem ge- 
malten gelben Rahmen umschlossen, auf dem die Hande 
aufliegen. 

Eine Kopie dieses Bildnisses, mit vcranderter Handhaltung, tindet 
sich in der Anbetung der Krtnige des kolnischen Meisters der hi. Sippe 



1 26 Eyck. 

(urn 1500) auf SchloB Vclen in Wcstfalen, wo der alteste Kcinig die 
Ziige des Mannes mit den Nelken tiagt. — Sammlung Engels, Kiiln 
1867. 

Brustbild in 3/4 Lebensgr. Eichenholz, h. 0,40, br, 0,31. — Samm- 
lung Suermondt, 1874. 

525C Maria mit dem Kind in der Kirche. Im Mittel- 
schiff einer gotischen Kirche steht die gekronte Maria, das 
Kind auf dem rechten Arm haltend. Im erhohten Chor hinter 
dem Lettner zwei Engel in Mefigewandern, von einem offenen 
Buche singend. 

Eine gute Wiederholung des Bildes vom J. 1499 im Museum zu 
Antwerpen, als Teil eines auf beiden Seiten bemalten Diptj'chons, mit 
einigen Veranderungen; eine zweite, spatere in der Galerie Doria zu 
Rom, als Halfte eines Diptychons aus dem Anfange des 16. Jahr- 
hunderts. Das Bild ist wahrscheinlich identisch mit dem von 
L. de Laborde im Besitz des Architekten Nau (Nantes) beschriebenen 
Gemalde. Der verlorene Originalrahmen trug die Inschrift: Mater . hec 
. est : filia . pater . hie . est . natus . quis . audivit . talia . deus . homo , 
natus . etcet . flos . floriolorum . appellaris. — Federzeichnungen der 
Komposition in der ehemaligen Sammlung von J. C. Robinson zu 
London, in den Uffizien zu P'lorenz und a. a. O. 

Eichenholz, oben rund, h. 0,31, br. o, 14. — Sammlung Suermondt, 
1874. 
525F Christus am Kreuz. Zur linken Seite des Kreuzes 
steht trauernd Maria mit gerungenen Handen, rechts Johannes, 
der sich weinend abwendet. Hintergrund bergige Land- 
schaft mit einer Stadt und einem entlaubten Baume links. 

Dem Stilcharakter nach anscheinend dem Center Altarwerk voran- 
gehend. Von einigen Forschem zusammen mit den stilistisch ver- 
wandten kleinen Flugeln der Kreuzigung und des Jiingsten Gerichts 
in der Eremitage zu St. Petersburg und den drei Frauen am Grabe 
Christi in der Sammlung Cook zu Richmond dem Hubert van Eyck 
zugeschrieben. 

Leinwand (von Holz tibertragen), h. 0,43, br. 0,29. — Erworben 
1897 aus dem englischen Kunsthandel. — Eigentum des Kaiser 
Friedrich-Museums-Vereins. 

525G Bildnis eines Ritters vom Goldenen Vlieii. In 
vorgeschrittenem Alter, mit bartlosem Gesicht. Halb nach 
links gewendet und ebendahin blickend. In hohem, dickem 
Filzhut und schwarzem Brokatmantel, auf dem der Orden 
des Goldenen Vliefies ruht. In den Handen einen Stab 
haltend (wahrscheinlich das Abzeichen seiner Wiirde). 



Eyck. 



127 



^ 

^ 



>9^ 





Nach Dimier und Weale ist der Dargestellte Baulduyn 
de Lanno)' (eine diesen Namen tragende Zeichnung nach 
unserm Bild in der Stadtbibliothek zu Arras). Baulduyn 
geb. 1386 Oder 1387, Gouverneur von Lille 1423, war 1428 
mit Jan van Eyck in Portugal und gehtirte 1430 bei Griin- 
dung des Ordens vom Goldenen Vliefie zu seinen ersten 
Rittern. — Das Bild wurde 1900 aus der Sammlung der 
Marchesa Coccapane in Modena erworben und war wahr- 
scheinlicli durch Erbschaft aus der bekannten Genueser 
Familie Imperiali nach Modena gelangt. Die Inschrift niit 
Tinte oder Tusche auf der Riickseite: Andrea Mantena 
scheint anzudeuten, dafi sich das Bild um 1600, auf welche 
Zeit die Schrift weist, in spanischem Besitze befand. 

Brustbild in etwa '/^ Lebensgr. Eicbenholz, h. 0,26, 
br. 0,20. — Erworben 1902 aus dem englischen Kunsthandel. 

Bildnis Christi, des Konigs der Konige. 
Das Haupt Christi nach friihrnittelalterlichem Typus 
ganz von vom gesehen, von einem in Kreuzform 
gotisch stilisierten Heiligenschein umgeben. Auf 
dem Saume des roten Gewandes die Inschrift: 
. Rex . Regum . Auf dem griinen Grund oben 
A und Q, unten I (Initum) und F (Finis). 

Auf der alten, steinartig bemalten, den Rahmen bilden- 
den Einfassung die Inschriften: oben VIA . VERITAS . VITA . 
unten: . PRIMVS . ET . NOVISSIM-'. (Der Weg, die Wabr- 
heit und das Leben; der Erste und der Letzte). — Bcz. 
oberhalb dieser letzten Worte wie neljenstehend. — Alte 
verkleinerte Kopie mit geringen Abweichungen in der Aka- 
demie zu Brugge, mit der falschen Inschrift: Johannes de Eyck 
Inventor anno 1440 30. January. — Alte Ko[)ien u. a. in der 
Pinakothek zu MQnchcn. 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,44, br. 0,32. — Samm- 
lung Solly, 1 82 1. 

Eyck? Maria mit dem Kinde vor dem 
Karthauser. Vor der rechts stehenden Maria, 
die das segnende Kind auf dem Arme tragt, 
kniet ein von der hi. Barbara empfohlener Kart- 
hausermonch. Neben der Heiligen als Attribut 
ein gotischer Turm. Durch die BogenSffnungen 
der Halle Ausblick auf cine belebte Stadt und 
eine Landschaft. 



X 

I— « 



528 



523B 



128 Eyck. 

Das Bildchen nahert sich in den Typen, der etwas harteren Be- 
handlung und den kuhleren Farben der Art des Petrus Christus. 
Die Komposition stimmt im wesentiichen Uberein mit der Tafel Jan 
van Eycks bei Baron Gustave Rothschild in Paris, auf der derselbe 
Donator dargestellt ist. Nach Weale ist der Stifter Herman Steenken 
aus Suntdorp, von- 1402 an mit einer zweijahrigen Unterbrechung 
(1404 — 1406) Vikar des Karthauserklosters der hi. Anna ter VVoestire 
in der Nahe von Brtlgge (f den 23. April 1428). — Ein auf der RUck- 
seite aufgeklebter Zettel gibt in hollandischer Sprache die irrige Notiz, 
dafi das Bild von Jan fur den Abt von S. Martin in Ypern gemalt sei. 
Die Tafel ist vermutlich identisch mit derjenigen, die in dem von 
Blaise Hutter 1595 verfafiten Inventar des Kunstbesitzes von Erzherzog 
Ernst erwahnt und dem »Rupert van Eyck« zugeschrieben wird. Audi 
das am 17. April 1662 im Haag mit dem kiinstlerischen Nachlasse des 
Joh. Chrisosth, de Backer unter Nr. 153 versteigerte StUck: Een L. 
Vrouw met een Cathuyser, geschildert by Jan van Eyck, ist woh! 
identisch mit unserem Bilde. 

Eichenholz, h. 0,19, br. 0,14. — Erworben 1888 in London aus 
der Sammlung des Marquis of Exeter in Burleigh House. 

Eyck. Nachahmer Jan van Eycks. Niederlandische 
Schule. 

523 D Bild n is eines jungen Mannes. Bartlos, etwas nach 
rechts gewendet und ebendahin blickend. In dunkelgriiner 
Mtitze und dunkelblauem Gewande mit rotem Kragen. In 
der Rechten eine rote Rose haltend. Schwarzer Grund. 

Brustbild in etwa 1/3 Lebensgr. Eichenholz, h. 0,18, br. o,l2. — Er- 
worben 1900 als Geschenk des Herrn Alfred Beit in London. 

525 B Maria mit dem Kind vor der Rosen heck e. Maria, 
in den Armen das Kind, das einen Rosenkranz halt, vor 
einer Rasenbank stehend, hinter der sich eine Rosenhecke 
und sudliche Baume erheben. Links ein Bronzebrunnen. 

Die Madonna mit dem Kinde findet sich ganz ahnlich in zwei 
anderen Gemalden, von denen das eine, im Museum zu Antwerperi, den 
Namen Jan van Eyks mit der Jahreszahl 1439 tragt und das andere, 
frilher bei Mr. Beresford Hope in London (jetzt im Museum zu New- 
York), dem Meister zugeteilt wird. Das weit geringere Berliner Bild 
scheint am "ehesten eine alte Kopie oder Werkstattwiederholung nach 
Jan van Eyck zu sein. — Sammlung MUndler, Paris; friiher im Privat- 
besitze zu Florenz. 

Eichenholz, h. 0,57, br. 0,41. — Sammlung Suermondt, 1874. 



Eyck. Fabritius. Fasolo. Ferguson. 1 39 

Der segnende Christus. Im Profil nach links, die 528 A 
rechte, nur zum Teil sichtbare Hand segnend erhoben. Rechts 
das Stabwerk eines gotischen Rahmens. Goldgrund. 

Ansclieinend Ausschnitt aus einem grofieren Bilde. Der Kopf 
zeigt die Zuge einer Vera Ikon, die, in einen Smaragd geschnitten, 
sich seit alter Zeit in Konstantinopel befand und erst von Sultan 
Bajazid II. dem Papst Innocenz VIII. geschenkt wurde. 

Eichenholz, h.o,i8, br. 0,13. — Erworben 1888 in London. 

Fabritius. Card Fabritius. Hollandische Schule. — 
Geb. um 1620, f zu Delft den 12. Oktober 1654. Schiiler 
Rembrandts zu Amsterdam, tatig daselbst, alsdann von 1650 
bis 1654 zu Delft. 

Fabritius? Studie eines betenden Mannes. Nach 819A 
rechts gewendet. Mit gefalteten Handen aufwarts blickend. 
Dunkler Grund. 

Eichenholz, h. 0,23, br. 0,19. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Fapresto. S. Giordano. 

Fasolo. Bernardino Fasolo (Fagiuolo, Faxolo). Zeichnet 
sich Bernardinus Faxolus de Papia. Lombardische Schule. 
— Geb. zu Pavia. Schiiler seines Vaters Lorenzo Fasolo 
(Lorenzo da Pavia); Nachfolger der alteren lombardischen 
Schule, unter dem Einflusse der Schule Lionardos und 
P. Fr. Sacchis weiter ausgebildet. Tatig zu Genua, wo er 
1520 urkundlich aufgefiihrt wird. 

Die heilige Familie. Maria, nach rechts gewendet, 209 
das schlafende Kind auf dem SchoBe, legt die Linke in 
ein Buch mit hebraischer Schrift, das ihr Joseph darreicht. 
Hintergrund links ein griiner Vorhang, rechts Landschaft. 

Das Bild gehort einer friiheren Zeit an als die bezeichnete Madonna 
von 1 5 18 im Louvre, die lionardeske Einflusse aufweist. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,57, br. 0,50. — 
Sammlung Giustiniani, 1815. 

Ferguson. William Gowe Ferguson. Hollandische 
Schule. — Stillebenmaler, geb. 1632 oder 1633 in Schott- 
land, f (angeblich in Schottland) nach 1695, da bis 1695 
datierte Gcmalde vorkommen. Tatig vornehmlich im Haag, 
wo er 1660 und 1668, und in Amsterdam, wo er 1681 nach- 
weisbar ist, und auf Reisen in Frankreich und Italien. 

Stilleben. Kin totes Rebhuhn hangt mit einem rot- 909 A 
lichen Band an einem Nagel auf hellbeleuchteter grauer Wand. 

Verz. d. Gcmaldc. q 



1 70 Ferguson. Fenamola, 

Bez. links oben: 








Leinwand, h. 0,53, br. 0,43. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Ferramola. Floriano (oderFioravante) Ferramola. Schule 
von Brescia. — Geb. vor 1480, f zu Brescia den 3. Juli 1528. 
Vermutlich Schiiler Vincenzo Foppas d. A. Tatig zu Brescia. 

155 A ThronendeMariamitdemKind und zweiHeilige. 
Maria, unter einem Baldachine thronend, tragt auf ihrem 
Schofie das Kind, das eine Rose in der Rechten halt. Vor 
dem Throne steht zur Linken ein Heiliger im Karmeliter- 
kleide mit Buch und Lilienzweig in den Handen (der hi. 
Angelus?), zur Rechten die hi. Katharina. Auf der unteren 
Stufe des Thrones sitzen zwei musizierende Engel. Hinter- 
grund Landschaft. 

Bez. in der Mitte auf der Thronstufe: 




OPVSHDRIAI 

FERAMOlJt ^ 



Ferramola. Ferrara. Ferraresischer Meister. 



131 



— Das Bild tragt das frliheste Datum uuter den wenigen vorhandenen 
Werken des Meisters. 

Pappelholz, h. 1,76, br. 1,58. — Vennutlich Sammlung Solly, 1821. 

Ferrara. Schule von Ferrara (?) um 1460—1470. 

Eine Verlobung. Ein junger Edelmann, dem vier 1175 
Freunde folgen, steckt der ihm gegeniiberstehenden Jungfrau, 
die von zwei Frauen begleitet ist, den Ring an den Finger. 
Hintergrund hiigelige Landschaft, in der rechts ein weifies 
Pferd ruht. 

Einige Zuge in diesem Bilde, dessen Schulzusamnienhang schwer 
zu bestimmen ist, weisen nach dem Venetianischen oder \'eronesischen. 

Tempera. Pinienholz, h. 0,96, br, 1,08. — Sammlung Solly, 182 1. 

Ferrara. Schule von Ferrara um 1480. 

Thronende Maria mit dem Kind und vier Hei- 112A 
11 ge. In einer Saulenhalle sitzt Maria auf reich ornamen- 
tiertem Throne, das Kind verehrend, das segnend auf ihrem 
Schofie sitzt. Zur Linken, dem Throne zunachst, steht der 
hi. Franziskus, mit einem diinnen Stab in der Rechten, 
neben ihm ein bejahrter Heiliger (Hieronymus?) in einem 
Buche lesend. Zur Rechten, dem Throne zunachst, der hi. 
Bemhard, neben ihm der hi. Georg, in der Rechten die 
Lanze. Zu beiden Seiten des Thrones Ausblick in land- 
schaftliche Feme. 

Pappelholz, h. 1,60, br. 1,65. — Sammlung Solly, 1821. 

Ferraresischer Meister um 1530. 

Die Heimsuchung. Elisabeth begriilit Maria, iiber der 274 
die Taube schwebt. Links Joseph; rechts untcr einem Por- 
tal ein Madchen, das teilnahmsvoll zuschaut. Hintergrund 
bergige Landschaft. 

Die Behandlungswcise, besonders an Ortolano sich anlehncnd, 
steht unter der Einwirkung der grofien Meister der llochrenaissance. 

— Das Bild befand sich frliher unter dem Namcn des Gaudenzio Ferrari 
zu Savona in der Kapelle der Familie Doria in der Kirche S. Giacomo. 

Pappelholz, h. 1,92, br. 1,56. — Sammlung Solly, r82i. 

Ferraresischer Meister um 1539. 

Himmelfahrt Christi. Christus mit ausgebreiteten 255 
Armen in der Glorie auf Wolken emporschwebend. Auf 
der Erde kniet Maria inmitten der Apostel, vorn links Petrus, 
rechts Paulus. Im Hintergrunde der Landschaft eine Stadt. 

9* 



I 5 2 Ferraresischer Meister. Ferrari. 

Das Bild, das (nach handschriftlicher Bemerkung von Waagen) aus 
S. Antonio in P^errara stammt, gehorte dort mit zwei anderen Gemalden, 
der Auferstehung Christi und der Ausgiefiung des hi. Geistes, zu eineni 
Altarantependium und gait fUr ein Werk des Garofalo. Die beiden 
zugehiirigcfn Gemalde, von denen die Auferstehung die Jahrcszahl 1539 
tragt, belinden sich heute in der Pinakothek zu Ferrara, wo sie deni 
schon 1 500 verstorbenen Stefano Falzagalloni zugeschrieben werden. 
Sie gehoren einem von Mazzolino und Dosso beeinflufiten Meister an. 
Eine Replik unseres Bildes, datiert 1521, im Besitze des Sir Theodore 
C. Hope in London. 

Pappelholz, h. 0,57, br. 0,48. — Sammlung Solly, 1821. 

Ferrari. Francesco Bianchi Ferrari (Frari). Ferraresische 
Schule. — Geburtsort und -datum unbekannt, f 15 10. Tatig 
vornehmlich zu Modena. Angeblich Lehrer Correggios. 

1182 Thronende Maria mit dem Kind und vier Hei- 
lige. Unter einem mit Mosaiken gezierten Bogen thront 
Maria, das segnende Kind auf dem Schofie. Zwei Engel 
halten eine Krone iiber ihrem Haupte, zwei andere schweben 
zu beiden Seiten anbetend auf Wolken. Vor dem Throne 
stehen zur Linken die hhl. Franziskus und Johannes der 
Taufer, zur Rechten die hhl. Ambrosius und Hieronymus. 
Auf dem Sockel des Thrones die Darstellung des Isaakopfers. 
Hintergrund Landschaft. 

Pappelholz, oben rund, h. 1,61, br. 0,96. — Sammlung Solly, 1821. 

Ferrari. Defendente (de) Ferrari. Lombardische Schule. 

— Geb. zu Chiavasso, vermutlich unter dem Einflusse des 
Macrino d'Alba ausgebildet, tatig zu Vercelli wohl schon zu 
Anfang des XVI. Jahrhunderts. Urkundlich erwahnt 1530. 

1147 Anbetung des Christkindes. Das am Boden liegende 
Kind wird von der knienden Maria und neun Engeln verehrt. 
Rechts der kniende Donator, links hinter einem Pilaster 
hervorschauend Joseph und ein Madchen. Im Grunde 
Renaissancearchitektur. 

Bez. rechts am Kapitell des den Bogen tragenden Pilasters: 151 1. 

— Friihestes bekanntes Bild des Meisters. 

Pappelholz h. 1,75, br. 0,80. — Sammlung Solly, 1821. 

Ferrari. Gaudenzio Ferrari. Auch Gaudenzio de Vince 
oder de Vincio gen., namentlich in seiner friiheren Zeit, 
wo er sich ofter Gaudentius Vincius zeichnet. Lom- 
.bardische Schule. — Maler und Tonbildner, geb. zu Valduggia 



Ferrari. Feti. Fiorenzo. I^^ 

(im Sesiatal, Piemont) um 147 1, f zu Mailand den 31. Januar 
1546. Vermutlich zuerst Schiiler des Macrino d'Alba zu Ver- 
celli, dann in Mailand unter Stefano Scotto und Bern. Luini, 
besonders aber durch Studien nach Lionardo da Vinci aus- 
gebildet. Tatig in Varallo (daselbst wohnhaft schon 1508 
und nach 1524), Vercelli (1508/9; dann zwischen 1517 — 1521; 
daselbst wohnhaft 1528 — 1532), Sauthia, Mailand (vermutlich 
seit 1536; dann 1539 — 1546), Novara (1514 — 1518 und 1521), 
Valduggia (1526), Saronno (1535 — 1545) und Busto Arsizio 

(1539)- 

Verkiindigung. Gabriel, zur Linken kniend, die Lilie 213 
in der Hand, verkiindet der ihm zugewendeten, ebenfalls 
knienden Maria die himmlische Botschaft. Schwarzer Grund. 

Uber den beiden Fifjiiren in gotischer Schrift: . AVE . MARIA . 
— Aus der mittleren Zeit des Meisters. 

Pappelholz, h. o,8S, br. 0,86. — Sammlung Solly, 1821. 

Feti. Domenico Feti. Romische Schule. — Geb. angeblich 
1589 zu Rom, f zu Venedig um 1624. Schiiler des Floren- 
tiners Lodovico Cardi da Cigoli zu Rom, Nachfolger der 
Venetianer und Caravaggios. Tatig zu Rom und Mantua 
(1612 bis gegen 1624 als Hofmaler des Herzogs Ferdinand 
Gonzaga) und kurze Zeit zu Venedig. 

Eli as in der Wuste. Der unter einem Baum schlafende 380B 
Prophet wird von dem hinter ihm stehenden f^ngel geweckt, 
der ihm einen Krug und Brot gebracht hat. Hintergrund 
Landschaft. 

Pinienholz, h. 0,49, br. 0,33. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Fiesole. S. Angelico. 

Fiorenzo. Fiorenzo di Lorenzo. Umbrische Schule. — 
Geb. zu Perugia um 1440, f daselbst nach 1521. Urkundlich 
zuerst genannt 1472, zuletzt im Mai 1521. Vermutlich Schuler 
Benedetto Buonfiglis in Perugia; unter dem Einflusse Benozzo 
Gozzolis, besonders aber in Florenz in der Werkstatt Verroc- 
chios weiter ausgebildet. TStig namentlich zu Perugia. 

Maria mit dem Kinde. Maria halt, auf einer Bank 129 
mit Brokatdecke sitzend, auf dem SchoBe das nackte Kintl, 
das aus einem Granatapfel einen Kern genommen hat und 
mit der Rechten der Mutter darreicht. Goldgrund. 



134 



Fiorenzo, Flinck. 



Bez. am Fufie des Bildes: . MARIA . VGO . PRIS MR . 7 GRE . 
(virgo purissima mater et genitrix) MCCCCLXXXI. — Mittelbild eines 
Triptychons, dessen Fliigelbilder (Maria Magdalena und Johannes d. T.) 
sich in der Galerie zu Altenburg befinden. Das Bild zeigt den Uber- 
wiegenden EinfluC der Schule Verrocchios. Die Autorschaft des Fiorenzo 
ist nicht sicher. 

Tempera, oben im Spitzbogcn abschliefiend, Pappelholz, h. 1,44, 
br. 0,66. — Sammlung Solly, 1821. 

S. 4 Fiorenzo? Salome bringt Herodes das Haupt des 
Johannes. In offener Halle naht sich Salome dem hinter 
gedeckter Tafel thronenden Herodes. Vorn links eine Gruppe 
von Mannern, rechts ein Jiingling und ein Zwerg mit einem 
Affen. Rechts hinten in einer Halle die Hinrichtung des 
Johannes. 

Pappelholz, h. 0,29, br. 0,45. — Erworben im florentinischen Kunst- 
bandel. — Sammlung James Simon. Vgl. Katalog dieser Samm- 
lung. 

Flinck. Govert Flinck. Hollandische Schule. — Geb. 
zu Cleve den 25. Januar 1615, f zu Amsterdam den 2. Fe- 
bruar 1660. Schiiler des Lambert Jakobsz. zu I.eeu warden, 
dann Rembrandts zu Amsterdam. Tatig vornehmlich zu 
Amsterdam. 
813A Bildnis einer jungen Dame. Von vorn gesehen, mit 
geringer Wendung nach links. In schwarzem Kleid und 
Spitzenkragen mit Perlenschmuck. Braunlicher Grund. 

Bez. links unten: 




Brustbild. Eicbenholz, h. 0,64, br. 0,52. — Sammlimg Suermondt, 
1874. 



Flinck. Florentinische Schule. 



135 



^ V. 



Verstofiung der Hagar. Abraham weist Hagar, die 815 
zuT Rechten vor ihm steht, und ihren weinenden Sohn Ismael 
von sich. Im Grunde rechts eine 
■ Anhohe mit Ruine. 

^^^ ^— ^ Bez. rechts unten wie nebenstehend. — 

^^^^n Das Bild, vom Meister im Auftrage des 

^H^^ Grofien Kurfiirsten ausgefiihrt, ist iiber ein 

^P^^fc anderes, vermutlich nur angefangenes Bild 

gemalt, dessen Farben mit der Zeit (nament- 

• lich rechts in der Landschaft) teilweise durch- 

gewachsen sind. 

Halbfig. Leinwand, h. 1,07, br. 1,35. — 
Konigliche Schlosser. 

V Florentinische Schule um 1350. 

Die Giirtelspende. In einerll4lB 
Mandorla, die von vier Engeln ge- 
tragen wird, steht Maria in weifiem 
Gewand, dem hi. Thomas, der links 
unten am Boden kniet und beide 
Hande emporstreckt, den Giirtel her- 
abreichend. Goldgrund. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,52, br. 0,23. 
— Erworben 1904 als Geschenk des Grafen 
Tiele-Winckler. 

Florentinische Schule nach 1350. 

Maria mit dem Kind undll4lA 
acht Heilige. Maria sitzt, das Kind 
an sich schmiegend, auf hohem Thron 
mit reicher Intarsiaarbeit. Hinter dem 
Thron stehen rechts die hhl. Katharina 
und Agathe, links eine weibliche Hei- 
lige und der hi. Stefanus. Vor den 
% Stufen des Thrones auf einem alt- 

g ^ persischen Teppiche mit Doppeladlern 

1 ^G^^ stehen links die hhl. Bartholomaus 

^^ B^^ ""^ Antonius, rechts die hhl. Petrus 

^^^^F und Franziskus. Goldgrund. 

Tempera. Pappelholz, oben im Spitz- 
V * bogen abschlieQend, h. 0,675, br. 0,325 (mit 
^^ dem zugehorigen Rahmen aus einem StUck). 




I •j^ Florentinische Schule. 

— Erworben 1904 aus dem englischen Kunsthandel. — Eigentum 
des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins. 

Florentinische Schule um 1375. 

1039 Dreiteiliger gotischer Altar. Mittelbild: Maria 
halt das bekleidete Kind, das die Brust nimmt, auf dem 
Schofi. Am Fufie des gotischen Thrones je drei kniende 
Engel, singend und musizierend. — Linker Flugel: 
Johannes der Evangelist und Johannes der Taufer. — 
Rechter Flugel: Jacobus der A. und Bartholomaus. — 
Ober dem Mittelbild auf dem Originalrahmen zwei schwe- 
bende Engel und die Taube des hi. Geistes; iiber den Seiten- 
bildern in Vierpassen je ein schreibender Kirchenvater. Gold- 
grund. 

Tempera. Pappelholz, Mittelbild, im Spitzbogen abschliessend, 
h. 1,17, br, 0,69; Flugel (jeder oben in zwei Spitzbogen auslaufend) 
je h. 1,18, br. 0,69; die beiden Vierpasse Durchmesser je 0,27. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Florentinische Schule um 1400. 

1112 Anbetung der Konige. Rechts vor der Hiitte die 
hi. Familie und der alteste Konig, der dem Kinde kniend 
den Fufi kul5t. Von links her nahen die beiden anderen 
Konige mit ihrem Gefolge. Hintergrund felsiges Gebirge. 

Ehemals Bartolo di Fredi zugeschrieben. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,21, br. 0,70. — Sammlung Solly, 1821. 

Florentinische Schule um 1450. 

1141 Der hi. Antonius von Padua. In der Rechten einen 
Lilienzweig, in der Linken ein Buch haltend. Oben (in 
kleinerem Mafistabe) links die auf Wolken thronende Maria, 
ihr gegentiber der segnende Christus. Goldgrund. 

Der Meister dieses Bildes wird nach einem seiner Werke im Bargello 
zu Florenz Meister des Carrandschen Triptychons genanm. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,99, br. 0,49. — Sammlung Solly, 1821. 

Florentinische Schule um 1460. 
71A Maria mit dem Kinde. Maria halt das nackte Kind, 
das vor ihr auf einer Steinplatte steht, mit beiden Handen. 
Hinter ihr eine Rosenhecke. 

Der Meister, der mehrfach dieselbe Komposition ausgefuhrt hat, 
•laflt sich auch sonst nachweisen (Pierfrancesco Fiorentino?). Genaue 
Wiederholung u. a. in der Sammlung Widener, New York. 



i 



Florentinische Schulc. J^y 



Maria Halbfig. etwas unter Lebensgr. Tempera. Pappel- 
holz, h. 0,68, br. 0,45. — Sammlung Solly, 1S21. 

Florentinische Schule um 1515. 

Bildnis einesMannes. Nach links gewendet 1649 
"^^ und sich nach rechts umblickend. Mit Backenbart 
r und Anflug von Kinn- und Schnurrbart. In schwar- 

*^^^ zem Barett, schwarzem Gewand und schwarzem 
^ — damastgefiittertem Mantel, in den die Rechte greift. 
H"N Griiner Grund. 

> Brustbild. Pappelholz, h. 0,57, br. 0,44. — Erworben 

^^■^ 1906 aus deutsch-russischem Privatbesitz. 

O Florentinische Schule um 1520. 

Vermahlung der Maria mit Joseph. Der 105 
O Marias Hohepriester in der Mitte vereinigt die Hande 
und Josephs, der in der Linken den griinenden Stab 
Ohalt. Links elf Jiinglinge, welche diediirr gebliebenen 
Stabe zerbrechen. Hintergrund Architektur. 
Teil einer Predella zu einer Altartafel. Stilistisch dem 
Lj^ Albertinelli naliestehend. 

Pappelholz, h. 0,24, br. 0,75. — Sammlung Solly, 182 1. 

Florentinische Schule um 1530. 

Maria Tempelgang. Maria steigt die Stufen S. IS 
»^s zum Tempel empor, auf denen ihr der Hohepriester 
' entgegenkommt. Rechts unten die Eltern und 

>Begleiterinnen Marias, links zwei Soldaten. — 
Rahmende Steinarchitektur mit Kariatyden. 

] Gegenstiick zu Nr. S. i6. 

^^"^ Pappelholz, h. 0,28, br. 0,59. — Sammlung James 

^ Simon. Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

Vermahlung Maria. In der Mitte steht der S. 16 
f I ] Hohepriester, die Hande Josephs und Marias in- 
^^ einanderlegend. Links die Gruppe der Jiinglinge, 

Uihre durren Stabe zerbrechend, rechts die Begleite- 
rinnen Marias. Hintergrund Gebaude. — Rahmende 
_V Steinarchitektur mit Kariatyden. 
^^^ Gegenstiick von Nr. .S. 15, und mit diescm Hilde wahr- 

<scheinlich zu einer Predella gehOrig. 
Pappelholz, h. 0,28, br. 0,59. — Sammlung James 
.Sinjon. Vgl. Katalog dieser Sammlung. 



138 



Fogolino. Foppa. 



Fogolino. Marcello Fogolino. Vene- 
tianische Schule. — Geb. zu S. Vito 
(Friaul); unter dem Einflusse des Gio- 
vanni Speranza zu Vicenza, dann unter 
dem Pordenones ausgebildet. Tatig seit 
1520 vornehmlich zu Vicenza, zeitweilig 
in Pordenone (daselbst urkundlich 1523 
und 1533) und in Trient (seit 1526 und 
noch 1548). 

47 Thronende Maria mit dem Kind 
und sechs Heilige. Zur Linken der 
hi. Bonaventura, Johannes d. E. und Fran- 
ziskus, zur Rechten der hi. Antonius von 
Padua, Bernardin von Siena und Ludwig 
von Toulouse; alle stehend, unter einer 
offenen Pilaster-Architektur, die hinter 
Maria eine Nische bildet. Hintergrund 
Landschaft. 

Bez. in der Mitte auf der untersten Stufe 
des Thrones wie umstehend (S. 137). — Be- 
fand sich noch 1779 auf dem Hauptaltar von 
S. Francesco zu Vicenza. 

Leinwand, oben rund, h. 2,55, br, 2,56. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Foppa. Vincenzo Foppa. Mailandi- 
sche Schule. — Geb. zu Foppa im Mai- 
landischen, Geburts- und Todesdatum 
unbekannt, lebte wahrscheinlich noch in 
den ersten Dezennien des 16. Jahrh. 
Tatig zu Mailand (seit 1456), Brescia, 
Pavia (seit 1461). 

I. 133 Beweinung Christi. In der Mitte 
Maria, auf deren Schofi der Leichnam 
Christi ruht, dessen Haupt von Joseph 
von Arimathia, dessen Fiifie von der am 
Boden sitzenden hi. Magdalena gehalten 
werden. Dahinter rechts zwei wehklagende 
Frauen, links Johannes, der die Dornen- 
krone vom Haupte Christi nimmt. Im 



rzrr^ 



"-c:7 



Foppa. Fouquet. 1 7g 

Hintergrunde rechts ein Felsen mit der Grabesoffnung, links 
Golgatha, waiter zuriick die Stadt, nach der mehrere Reiter 
Ziehen. 

Bez. auf dem Mantelsaum des bl. Xikodemus wie nebenstehend. — 
Ehemals in der Kirche S. Pietro in Gessate zu Mailand. 

Tempera. Pappelholz, h. 2,04, br. 1,65. — Sammlung Solly, 182 1. 

Fouquet. Jean Fouquet, meist Foucquet (nach der erst 
im 16. Jahrhundert aufkommenden Schreibart). Franzosische 
Schule. — Buch- und Tafelmaler, geb. zu Tours vermutlich 
zwischen 141 5 und 1420, f um 1480. Ausgebildet unter 
dem Einflusse der niederlandischen Kunst, tatig in Tours 
und Paris, vielfach fiir den Hof unter Karl VII. und Lud- 
wig XL; einige Zeit (um 1445) in Rom unter Papst Eugen IV., 
hier mannigfach angeregt durch die italienische Kunst, 
namentlich durch Fra Angelico. 

Estienne Chevalier mit dem heiligen Stephan. 1617 
Der Stifter, ein alterer, bartloser Mann, kniet mit aneinander 
gelegten Handen, halb seitlich nach rechts gewendet, in 
rotem, pelzverbramtem Gewand. Hinter ihm weiter rechts 
steht der hi. Stephan, in dunkelblauem, mit goldenen Brokat- 
streifen geziertem Diakonengewand. Er legt die Rechte auf 
die rechte Schulter des Donators und stiitzt mit der Linken 
ein Buch, auf dem ein Stein — zum Gedachtnis an sein Mar- 
tyrium — liegt, gegen die Hiifte. Hintergrund perspektivisch 
nach rechts sich vertiefende Renaissancearchitektur. An dem 
Sockelstreifen links neben dem Haupte des Stifters sich mehr- 
fach wiederholend der Name: (Cheval)IF.R ESTIEN(ne). 

Linke Halfte eines Diptychons, das sich urspriinglich und bis 
zum Ende des 18. Jahrhunderts in der Kirche zu Mclun befand, und 
desscn andere Halfte — Maria mit dem Kind und Engeln — jetzt 
im Museum zu Antwerpen bewahrt wird. — Estienne Chevalier, 
trisorier de France und GUnstling der Agnes Sorel, war ein besonderer 
GOnner Fouquets und liefi von ihm auch ein Gebetbuch reich mit 
Miniaturen schmUcken. Dieses Gebetbuch war wie unsere Tafel im 
Besitz der Familie Brentano in Frankfurt a. M., bis es von dem Due 
d'Aumale flir die Sammlung in Chantilly erworben wurde. Vgl. Fried- 
lander, Jahrb. der k. p. Ksts. XVII. S. 206 ff. 

Halbfig. Eichenholz, h. 0,93, br. 0,85. — Erworben 1896 von der 
Familie Brentano in Frankfurt a. M. 

Fra Angelico, Fra FilippoLippi usw. S. Angelico, Lippi usw. 



1 40 Francesca. Francia. 

Francesca. Art desPierodella Francesca (um 141 5 — 1492). 
Umbrisch-toskanische Schule. 

1615 ArchitektonischeVedute. Durcheinesaulengetragene, 
farbig kassettierte Vorhalle blickt man auf einen mit ver- 
schiedenfarbigen Steinplatten gepflasterten Platz, den rechts 
und links Baulichkeiten verschiedener Art einschliefJen. Nach 
dem Hintergrunde zu offnet sich der Platz auf das offene, be- 
wegte Meer mit einigen Segelschiffen. Der untere Teil des 
Bildes ahmt Wandgetafel nach. 

Eine iihnliche Darstellung in der Galerie zu Urbino, zwei andere 
Stticke eliemals in der Sammlung Massarenti zu Rom. Neuerdings 
dem Architekten Luciano Dellaurana zugeschrieben. — Angeblich 
aus einer Villa bei Florenz stammend. 

Tempera. Pappelholz, h. 1,24, br. 2,34. — Erworben 1896 aus dem 
florentiniscben Kunsthandel. — Eigentum des Kaiser Fricdrich- 
Museums-Vereins. 

Franchoys. S. Fran9oys. 

Francia. Francesco Raibolini, gen. Francia (nach dem 
Vater Francesco di Marco). Zeichnet sich haufig auf seinen 
Gemalden als aurifex oder aurifaber mit dem Zusatze bono- 
niensis. Schule von Bologna. — Maler, Goldschmied, Bau- 
meister und Medailleur, geb. zu Bologna 1450, f daselbst 
den 5. Januar 15 18. Zuerst Schiiler eines Goldschmieds, 
dann Francesco Cossas (der um 1470 nach Bologna iiber- 
siedelte), ausgebildet besonders unter dem Einfiusse Lorenzo 
Costas. Tatig zu Bologna (1483 Obmann in der Gilde der 
Goldschmiede). 
122 Maria mit dem Kind in der Glorie und Heilige. 
Maria thront in der Engelsglorie, das segnende Kind auf dem 
Schofi. Unten, im Vordergrund einer weiten Landschaft (von 
links nach rechts): die hhl. Geminian, Schutzheiliger von 
Modena, Bernhard, Dorothea, Katharina, Hieronymus und 
Ludwig von Toulouse mit ihren Attributen. 

Bez. auf einem Blattchen unten links: 

BO Nori IS02. I 



Francia. 



141 



2«o 



-^ — Genialt fur S. Cecilia in Modena, bei Aufhebung der 

pL k— k Kirche 1737 nach S. Margherita iibergefiihrt. 

r JT^ Pappelholz, h. 2,55, br. 2,01. — Sammlung Solly, 1821. 

C' \ Heilige Familie. Maria mit nach rechts 125 
geneigtem Kopf halt das vor ihr auf einer steiner- 
nen Briistung stehende Kind; ihr links zur Seite 
Joseph. Hintergrund bergige Landschaft. 

Bez. auf der Briistung in goldenen Lettern wie neben- 

t"* stehend. Das Distichon (»hier lebt von deinen Hiinden, o 

X~Z ^ Francia, gemalt, die hochste der Mutter «) ist wohl von 

^ *^ Bianchini selbst verfafit, dem Freunde des Meisters und 

^ f— Besteller des Bildes, der in der Literatur wie auch im 

^ O offentlichen Leben als Senator zu Bologna eine angesehene 

I— « Stellung einnahm. — Aus der fruheren Zeit des Meisters 

^ 0-1 (vor 1490). — Eine etwas veranderte Wiederholung bei 

■*~ '^ Lord Elcho in London (nach der Behandlung aus Francias 

~^ ^* spaterer Zeit und wohl nur eine gute Arbeit aus seiner 

J- ^ Werkstatt). — Das Portriit des Bianchini von Francias 

O S^ Hand bei G. Salting in London ist das Gegenstuck zu 

2 ^2« unserem Bilde, niit dem zusammen es vielleicht ein Dipty- 

<^ chon bildete. 

J Maria und Joseph Halbfig. Pappelholz, h. 0,54, br. 0,40. 

^ ^ — Sammlung Solly, 1821. 

,. Francia. Giacomo Francia. Schule von Bo- 
ul Jo logna. — Maler und Goldschmied, geb. zu Bologna 
t- ^ i486, t daselbst 1557; bei Lebzeiten seines Vaters 
^ 22 Francesco dessen Gehilfe. Seit 15 18 bezeichnet 
^ Z ^"^ selbstandig. Tatig in Bologna. — Giulio Fran- 
Co ^ cia. Maler, Kupferstecher und Goldschmied, geb. 
i— < ^ zu Bologna den 20. August 1487, f daselbst nach 
LlJ ^ 1543- Mit einer einzigen Ausnahme sind nur 
I^ L4 Werke von ihm bekannt, die er gemeinsam mit 
O t~* seinem Bruder Giacomo ausfiihrte. 
1-3^ Maria mit dem Kind und vier Heilige. 281 
O t^ Maria, in der Mitte stehend, halt das Kind an 
*T! r der Hand, welches sich nach rechts zu dem kleinen 
t— « O Johannes wendet. Neben Maria stehen rechts 
fj — etwas zuriick die hhl. Magdalena und Agnes, 
^ 3Z letztcre in der Linken ein Buch haltend, auf 
2q dem das Lamm liegt; auf der linken Seite Do- 
minicus mit der Lilie und Franziskus mit dem 
^ Kreuz. Hintergrund bergige Landschiift. 



IA2 Francia. Franciabigio. 



Bez. unten am Boden: 



^•^Kam 



Pappelholz, h. 1,93, br. 1,64. — Sammlung Solly, 1821. 

287 Maria als Himmelskonigin. Maria, von Cherubim 

umgeben, schwebt in der von Engeln getragenen Mandorla. 
Auf der Erde links die hhl. Paulus und Katharina, rechts 
Franziskus und Johannes d. T. Im Hintergrunde flache 
Landschaft. 

Bez. unten in der Mittc auf einem Blattchen, nach dem ein Specht 
pickt : 

•MT RAN C lA- AVRJLFI- 
FONON*F£CLRt 

— Ehemals in S. Paolo in Monte zu Bologna. — Dieselbe Komposition 
ist von Giacomo Francia gestochen worden. 

Pappelholz, h. 3,05, br. 2,01. — Sammlung Solly, 1821. — Auf- 
gestcllt in der Basilika. 

Franciabigio. Francesco (di Cristofano) Bigi, gen. 
Franciabigio, auch Francia Bigio. Florentinische Schule. — 
Geb. 1482 zu Florenz, f daselbst den 24. Januar 1525. 
Anfangs Schiiler Mariotto Albertinellis, dann vermutlich 
Pieros di Cosimo; unter dem Einflufi Andrea.s del Sarto 
und als dessen Gehilfe weiter ausgebildet. Tatig zu 
Florenz. 

235 Bildnis eines Mannes. Mit geringer Wendung nach 
links. In mittlerem Alter, bartlos. In schwarzer Kleidung 
und schwarzem Barett. Braunlicher Grund. 

Brustbild. Nufibaumholz, h. 0,47, br. 0,33. — Sammlung Solly, 
1821. 



Franciabigio. Fran^oys. 1 43 

Bildnis eines jungen Mannes. Fast ganz von vorn 245 
gesehen, ein wenig nach rechts gewendet. Bartlos, in 
schwarzem, breitkrempigem Barett und grauschwarzer 
Kleidung. In der Rechten die Feder haltend, den linken 
Arm auf ein Schreibpult gelehnt. Auf der Brustung vorn 
Schreibzeug und ein Brief. Hintergrund Landschaft. 

Bez. auf einem Blattchen, das auf dem Pulte liegt: 



Das aus den Buchstaben F R A C R zusammengesetzte Monogramm 
bedeutet Franciscus Cristofani. — Das Bild wird von den Heraus- 
gebem des Vasari fiir das Bildnis Matteo SofFerronis gehalten. 

Halbfig. Pappelholz, h. 0,78, br. 0,61. — Erworben 1829 durch 
Rumohr. 

Bildnis eines jungen Mannes. Nach links gewendet 245A 
und auf den Beschauer blickend. Bartlos, mit langem, rotlich- 
braunem Haar und schwarzem, pelzgefiittertem Oberkleide, 
die Linke in die Hiifte gestlitzt. Hintergrund Tallandschaft, 
auf der Hohe zur Rechten ein Eseltreiber. 

Die Autorschaft Franciabigios ist zweifelhaft. 

Halbfig. Pappelholz, h. 0,79, br. 0,57. — Erworben 1876 vorn 
Marchese Patrizi in Rom. 

Francken. S. unter Bassen. 

Fran90ys. Peter Fran9oys (Franchoys). Vlamische 
Schule. — Geb. den 20. Oktober 1606 zu Merheln, f daselbst 
den 1 1. August 1654. Schiiler seines Vaters Lucas Franchoys 
d. A. in Mecheln und des Geeraard Zegers in Antwerpen. 
Tatig in Mecheln, eine Zeitlang in Antwerpen und Paris. 

Bildnis eines jungen Mannes. Auf einem roten 1639 
Stuhle sitzend, etwas nach links gewendet und auf den Be- 
schauer blickend. Mit kleinem Schnurbart und langem, 
uber den weiBen Schulterkragen herabfallendem lockigem 
Haar. In schwarzer Gewandung. Die Rechte greift, auf die 
Stuhllehne gestiitzt, in den Mantel. Brauncr Grund. 



144 Frangoys. Fyt. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,765, br. 0,635. — Erworben 1904 als 
Geschenk des Herrn A. Thiem an Herrn Geheimrat Dr. W. Bode fur 
das Kaiser Friedrich-Museum. — S am m lung A. Thicm. 

Francucci. S. Imola. 

Fyt. Jan Fyt. Vlamische Schule. — Maler unci Radierer 
von Tierstiicken, getauft zu Antwerpen den 15. Marz 161 1, 
f daselbst den ii. September 1661. Schiller Jans van den 
Kerch, dann des Frans Synders. Nach einer Studienreise in 
Frankreich (1633 und 1634 in Paris) und in Italien (Genua) 
tatig zu Antwerpen (urkundlich 1641 nachweisbar). 
883 Stilleben. Vor einer Wand auf einem Steine rechts 
ein Korb mit totem Gefliigel, darunter eine Schnepfe; vom 
Korb herabhangend zwei Rebhiihner, daneben am Boden 
zwei Enten. Links ein an einem Hinterlauf aufgehangter 
Hase, dessen Kopf auf dem Stein aufliegt, daneben eine 
Katze, auf den Hasen zuschleichend. Rechts neben dem 
Hasen liegen auf dem Stein und am Boden Weintrauben. 
Dunkler Grund. 

Leinwand, h. 1,02, br. 1,41. — Erworben 1837. 
883B Stilleben. Ein Jagdhund, bis zur Brust sichtbar, sucht 
ein Rebhuhn, das mit einigen Wachteln neben einem Steck- 
garn liegt, von einem Steinblock herabzuziehen. Hinter- 
grund Himmel. 

Bez. rechts unten: 




oann^jf 




Leinwand, h. 0,40, br. 0,57. — Sammlung Suermondt, 1874. 
883 C Stilleben. Auf einer mit blauem Pliisch bedeckten 
Tischplatte liegt eine grofie getriebene Schiissel mit Fischen. 
Dariiber hangt vor der Steinwand in zwei Bogen an einem 
Ring und zwei blauen Bandern ein Gewinde aus Wein- 
blattern und grofien Friichten herab. Unten klettert ein 
Affe am Tisch herauf. 



Fyt. Gaddi. 



145 




Bez. rechts im Grunde wie neben- 
stehend. 

Leinwand, h. 1,175, br. 1,52. 
— Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 

Diana neben erlegtem 967 
Wild. Von Jagdhunden um- 
geben, steht zur Rechten Diana 
neben ihrerBeute,Wildschwein, 
Rehbock, Hasen, Schwan, Pfau, 
Reiher und kleineren Vogeln. 
Rechts Ausblick in eine von 
Bergen abgeschlossene Land- 
schaft. 

Die Figur der Diana und viel- 
leicht auch die Landschaft sind von 
der Hand des ErasmusQuellinus 
d. J. (Maler und Radierer, geb. zu 
Antwerpen den 19. Nov. 1607, f da- 
selbst den 7. Nov. 1678; SchUler 
J. B. Verhaegens, ausgebildet unter 
Rubens, tatig zu Antwerpen). Das 
Bild ist moglicherweise identisch 
mit einem aus der Oranischen Erb- 
schaft (1676) stammenden Stiicke, 
das dort »Rubens en Snijers« zu- 
geschrieben wurde. 

Leinwand, h. 0,79, br. 1,16. — 
Konigliche SchlOsser. 

Gaddi. Agnolo Gaddi. 

Florentinische Schule. — Geb. 
zu Florenz (Geburtsjahr unbe- 
kannt), f daselbst den 16. Ok- 
; tober 1396. Schiller seines 
I Vaters Taddeo, dann Gio- 
vannis da Milano und 
Jacopos da Casentino. 
Tatig zu Florenz und 
einige Zeit zu Prato. 

Maria mitdemKind. 1040 
Maria halt das bckleidete 



Verr. d. Gemiildr, 



146 Gaddi. 

Kind, das die Rechte der Mutter fafit, auf dem linken Arme. 
Goldgrund. 

Halbfig. etwas unter Lcbensgr. Tempera. Pappclliolz, oben im 
Spitzbogen aV)Scliliefiend, h. 0,80, br. 0,49. — Sammlung Solly, 182 1. 

Gaddi. Taddeo Gaddi. Florentinische Schule. — Geb. 
zu Florenz angeblich um 1300, f daselbst gegen Ende des 
Jahres 1366. Schiiler und Gehilfe Giottos; selbstandiger 
Meister vermutlich seit 1330, urkundlich zuerst 1332 erwahnt. 
Tatig zu Florenz und einige Zeit zu Pisa (1342). 

1073 Ausgiefiung des hi. Geistes. Auf Maria und die 
Apostel, die in einem Gemach im Kreise sitzen, schwebt 
der hi. Geist in Gestalt der Taube herab. Goldgrund. 

S. die Bemerkung zu Nr. 1074. 

Tempera. Nufibaumholz, Vierpafiform, h. 0,39, br. 0,31. — Er- 
worben 1828/29 dutch Rumohr. 

1074 Ein Wunder aus der Legende des hi. Franziskus. 
Links im Hintergrund ein Haus, aus dessen Fenster ein 
Knabe (aus der florentinischen Familie Spini) stiirzt. Vom 
derselbe im Totenhemde, von den Angehorigen betrauert. 
Dahinter der Knabe aufgerichtet und seine Mutter, dem herab- 
schwebenden hi. Franziskus, der ihn wiederbelebt und geheilt 
hat, ihren Dank darbringend. Rechts vom zwei kniende 
Franziskaner, auf deren Gebet der Heilige das Wunder voll- 
bracht hat. Goldgrund. 

Die Bilder (Nr. 1073 und 1074) gehoren zu einer Reihe von Dar- 
stellungen (im ganzen wahrscheinlich 26), die, in Vierpasse eingerahmt, 
die Tiiren zu Schranken der Sakristei von S. Croce in Florenz schmiickten 
und von Vasari als eine Arbeit Giottos erwahnt werden. Doch neigt 
die neuere Forschung dahin, dafl nicht einmal die Komposition aller 
dieser Darstellungen von Giotto selbst herriihre, sondem ebenso wie 
die AusfUhrung seinem Schiiler Taddeo Gaddi zugewiesen werden mijsse. 

— Zweiundzwanzig Tafeln befinden sich in der Akademie zu Florenz, 
zwolf mit dem Leben Christi, zehn mit der Legende des hi. Franziskus; 
es waren wohl von jeder Reihe dreizehn. Zwei Tafeln sind verschollen. 

— Die Darstellungen haben offenbar die Tiiren zu zwei verschiedenen 
Schranken gebildet, da das eine unserer Bilder auf Nufibaum, das 
andere auf Pappelholz gemalt ist. 

Tempera. Pappelholz, Vierpafiform, h. 0,41, br. 0,36. — Erworben 
1828/29 durch Rumohr. 

1079 Fliigelaltar. Mittelbild: Maria mit dem Kind und 
Heilige. Maria, auf gotischem Throne sitzend, halt das 



Gaddi. 



147 



^ 



bekleidete Kind auf dem linken Arm. Am Fufie des 
Thrones knien links der Stifter, rechts die Stifterin. 
^ Auf der rahmenden Leiste eines gotischen Bogens, 
^ die das innere Bild umgibt, unten links Johannes 
^ der Taufer, rechts ein heiliger Bischof (Zenobius?), 
(§1 iiber ihnen je sechs Apostel. Goldgrund. 
§3 Bez. unten wic nebenstehend. 

f Tempera. Pappelholz, oben im Spitzbogen abschliefiend, 

h. 0,61, br. 0,38. — Erworben 1823. 

^ Innenseiten der Fliigel. Linker Fliigel, 1080 

^ untereDarstellung: Geburt Christi. IndenZwickeln 
gq zwei schreibende Propheten. Dariiber im Spitzbogen- 
^ feld: Vorgang aus der Legende des hi. Nikolaus 
^ von Bari. — Rechter Fliigel, untere Darstellung: 
^ Kreuzigung. t)ber dem Kreuze das Nest des 

tPelikans. In den Zwickeln zwei schreibende Prophe- 
ten. Dariiber im Spitzbogenfeld : Vorgang aus der 
^ Legende des hi. Nikolaus von Bari. Goldgrund. 
E^ VVahrscheinlich ist folgende Legende aus dem Leben des 

/2 hi. Nikolaus dargestellt: der Sohn eines reichen christlichen 
^ Kaufmanns und Verehrers des hi. Nikolaus, von den Heiden 
jl, geraubt, hatte als Sklave bei dem fremden Konig den Dienst 
des Mundschenken zu versehen. Als er einmal am Festtage 
des Heiligen in schmerzlicher Erinnerung in Tranen ausbrach, 
so dafl Tranen in den Becher fielen und ihm der erziimte 
jj;^ Heidenkonig (s. die Darstellung des linken FlUgels) zurief: 
Bj£ »So grofl dein hi. Nikolaus ist, aus meinen Handen kann er 
V* dich nicht retten«, stUrmte der Heilige in einem Wirbelwind 
^^ in den Palast hernieder, ergriff den Knaben (Darstellung des 
R^ linken Fldgels) und brachte ihn, der den goldenen Becher noch 
(^ in den Handen hatte, zu seiner Familie zurllck, die eben beim 
^ Mahle saO (Darstellung des rechten FlUgels). 
^ Tempera. Pappelholz, das ganze Bild h. 0,62 (mit dem 

(^ Giebelfeld), br. 0,20. — Sammlung Solly, 182 1, 

\^ Aufienseiten der Fliigel. Linker PMiigel, 1081 

^a unten: Christus mit Maria und Johannes. 

© Dariiber im Spitzbogenfeld: die hi. Margaretha 

A^ mit dem Drachen. — Rechter Fliigel, unten: 

^ der hi. Christoph. Dariiber im Spitzbogenfeld: 

^ die hi. Katharina mit dem Rad. — Silbergrund. 

^^ 10* 

•55 



K 



IaQ Gaddi. Gainsborough. Garbo. 

Die Auflenseiten sind geringer und wohl von einem Schuler des 
Meistcrs. — Ein verwandtes kleines Triptychon mit denselben Dar- 
stcllungcn und der Jahreszahl 1333 befindet sich im Bigallo zu Florenz. 

Tempera. Pappelholz, jeder Flugcl b. 0,63 (mit dem Gicbelfeld), 
br. 0,215. — Sammlung Solly, 1821. 

Gaddi. Art des Taddeo Gaddi. Florentinische Schule. 
1113 Geburt Christi. Maria sitzt mit dem Kinde vor der 
Krippe am Boden, hinter der Ochs und Esel lagern. Joseph 
sitzt schlafend rechts zur Seite. In der Feme rechts der 
Engel, der den Hirten erscheint. Felsige Landschaft und 
Goldgrund. 

Neuerdings dem Giottino, Schuler des Stefano da Firenze (geb. 
um 1325, 1368 erwahnt als Mitglied der Lukasgilde zu PTorenz) zu- 
geschrieben. Vgl. Schubring, Jahrb. der k. p. Ksts. XXI, S. 161 fif. 

Tempera. Pappelholz, h, 0,25, br. 0,60. — Sammlung Solly, 1821. 

Gainsborough. Thomas Gainsborough. Englische Schule. 
— Maler von Bildnissen und Landschaften, geboren 1727 
zu Sudbury (Suffolk), getauft den 14. Mai, f zu London 
den 2. August 1788. In London Schuler des Hubert Gravelot 
und Francis Hayman. Tatig zu Sudbury, Ipswich, Bath (1760), 
London (1774). 
1638 Bildnis des John Wilkinson. Unter einem Baume 
sitzend, bartlos, mit weifiem Haar. In griiner Weste, 
graubrauner Jacke, schwarzen Kniehosen, weiGen Striimpfen 
und Schnallenschuhen. In der Rechten den Spazierstock 
zwischen den Knien haltend, in der Linken den schwarzen 
dreieckigen Hut. Links Ausblick in Landschaft. 

Leinwand, h. 2,34, br. 1,45. — Erworben 1904 als Geschenk des 
Herm Afred Beit in London. 

Garbo. Raffaellino del Garbo (der Zuname Garbo nach 
der Strafie, in der er seine Werkstatt hatte). Nach dem 
Vater: Raffaellino di Bartolommeo di Giovanni. Zu unter- 
scheiden von dem gleichfalls in Florenz malenden Raffaello 
:. : Carli. Florentinische Schule. — Geb. in Florenz um 1466, 
f daselbst 1524 (nach Vasari). Schuler des Filippino Lippi 
zu Florenz und dessen Gehilfe in Rom (um 1493, bei den 
Fresken in S. Maria sopra Minerva); dann auch von Domenico 
Ghirlandaio beeinflulit; 1498 als selbstandiger Meister ur- 
kundlich nachgewiesen. Tatig vornehmlich zu Florenz. 



Garbo. 1 49 

Thronende Maria mit dem Kind und vier Hei- 87 
lige. Maria mit dem Kind auf dem Throne, zu ihren Seiten 
zwei Engel, die einen Vorhang emporhalten, und zwei 
Cherubim. Auf den Stufen des Thrones steht links der hi. 
Nikolaus, rechts der hi. Dominicus. Vor ihnen kniet links 
der hi. Vincentius, recHts der hi. Petrus Martyr. Am Sockel 
des Thrones ein Wappen. Hintergrund Landschaft. 

Tempera. Pappelholz, h. 1,54, br, 1,37. — Sammlung Solly, 1821. 

Maria mit dem Kind und zwei Engeln. Vor einer 90 
niederen steinernen Briistung steht Maria, auf ihrem linken 
Arme das eingeschlafene Kind und in der Rechten ein Buch 
haltend. Zu ihren Seiten zwei Engel, von denen der eine zur 
Linken auf der Laute spielt, der andere rechts, vom Spiel 
absetzend, die Rohrpfeife mit beiden Handen halt. Hinter- 
grund bergige Landschaft. ^ 

Zeitgencissische Kopie bei Sir Bernhard Samuelson in London 
und eine freie eigenhandige Wiederholung bei M^ Andre in Paris. 

Tempera. Pappelholz, rund, Durchmesser 0,84. — Sammlung Solly, 
1821. 

Thronende Maria mit dem Kind und zwei Hei- 98 
lige. Das Kind auf dem Schofi haltend, sitzt Maria auf 
dem Throne. Zu jeder Seite ein verehrender Engel und 
links der kleine Johannes, der sich hinter einer Thronsaule 
zum Christkind vorbeugt. Vor den mit einem persischen 
Teppiche bedeckten Thronstufen links der hi. Sebastian, 
den Pfeil in der Rechten, rechts der hi. Andreas mit dem 
Kreuze. 

Das aus der Friihzeit des Meisters stammende Bild steht dem 
Filippino noch sehr nahe. - — Eine Zeichnung im Dresdener Kupfer- 
stichkabinett schcint eine Studie zu dem hi. Andreas zu sein. — Der mit 
bildlichen Darstellungen geschmlickte altc Rahmen gehort ursprlinglich 
nicht zu dem Hilde, staromt aber aus der gleichen Zeit wie dieses und 
vermutlich auch aus Florenz. 

Tempera. Pappelholz, h. 1,62, br. 1,44. — Sammlung Solly, 1821. 

Maria mit dem Kind und zwei Engeln. Maria, das S. 1 
Kind im .Arm, das von zwei zu den Seiten stehenden Engeln 
verehrt wird, steht in einem Gemach hinter einer Bank, auf 
der ein Buch und ein Kissen liegen. 

Sammlung Ilennnnn Sax, Wicn. 

Pappelholz, rund, Durchmesser 1,05. — Sammlung J am cs Simon. 
V'gl. Katalog dieser Sammlung. 



I CQ Garofalo. Geertgen. Geldcr. 

Qarofalo. Benvenuto Tisi, gen. Benvenuto (da) 
Garofalo oder il Garofalo. Schule von Ferrara. — Geb. 
148 1 vermutlich zu Ferrara, f daselbst den 6. September 
1559. Schiller Domenico Panettis zu Ferrara (seit 1492) und 
Boccaccio Boccaccinos zu Cremona (1499). Unter dem Ein- 
flusse Costas zu Bologna, dann untef dem Raphaels zu Rom 
weiter ausgebildet (vermutlich um 15 10 — 15 12). Tatig vor- 
nehmlich zu Ferrara. 
243 Der bufiende Hieronymus. Der Heilige kniet vor 
dem Kruzifix und kasteit seine entblofite Brust mit einem 
Steine. Rechts hinter ihm der Lowe. Im Hintergrund eine 
Felsenhohle mit eingebauter Architektur und Ausblick in 
bergige Flufilandschaft. 

Bez. unten links an der Mauer: MDXXIIII SETE' (settembre). 

Pappelholz, oben rund, h. 1,69, br. 0,84. — Sammlung Solly, 1821. 

261 Garofalo? AnbetungderKonige. Maria sitzt rechts auf 
einem gefallten Baumstamme vor der Ruine eines antiken 
Baues, das Kind auf dem Schofi. Ihr zur Seite Joseph, zur 
Linken die Konige, deren altester kniend ein Gefafi dar- 
bringt. In der Landschaft links das Gefolge der Konige und 
weiter hinten der herannahende Zug. 

Abweichend von der Art des Garofalo, von einem dem Ortolano 
und Mazzolino nahestehenden Ferraresen. 

Pappelholz, h. 0,70, br. 0,81. — Sammlung Solly, 1821. 

Geertgen. Geertgen tot Sint Jans. Niederlandische Schule. 
— Geb. um 1465 zu Leiden, f um 1493, nach van Mander 
28 Jahre alt. Schiller Aelberts van Ouwater. Tatig in 
Haarlem. 
1631 Johannes der Taufer. Im Vordergrund einer mit 
Baumen bestandenen Hilgellandschaft, die von vielerlei 
Tieren belebt ist, sitzt, nachdenklich das Haupt in die 
Hand gestiltzt, der Taufer ; neben ihm das Lamm. Im 
Hintergrund eine Stadt zwischen Hiigeln. 

Vgl. Friedlander, Jahrb. der k. p. Ksts. XXIV S. 62 ff. — Ehemals 
in englischem Privatbesitz bei dem Maler W. Cope. 

Eichenholz, h. 0,42, br. 0,28. — Erworben 1902 aus der Sammlung 
Percy Macquoid zu London. — Eigentum des Kaiser Friedrich- 
Museums-Vereins. 

Gelder. Aert (Arent) de Gelder. Hollandische Schule. — 
Geb. zu Dordrecht den 26. Oktober 1645, begraben daselbst 



Gelder. Gentile. 1 5 1 

den 28. August 1727. Schiiler Samuels van Hoogstraten, 
besonders aber Rembrandts in dessen letzter Zeit (um 1660 
bis 1667) zu Amsterdam. Tatig zu Dordrecht. 

Landschaft mit Ruth und Boas. Ruth, ein Stroh- 806A 
biindel auf dem Scholie, kniet unter einer Baumgruppe vor 
Boas. Weiter zuriick ein Knecht, der fiir Ruth zu sprechen 
scheint. Rechts auf den Feldern Leute bei der Ernte und 
weidendes Vieh. Im Hintergrund eine Kette von Hugeln 
mit einer Burg und einer Ortschaft. 

Das Bild zeigt mit den Darstellungen des Meisters aus der Leidens- 
geschichte Christi in der Galerie zu Aschaffenburg die nachste Ver- 
wandtschaft. In einem Briisseler Auktionskatalog von 1738 wird als 
»van Gelder« anscheinend unser Bild aufgefiihrt. — Sammlung James 
Gray, Versailles 1863. 

Leinwand, h. 0,41, br. 0,67. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Qelder. Nicolaes van Gelder. Hollandische Schule. — 
Stillebenmaler, geb. zu Leiden um 1625, f kurz vor 1677. 
Tatig in Stockholm um 1661, spater in Amsterdam. Letztes 
Datum auf einem seiner Bilder 1675. 

Stilleben. Ein Fruchtgebinde aus einer Weintraube, 983F 
Pfirsichen, Birnen, einer Melone und anderen Friichten hangt 
mit einer blauen Schleife an einem Metallringe befestigt vom 
Schlufistein eines Nischenbogens herab. 

Bez. links unten: 







Eichenholz, li. 0,48, br. 0,33. — Erworben 1892 in Paris als Ge- 
schenk des Herrn Geheimrat Dr. W. Bode. 

Oell^e. S. Claude. 

Qentiie. Gentile da Fabriano. Nach dem Vater Gentile 
di Niccol6 di Giovanni di Masse. Umbrische Schule. — 
Geb. zu Fabriano, vermutlich zwischen 1360 und 1370, 
1422 in die Gilde zu Florenz aufgenommen, f um 1427 in 
Rom. Schiiler des Alegretto Nuzi und vielleicht des Otta- 



152 



Gentile. Gerino. 



viano Nelli, nach Vasari auch Fra Giovannis da 
Fiesole. Tatig zu Fabriano, Brescia, Venedig (um 
1422), Florenz (um 1422 bis 1425), und zu Rom 
(1426/27), kurze Zeit in Orvieto (1425) und in 
Siena (1425/26). 
1130 Maria mit dem Kind und zwei Heilige. 
Maria thront zwischen zwei Orangenbaumen, in 
deren Zweigen kleine Seraphim musizieren. Rechts 
die 111. Katharina, links der hi. Nikolaus, zu dessen 
Fiifien der Stifter (in kleinerem Mafistab) anbetend 
kniet. Goldgrund. 

Bez. unten auf der Leiste des ursprlinglichen Rahmens, 
die dem neuen Rahmen eingefUgt ist, wie nebeiistehend. — 
Gemalt fur S. Niccolo zu Fabriano und dalier wohl aus der 
friihen Zeit des Meisters, bcvor er aus der Heimat in das 
Venetianische zog. Spater befand sich das Bild in Osimo, 
Matellica und Rom. 

Tempera. Pappelholz, oben in (lachem Bogen ab- 
schliefiend, h. 1,31, br. 1,13. — 1837 von Konig Friedrich 
Wilhelm III. iibenviesen. 

Gerino. Gerino da Pistoia. Nach dem Vater 
Gerino d'Antonio Gerini. Zeichnet sich selbst 
zumeist Gerinus Pi.storiensis. Umbrische Schule. 

— Geb. zu Pistoia, Geburts- und Todesjahr sowie 
Lebensverhaltnisse unbekannt. Unter dem Ein- 
flusse Peruginos gebildet; nach Vasari lange Zeit 
als dessen Gehiilfe, wie auch gemeinsam mit 
Pinturicchio tatig. Tatig nach den Daten auf 
seinen Werken um 1500 bis 1529; in Pistoia 
nachweisbar zwischen 1505 und 1509, 15 14 und 
1520, dann vornehmlich in Borgo S. Sepolcro 
und einige Zeit in Florenz. 

146 A Gerino? Das Abendmahl. Um einen lang- 
lichen Tisch ist Christus mit den Jiingern zum 
Abendmahle versammelt. An der vorderen Seite 
des Tisches sitzt allein Judas, ganz im Profil 
nach links. Dunkelgriiner Grund. — Zu beiden 
Seiten der Darstellung gemalte Tafein auf hell- 
braunlichem Grunde mit der Inschrift: HOC OPVS 
FECIT FIERI SER BERNARDINVS S. ANGELI 

— ANNO SALVTIS M. D. 









J» 






* 



^ 



Gerino. Ghirlandaio. 



153 



Ini Hintergrund und in einzelnen Kbpfen veranderte Kopie nach 
dera Fresko in S. Onofrio zu Florenz. Der groBe Stich von L. A. de' 
Uberti in der Bibliotliek zu Gotha, eine etwa um 1490 entstandene 
Nachbildung des Abendmahls in S. Onofrio, weicht in Einzelheiten 
ebenso von dem Fresko wie von der Berliner Tafel ab. 

Pappelholz, h. 0,18, br. 1,21. — - Erworben 1883 in Frankfurt a. M. 

Ghirlandaio. Domenico di Tommaso Bigordi (in Kon- 
trakten findet sich auch der Name Corradi) mit dem Bei- 
namen Ghirlandaio (Grillandaio). Florentinische Schule. — 
Geb. zu Florenz 1449, t daselbst den 11. Jan. 1494. Schiiler 
Alesso Baldovinettis zu Florenz, unter dem Einflufi Andreas 
del Castagno, dann Andreas del Verrocchio ausgebildet. 
Tatig zu Florenz (auch als Mosaizist), einige Zeit in S. Gimi- 
gnano (1474/75?) und in Rom (1475, 1478, 1482/83). 

Judith mit ihrer Magd. In einem mit Reliefs ge- 21 
schmiickten Gemache Judith, das Schwert in der Rechten, 
begleitet von ihrer Magd, die auf dem Kopfe den Korb 
mit dem Haupte des Holofernes tragt. Durch ein Fenster 
links Ausblick auf steiles Meeresufer. 

Auf einem Relief zur Linken ein Triton mit einem Tafelchen; darauf 
die Jahreszahl; MCCCCLXXXVIIII. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,41, br. 0,29. — Sammlung Giustiniani, 
1815. 

Ghirlandaio. Domenico Ghirlandaio mit Francesco Gra- 
nacci (s. diesen) und Gehiilfen. Florentinische Schule. 

Maria mit dem Kind und vier Heilige. Maria in 88 
der Flammenglorie, von fiinf Cherubim umgeben, halt das 
rechts auf ihrem Schofie stehende Kind. Unten links Johannes 
der Evangelist als Greis, rechts Johannes der Taufer. Vor 
ihnen knien links Franziskus, rechts Hieronymus mit dem 
schlafenden Lowen. In dem landschaftlichen Hintergrunde 
Tobias mit dem Engel. 

Die knienden hhl. Franziskus und Hieronymus sind von Francesco 
Granacci (wohl erst nach dem Tode Domenicos) in Ol gemalt. 

Tempera und Ol. Pappelholz, h. 1,81, br. 1,79. — Sammlung 
Solly, 1 82 1. 

Ghirlandaio. Nach dem Entwurfe Domenico Ghirlandaios 
ausgefiihrt von Davide und Benedetto Ghirlandaio. Floren- 
tinische Schule. — Davide, geb. zu Florenz den 14. Marz 
1452, f da.selbst den 10. April 1525. Hei Lebzeiten des 



154 



Ghirlandaio. 



Bruders Domenico hauptsachlich als dessen Gehiilfe und in 
den Jahren 1481/82 in Rom (urkundlich) beschaftigt; spater 
vornehmlich als Mosaizist tatig. — Benedetto, geb. zu Florenz 
1458, f daselbst den 17. Juli 1497, ursprunglich Miniatur- 
maler. Bei Lebzeiten des Bruders Domenico in dessen 
Werkstatt tatig, mit ihm in Rom (1481 — 1482 urkundlich 
erwahnt); nach dessen Tod in Frankreich, dann wieder in 
Florenz. 

75 Auferstehung Christi. Christus, die Siegesfahne in 
der Linken, schwebt auf einer Wolke, von einem Cherub ge- 
tragen, iiber dem offenen Sarkophage. Drei Wachter fliehen 
entsetzt, der vierte liegt rechts am Boden. Links, in der 
Feme der bergigen Landschaft, die drei Marien auf dem 
Wege zum Grab. Im Hintergrunde rechts vier Soldaten 
beim Wachtfeuer. 

Das Gemjilde bildete, mit den Seitenfliigeln Nr. 74 und 76, die 
RUckwand des Triptychons, das sich bis 1804 als Altarwerk im Chore 
von S. Maria Novella zu Florenz befand; die Vorderseite — Maria 
mit dem Kind in der Glorie mit den hhl. Dominicus, Michael und den 
beiden Johannes — ist in der Pinakothek zu MUnchen. Nach Vasari 
wurde das Mittelbild auf der Rlickseite des Altars, der bei dem Tode 
Domenicos (1494) unvollendet war, von Davide und Benedetto aus- 
gefUhrt. 

Tempera. Pappelholz, h. 2,21, br. 1,99. — Sammlung Solly, 1821. 

Ghirlandaio. Nach dem Entwurfe Domenico Ghirlandaios 

ausgefiihrt von Francesco Granacci (s. diesen). Florentinische 
Schule. 

74 Der hi. Vincen tius Ferrerius (Dominikaner, f 1419). 
In der Tracht des Dominikaner-Qrdens, die Rechte segnend 
erhoben, in der Linken ein Buch, in einer Nische von far- 
bigem Marmor stehend. 

Auf einer Tafel liber dem Heiligen die Inschrift: VINCENTIO 
PRO VITE MERI'lIS ABSCONDITVM MANNA DATVM A DOMINO 
EST (Dem Vincentius ist fiir seine Verdienste vom Herrn das un- 
sichtbare Manna verliehen worden). — FlUgelbild zu Nr. 75. Wenn bei 
dem anderen Fliigel (Nr. 76) das Zeugnis Vasaris dafiir spricht, dafi 
an seiner Ausfuhrung Granacci beteiligt gewesen sei, so weist fUr Nr. 74 
die ganze ktinstlerische Behandlung noch entschiedener auf diesen 
Schiller Domenicos hin. 

Pappelholz, h. 2,06, br. 0,55. — Sammlung Solly, 182 1. 



Ghirlandaio. Giambono. I e 5 

Der hi. Antonin (Dominikaner unci Erzbischof von 76 
Florenz, f 1459). ^^ Dominikaner-Tra'cht in einer Nische von 
farbigem Marmor stehend, in den Handen ein offenes Buch. 

Auf einer Tafel iiber dem Heiligen die Inschrift: SPLENDOR 
VITE ET DOCTRINE PRESTANTIA ANTONINO INTER SANCTOS 
CONTVLERE SORTEM (Der Glanz seines Lebens und die TreflF- 
Hchkeit seiner Lehre haben dem Antonin seinen Rang unter den Hei- 
ligen angewiesen). — FlUgelbild zu Nr. 75. S. die Bemerkung zu 
Nr. 74. — Die Fliigel sind in 01 ausgefiihrt, wahrend der Ubrige Altar 
in Tempera gemalt ist; auch dies weist auf Granacci bin, der sich 
zuerst in der Werkstatt Domenicos dem neuen Verfahren zuwandte. 

Pappelholz, h. 2,06, br. 0,55. — Sammlung Solly, 1S21. 

Ghirlandaio. Ridolfo Ghirlandaio. Nach dem Vater 
Ridolfo di Domenico Bigordi. Florentinische Schule. — 
Geb. zu Florenz den 4. Februar 1483, f daselbst den 6. Juni 
1 561. Zuerst Schijler seines Vaters, dann seines Oheims 
Davide, unter der Leitung Fra Bartolommeos und dem Ein- 
flusse Raphaels ausgebildet. Tatig zu Florenz. 

Anbetung des Christkindes. Maria, hinter der zwei 91 
Engel stehen, kniet zur Linken in Verehrung vor dem auf 
der Erde liegenden Kinde. Rechts sitzt Joseph. In der 
landschaftlichen Feme die Hiitte mit Ochs und Esel. 

Aus der Zeit, da Ridolfo vorwiegend unter dem Einflusse Vra Bar- 
tolommeos und Raphaels stand. 

Pappelholz, h. 1, 01, br. 0,78. — Sammlung Solly, 1821. 

Giambono. Michele Giambono (Zambon). Eigentlich 
Michiel de Zane (Giovanni) bon (Bono) S. Gregorio. Zeich- 
net sich Michael Zanbono, Gianbono oder Michael Johannis 
Bono, auch mit dem Zusatze Venetus. V'enetianische Schule. 
— Maler und Mosaizist, geb. zu Venedig, Geburts- und Todes- 
datum unbekannt. Tatig zu Venedig, wo er 1420 — 1462 
urkundlich erwahnt wird. Vermutlich unter dem Einflufi des 
Gentile da Fabriano ausgebildet. 

Giambono? Magdalena von Engeln emporgetragen. 1154 
Die Heilige, mit betend zusammengelegten Handen, den 
Korper von dem bis zu den FiiQen herabwallenden Haare 
verhiillt, wird von sechs klcinen Kngeln emporgetragen. Unten 
in felsiger Landschaft in kleinem MaBstab cine kniende 
Abtissin, die Stiftcrin. Goldgrund. 

Viellciclit idcntisch mit dem ursprUnglich in dem Nonnenkloster 
S. Maria delle \crgini zu Venedig befmdlichen Gcmiildc, das schon 



I r6 Gianibono. Giolfino. Giordano. Giorgione. 

Martinioni in scinen Zusatzen zu Sansovino (Venetia descritta) dem 
Giambono zuweist. • 

Pappelliolz, oben geschweift, b. 1,03, br. 0,44. — Sammlung Solly, 
1821. 

Giampietrino. S. Pedrini. 

Giolfino. Niccolo Giolfino. Schule von Verona. — Geb. 
1476, f zwischen dem 3. Marz unci 11. Juni 1555. Tatig 
zu Verona. 
1176 Maria in der Gloria und Heilige. Maria, das Kind 
auf dem Schofi, umgeben von Cherubim auf Wolken sitzend. 
Der Glaube, in Gestalt einer jungen Frau, stiitzt Marias 
Fiifie, Hoffnung und Liebe, gleichfalls jugendliche Frauen, 
zu ihren Seiten. Unten im Vordergrund einer hiigeligen 
Landschaft links Jakobus, rechts der Evangelist Johannes, 
zwischen' ihnen der Stifter (Brustbild). 

Leinwand, oben rund, h. 2,25, br. 1,39. — Sammlung Solly, 1821. 

Giordano. Luca Giordano, gen. Fapresto. Neapolita- 
nische Schule. — Maler und Radierer, geb. zu Neapel 1632, 
t daselbst den 12. Januar 1705. Schiiler Giuseppe Riberas 
in Neapel, dann in Rom unter Pietro da Cortona als dessen 
Gehiilfe und in Venedig unter dem Einflusse der Werke 
Paolo Veroneses und Tintorettos ausgebildet. Tatig vor- 
nehmlich zu Neapel, zeitweilig in Florenz (um 1679 und 
1682), Madrid und Toledo (1692 — 1702). 
441 Das Urteil des Paris. Vor Paris, der, von seiner 
Herde umgeben, zur Linken auf einem Felsblocke sitzt und 
den Apfel in der Rechten halt, erscheinen die drei Gottinnen. 
Juno lost die Sandalen vom Fufie, Minerva streift ihr Ge- 
wand ab, weiter zuriick sitzt Venus, zu deren Haupten Amor 
schwebt. Links blickt Merkur hinter einem Baum hervor. 
Im Hintergrunde das Meeresufer. 

Eine Wiederholung in der Galerie der Eremitage zu St. Petersburg, 
bez. Luca Giordano f., ebenfalls Original, und wohl friiher als unser 
Bild entstanden. 

Leinwand, h. 2,44, br. 3,26. — Konigliche Schlosser. 

Siehe auch Ribera Nr. 403. 

Giorgione. Giorgio Barbarelli, gen. Giorgione. — Vene- 
tianische Schule. — Geb. zu Castelfranco 1478, f in Venedig 
spatestens 1510. Schiiler Gio. Bellinis. Tatig meist in 
Venedig. 



Giorgione. Giotto. Giovanni. t57 

Bildnis eines jungen Mannes. In hellviolettem Ge- 12A 
wande, das bartlose Haupt mit lang herabfallendem ge- 
scheiteltem Haar, dreiviertel nach links gewendet, hinter 
einer gestuften Mauerbrustung sitzend, auf die er lose die 
Finger der rechten Hand legt. Dunkelgrauer Grund. 

Bez. auf der Briistung: V. V. — Frtiher in der Sammlung Giustiniani, 
Padua. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,58, br. 0,46. — Erworben 1891 in 
Florenz. 

Giotto. Giotto di Bondone. Florentinische Schule. — 
Maler und Baumeister, geb. um 1266 in der Ortschaft del 
Colle bei Florenz, f zu Florenz den 8. Januar 1337. Nach 
der Tradition Schiller Cimabues. Tatig vornehmlich zu 
Florenz, einige Zeit in Rom (um 1290 — 1300) und in Padua 
(seit 1305/6), aufierdem in Assisi, Verona, Ferrara, Ravenna, 
Avignon und Neapel (daselbst um 1330^1333). ' 

Kreuzigung. Christus am Kreuze von zehn schweben-1074A 
den Engeln umgeben, von denen drei das Blut aus seinen 
Wunden auffangen. Am Fufie des Kreuzes die kniende 
Magdalena. Zur Linken die trauernde Maria, von Johannes 
gestiitzt, rechts der glaubige Hauptmann und Pharisaer. 
Weiter zuriick Kriegsleute zu Fufi und zu Pferde. 

Aus des Meisters spaterer Zeit. Wahrscheinlich das Mittelbild 
eincs Iriptychons. Eine ganz ahnliche, aber kleinerc Darstellung in 
der Galerie zu Strai3burg. 

Tempera. Pappelholz, oben im Dreieck abschliefiend, h. 0,58, 
br. 0,33. — Wahrscheinlich Sammlung Solly, 1821. 

Giovanni. S. Angelico. 

Giovanni. Giovanni di Paolo. Eigentlich Giovanni 
di Paolo di Grazia, gen. del Poggio. Schule von Siena. 
— Urkundlich schon 1423 zu Siena tatig, zuletzt 1482 er- 
wahnt und wahrscheinlich in diesem Jahre gestorben. Nach 
alterer Nachricht unter dem Kinflusse Gentiles da Fabriano 
gebildet und vielleicht dessen Schiller. 

Christus am Kreuz. Maria steht wehklagend zurlll2B 
Linken des Kreuzes, Johannes zur Rechten. Goldgrund. 

Rechts unten das Wappen der .Siencser Familie Piccolomini. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,32, br. 0,23. — Sammlung Solly, 1821. 

Kreuzigung. In der Mitte Christus am Kreuz. LinkslllZC 
zu Pferde Longinus, zu Christus aufblickend, Maria mit 



I eg Giovanni. Goes. 

den klagenden Frauen und- zwei berittene Krieger. Rechts 
Johannes, der glaubige Hauptmann und Pharisaer. Gold- 
grund. 

Tempera. Pappclholz, h. 0,385, br. 0,53. — Erworhcn 1904. — 
Eigentum des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins. 

Goes. Hugo van der Goes. Niederlandische Schule. — 
Wahrscheinlich geboren zu Goes in Zeland (Geburtsjahr 
unbekannt), f 1482 im Rooden Clooster bei Soignies, in das 
er 1476 eintrat. Tatig in Gent, wo er von 1465 bis 1475 
• urkundlich als Mitglied und als Dekan der Lukasgilde ge- 
nannt wird, und in Briissel. 
1622 Gruppe von einer Beweinung Christi. Vorn die 
trauernde Maria mit iiber der Brust gekreuzten Armen, von 
Johannes gestutzt. Rechts dahinter Magdalena, eine andere 
1\1. Frau mit ausgebreiteten Armen und eine weibliche Ge- 
stalt, die weinend ein Tuch an die Augen fuhrt. Hinter- 
grund der Felsen des Grabes und Himmel. 

Ausschnitt aus einer Kreuzabnahme Christi, wenn nicht Tell eines 
mehrteiligen Altarwerkes. Vgl. Friedlander, Jahrb. der k. p. Ksts. XXV. 
S. 108. 

Leimfarbe. Leinwand, h. 0,53, br. 0,36. — Er\vorben 1900 
aus der Galerie Panciaticchi in Florenz als Geschenk des Herm O. Huld- 
schinsky. 

1622A Anbetung der Hirten. Von Maria, Joseph und einer 
Schar Engel verehrt, ruht das Christkind in der Krippe. 
Von links eilen die Hirten herbei, rechts Ausblick in eine 
Landschaft mit der Verkiindigung an die Hirten. Zu beiden 
Seiten im Vordergrunde die Halbfiguren zweier Propheten, 
die einen griinen Vorhang vor der Szene zuruckschlagen. 

Das Format spricht dafiir, dafi die Tafel urspriinglich die Predella 
eines Altarwerkes bildete. Vgl.Bode, Jahrb. der k. p. Ksts. XXIV. S. 99. 

Eichenholz, h. 0,97, br. 2,45. — Erworben 1903 von den Erben 
der Infantin Cristina de Bourbon in Madrid. 

Goes. Kopie nach Hugo van der Goes. Niederlandi- 
sche Schule. 
546 Anbetung der Konige. Vor einer Ruine zur Rechten 
sitzt Maria, das Kind auf dem Schofi haltend. Dieses deutet 
auf die drei Konige, von denen der vorderste kniend das 
Kind anbetet, wahrend die beiden anderen ihre Gaben dar- 
reichen. Links hinter ihnen mehrere Begleiter. Zur Rechten 



Goes. Goijen. I ^q 

der Maria Joseph, iiber ihr zwei schwebende Engel. Links 
in der Strafie der Stadt das Gefolge der Konige. 

Diese alte Kopic schcint auf cin verschollenes Original des Hugo 
van der Goes zuriickzugehen, das auch Gerard David in dem Gemaldc 
der Miinchener Pinakothek (Nr. i iS) kopiert hat. Vgl. Friedlander, Jahrb. 
der k. p. Ksts. XXV. S. 114. — Friiher als Kopic nach Gerard 
David bezeichnct. 

Eichenholz, h. 0,95, br. 0,95. — Samnilung Solly, 1S21. 

Goijen. Jan van Goijen. HoUandische Schule. — Land- 
schaftsmaler und Radierer, geb. zu Leiden den 13. Januar 
1596, t im Haag Ende April 1656. Schiiler Coenraets 
van Schilperoort und Isaacks van Swanenburgh in Leiden, 
dann des Willem Gerritsz. in Hoorn; vornehmlich aber im 
Haag nach Esaias van de Velde ausgebildet. Nach Reisen 
in Frankreich und Belgien tatig zu Leiden (bis 1631), spater 
im Haag (seit 1634). 

Diihenlandschaft. An einem zur Rechten liegenden 865 
Diinenhugel voriiber, an dessen Fufi einige Bauern rasten, 
fiihrt eine Strafie nach einem Bauerngehofte zwischen Bau- 
men im Mittelgrunde. 

Bez. rechts unten: ^T 7QZ-Q 

Eichenholz, h. 0,29, br. 0,51 (das Bild ist oben verkleinert). — 
Sammlung Solly, 1821. 

Der Sonimer. Auf einer Strafie, die an einem Bauern- 865A 
gehofte voriiberfiihrt, ein Reiter und mehrere Fufiganger. 
Rechts in der Feme ein Schlofi. 

Bez. links: .y.GOli^ 

Aus der Jugendzeit des Meisters, wie das nachfolgende datierte 
GegenstUck Nr. 865 B noch in der Art des Esaias van de Velde. 

Elichenholz, rund, Durchmesser o, 10. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Der Winter. Vor dem Tor einer Ortschaft bewegen sich 865 B 
auf der Eisflache eines Kanals, iiber den im Mittelgrund 
eine Briicke fiihrt, Schlittschuhlaufer und Schlitten. 

Bez. links: h^'pOlfN 

961./ 

GegenstUck von Nr. 865 A. 

Eichenholz, rund, Durchmesser 0,10. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Winterlandschaft. Bei einem Wirtshause, das links 865C 
zwischen hohen kahlen B^umen liegt, bewegen sich Schlitten 



I^ Goijcn. 

unci Schlittschuhlaufer auf der weiten Eisflache eines Flusses. 
Vorn zur Linken Kalfspieler. 

Bez. links untcn: ""^ ^tT~^^ ^— 

Eichenholz, li. 0,34, br. 0,39. — Samnilung Suermondt, 1874. 
865D Ansicht der Stadt Arnheim. Von der HeerstraCe 
blickt man uber die am Flusse gelegene Stadt und den 
Flufilauf entlang in weite flache Feme. Auf der Strafie vorn 
ein Reiter, ein Karren und einige Bauern. 



Bez. rechts unten : 



Leinwand, h. 0,90, br. 1,05. — Sammlung Suermondt, 1874. 
865 E Ansicht von Nimwegen. Jenseits des Flusses Waal, 
der sich vorn von rechts nach links hinzieht, die mit ihren 
Tiirmen und Festungsmauern malerisch sich erhebende Stadt. 
Vorn stofit eine mit einer Karosse beladene Fahre ab. 



Bez. an der Fahre ; 



VQ oy£Ai y <r^ j> 



Sammlung Heemskerk van Beest. 

Eichenholz, h. 0,66, br. 0,96. — Sammlung Suermondt, 1S74. 

865F Winterlandschaft. Auf weiter Eisflache links einige 
Pferdeschlitten, rechts Schlittschuhlaufer. Im Hintergrund 
eine Kirche, links eine Windmiihle. 



VC 



Bez. links auf einem Schlitten: ifV "nd auf cinem .inderen 



(die letzte Zififer undeutlich): ^ vv 



Eichenholz, h. 0,23, br. 0,32. — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 
901 Flufiufer. An einem Wasser zieht sich zur Rechten ein 
flacher Streifen Land hin. Im Schatten der uberhangenden 
Weiden zwei Kahne. 

Bez. rechts an dem Kahne: vl^ 

Eichenholz, h. 0,13, br. 0,20. — Sammlung Solly, 182 1. 



^ 



H 



4^ Gossart. 1 5 1 

V^ Gossart. Jan Gossart (Gossaert) gen. Jan van 

VH Mabuse. Zeichnet sich Malbodius. Niederlandische 
Schule. — Geb. um 1470 zu Maubeuge (Mabuse), 
1503 als Meister in die Gilde zu Antwerpen auf- 
genommen, f zu Antwerpen 1 541. Ausgebildet unter 
dem Einflusse Gerard Davids, wahrend eines Aufen- 
thaltes in Italien (1508 — 1514) namentlich unter dem 
Lionardos. Tatig zu Antwerpen, voriibergehend zu 
• . Middelburg (1528), Utrecht und auf den Schlossern 
^5 Philipps von Burgund, des Bischofs von Utrecht. 

PQ Christus am Olberg. In felsiger mond- 551A 

pc^ beschienener Landschaft kniet Christus betend, von 

P^ den schlafenden Jiingern umgeben, vor dem auf einer 

t^ Felskante stehenden Kelch, auf den ein herab- 

^i schwebender Engel hinweist. Im Hintergrunde rechts 

Q. die Stadt, aus derem Tore sich ein langer von Judas 

^ gefiihrter Zug bewegt. 
k-i^ Aus der Jugendzeit des Meisters. 

j^ Eichenholz, h. 0,85, br. 0,63. — Erworben 1848. 

i^ Bikinis eines Mannes. Sitzend, etwas nach 586 A 

Pf^ links gewendet und ebendahin blickend. Bartlos; 
^N iiber dem geschlitzten schwarzen Seidengewand ein 
Vl Mantel von weifiem Damast. Am schwarzen Barett 
tH eine Agraffe, auf der Venus mit Cupido dargestellt 
f^ ist. Mit reichen Waffen und Schmuck. Auf der 
"^ Dolchscheide der burgundische Wahlspruch: Autre 
•^ (jue vous (je n'aime). Griiner Grund. 
^-3 Wohl das Portriit cincs burgundischen Prinzen, nicht aber 

I'hilipps von Burgund (1465 — 1524). 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Eichenholz, h, 0,54, br. 0,39. 

— Sammlung Suermondt, 1874. 

Neptun und Amphitrite. In einem von tos- 648 
kanischen Saulen getragenen Kuppelbaue stehen 
links Neptun und rechts Amphitrite auf einem rings 
von Wasser umgebenen nicdrigen Sockel. Der Gott, 
den Dreizack in der Rechten, hat den linken 'Arm 
um den Nacken der Gottin gelegt und ergreift ihre 
linke Hand; sie umfaBt mit dem rechten Arm seine 
Hiifte. Hinter ihnen ein griiner Vorhang. 

Bez. auf dem Sockel wie nebenstchend. 

Vcrz. (1. Gcmalde. 1 1 



1^2 Gossart. Goya. 

Rechts oben die Devise : A . Plus . Sera . phe . bourg"^ . (Name 
und Devise Philipps von Burgund, des Gonners Gossarts). 

Die Gestalt des Neptun geht auf den Adam in Diirers Kupferstich 
von 1503 zurlick. 

Eichenholz, h. 1,88, br. 1,24. — Sammlung Solly, 182 1. 
650 Maria mit dem Kinde. Maria mit entblofiter rechter 
Brust, halt das Kind, das in der Rechten einen Apfel halt, 
auf einer Briistung vor sich und reicht ihm mit der linken 
Hand eine Traube dar. 

Auf dem von einem gemalten Rahmen umgebenen dunkelroten 
Grund, wie aus Metall geschnitten, die umlaufende Inschrift: VERVS 
DEVS ET HOMO CASTA MATER ET VIRGO. 

Eichenholz, h. 0,46, br. 0,37. — Sammlung Solly, 1821. 

Siehe auch Scorel Nr. 1202. 

Gossart. Nachfolger des Jan Gossart, gen. Mabuse. 
Niederlandische Schule. 
656 Thronende Maria mit dem Kinde. Maria thront, 
ganz von vorn gesehen, in einer Nische von reicher Re- 
naissancearchitektur, die mit bildlichen Darstellungen aus 
der biblischen Geschichte geziert ist. Im rechten Arm halt 
sie das bekleidete, halb liegende Kind, in der I.inken einen 
Apfel. 

Eichenholz, oben rund, h. 1,29, br. 0,90. — Sammlung Solly, 1821. 
656 A Die Goldwagerin. Ein Madchen, rechts an einem 
Tische sitzend, nimmt ein Gewicht aus einem Kastchen. In 
der Rechten halt sie die Wage, in deren einer Schale ein 
Goldstiick liegt. Auf dem Tisch ein goldener Pokal und 
Geldstucke. Links im Hintergrund ein halbgeoffneter Fenster- 
laden. 

Ein Bild von derselben Hand, Madchen am Spinett, befand 
sich in der Sammlung Molinari zu Mailand, versteigert 1885. — Beide 
Bilder sind vielleicht Jugendwerke Jan van Hemessens. 

Halbfig. in Vi Lebensgr. Eichenholz, h. 0,44, br. 0,31. — Er- 
worben 1847. 

Goya. Francisco Jose de Goya y Lucientes. Spanische 
Schule. — Maler und Radierer, geb. den 30. Marz 1746 
zu Fuentetodos in Aragonien, f den 16. April 1828 zu 
Bordeaux. Schiller des Don Jose Luzan y Martinez in 
Saragossa und des Francisco Bayeu zu Madrid. Tatig vor- 
nehmlich in Madrid und Saragossa, in Italien (Rom, Parma 
177 1) und in Frankreich. Spanischer Hofmaler seit 1789. 



Goya. Graff. 1 63 

Konig Ferdinand VII. prasidiert einer Sitzung 1619 
der Philippine nkompagnie. Im Inneren eines geraumi- 
gen schmucklosen Saales, der sein Licht durch zwei bis 
auf den Fufiboden reichende Fenster rechts erhalt und von 
dessen Decke ein Glaslustre herabhangt, sitzen an der 
Stirnseite auf einer Erhohung, zu der drei Stufen hinauf- 
fiihren, neun Manner an eincm langen Tisch, inmitten der 
Konig selbst. Rechts und links ziehen sich zwei Personen- 
gruppen in mehrfachen Reihen zu beiden Langseiten des 
Saales hin. 

Gemalt um 1814 — 16. Farbenskizze zu eineni Reprasentations- 
gemalde Goyas, das sich jetzt im Museum des sudfranzosischen Stadt- 
chens Castres befindet. Vgl. Laban, Jahrb. der k. p. Ksts. XXI, 
.S. 177. 

Leinwand, h. 0,54, br. 0,70. — Erworben 1900 als Geschenk des 
Hcrrn Rudolph Ph. Goldschmidt in Berlin. 

Bildnis einer alten Dame (angeblich der Mutter des 1619 A 
Malers). Von vorn gesehen, in blauem Kleide, weifiem 
Haubchen und schwarzer Spitzenmantille. In der Linken 
einen Rosenkranz haltend, in der Rechten einen Facher. 
Braungrauer Grund. 

Halbfig. I^einwand, h. 0,74, br. 0,62. — Erworben 1903 aus dem 
Pariser Kunsthandel. 

Bildnis eines Monches. Etwas nach links gewendet, 1619B 
den rechten Arm auf einen mit rotem Tuche bedeckten 
Tisch gelegt. In graublauer Kutte und schwarzer Kappe. 
Braunlicher Grund. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,82, br. 0,68. — Erworben 1904 aus spani- 
.schem Pri vatbcsitz. — Eigentunj des Kaiser Friedrich- Muse u ms- 
V ere ins. 

QozzoH. S. Benozzo. 

Graff. Anton Graff. Deutsche Schule. — Geb. den 
18. November 1736 zu Winterthur, f den 22. Juni 1813 zu 
Dresden. Schiller Joh. Ulrich Schellenbergs in Winterthur. 
Tatig in Augsburg (1756 — 1766), Regensburg und anderen 
Orten, vornehmlich aber seit 1766 in Dresden (seit 1789 als 
Professor an der Kunstakademie). 

Bildnis des Malers C. W. E. Dietrich. Leicht nachl034A 
rechts gewendet, in grunem Hausrock und weilJcr Pelzmiitze. 



1 64 Graff, Granacci. 

Die Rechte auf den Malstock gestiitzt, in der Linken Palette 
und Pinsel. Im Hintergrunde die Staffelei. 

Bez. rechts unten: A. Graff pinx. 1767. 

Leinwand, h. 0,83, br. 0,68. — Erworben 1856. 

1034 C Selbstbildnis. Nach rechts gewendet und auf den 
Beschauer blickend. In braunem Rock. Hellgrauer Grund. 
Brustbild. Leinwand, h. 0,52, br. 0,41. — Aus dem Kupferstich- 
kabinett Uberwiesen. 

1034D Selbstbildnis. In rotbraunem Rocke nach rechts 
sitzend und sich nach dem Beschauer umwendend. In der 
Rechten halt er den Pinsel. Links ist die Lehne eines 
Stuhles sichtbar, rechts eine auf der Staffelei stehende Lein- 
wand. Grauer Grund. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,66, br. 0,51. — Aus dem Kupferstich- 
kabinett uberwiesen. 

1034F Bildnis des Kupfers techers Bause. Bartlos, mit 
vvirrem Haar, nach links gewendet und nach links blickend. 
In schwarzem Rock und weifier Halsbinde. An einem Tische 
sitzend, auf dem die Kupferplatte liegt. Hellgrauer Grund. 

Bez. auf der Riickseite: A. Graff pinxt, 1810. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,60, br. 0,47. — Aus dem Kupferstich- 
kabinett Uberwiesen. 

Granacci. Francesco Granacci. Nach seinem Vater 
Francesco d'Andrea genannt. Florentinische Schule. — 
Geb. zu Florenz den 23. Juli 1477, f daselbst den 30. No- 
vember 1543. Schiller und Gehilfe Domenico Ghirlandaios 
(im Jahre 1488, gleichzeitig mit Michelangelo), nach dessen 
Tod an der Vollendung unfertig zuriickgelassener Werke 
Ghirlandaios beteiligt (s. S. i53f.); weiter ausgebildet unter 
dem Einflusse Fra Bartolommeos und Raphaels. Tatig vor- 
nehmlich zu Florenz, kurze Zeit in Pisa (1495) und Rom 
(um 1508). 
229 Hie Dreieinigkeit. Inmitten eines Kranzes von Cheru- 
bim, vor einer Glorie, halt Gott Vater mit der Linken den 
an das Kreuz geschlagenen Christus, die Rechte segnend 
erhoben. Zu Haupten des Sohnes der hi. Geist in Gestalt 
der Taube. Am Fufie des Kreuzes zwei kleine Engel. 
Hintergrund Wolken und Himmel. 

Pappelholz, rund, Uurchmesser 1,03. — Sammlung .Solly, 1821. 



Greuze. Guardi. 1 65 

Greuze. Jean Baptiste Greuze. Franzosische Schule. — 
Geb. zu Tournus (bei Macon) den 21. August 1725, f zu 
Paris den 21. Marz 1805. Schiiler eines sonst unbekannten 
Malers Gromdon (Charles Grandon?) zu Lyon, in Paris weiter 
ausgebildet. Nach einer italienischen Reise (1755/56) tatig 
zu Paris. 

Junges Madchen. Nach rechts gewendet und verziickt 494 C 
nach oben blickend, mit losem Haar, das iiber die nackten 
Schultern fallt. Grauer Grund. 



Be/., rechts oben : 



J%'p.m:^ 



— Auf der RUckseite: J. B. GREUZE. Ce 16. Juillet 1787. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,38, br. 0,30. — Erworben 1873 als 
Geschcnk I. M. der Kaiserin Friedrich. . 

Grien. S. Baldung. 

Guardi. Francesco Guardi. Venetianische Schule. — 
Architekturmaler, geb. zu Venedig den 5. Oktober 17 12, 
f daselbst den i. Januar 1793. Schiiler und Nachfolger 
des Antonio Canale. Tatig vornehmlich zu Venedig. 

Ansicht der Giudecca in Venedig. Von der Mitte 501E 
des Kanales der Giudecca aus gesehen blickt man links 
auf die Giudecca mit der kleinen Kirche S. Eufemia, rechts 
auf das gegeniiberliegende Ufer mit der Kirche Spirito 
Santo und weiter zuriick den Gesuati. Kischerboote und 
Gondeln beleben den Vordergrund des Kanales, den Hinter- 
grund schliefien feme Bergzuge ab. 



Bcz. auf eincm Fischerboote vorn in der Mitte: 



T: CO 
Yarx. 

^uavJf 



Leinwand, h. 0,53, br. 0,84. — Erworben 1899 ini Pariser Kunst- 
handel. — E i g c n t n m des Kaiser F r i e d r i c h - M u s e u ni s - \' e r c i n s. 

Der Aufstieg eines Luftballons iiber deni Kanale SOIF 
der Giudecca in Venedig (1783). Unter der hohen Halle 
der Dogana am Ufer des Kanales wohnen eine Menge Zu- 
schauer, Herren und Damen in bunten Gewiindern, dem 
Schauspiele bei. Weiter zuriick in der Mitte des Kanales 



1 66 Guardi. Hagen. Hals . 

liegt das Flofi mit einem hohen Geriist, von dem aus der 
Aufstieg erfolgt ist. Dariiber in der Luft schwebt der Ballon. 
Den Hintergrund schliefit das breite Ufer mit Palladios 
Kirche ab. 

Der Aufstieg wurde 1783 voin Contc Francesco Zanibeccari, nicht 
lange nach der Erfindung des Luftballons durch Montgolfier, unter- 
nommen. — Lavierte Federzeichnung zu dem Bilde bei Miss Lucie 
Cohen, London. 

Leinwand, h. 0,66, br. 0,51. — Erworben 1901. — Eigentum 
des Kaiser Friedrich-Muscums- Vereins. 

501G Ansicht des Markusplatzes in Venedig. Der von 
vielerlei Volk belebte Platz wird links von den alten Proku- 
ratien, im Hintergrund von der Markuskirche, vor der Ver- 
kaufszelte aufgeschlagen sind, dem Glockenturm und rechts 
den neuen Prokuratien abgeschlossen. Von links her iiber 
dem Uhrturm zieht ein Wetter auf. 

Leinwand, h. 0,545, br. 0,66. — Erworben 1906. — Eigentum 
des Kaiser Friedrich-Museums- Vereins. 

Hagen. Joris van der Hagen oder Verhagen. Hollan- 
dische Schule. — Landschaftsmaler, begraben im Haag den 
23. Mai 1669. Tatig im Haag, wo er urkundlich 1640 er- 
wahnt wird und im Jahre 1656 die Malergilde mitbegriindete. 
916 Ansicht des Rheintors und des Hafens von Arn- 
heim. Im Vordergrund auf dem flachen Rheinufer von 
Buschwerk durchzogene Triften mit weidendem Vieh, rechts 
zwei hohe Baume. Am jenseitigen Ufer rechts ein Hiigel- 
zug, der in eine weite Ebene auslauft. In der Mitte der 
Turm eines Dorfes (wohl Oosterbeek), rechts Driel, in der 
Feme Heelsum oder Renkum. 

Dieselbe Gegend, von einem anderen Standpunkt aus gesehen, 
ist von dem Meister in einem Gemiilde des Louvre wiedergegeben und 
ebenso, nur mit beschrankter Femsicht, im Mauritshuis im Haag. 

Eichenholz, h, 0,58, br. 0,82. — Konigliche Schlosser. 

Hals. Dirck Hals. S. unter Frans Hals Nr. 801 D. 

Hals. Frans Hals d. A. Hollandische Schule. — Geb. 
zu Antwerpen 1580 oder 1581, f zu Haarlem den 29. Aug. 
1666. Schiiler Karels van Mander zu Haarlem (vor 1604). 
Tatig zu Haarlem, voriibergehend zu Amsterdam (1637). 



Hals. 1 67 

Bildnis eines Mannes. Mit Knebelbart, auf den Be- 766 
schauer blickend. In hohem Kragen, dunkelviolettem Kleide, 
den schwarzen Mantel um Leib und linken Arm geschlungen. 
Die Linke mit sprechender Geberde aus der gemalten 
ovalen Umrahmung herausstreckend. Hellgrauer Grund. 

Rechts oben die Jahreszahl 1627. 

Kl. Halbfig. Kupfer, h. 0,19, br. 0,14. — Erworben 1843 aus der 
Sammlung Reimer zu Berlin. 

Bildnis des Predigers Johannes Acronius. Nach 767 
rechts gewendet und den Beschauer anblickend. In schwarzer 
geistlicher Tracht, schwarzem Kappchen und niedrigem 
Miihlsteinkragen, einen aufgeschlagenen Folianten vor sich 
haltend. In gemalter ovaler Umrahmung. Hellgrauer Grund. 

Bez. rechts: AETAT. SVAE. 62 A£ 1627. — Auf der RUckseite 
des Bildes ist in einer Handschrift des 1 8. Jahrhunderts das Leben des 
Acronius (f 29. September 1627) ausfuhrlich erzahlt. 

Kl. Halbfig. Eichenholz, h. 0,19, br. 0,17. — Erworben 1843 aus 
der Sammlung Reimer zu Berlin. 

Bildnis eines jun gen Mannes. Nach rechts gewendet, 800 
den Beschauer anblickend. Mit breitkrampigem Hut, in 
schwarzer Kleidung und breitem anliegendem Halskragen, 
die Linke auf die Brust legend. Hellgrauer Grund. 

Gegenstlick zu Nr. 801. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,75, br. 0,58. — Erworben 1840. 

Bildnis einer jungen Frau. Nach links gewendet, 801 
den Beschauer anblickend. In grauschwarzem Kleide, mit 
goldener Kette auf dem anliegenden Spitzenkragen und 
Armbandern. Auf dem Kopf eine kleine Spitzenhaube. 
Hellgrauer Grund. 

GegenstUck von Nr. 800. — Aus der mittleren Zeit des Meisters 
(um 1630). 

Halbfig. Leinwand, b. 0,75, br. 0,58. — Erworben 1841. 

Singender Knabe. Den Kopf nach links gewendet. 801A 
Im Federbarett, mit der Linken den Takt zu seinem Gesang 
angebend, in der Rechten eine Flote haltend; vor sich ein 
Buch. Hellgrauer Grund. 



Bez. rechts unten: 



H 



1 68 Hals. 

Aus der mittleren Zeit des Meisters (um 1625). 
Brustbild. Leinwand, h. 0,65, br. 0,54. — Sammlung Suermondt, 
1874. 

801C Hille Bobbe, die Hexe von Haarlem. Eine hafi- 
liche Alte sitzt an einem Tisch und fafit mit der Rechten 
einen Zinnkrug. Grinsend wendet sie .sich zu einer Eule, 
die ihr auf der linken Schulter sitzt. Dunkler Grund. 

Aus der spateren Zeit des Meisters. Auf der Kuckseite, auf einem 
Stiicke des alten Blendrahmens, das in den neuen eingefiigt ist, an- 
scheinend von des Malers Hand die zum Teil undeutlichen Worte : 
»N (M?) alle Babbe van Haerlem P. Frans Hals.« Die traditionelle Be- 
nennung »Hille Bobbe« scheint dcmnach auf einem Lesefehler zu be- 
ruhen. — Sammlung Stockbro zu Hoorn. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,75, br. 0,64. — Sammlung Suermondt, 
1874. 

801 E Bildnis eines alteren Mannes. Halb nach rechts 
gewendet. In schwarzem Samtrock und Tuchmantel mit 
kleinem Klappkragen, die Handschuhe in den Handen. 
Schwarzlicher Grund. 



Bez. rechts unten: 



H 



Gemalt um 1660, in der schwarzlichen Tonart der spatesten Zeit. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,02, br. 0,82, — Sammlung Suermondt, 
1874. 
801F Bildnis eines Edelmannes. Mit Spitzbart, etwas 
nach links gewendet und auf den Beschauer blickend. In 
reicher schwarzer Tracht, mit breitem Filzhut und grofier 
Halskrause. Um die linke, zu hohe Schulter zu verdecken, 
ist der dunkle Tuchmantel iiber den seidenen Rock kiinstlich 
zurechtgelegt. An den Handen Handschuhe. Hellgrauer 
Grund. 

Auf der Ruckseite die Jahreszahl 1625. 

Kl. Halbfig. Eichenholz, h. 0,25, br. 0,20. — Sammlung Suer- 
mondt, 1874. 

801 G Die Am me mit dem Kinde. Bildnis eines kleinen 
Madchens aus dem Hause Ilpenstein. Etwas nach links 
gewendet und auf den Beschauer blickend. In goldgelbem 



Hals. 169 

Kleide, Spitzenkragen unci Schmuck, in der Linken eine 
Klapper. Die Amme, auf deren SchofJ das Kind steht, 
reicht ihm lachelnd eine Birne. Dunkelgrauer Grund. 

Aiis dcr mittlcrcn Zeit dcs Meistcrs (um 1630 — 1635). — Samm- 
lung von SchloG Ilpcnstcin, vcrstcigcrt zu Amsterdam 1873. 

Die Amme Halbfig. Leinwand, li. 0,86, br. 0,65. — Sammlung 
Suermondt, 1874. 

Bildnis des Tyman Oosdorp. Mit kleinem Schnurr- 801H 
bart, das straffe blonde Haar in die Stirn hangend. Etwas 
nach rechts gewendet und auf den Beschauer blickend. In 
schwarzem Mantel, aus dem die Linke, den Schlapphut 
haltend, hervorsieht. Graubrauner Grund. , 

Auf der Ruckseite ein Zettel aus dem 18. Jahrhundert mit der Be- 
zeichnung: F. Hals p. 1656. Tvman Oosdorp. 

Brustbild. Leinwand, b. 0,89, br. 0,70. — Erworbcn 1877. 

Hals. Kopie nach Frans Hals, vielleicht von Dirck Hals. 

HoUandische Schule. 

Das lustige Kleeblatt. Ein beleibter Kriegsmann 801 D 
schakert mit einem jungen Madchen, das lachelnd auf seinem 
linken Beine sitzt. Eine zweite Dime halt einen Kranz von 
Wiirsten iiber seinem Kopfe. Grauer Grund. 

Das Original mit dem Monogramm des Frans Hals und der Jahres- 
zahl 1 61 6 (seit 1873 in Nordamcrika), hat an Stelle der zweiten Dime 
einen jungen Mann in gleicher Haltung. Unsere treffliche freie Wieder- 
holung hat fruher gleichfalls als Original gegolten, erinnert aber 
in der Behandlung und dem hiirteren Kolorit an Dirck Hals, nament- 
lich in der zweiten weiblichen Figur. — Eine geringere, etwas ver- 
anderte Wiederholung befand sich in der Sammlung Beurnonville zu 
Paris (versteigert 1881). 

Kniefig. in '/i Lebensgr. Leinwand, h. o,Si, br. 0,62. — Samm- 
lung Suermondt, 1874. 

Hals. Frans Hals d. J. HoUandische Schule. — Geh. 
kurz nach 161 7 zu Haarlem, wo er nach den Daten auf 
seinen Bildern schon 1637 tatig war. Daselbst 1669 noch 
am Leben. Schiilcr seines Vaters Frans Hals. 

Stilleben. Auf einem Tische stehen silbernc und ver- 905A 
goldete Prachtgefijfie neben venetianischen Glasern, Biichern, 
Miinzen und einigen Kriichtcn. Dunklcr Grund. 



Bez. rechts unten : 



IHS ^^40 



170 



Hals. Heda. Heem. 



Die Signatur enthiilt alle Buchstaben dcs Namens Frans Hals, — Gegen- 
stUcke in der Sammlung Peter v. Semenow in St. Petersburg. Ein ganz 
ahnliches Bild in der Galerie zu Budapest. 

Eichenholz, h. 0,64, br. 0,98. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Heda. Willem Claesz. Heda. Hollandische Schule. — 
Stillebenmaler, geb. 1594 zu Haarlem, f daselbst nach 1678. 
Tatig zu Haarlem zwischen 1631 und 1678. 

1641 Stilleben. Auf einem Tisch mit griiner Decke und 
einem zuriickgeschobenen weifien Tuch in der Mitte 
eine umgestiirzte goldene Schale, quer dariiber ein Romer. 
Dahinter* ein dickbauchiger Zinnkrug und ein hohes, halb 
mit Rotwein gefiilltes Spitzglas. Rechts davon ein Zinn- 
becher und eine blau bemalte Fayenceschale. Ganz vorn 
ein flacher Zinnteller mit einer halben Zitrone. Rechts 
hinten ein angeschnittener roher Schinken, davor ein zer- 
brochener Romer und ein Zinnteller mit einer aufgebrochenen 
Nufi und einem Messer. Hintergrund graue Wand mit einer 
Nische. 

Eichenholz, h. 1,41, br. 1,09. — Erworben 1904. — Saminlung 
A. Thiem. 

1644 Stilleben. Ani einem schmalen Tisch mit brauner 
Decke, auf der rechts ein weifies Tuch liegt, in der Mitte 
ein grofier halb gefiillter Romer, links ein umgefallener 
Silberbecher, rechts vorn ein Zinnteller mit einer halben 
Zitrone und einem Messer, dahinter eine Pastete. Grauer 
Grund. 

Bez. an der Messerklinge : 

•Hi f A- / (?3 > 

Eichenholz, h. 0,55, br. 0,75. — Erworben 1904 als Geschenk des 
Herm A. Thiem, San Remo. ■ — Sammlung A. Thiem. 

Heem. Cornelis de Heem. Vlamische Schule. — Still- 
lebenmaler, getauft zu Leiden den 8. April 1631, begraben 
zu Antwerpen den 17. Mai 1695. Schiiler seines Vaters Jan 
Davidsz. Tatig zu Antwerpen (1660/61 in die Gilde ein- 
geschrieben) und voriibergehend im Haag (gegen 1676). 



Heem. 



171 



Stilleben. Auf einem Tische steht eine japanische 874A 
Schiissel mit Pflaumen, Brombeeren und Niissen. Davor 
Pfirsiche, Trauben, eine halbgeschalte Zitrone und eine 
Mandarine. Dunkler Grund. 



Bez. auf dcr Tischplatte: 



a^B(HmmJ 



Sammlung Pastor zu Burtscheid, 1820. 

Leinwand, h. 0,36, br. 0,50. — 'Sammlung Suermondt, 1874. 

Stilleben. Fruchtgehange an einer Bandschleife von 874 C 
blauer Seide aus Weintrauben, Pfirsichen, Pflaumen und an- 
deren Friichten. Dunkler Grund. 

Leinwand, h. 0,76, hr. 0,64. — Erworben 1893 als Vennachtnis 
des Herm Reichert. 

Heem. Jan Davidsz. de Heem. Vlaniische Schule. — 
Stillebenmaler, geb. zu Utrecht 1606, f zu Antwerpen 
zwischen dem 14. Oktober 1683 und dem 26. April 1684. 
Schiller seines Vaters David. Tatig in Leiden (1628 bis 
1632), in Utrecht (1632 — 1635 und 1667 bis 1672) und vor- 
nehmlich in Antwerpen (von 1636 bis Ende 1667, und 
wieder von 1672 bis zu seinem Tode). 

Frucht- und Blumengehange. Auf die Briistung 906 
einer steinernen Nische fallt, mit blauseidenen Bandern be- 
festigt, zur Rechten ein Gehange von Friichten, zur Linken 
ein Gehange von Blumen herab. In der Mitte der Nische 
ein Fenster mit Aussicht auf eine abendlich beleuchtete 
Landschaft. 

Bez. rechts unten: 

Eichenholz, h. 0,37, br. 0,68. — Krworben 1S43 ^^"^ ^'^^ Samm- 
lung Reimer zu Berlin. 

Stilleben. Vor einem zuruckgerafften grauen Vorhange 906 A 
steht auf einem Tische neben einigen Friichten eine Glas- 
vase mit einem kleinen StraulJe von Nelkcn, Mohn, Winden, 
Kirschen und Schoten. Im Grunde links ein Fenster. 



172 



Heem. 



Bez. links unten : 




^ Dt (HmL 



— Sammlung Osteaux, Lutticli 1857. 

Eichenholz, h. 0,47, br. 0,36. — Sammlung Suennondt, 1874. 

906B Gehange von Friichten und Blumen. Auf eineni 
Barocksteinrahmen mit Kindeffiguren sind drei Gehange von 
Friichten und Blumen gruppiert. In der Nische des Rah- 
mens ein halb gefiilltes Romerglas, iiber dem » das Auge 
der Vorsehung« in einer Strahlenglorie schwebt. Unten 
vorn ein Beeren pickender Sperling. Dunkler Grand. 

Bez. unten links: 








Sammlung des Kardinals Fesch (Katalog von 1844. II. Nr. 98), wo das 
Bild den Namen »L'oeil de la Providence* fiihrte. Spiiter Sammlung 
Reiset in Paris. 

Leinwand, h. 1,20, br. 0,84. — Erworben 1878 in Paris. 

906C Stilleben (Spiegelrahmen). Das viereckige Spiegelfeld 
ist auf der rahmenden Bildflache von einem barocken Stein- 
rahmen umgeben, der niit einem Gehange von Blumen und 
Friichten geschmiickt ist. Rechts und links auf den Zweigen 



Heem. Heemskerck. 



173 



zweier Orangenbaume sitzen links ein Papagei, 
rechts ein Kakadu, einander zugewandt. 
Bez. rechts unten auf einem Steine: 




D-De^ci^- 



Das Bild befindet sich in seiiieni Originalrahmen. 

Eichenholz, h. 0,87, br. 0,64. — Envorben 1903 aus 
der Samnilung des Sir Ch. J. Robinson. — Eigentum 
des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins. 

Stilleben. Ein reiches Gehange von Blumen 963 
und Friichten breitet sich um ein aus Cherubim- 
kopfen und Ornamenten gebildetes braunliches 
Flachrelief aus, das als Rahmen urspriinglich 
einen Spiegel umgab. 

Bez. am Rahmen unter dem Mittelbilde wie neben- 
stehend. 

Die Jahreszahl ist 1650 zu lesen. — Die Namens- 
inschrift hat eine von der zumeist geliiufigen Bezeichnung 
des Kiinstlers (s. oben Nr. 906 A) abweichendc Form; doch 
kommen ofters Variationen seiner Bezeichnungsweise vor, 
z. B. in den Sammlungen von Schwerin, Braunschweig 
und Rotterdam, im I.ouvre, im Staedelschen Institut usw. 
— Das in den Rahmen eingefiigtc Mittelbild (Maria mit 
dem Kind) ist von Karl Begas (Berlin 1794 — 1854). 

Eichenholz, h. 1,72, br. 1,24. — Kijnigliche Schliisser. 

Heemskerck. Maerten (Jacobsz.) van Heems- 
kerck. Niederlandische Schule. — Maler (auch 
Glasmaler), geb. zu Heemskerck bei Alkmaar 1498, 
t zu Haarlem den i. Oktober 1574. Nach einer 
Lehrzeit bei Cornells Willemsz. zu Haarlem und 
Jan Lucasz. zu Delft ausgebildet durch Jan Scorel 
zu Haarlem (um 1527), dann wiihrend eines Aufent- 
haltes in Italien (seit 1532) unter dem Kinflusse 
Michelangelos. Tatig zu Haarlem. 

Heemskerck? Hildnis eines jungen Mad- 570 
chens. Von vorn gesehen. In weilJer Haube mit 
herabhangenden Handern und schwarzem Kleide 
mit roten Armeln. In der Linkcn einen Apfel, 
die Rechte an den Giirtel haltend, von dem ein 
Rosenkranz herabhangt. Uunkler Grund. 



174 Heemskerck. Heerschop. Heijde. 

Das Bild ist vielleicht eine friihe Arbeit des An ton is Mor. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Eichenholz, h. 0,52, br. 0,38. — 
Koniglichc Schlosscr. 

Heerschop. Hendrick Heerschop. Hollandische Schule. 
— Maler und Radierer, geb. 1620 oder 1621 zu Haarlem, 
f nach 1672. Schiller des Willem Claesz. Heda zu Haarlem 
(1642), in der Werkstatt Rembrandts weiter ausgebildet. 
Tatig zu Haarlem, wo er 1648 als Meister in die Gilde 
aufgenommen wurde, und in Amsterdam. 
825 Der Mohrenkonig. Etwas nach links gewendet und 
auf den Beschauer blickend. In gelbem Untergewand, iiber 
dem ein reichgestickter Mantel hangt, mit goldener Hals- 
kette und Ohrringen geschmuckt. In den Handen ein GefaU 
haltend. Grauer Grund. 

Bez. links an der Schulter: 



C Ji,crscfnjn ./^^f 



Gegenstiick zu Nr. 827 (im V'orrat). 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,72, br. 0,58. — Erworben 1843 aus 
der Sammlung Reimer zu Berlin. 

Heijde. Jan van der Heijde, auch van der Heijden. 
Hollandische Schule. — Maler und Radierer, geb. 1637 zu 
Gorinchem, f den 28. September 17 12 zu Amsterdam. Tatig 
zu Amsterdam und auf Reisen in den Niederlanden, Deutsch- 
land und England. 
1623 Strafie vor dem Haarlemer Tor in Amsterdam. 
Vorn links ein Gartenzaun, dahinter verschiedene Baulich- 
keiten, im Mittelgrund eine Kirche, dahinter links eine 
Windmiihle. Auf der Strafie viele Figuren, Hunde und 
Hiihner. 



Bez. links unten: 



We 



Heist. Hemessen. 



175 



Die Figuren von Adriaen van de Velde. 

Eichenholz, h. 0,33, br. 0,40. — Erworben 1899 aus der Sammlung 
des Lord Francis Pelham Clinton Hope in London. 

Heist. Bartholomeus van der Heist. Hollandische Schule. 
— Bildnismaler, geb. zu Haarlem 16 13, begraben zu Amster- 
dam den 16. Dezember 1670. Friihzeitig nach Amsterdam 
ubergesiedelt, wo er sich unter dem Einflusse des Nicolaes 
Elias ausbildete und 1653 zu den Begriindern der Lukas- 
gilde gehorte. 
^ Bildnis einer alten Frau. Fast ganz von vorn ge- 802A 

sehen, den Kopf etwas nach links geneigt. In schwarzer 
Kleidung, mit weifiem Miihlsteinkragen und weifier Haube. 
Dunkler Grund. 

Aus der fruhen Zeit des Meisters. 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,48, br. 0,39. — Er%vorben 1869. 

Bildnis einer jungen Frau. Etwas nach links ge- 825A 
wendet und auf den Beschauer blickend. Mit kurzem 
offenem Haar, in schwarzem Samtkleid und flachem 
Spitzenkragen. Um den Hals eine doppelte Perlenschnur, 
mit Brosche und Ohrringen von Diamanten und Perlen- 
schmuck in den Haaren. Grauer Grund. 

Bez. links oben: 



f 



^4J 



Brustbild. Eichenholz, h. 0,73, br. 0,61. — Sammlung Suermondt, 
1874. 

Hemessen. Jan Sanders, gen. Jan van Hemessen. 
Niederlandische Schule. — Geb. um 1504 zu Hemixem bci 



176 Hemessen, Hobbema. Holbein. 

Antwerpen, f zu Haarlem zwischen 1555 und 1566. Seit 
1 5 19 Schuler Hendricks van Cleve, 1524 Meister. Tatig in 
Antwerpen, spater (seit 1551) in Haarlem. 

558 Ausgelassene Gesellschaft. In einem grofien Gemach 
ist eine Gesellschaft junger Manner und Dirnen beim Gelage 
versammelt. Auf dem Vorplatze rechts zwei sich balgende 
Weiber. Im Hintergrunde links ein Kramer, der seine Ware 
anpreist. Dariiber ein Hangeboden, von dem ein Paar die 
Stiege herabsteigt. Die Wande mit Inschriften bedeckt. 
Gehort zu der Gruppc sittenbildlicher Darstellungcn, dcnen sich 
einige biblische Gemiilde anschliefien, die von dem Braunschweigcr 
Monogrammisten herriihren, dessen Idcntitat niit Jan van Hemessen 
neuerdings erkannt worden ist. Ganz iihnlich bchandelte kleinfigurige 
Bilder sind die beiden Stucke in Frankfurt (Stadelsches Institut und 
Archiv — letzteres alte Kopie — ), eine Spiclbijlle bci Graf K. Lancko- 
ronski in Wien u. a. m. Eine etwas grofiere Kopie unseres Bildes im 
Museo Civico in V'enedig. 

Eichenholz, h. 0,29, br. 0,45. — Erworben 1832. 

Siehe auch Gossart Nr. 6 56 A. 

Hobbema. Meindert Hobbema. Hollandische Schule. — 
Landschaftsmaler, geb. 1638 zu Amsterdam, f daselbst den 
7. Dezember 1709. Ausgebildet unter dem Einflusse Jacob 
van Ruisdaels. Tatig zu Amsterdam. 

886 Waldige Landschaft. Niedriger Eichenwald , zur 
Rechten von einem Wege durchzogen. Durch eine Lichtung 
Ausblick auf eine Kirche und eine Windmiihle. Vorn rechts 
im Schatten eines Baumes ein Mann, der zeichnet; auf dem 
Weg einige Fufiganger. 



Bez. rechts unten ; 



cr 



gjes^ 



Eichenholz, h. 0,59, br. 0,82. — Konigliche Schlcisser. 

Holbein. Hans Holbein d. J. Deutsche Schule (Augs- 
burg). ■ — Maler und Zeichner fiir den Holzschnitt, geb. zu 
Augsburg 1497, t zu London zwischen dem 7. Oktober und 
dem 29. November 1543. Schuler seines Vaters Hans zu 



Holbein. 



177 



Augsburg. Tatig in Basel (seit 1515 und daselbst 15 19 in 
die Zunft aufgenommen), einige Zeit zu Luzern (um 15 16 
Oder 1 5 19), 1 5 18 vermutlich in Oberitalien, seit 1526 zu 
London (1536 zum Hofmaler ernannt), mit Unterbrechung 
der Zeit von 1528 — 1531, sowie des Jahres 1538, die er 
wieder in Basel zubrachte. 

Bildnis des Kaufmanns Georg Gisze. Bartlos, etwas 586 
nach rechts gewendet und den Beschauer anblickend. Mit 
schwarzem Barett, iiber dem rotseidenen Rock eine schwarze 
mit gleichfarbigem Pelz verbramte Schaube. Einen an ihn 
adressierten Brief offnend, steht Gisze hinter einem mit 
persichem Teppiche bedeckten Tisch, auf dem links ein 
venetianisches Glas mit Nelken und anderen Blumen, eine 
Uhr und Schreibgerat steht. An der Wand Briefe mit 
seiner Adresse in deutscher Mundart (Gisze, Gisse oder Ghisse 
to Lunden). An den Biicherborten hangen Schliissel, goldene 
Ringe, ein Petschaft, eine kunstreiche Kapsel mit einer 
Bindfadenrolle und eine Goldwage. 

Links an der Wand der Name: G. Gisze und dariiber der Wahl- 
spruch: Nulla sine merore voluptas. — Oben ein weifler Zettel 
mit der Inschrift: 

At3'j/iov (sic) i Jmagine Georgii Gysenii 
Jsta refert vultus, qua cernis Jmago Georgi 
Sic oculos vivos, sic habet ille Genas. 
Anno aetatis suae XXXIIII. 
Anno doin. 1532. 
(Distichon auf das Bild des Georg Gisze 
Das du hier siehst, dies Bild, zeigt Georgs ZUge und Aussehn 
So ist lebendig sein Aug', so sind die Wangen geformt.) 
Inschrift auf dem Briefe: Dem erszamen Jergen Gisze to lunden 
in engelant mynem broder to handen. — Der Dargestellte entstammt 
einer Danziger Kaufmannsfamilie und ist am 2. April 1497 geboren 
und im Februar 1562 gestorben. 

Halbfig. Eichenholz, h. 0,96, br. 0,84. — Sammlung Solly, 1821. 

Bildnis eines jiingeren Mannes. Mit braunem Voll- 586B 
barte, von vorn gesehen. In schwarzem Barett und schwar- 
zem, iiber die linke Schulter geschlagenem Mantel. In 
der Linken die Lederhandschuhe haltend. Blauer Grund. 

Bez. auf dem Grund in Gold: ANNO 1533 yETATIS SUAE 39. 
— Nach dem VVappen des Siegelringes (am Zeigefinger der linken 
Hand), das sich auch auf dem GegenstUcke, dem mslnnlichen Bildnis 

Verz. d. Gcmalde. I a 



178 



Holbein. HoUandischer Meistcr. 



der Galerie Schonborn zu Wien befindet, ist der Dargestellte als 
Hermann Hillebrandt Wedig, ein Glied der bekannten Kolner Patrizicr- 
familie, ermittelt worden. Das Gegenstuck der Schonborn -Galerie 
(daticrt 1532) stcllt einen seiner Brilder dar. — Saninilung Schonborn, 
Wien 1866. 

Brustbild in 'A Lebensgr. Eichenholz, h. 0,39, br. 0,30. — Samm- 
lung Suermondt, 1874. 

586C Bildnis eines jiingeren Mannes. Halb nach rechts 
gewendet. Mit dunkelblondem Vollbart. In schwarzem 
Barett und braunschwarzer, seidengefiitterter Schaube. In 
den zusammengelegten Handen die Handschuhe haltend. 
Graublauer Grund. 

Bez. auf deni Grund in Gold: ANNO . 1541 . ETATIS , SUAE . 37 . 
- — Am Zeigefinger der linken Hand ein Ring mit dem Wappen der 
Familie de Vos van Steenwijk in Holland. — Sammlungen von Sybel, 
Elberfeld und Merlo, Koln. 

Brustbild etwas unter Lebensgr. Eichenholz, h. 0,47, br. 0,36. — 
Sammlung Suermondt, 1874. 

586D Bildnis eines alteren Mannes. Halb seitlich nach 
rechts gewandt, mit dunklem, graumeliertem Vollbart. In 
schwarzem, mit goldenen Nesteln geziertem Barett, in dunkler, 
mit schwarzen Seidenstreifen unci rotseidenen Unterarmeln 
versehener Tuchschaube, deren Damastfutter am Kragen 
umgeschlagen liegt. Die Hande sind in einem muffartigen 
Kleidungsstucke verborgen. Graublauer Grund. 

Bez. auf dem Grund in Gold: Aetatis. Suae. ^4. • — Das Bildnis 
war unbekannt bis zur Dresdener Holbein-Ausstellung 1871, zu der es 
der Besitzer Sir 1. E. Millais geliehen hatte; ausgestellt ferner in der 
Academy zu London 1872 und 1880. Auf der Ruckseite in einer, 
anscheinend noch dem 16. Jahrhundert angehorenden Schrift: W. E. 
P. L. C. Dieselben Buchstaben , das Sammlerzeichen eines alten 
englischen Besitzers, belinden sich auch auf Holbeins Portrat des 
Robert Cheseman im Haag und auf dem Joos van Cleve zuge- 
schriebenen, aus der Sammlung des Herzogs von Marlborough zu 
Blenheim stammenden Bildnis in unserer Galerie. — Aus des Meisters 
spater englischer Zeit. 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,51, br. 0,37. — Erworben 1897 in 
London auf der Nachlafiversteigerung des Sir L E. Millais. 

HoUandischer Meister um 1530. 
683A Bildnis eines alteren Mannes. Bartlos, mit weilJem 
gelocktem Haar, halb seitlich nach links gewandt. In 



Hollandischer Meister. Hondccoeter. 



179 



dunklem Gewand und Barett. Der Pelzkragen an der 
Schaube ist rotbraun-weiO getigert. Griiner Grund. 

Das Bildnis steht der Art Score Is sehr nahe. 

Brustbild in ' 2 Lebensgr. Eichenholz, oben rund, h. 0,275, br. 0,19. 
— Krworben 1893 als Vermachtnis des Herm Reichert. 

Hondecoeter. Gilles Claesz. d'Hondecoeter, seltener 
Hondecoutre. Hollandische Schule. — Landschaftsmaler, 
geb. zu Antwerpen, angeblich 1627 als Meister in die Gilde 
zu Utrecht aufgenommen, 1637 in Delft nachweisbar, f zu 
Amsterdam im September 1638. Tatig zu Utrecht (?) und 
Amsterdam (seit 16 10). 

Gebirgslandschaft. Auf einer Hochebene bricht 985 
sich links ein Gebirgsbach durch Felsen seine Bahn. Auf 
den Felsen einige Ziegen, am Ufer des Bachs wilde Ganse, 
nach denen vom anderen Ufer aus ein Jager schiefit. Auf 
einem Wege rechts ein Jager zu Pferd, einen Falken auf 
der Hand, ein anderer zu Fufie mit zwei Hunden. 

Bez. unten links am Boden neben dem Flusse, undeutlich: 
G. D. HOND . . 

Eichenholz, h. 0,51, br. 1,69. — Konigliche Schlosser. 

Hondecoeter. Melchior d'Hondecoeter. Hollandische 
Schule. — Maler und Radierer von Federvieh, geb. zu 
Utrecht 1636, f zu Amsterdam den 3. April 1695. Schiller 
seines Vaters Gijsbert (1604 — 1653) und seines Onkels 
J. B. Weenix. Nach den Lehrjahren zu Utrecht tatig im 
Haag (daselbst 1659 in die Gilde aufgenommen) und vor- 
nehmlich in Amsterdam (seit 1663). 

Auslandische Wasservogel. An einem Weiher in 876A 
einem Parke steht links vom ein Pelikan neben funf aus- 
landischen Enten und ebenso vielen Kuchlein. Links ein 
Postament, auf dem eine Taube sitzt. Im Mittelgrund ein 
Teich mit anderen Wasservogeln, im Grunde des Parkes 
rechts zwischen Buschwerk ein SchloB und ein Springbrunnen. 

Bez. rechts unten: 

Aus SchloB Bensberg bei K<Un. 

Leinwand, h. 1,30, br. 1,57. — Sammhing Suermondt, 1874. 



1 80 Hondecoeter. Honthorst. 

876 B Hiihner. Links eine weifie Henne, die nach einem 
Stein am Boden pickt. Um sie herum fiinf Kucken. Vorn 
links ein krahender Hahn. Rechts ein zweiter Hahn; iiber 
ihm, auf einem Stein, ein braunes Huhn. Hintergrund 
Baume. 

Leinwand, h. 0,89, br. 1,06. — ICrworben 1904. — S am m lung 
A. Thiem. 

Honthorst. Gerard, (Gerart, Gerrit) van Honthorst, gen. 
Gherardo dalle Notti. Hollandische Schule. — Geb. zu 
Utrecht den 4. November 1590, f daselbst den 27. April 
1656. Schiller Abraham Bloemaerts zu Utrecht, wahrend 
eines langeren Aufenthaltes in Rom unter dem Einflusse 
Caravaggios ausgebildet. Tatig zu Utrecht (noch 1635; 
daselbst 1622 in die Gilde aufgenommen) und im Haag, wo 
er 1637 in die Gilde eingeschrieben wurde (daselbst noch 
nachweisbar bis 1652); voriibergehend in London (um 1620). 
444 Das Puff spiel. Hinter einem Tische sitzt ein junges 
Madchen, das mit einem vorn stehenden Soldaten Brett spielt; 
ein Alter und zwei junge Leute, die um den Tisch herum- 
stehen, schauen zu. Rechts vorn liebkost ein junger Bursche 
ein Madchen, das, eine Mandoline in der Hand, neben 
dem Tische sitzt. Ganz rechts im Hintergrunde zwei junge 
Manner. 

Bez. rechts unten: 

Eichenholz, h. 0,46, br. 0,65. — Konigliche Schlosser. 

Honthorst. Willem (Guilliam) van Honthorst. Zeichnet 
sich gleich seinem alteren Bruder Gerard, G. Honthorst. 
Hollandische Schule. — Bildnismaler, geb. zu Utrecht 1604, 
begraben daselbst den 19. Februar 1666. Schuler Abraham 
Bloemaerts und unter dem Einflusse seines Bruders Gerard 
weiter ausgebildet. Tatig im Haag und in Utrecht, einige 
Zeit auch in Berlin (1646 dort zum Hofmaler ernannt, 
bis 1664). 
1008 Bildnis Wilhelms IL von Nassau, Prinzen von 
Oranien (1626 — 1650; Statthalter der Niederlande). Mit 



Honthorst. Hooch. j8i 

langem Haar. Nach rechts gewendet und auf den Be- 
schauer blickend. Im Brustpanzer, iiber dem ein weifier 
Klappkragen liegt. Grauer Grund mit gemalter ovaler Um- 
rahmung. 

Be/., links unten: 



^on-A 



orsf 



/<^^7 



Gegenstiick zu Nr. 1009. 

Andere Bildnisse des Prinzen von der Hand des Meisters in den 
Galerien zu Amsterdam (Nr. 156 u. 157) und Schwerin (Nr. 519). 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,72, br. 0,57. — Konigliche Schlosser. 

Bildnis der Prin^essin Maria Stuart, Gemahlin 1009 
Wilhelms II. von Oranien (1631 — 1660, Tochter Karls I. 
von England, vermahlt 1644). Nach links gewendet und 
auf den Beschauer blickend. In rotem ausgeschnittenem 
Kleid, urn den Nacken ein Perlenhalsband. Grauer Grund 
mit gemalter ovaler Umrahmung. 

Gegenstiick von Nr. 1008. 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,72, br. 0,56. — Konigliche Schlosser. 

Bildnis der Amalie von So-lms, Gemahlin des 1017 
Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien (1602 — 1670, 
vermahlt 1625). Nach links gewendet und auf den Beschauer 
blickend. In Witwentracht, eine Perlenschnur um den Hals 
und Perlen als Ohrgehange. Auf die Briistung, hinter der 
sie steht, stutzt sie mit der Rechten ein kleines ovales Portrat 
ihres verstorbenen Gemahls (f 1647). Hcllbrauner Grund. 

Brustbild. Eichenholz, achteckig, h. 0,83, br. 0,81. — Konigliche 
Schlosser. 

Hooch. Pieter de Hooch, seltener de Hoogh oder Hooge. 
Hollandische Schule. — Getauft den 20. Dezember 1630 zu 
Rotterdam (?) als Sohn des Malers Charles de Hooch, f bald 
nach 1677, vermutlich zu .Amsterdam. Anfangs unter dem 



1 82 Hooch. 

Einflusse J. Ducks, spater Rembrandts ausgebildet. Tatig 
1653 voriibergehend im Haag, alsdann ein paar Jahre in 
Delft (seit dem 20. September 1655 Mitglied der Lukasgilde), 
spater in Amsterdam, wo er sich zwischen 1657 und 1668 
niederliefi. 

819B Das geschlachtete Schwein. In einem kellerartigen 
Raum hangt das ausgeweidete Schwein am Querholz auf 
einer Leiter. Rechts etwas zuriick an der Mauer ein 
kleines Madchen, in der Rechten die Schweinsblase. Im 
Hintergrunde die Mutter, an einem Tische mit Herrichtung 
der Darme beschaftigt, bei ihr eine zweite Tochter, rechts 
hinter ihr ein Mann, die Pfeife im Munde. 

Frliher auf Grund der (unechten) Signatur auf dem Kessel 
(Maes f.) diesem Meister zugeschrieben. 

Leinwand, h. 0,79, br. 0,65. — Erworben 1879 in Paris. 

820 B Die Mutter. Neben einer vorn zur Linken stehenden 
Wiege sitzt eine junge Frau, die ihr Kind gestillt hat und 
im Begriff ist, ihr Mieder zuzuschniiren. Ganz rechts unter 
dem hohen, unten mit Laden ges'chlossenen Fenster ein 
Tisch, darauf ein Leuchter und ein Krug. Im Vorzimmer 
zur Rechten steht ein kleines Madchen vor der halboffenen 
Haustiire, durch die sich das voile Sonnenlicht nach innen 
ergiefit. 

LeinwAnd, h. 0,92, br. 1,00. — Erworben 1876 in Paris aus der 
Sammlung Schneider. 

1401 A Blick in ein hollandisches Wohnhaus. Von einem 
mit P'liesen gepflasterten Zimmer mit grauer Wand, an der 
unter einem Spiegel ein grofier Tisch mit Biichern, Papieren 
und einem gefiillten Romer steht, blickt man in ein zweites 
Zimmer, in dem eine hellgekleidete Frau mit einer Handarbeit 
auf einem Stuhl mit roter Riicklehne sitzt. Neben ihr steht 
ein kleiner Hund in der Tiir zum Vorraum, durch den 
man in ein drittes sonnendurchleuchtetes Zimmer blickt. 



Bez. am FuOe des Tisches: r;[/. )-|oO 



'3 



Eichenholz, h. 0,41, br. 0,37. — Erworlien 1904. — Sammlung 
A. Th i e m. 



Horst. 



183 



Horst. Gerrit Willemsz. Horst. Hollandische Schule. — 
Geboren um 161 2 zu Muiden. Schiiler des Antony Henricksz., 
ausgebildet unter dem Einflusse Rembrandts. Tatig nach den 
Daten auf seinen Gemalden bis um 1660. 1677 urkundlich 
als verstorben erwahnt. 

Der Segen Jakob s. Der blinde Isaak, zur Rechten 807 
aufgerichtet in den Kissen seines Bettes liegend, erteilt 
seinem Sohne Jakob den Segen als Erstgeborenem. Jakob 
in den Kleidern Esaus kniet vorn vor dem Bette, dessen 
Vorhange zur Seite gezogen sind. Auf der anderen Seite des 
Bettes Rebekka, das fiir Isaak bereitete Gericht in den Handen. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,55, br. 2,18. — Ktinigliche Schlcisser. 

Die Grol5mut des Scipio. Inmitten seiner Haupt- 824 
Icute gibt Scipio, in reicher orientalischer Tracht links 
stehend, ein gefangenes Madchen, das neben ihm zur 
Rechten steht, ihrem Brautigam, dem Hauptling der Celti- 
berer AUucius, zuriick und uberlafit ihm das von ihren 
Eltern dargebotene Losegeld. Das Losegeld hat der Vater, 
der sich vorn in der Mitte des Bildes dem Scipio zu Fufien 
geworfen hat, auf Teppichen vor diesem ausgebreitet. Neben 
dem Vater, mehr rechts, die gleichfalls kniende Mutter. 

Bez. links unten (verkleinertj: 




Leiiiwaiul, li. 2,47, hr. 3,26. — Sammlung Solly, 182 1. 
Sti lichen. Auf cinem Tische mit blaucr Decke, auf 824 B 
der rechts ein wcifies Tuch liegt, zvvci Zinnteller und eine 



184 Horst. Huijsum. 

Fayenceschiissel mit Birnen, Apfeln und Zitronen, ein um- 
gestiirzter Romer und ein hoher Goldpokal. Dahinter ist 
eine Stuhllehne sichtbar, an der ein Sabel hangt. 
Bez. links oben: 

Leinwand, h. 1,03, br. 0,795. — Erworben 1904. — Sam m lung 
A. Thiem. 

Huijsum. Jan van Huijsum. Hollandische Schule. — 
Blumenmaler und Landschafter, geb. zu Amsterdam den 
15. April 1682, f daselbst den 7. Februar 1749. Schiiler 
seines Vaters Justus, tatig zu Amsterdam. 

972 A Blumenstraufi. Auf einer Steinplatte steht, neben 
Trauben und Pfirsichen, in einer Vase ein Straufi von Tulpen, 
Nelken und anderen Gartenblumen. Dunkelgrauer Grund. 

Bez. links an der Tischplatte wie nebenstehend. — Gegenstiick zu 
Nr. 972B. — Sammlung Schonborn, Wien 1866. 

Mahagoniholz, h. 0,79, br. 0,61. — Sammlung Suermondt, 1874. 

972 B Blumenstraufi. Auf einer Steinplatte steht eine mit 

Hyazinthen, Rosen, Mohn, Nelken, Tulpen und anderen 

Blumen gefvillte Vase. Davor liegen Aurikeln. Dunkelgrauer 

Grund. 

Bez. rechts an der Tischplatte wie umstehend (S. 186). — Gegen- 
stiick von Nr. 972 A. — Sammlung Schonborn, Wien 1866. 

Mahagoniholz, h. 0,79, br. 0,61. — Sammlung Suermondt, 1874. 

998 Blumenstraufi. Auf einer Marmorplatte steht in einer 

Vase ein reicher Straufi von Rosen, Tulpen und anderen 
Blumen. Neben der Vase rechts ein kleines Vogelnest mit 
Eiern. Dunkelgrauer Grund. 

Bez. links an der Tischplatte wie umstehend (s. S. 187). 

J^einwand, h. 0,78, br. 0,61. — Erworben 1849, 



Huys. Janssens. 




185 



Huys. Peeter Huys. Nieder- 
landische Schule. — Maler und 
Kupferstecher, 1545 als Meister in 
die Gilde zu Antwerpen einge- 
schrieben, lebte daselbst noch 
1570/71. Nachfolger des Quinten 
Massys, tatig zu Antwerpen. 

Der Dudelsackpfeifer. Einem 
Bankelsanger, der, in der Linken 
seinen Dudelsack haltend, singt, 
stiehlt eine Alte mit der Rechten 
den Geldbeutel, wahrend sie ihm 
mit der Linken lachend einen leeren 
Krug'vorhalt. Grund die Zimmer- 
wand mit einem Fenster. 

Bez. unten am Tische (undeutlich): 



-S.^ \51^ 



Ein ahnliches Bild in der kgl. Galerie 
zu Briissel. 

Halbfig. Eichenholz, h. 0,86, br. 0,84. 
— Samrnlung Solly, 1821. 

Jacob. S. Cornelisz. 

Jacob. S. Utrecht. 

Janssens. Abraham Janssens 
van Nuyssen. Vlamische Schule. — 
Geb.zuAntwerpen urn 1575, daselbst 
1 60 1 als Meister in die Gilde aufge- 
nommen und begraben den25.Ja- 
nuar 1 632. Schiiler des Jan Snellinck 
(seit 1585). Tatig zu Antwerpen. 

Vertumnus und Pomona. 
Pomona, einen Blumenkranz im 
Haar, in der Linken eine Traube, 
stiitzt sich mit dem rechten Arm 
auf ein Fiillhorn, aus dem vor ihr 
auf einem Tische die Gaben des 



693 



775 



1 86 



Janssens. 



Herbstes ausgeschiittet sind. Hinter 
Pomona zur Rechten "V^ertumnus, 
eine Traube zum Munde fiihrend. 
Dunkler Grund. 

Gegenstuck zu Nr. 777. — Die Vogel 
und Friichte von Frans Snyders, die 
Blumen im Haar der Pomona von Jan 
Brueghel. 

Halbfig. Eichenhoh, h. 1,24, br. 0,93. 

— Sammlung Solly, 1821. 

777 Meleager und Atalante. Ata- 
lante empfangt von dem zur Linken 
hinter ihr stehenden Meleager den 
Kopf des kalydonischen Ebers, den 
zwei Hunde beschnobern. Auf einem 
Tische zwei erlegte Hasen und ein 
Kocher mit Pfeilen. Dunkler Grund. 

Gegenstiick von Nr. 775. — Die Tiere 
von Frans Snyders. 

Halbfig. Eichenholz, h. 1,18, br. 0,93. 

— Sammlung Solly, 1821. 

Janssens. Cornelis Janssens 
(Janson oder Jonson) van Ceulen. 

Hollandische Schule. — Bildnis- 
maler, getauft zu London den 14. Ok- 
tober 1593, t zu Amsterdam oder 
Utrecht um 1664. Tatig in England 
von 1 6 18 — 1643 und dort von A. van 
Dyck beeinflufit; dann in Middel- 
burg (1643) und langere Zeit in Am- 
.sterdam (1646 und noch 1662), vor- 
iibergehend im Haag (1647), Utrecht 
(1652). 
750 A Bildniseinesalteren Mannes. 
Mit grauem Haar und Schnurrbart, 
nach rechts gewendet und auf den 
Beschauer blickend. In schwarzer 
Tracht und weifiem Umlegekragen. 
Dunkler Grund. 

Brustbild. Leinwand, h, 0,70, br. 0,58. 

— Erworben 1846. 




Jardin. 



187 




Jardin. Karel du Jardin oder 
Dujardin (du Jardijn). Hollandische 
Schule. — Maler und Radierer, geb. 
1622 zu Amsterdam, f zu Venedig 
den 20. November 1678. Schiller 
Nic. Berchems, im Haag (vor 1656 
bis 1659) unter dem Einflusse Paul 
Potters welter ausgebildet. Nach 
langerem Aufenthalt in Italien tatig 
im Haag und in Amsterdam (seit 
1659); um 1675 kehrt er von dort 
nach Italien zuriick. 

Bildnis eines jungen Wein- 848D 
handlers. Nach rechts sitzend, den 
Kopf mit langen hellblonden Locken 
nagh vorn drehend. In schwarzem 
Gewand und seidengefiittertem Man- 
tel. In der Linken den gefiillten 
ROmer, in der Rechten einen Wein- 
heber haltend. Dunkler Grund. 

Bez. rechts obcn: 

/G -DO-kR.'DiH- j^ 

KI. Halbfig. Kupfer, h. 0,28, br. 0,22. 
— Erworben 1873 aus der Sanimlung 
Mestern in Hamburg, 

Italienische Landschaft bei 848E 
Morgenbeleuchtung. Durch ein 
Gewasser, iiber das sich im Mittel- 
grund ein steinerner Briickenbogen 
spannt, waten ein Madchen und zwei 
Burschen in Begleitung eines Reiters 
auf einem Maultier. Im Mittclgrund 
eine Gruppe immergriiner Eichen. 

Rcz. links untcn: 



^yJ/av^^ ' J^ 



1 88 Jardin. Imola. Inganatis. 

Gegenstuck zu Nr. 848 F. — Wie Nr. 848 F friiher in der Sammlung 
van Loon, Amsterdam. 

Lcinvvand, h. 0,61, br. 0,54. — Erworben 1878 in Paris. 

848F Italienische Landschaft bei Abenclbeleuchtung. 
Ein Bote auf einem weifien Maultiere spricht im Vorbei- 
reiten mit zwei jungen Hirten, die rechts mit ihrer Herde 
ein kleines Wasser durchschreiten. Im Mittelgrunde rechts 
ein Landhaus hinter dichtem Gebiisch. 
Bez. links unten: 

Gegenstuck von Nr. 848 E. 

Leinwand, h. 0,62, br. 0,55. — Erworben 1878 in Paris. 

Imola. Innocenzo (di Pietro) Francucci, gen. Inno- 
cenzo da Imola. Schule von Bologna. — Geb. zu Imola 
1493/94, f zu Bologna um 1550. Schiiler Francesco 
Francias (urkundlich seit 7. Mai 1508) zu Bologna und 
Mariotto Albertinellis zu Florenz, weiter ausgebildet durch 
das Studium Raphaels. Tatig vornehmlich zu Bologna. 
280 Maria mit dem Kind und zwei Heilige. Maria, das 
segnende Kind nach links neben sich haltend, sitzt in der 
Engelsglorie auf Wolken. Auf der Erde links der hi. Eligius 
als Schmied mit den Schmiedewerkzeugen zu seinen Fiifien, 
rechts der Bischof Petronius mit dem Modell der Stadt 
Bologna. Hintergrund Landschaft, darin Eligius, wie er 
dem storrischen Pferde das Bein wieder ansetzt, das er 
abgehauen hat, um es beschlagen zu konnen. 

Die Madonna ist in der Haltung Raphaels Madonna da Foligno 
entlehnt. 

Pappelholz, h. 1,97, br. 1,73. — Sammlung Solly, 1821. 

Inganatis. Petrus de Inganatis, venetianisch Piero de 
Inganadi oder d'Inganai. Venetianische Schule. — Geburts- 
und Todesjahr unbekannt. Von 1529 bis 1547 in Venedig 
als Maler erwahnt. Wahrscheinlich Schuler des Francesco 
Bissolo. 
41 Maria mit dem Kind und vier Heilige. Links neben 
Maria, die das segnende Kind auf dem Schofi halt, Jo- 



I Inganatis. Italienischer Meister. Kalf. 189 



•1 



CL 



hannes der Taufer und eine Heilige; rechts Anto- 
nius von Padua und Magdalena. Hintergrund 
Himmel. 

Bez. auf der Briistungf wie nebenstehend, — AuBer 
dem Berliner Bilde tragt nocli eins, das sich in der 
Galerie Manfrin zu Venedig befand, diese Bezeichnung. 

Halbfig. Pappelholz, h. 0,68, br. 1,00. — Sammlung 
Solly, 1821. 

Innocenzo. S. Imola. 

Joos. S. Cleve. 

Italienischer Meister um 1650. 

Bildnis eines alteren Mannes. Mit 408A 
kleinem Knebelbart und faltenreichen Ziigen. 
Von vorn gesehen, mit geringer Wendung 
nach links und auf den Beschauer blickend. In 
schwarzem Gewand, flachem breitem Kragen und 
Manschetten; die Arme auf den Seitenstiitzen 
des Lehnsessels aufliegend. Dunkler Grund. 

Ehemals irrtiimlich Velasquez zugeschrieben. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,86, br. 0,69. — Erworben 
i860 vom Baron Duboutin de Rochefort aus Villa Bellos- 
^^Bi^ guardo bei Florenz. 

^ Kalf. Wniem Kalf oder Kalff. Hollandische 

» ^ Schule. — Stillebenmaler, geb.zu Amsterdam 1621 
^iB^vJ oder 1622, begraben daselbst den 3. August 1693. 

Q Schiller des Hendrick Gerritsz. Pot. Tatig zu 
Amsterdam. 
Stilleben. Auf einem Steintische mit zuriick- 948D 
■^ geschobenem Smyrnateppich auf einer silbernen 
^^^J Schiissel zwei kunstvolle Glaser, ein gebauchter 
^■*^^^ Pokal und ein hohes Spitzglas, davor ein Pfirsich 
^^^ und eine Orange, zwischen beiden ein Messer 
*^^ 1 mit Achatgriff. Zu aufierst auf der Steinplatte 
eine Orangeschnitte und der glaserne Deckel 
des Pokals. Dunkler Grund. 

Leinwand, h. 0,65, br. 0,56. — Krworben 1893 als 
r ^ Geschenk des Sir Julius Wernher in London. 

^1*^ Stilleben. Auf einer Marmortischplatte liegt 948 F 

[\ ^ ein nach rechts zuriickgeschobener Teppich, 



e 



lOO Kalf. Kcijser. 

darauf eine silberne Platte mit einer chinesischen Terrine; 
davor eine halbgeschalte Zitrone und eine Orange, dazwischen 
ein Messer mit Achatgriff. Rechts ein halbgefiillter Romer, 
ein niedriges Glas und ein hohes Spitzglas mit Rotwein. 
Dunkler Grund. 

Leinwand, li. 0,64, br. 0,53. — ErworbtMi 1899 in Paris. Durch 
Tausch von der stadt. Galerie zu Strafiburgf gcgon das frliher unter 
Nr. 948 B katalogisierte Stillebcii des Meisters. 

948 G Stilleben. Auf einer grauen Tischplatte mit nach rechts 
verschobenem Teppich auf einer flachen Silberschale eine 
Citrone, eine Fayenceschiissel mit Pfirsichen und einem an- 
gebrochenen Granatapfel, ein Nautilusbecher, ein hohes 
Glas mit Deckel, ein halb mit rotem Wein gefulltes Spitzglas 
und ein kleineres Glas. Links auf der Platte eine offene 
Taschenuhr an blauem Band und ein halbgefiillter Romer. 
Schwarzer Grund. 

Leinwand, h. 0,65, br. 0,54. — - Erworben 1904. — Sammlung 
A, Thiem. 

948H Die Kiiche. In einem halbverfallenen Raum steht 
rechts vor einer dunklen Bogenoffnung ein roh gefiigter 
Tisch; darauf ein weifies Tuch, eine Glasflasche mit rotem 
Wein, ein hohes zerbrochenes Tongefafi, ein Metallbecken 
und eine tonerne Schiissel mit einem Kiirbis. Links lehnt 
am Tisch ein Besen. Am Erdboden ein Korb mit Kohl, 
daneben ein Kiirbis, eine Kiirbisschnitte und Zwiebeln. 
Links vorn ist in den Boden eine Falltiire eingelassen. Im 
dunklen Hintergrund sitzt an einem Kamin, in dem das 
Feuer brennt, eine Frau. 

Eichenholz, h. 0,205, br. 0,205. ~~ Erworben 1906 als Geschenk, 

Keijser. Thomas de Keijser. Hollandische Schule. — 
Bildnismaler, auch Bildhauer, geb. zu Amsterdam 1596 oder 
1597, begraben daselbst den 7. Juni 1667. Sohn des Bild- 
hauers und Baumeisters Hendrick de Keijser. Herangebildet 
unter demEinflusse des Aert Pietersz. und Corn, van derVoort. 
Tatig zu Amsterdam. 

750B Bildnis eines alteren Mannes und seines Sohnes. 
In verehrender Stellung, als Donatoren dargestellt, nach 
rechts gewendet. Der Vater kniend und auf den Beschauer 
blickend, in schwarze gebliimte Seide gekleidet. Hinter 



Kcijser. Kick. IQI 

ihm steht im Profil der Sohn in schwarzem Rock, der 
durch die Schlitze das weifie, rot gebliimte Untergewand 
sehen lafit, den Mantel iiber den linken Arm geworfen. 
Grund diisterer Wolkenhimmcl. 

Gugenstiick zu Nr. 750 C — VVahrschcinlich bildeten die beiden 
Hilder die FlUgel eines Altars, und zwar — wie die Gewitterwolken 
des Grundcs anneliraeii lasscn — einer Darstellung des gekreuzigten 
Ciiristus. 

Eichenholz, h. 0,66, br. 0,29. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Bildnis einer alteren Dame und ihrer Tochter. 750C 
In verehrender Stellung, als Donatoren dargestellt, nach 
links gewendet und auf den Beschauer blickend. Die Mutter 
stehend, in schwarzseidener pelzbesetzter Tracht, breitem 
Mijhlsteinkragen und weiGer Haube. Vor ihr die Tochter, 
kniend, in griinem Unterkleid und schwarzem Oberkleid, mit 
breitem Spitzenkragen, in den Handen einen Rosenkranz 
haltend. Grund Gewitterhimmel. 



Ic 



Bez. links auf einem Steine: JL*^ — Gegenstiick von Nr. 750B 



f6i^ 



Eichenholz, h. 0,65, br. 0,29. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Keijser? Familienbildnis. In einem holzgetafelten 750 
Zimmer sitzt zur Linken der Hausherr an einem Tisch mit 
griiner Decke. Hinter seinem Stuhle links der alteste Sohn. 
Rechts vorn die Gattin in einem Lehnsessel, rechts hinter 
ihr die alteste Tochter, einen Apfel in der Rechten. Zwischen 
beiden steht der jiingste Sohn. Hinter dem Tische die beiden 
jiingeren Tochter, Weintrauben in den Handen. Samtlich 
in schwarzer Tracht. 

Jedem Familienglied sind Zahlen beigeschrieben, die das Alter 
angeben: bei dem V'^ater 48; neben dem altesten Sohne 22; neben 
der Gattin 40; neben der altesten Tochter 19; neben dem jUngsten 
Sohne 8; Uber den beiden jiingeren Tiichtern 14 und 10. — Neuerdings 
wird anstatt de Keijser Jakob van Loo (s. diesen) als Maler des Bildes 
genannt. 

Eichenholz, h. 0,94, br. 1,25. — Erworben 1832 vom Kommissions- 
rat Reichert in Berlin. 

Kick. Symon Kick. Hollandische Schule. — Genre- 
maler, geboren 1603 in Delft, begraben am 26. September 



192 



Kick. Kolnischer Meistcr. 



1652 zu Amsterdam. Tatig zu Amsterdam. Ausgebildet 
anscheinend unter dem Einflusse des Dirck Hals und Jakob 
Duck. 

858A Soldaten in einem Stalle. Vorn zur Rechten sitzt 
ein Offizier, einen Stock in den Handen, sich auf dem Stuhl 
ausstreckend. Rechts hinter ihm steht ein anderer Soldat. 
Links im Grunde drei Soldaten im Gesprach. Im Vorder- 
grunde links auf dem Boden Waffenstiicke. 



Bez. links an der Bank: \ 



A£ 



tffP 



Eichenholz, h. 0,65, br. 0,50. — Erworben 1874. 

Kolnischer Meister um 1350. 

1627 Diptychon. Innenseiten, linke Half te: Thronende 
Maria mit dem Kinde. Maria auf dem Throne sitzend 
halt in der Rechten einen Rosenzweig, wahrend sie mit 
der Linken das bekleidete Kind umfafit, das aufrecht auf 
ihrem Schofie steht und sich nach rechts umblickend, ihr 
ans Kinn greift. Goldgrund mit plastisch gehohtem Ranken- 
ornament. — Rechte Halfte: Christus am Kreuz. 
Links steht gestiitzt von drei Frauen Maria, rechts Johannes, 
hinter ihm ein Prophet, ein Schriftband in den Handen 
mit den Worten: ipse vulneratus est propter iniquitates 
nostras. Oben rechts und links in Wolken zwei trauernde 
Engel. Goldgrund mit plastisch gehohtem Rankenornament. 

— Aufienseifce, rechte Halfte: Verklindigung. Links 
steht der Engel mit einem Schriftband mit den Worten: 
AVE GRACIA PLENA DO . . , rechts vor einem Sessel 
ihm zugewendet Maria, mit einem Buch in der Hand. 
Roter Grund. 

Das Diptychon befand sich in den 6oer Jahren des 19. Jahrh. bei 
dem Kiister von St. Georg zu Koln. 

Tempera. Eichenholz, jede Halfte (mit dem Originalrahmen) 
h. 0,49, br. 0,34. — Erworben 1902 von Sir Charles Robinson in 
London, — Eigentum des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins. 

— Aufgestellt in der Abteilung der deutschen Bildwerke. 



Kolnischer Meister. 



193 



Kolnischer Meister urn 1400. 

Das Leben Christi. In fiinfunddreifiig Abteilungen, 1224 
von denen je sieben eine Reihe bilden. i. Verkundigung. 
2. Maria Heimsuchung. 3. Maria von Joseph zur Schatzung 
nach Bethlehem gefiihrt. 4. Geburt Christi. — s.Beschneidung 
Christi. 6. Anbetung der Konige. 7. Darstellung Christi 
im Tempel. — 8. Christus als Knabe im Tempel lehrend. 
9. Oben: zwei Vorgange nach dem Evangelium Infantiae 
Salvatoris; oben in dem einen Christus unter anderen Kindern 
Kreisel spielend; unten: Christus von Johannes im Jordan 
getauft. 10. Christus predigt im Tempel zu Jerusalem und wird 
von den Juden mit Steinwiirfen bedroht. 11. Oben: Christi 
Einzug in Jerusalem. Unten: Begegnung von Christus und 
Maria vor einem Stadttor. 12. Abendmahl. 13. Christus, 
den Aposteln die Fufie waschend. 14. Christus am Olberg. 
— 15. Christus die Junger weekend; Christus die Kriegs- 
knechte anredend, die gekommen sind, ihn gefangen 
zu nehmen. 16. Judaskufi und Heilung des Malchus. 
17. Christus vor dem Hohenpriester Hannas. i8. Christus, 
vor dem Hohenpriester Kaiphas. 19. Christus vor Pilatus. 
20. Geifielung Christi. 21. Dornenkronung. — 22. Pilatus, 
seine Hande waschend, dabei Christus mit den Kriegs- 
knechten. 23. Kreuztragung. 24. Christus von den Kriegs- 
knechten entkleidet. 25. Christus wird ans Kreuz ge- 
schlagen. 26. Christus am Kreuz. 27. Kreuzabnahme. 
28. Beweinung Christi. — 29. Grablegung. 30. Unten: 
Auferstehung. Oben: Niederfahrt zur Holle. 31. Himmel- 
fahrt. 32. AusgieCung des hi. Geistes. 33. Tod der Maria, 
dabei Christus, ihren K5rper einsegnend und die Seele als 
kleines Kind in seine Arme aufnehmend. 34. Das jiingste 
Gericht. 35. Die Bildnisse des Stifters, seiner Gattin und 
zweier Tochter. — Samtliche Darstellungen auf Goldgrund. 

FrUher dem Meister Wilhelm von K5ln zugeschrieben; wahrschcinlich 
von einem Meister um 1380 — 1400, der unter seinem Einflusse steht. 

Eichenholz, jede Abteilung h. 0,15, br. 0,15; das ganzc Bild h. 0,82, 
br. 1,1 1. — Erworben vor 1830. — Aufgestellt inderAbteilung 
derdeutschenRildwerke. 

K5lnischer (?) Meister um 1400. 

Maria mit dem Kind. Maria, die Kiifie auf Sonne 1205 A 
und Mond gestellt, tragt auf dem linken Arme das nackte 

Vcrz. d. Gemiilde. 17 



194 



Kcilnischer Meister. Koninck. 



Kind, das in der Linken einen Vogel halt. Goldgrund mit 
feinen eingepunzten Mustern. 

Eichenholz, h. 0,30, br. 0,18. — Sammlung Suermondt, 1874. — 
Aufgestellt in der Abteilung der deutschen Bildwerke. 

Kolnischer Meister vom Anfange des 15. Jahrhunderts. 

1238 Fliigelaltar. Mittelbild: Maria mit dem Kind und 
weiblichen Heiligen. Auf grliner eingehegter Wiese 
sitzend, halt Maria das Kind auf dem Arme. Das Christkind 
fafit in einen Korb mit Blumen, den ihm die hi. Dorothea, 
zur Linken sitzend, darreicht. Vor Dorothea die hi. Katha- 
rina, ein rotes Taschchen in den Handen, zur Rechten neben 
Maria die hi. Margaretha, ein kleines Kreuz haltend, und 
vor ihr die hi. Barbara, den Turm auf das Knie stiitzend. 
Goldgrund. — Linker Fliigel: Die hi. Elisabeth. 
In der Rechten einen Rosenkranz, mit der Linken einem 
Bettler ein Gewand darreichend. — Rechter Fliigel: Die 
hi. Agnes. Neben ihr das Lamm, das an ihr emporspringt. 
Beide Fliigel Goldgrund mit gepunztem Rankenorna- 
ment. 

In der Art der Bilder, die friiher und jetzt noch vielfach dem 
Meister Wilhelm von Koln, neuerdings aber auch Hermann Wynrich 
vonWesel zugeschrieben werden. 

Eichenholz, Mittelbild, h. 0,32, br. 0,28; jedes Seitenbild h. 0,32, 
br, 0,10. — Sammlung Solly, 1821. — Aufgestellt in der Ab- 
teilung der deutschen Bildwerke. 

Kolnischer Meister um 1470—1500. 

1199 Die Verkiindigung. In zwei Abteilungen. Rechts: 

Vor einem Fenster rait Ausblick auf eine Landschaft kniet 
Maria, in den Handen das Gebetbuch, und wendet sich nach 
dem Engel um. Links": Der Engel, der sich auf ein Knie 
niedergelassen hat, halt in der Linken eine Blume (Ritter- 
sporn). Auf einem Spruchband die Worte: . gracia . plena . 

dns . tecum (in gotischen Lettern). 

Wohl die Auflenseite eines Flugelaltars. In der Art des Meisters 
des Marienlebens. 

Leinwand auf Eichenholz, jede Abteilung h. 1,30, br. 0,70. — 
Sammlung Solly, 182 1. 

Koninck. Philips Koninck oder Koning. Hollandische 
Schule. — Landschaftsmaler, geb. den 5. November 16 19 



Koninck. 



195 



zu Amsterdam, begraben daselbst den 4. Oktober 1688. 
Schiller seines Bruders Jacob K. und Rembrandts. Tatig 
zu Amsterdam und voriibergehend in Rotterdam (1640/41). 

Landschaft. Weite hollandische Flachlandschaft, von 821 A 
Wasserlaufen durchzogen und von Wolkenschatten belebt. 
Im Vordergrunde zwischen Buschwerk ein Schlofichen und 
die Hauser eines Dorfes. 

Bez. rechts untt-n: 

Leinwand, h. o,gi, br. 1,65. — Erworben 1888 in London. 

Koninck. Salomon Koninck. Hollandische Schule. — 
Maler und Radierer, geb. zu Amsterdam 1609, begraben 
daselbst den 8. August 1656. Schiiler des David Colijns, 
Frangois V'enant unci Claes Moeijaert zu Amsterdam; 1630 
daselbst in die Malergilde aufgenommen. Bildete sich nach 
Rembrandt. Tatig zu Amsterdam. 

Berufung des Matthaus zum Apostelamte. Christus, 822 
mit seinen Jiingern zur Linken in den hohen, gewolbten 
Raum des Zollhauses eintretend, ruft Matthaus, der vorn 
an einem Tische mit anderen ZolJnern arbeitet, von seiner 
Tatigkeit ab. Im Hintergrund an Pulten Zollner und 
Schreiber mit Geldzahlen und Lesen beschaftigt. 

Vcrmutlich dasselbc Hild, d.is Salomon nach der Angabe des Cor- 
nells de Bic im Jahre 1646 ftlr Johannes de Kevnealmo malte. 

Eichenhol/, h. 0,61, br. 0,90. — Kiinigliche Schliisser. 

Crosus zeigt Solon seine Schatze. Von seinen 826 
Hofleuten umgeben deutet der rechts stehende Konig, in 
orientalischer Tracht, auf zahlreiche Prachtgefafic, getriebene 
Silberplatten, Gewander, die von Dienern vorn zur Linken 
herbeigebracht werdcn. Links zu ihm sprechend und mit 

'3' 



196 



Kulmbach. Laen. 



5^6A 



abweisender Handbewegung auf die Kostbarkeiten deutend 
Solon. Dutch eine Tiir links im Grund Ausblick ins Freie. 
Eichenhok, h. 1,21, br. 1,99. — Sammlung Solly, 1821. 

Kulmbach. Hans von Kulmbach. Nach seinem Familien- 
namen Hans Siifi (Suess). Deutsche Schule (Nurnberg). — Geb. 
zu Kulmbach in Franken wahrscheinlich 1476, f.^u Nurn- 
berg zwischen dem 29. September und dem 3. Dezember 
1522. Schiiler Jakob Walchs (Jacopo de' Barbari), unter 
dem Einflufi und wahrscheinlich in der Werkstatt Diirers 
zu Nurnberg ausgebildet. Tatig zu Nurnberg und zwischen 
1514 und 1 5 16 in Krakau. 

Anbetung der Konige. In der Ruine eines antiken 
Bauwerkes sitzt links Maria mit dem Kinde, dem zwei 
kniende Konige ihre Gaben darbringen. Der dritte Konig 
nimmt stehend einen Silberbecher aus den Handen eines 
Gefolgsmannes in Empfang. Links Joseph von zwei Mannern 
begriifit. Unter dem Gefolge ein alterer Mann mit schwarzer 
Kappe, anscheinend der Stifter. Hintergrund Landschaft. 

Bez. links an dem Balkenwerk: 





Nachst dem Tucherschen Altare der Sebalduskirche in NUmberg das 
Hauptwerk des Meisters, in dem sich der Einflufi Jacopo de' Barbaris 
deutlich kundgibt. — Sammlungen Ignaz TheodorReichsritter vonPachner 
Edler von Eggenstorff, 1820; Rosthom, Klagenfurt 1872. 

Lindenholz, h. 1,53, br. 1,10. — Erworben 1876 aus der Samm- 
lung F. Lippmann. 

Laen. Dirk Jan van der Laen. Hollandische Schule. — 
Landschafts- und Genremaler, geb. den 16. April 1759 ^" 



Laen. Lancret. Lansinck. 



197 



Zwolle, t ebenda den 26. Februar 1829. Schiller Hendrik 
Meijers zu Leiden. Tatig in Zwolle. 

Das Landhaus. Im Mittelgrunde die voll von der 796C 
Sonne beleuchtete Giebelseite eine.s weifigetiinchten Hause.s 
mit dem Schlagschatten zweier links zur Seite stehender 
Linden. Daneben rechts die mit Wein berankte Mauer 
eines holzernen Gebaudes mit rotem Ziegeldach, davor ein 
Ziehbrunnen. 

Gait ehemals als Werk des Delfter Vermeer. Indes stimtnt das Bild 
vollkonimen zu einem bezeicbneten Bilde van der Laens im stadtischen 
Museum zu Aachen. Dafl das Bild auf sehr alter Leinwand gemalt 
ist, beweist nichts gegen die Bestimmung, da sich van der Laen, der 
flir franzosische und englische Kunsthandler malte, hiiufig alterer Lein- 
wand bedient liaben soil. — .Sammlung Osteaux, Luttich 1856. 

Leinwand, h. 0,48, br. 0,39. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Lancret. Nicolas Lancret. Franzosische Schule. — 
Geb. zu Paris den 22. Januar 1690, f daselbst den 14. Sep- 
tember 1743. Schiller des Pierre Dulin und Claude Gillot 
zu Paris. Nachfolger Watteaus. Tatig zu Paris. 

Schaferszene. Unter einer Baumgruppe im Vorder- 473 
grund einer hiigeligen Landschaft tanzt ein Paar Menuett, 
wahrend ein rechts stehender junger Mann mit Flote und 
Hackebrett aufspielt. An einem Kornfeld im Mittelgrund 
ein zweites Paar. Rechts vorn lagert ein Mann auf der Erde 
mit einem Hunde. 

Leinwand, h. 0,54, br. 0,69. — Konigliche Schlosser. 

Lansinck. J. W. Lansinck. HoUandische Schule. — 
Lebensverhiiltnisse unbekannt. Vermutlich unter dem Ein- 
flufi J. M. Molenaers ausgebildet. Tatig wahrscheinlich in 
Amsterdam. 

Das geschlachtete Schwein. In einer Bauernstube 970 
hangt rechts ein geschlachtetes Schwein. Daneben ein Junge 
mit der Schweinsblase. Links am Fenster ein Bauer mit 
Krug und eine Alte einen Fisch ausweidend, dabei ein 
Hund. Im Mittelgrund am Boden Kftrbe und Tonnen mit 
Zwiebeln und Kohl. Im Hintergrund um den Kamin vier 
Bauern. 



jq3 Lansinck. Largillierc. Lastm.in. 



Bez. am Kaniinmantel ; 



^- o^Ljouk 



Einc bezoichnetc Replik bci Gcbr. Rodwitz in Baden-Baden. 
Eichenholz, li. 0,47, br. 0,62. — Koni^rlichc Schlosser. 

Largilliere. Nicolas de Largilliere. Franzosische Schule. 

— Geb. zu Paris den 9. oder 10. Oktober 1656, f daselbst 
den 20. Marz 1746. Schiller des Antonius Goudeau zu 
Antwerpen und des Sir Peter Lely in London. Tatig zu- 
nachst in Antwerpen, dann einige Zeit in London und vor- 
nehmlich zu Paris (seit 1678). 

484A Bildnis des Landschaftsmalers Jean Poorest (1636 
bis 1712), desSchwiegervatersdesMeisters. Ktwas nach 
links gewendet, den Blick nach rechts gerichtet. Vor der 
Staffelei sitzend, auf der eine angefangene Landschaft steht. 
Mit schwarzer hoher Samtmiitze, in rotsamtnem pelz- 
gefuttertem Schlafrock, offenem Hemd und Weste. In. der 
Linken Palette, Pinsel und Malstock. 

Eine Originalwiederholung im Museum zu Lille. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,17, br. 0,88. — Erworben 1875 in Paris. 

484 B Largilliere? Bildnis eines jungen Edelmannes. 
Mit schwarzer Allongeperiicke, nach links gewendet und 
auf den Beschauer blickend. Uber dem roten goldgestickten 
Kleid ein Brustharnisch, dariiber eine blaue Scharpe. Die 
Linke in die Hiifte gestemmt, in der Rechten einen Brief 
haltend. Hintergrund dunkle Wand. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,85, br. 0,65. — Erworben 1863. 

Lastmati. Pieter Pietersz. Lastman. Hollandische Schule. 

— Maler und Radierer, geb. 1583 zu Amsterdam, begraben 
daselbst den 4. April 1633. Schiiler des Gerrit Pietersz. 
(Sweelinck) zu Amsterdam, in Italien unter dem Einflufi 
Elsheimers ausgebildet. Tatig zu Amsterdam. 

677 Taufe des Kammerers. Am Fufi eines bewaldeten 
Berges, von dessen mit Ruinen gekronter Hohe ein Wasser 
herabstiirzt, steht zur Linken im Wasser der Kammerer des 
Mohrenkonigs, ihm gegeniiber der Diakon Philippus, ihn 
taufend. Rechts etwas zuriick neben dem Wagen des Kam- 
merers einige Diener in andachtiger Haltung. 



Lastmann. Lawrence. Lebrun. 



199 



Bez. rechts unten: 



L 



Eichenholz, h. 0,37, br. 0,56. — K5nigliche Schlosser. 

Lawrence. Sir Thomas Lawrence, Englische Schule. — 
Bildnismaler, geb. zu Bristol den 4. Mai 1769, f zu London 
den 7. Januar 1830. Tatig zu Bristol, Devizes, Bath, London 
(seit 1787, seit 1820 Prasident der Akademie). Schiller 
des William Hoare und unter dem Einflusse von Reynolds 
ausgebildet. 

Bildnis des Mr. Williams Linley. Etwas nach rechts 1636 
gewendet und ebendahin blickend. In einem rotgepolsterten 
Stuhle sitzend, auf dessen Lehne die rechte Hand ruht. 
Mit grauem Backenbart, mit dichtem grauem Haar, mit 
Brille. Im schwarzen Rock mit goldenen Knopfen, um den 
Hals eine weifie Binde. Hintergrund dunkle Wand und 
Vorhang. 

Samnilung weiland I. M. der Kaiserin Friedrich. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,90, br. 0,70. — Erworben 1904 als Ge- 
schenk Sr. Exz. des Grafen Gotz von Seckendorff, Berlin. 

Lebrun. Charles Lebrun oder le Brun. Franzosische 
Schule. — Maler und Radierer, geb. zu Paris den 24. Februar 
1619, f daselbst den 12. Februar 1690. Schiiler Frangois 
Perriers und Simon Vouets zu Paris, in Rom unter Nic. 
Poussin und dem Einflufi Annibale Carraccis weiter aus- 
gebildet. Tatig zu Paris, wo er die Akademie Royale de 
Peinture begriindet. 

Bildnis des Kolner Bankiers Eberhard Jabach 471 
mit seiner Familie. Jabach, zur Linken in einem Lehn- 
stuhle sitzend, weist auf die Bronzebiiste der Minerva. Neben 
ihm zur Rechten seine Gattin Anne Marie d'Egrotte 
(de Groot) mit vier Kindern. Links neben Jabach ist unter 
einem aufgerafften Vorhang in einem Spiegel der Maler 
Lebrun an der Staffelei sichtbar. 

Der Bankier jabach (f 1695), ^on KOln nach Paris Ubergesiedelt, 
daselbt Direktor der Ostindischen Gcsellschaft und Vertrauter Mazarins, 
ist namentlich bekannt durch seine ausgezeichnete Samnilung von Ge- 
niiilden und Zeichnungcn, die in den Jahren 1670—1672 durch Colbert 
an Ludwig XI \'. Uberging und heute noch einen hervorragenden Be- 



200 Lebran. Lelienbergh. Lcsueur. 

standteil der Sammlungen des Louvre bildet. Jabach ist bier in seinem 
Pariser Hotel in der Rue Saint-Merry dargestellt, Vgl. Goethe (Dichtung 
und Wahrheit, Hempelscbe Ausg. XXII. i66, und Kunstschatze am 
Rhein, Main und Neckar, Hempelscbe Ausg. XXVI. 268), der das Bild 
in Koln in Jabachs Hause sab, wo es bis 1835 blieb. Erwahnt von 
J. G. Schadow, Kunstwerke und Kunstansicbten 1849. S- 275. 
Leinwand, b. 2,76, br. 3,25. — Erworben 1837. 

Lelienbergh. Cornelis Lelienbergh oder Lelienburch. 

Hollandische Schule. — Stillebenmaler, geb. vor 1626 im 
Haag, f nach 1672, 1646 in die Lukasgilde im Haag als 
Meister aufgenommen und 1656 Mitbegriinder der neuen 
Malergilde daselbst. Tatig im Haag bis 1665. 
990 Stilleben. Auf einer Tischplatte steht ein Messing- 
eimer mit Artischocken und einem toten Vogel, davor 
Quitten, zwei Schnepfen und kleinere Vogel. Grauer Grund. 
Bez. an der Tiscbplatte rechts: 




; 




Eicbenbolz, b. 0,77, br. 0,60. — Sammlung Solly, 1821. 

Leonardo. S. Lionardo. 

Lesueur. Eustache Lesueur oder le Sueur. Franzosische 
Schule. — Maler und Radierer, getauft zu Paris den 19. No- 
vember 1616, f daselbst den 30. April 1655. Schiiler 
Simon Vouets, ausgebildet durch das Studium der Werke 
Raphaels und N. Poussins. Tatig zu Paris. 
466 Der hi. Bruno in seiner Zelle. Zur Linken der 
Heilige in der Tracht des Karthauser-Ordens, auf einem 
Betschemel vor dem Kreuz im Gebet kniend. Neben dem 
Kreuz auf dem Tisch ein Totenkopf und Schreibzeug. Im 
Hintergrund auf einem Bort an der Zellenwand Folianten 
und ein Stundenglas. Zur Linken durch die offene Tur 
Ausblick auf den Klostergarten und Gebirgslandschaft. 

Scbeint nicbt zu der Folge von Darstellungen aus der Legende 
des hi. Bruno zu gehoren, die (frUher im Kartbauser Kloster zu Paris) 
sich jetzt im Louvre befindet, obwobl die Mafie des Bildes nabezu die 
gleichen sind. 

Leinwand, b. 1,93, br. 1,41. — Koniglicbe Schlosser. 



Leyden. 20I 

Leyden. Lucas Huyghenz. gen. Lucas van Leyden. Nieder- 
landische Schule. — Maler, Kupferstecher und Zeichner fiir 
den Holzschnitt, geb. zu Leiden Ende Mai oder Anfang 
Juni 1494, t daselbst im Sommer 1533. Schiiler seines 
Vaters Huijgh Jacobsz. und des Cornelis Engelbrechtsen. 
Tatig zu Leiden, einige Zeit audi zu Antwerpen (1522 als 
Meister in die Lukasgilde aufgenommen.) 

Die Schachpartie. An einem Tische sitzt, von Zu- 574 A 
schauern, acht Herren und einer Dame, umgeben, ein Paar 
beim Schachspiel. Ein Herr gibt der zur Rechten sitzenden 
Dame, die eben im Begriff ist, zu ziehen, einen Rat. Dunkler 
Grund. 

Schon in der Sammlung des kgl. preuB. Gesandten Baron Werther 
in Wien als »Lucas van Leyden«. Die Farbung, die weniger hell und 
fliissig ist als in dem sonst nahe verwandten Bilde, den 'Karten- 
spielern' zu Wilton House, bezeugt wohl, dafl unser Bild zu des Meisters 
friihen, von Engelbrechtsen beeinfluflten VVerken gehort. Eine Kopic 
danach, »L. Cranach« genannt, im Museum zu Lyon. 

Kl. Halbfig. Eichenholz, h. 0,27, br. 0,35. — Sammlung Suer- 
mondt, 1874. 

Der hi. Hieronymus in Bufiubung. Der Heilige, im 584A 
Profil nach links kniend, kasteit sich vor dem an einem 
Baum befestigten Kruzifix. Rechts weiter zuriick der Lowe. 
In der Feme rechts ein Kloster. 

Aus der frUheren Zeit des Meisters (um 1512). 

Kl. Kniefig. Eichenholz, h. 0,27, br. 0,31. — Erworben 1872 
von den S. G. Lieschingschen Erben in Stuttgart. 

Maria mit dem Kind und Engeln. Maria sitzt 584 B 
rait dem Christkinde vor einem Vorhang in einem reich aus- 
gestatteten, mit Laubguirlanden geschmiickten Raum; vorn 
eine Briistung. Zur Rechten zwei Engel, die ein Noten- 
blatt halten, links ein anderer F.ngel. Auf der nach vorn 
abgestuften Briistung ein lautespielender Engel sitzend und 
ein zweiter stehend, vom Rucken gesehen, der dem Christ- 
kind eine Nelke reicht. Ganz unten ist von einem dritten, 
fl5tespielenden Engel der Kopf und eine Hand sichtbar. 

Aus der mittleren Zeit des Meisters (um 15 15). — Sammlung 
Posonyi, Wien. 

Madonna Halbfig. in '/j Lebensgr. Eichenholz, obcn rund, 
h. 0,74, br. 0,44. -- Erworben 1892 auf der Auktion A. Hulot in 
Paris. 



202 Leyster. Liberale. Libri. 

Leysfer. Judith Leyster. Hollandische Schule. — 
Malerin von Genrebildern und Portrats, geboren urn 1600 
zu Haarlem oder zu Zaandam, f zu Heemstede im Februar 
1660. Schiilerin des Frans Hals d. A., den sie mit grofiem 
Erfolge nachahmte. 1639 heiratete sie den Genremaler Jan 
Miense Molenaer. Tatig in Haarlem, Amsterdam (bis 1648) 
und Heemstede. 
801B Lustiger Zecher. Rechts vor einem Tische sitzend, 
auf dem ein Kohlenbecken steht. Mit rotem Federbarett, 
in der Rechten einen Zinnkrug, in der Linken die Ton- 
pfeife, den Beschauer anlachend. Hellgrauer Grund. 

Ein ahnliches Bild der Malerin im Rijksmuseum zu Amsterdam. 
Friiher wie fast alle Bilder der Malerin dem Frans Hals zugeschrieben. 

Brustbild. Leinwand, li. 0,74, br. 0,59. — Sammlung Sucrmondt, 
1874. 

Liberate. Liberale da Verona. Nach dem Vater Liberale 
di Jacomo gen. Schule von Verona. — Geb. 145 1 zu Verona, 
f daselbst 1536 (nach Vasari am Tage der hi. Clara, also 
am 12. August). Zuerst als Buchmaler tatig (urkundlich schon 
1469) bei und in Siena bis 1476; dann vornehmlich in 
Verona mit Fresken und Tafelgemalden beschaftigt. 
46A Der hi. Sebastian. Der Heilige, an einen Orangen- 
baum gefesselt und von fiinf Pfeilen durchbohrt, blickt zum 
Himmel empor. Links weiter zuriick die Ruine eines Baues 
mit korinthischen Saulen. Rechts im Grund auf der Ruine 
eines Triumphbogens verschiedene Zuschauer, unten davor 
einige Soldaten. 

Ein ahnliches Bild des Meisters in der Brera zu Mailand. 

Pappelholz, h. 2,11, br. 0,92. — Sammlung Solly, 1821. 

Libri. Girolamo dai Libri. Schule von Verona. — Geb. 
zu Verona 1474, f daselbst den 2. Juli 1556. Sohn und 
Schiller des Francesco di Stefano, der als Illuminator von 
Buchern dai libri genannt wurde. Zuerst gleichfalls Miniator; 
unter dem Einflusse des Liberale da Verona, dann in ge- 
meinsamer Arbeit mit Francesco Morone unter dessen Ein- 
flufi weiter ausgebildet. Tatig zu Verona. 
30 Thronende Maria mit dem Kind undzweiHeilige. 
Maria halt das stehende Kind auf dem Schofie. Vor den 
Stufen des Thrones links der Apostel Bartholomaus, rechts 
der hi. Zeno, Bischof von Verona. Vorn auf der Briistung 



Libri. Lionardo. Lippi, 203 

sitzen drei musizierende Engel. Hintergrund gebirgige 
Landschaft. 

Aus der spateren Zeit, da der Meister unter dem Einflusse Francesco 
Morones stand. — Fur die Kapelle der Buonalivi in S. Maria in 
Organo zu Verona gemalt. 

Leinwand, h. 2,09, br. 1,43. — Sammliing Solly, 1821. 

Lionardo. Lionardo da Vinci. Nach seinem Vater di 
Ser Piero, nannte sich selbst meist Leonardo. Florentini- 
sche Schule. — Baumeister, Bildhauer und Maler, geb. 1452 
in der Villa Anchiana bei Vinci oberhalb Empoli, f den 
2. Mai 1 5 19 auf Schlofi Cloux bei Amboise. Schiiler 
Andrea del Verrocchios in Florenz. Tatig zu Florenz bis 
Ende 1481, dann zu Mailand (nachweisbar seit 1487 bis 1499), 
zu Venedig 1500, zu Anfang 1501 wieder in Florenz, von 
Mitte 1502 bis Mitte 1503 auf Reisen in Mittelitalien, 1506 
und 1507 voriibergehend in Florenz, 1508 — ^1513 standig in 
Mailand, 1513 — 1515 in Rom, 1516 — 15 19 auf Schlofi Cloux 
als Hofmaler P'ranz L Begriinder der Mailandischen Schule 
des 16. Jahrhunderts. 

Der auferstehende Christus von zwei Heiligen 90B 
verehrt. Christus, urn die Hiiften das flatternde Bahrtuch, die 
Kreuzesfahne in der Linken, die Rechte erhoben, schwebt 
aus dem Grab empor. Vorn zur Linken der hi. Lionardo, zur 
Rechten die hi. Lucia, beide kniend. Hintergrund Landschaft 
mit steilen Felsgebilden, von einem Flusse durchzogen. 

In den alteren Katalogen »MaiIandische Schule unter Einflufl des 
Lionardo da Vinci« genannt. Uber die Griinde, aus denen das Bild, 
als es 1884 wieder zur Aufstellung gelangte, dem Meister selbst zuge- 
teilt wurde, s. Jahrb. der k. pr. Ksts. V. 2930". — Befand sich 
frtlher (nachweisbar iin 17. Jahrhundert) in der Kirche S. Liberata 
zu Mailand und trug damals, wie Torre (Ritratto di Milano, 17 14, 
S. 199) berichtet, den Namen Bramantinos, mit dem das Bild keine 
Verwandtschaft hat. * 

Pappelholz (obcn ursprlinglich wohl im Imogen abgeschlossen), 
h. 2,30, br. 1,83. — Sammlung Solly, 1821. 

Lippi. Filippino Lippi. Nach dem Vater Filippo di Era 
Filippo. Zeichnet sich meist Filippinus Florentinus. Floren- 
tinische Schule. — Cleb. zu Prato um 1457, f zu Florenz 
den 18. April 1504. Schiiler Fra Diamantes; unter dem 
Einflusse seines Vaters und Botticellis ausgebildet. Tatig 



204 ^*PP'- 

vornehmlich zu Florenz, zeitweilig in Prato, Pavia unci 
Rom. 

78A Allegoric der Musik. Am Meeresufer, neben einem 
Lorbeerbaume, steht eine jugendliche Frau in flatterndem 
(iewand und halt in beiden Handen einen langen Giirtel, mit 
dem zwei Amoretten einen Schwan anschirren. Links vorn in 
einem stillen Wasser drei kleinere Schwane. Auf einem 
Felsstiick eine in das Geweih eines Hirschkopfes gespannte 
Leier, eine Pansflote und eine einrohrige Flote. 

Tempera. Pappelholz, h. o,6i, br. 0,51. — Erworben 1883 vom 
Maler Landsinger in Florenz. 

82 Maria mit dem Kinde. Maria halt mit der Rechten 
das auf ihrem SchoBe stehende Kind, das in einem Buche 
blattert. Auf der Briistung der links offenen Loggia eine 
Blumenschale. Uber die Briistung Ausblick in eine Land- 
schaft. 

Halbfijj. etwas unter Lebensgr. Tempera. Pappelholz, .h, 0,77, 
br. 0,51. — Sammlung Solly, 182 1. 

96 Christus am Kreuz von Maria und Franziskus 
verehrt. Drei schwebende Engel fangen in Kelchen das 
aus den Handen und der Seite des Gekreuzigten fliefiende 
Blut auf. Auf der Schadelstatte knien links Maria, rechts 
Franziskus. Goldgrund. 

Aus der spiiteren Zeit des Meisters. — Vasari (Sans. Ill, 465) 
erwahnt »un crocefisso e due figure in campo d'oro* des Filippino 
in S. Kuffello (Raffaello) zu Florenz, das sich aber (nach Borghini und 
Richa) in S. Procolo, Cappella Valori befand. 

Tempera. Pappelholz, h. 1,86, br. 1,79. — Sammlung Solly, iSar. 

96A Brustbild eines Junglings. Nach links gewendet 
und auf den Beschauer blickend. Mit langem lockigem 
Haar. In niedri^er Miitze und schwarzer, vorn zusammen- 
geschnurter Kleidung. Heller Grund. 

BruchstUck aus einem Fresko. Angeblich frUher in der Brancacci- 
kapelle zu Florenz. 

Fresko. Stuck, h. 0,495, l^r. 0,345. — Erworben 1904 als Geschenk 
des Herrn Geheimrat Dr. W. Bode. 

101 Maria mit dem Kinde. Maria, in einem Gemach auf 
einer Steinbank sitzend, halt das Kind auf den Armen, das 



Lippi. 



205 





liebkosend das Gesicht an das ihrige schmiegt. 
Zur Linken Ausblick auf die Stadt Florenz, 

Maria Halb fig. Tempera. Pappelholz, h. 0,96, br. 0,72. 

— Erworben 1829 durch Rumohr. 

Lippi. Fra Filippo Lippi. Nach dem Vater 
Filippo di Tommaso Lippi. Florentinische Schule. 

— Geb. zu Florenz um 1406, f zu Spoleto den 
9. Oktober 1469. Unter dem Einflusse Masaccios 
und Fra 'Angelicos da Fiesole gebildet. Tatig 
vornehmlich zu Florenz, einige Zeit in Padua 
(um 1434), Prato (zwischen 1452 und 1465) und 
Spoleto (1467 — 1469). 

Maria mit dem Kinde. In einer Nische 58 
stehend, halt Maria mit der Rechten das vor ihr 
auf der Brustung sitzende Kind. 

Maria Halbfig. etwas unter Lebensgr. Tempera. Pappel- 
holz, h. 0,76, br. 0,48. — Sammlung Solly, 1821. 

Maria das Kind verehrend. Maria kniet 69 
in Anbetung vor dem auf blumigem Waldboden 
links vor ihr liegenden Kinde. Links der kleine 
Johannes, das Kreuz mit dem Spruchband 
(ECCE ANCNVS DEI ECCE Q . . .) in der Hand. 
Weiter zuriick der hi. Bernhard in Verehrung. 
Oben Gott-Vater und unter ihm die Taube, ihre 
Strahlen auf das Kind niedersendend. Hinter- 
grund dichter Wald. 

Bez. auf dem Stiele der vorn links in einen Bauni- 
stumpf eingehauenen Axt wie nebenstehend. — Aus der 
frllheren Zeit des Meisters unter dem Einflusse Fra 
Angelicos. Zur Erklarung der Darstellung vgl. Brock- 
haus, Forschungen liber Florentiner Kunstwerke, S. 53 ff. 

— Das Bild stimmt Uberein mit der im mediceischen 
Kunstinvcntar aufgefOhrten Altartafel in der Kapelle des 
Palazzo Medici -Riccardi (s. Ulmann, Botticelli, S. 16). 

- Zwei ganz ahnlichc, aber schwachere Darstellungen in 
der Akademie zu Florenz, eine gutc Schulkopie mit ge- 
malter I.aubbordUre im Vorrat der Uffizien (unter dem 
Namen Alesso Baldovinetti). 

Tempera. Pappelholz, h. 1,27, br. 1, 16. — Saromlung 
Solly, 182 1. 



206 Lippi. Lippo. 

95 Maria als Mutter des P>rbarmens. Unter ihrem weit 
ausgebreiteten Mantel, den zuaufierst an beiden Seiten zwei 
Engel emporhalten,birgt Maria, dieHandefiirbittend erhoben, 
die dicht gedrangt um sie kniende Gemeinde. Unter den 
Andachtigen viele Portrats (die Stifter). Goldgrund. 

Die unpleichwcrtige AusfUhning lafit auf Mitwirkung von Schiilcr- 
handen schlieflen. 

Tempera. Pappelholz, h. i,oo, br. 2,28. — Saninilung Solly, 182 1. 

95B Darstellung aus der KindheiJ; eines Heiligen. 
In einem Gemache liegt in einer Bettstatt ein Kind, dessen 
Haupt Strahlen umgeben. Von oben ergieiit sich durch eine 
Kuppeloffnung eine Glorie, in der zwei Hande sichtbar 
sind. Um das Bett herum knien vier Frauen, die voller 
Staunen auf das Kind blicken, und ein kleiner Knabe. 
Links eine Gruppe stehender Frauen im Gesprach, an der 
Wand eine hohe Bettstatt. Rechts weiter zuriick tritt eine 
Frau aus einer Tiir. Im Hintergrund eine Tiiroffnung und 
ein Fenster mit Blick auf Landschaft. 

Walirscheinlicli als linkes SeitenstUck der Predella zu des Meisters 
»Kronung Mariae« aus S. Ambrogio in der Akademie zu P'lorenz ge- 
horig, stellt das Bild vielleicht das Bienenwunder des hi. Ambrosius 
dar. Eine Zeichnung zu der zu auBerst rechts kniendcn Figur im 
Kupferstichkabinett zu Berlin (Sammlung von Bcckerath). — Sammlung 
Viscount Powerscourt. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,28, br. 0,51. — Erworben 1905 aus 
dem englischen Kunsthandel. 

Lippi. Schule des FraFilippo Lippi. FlorentinischeSchule. 

94 Chris tus und der kleinejohannes. Auf der Riick- 
kehr aus Agypten wird in einem von Rehen bevolkerten 
Walde Christus als Knabe von dem jugendlichen Johannes 
als der Heiland begriifit. Von links durch den Wald 
kommen Joseph und Maria herzu. 

Neuerdings irrtiimlich dem Jacopo del Sellaio zugeschrieben. 

Tempera. Pajipelholz, h. 0,30, br. 0,48. — 1842 von Konig Friedrich 
Wilhelm IV. der Galerie uberwiesen. . 

Lippo. Lippo Memmi. Zeichnet sich zumeist Lippus 
Memmi. Schule von Siena. — Geb. zu Siena, f daselbst 
1357. Als Gehilfe seines Schwagers Simone Martini 
wesentlich unter dessen Einflufi gebildet. Tatig vornehmlich 
in Siena, einige Zeit in S. Gimignano (1317). 



Lippo. Lissc. 



207 



Maria mit dem Kinde. Maria halt das 1067 
Kind auf dem linken Arme, mit der Rechten 
seine Fiifie stiitzend. Goldgrund. 

Maria Halbfig. etwas untcr Lebensgr. Tempera. Pappel- 
holz, oben ursprlinglich spitzbogig, jetzt rundabgeschlossen, 
h. 0,77, br. 0,55. — Erworbcn 1843. 

Maria mit dem Kinde. Maria, auf einem 1072 
Kissen sitzend, reicht dem bekleideten Kinde 
die Brust. Goldgrund. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,28, br. 0,19. — SamiDlung 
Solly, 1821. 

Maria mit dem Kinde. Maria tragt daslOSlA 
Kind, das in der Linken ein Schriftband halt, 
mit beiden Armen. Oben in einem kleinen Rund- 
felde der Engel der Verkiindigung. Goldgrund 
mit feinen eingepunzten Randverzierungen. Auf 
dem Schriftband die Worte: Nullus surrexit maior 
Johannis batis(tae). 

Bez. links am unteren Rande wie nebenstehend. — 
Auf der RUckseite ein Siegel mit den VVorten: Insigne 
Campo Santo di Pisa. — Tafel und Rahmen sind aus 
einem Stlick. 

Maria Halbfig. in ^/^ Lebensgr. Tempera. Pappel- 
holz, h. 0,67, br. 0,28. — Erworben 1863 aus Hofrat 
Fr. Forsters Besitz in Berlin. 

Maria rfiit dem Kinde. Maria, stehend, 1511 
das Haupt nach rechts geneigt, halt mit beiden 
Handen das bekleidete Kind. Goldgrund mit 
gepunzten Ornamenten. 

Kl. Halbfig. Tempera. Pappelholz, li. 0,275, br. 0,19. 
— Sammlung Solly, 1821. 

Lisse. Diederick (Dirk) van der Lisse. 

Hollandische Schule. — Geburtsdatuiw unbe- 
kannt, begraben den 31. Januar 1669 im Haag. 
Schiiler Cornelis van Poelenburghs in Utrecht. 
Tatig in Utrecht (?) und im Haag (daselbst 1644 
in die Lukasgilde aufgenommen, 1656 Mit- 
begriinder der neuen Gilde, 1660 — 1669 Biirger- 
meister). 

Landschaft. In einer weiten Hiigelland- II 467 
schaft Ziehen sich von rechts antike Ruinen in 



2o8 Lisse. Livens. Lombard. 

die Tiefe. Davor in der Niederung tanzende Hirten und 
weidendes Vieh. Links iin Vordergrund auf einer Anhohe 
ein Hirt mit einer Hirtin im Gesprach. 
Bez. links unten: 



ET- L. 



Eichenholz, h. 0,51, br. 1,70. — Konigliche Schlosser. 

Livens. Jan Livens, Lievens oder Lievensz. Hollandi- 
sche Schule. — Maler und Radierer, geb. zu Leiden den 
24. Oktober 1607, begraben den 8. Juni 1674 in Amster- 
dam. Schiller Joris van Schootens zu Leiden und Pieter 
Lastmans zu Amsterdam, ausgebildet unter dem Einflusse 
Rembrandts. Tatig zu Leiden und nach einem Aufenthalt 
in England (1631) zu Antwerpen (1634/35 als Meister in 
die Gilde aufgenommen und noch 1642/43 daselbst), spater 
in Amsterdam, zeitweise im Haag (1661 in die Gilde einge- 
schrieben), und wieder in Leiden (nachweisbar 1639 und 
1672). 
816 Abend landschaft. Im Vordergrund ein kleines Ge- 
wasser, in dem sich das Abendlicht spiegelt, das durch eine 
Gruppe alter Eichen fallt. Rechts ein Weg mit einem Esel- 
treiber und anderen Figuren. Weiter zuriick eine Hiitte 
unter Baumen. 

Auf der Rfickseitc in gleichzeitiger Schrift: Jan lieuens und I. L. 

Eichenholz, h. 0,28, br. 0,48. — Konigliche Schlosser. 

839 Bildnis eines K nab en. Stehend, etwas nach links 
gewendet und auf den Beschauer blickend. In olivbraunem 
Samtkostiim, in der Rechten den Hut. Zur Linken ein 
Tisch mit Biichern. Dunkelbrauner Grund. 

Leinwand, h. 1,41, br. 1,04. — Konigliche Schlosser. 

Lombard. Lambert Lombard. Niederlandische Schule. 
— Geb. zu Liittich 1505, f daselbst im August 1566. Aus- 
gebildet unter dem Einflusse Jan Gossarts zu Middelburg 
und wahrend eines Aufenthalts in Italien unter dem der 
italienischen Meister, namentlich Raphaels. Tatig zu Liittich. 
653 Maria mit dem Kin^e. Maria sitzt halb nach links 
gewendet, iiber das schlafende Kind gebeugt, das nackt in 
ihren Armen ruht. Dunkler Grund. 



Lombard. Lombardische Schule. 200 

Die Gruppe von Bildem, zu der diese Tafel gehort, wird traditionell, 
aber wohl mit Unrecht Lombard zugeschrieben. 

Maria Kniefig. Eichenholz, h. 0,80, br. 0,65. — SammluDg Solly, 
1821. 

Lombardische Schule um 1480. 

Maria mit dem Kinde. Maria sitzt auf einem Throne 30A 
von reicher Renaissance-Architektur und reicht dem Kind 
auf ihrem Schofi eine Blume. Hinter dem Thron ein turm- 
artiger Bau und bergige Landschaft. 

Der italienische Ursprung des schwer zu bestimmenden Bildes ist 
mit Unrecht bezweifelt worden. Manches, wie die oben am Throne 
angebrachten Fruchtgehange, deuten auf die Schule von Padua. Doch 
zeigt die Architektur bramanteske Zlige in der Art lombardischcr 
Bauten; ebenso weisen die vollen, etwas schweren Formen der Madonna 
und des Kindes wie auch die malerische Behandlung (insbesondere 
der Fleischton und das Helldunkel) auf die lombardische Schule hin. 

Pappelholz, h, 1,25, br. 0,67. — Vermutlich zur Sammlung Solly 
gehorig. 

Lombardische Schule um 1500. 

Maria mit dem Kinde. Maria kniet auf blumigem 90 A 
Rasen und legt ihre Hande um das auf einem Kissen stehende 
Kind, das in der Linken einen Stieglitz halt. Hinter Maria 
eine Saulenarkade mit schmalem Vorhang und Durchblick 
auf bergige Landschaft. 

Unter dem Einflusse Lionardo da Vincis vielleicht in Mailand ent- 
standen. 

Pappelholz, oben rund, h. 0,98, br. 0,58. — ■ Erworben 1863. 

Lombardische Schule um 1500. 

Maria mit dem Kind und Engeln. Auf einer Rasen- 1181 
bank sitzend reicht Maria dem Kinde die Brust. Rechts 
und links, auf Felsen sitzend, zwei musizierende Engel. 
Dunkler Grund. 

Pappelholz, h. 1,02, br. 0,66. — Sammlung Solly, 182 1. 

Lombardische Schule vom Beginne des 16. Jahrhunderts. 

Maria mit dem Kind. Hinter einem mit grunem 1424 
Tuche bedeckten Tische steht Maria, in blauem Mantel 
iiber rotem Kleid, andachtig die Hande iibereinander gelegt. 
Vor ihr auf dem Tische das Kind, rechts die hi. Lucia, links 
der hi. Joseph in Verehrung. Hintergrund griiner Vorhang, 

V'erz. d. Gemalde. 1^ 



2 JO Lombardische Schule. Longhi. 

durch zwei Fenster rechts und links Ausblick auf die Land- 
schaft. 

Von diesem dem Namen nach unbekannten Kiinstler (Pseud o- Bo c- 
caccino), der neben lombardischen Anregungen von Solario u. a. audi 
den Einflufl Gio. Bellinis zeigt, komnien mehrfach Gemalde vor, 
z. B. die FuCwaschung Christi von 1500 in der Akadcmie zu Venedig, 
in der Galerie zu Neapel eine Madonna zwischen zwci Stiftcrn und 
das unterNr. 1550 aufgefiihrte Bild unserer Galerie (im Vorrat). 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,57, br. 0,74. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Longhi. Luca Longhi. Schule der Romagna. — Geb. 
zu Ravenna den 14. Januar 1507, f daselbst den 12. August 
1580. Vermutlich Schiiler Niccolo Rondinellis, dann 
wahrscheinlich nach Giacomo Francia (in Bologna?) weiter 
ausgebildet. Spater Nachahmer Parmeggianinos. Tatig zu 
Ravenna. 
117 Thronende Maria mit dem Kind und zwei Heilige. 
Auf hohem Thron in einer musivisch ornamentierten Nische 
sitzend, umfafit Maria mit der Rechten das auf ihrem Schofie 
stehende Kind, das den Segen erteilt, in der Linken halt 
sie ein Buch. Links vor dem Throne der hi. Sebastian, mit 
riickwarts an die Saule gebundenen Handen, zur Rechten 
der hi. Franziskus, Kreuz und Buch in der Linken, die 
Rechte auf die Brust gelegt. Zu beiden Seiten der Nische 
Ausblick in die Landschaft. Unten auf der Stufe ein 
Wappen mit drei Fischen und drei Sternen. 

Bez. rechts unten auf einem Papierblatt undeutlich und zum Teil 
ausgeloscht: 



0C/jimo fecimdo frliiekt 






Longhi. Loo. Lorcnzetti. 



21 I 



(Wahrscheinlich Luchas de Longhjs de R"^ pingebat mill'^ quingen- 
tesimo (?) quadragesimo (?) secundo pridie kl. ottobris (also vollendet 
den 30. Sept. 1542?) — Rechts ein Blatt mit der Inschrift: Virgin! 
Mariae et Sebastiano etc. 

Papi)elh<)Iz, li. 2,52, br. 1,62. — Samnilung Solly, 1821. 

Loo. Jacob van Loo. Hollandische Schule. — Geb. zu 
Sluis 1 61 4, f zu Paris den 26. Nov. 1670. Schiiler seines 
Vaters Jan van Loo. Von 1642 — 1662 tatig zu Amsterdam, 
wo er 1652 das Biirgerrecht erwarb, und Paris (daselbst 
1663 in die Akademie aufgenommen). 

Diana mit ihren Nymphen. Am Waldessaume sitzt 765A 
Diana in blauem Gewand neben einem kleinen Wasser. Vor 
ihr der Kocher und ein paar erlegte Rebhiihner, rechts 
zwei Nymphen, die lebhaft zu ihr sprechen. Links weiter 
zuriick Nymphen am Wasser sich entkleidend. Abendlicht. 

Bez. rechts unten : 







Von dem Meistcr eine Darstellung desselben Gegenstandes in der 
Galerie zu Braunschweig, wahrscheinlich aus spiiterer Zeit. 

Leinwand, h. 1,34, br. 1,67. — Erworben 1872 in St. Petersburg. 

S. auch unter Nr. 750 Keijser?. 

Lorenzetti. Ambruogio Lorcnzetti oder di Lorenzo. 
Schule von Siena. — Wird 1323 als Maler genannt und 
nach 1345 nicht mchr erwahnt. Arbeitete ofter mit seinem 
Bruder Pietro zusammen. Ambruogios beriihmtestes Werk 

14* 



212 



Lorenzetti. 



sind die Fresken im Saale der Neun des Stadthauses zu 
Siena (1338 — 1340). Neben Simone Martini Hauptmeister 
der altsienesischen Schule und von Ghiberti sogar dem 
Simone vorgezogen. 
1094 A Geburt Christi (Teil eines Altars). Ira Stalle, der 
an einen kahlen Fels angebaut ist, sitzen Maria und 
Joseph vor der Krippc des Christkindes, wahrend ein 
Chor von Engeln verehrend iiber der Gruppe schwebt. Von 
rechts nahen zwei anbetende Hirten. Rechts oben bei der 
Hiirde zwei Hirten, die die englische Botschaft empfangen. 
Zu oberst der spitzbogigen Tafel ein Chor von Engehi. Im 
Giebel des alten gotischen Rahmens, von einem Dreipafi 
umschlossen, die Verkiindigung in kleinen ganzen Figuren. 
Tempera. Pappelholz, oVjen im Spitzbogen abschlieflend, b. 0,49, 
br. 0,255. — Erworbon 1896 aus italienischem Kunsthandel als Geschenk. 

Lorenzetti. Schule des Ambruogio Lorenzetti. Schule 
von Siena. 

1094 Der hi. Domini cus. Der Heilige verehrt, in seiner 
Zelle kniend, das links an der Wand erscheinende Kreuz. 
Hinter ihm zwei Engel, in der Tiir eine Frau mit dem Aus- 
drucke des Erstaunens. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,37, br. 0,30. — Erworben 1829 durch 
Rumohr. 

Lorenzetti. Kopie nach Ambruogio Lorenzetti. Schule 
von Siena. 
1097 Aus der Legende einer Heilige n. Die Heilige 
(Helena?) steht links in Begleitung mehrerer Manner am 
Ufer des Meeres, auf dem rechts aus einem grofien Schiffe 
Getreide in ein Boot verladen wird. In einem Boote, das 
sich dem Strande nahert, zwei stehende Manner. 

Freie Kopie nach einem Bild Ambruogio Lorenzettis, einen Vorgang 
aus der Legende des hi. Nikolaus von Bari darsteilend, in der Akademie 
zu Florenz, wahrscheinlich von der Hand eines Sieneser Meisters um 
1420, der Verwandtschaft mit Giovanni di Paolo zeigt. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,25, br. 0,32. — Erworben 1823. 

Lorenzetti. Pietro Lorenzetti (in Urkunden: Petruccio 
di Lorenzo). Zeichnet sich Petrus Laurentii. Schule von 
Siena. — Der altere (?) Bruder Ambruogio Lorenzettis, 
Schiiler Duccios oder doch vornehmlich unter dessen Ein- 



IvOrenzetti. 



213 



flusse, zum Teil auch unter dem Simone Martinis ausge- 
bildet. Urkundlich zuerst 1305 als Meister nachgewiesen. 
Tatig zumeist in Siena bis 1348, zeitweilig in Florenz, Pisa 
und Arezzo. 

Die hi. Humilitas heilt eine kranke Nonne. Im 1077 
Innern einesFrauenklosters heilt Humilitas, nach griechischem 
Ritus segnend, die im Bett sich aufrichtende Nonne, um 
die zwei andere Nonnen beschaftigt sind. In einem Neben- 
gemache der Arzt, ein mit Blut gefulltes Gefafi, das ihm zwei 
Nonnen zeigen, mit der Geberde der Ratlosigkeit betrachtend. 

Dieses und das folgende Bild gehoren zu einem mehrteiligen 
Altare, der jetzt — bis auf die beiden in Berlin befindlichen Stiicke — 
in der Akademie zu Florenz aufbewahrt wird. Dieser Altar, in seineni 
Mittelstucke die hi. Humilitas in ganzer Figur und ringsum in elf 
Abteilungen Vorgange aus ihrem Leben darstellend, mufi zu den 
Werken Pietro Lorenzettis gerechnet werden. Unter dem Mittelbilde 
findet sich die (jedenfalls erneute) Inschrift: A. MCCCXVI. hec sunt 
miracula beate Humilitatis prime abbatisse et fundatricis hujus vene- 
rabilis monasterii et in isto altari est corpus ejus. Der Altar, ur- 
sprianglich gemalt fUr das Nonnenkloster Vallombrosa (unweit Florenz), 
dessen Grlinderin und erste Abtissin die hi. Humilitas war (d. i. Rosana, 
die Gemahlin des Ugolotto de' Caccianemici von Faenza, als Heilige 
S. Umilta genannt, geb. 1226), kam aus dem Kloster S. Servi bei Florenz 
in die Akademie. Uber seine Entstehung berichtet eine Biographic 
der Heiligen vom Jahre 1632: »Stabilirono (nach dem Tode der 
Heiligen, 1310) alzare un altar ad honor suo e in breve tempo fii 
fatto, postavi I'imagine in un quadro ricco e ben ornato dipinta dell' 
i.stessa. (^ual pittura era circondata da 14 altri (juadretti piccoli, nc 
quali si rimiravano I'opere piu signalate che nella sua angelica vita 
fece. Questa stette in detto Altare tutto il tempo che in detto mo- 
nastero dimorarono le Monache; ma hoggidi come preziosa Rcliquia 
vien conservata in S. Salvi devotamente dalle medisime Monache sue 
dilette Figliuole.* Von den erwiihnten 14 quadrctli finden sich jetzt 
nur 13 einschlieClich der Berliner Bilder. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,46, br. 0,56. — .Sammlung .Solly, 182 1. 

Der Tod der lil. Humilitas. Der auf ihrem Bett 1077 A 
aufrecht sitzentlen Heiligen wird von einer Dienerin eine 
Schale iiberbracht. Dieselbe Schale wird im \'orhof von 
einer Nonne mit einem Kimer aus dem Zichbrunnen empor- 
geholt. Goldgrund. 

Gehfirt zu einer Folge mit Nr. 1077 (S. die BemcrkuMg daselljst). 

Tempera. Pappclholz, h. 0,42, br. 0,31. — Krworben 1888 in Berlin. 



214 



Lorenzf). Lotto. 



Lorenzo. Don Lorenzo gen. il Monaco (Kamaldulenser- 
monch im Kloster degli Angeli zu Florenz). Florentinische 
Schule. — Geburts- unci Todesdatum unbekannt. Wahr- 
scheinlich Schiiler Agnolo Gaddis. Tatig um 1390 — 1425 
vornehmlich zu Florenz. Nach Vasari 55Jahrig gestorben. 

1119 Maria mit dem Kind und zwei Heilige. Maria, vor 
einein aufgespannten Teppich thronend, halt das bekleidete 
Kind auf dem SchoiJ. Zu ihren Seiten je zwei anbetende 
Engel. Vorn links Johannes der Taufer, rechts der hi. 
Nikolaus. Goldgrund. 

Datiert auf der Thronstufe: Anno domini MCCC (unvollstandig). 

Aus der frilheren Zeit des Meisters. — Frliher Florentinische Schule 
um 1400 genannt. 

Tempera. Pappelholz, oben im Spitzbogen abschliefiend, h. 0,90, 
br. 0,49. — Sammlung Solly, 1821. 

1123A Maria mit dem Kinde. Maria in ganzer Figur halt 
sitzend mit beiden Handen das bekleidete Kind, das aufrecht 
auf ihremSchofie steht. — Auf derPredelle drei Medallions : in 
der Mitte der tote Christus als Halbfigur im Grabe, links 
Maria, rechts Johannes der Evangelist, beide trauernd. Gold- 
grund. 

Tempera. Pappelholz, mit dem Tabernakelrahmen in einem Stlick, 
oben im Spitzbogen abschliefiend, h. 1,48, br. 0,76. — Erworben 1903 
aus florentinischem Kunsthandel als Geschenk. 

Lorrain. S. Claude. 

Lotto. Lorenzo Lotto. Venetianische Schule. — Geb. 
um 1480 zu Venedig, f zu Loreto zwischen dem 18. Sep- 
tember 1556 und dem i. Juli 1557. Mit Palma Vecchio 
Schiiler Gio. Bellinis. Tiitig vornehmlich zu Bergamo und 
Venedig (15 15 — 1524 und nach 1526); zeitweilig in Rom 
(zwischen 1506 und 151 2), Treviso(i503 — 1506, 1532 und 1545) 
und in den Marken (zwischen 1506 und 151 2 und von 1550 ab). 

153 Bildnis eines Architekten. Mit langem schwarzem 
VoUbarte, von vorn gesehen, den Korper etwas nach rechts 
gewendet. In dunklem Barett, grauem Gewand und schwar- 
zem, lose auf den Schultern liegendem Mantel. In der 
Linken eine Papierrollc, in der Rechten einen Zirkel. 
Braunlicher Grund. 



Lotto. 215 

Bez. auf der Papierrolle ; 



\_,U^ iA«- j* 



e ^ 



Angeblich Portrat des Bildhauers Jacopo Sansovino (i486 — 1570), 
wofiir es schon in der Sammlung Giustiniani gait. AUein die be- 
glaubigten Portriits Sansovinos, ein Gemalde Tintorettos und eine Biiste 
A. Vittorias zeigen andere Ziige. — Aus der mittleren Zeit des Meisters 
(urn 1525). 

Kniefig. Leinwand, li. 1,05, br. 0,82. — Sammlung Giustiniani, 
1815. 

Bildnis eines jungen Mannes. Mit geneigtem Kopf, 182 
halb nach rechts gewendet und auf den Beschauer blickend. 
In schwarzem Barett, schwarzem Warns und Mantel. Hinter- 
grund blaugriiner Vorhang. 

Brustbild etwas unter Lebensgr. I,einwand, h. 0,47, br. 0,38. — 
Sammlung Giustiniani, 181 5. 

Bildnis eines jungen Mannes. Mit kurz geschnitte- 320 
nem Haar und Spitzbart. Halb nach rechts gewendet und 
auf den Beschauer blickend. In schwarzem Barett und 
Warns, Hintergrund roter Vorhang, rechts iiber eine 
Mauer Ausblick auf das Meer. 

Bcz. rechts auf der Steinbrtistung: 



L L0TIA5- pict 



Brustbild etwas unter Lebensgr. Leinwand, h. 0,47, br. 0,375. -~ 
Sammlung Giustiniani, 1815. 

Zwei Altarteile. Der hi. Sebastian. An einen Baum- 323 
stamm gcfesselt, den von einem Pfeil durchbohrten linken 
Arm an einen Ast oberhalb des Kopfes gebunden. Hinter- 
grund felsiges Meeresufer. — Der hi. Christoph. Auf 
seine Keule gestutzt, das Meer durchschreitend, auf der 
Schulter das C'hristkind. Hintergrund Meer. — Beide F"lugel 
werden von gemalten Architekturbogen eingerahmt. 

Bez. auf dem Bilde des Sebastian links unten am Baumstamm: 



2l6 



Lotto. 



iLOf-o 



Auf dem Bilde des Christoph am unteren Ende der Keule: 



LLoto 



ij-:}j 



Zeichnung zur Figur des Sebastian im Berliner Kiipferstichkabinett 
(Sammlung vonBeckerath). — Wahrscheinlich stammen dieBilder aus der 
Kirche S. Sebastiano di Castelplanco bei Jesi, wo der Altar sich bis 
zum Ende des i8. Jabrhunderts befand. 

Leinwand, oben rund, jedes Bild h, 1,39, br. 0,55. — Sammlung 
Solly, 182 1. 

325 . Christi Abschied von seiner Mutter. Christus 
kniet zur Linken, die Arme Uber der Brust gekreuzt, den 
Segen der Mutter erflehend; ihm gegeniiber Maria in Ohn- 
macht sinkend, von Johannes und einer hi. Frau gestiitzt. 
Links hinter Christus Petrus und Judas. Vorn rechts kniet 
die Stifterin mit ihrem Schofihund. Im Hintergrunde der 
Halle Durchblick auf einen Klostergarten. 

Im Vordergrunde des Bildes ein Kirschenzweig, einc Orange und 
ein zusammengefalteter Brief mit der Bezeichnung : 



/I 



[ 



HI-) . 



Die Stifterin Elisabetta Rota ist die Gemahlin Domenico Tassis von 
Bergamo, fUr den das Bild gemalt war (s. F. M. Tassi, Pittori . . . 



Lotto. Luini. 



217 



Bergainaschi). — Eine alte Kopie 1875 beim Kunsthandler Baslini in 
Mailand. — Sammlung Tosi (nach Crowe und Cavalcaselle). 
Leinwand, h. 1,26, br. 0,99. — Sammlung Solly, 1821. 

Lucidel. S. Neufchatel. 

Luini. Bernardino Luini. Mailandische Schule. — Geb. 
zu Luino am Lago Maggiore zwischen 1475 und 1480 als 
Sohn eines Giovanni Lutero, f zwischen August 1531 
und Juli 1532. Schiiler Ambrogio Borgognones, dann 
Nachfolger Lionardos. Tatig in Chiaravalle (15 12, 15 15), 
Legnano (1516), Cesariano (1521), Mailand, zeitweilig von 
1523 — 1533 in Legnano, Saronno (1525), Como und Lugano 
(1529 und 1532), Busto Arsizio. 

Maria mit dem Kinde. Maria halt das leicht ver- 217 
hiillte Kind auf dem Schofie, dafi ihr mit der Linken einen 
Apfel emporreicht. Dunkler Grund. 

Maria Halbfig. in '/i Lebensgr. Pappelholz, h. 0,53, br. 0,42. — 
Konigliche Schlosser, 

Geburt Christi. Maria, kniend, legt das Kind in die 219 
Krippe, vorn links ein Engel, das Stroh in der Krippe zum 
Lager richtend. Hinter Maria zur Rechten steht Joseph. 
Li der Landschaft der Engel mit den Hirten. 

Wohl nur alte Kopie nach dem Original bei Mr. Butler, London. 

Pappelholz, h. 0,47, br. 0,37. — Erworben 1841/42 in Italien. 

Freskencykhis: Der Raub der Europa. 219A— 2191 

An einem bewaldeten Seeufer lagert links am Bodcn 219A 
Europa, zu der auf Amor weisenden Venus emporblickend. 

Fresko auf Leinwand Ubertragen, h. 1,695, br, 1,995. — Aus dem 
Kupfersticbkabinett Uberwiesen. 

Auf einer Wiese steht links Europa, der eine Gespielin 219B 
rechts Blumen in iliren Korb reicht. 

Fresko auf Leinwand Ubertragen, h. 1,07, br. 1,305. — Aus dem 
Kupfersticbkabinett Uberwiesen. 

Im Vordergrunde drei Blumen pfliickende Madchen, in der 219C 
Feme andere Gespielinnen der F.uropa. 

Fresko auf Leinwand Ubertragen, li. 1,16, l)r. 1,235. — '^"^ ^'^^"^ 
Kupfersticbkabinett Ul>erwiesen. 



2fR I.iiini. I-uttichuis. 

219D Blumen pfluckendes Madchen, narh links iin Grase 
kniend. 

Fresko (nicht auf Leinwand tibertragen), h. 0,42, br. 0,345. — ^^^^ 
dem Kupferstichkabinett iiberwiesen. 

Die vier Stiicke (Nr. 2igA — 2i9D) scheinen zu einer Darstellung 
zu gehBren. 

219E Europa, umgeben von vier Gespielinnen, bekranzt den 
stehenden Stier. 

Fresko auf Leinwand iibertragen, h. 1,03, br. 0,925. — Aus dcni 
Kupferstichkabinett Iiberwiesen. 

219F Drei Gefahrtinnen sind Europa behilflich, den im Gras 
lagemden Stier zu besteigen. 

Fresko auf Leinwand iibertragen, h. 1,67, br. 2,01. — Aus deni 
Kupferstichkabinett iiberwiesen. 

219G Europa, auf dem das Wasser durchschwimmenden Stier 
nach rechts getragen und nach links zuriickblickend. 

Fresko auf Leinwand iibertragen, h. 1,15, br. 1,21. — Aus dem 
Kupferstichkabinett iiberwiesen. 

219H Unten ist der Kopf des Stieres (s. Nr. 219G) teilweise 
sichtbar. Auf der Wasserflache dem Stier voranziehend ein 
in das Muschelhorn stofiender Triton. Rechts ein zweiter 
Triton. Dahinter Neptun auf einer von Seepferden ge- 
zogenen Muschel. 

Fresko auf I>einwand iibertragen, h. 1,59, br. 1,09. — Aus dcni 
Kupferstichkabinett iiberwiesen. 
2191 Eine Gefahrtin Europas, auf der Wiese sitzend. Im 
Hintergrund ein Stiick des Wassers, durch das der Stier 
Europa entfiihrt. 

Fresko auf Leinwand iibertragen, h, 1,45, br. 0,89. — Aus dem 
Kupferstichkabinett iiberwiesen. 

Die Stiicke sind Reste eines grofleren Freskencyklus, den Luini 
in der Villa Felucca am Comersee malte. — Aufgestellt in der 
Abteilung der christl. Bildwerke. 

Luttichuis. Simon Luttichuis. Hollandische Schule. — 
Stillebenmaler, getauft zu London den 6. Marz 1610, f zu 
Amsterdam 1662 oder 1663. 

948 E Stilleben. Auf einem von Greifen getragenen Stein- 
tisch ein halbgefiillter Romer, daneben ein umgesturzter 
Zinnkrug, ein irdenes Gefafi mit Erdbeeren, eine Citrone, 



Luttichuis. Machiavelli. Maes. 2 1 Q 

eine Delfter Schale, ein Loffel unci ein Messer mit reich 
verziertem Griffe. Dunkelgrauer Grund. 
Bez. links iiVjer der Citrone (undeutlich): 

Q^. /<r/^'' «.••'••' 

ft ' ^r 4 j7 

Leinwand, h. 0,57, br. 0,50. — Erworben 1894 in London als 
Geschenk des Herrn Geheimrat Dr. VV. Bode. 

Mabuse. S. Gossart. 

Machiavelli. Zanobi (Cenobius) Machiavelli. Floren- 
tinische Schule. — Geb. 1418, f den 7. Marz 1479. Von 
Vasari unter Gozzolis Schiilern aufgezahlt. Sein Stil ist eine 
Mischung von Fra Filippos und Gozzolis Art. 

Der hi. Jakobus. Der Heilige steht in ganzer Figur 94A 
auf grauem Boden in rotem Untergewande, dariiber ge- 
worfenem Fell und rotem, dunkelgriin gefiittertem Mantel. 
In der Rechten halt er ein Buch, in der Linken, gegen die 
Schulter gelehnt, den Pilgerstab. Goldgrund. Im Giebel 
des alten gotischen Tabernakels das Brustbild der Maria 
im Kreisrund. 

Bez. am unteren Rande mit der modem Uberm'alten Inschrift: 
M. CCCCLXin. PINSIT. CENOBIV8. De MACHIAVELLIS. 

Tempera. Pappelholz, oben im Spitzbogen abschlieflend, b. 1,235, 
br. 0,49 (ohne den aufgesetzten .ilten Rahmcngiebel). ■ — Erworben 
188S als Geschenk des Herm Gcheimrats R. v. Kaufmann. 

Maes. Nicolaes Maes. Hollandische Schule. — Geb. zu 
Dortrecht im November 1632, begraben zu Amsterdam den 
24. Dezember 1693. Srlniler Rembrandts zu Amsterdam (um 
1648 — 1652); in seiner spiitcren Zeit, nach einem kurzen 
Aufenthalt in Antwerpen (zwischen 1662 -1665?), unter der 
Einwirkung der vlamischen Malerei. I'atig zu Dortrecht 
(seit 1652/53) und Amsterdam (seit 1673). 



220 Maes. Malm. Mailandische Schule. Mainardi. 

819C Alte Frau beim Apfelschalen. In einem Lehnstuhl, 
der erhoht auf einer Stufe am Fenster steht, sitzt eine alte 
Frau und schalt Apfel. Rechts neben ihr steht ein Spinn- 
rad. In einer Wandnische steht ein Krug und ein Becken. 

Aus der von Rembrandt bccinflufiten Friihzeit des Meistcrs. 

l>einwand, h. 0,55, br. 0,50. — Erworben 1899 aus der Sammlung 
des Lord Francis Pelham Clinton Hope. 

Mahu. Cornelis Mahu. Vlamische Schule. — Still- 
lebenmaler, geb. 161 3 zu Antwerpen, daselbst 1638/39 als 
Meister in die Gilde aufgenommen, f daselbst den 15. No- 
vember 1689. Tatig zu Antwerpen. 

944 A Mahu? Stilleben. Auf einer braunen Tischplatte ein 
rechts etwas zur Seite geschobenes griines Tuch. In der 
Mitte ein zerschnittener Hering auf einem Zinnteller, rechts 
zwei Citronen, einige Kirschen und eine gliihende Ziind- 
schnur. Links, weiter zuriick, eine Tabakspfeife, ein hohes 
Weinglas und ein halb mit Bier gefiilltes Glas. 

Eichenholz, h. 0,405, br. 0,54. — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 

Mailandische Schule um 1600. 

207A Das Schweifituch der Veronika. Auf einem iiber 
dunklem Grund aufgehangten Tuche das dornengekronte 
Antlitz Christi. 

Aus einem Kloster in der Nahe von Mailand stammend; ehemals 
von Fricdrich Wilhelm III. (unter deni Namen »Corrcggio«) in seiner 
Hauskapelle aufgestellt. 

.Seide, auf Leinwand iibertragen, h. 0,43, br. 0,56. — Konigliche 
Schliisser. 

Mainardi. Bastiano (Sebastiano di Bartolo) Mainardi. 

Florentinische Schule. — Geb. zu San Gimignano, deshalbvon 
Vasari Bastiano da San Gimignano genannt; tatig seit 1482, 
f im September 15 13, wahrscheinlich in Florenz. Schiiler 
und Gehilfe seines Schwagers Domenico Ghirlandaio. Tatig 
vornehmlich zu Florenz und San Gimignano, zeitweilig in 
Pisa und Siena. 

68 T h r o n e n d e Maria mit d e m Kind und zwei H e i 1 i g e 
Maria in einer Nische thronend, halt das segnende Kind 
nach rechts auf dem Schofie. Links steht der hi. P'ranziskus, 



Mainardi. 221 

in der Linken ein Buch, in der Rechten das Kreuz haltend, 
rechts ein jugendlicher Bischof mit Buch und Krummstab. 

Nach dem Entwurfe Domcnico Ghirlandaios und wohl noch in 
dessen VVerkstatt ausgefiihrt. 

Tempera. Pappelholz, li. 2,02, br. 1,51. — Sammlung Solly, 1821. 

Maria mit dem Kinde. Maria liest stehend in einem 77 
Buche, mit der Linken das Kind liebkosend, das rechts 
auf einem reich ornamentierten Postamente sitzt. Hinter- 
grund bergige, von einem Flusse durchzogene Landschaft 
mit einer Stadt. 

Eine Wiederholung dieser Madonna bis zu den Knien bei Oberst 
V. Hey] in Darmstadt. 

Tempera. Pappelholz, oben nmd, h. 0,83, br. 0,46. — Sammlung 
Solly, 1 82 1. 

Bildnis einer jungen Frau. Im Profil nach links, 83 
das hellblonde Haar zum Teil von einem rot verschniirten 
Haubchen bedeckt, in weifiem Brusttuch und Halsgeschmeide. 
Links zwischen den Saulen der Loggia Ausblick in die 
Landschaft. Rechts in einem offenen Wandschrank eine 
Flasche, ein Gebetbuch und Schmuck. 

Gegenstuck zu Nr. 86. — Von der Dargestellten gibt es noch 
zwei Bildnisse von derselben Hand, mit anderen mannlichen Gegen- 
stUcken, das eine Paar bei William Drury Lowe (Royal Academy, 
1893), das andere bei Marchesa Arconati Visconti in Paris. 

Brusthild. Tempera. Pappelholz, h. 0,43, br. 0,33. — Erworben 
1829 durch Rumohr. 

Bildnis eines Kardinals. Fast ganz im Profil nach 85 
rechts. In dunkelrotem Unter-, hellrotem Oberklcid und 
violetter Mutze. Blauer Grund. 

Brustbild. Tempera. Pappelholz, h. 0,54, br. 0,42. — Erworben 
1829 durch Rumohr. 

Bildnis eines jungen Mannes. Bartlos, mit langem 86 
blondem Haar. Nach rechts gewendet und ebendaliin 
blickend. In roter Miitze, schwarzem Unter- und rotem 
Oberkleid. Hintergrund bergige Landschaft mit Ortschaften 
an einem Flusse. 

Gegenstuck von Nr. 83. 

Krustbild. Tempera, Pappelholz, h. 0,43, br. 0,33. — Erworben 
1829 durch Rumohr. 



222 Maineri. Manteg^a. 

Maineri. Gian Francesco Maineri. Schule von Ferrara. 
— Geb. zu Parma um die Mitte des 15. Jahrhunderts. 
Gebildet iinter dem Kinfluss Ercole do 'Robertis und viel- 
leicht dessen Schiiler. Tatig wahrscheinlich zu Ferrara. 

1632 Die heilige Familie. Maria, nach links gewendet, hebt 
den Schleier von dein auf eineni Kissen liegenden Kinde, 
das, eine Glaskugel in den Handen, sich zu ihr umwendet. 
Ober Maria schwebt die Taube des hi. Geistes. Links weiter 
zuriick Joseph. Hintergrund Renaissancearchitektur mit 
einer Nische, zu deren Seiten die Statuen von Adam und 
Eva und in der ein Altar mit dem Phoenix steht. 

Der Meister hat diese Koniposition mehrfach gemalt. Eine 
der VViederhoIungen in grbOeren Verhaltnissen, bez. : lo. Kranciscus 
Maynerius parmensis faciebat, bei Sir Julius Wernher in London. 

Pappelholz, h. 0,34, br. 0,24. — Erworben 1903 aus italienischem 
Kunsthandel. — Eigentum des Kaiser Friedrich-Museiims- 
Ve reins. 

Mansueti. S. unter Giovanni Bellini. 

Mantegna. Andrea Mantegna. Schule von Padua. — 
Maler und Kupferstecher, geb. in Vicenza 1431, f zu Mantua 
den 13. September 1506. Schuler und Adoptivsohn Fran- 
cesco Squarciones zu Padua (schon 1441 und als solcher 
in die Malergilde zu Padua eingeschrieben), ausgebildet 
daselbst durch den EinfluB der Werke Donatellos und seines 
Schwiegervaters Jacopo Bellini, sowie durch das Studium 
der Antike. Tatig vornehmlich zu Padua und Mantua (seit 
1460), kurze Zeit in Verona (1463), Florenz (1466) und Rom 
/1488 — 1490). 

9 Bildnis des Kardinals Lodovico Mezzarota 
(geb. zu Padua um 1402, f zu Rom 1465). Bartlos, mit 
grauem Haar, etwas nach links gewendet. In feingefalteltem 
Chorhemd iiber dem roten Mefigewand und rotseidenem 
Uberwurfe. Dunkelgriiner Grund. 

Gemalt etwa zwischen 1458 und 1460. Vgl. die Medaille des 
Dargestellten. Eine freie Kopie des Bildes, friiher in der .Sammlung 
Davenport Bromley zu London, trug auf der Ruckseite auBer dem 
Wappen des Kardinals seinen Namen und die Titel seiner samtlichen 
WUrden. Auch bemerkt Jac. Phil. Tomasinus in seinen Elogia virorum 
illustrium von 1645, dafl Mantegna das Bildnis des Kardinals gemalt habe. 



Mantegna. 223 

Brustbild. Tempera. Pappelholz, h. 0,44, br. 0,33. — Erworben 
1830 durch Tausch von Solly. 

Maria mit dem Kinde. Maria halt mit der Linken 27 
das vor ihr auf der Briistung sitzende Kind. Hinter ihrem 
Kopf ein Fruchtgehange. Griiner Grand. — Ring.sum auf 
dem gemalten Rahmen, zwischen Gruppen von Cherubim, 
elf Engel (in kleinerem MaBstab) mit den Leidenswerkzeugen. 
Zwischen den beiden Engel n unten ein Wappen (wahnschein- 
lich dasjenige der Familie Bevilacqua von Verona). Blauer 
Grund. 

Die Autorschaft Mantegnas ist mit Unrecht bestriUen worden. Das 
Bild ist wahrscheinlich ein Jugendwerk des Meisters, wofur auch das 
Wappen — anscheinend dasjenige der Veroneser Kamilie Bevilacqua — 
spricht. Eine etwas veriinderte Wiederholung, ohne die gemalte Um- 
rahmimg, stark beschadigt, ebenfalls unter dem Namen Mantegna, bei 
Ch. Butler in London (ehemals bei Dr. Fusaro in Padua). 

Maria Halbfig. in 3,4 Lebensgr. Tempera. Pappelholz, h. 0,79, 
br. 0,67 (mit dem gemalten Rahmen). — Sammlung Solly, 1821. 

Darstellung Christi im Tempel. Maria reicht das 29 
gewickelte Kind dem zur Rechten stehenden Simeon dar. 
Zwischen beiden, etwas weiter zuriick, Joseph, links die 
Prophetin Hanna. Rechts ist der Kopf eines jungen Mannes 
sichtbar. Gemalte Steinumrahmung. Schwarzer Grund. 

Aus der frliheren Zeit des Meisters (um 1455). Eine alte Kopie 
auf Holz in der Sammlung Querini-Stampaglia zu Venedig, jedoch 
mit zwei Figuren mehr. Das Berliner Bild ist, wie dies oft bei 
Mantegna vorkommt, auf feiner ungrundierter Leinwand (renzo) mit 
Leimfarben gemalt. Ein Bild dieses Gegenstandes sah der Anonjmus 
Morellianus im Anfange des 16. Jahrhunderts in Padua bei Pietro 
Bembo. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Leimfarbe. Leinwand, h. 0,68, 
br. 0,86. — Sammlung Solly, 1821. 

Maria mit dem Kinde. Maria, nach links gewendet, S. 5 
driickt das gewickelte, schlafende Kind mit beiden Handen 
an sich. Schwarzer Grund. 

Friihes Wcrk des Meisters im AnschluB an Donatellos Madonnen- 
kompositionen. — S-ammlung des Conte della Porta in V'iccnza. 

Brustbild etwas unter Lebensgr, Leimfarbe. Leinwand, h. 0,42, 
br. 0,32. — Erworben aus englischem Kunsthandel. — .Sammlung 
James Simon. \'gl. Katalog dieser Sammlung. 



224 



Maratta. Marinus. Marmion. 



Maratta. Carlo Maratta (Maratti). Romische Schule. 
— Maler und Radierer, geb. zu Camerano in der Mark 
Ancona den 13. Mai 1625, f zu Rom den 15. Dezem- 
ber 1 7 13. Schiller Andrea Sacchis zu Rom, durch das 
Studium Raphaels, der Carracci und Guido Renis weiter 
ausgebildet. Tatig zu Rom. 

426A Hildnis eines jungen Mannes. Mit langem, dunkel- 
braunem Haar. Etwas nach rechts gewendet und ebendahin 
blickend. In schwarzer Kleidung mit reichem Spitzenkragen. 
Rotbrauner Grund. 

Bez. auf der ROckseite: AETATIS SUAE XXIV ET III MENS. 
IN ROMA 1663. C. M. F. — Alte Kopie bei Herm \V. Gumprecht in 
Berlin. — Sammlung Merlo, Koln 1868. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,63, br. 0,52. — Sammlung Suermondt, 
•874. 

Marches!. S. Cotignola. 

Marinus. Marinus van Reymerswaele (Roymerswale) 
auch Marinus van Zeeuw gen. Niederlandische Schule. — 
Aus Zeeland stammend, Schiiler und Nachfolger des Quinten 
Massys. Nach den Daten auf seinen Bildern tatig von 
1521 — 1558. 

574B Der hi. Hieronymus in der Zelle. In Kardinals- 
tracht, am Schreibtische sitzend, den roten Hut auf dem 
Riicken, blickt der Heilige auf den vor ihm liegenden Toten- 
kopf, iiber den er die Rechte halt, und stiitzt das kahle Haupt 
mit langem, weifiem Bart in die Linke. Auf dem Tische 
rechts ein Kruzifix, davor ein Lesepult, darauf ein offenes 
Buch mit einer Miniatur des jiingsten Gerichts. Grund 
holzgetafeltes Zimmer. 

Friiher »Massys?« genannt. — Die Komposition ist angeregt durch 
Diirers 1521 in Antwerpen entstandenen hi. Hieronymus. 

Halbfig. Eichenholz, h. 0,94, br. 0,91. — Sammlung Suermondt, 
1874. 

Marmion. Simon Marmion. Franzosische Schule. — 
Buch- und Tafelmaler, geboren zu Amiens, Geburts- und 
Todesjahr unbekannt. Tatig nach der Mitte des 15. Jahr- 
hunderts, 1454 in Lille nachweisbar, seit 1458 in Valenciennes. 
Ausgebildet unter niederlandischem Einflufi. 



Marmion, 225 

Die Fliigel des Altars von St. Omer: Das Leben 1645-1645A 
des Benediktiners St. Bertin. 

Linker Fliigel. Vorderseite. Fiinf durch gemalte 1645 
Architektur geschiedene Darstellungen: i. Der 
kniende Donator Guillaume Filastre, Bischof von Toul, Abt 
von St. Bertin, mit einem Kaplan. Ein iiber ihm schwe- 
bender Engel halt das Wappenschild. — 2. Die Geburt des 
Heiligen. — 3. Seine Einkleidung im Kloster Luxeuil, in 
derVorhalle der Kirche mit derReliefdarstellung des jiingsten 
Gerichts im Tympanon iiber dem offenen Portal. In der 
hellerleuchteten Kirche kniet der Heilige betend unter dem 
Lettner. — 4. Aufnahme des Heiligen auf der Pilgerschaft 
in der Diozese Therouane. — 5. Stiftung und Bau des neuen 
Klosters. — Riickseite: In gemalten Nischen (grau in grau): 
Marcus und Micheas; Johannes und Salomon; der Engel 
Gabriel. 

Eichenholz, 0,56, br. 1,47. — Erworben 1905 aus dem Besitz 
I. kgl. H. der Fiirstin zu Wied. 

Rechter Fliigel. Vorderseite. Fiinf durch ge- 1645A 
malte Architektur geschiedene Darstellungen: 6. 
Im Vordergrund die Wundertat des Heiligen, der Wasser 
und Wein in einem Fasse scheidet, in der Landschaft des 
Hintergrundes der Sturz des Kavaliers auf der Jagd. — 7. Der 
Eintritt des Bekehrten ins Kloster. — 8. Predigt vor einem 
Kreuzgang, den Totentanzfresken zieren. — 9. Unterredung 
mit dem Bischof und Versuchung durch eine Frauengestalt 
mit KrallenfuB. — 10. Der Heilige auf dem Sterbebett. — 
Riickseite: In gemalten Nischen (grau in grau): Maria, 
die Verkiindigung empfangend; David und Matthaeus; Isaias 
und Lucas. 

Die Tafeln bildeten ursprUnglich mit den kleinen Aufsiitzen 
(Nr. 1302 und 1303 der Londoner National Gallery) die Fliigel cines 
Altarschreines in der Abtei zu Saint Omer, der mit Bildwerk in Silber 
gefUUt war. Das gesamte Werk gelangte als Stiftung des Guillaume 
Filastre, des Abts von St. Bertin in St. Omer und Bischofs von Toul, 
1459 in die Klosterkirche und blicb bis 1792 dort vereinigt erhalten. 
Das Datum der V'ollendung Uberlieferte Dom Dewitte. Nach Dchaisne • 
(Simon Marmion) begann die AusfUbrung des Altars schon 1453. Dom 
Dewitte berichtet ferner aus alten Klosterliberlicferungen, daG diese 
hervorragende Kunstschopfung in Valenciennes cntstand. Hans Stcclin 

Verz. d. Gemaldc. 1 c 



226 



Marmion. Marziale. 



aus K6ln war dort ein weit berUhmter Goldschmied, und 1458 hatte 
sich Simon Marmion aus Amiens in Valenciennes niedergelassen, den 
Lodovico Guicciardini als 'grandissimo maestro nel miniare' rlihmt, und 
den Jean Lemaire in La Couronne margueritique 'prince d'enluminure' 
nennt. Auf Grund dieser Anhaltspunkte hat Dehaisne die Vermutimg 
begriindet, dafl Simon Marmion der Maler der Altarflugel sei, eine 
Vermutung, die noch besser gestiitzt wurde durch die Beobachtung, 
daB der Stil der Altartafein von St. Omer in Buclimalereien nach- 
weisbar ist, in den Grandes Chroniques de Saint-Denys, die ebenfalls 
im Auftrage des Guillaume Filastre fiir den Herzog Philipp den Guten 
von Burgund entstanden (jetzt in der Kaiserlichen Bibliothek zu St. Peters- 
burg). Wir wissen aus Rechnungen, dafi Simon Marmion 1467 — 70 
Buchmalereien fiir den Herzog ausfUhrte. — Die Tafeln gelangten in 
der ersten Halfte des 19. Jahrhunderts in den Besitz Konig Wilhelms II. 
von Holland, in dessen Versteigerung 1850 sie vorkommen. Die konig- 
liche Familie zog sie aber zuriick, und sie gelangten durch Erbgang 
in den Besitz I. kgl. H. der Furstin zu Wied. 

Eichenholz, h. 0,56, br. 1,47. — Erworben 1905 aus dem Besitz 
I. kgl. H. der Fiirstin zu Wied. 

Marziale. Marco Marziale. Venetianische Schule. — 
Geb. zu Venedig. Tatig daselbst nach urkundlicher Nach- 
richt seit 1492 und nach dem Datum auf unserem Bilde 
bis 1507. Vermutlich Schiller Vittore Carpaccios; anschei- 
nend von Diirer beeinflufit. Tatig zu Venedig (1493 Mit- 
glied der Scuola grande di S. Marco), einige Zeit zu 
Cremona (seit etwa 1500 bis 1507). 

Christus in Emaus. Unter einer Weinlaube sitzt 
Christus in der Mitte hinter dem Tische, das Brot brechend, 
zu beiden Seiten die Jiinger; alle im Pilgeranzug. Zur Linken 
neben Christus ein Knabe (anscheinend der Sohn des Stifters), 
zur Rechten der Stifter. In der Landschaft links Christus mit 
den beiden Jiingern auf dem Wege nach Emaus. 

Bez. unten rechts auf einem Blattchen: 



VEMETVi ,^ S 



•MX). 



vrt. 



Marziale. Masaccio. 



227 



Eine ahnliche Darstellung des Mcisters, bez. und dat. 1 506, in der 
Akademie zu Venedig. 

Pappelholz, h. 1,19, br. 1,43. — Sammlung Solly, 1821. 

Christus in Emaus. Christus sitzt in der Mitte hinter S. 6 
dem Tische, das Brot brechend. Zu den Seiten des Tisches 
die beiden Jiinger und zwei Begleiter. Hintergrund die mit 
einem griinen Vorhange bedeckte Wand des Gemaches. 

Pappelholz, h. 0,43, br. 0,55. — Erworben aus dem Londoner 
Kunsthandel. — Sammlung James Simon. Vgl. Katalag dieser 
Sammlung. 

Masaccio. Tommaso di Ser Giovanni di Simone Guidi, 
gen. Masaccio. Florentinische Schule. — Geb. in Castello 
S. Giovanni im Arnotal den 21. Dezember 1401, f zu Rom 
1428 (wahrscheinlich gegen Ende des Jahres). Angeblich 
Schiller Masolinos. Tatig vornehmlich zu Florenz (142 1, 
1422, 1424 und 1427 urkundlich erwahnt), einige Zeit in 
Pisa (1426) und Rom. 

Anbetung der Konige. Vor der Hiitte zur Linken 58A 
sitzt Maria, das Kind auf dem Schofi haltend, dahinter 
steht Joseph. Vor dem Kinde kniet der alteste Konig, 
weiter rechts die beiden anderen Konige in Verehrung, 
drei Begleiter und zwei portratartige Figuren (Stifter?). 
ZuaulJerst rechts das Gefolge der Konige mit den Pferden. 
Hintergrund bergige Landschaft. 

S. die Bemerkung zu Nr. 58 B. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,21, br. 0,61. — Erworben 1880 aus 
der Sammlung des Marchese Gino Capponi zu Florenz. 

Tafel mit zwei Darstellungen neben einander. 58B 
Links: Martyrium des hi. Petrus. Der Apostel wird, 
den Kopf nach unten, von zwei Knechten an das Kreuz 
genagelt. Zur Linken und zur Rechten weiter zuriick Gruppen 
von Kriegsknechten. — Rechts: Martyrium Johannis des 
Taufers. Neben dem knienden Taufer steht zur Linken 
der Henker, zum Schlag ausholend, weiter links der Richter. 
Rechts packt ein Kriegsknecht den Taufer an den Haaren; 
hinter beiden zwei Soldaten mit groBen Schildcn. — Im 
Grunde beider Darstellungen Gebaude und felsige Land- 
schaft. 

15' 



228 Masaccio. 

Gehort mit dem vorigen Bilde zu der Predella eines von Vasari 
crwahnten Altanverkes, das Masaccio 1426 ira Auftrage des Giuliano 
di Colino degli Scarsi, Notaro di S. Giusto, fiir die Kirche del 
Carmine zu Pisa malte. S. auch Nr. 58D. Das Hauptbild stellto Maria 
mit dem Kinde zwischen den hhl. Petrus, Johannes d. T., Julianus 
und Nikolaus dar. Die Bekronung der Mitte bildete die Darstellung 
des Gekreuzigten mit Maria, Johannes und Magdalena (Neapel, Museum), 
die der Seiten Paulus (Pisa, Museum) und Andreas (Graf Lanckoronski, 
Wicn). Die Predella enthielt nach Vasari funf Darstellungen in drei 
Tafeln, in der Mitte die Anbetung der Konige, einerseits die Martyrien 
des Petrus und des Johannes, andererseits die Martyrien des Julianus 
und des Nikolaus. Die Pilaster des Rahmenwerkes schmiickten Einzel- 
figuren von Heiligen (vgl. Nr. 58 D). Die Martyrien des Julianus und 
des Johannes sowie das Hauptbild sind nicht nachweisbar. Das ganze 
Altarwerkwar schon um 1750 aus der Kirche verschwunden. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,21, br. 0,61. — Erw^orben 1880 aus 
der Sammlung des Marchese Gino Capponi zu Florenz. 

58 C DieWochenstubeeinervornehmenFlorentinerin. 
In einem Gemache zur Rechten die Wochnerin auf ihrem 
Lager, umgeben von mehreren Dienerinnen, von denen 
eine, vor dem Bette sitzend, das neugeborene Kind auf dem 
Schofi halt. Zur Linken ein Arkadenhof im Stile der Friih- 
renaissance, durch dessen Saulengang mehrere Frauen zurn 
Besuche der Wochnerin herbeikommen. Im Seitengange links 
schreiten zwei jugendliche Herolde heran, der vordere eine 
Tuba blasend, an der das Banner mit dem florentinischen 
Stadtwappen hangt, ihnen folgen zwei Jiinglinge, Geschenke 
tragend. — Auf der Ruckseite ein nacktes Kind, mit einem 
Hunde spielend. 

Das Bild ist ein »Desco da parto«, deren mehrere im Inventare 
der mediceischen Kunstschatze — darunter auch einer von Masaccio 
— erwahnt werden, bemalte runde Platten, auf denen den Wochnerinnen 
Geschenke uberbracht und Speisen dargereicht wurden. Unsere Dar- 
stellung zeigt den innigsten Bezug zum Zwecke der Tafel. Ein Jiing- 
ling auf unserem Bilde tragt einen desco da parto. 

Pappelholz, rund, Durchmesser (mit dem zugehbrigen Rahmen) 
0,56. — Erworben 1S83 in Florenz. 

58D Vier Heilige. Ein Heiliger. Stehend, nach rechts 
gewendet, in weifier Ordenstracht. In der Rechten ein 
rotgebundenes Buch haltend, mit der Linken das Gewand 
zusammenraffend. — Ein hi. Bischof. Stehend, nach rechts 



Masaccio. Massys. 220 

gewendet unci in einem Buche lesend. — Der hi. Hierony- 
mus. Stehend, nach halbrechts gewendet und in einem 
Buche lesend, das rechts auf einem Pulte liegt. — Ein 
Heiliger. In weifier Ordenstracht, stehend, nach links ge- 
wendet und auf den Beschauer blickend. In der Linken ein 
Buch haltend. — Goldgrund. 

Die 4 Tafeln gehoren wie Nr. 58 A und 58 B zu dera von Masaccio 
fiir die Kirche del Carmine in Pisa 1426 gemalten Altarwerk und 
schmilckten wahrscheinlich die Pilaster des Rahmenwerkes. — Charles 
Butler, London. 

Pappelholz, jede Tafel h. 0,38, br. 0,125. — Erworben 1905 aus 
dam englischen Kunsthandel. — Eigentum des Kaiser Friedrich- 
M u s e u m s - Ve r e i n s. 

Massys. Cornelis Massys (auch Matsys oder Metsys). 
Niederlandische Schule. — Maler und Kupferstecher, geb. 
um 15 12 zu Antwerpen, daselbst 1531 als Meister in die 
Glide aufgenommen und 1580 noch am Leben. Schiiler 
seines Vaters Quinten. Tatig zu Antwerpen. 

Landschaft. Im Vordergrund eine Dorfstrafie mit 675 
einer Briicke, die zur Linken iiber einen Bach fuhrt. Vorn 
rechts auf der Strafie ein einspanniger, gedeckter Karren, 
aus dem hinten drei Frauen heimlich aussteigen, wahrend 
vorn eine vierte den Fuhrmann liebkost. Links weiter 
zuriick verschiedene Figuren. Vorn links am Wasser trankt 
ein Kutscher seine Pferde. In der Feme blaue Berge. 

' 5 4 i 
Bez. rechts unten: -_^— • 

Eichenholz, h. 0,27, br. 0,38. — Sammlung Solly, 1821. 

Massys. Quinten (Quentin) Massys. In den Urkunden 
und in Bezeichnungen seiner Bilder auch Matsys und Metsys. 
Niederlandische Schule. — Geb. 1466 zu Lowen, f zwischen 
dem 13. Juli und 16. September 1530 zu Antwerpen. Tatig 
zu Lowen und vornehmlich zu Antwerpen (149 1 als Meister 
in die Gilde aufgenommen). 

Thronende Mari a mit dem Kinde. Maria, auf einem 561 
reich verzierten Steinthrone sitzend, halt das Kind mit beiden 
Handen und kuBt es auf den Mund. Links vorn ein kleiner 
Tisch, auf dem Friichte und Backwerk liegen. Hinter dem 



230 Massys. 

Thronbau ein Garten mit einem gotischen Brunnen zur 
Rechten. Weiter zuriick eine Stadt und Hiigelland. 

Eine Schulkopie mit Veranderungen (KniestUck auf schwarzem 
Grund) in der Kirche S. Jacques zu Antwerpen, eine veranderte Wieder- 
holung im Escorial. 

Eichenholz, oben geschweift, h. 1,35, br. 0,90. — Erworben 1823. 

574C Die klagende hi. Magdalena (?) Weinend hebt die 
jugendliche Frau, abwarts blickend, die gerungenen Hande 
empor. Im Grunde griine Landschaft ohne Horizont. 

Aus der reifen Zeit des Meisters. — Offenbar Ausschnitt aus einer 
groOen Darstellung der Beweinung Christi. — Friiher bei Rev. Heath 
(Enfield), vgl. VVaagen, galleries ... in Great Britain S.314. — Sammlung 
Warneck, Paris. 

Brustbild, etwas unter Lebensgr. Eichenholz, h. 0,33, br. 0,24. — 
Erworben 1896 durch Tausch. 

Massys. Nachfolger des Quinten Massys. Niederlan- 
dische Schule. 

569 A Anbetung der Konige. Rechts sitzt Maria, das Kind 
nach links vor sich haltend. Vor ihr kniet der alteste Konig, 
dafi Kind verehrend, weiter links der mittlere Konig, ein 
Prachtgefafi haltend. Hinter dem alten steht der Mohren- 
konig, in der Linken ein Gefafi, weiter zuriick die Begleiter. 
Im Grund eine romanische Ruine mit Marmorsaulen, links 
landschaftliche Feme. 

Eichenholz, h. 1,24, br. 0,92. — Erworben 1846. ^ 

574 Bildnis eines jiingeren Mannes. Etwas nach rechts 
gewendet. In schwarzem Barett, rotem Wamms und schwarzer 
Schaube mit Pelzkragen. Die Hande iibereinander gelegt, 
in der Rechten einen Brief, die Linke im Handschuh. Gruner 
Grund. 

Bez. im Grunde links: Annum Agens 20. — Gemalt um 1525. 

Brustbild in ^3 Lebensgr. Eichenholz, oben rund, h. 0,51, br. 0,37. 
— Sammlung Solly, 1821. 

574D Die hi. Magdalena. " Stehend, von vorn gesehen, in 
reicher Kleidung, mit weiten Armeln, eine griine Scharpe 
um die Hiiften geschlungen, mit Pelzbesatz an dem dreieckigen 
Brustausschnitt, auf dem Kopf eine Kappe, die mit Goldstickerei 
und Schmuck geziert ist. Die Heilige hat mit der Rechten 



Massys. Matteo. Mazzola. 23 1 

den Deckel von dem reich verzierten Salbgefafi gehoben, 
das sie in der Linken halt. Hintergrund felsige Landschaft. 

Das Bild riihrt von einem auch sonst nachweisbaren Nachfolger 
des Quinten Massys her. Die Gestalt der Heiligen kommt wenig ver- 
andert vor in einer Beweinung Christi bei Frau Vimich in Bonn. — 
Alte Kopie (die Heilige bis zu den Hiiften) in der Sammlung Konig 
Karls I. zu Bukarest. 

Kniefig. etwas unter Lebensgr. Eichenholz, h. 0,80, br. 0,57. 
— Erworben 1897 aus der Sammlung des Marchese Mansi in Lucca. — 
Eigentum des Kaiser Friedrich-Museums- Vereins. 

Matteo. Matteo di Giovanni (di Bartolo), gen. Matteo 
da Siena. Schule von Siena. — Geb. um 1435 (in Borgo 
S. Sepolcroi"), zuerst 1453 in Siena urkundlich erwahnt, 
f daselbst im Juni 1495. Tatig zu Siena. 

Matteo di Giovanni? Maria mit dem Kind und zwei 1127 
Heilige. Maria halt das mit einer Korallenschnur spielende 
Kind auf dem Schofie. Zur Linken der hi. Hieronymus, 
zur Rechten der hi. Franziskus, hinter ihnen je ein ver- 
ehrender Engel. Hintergrund dunkelblauer Himmel. 

Das Bild ist fiir den Meister selbst zu gering und wohl nur eine 
Arbeit seiner Werkstatt. Von Crowe und Cavalcaselle vermutungs- 
weise dem Guidoccio Cozzarelli (tatig zu Siena um 1480 bis 1495 
unter dem Einflusse des Matteo da Siena) zugeschrieben. 

Maria Halbfig. in '^1^ Lebensgr. Tempera. Pappelholz, h. 0,58, 
br. 0,42. — Sammlung Solly, 1821. 

Mazzola. Filippo Mazzola (Mazzuola) zeichnet sich 
Philippus (Filipus) Mazola oder Mazolus Parmensis. Schule 
von Parma. — Geb. zu Parma, f 1505. Tatig zu Parma und 
einige Zeit in Venedig. 

Maria mit Kind und zwei Heilige. Auf hohem 1109 
Throne sitzt unter einem Baldachin, dessen Vorhang von 
zwei Engein gehalten wird, Maria mit dem segnenden Kind 
auf dem Schofie. Links knien anbetend die hi. Katharina, 
rechts die hi. Clara mit ihren Attributen. Auf dem Thron- 
sockel Reliefmedaillons, auf der Stufe ein Stieglitz und 
Kirschen. 

Bez. unten auf der zweiten Stufe des Sockels: 



232 



Mazzola. Mazzolini. 



X 



D 

PHIUPVS* 

*7V\AZ0LA^ PAP^ 

xP> 



Die Zahl ist 1502 zu lesen. 

Pappelholz, h. 2,40, br. 1,14. — Sammlung Solly, 1821. 

1455 Maria mit dem Kinde. Maria sitzt vor einer Briistung 
auf einer Steinbank, das nackte Kind auf dem Schofie, dem 
sie mit der Rechten ein Buch vorhalt. In tiefrotem Kleid 
und griinem Mantel. Rechts hinter der Briistung, auf der 
ein Apfel liegt, ein dunkelgriiner Vorhang, links Ausblick 
auf Landschaft mit einem Stadtchen. 

Bez. : Regina Celi Letare Alleluya. F. M. P. [Francesco Mazzola 
Pinxit?] Die Umschrift ist vielleicht anders zu deuten; die Autorschaft 
Mazzolas stelit nicht fest. 

Kniefig. in '/i Lebensgr. Pappelholz, h. 0,64, br. 0,47. — Samm- 
lung Solly, 1 82 1. 

Mazzolini. Lodovico Mazzolini. Schule von Ferrara. — 
Geb. vermutlich um 1478 zu Ferrara, f daselbst gegen 
Ende 1528. Schiiler Lorenzo Costas, anscheinend unter dem 



Marzolini. 233 

Einflufi Ercole de' Robertis ausgebildet. Tatig vornehmlich 
zu Ferrara. 

Christus im Tempel lehrend. Der zwolfjahrige Chri- 266 
stus, in weifiem Gewande, nach links gewendet, spricht von 
einer thronartigen Erhohung herab zu den auf den Stufen vor 
ihm sitzenden Pharisaern und Schriftgelehrten. Rechts hinten 
kommen Maria und Joseph herzu. Im Hintergriind eine 
von weifien Marmorsaulen getragene und mit Reliefs ge- 
schmiickte Estrade, von der mehrere Manner zuschauen. 

Bez. links unten auf einer Stufe: 

M DXXIIII ZEMARj— ") 

LVDOVIGVS 
MAZOL I • 

NVS 
FERRARI EMSIS 

Von V'.isari als Hauptwerk des Meisters erwsihnt. Die Altartafel 
wurdc von Francesco Caprara fur eine Kapelle in S. Francesco zu 
Bologna f:;estiftet und hatte als oberen Abschlufi eine LUnette mit Gott- 
Vater und eine Predella mit der Geburt Christi (die Llinette und ein 
Teil der Predella in der Pinakothek zu Bologna). — Das Bild wurde 
um 1600 von Bartolommeo Cesi restauriert. 

Pappelhoh, h. 2,55, br. 1,79. — Sammlung Solly, 1821. 

Die heilige Familie mit Elisabeth und dem 270 
kleinen Johannes. Auf der Erde sitzend halt Maria das 
Kind auf dem ScholJe, dem rechts die hi. Anna Kirschen 
reicht. Hinter dieser schaut die hi. Elisabeth dem Vorgange 
zu, wahrend Joseph zur Linken Maria anredet. Neben der 
Madonna am lioden sitzend der kleine Johannes mit dem 



234 



Mazzolini. Meer. 



Lamm. Hintergrund Landschaft, links Architektur mit 
einem Relief. 

Pappelholz, h. 0,40, br. 0,42. — Sammlung Solly, 182 1. 
273 Christus im Tempel lehrend. In der Tempelhalle 
spricht der zwolfjahrige Christus, nach links gewendet, von 
einer thronartigen Erhohung herab zu den vor ihm sitzen- 
den Pharisaern und Schriftgelehrten. Auf einer Galerie im 
Hintergrund einige andere Figuren. Von links kommen 
Maria und Joseph herzu. Vorn rechts ein nacktes Knablein 
mit einer Eule, das sich vor einem Affen fiirchtet. Im Grunde 
Saulenarchitektur mit dem Relief eines Reiterkampfes. 

Eine Original-Wiederholung beim Earl of Northbrook in London, 
eine andere in der kapitolinischen Pinakothek zu Rom. 

Pappelholz, oben rund, h. 0,44, br. 0,30. — Einzelner Ankauf aus 
der Sammlung Giustiniani vor 18 15. 
275 Dreiteiliger Altar. Mittelbild : Thronende Maria 
mit dem Kinde. Maria, auf einem mit Reliefs verziertem 
Marmorthrone sitzend, halt das auf ihrem Schofie sitzende 
Kind. Oben in der Architektur des Thrones die Dar- 
stellung eihes Reiterkampfes. Rechts Ausblick in bergige 
Landschaft. — Linker Flugel: Der hi. Antonius Ere- 
mita. Stehend, in der Rechten den Kriickstock, an dem 
die Glocke hangt, zu seinen Fiifien das Schwein. Hinter- 
grund Abendhimmel. — Rechter Flugel: Maria Magda- 
len a. Stehend, in der Rechten das Salbgefafi. Hintergrund 
Abendhimmel. 

Bez. links am Fufie des Thrones: MDVIIII. — Fiir die Gestalt der 
Madonna ist DUrers Kupferstich, die Madonna rnit der Meerkatze, benutzt. 

Pappelholz, Mittelbild, h. 0,90, br. 0,60; Flugel je h. 0,90, br. 0,42. 

— Sammlung Solly, 182 1. 

S. 14 Beiderseitig bemaltes Andachtstafelchen. Der 
hi. Hieronymus vor dem Kruziiix kniend, in Landschaft. 

— Riickseite: Der Erzengel Michael, auf der Erdkugel 
stehend, Schwert und Wage in den Handen. 

Pappelholz, h. 0,07, br. 0,06. — Sammlung James Simon. 
Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

Meer. Jan van der Meer oder Jan Vermeer van Delft. 

HoUandische Schule. — Getauft zu Delft den 3i.Oktoberi632, 
begraben daselbst den 15. Dezember 1675. Schiller des Karel 
Fabritius. Tatig zu Delft (daselbst 1653 in die Lukasgilde 
aufgenommen). 



Meet. 



235 



Die junge Dame mit clem Perlenhalsband. Ein 912B 
junges Madchen in grauem Atlaskleid und gelber hermelin- 
besetzter Jacke, das rechts in Seitenansicht an einem Tische 
steht, legt vor einem an der Wand hangenden Spiegel ein 
Perlenhalsband um. Vorn zur Rechten ein Stuhl. Links 
neben dem Spiegel, weiter zuriick, ein hohes Fenster mit 
gelbem Vorhang, durch welches das voile Tageslicht einfallt. 
Grund die hellbeleuchtete Wand des Zimmers. 



Bez. an der Tiscfcplatte: 1^/ I 



ccr 

Aus der spateren Zeit des Meisters. — Auktion zu Amsterdam 1691 ; 
Sammlungen' Crevedon und W, Burger (Thore), 1869. 

Leinwand, h. 0,55, br. 0,45. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Herr und Dame beim Wein. Rechts sitzt an einem 912C 
mit persischem Teppiche bedeckten Tisch eine Dame in 
rotem Kleid und weifier Haube, aus einem Glase trinkend. 
Neben ihr steht ein junger Mann mit schwarzem Hut und 
iiber die Schultern geworfenem grauem Mantel, der einen 
Krug, aus dem er der Dame eingeschenkt hat, auf den 
Tisch stellt. Vorn auf einem Stuhl eine Gitarre, links 
ein halbgeoffnetes Fenster mit bunter Glasmalerei. Hinter- 
grund die graue Wand des Zimmers, an der ein gold- 
gerahmtes Landschaftsbild hangt. 

Versteigert in Delft 1736. Ehemals in der Sammlung van I.oon. 

Leinwand, h. 0,65, br. 0,77. — Erworben 1901 aus der Sammlung 
des Lords Francis Pelham Clinton Hope in London. 

Meer? Holla ndische Stube. An einer grauen Wand 91 2D 
steht unter einem grofien Stillebenbild ein Stuhl, iiber dem 
eine graubraune Atlasjacke mit weifiem Pelsbesatz hangt. 
Davor zwei weifie Atlasschuhe. Links sieht man durch die 
offene Tiir der anstoQenden Holzwand in ein Nebenzimmer, 
durch des.sen Fenster die Sonne hereinscheint. 

Mehrere andere hoUiindische Meister wie Beijeren und Mctsu sind 
als Maler dieser Studie genannt wordcn. 

Leinwand, 11.0,435, '^r. 0,365. — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 

S. auch Bourse und Laen. 

Meer. Jan (Johannes) van der Meer oder Vermeer van 
Haarlem d. A. Hollandischc Schule. — Landschaftsmaler, 



2^6 Meer. Meert. Meister der hi. Sippe. 

getauft zu Haarlem den 22. Oktober 1628, begraben daselbst 
den 25. Augusti69i. Schiiler Jakob de Wets. Tatigzu Haarlem. 

810A Flachlandschaft. Durch flache Felder fuhrt ein breiter 
Weg nach links zu einer in der Feme sichtbaren kleinen 
Stadt. Vorn rechts eine niedrige Hohe, auf der ein Mann 
zu Pferd eine Kuh und zwei Schafe vor sich hertreibt. 
Eichenholz, h. 0,37, br. 0,52. — Erworben 1867. 

810D Diinenlandschaft. An einem sandigen Wege, der 
links neben hohen Diinen herlauft, liegen im Mittelgrund 
ein paar Hiitten vor dichtem Weidengebusgh. Dariiber hin- 
aus flache Feme. Vorn auf dem Weg einige Fufiganger 
und ein Reiter. 

Bez. links unten: 7 V/AJLS-^ 



J- 



Saramlung Weyer, Kiiln 1862. 

Eichenholz, h. 0,36, br. 0,44. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Meert. Peeter Meert. Vlamische Schule. — Bildnismaler, 
geb. zu Briissel 1619 (nach Cornells de Bie), f daselbst 
1669. Tatig zu Briissel (1640 als Meister in die Glide auf- 
genommen). 

844 Meert? Der Rheder und seine Gattin. Unfern des 
Strandes sitzt der Mann mit hohem, breitkrampigem Hut 
und in schwarzem Gewande, mit der Rechten auf ein am 
Strande liegendes Schiff deutend. Mit der Linken fafit er 
die Hand seiner Gattin, die rechts neben ihm sitzt, in 
schwarzseidenem Kleid und weifiem Spitzenkragen. Links 
Blick auf das Meer. 

Das Bild ist eher hollandischen als vlamischen Ursprungs. 

Leinwand, h. 1,56, br. 2,14. — Konigliche Schlosser. 

Meister. Der Meister der hi. Sippe. So genannt nach 
seinem Hauptbild im Wallraf-Richartz-Museum in Koln. 
Niederrheinische Schule. — Tatig zu Koln i486— 1520. 
578ABC Fliigelaltar. 

578 A Mittelbild: In der Mitte Maria mit dem Kind, unter 
einem mit Goldbrokat ausgeschlagenen Baldachine thronend. 
Zur Linken die hi. Dorothea, die dem Kinde kniend ein 
Korbchen mit Rosen reicht. Weiter links zu Seiten des 
Thrones die hhl. Elisabeth, Petrus und Andreas, samtlich 



Meister der hi. Sippe. Meister der Himmelfahrt Maria. 237 

stehend. Zur Rechten die hi. Martha kniend und den Drachen 
neben sich mit Weihwasser besprengend, hinter ihr die 
hi. Helena mit dem Kreuze, dann weiter rechts Jakobus d. A. 
und Severin mit dem Modell der Severinskirche, samtlich 
stehend. Hintergrund Landschaft. 

Linker Fliigel: Die hhl. Georg, Gereon mit Fahnen in 578B 
den Handen, Mauritius (?), und ein hi. Bischof mit dem 
Schwert, samtlich stehend. Hintergrund Landschaft. 

Rechter Fliigel: Drei heilige Bischofe, zwei mit einem 578C 
Kirchenmodell, ein hi. Ritter mit der Kreuzesfahne, samt- 
lich stehend. Hintergrund Landschaft. 

Wohl aus der spateren Zeit des Meisters und mit Hilfe von Schiilem 
ausgefuhrt. 

Eichenholz, Mittelbild h. 1,03, br. 1,76; jeder Flugel h. 1,03, 
br. 0,82. — Sammlung Solly, 1821. 

Meister. Der Meister der Himmelfahrt Maria. So ge- 

nannt nach zwei Altaren im Museum zu Briissel. Nieder- 
landische Schule. — Tatig um 1470 zu Lowen. Schiiler 
Oder Nachfolger des Dirk Bouts, neuerdings mit dessen Sohn 
Aelbert Bouts identifiziert. 

Verkundigung Maria. Maria, zur Linken vor einem 530 
Hausaltar stehend, wendet sich dem Engel Gabriel zu, der 
ihr die himmlische Botschaft verkundet. Zimmer mit ge- 
wolbter Holzdecke, im Grund ein gotisches Fenster, rechts 
und links Ausblick in Seitenraume. 

Kine Wiederholung im Gegensinn und wohl von anderer Hand 
(Bouts) in der Pinakothek zu Munchen. — Eine anderc Wiederholung 
aus der Sammlung v. Kramm-Sierstorpff zu Driburg bei EUgen Schweitzer 
in Berlin. 

Eichenholz, oben geschweift, h. 0,93, br. 0,62. — Sammlung Solly, 
1821. 

Der hi. Augustinus und Johannes der Taufer mit 540 
dem Stifter. Augustinus im bischoflichen Ornat, in der 
Rechten das Herz haltend, hat sich von seinem Thron 
erhoben, um den vor ihm knienden Karthauser zu segnen. 
Rechts hinter dem Stifter, ihn empfehlend, Johannes der 
Taufer. Durch eine offene Arkade Ausblick in hiigelige 
Landschaft. 

Eichenholz, h. 0,61, br. 0,44. — Sammlung Solly, 1821. 



2'l8 Meister der Verherrlichung Maria. Meister des Marienlebens. 

Meister. Der Meister der Verherrlichung Maria. So 

genannt nach seinem Hauptbild im Wallraf-Richartz-Museum 
zu Koln. Niederrheinische Schule. — Tatig in Koln zwischen 
1460 und 1490. Unter niederlandischem Einflufi ausgebildet. 

1235A Geburt Christi. Maria kniet in einer verfallenen Bau- 
lichkeit und betet zu dem auf der Erde liegenden Kind. 
Im Halbkreis um das Kind herum knien rechts Joseph mit 
einer Kerze in der Hand und eine Schar von Engeln. Andere 
Engel haben sich wie ein Vogelschwarm im Sparrenwerk des 
Daches niedergelassen. In der Mitte an einer Mauer zwei 
Hirten. Ausblick auf die Landschaft des Hintergrundes. An 
Stelle des Himmels Goldgrund. 

Das Gegenstiick, die Anbetung der Konige, das mit unserer Tafel 
zusammen in der Sammlung Clave-Bouhaben (ehemals Zanoli) war, 
befindet sich jetzt im Aachener Privatbesitz. — Aufgestellt in der 
Abteilung der deutschen Bildwerke. 

Eichenholz, h. 1,29, br. 0,91. — Erworben auf der Auktion Clav6- 
Bouhaben zu Koln 1894. 

Meister. Der Meister des Marienlebens. So genannt 
nach einer Folge von Darstellungen in der Pinakothek zu 
Miinchen. Frliher » Meister der Lyversberger Passion « 
genannt. Niederrheinische Schule. — Tatig um 1463 — 1480 
zu Kohl. Besonders unter dem Einflusse des Dierick Bouts 
ausgebildet. 

1235 Maria mit dem Kind und drei weibliche 
Heilige. Maria sitzt auf einem umfriedeten Rasenplatze, 
das Kind auf dem Schofi, inmitten der hhl. Katharina, 
Barbara und Magdalena, unter einer Laube. Vorn links 
kniet der Stifter mit zwei Sohnen, rechts seine Gattin mit 
vier Tochtern. An Stelle des Himmels Goldgrund. 

Auf zwei Tafeln des Meisters in der Sammlung Dormagen (Kciln), 
jetzt im Wallraf-Richartz-Museum, scheinen dieselben Stifter, aber mit 
zahlreicherer Familie dargestellt zu sein. — Aufgestellt in der Ab- 
teilung der deutschen Bildwerke. 

Eichenholz, h. 0,98, br. 0,87. — Sammlung Solly, 182 1. 

1235B Maria mit dem Kinde. Maria in blauem Gewand, 
mit nach links geneigtem Kopf, uber den ein schwarzes 
Tuch gelegt ist, halt mit beiden Handen das nackte Kind. 



Meister des Marienlebens. Meister des Todes Maria. 



239 



Goldgrund mit Ornament und der Umschrift: Sancta Maria 
mater day. 

Halbfig. in 3/4 Lebensgr. Eichenholz, h. 0,485, br. 0,41. — Er- 
worben 1906 aus dem florentiner Kunsthandel. — Eigentum des 
Kaiser Friedrich-Museums-Vereins. — Aufgestellt in der 
Abteilung der deutschen Bildwerke. 

Meister. Der Meister des Merode-Altares. S. Meister 
von Flemalle. 

Meister. Der Meister des Todes Maria. So genannt 
nach zwei Darstellungen des Todes Maria (im Museum zu 
Koln und in der Pinakothek zu Miinchen). Niederlandische 
Schule. — Ausgebildet unter dem Einflusse des Quinten 
Massys und Patinir. Tatig um 1510 — 1530, vermutlich 
in Antwerpen, vielleicht voriibergehend in Koln und in 
Italien (Genua). Wahrscheinlich identisch mit Joos van 
CI eve d. A. (Joos van der Beke, genannt Joos van Cleef 
d. A. Geb. zu Cleve oder Antwerpen um 1485, f zu Ant- 
werpen 1525. 1511 Mitglied der Lukasgilde zu Antwerpen). 

Fliigelaltar. Mittelbild: Anbetung der Konige. 578 
Vor den Ruinen eines Renaissance-Palastes sitzt zur Linken 
Maria, das Kind auf dem Schofi. Hinter ihr steht Joseph, 
zur Rechten die drei Konige, von denen der alteste vor 
dem Kinde kniet. In der bergigen Landschaft der Zug der 
Konige. — Linker Flugel: Die hi. Katharina. Mit 
Schwert und Buch, vor ihr das Rad. Hintergrund Landschaft. 
— Riickseite: Der hi. Christophorus. Der Heilige, das 
Christkind durchs Wasser tragend. Grau in grau auf rot- 
braunem Grunde. — Rechter Flugel: Die hi. Barbara. 
In einem Buche lesend, hinter ihr der Turm. Links Aus- 
blick in flache FluClandschaft. — Riickseite: Der 
hi. Sebastian. An einen Baum gebunden und von Pfeilen 
durchbohrt. Grau in grau auf rotbraunem Grunde. 

Aus der frUheren Zcit des Meistcrs (um 151 5), nahe verwandt 
dem FlUgelaltare des Meisters im Museum zu Prag. 

Eichenholz, Mittelbild h. 0,72, br. 0,52; jeder FlUgel h. 0,69, 
br. 0,22. — Erworben 1843 aus der .Sammlung Reimer zu Berlin. 

Bildnis eines jungen Mannes. Bartlos, etwas nach 615 
rechts gewendet und auf den Beschauer blickend. In 



240 Meister des Todes Maria. Meister von Cappenberg. 

schwarzem Barett, hellrotem Warns und schwarzer Schaube 
mit Pelzkragen. In der Rechten den Handschuh haltend, die 
behandschuhte Linke am Degengriffe. Dunkelgriiner Grund. 

Aus der Spatzeit des Meisters. — Das Wappen auf dem Siegfel- 
ringe der Linken scheint das der vlamischen Familie van der Straeten 
zu sein. 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,62, br. 0,47. — Erworben 1843 aus 
der Sammlung Reimer zu Berlin. 

Meister. Kopie nach dem Meister des Todes Maria. 

Niederlandische Schule. 

616 Maria mit dem Kinde. Maria sitzt, nach rechts ge- 
wendet, auf einem reich verzierten Renaissancethron. Sie 
halt auf ihrem Schofie das nackte Kind, das mit Kirschen 
spieh. Rechts Ausblick in eine weite Landschaft 

Von diesem Bilde gibt es viele Wiederholungen und alte Kopien, 
denen wahrscheinlich eine Komposition Lionardos zugrunde liegt, in 
verschiedenen Sammlungen (Pinakothek zu MUnchen, Galerie zu Olden- 
burg, Kolner Museum, Galerie zu Vicenza, Sammlung Andre in Paris, 
die beste vielleicht im Schlosse zu Meiningen). 

Maria Kniefig. etwas unter Lebensgr. Eichenholz, h. 0,70, 
br. 0,58. — Sammlung Soil)', 182 1. 

Meister. Der Meister von Cappenberg. So genannt nach 
dem Altarbilde mit der Kreuzigung in der Kirche zu Cappen- 
berg (bei Liinen in Westfalen). Westfalische Schule. — 
Tatig um 1500 — 1525. Nach einer neuerdings ausgesproche- 
nen Vermutung identisch mit einem der Diinnwegge. 

1193 Tafel mit zwei durch eine Saulenstellung ge- 
trennten Darstellungen. Links: Verkiindigung. Rechts 
vorn Maria am Betpulte kniend. Sie hort auf die Botschaft 
des Engels, der, ein Szepter tragend, links etwas zuriick steht. 
— Rechts: Geburt Christi. In einer Ruine romanischer 
Bauart knien Maria und Joseph, das Kind verehrend. Vorn 
rechts die Stifterin (in kleinerem Mafistab), gleichfalls kniend. 
In der Luft zwei schwebende Engel mit einem Schriftbande. 
Links zwei Hirten durch ein Bogenfenster hereinschauend. 
Im Hintergrunde Landschaft mit der Verkiindigung an die 
Hirten. 

Eichenholz, h. 0,50, br. 0,72. — Sammlung Solly, 182 1. 



Meister von Flemalle. 



241 



Meister. Der Meister von Flemalle. So genannt nach 
seinem Hauptwerke, den aus der Abtei Flemalle stammen- 
den, jetzt im Staedelschen Institute zu Frankfurt a. M. be- 
wahrten Altarfliigeln. Nach einem Altar im Besitz der 
Grafin Merode zu Briissel auch Meister des Merode-Altares 
genannt. Niederlandische Schule. — Tatig zwischen 1430 
und 1460 in den siidlichen Niederlanden, ausgebildet unter 
dem Einilusse Jan van Eycks und Rogiers van der Weyden, 
Neuerdings mit Jacques Daret identifiziert. 

Bildnis eines jungen Mannes. Das bartlose Gesicht 537 
nach rechts gewendet. In dunkelgrunem Samtgewande 
mit gotischem Granatapfelmuster und schwarzem Kragen. 
Auf dem Haupt eine braunrote Kopfbedeckung mit Sendel- 
binde. 

Der Dargestellte wurde friiher fiir Philipp den Guten gehalten. 

Brustbild in '/i Lebensgr. Eichenholz, h. 0,37, br. 0,30. — Er- 
worben 1836 als Geschenk des damaligen preufiischen Gesandten in 
Paris Barons von Werther. 

Bildnis eines Mannes. Bartlos, breites Gesicht mit S37A 
krausem, dunklem Haar. Nach links gewendet. In pelz- 
gefiittertem, dunkelbraunrotem Rocke. Weifier Grund. 

Vgl. Friedlander, Jahrb. der k. p. Ksts. XXIII, S. ijff. Der Dar- 
gestellte ist vielleicht, wie sich aus der Ubereinstimmung der Gesichts- 
zUge mit der Marmorbtiste von der Hand Minos da Fiesole im Kaiser 
Friedrich-Museum zu Berlin ergibt, der Florentiner Niccolo Strozzi, 
der 1434 aus Florenz verbannt, nacheinander in London, Barcelona, 
Avignon, Neapel und Rom Banken errichtete und 1469 in Rom starb. 

Eichenholz, h. 0,285, br. 0,177. — Erworben 1901 aus dem englischen 
Kunsthandel. — Eigentum des Kaiser Friedrich-Museums- 
V ere ins. 

Christ US am Kreuz. Christus hangt in der Mitte am 538 A 
Kreuze, dessen Stamm die kniende Maria klagend um- 
schlingt. Eine der heiligen Frauen tritt von links an sie 
heran und beriihrt ihren Riicken. Weiter links steht eine 
andere klagende Frau. Auf der rechten Seite steht fast vom 
Riicken gesehen, der hi. Johannes. Weiter vom kniet die 
Hande ringend Magdalena. An dem oberen dunkel bewolk- 
ten Himmel klagende Engel. Vom Munde der Maria geht die 

a. 

Inschrift aus: Fili dignare me attrahere et crucis i pedem 
manus figere . Bernhard'. 

Verz. d. Gemalde. ig 



242 



Meister von Flcmallc. Meister von Frankfurt. 



Die Landschaft des Hintergrundes ist wie auch der Himmel Uber 
einen Goldgrund gcmalt, der an einigen Stellen hervortritt. 

Eichenholz, h. 0,77, br. 0,47. — Erworben 1892 auf der Auktion 
A. Hulot in Paris. 

Fllmalle. Kopie nach dem Meister von Flemalle. Nieder- 
landische Schule. 
537B Die Rache der Tomyris. Die jugendliche Massa- 
getenkonigin, den Fufi auf den kopflosen Leichnam des 
Cyrus setzend und mit der Rechten ihr Gewand empor- 
raffend, halt in der Linken das Haupt beim Schopf, um es 
in ein blutgefiilltes Gefafi zu tauchen, das ihr eine Dienerin 
rechts entgegenhalt. Hinter ihr eine weibliche Gestalt mit 
einem weifien Hiindchen im Arme. Links steht der Henker, 
sein Schwert in die Scheide zuriickstofiend, dahinter ein 
Mann in orientalischer Kleidung. Im Hintergrund eine mit 
Glasmalereien geschmiickte Fensterwand, vor der sich funf 
Saulen erheben, deren Kapitale Reliefszenen aus der bibli- 
schen Geschichte tragen. 

Der Darstellung nach wahrscheinlich zu einer Folge von Bildern 
geborig, die zum Schmuck eines Rathauses diente. Fur den Meister von 
Flemalle ist die Ausfiihrung zu gering, der Stil laflt jedoch deutlich er- 
kennen, dafi ein Original dieses Meisters zugrunde liegt. Vgl. v. Tschudi, 
Jahrb. der k. p. Ksts. XIX, S. 89 ff. 

Leinwand, h. 1,76, br. 1,76. — Erworben 1893 als Geschenk des 
Sir J. Charles Robinson. 

Meister. Der Meister von Frankfurt. So genannt nach 
dem Orte seiner Tatigkeit. Niederrheinische Schule. — 
Wahrscheinlich gebildet unter dem Einflusse des Quinten 
Massys. Tatig wohl hauptsachlich zu Frankfurt a. M. um 
1500 — 1520. 
575— 575B Flugelaltar. 

575 Mittelbild: Die hi. Anna Selbdritt. Maria sitzt 
zur Rechten auf einer Bank, in den Handen ein Buch hal- 
tend. Links Anna, die dem zwischen ihr und Maria sitzen- 
den Christkind eine Birne reicht. Uber ihnen die Taube, 
oben Gott-Vater inWolken. Hintergrund bergige Landschaft. 

Fohrenholz, oben geschweift, h. 0,87, br. 0,55. — Sammlung 
Solly, 1821. 

575A Innenseiten der Fliigel. Rechter Fliigel: Die hi. 
Barbara. Stehend, ein offenes Buch und eine Feder haltend. 



Meister von Frankfurt. Meister von MeBkirch. 



243 



Hinter ihr rechts der Turm. Hintergrund Landschaft. — 

Linker Fliigel: Die hi. Katharina. Stehend, mit Buch 

und Schwert, neben ihr das Rad. Hintergrund Landschaft. 

Fohrenholz, oben geschweift, h. 0,87, br. 0,23. — Erworben 1874. 

Aufienseiten der (auseinander gesagten) Fliigel. 575B 
Rechter Fliigel: Maria, Stehend und in einem Buche 
lesend, mit offenem Haar. Zu ihren Haupten ein Spruch- 
band mit der Inschrift: . Ecce Ancilla . Dni . Fiat . M . 
Secudu Verbu Tuum . — Linker Fliigel: DerEngel der 
Verkiindigung. Nach rechts gewendet, die Rechte segnend 
erhoben, in der Linken das Szepter. Zu Haupten ein Spruch- 
band mit der Inschrift: . Ave . Gra Plena. Dns Tecum. 
Beide Figuren in weifien Gewandern. Griiner Grund. 

F"ohrenhoIz, oben geschweift, h. 0,87, br. 0,24. — Erworben 1874. 

Meister. Der Meister von Mefikirch. So genannt nach 
einem seiner Hauptwerke in derKirche zu Mefikirch; Deutsche 
Schule (Oberschwaben). — Tatig urn 1525 — 1550, An- 
scheinend Schiiler Schaufeleins. 

DreiTafeln in einem Rahmen. Links: die hi. Katha- 619A 
rina mit Palmzweig, Rad und Schwert, in der Mitte: der 
hi. Paulus mit Schwert und Buch, rechts: die hi. Agnes, 
das Lamm auf den Armen. Unten die Namen der Heili- 
gen, oben goldene Ornamente auf dunkelblauem Grunde. 
Goldgrund. 

Zu Nr. 619B gehorig. S. die Bemerkung daselbst. 

Fichtenholz, Mittelbild h. 0,61, br. 0,18; Seitenbilder je h. 0,60, 
br. 0,20. — Erworben 1850 aus der Sammlung Hirscher. 

Zwei Tafeln in einem Rahmen. Links der hi. 619B 
Crispin, rechts der hi. Crispinian, beide mit Schuster- 
werkzeug und Palmen in den Handen. Unten die Namen 
der Heiligen, oben goldene Ornamente auf dunkelblauem 
Grunde. Goldgrund. 

Zu Nr. 619 A gehorig und mit diesem ehemals in der Herrschaft 
Zimmem. In der Sammlung F^tis zu BrtisscI ftinf weitere dazu ge- 
httrige Tafeln mit Heiligendarstellungen. 

Fichtenholz, jede Abteilung h. 0,64, br. 0,19. — Erworben 1850 
aus der Sammlung Hirscher. 

Christus am Olberge. Christus kniet, nach rechts 631 
gewendet, betend vor dem Kelch, iiber dem ein Cherub in 

16* 



244 



Meister von MeOkirch. Meistcr IVR. Meister TvA. Melozzo. 



der Glorie erscheint. Vorn die drei schlafenden Jiinger. 
In der F'erne links die Gefangennehmung Christi. 

Ein Seitenstiick, Christi Kreuztragung, im Germanischen Museum 
zu Ntlrnberg. — Gait ehemals, wie alle Bilder des Meisters, als Arbeit 
B. Behams, wurdc dann irrtUmlich dem Schaufelein zugeschrieben. 

Fichtenholz, h. 0,63, br. 0,50. — Sammlung Solly, 1821. 

Meister. Meister IVR. So genannt nach einem Bild 
in der Pinakothek zu Miinchen, das diese Bezeichnung tragt. 
Vermutungsweise Isack van Ruijsdael zugeschrieben, dessen 
kiinstlerische Tatigkeit jedoch nicht bezeugt ist. Hollandische 
Schule. — Tatig um die Mitte des 17. Jahrhunderts, wohl 
in Haarlem. 

901D Landschaft. Im Vordergrunde zwei Bauern auf einem 
Wege, der links an Baumen und Buschwerk voriiber zu 
einigen Hiitten fiihrt. 

Eichenholz, h. 0,23, br. 0,30. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Meister. Meister TvA. So genannt nach der Bezeich- 
nung auf unserem Bilde. Das Monogramm ist sonst nicht 
nachgewiesen. Hollandische Schule. — Tatig um 1620 
unter dem Einflusse der vlamischen Landschafter. 

901E Landschaft. Auf einer kleinen Anhohe am Ufer eines 
Flusses liegt ein Gehoft. Vorn fiihrt ein Weg, auf dem zwei 
Figuren gehen, hinan. Am Himmel von links heraufzie- 
hende Gewitterwolken. 

Bez. links unten: ~rv\ 

Eichenholz, h. 0,23, br. 0,34. — Erworben 1896, auf der Verstei- 
gerung Krauspe in Berlin, als Geschenk des Herrn Geheimrat Bode. 

Meldolla. S. Schiavone. 

Melozzo. Melozzo da Forlt. Nach seiner Familie Melozzo 
degli Ambrosi. Umbrisch-toskanische Schule. — Geb. zu 
Forli 1438 (wahrscheinlich den 8. Juni), f daselbst den 
8. November 1494. Schiller Piero della Francescas, auch 
unter Einwirkung der Niederlandischen Schule durch Justus 
van Gent zu Urbino gebildet. Tatig zu Forli, Rom (um 
1461 bis 1472, dann wieder von 1476 bis 1481), Loreto 
(1478) und Urbino (um 1473 bis 1475/76). 



Melozzo. 



245 



Die Dialektik. Auf hohem, reich verziertem Throne 54 
sitzt die in Goldbrokat gekleidete Figur der Dialektik. 
Rechts vor ihr kniet auf der untersten Thronstufe blolien 
Hauptes Herzog Federigo von Urbino und nimmt ein Buch 
in Empfang, das ihm von der thronenden Frau dargereicht 
wird. Rechts oben an der Wand ein schwarzer Adier mit 
dem Wappen der Montefeltre von Urbino. 

Oben im Friese des Wandgesimses die Inschrift: DVRANTIS 
COMES SER. — Gehort mit dem folgenden (Nr. 54A) zu einer 
Reihe von sieben Gemalden, die die Pflege der Wissenschaften (tri- 
vium und quadrivium) verherrlichten, und mit denen Federigo da 
Montefeltre ein zu seiner beriihmten Bibliothek gehoriges Gemach in 
dem von ihm erbauten Palaste zu Urbino schmiicken liefi. — Von 
den vier noch erhaltenen Bildem dieser Folge befinden sich die 
beiden anderen, welche die Musik und die Rethorik darstellen, 
in der National Gallery zu London; die drei Ubrigen, die wohl 
die Grammatik, die Geometrie und die Arithmetik zum Gegen- 
stand hatten, sind verschollen. In dem Friese des samtliche Bilder 
oben abschlieflenden Wandgesimses nennt eine fortlaufende Inschrift 
den Herzog mit alien seinen Titeln und VVUrden, und zwar in der 
Reihenfolge, welche die sieben Wissenschaften des Triviums und des 
Quadriviums hergebrachterweise einnehmen. Demnach enthielt die 
erste, jetzt verschollene Tafel, die der Grammatik, den Namen Federicus 
Montefeltrius\ es folgt die Rhetorik (in London) mit den Worten dux 
urbini mentis feretri ac\ hierauf die Dialektik mit durantis comes scr 
(cnissiwus) ; die beiden niichsten TafeliT mit Geometrie und Arithmetik 
(zum Quadrivium gehorig) enthielten vermutlich die Worte Siciliac 
Capitaneus generalis s{nnctaeque) R(omanac)\ alsdann die Musik (in 
London) mit eccUsie gonfalonerius und endlich die letzte in Berlin 
befindliche Tafel mit der Astronomic (s. Nr. 54A), die mit der Jahres- 
zahl die Reihe abschloB. Leider war auf dicscr Tafel, die erst 1880 
in schr beschadigtem Zustand aus dem Mag^zin in die Galerie ge- 
bracht wurde, das obere Wandgesims mit der Inschrift nicht mehr er- 
halten. — Falls Melozzo der Autor ist, was neuerdings in Frage gestellt 
wird, so niufl die Jahreszahl 1474 oder 1475 gelautet habcn. Erst 
im August 1474 war Federigo von .Sixtus IV. zum Herzog emannt 
wordcn; im Herbst 1476 abcr vcrliefl der Fiirst fUr liingere Zeit Urbino, 
wShrend Melozzo uni dieselbc Zcit wieder nach Rom zog, nachdem 
cr im Herbst 1473 nach Urbino gckomnicn war. — Neuerdings ist 
Justus van Gent als Autor genannt worden. 

Pappclholz, h. 1,50, br. 1,10. — Sammlung Solly, 1821. 

Die Astronomie. Zur Rechten sitzt auf hohem Thron 54A 
eine altere Frau in ernster nonnenartiger Tracht. Vor ihr 



246 



Melozzo. Melzi. 



kniet links auf der untersten Thronstufe ein Mann in fiirst- 
lichem Mantel, die Hand nach einer astronomischen Sphare 
ausstreckend, die ihm die Frau darreicht. 

Der dargestellte Filrst ist wahrscheinlich" Graf Ottaviano Ubaldini, 
dcr »brliderliche« Freund des Herzogs Federigo, der sich mit astro- 
nomischen Studien beschaftigte. — Unten und oben ist je ein Stiick 
von 13 cm Breite, an der linken Seite tines von 11 cm Breite neuer- 
dings angesetzt, da dem Bilde der obere AbschluS mit Wandgesims 
und Inschrift fehlte, und die Tafel in der Breite beschnitten war (s. 
die Bemerkung zum vorigen Bilde). 

Pappelholz, h. 1,50, br. 1,10. — Sammlung Solly, 1821. 

Melzi. Francesco Melzi. Mailandische Schule. — Geb. 
zu Mailand 1491 oder 1492, daselbst 1566 noch am Leben. 
Schiller und Freund Lionardo da Vincis, den er nach 
Rom (15 13 — 151 5) und Frankreich begleitete. Tatig vor- 
nehmlich in Mailand. 

222 Pomona und Vertumnus. Unter einer Ulme, urn die 
sich eine Rebe schlingt, sitzt Pomona auf einer Felsbank, 
in den Handen einen Korb mit Friichten haltend. Sie 
hort auf Vertumnus, der in Gestalt einer alten Frau rechts 
neben ihr stehend, sie mit dem Gleichnisse der die Ulme 
umschlingenden Rebe zur Liebe zu bereden sucht. Hinter- 
grund bergige Landschaft. (Ovids Metamorphosen XIV. 
623f.) 

Identisch mit einem Bilde der » Flora «, das sich in der ersten 
Halfte des 18. Jahrhunderts zu Paris bei dem Herzog von Saint- 
Simon befand und nach dem Zeugnisse Mariettas (1694 bis 1774) 
mit dem Namen des Meisters und dem Zusatz »mailandischer 
Edelmann« in griechischer Schrift bezeichnet war. Mariette hat 
offenbar das Bild selbst gesehen, das, bevor die Inschrift beachtet 
worden war, immer fiir Lionardo gegolten hatte; er beschreibt es als 
Vertumnus und Pomona und fiigt hinzu, da6 es im Besitz 
eines Handlers sei, der, um es fiir ein Werk Lionardos auszugeben, 
die Bezeichnung geloscht habe. In der Tat taucht dann das Werk 
in der zweiten Halfte des 18. Jahrhunderts als Lionardo in der konigl. 
Sammlung zu Sanssouci auf (Nr. 44 der Galerie, nach dem Verzeich- 
nis M. Oesterreichs von 1776); doch ist es, nach seiner Uber- 
fiihrung in das konigl. Museum, schon im Katalog von 1830 als Fran- 
cesco Melzi verzeichnet. — Demselben Meister gehort ohne Zweifel 
die sog. Colombine in der Eremitage zu St. Petersburg an. — Die Gestalt 
der Pomona ist nahe vcrwandt in der Haltung mit der Madonna in 



Melzi. Memling. 347 

Lionardos Komposition der Anna Selbdritt, die in dem Karton der 
Londoner Academy erhalten ist. 

Pappelholz, h. 1,85, br. 1,34. — Konigliche Schlosser. 

Memling. Hans Memling, Memlinc oder Memlinck. 

Niederlandische Schule. — Geb. um 1430 in Momlingen (?) 
bei Mainz, zuerst 1466 urkundlich nachweisbar in Brugge, 
t zu Brugge den 11. August 1494. Schiiler Rogers van der 
Weyden (wahrscheinlich zu Briissel). Tatig zu Brugge und 
vermutlich einige Zeit am Niederrhein. 

Maria mit dem Kinde. Maria halt das nackte Kind, 528B 
das vor ihr auf einer Briistung sitzt und nach einem Apfel 
greift, den sie ihm darreicht. Hintergrund baumreiche Land- 
schaft. 

Die Tafel gehort anscheinend zu einem Diptychon; zwei den 
Mai3en nach dazugehorige Bilder, der hi. Benedict und ein Stifter- 
bildnis in den Uffizien zu Florenz (Nr. 769 u. 778, datiert 1487). 
Ahnliche Kompositionen zeigen das Madonnenbild im Johannes- 
Hospital zu Brugge, das die eine Tafel des von Martin von Newen- 
hoven 1487 gestifteten Diptychons bildet, eine Tafel in der National 
Gallery zu London und eine andere beim FUrsten Liechtenstein zu 
Wien. 

Maria Halbfig. in ^/s Lebensgr. Eichenholz, h. 0,43, br. 0,31. — 
Erworben 1862. 

Thronende Maria mit dem Kinde. Maria sitzt auf 529 
einer Holzbank, das sitzende Kind, das in der Linken ein 
blaues Bliimchen halt, auf dem Schofi. Auf dem Boden 
vorn zur Rechten ein altflorentiner Majolikakrug mit Lilien. 
Dutch die Saulenstellung des Gemaches Ausblick in eine 
fiache was.serreiche Landschaft. 

Sammlung des Generals Riihie von Lilienstem. 

Eichenholz, h. 0,81, br. 0,55. — Erworben 1836 als Geschenk 
Friedrich Wilhelms IV. 

Bildnis eines alten Mannes. Bartlos, halb seitlich 529C 
nach rechts gewendet, mit hoher schwarzer Kappe, in 
schwarzem, pelzbesetztem Gewande. Die mit einem Ringe 
geschmiickte Rechte ist zur Halfte am unteren Rande 
sichtbar. Hintergrund Steinbriistung mit einer links teil- . 
weise sichtbaren Saule und Landschaft. 

Offenbar aus <lcr frllheren Zeit des Meisters und Gegensttlck 
zu dem Bildnis einer alten Frau, das in der Sammlung Meazza zu 
Mailand war (jetzt in der Sammlung L. Nardus zu Paris) und das leih" 



24.8 Memling. Metsu. 

weise in unserer Galerie ausgestellt ist. — Ehemals auf einem 
Landsitze bei Danzig. 

Brustbild etwas unter Lebensgr. Eichenholz, h. 0,34, br. 0,29. — 
Erworben 1896 in Berlin. — Eigentum des Kaiser Friedrich- 
Museums-Vereins. 

529D Thronende Maria mit dem Kind und einem 
En gel. Maria sitzt, etwas nach links gewendet, in einem 
Gemach unter einem Baldachin, iiber dessen Riickwand ein 
Teppich herabhangt, und halt mit beiden Handen das nackte 
Kind auf dem Schofie, das nach einer Nelke greift, die ihm 
ein links zur Seite des Thrones stehender weifigekleideter 
Engel reicht. Rechts auf einer Bank ein Krug mit Lilien, 
links ein Fenster mit Ausblick auf Landschaft. 

Ehemals im Privatbesitz zu Mailand. 

Eichenholz, h. 0,66, br. 0,465. — Erworben 1904 als Geschenk des 
Herm A. Thiem, San Remo, an S. M. den Kaiser fiir das Kaiser Friedrich- 
Museum. — Sammlung A. Thiem. 

Memling. Schule des Hans Memling. Niederlandische 
Schule. 

600 Das jiingste Gericht. Christus als Weltenrichter auf 
dem Regenbogen thronend, zwischen Maria und Johannes 
und zwei Engeln mit den Marterwerkzeugen. Unter ihm 
zwei Posaunen blasende Engel. Auf der Erde im Vorder- 
grunde links die fiinf klugen Jungfrauen mit ihren brennen- 
den Lampen, rechts die torichten Jungfrauen mit den 
erloschenen Lampen. Weiter zuriick zerkliiftete Felsen, in 
deren Feuerschliinde Teufel die Verdammten hinabstiirzen, 
wahrend zur Linkel ein Engel die auferstandenen Gerechten 
aufwarts leitet. Goldgrund. 

Die Tafel, die aus zwei Stiicken zusammengesetzt ist und im 
Gegenstande zwiespiiltig erscheint, ist offenbar von z^^ei Malern aus- 
gefiihrt. Der obere Teil zeigt durchaus den Stil Rogers van der Weyden, 
wahrend der untere, weit schwachere Teil von einem Nachfolger 
Memlings herriihrt. 

Eichenholz, h. 0,65, br. 0,35. — Sammlung Solly, 1821. 

Memmi. S. Lippo. 

Messina. S. Antonello. 

Metsu. Gabriel Metsu, seltener Metsue. Hollandische 
Schule. — Bildnis- und Genremaler, geb. zu Leiden 1629 



Metsu. 



249 



oder 1630, begraben zu Amsterdam den 24. Oktober 1667. 
Sohn des Malers Jacob Metsu, angeblich Schiiler Gerard 
Dous zu Leiden. Von Frans Hals angeregt, dann besonders 
durch Rembrandts Einwirkung weiter ausgebildet. Tatig 
zu Leiden (schon 1648 in der Gilde) und zu Amsterdam 
(seit ungefahr 1650). 

Die Familie des Kaufmanns Geelvink. In einem 792 
reich ausgestatteten Gemache sitzt zur Linken Geelvink an 
einem Tische. Rechts seine Gattin, einem kleinen vor ihr 
auf dem Tische sitzenden Madchen eine Kinderklapper 
reichend. Hinter ihrem Stuhle die Warterin, das jiingste 
Kind auf dem Arme, vor ihr am Boden ein alteres Kind, 
das mit einem Hunde spielt. Links durch eine offene Tiir 
ist ein Knabe eingetreten, auf der Linken einen Papagei 
hochhaltend. Vor ihm ein Windhund mit einer Katze 
spielend. 

Bez. links unten am Turpfostcn: 



c®^Hd:S'd 



— Ein Angehoriger der Berner Patrizierfamilie Tschiffeli, der in hol- 
liindischen Diensten stand und die iilteste Tochter der im Bilde dar- 
gestellten Familie Geelvink heiratele, brachte das Bild nach Bern, wo 
es sich in der Familie forterbte. 

Leinwand, h. 0,72, br. 0,79. — Erworben 1832 in Bern von einem 
Nachkommen der Familie Tschiffeli. 

Die Kochin. Rechts vor einem Tische steht eine 792A 
junge Magd, den Bratenwender in den Handen. Vorn rechts 
einer Katze bei einer Schiissel mit Fischen. An der Wand 
im Grunde verschiedenes Kiichengerat. 



Bez. links oben: 



a^jwt 



sill 



Leinwand, li. 0,54, br. 0,42. — Erworben 1861. 

Die Kranke. Auf einem Stuhl, iiber dessen Armlehne 792C 
ein rotes Tuch herabfallt, sitzt, in ein weilJes Kissen zuriick- 
gelehnt, eine kranke Frau in biauem Rock, dunkler pelz- 
gefiitterter Jacke, weifiem Kragen und Kopftuch. Sie dreht 



250 



Metsu. Michele. Mierevelt. 



den Kopf miide nach links, von wo eine Frau herantritt, 
die in der Rechten einen Korb tragt, und mit der Linken 
weinend ein Tuch an die Augen fiihrt. Dunkler Grund. 

Galerie Leuchtenberg, St. Petersburg. 

Kl. Kniefig. Eichenholz h. 0,295, br. 0,26. — Erworben 1906. 

Michele. Michele (Michelino) da Besozzo, eigentlich 
Michele Molinari. Zeichnet sich Micha de besotio. Mai- 
landische Schule. — Malar und Glasmaler, . Leben.sdaten un- 
unbekannt, geb. zu Besozzo. Tatig hauptsachlich in Mailand 
zu Beginn des 15. Jahrhunderts (bezeichnetes Bild im Dom 
zu Mailand von 1417) am Hofe Gian Galeazzo Viscontis. 
1648 Kronung Maria. Unter einem weifien Baldachin sitzt 
Christus in rotem Gewand, die Weltkugel im linken Arm, 
und setzt Maria, die mit betend zusammengelegten Handen 
links vor ihm auf einem Kissen kniet, die Krone aufs Haupt. 
Links hinter Maria zwei Engel, von denen einer, in der 
Linken ein Zepter tragend, Marias Mantelsaum halt. Rechts 
zwei andere Engel, von denen einer den Vorhang des 
Baldachins zuriickschlagt. Von links oben strahlt eine Glorie 
herab. Auf dem Erdboden verstreut vielerlei Blumen. Gold- 
grund. 

Steineichenholz, rund, Durchmesser 0,205. — Erworben 1906 aus 
dem englischen Kunsthandel. 

Mierevelt. Michiel Jansz. Mierevelt (spater van Miereveld), 
Zeichnet sich zumeist Mierevelt. Hollandische Schule. — 
Geb. zu Delft den i. Mai 1567, f daselbst den 27. Juni 1641. 
Schiller des Willem Willemsz. und Augustijn zu Delft, dann 
des A. van Montfoort zu Utrecht (bis 1583). Tatig zu Delft, 
zeitweilig am Hof im Haag (1625 in die Gilde eingetreten) 
als Hofmaler der oranischen Fiirsten. 
748A Bildnis des Jan Uytenbogaert, eines hollan- 
dischenTheologenvonderSektederRemonstranten 
(1557 — 1644). Nach rechts gewendet und auf den Beschauer 
blickend. In schwarzem Kappchen, schwarzem Unter- und 
Oberkleide mit Pelzbesatz und weifiem Kragen. Grauer 
Grund. 

Bez. oben links: A" 1632. AETA, 75. — Gestochen von W. Delff 
mit dem Namen des Malers. — Sammlung Blockhuizen (Rotterdam), 
Paris 1870. 

Brustbild. Eichenholz, h.0,63, br.0,55. — Sammlung Suermondt, 1874. 



Mierevelt. Mieris. Mignard. 2 5 1 

Bildnis eines jiingeren Mannes. Fast ganz von 748B 
vorn gesehen, etwas nach links gewendet. Mit Spitzbart, in 
schwarzer Tracht und hohem Miihlsteinkragen. Grauer 
Grund. 

Bez. rechts oben: ■.-. t % r 

Sammlung Merlo, Koln 1868. 

Kl. Brustbild. Eichenholz, oval, h. 0,11, br. 0,09. — Sammlung 
Suermondt, 1874. 

Mieris. Frans van Mieris d. A. Hollandische Schule. — 
Geb. zu Leiden den 16. April 1635, f daselbst den 12. Marz 
1681, Schiller des Glasmalers Abraham Toorenvliet und 
Gerard Dous. Tatig zu Leiden (1658 in die Gilde einge- 
treten). 

Bildnis eines jungen Mannes (Selbstbildnis?). 834 
Mit langem, lockigem Haar, nach rechts gewendet und den 
Beschauer anblickend. In roter Miitze mit Pfauenfeder und 
anliegendem Spitzenkragen. Dunkler Grund. 

Rechts die Spuren der KUnstlerbezeichnung. 

Kl. Brustbild. Eichenholz, oval, h. 0,11, br. 0,085. — Erworben 
1834 aus dem Besitz eines Grafen Rechberg in Mlinchen. 

Junge Dame vor dem Spiegel. Eine Dame steht vor 838 
einem links an der Wand hangenden Spiegel und probiert 
die Wirkung eines Schmuckstiickes. Links hinter ihr steht 
die Zofe, eine Mohrin, das Schmuckkastchen in der Hand. 
Rechts im Nebengemache weiter zuriick sitzt ein junger 
Mann lesend an einem Tische. 

Von dieser Komposition sind mehrere Wiederholungen bekannt. 

Eichenholz, h. 0,30, br. 0,23. — Erworben 1843 aus der Sammlung 
Reimer zu Berlin. 

Mignard. Pierre Mignard, gen. le Remain. FranzQsische 
Schule. — Maler und Radiercr, getauft zu Troyes den 
17. November 1612, f zu Paris den 30. Mai 1695. Schiiler 
eines sonst unbekannten Malers Boucher zu Bourges, des 
Bildhauers P'rangois Gentil zu Troyes und des Simon Vouet 
zu Paris; in Rom durch das Studium Annibale Carraccis 
weiter ausgebiidet. Titig zu Rom und Paris (seit 1657). 



2C2 Mignard. Migpon. Millet. 

445 Bildnis der Maria Ma ncini,Nichte des Kardinals 
Mazarin (1639 — 1715; 1661 mit dem Fiirsten Colonna ver- 
mahlt). Mit schwarzem, lockigem Haar, etwas nach links 
gewendet und auf den Beschauer blickend. Die Brust zur 
Halfte entblofit, mit Perlenhalsband und Perlenohrringen, 
Das blaue Gewand liegt lose niber einem spitzenbesetzten 
Hemd. Mit der Rechten halt sie eine Perle an einem roten 
Bandchen. Graubrauner Grund. 

Leinwand, h. 0,75, br. 0,62. — Konigliche Schlosser. 

Mignon. Abraham Mignon, Hollandische Schule. — 
Stillebenmaler, getauft den 21. Juni 1640 zu Frankfurt a. M., 
f daselbst 1679. Schiiler des Jacob Marrellus und J. D. de 
Heem. Tatig in Holland (vornehmlich in Utrecht seit 1660), 
in Frankfurt (1665; 1676 zum letzten Male daselbst erwahnt) 
und einige Zeit in Wetzlar. 
1642 Tote Vogel. Vom Bogen einer grauen Steinnische 
hangt an einem Faden ein totes Rebhuhn herab. Darunter 
hangen und liegen sechs kleinere Vogel. Vom rechts ein- 
zelne Federn und Schrotkorner. 



Bez. rechts unten: 



Eichenholz, h. 0,54, br. 0.41. — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 

Millet. Fran9ois Millet (Mille, vlamisch Frans Mille), 
gen. Francisque. Franzosische Schule. — Landschaftsmaler, 
getauft zu Antwerpen den 27. April 1642, begraben zu Paris 
den 3. Juni 1679. Schiiler Laurens Franckens in Ant- 
werpen und mit diesem schon vor seinem 18. Jahre nach 
Paris iibergesiedelt. In Paris durch das Studium Nicolas 
Poussins und Gaspard Dughets weiter ausgebildet und dort, 
nach verschiedenen Reisen, bis zu seinem Tode^ tatig. 
478B Italienische Landschaft. Reich gegliederte Berg- 
landschaft mit Baumgruppen an einem Wasser zur Linken, 
daruber feme Bergziige. Im Mittelgrund ein Hiigel mit 
einem Kastell und einem antiken Grabmal zur Rechten. Im 
^ Vordergrund eine Schafherde mit dem Hirten. 

Leinwand, h. 0,82, br, 1,03. — Erworben 1882 in London. 




Mittelrheinischer Meister. Modenesischer Meister. 



253 



Mittelrheinischer Meister um 1440. 

Maria mit dem Kinde. Maria unter einem Baldachine 1205 
thronend, halt dem auf ihrem Schofie sitzenden Kinde mit 
der Linken eine Lilie hin. Links vorn kniet der geistliche 
Donator (in kleinerem Mafistab). — Riickseite (abgetrennt): 
Anbetung der Konige. Maria, rechts vor einer romani- 
schen Ruine sitzend, halt auf dem Schofie das Kind, dem 
der zur Linken kniende Konig einen Kelch darreicht. Dahinter 
die beiden anderen Konige und das Gefolge. Rechts hinter 
Maria steht Joseph. An Stelle des Himmels Goldgrund. 

Bildete mit Nr. 1206 zusammen die Fliigel eines Altares, dessen 
mittlerer Teil verschoilen ist. Von Thode, Jahrb. der k. p. Ksts. XXI, 
S. 59 ff. einera um 1440 am Mittelrheine tatigen Meister zugeschrieben, 
von dem sich mehrere Tafelbilder in Darmstadt befinden. 

WeiBtannenholz, h. 2,02, br. 1,08. — Sammlung Solly, 182 1. — 
Aufgestellt in der Abteilung der deutschen Bildwerke. 

Die Dreieinigkeit. Gottvater unter einem Baldachine 1206 
thronend, halt auf dem Schofie den Gekreuzigten, iiber dessen 
Haupte die Taube schwebt. — Riickseite (abgetrennt): 
Vorgang aus der Geschichte des hi. Kreuzes. In 
einem gotischen Kirchenportale steht zur Linken ein Bischof, 
das Kreuz vor sich haltend, begleitet von vier Geistlichen. 
Vor ihm knien Kaiser Konstantin und seine Mutter Helena; 
dahinter das Gefolge. An Stelle des Himmels Goldgrund. 

Gegenstlick zu Nr. 1205. 

Weifltannenholz, h. 2,02, br. 1,08, — Sammlung Solly, 1821. — 
Aufgestellt in der Abteilung der deutschen Bildwerke. 

Modena. S. Barnaba da Modena. 

Modenesischer Meister um 1520. 

Darstellung Christi im Tempel. Auf dem mit 114 
Reliefs gezierten runden Altare steht das von Maria ge- 
haltene Kind, neben Maria rechts Joseph und eine junge 
Magd, einen Korb tragend. Auf der anderen Seite des 
Altars der verehrende Simeon, neben ihm ein junger Mann 
mit einer Schale und Hanna. Hintergrund die Architektur 
des Tempels. 

Ehemals dem Lorenzo Costa zugeschrieben, gchiirt das Bild wohl 
einem von Costa und Ercole Grandi beeinfluOten Meister von Modena 
Oder Carpi an (Bernardino Loschi?) — Das am Altar angebrachte 



2 c^ Moeijaert. Molenaer. 

Wappen ist das der Patrizierfamilie Pio aus Modena, und zwar des 
alteren Zweiges, der 1450 dem Hause Savoyen aggregiert wurde. 
Wahrscheinlich flir Alberto Pio di Savoya (1475 — 1531) in Carpi 
gemalt. 

Pappelholz, h. 1,40, br. 0,94. — Sammlung Solly, 1821. 

Moeijaert. Nicolaes Cornelisz. Moeijaert. Hollandische 
Schule. — Malar und Radierer, geb. kurz vor 1600 wahr- 
scheinlich zu Amsterdam, f daselbst nach 1659 (1669?). 
Tatig zu Amsterdam, wo er 1630 in die Gilde aufgenommen 
wurde, vorher in Italien. In Rom unter dem Einflufi Els- 
heimeis, spater unter dem Rembrandts ausgebildet. 
699 Bacchanal. Zur Linken wird Silen auf einem Ziegen- 
bocke von Satyrn, mannlichen und weiblichen, im Triumphe 
einhergefiihrt; ein alter Satyr prefit ihm den Saft einer 
Traube in den geoffneten Mund. Im Mittelgrunde Bauern 
bei der Weinlese; die einen rechts vor den Ruinen eines 
antiken Bogens mit Abladen und Keltern der Trauben 
beschaftigt, andere von den am Buschwerk auf den Ruinen 
rankenden Reben die Trauben abnehmend. Rechts im 
Grunde Satyrn, welche die iippig von Reben umschlungenen 
Baume ausgelassen im Reigen umtanzen oder zu erklettern 
suchen. 

Bez. unten in der Mitte: 

Eichenholz, h. 0,43, br. 0,80. — Sammlung, Solly, 1821. 

1451 Ruth und Boas. Links steht vor einer Baumgruppe in Be- 
gleitung eines jungen Mannes Boas, dem Ruth zu Fiifien fallt. 
Ein junger Schnitter versucht, sie aufzuheben. Hinter Boas 
zwei andere Schnitter. Rechts im Mittelgrund ein Kornfeld 
mit Schnittern, jenseits desselben Baumgruppen, eine Ruine 
und feme Berge. 

Eichenholz, h. 0,72, br. 0,87. — Alter Besitz. 

Molenaer. Cornells Molenaer. De Scheele Neel gen. 
Niederlandische Schule. — Landschaftsmaler, geb. angeblich 



* Molenaer. 255 

1540 zu Antwerpen, 1564 daselbst als Meister in die Gilde 
aufgenommen und dort gestorben. Schuler seines Vaters, 
tatig zu Antwerpen und Amsterdam. 

Waldige Landschaft. Auf hiigeligem Gelande steht 706 
im Vordergrund in der Mitte eine Gruppe hoher Eichen, zur 
Linken weiter zuruck ein Dorf. Im Grunde .niedrige Hohen. 
Als Staffage die Parabel des barmherzigen Samariters: im 
Mittelgrund an einem Bache der Samariter, um den Ver- 
wundeten bemiiht. Auf der Strafie weiterziehend der Levit 
und der Priester, vorn rechts die um die Kleider des Beraubten 
in Streit geratenen Rauber. Im Dorfe wird der Verwundete 
in das Wirtshaus aufgenommen. 

Bcz. rechts unten: 



CM.. 



Eichenholz, h. 0,99, br. 1,50. — Sammlung Solly, 182 1. 

Molenaer. Jan Miense Molenaer. Hollandische Schule. 
— Geb. zu Haarlem um 1610, begraben deselbst den 19. Sep- 
tember 1668. Unter dem Einflusse des Frans Hals gebildet; 
spater von Rembrandt angeregt. Tatig zu Haarlem, wo er 
sich 1633 mit der Malerin Judith Leyster vermahlte, zu 
Amsterdam (1636 bis 1648) und zu Heemstede. 

Die Werkstatt des Malers. Vorn tanzt ein Zwerg 873 
mit einem Hunde nach der Musik eines weiter hinten 
sitzenden Leiermanns, zur Linken der Maler mit seiner 
Palette. Vorn rechts auf einer Staffelei ein Bild, das den 
Vorgang darstellt. Weiter zuruck eine junge Frau und ein 
jungerer Maler mit der Palette in der Linken. 

Bez. oben an der Landkarte f jetzt undeutlich geworden) : JMROLE- 
NAER (das J M und R verbunden) pinxit 163 1. — Das Bild gehiirt 
zu den frUheren Werken des Meisters, die den EinfluB des Frans Hals 
zeigen. 

Leinwand, h. 0,91, br, 1,27. — Erworben 1837. 

Der Bankelsanger. Zur Linken hat sich auf der 946 
Briistung einer steinernen Briicke ein Bankelsanger mit 
seinem Weibe postiert, der den um ihn versammelten Bauern 
und Kindern eine Schnurre vortragt, wahrend die Frau Ab- 



2 eg Molenacr. Mommers. Moniper. 

driicke des Liedes ausbietet. Rechts auf einer DorfstraiJe 
Bauern bei der Arbeit. 



Bez. in der Mitte an der BrUckenrampe : 



^oldNotr 



Aus der mittleren Zeit des Meisters. 

Eichenholz, h. P,46, br. 0,69. — Konigliche Schlosser, 

949 Die Dorfschanke. In der Tenne eines Bauernhauses 
ist eine Gesellschaft in ausgelassener Heiterkeit beim Hoch- 
zeitsschmause versammelt. Links vorn ein junges tanzendes 
Paar; rechts oben zwei Spielleute. 

Bez. rechts an einer Bank: Q- . fs/^Q^CTlOLeT^ .j^^^ 

Eine veranderte Wiederholung in grofierem Format befand sich in 
der Sammlung J. A. Berg auf Heleneborg bei Stockholm. 
Eichenholz, h. 0,45, br. 0,68. — Konigliche Schlosser. 

Mommers. Hendrick Mommers. Hollandische Schule. — 
Geb. angeblich 1623 zu Haarlem, begraben den 21. Dez. 1693 
zu Amsterdam. 1647 ii"" Haarlem als Meister in die 
Gilde aufgenommen. Tatig zu Haarlem (nach einem Aufent- 
halt in Rom) und Amsterdam (seit ungefahr 1665). 

845 Landschaft mit Hirten. Eine Magd mit Eimern 
kommt von einer Anhohe den Weg herab, an dem zur 
Rechten zwei Hirtenknaben neben einigen Schafen und 
einer Kuh rasten. Links Blick auf feme Hiigellandschaft. 



Bez. unten in der Mitte: 



^OTi"»ms -*^ 



Eichenholz, h. 0,51, br. 0,71. — Erworben 1843 aus der Samm- 
lung Reimer zu Berlin. 

Momper. Frans de Momper. Vlamische Schule. — Land- 
schaftsmaler, geb. den i7.0ktober 1603 zu Antwerpen, f da- 
selbst 1660 oder 1661. Vermutlich Sohn und Schiiler Jodocus 
de Mompers, spater unter dem Einflusse der hollandischen 
Landschaftsmaler, wie van Goijen fortgebildet. Tatig zu 
Antwerpen (1629/30 in die Gilde aufgenommen), Amsterdam, 
Haarlem und im Haag. 



Momper. Montagna. 25? 

Blick auf Amsterdam. An einem stillen Wasser, iiber 772 
das links eine Briicke fuhrt, liegen rechts am jenseitigen 
Ufer einige Hauser. Waiter hinten die Stadt Amsterdam. 

Bez. rechts unteu: '. 

^^r __ Eichenholz, h. 0,60, br. 0,85. — Erworben 1843 aus 

der Sammlung Reimer zu Berlin. 

a Montagna. Bartolommeo Montagna. Schule von 

Vicenza. — Geb.vermutlichzuOrzinuovi(derHeimat 
^^ seines Vaters Antonio) im Gebiete von Brescia um 
*C^ 1440 — 1445, ^^s Burger von Vicenza urkundlich zu- 

herst 1480 erwahnt, f daselbst den 11. Oktober 1523. 
Unter dem Einflusse Mantegnas und Carpaccios 
wahrscheinlich in Venedig gebildet. Tatig zu 
Vicenza, kurze Zeit in Venedig (1482), Bassano, 
Padua und Verona. 

^ Thronende Maria mit dem Kind und zwei 44 

"* ^j Heilige. Auf hohem Throne sitzend, halt Maria 

^^^ das auf ihrem Schofie stehende Kind. Vor dem 

«^^ Throne links der hi. Homobonus, einem Armen, der 

^1 hinter ihm kniet, ein Almosen reichend, rechts der 

hl.Franziskus mit KreuzundBuch. HinterFranziskus, 

* in kleinerem Mafistabe, der kniende Stifter Bernardino 

• da Feltre in Franziskanertracht; iiber seinen gefal- 

• teten Handen ein kleiner griiner Hugel mit Miinzen 

* iiberdeckt und einem Kreuz auf der Spitze, das 
^y^ Wahrzeichen der Pfandhauser. Vorn ganz klein die 

>hl. Katharina. Hintergrund bergige Landschaft 
Bez. auf dem Thronsockel: M. D. (Mater Domini) und 
unten auf der gcmalten Leiste wie nebenstehend (der V'or- 
^\ ^ name ist durch eine alte Retouche ausgeloscht). — Das Bild 
r^"^ wurde fiir S. Marco in Lonigo gemalt. Die zugehOrige Predella 

Oim Museo Civico zu Vicenza. — Bernardino da Feltre war 
der Grllnder der Pfandhauser in Italien. 
Leinwand, oben geschweift, h. 2,03, br. 1,57. — Sammlung Solly, 1821. 

Der auferstandene Christus mit Magdalena und 44B 
zwei Heilige. In der Mitte steht der auferstandene Christus 

Verz. d. Gemiilde. I -j 



jcg Montagna. Mor. 

mit abwehrender Handbewegung vor Magdalena, die links 
mit ausgebreiteten Armen vor ihm am Boden kniet. Im 
Hintergrunde das Felsengrab. Zu beiden Seiten rahmende 
Bogenarchitektur, unter der links Johannes der Taufer in 
rotem Mantel, mit Kreuzesstab und Buch in den Handen, 
steht, rechts der hi. Hieronymus, in einem Buche lesend, 
hinter ihm der Lowe. Hintergrund Gebirgslandschaft mit 
einer Stadt. 

Sammlung Lord Ashburnhani, London. 

Leinwand, h. 1,72, br. 1,60. — Erworben 1903 aus dem Londoner 
Kunsthandel. 

Mor. Antonis Mor, Moor oder Moro (nach seinem Gut 
auch van Dashorst). Niederlandische Schule. — Vor- 
nehmlich Bildnismaler, geb. zu Utrecht angeblich 15 12, 
f zu Antwerpen zwischen 1576 und 1578. Schiiler Jan 
van Scorels zu Utrecht, unter dem Einflufi italienischer 
Meister ausgebildet (urkundlich in Rom 1550). Tatig zumeist 
in Utrecht und Antwerpen (1547 in die Gilde aufgenommen), 
zeitweilig an den Hofen von Madrid (als HofmalerPhilippsII.), 
Lissabon (1553), London (1554) und Briissel. 
585A Bildnis der Utrechter Domherren Cornelis van 
Horn und Antonis Taets. Beide nach rechts gewendet, 
^van Horn im Profil, Taets halb seitlich und auf den Be- 
schauer blickend. Bartlos und barhaupt in weifier Ordens- 
tracht, jeder einen Palmenzweig haltend und mit gefalteten 
Handen. Grauer Grund. 

Bez. am oberen Rand einer Inschrifttafel, auf dem auch die Wappen 
angebracht sind: 

Auf der Tafel in der Mitte das Kreuz von Jerusalem, zu beiden 

Seiten Namen und Titel der Dargestellten, die als Briider vom Orden 

des hi. Grabes ihre Pilgerfahrt nach Jerusalem gemacht hatten, sowie 

das Jahr der Reise van Horns (1521). Unter dem Bildnis zur Linken: 

Meister cornelis van horn Doctor wt weest vrieslant gheboren 

Canonick in den dom thutrecht was the iherusalem in de hei- 

lichge stee 
Domen screef dusent vyfhondert en tuyntisch so gip [sic, anstatt 

gy] mocht horen 
hy hebbe daervoor hier naemaels den euichghe vree; 



Mor. Morales. Moreelse. 250 

unter dem Bildnis zur Rechten: 

heer Anthonis taets van Ameronghen wel becant 

gheboren van vtrecht canonick in den Dom 

is gheweest the iherusalem in dat heyliche lant 

the romen sant iacops ende al om end om. 
FrUhestes datiertes Werk des Meisters, noch im Anschlufi an Scorel 
(s. dessen Bild der Jerusalemfahrer im stadt. Museum zu Haarlem) und 
vor seiner Beeinflussung durch italienische Meister. 

Halbfig. Eichenholz, h. 0,74, br. 0,96. — ,Erworben 1859. 

Bildnis der Herzogin Margaretha von Parma. 585B 
Fast ganz von vorn gesehen und auf den Beschauer blickend. 
In reichem goldverziertem schwarzem Kleid, iiber gold- 
gesticktem rotem Unterkleid. Mit kleiner gefalteter weifier 
Halskrause. Das rotbraune Haar von einem mit Edelsteinen 
und Perlen gezierten Diadem gehalten, dariiber herabfallend 
ein leichter weifier Schleier, in dem vorn auf der Brust ein 
Schmuckstiick mit einer grofien Perle hangt. Um den Hals 
eine doppelte Perlenkette, die bis zum Giirtel herabreicht. 
In der Rechten die Handschuhe haltend, die Linke auf einen 
Tisch mit griiner Samtdecke gestutzt. Dunkler Grund. 

Margaretha von Osterreich, Tochter Kaiser Karls V., geb. den 
28. Dezember 1522, vermahlt 1538 mit Ottavio Farnese, Herzog 
von Parma, Generalstatthalterin der spanischen Niederlande, f den 
21. September 1586. — Eine alte Kopie (bis zur Brust) im k. k. Hof- 
museum zu Wien. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,06, br. 0,755. — Erworben 1906 aus 
Berliner Privatbesitz. 

S. auch Heemskerck. Nr. 570. 

Morales. Luis de Morales, gen. el Divine. Spanische 
Schule. — Geb. zu Badajoz zu Anfang des 16. Jahrhunderts, 
t daselbst 1586. Tatig vornehmlich in Badajoz und einige 
Zeit in Madrid am Hofe Philipps II. 

Maria mit dem Kinde. Maria, von vorn gesehen, 412 
den Kopf etwas nach links gewendet, halt das Kind auf 
ihrem Schofie, das in der Rechten eine Garnweife als Kreuz, 
in der Linken eine Spindel halt. Schwarzer Grund. 

Von dem Bilde kommen mehrfach Wiederholungen vor. 

Maria Halbfig. etwas unter Lebensgr. Eichenholz, h. 0,48, br. 0,33. 
— Erworben 1841/42 in Italien. 

Moreelse. Paulus Moreelse. Hollandische Schule. — 
Bildnismaler, auchZeichner fiir denHolzschnitt und Architekt, 

i7» 



260 Moreelse. Moretto. 

geb. zu Utrecht 1571, f daselbst den 19. Marz 
1638. Schiller Michiel Jansz. Mierevelts zu Delft. 
Vor 1604 in Italien. Tatig zu Utrecht (1596 in 
die Gilde aufgenommen). 
753 Bildnis einer jungen Frau. 
Nach links gewendet und auf den 
Beschauer blickend. In schwarzer ge- 
bliimter Seide, breit^m wei6em Miihl- 
steinkragen, Spitzenhaube und Man- 
schetten. In der an der Seite herab- 
hangenden Rechten einen schwarzen 
Federfacher. Dunkler Grund. 
Bez. rechts oben: 






I 6 1. 8 



m 



Kniefig. Eichenholz, h. 1,20, br. 0,88. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Moretto. Alessandro Bonvicino 
gen. Moretto da Brescia. Zeichnet sich 
Alex. Morettus. Schule von Brescia. — 
Geb. zu Brescia um 1498, f daselbst 
den 22. Dezember 1554. Schiller und 
Gehilfe des Fioravante Ferramola zu 
Brescia, dann nach Romanino, Tizian 
und Raphael (vornehmlich nach seinen 
Stichen) fortgebildet. Zumeist in 
Brescia tatig, zeitweilig in Bergamo 
1529), Mailand und Verona (1540 — 1541). 
197 Maria und Elisabeth in der Glorie. Auf 
Wolken gelagert Maria mit dem Kinde neben der hi. 
Elisabeth und dem kleinen Johannes, von zwei Engeln 
verehrt; dariiber die Taube in der Glorie. Unten 
knien der Stifter Fra Bartolommeo Averoldo, Abt ^^ 

CO 




Moretto. Morone. 



261 




des Klosters der Umiliati in Verona, und rechts dessen Neffe 
Aurelio Averoldo, beide in weifier Ordenstracht. Uber ihnen 
ein Engel mit Spruchband. Durch ein Portal 
Blick auf felsige Landschaft. 

Bez. auf dem Mittelstreifen des FuBbodens wie 
umstehend. — Auf dem Spruchband des Engels: 
TVO SYDERE AFFLARI REVIVISCERE EST (etwa: 
der Strahl deines Gestimes gibt neues Leben). — Von 
Averoldo 1 541 fiir die Kirche della Ghiara in Verona 
bestellt. 

Leinwand, h. 2,65, br. 1,86. — Erworben 1841 aus 
der Sammlung des Grafen Lecchi in Brescia. 

Morone. Francesco (di Domenico) Morone. 

Schule von Verona. — Geb. zu Verona 1473 
oder 1474, t daselbst den 16. Mai 1529. Schiiler 
und Gehilfe seines Vaters Domenico. Tatig zu 
Verona. 

Maria mit dem Kinde. Maria tragt auf 46 
den Armen das nackte Kind, das mit der 
Rechten den Segen erteilt und auf seiner Linken 
einen Stieglitz halt. Hintergrund bergige Land- 
schaft mit einer Burg. 

Bez. auf dem Halssaura des Kleides der Maria 
wie nebenstehend. Im Nimbus des Kindes die Um- 
schrift: UNUS VERONEN) FT. VERONAE. 

Maria Halbfig. in '/i Lebensgr. Leinwand, h. 0,48, 
br. 0,40. — Erworben 1830 durch Tausch von Solly. 



Thronende Maria mit dem Kind und 

zwei Heilige. Auf hohem Throne sitzend, 

halt Maria das Kind auf ihrem Schofie. Links 

neben dem Throne steht der hi. Antonius 

Eremita, auf seinen Kriickstock gestiitzt, heben 

ihm das Schwein, rechts der hi. Hieronymus 

(Paulus) mit anbetend erhobenen Handen. 

Hinter Maria hangt ein schmaler Vorhang 

herab, zu dessen Seiten man iiber eine niedrige Mauer in 

gebirgige Landschaft blickt. Auf dem Thronsockel ein 

Wappen mit drei Rosen auf griinem Grund. 

Bez. rechts unten: 



46B 



262 Morone. Moroni. Mostaert. 

Leinwand, h. 1,56, br. 1,37. — Sammlung Solly, 1821. 

Moroni. Giovanni Battista Moroni oder Morone. Schule 
von Bergamo. — Geb. in dem Dorfe Bondo bei Albino 
(Provinz Bergamo) urn 1525, f zu Bergamo den 5. Februar 
1578. Schiller Morettos. Tatig in Bergamo und Umgebung. 
167 Bildnis eines jungen Mannes. Mit kurz geschorenem 
Haar und Knebelbart. Nach rechts gewendet und auf den 
Beschauer blickend, vor einem mit griinem Teppiche be- 
deckten Tische sitzend. In schwarzseidenem Warns. Die 
auf dem Tische ruhende Linke halt einen Brief. Grauer 
Grund. 

Auf einem Briefe, der auf dem Tische liegt, das Datum: Settembre 
XX. MDLIII. 

Halbfig. Leinwand, h. 1,00, br. 0,80. — Sammlung Solly, 1821. 

193 Bildnis eines Mannes. Nach links gewendet und auf 
den Beschauer blickend. Mit schwarzem Vollbart, in grauem 
pelzgefiittertem Gewand. Grauer Grund. 

Gait als Selbstbildnis des Meisters. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,65, br. 0,48. — Erworben 1842 in 
Rom vom Maler Ximenez. 

193A Bildnis eines Gelehrten. Mit kurz geschorenem 
blondem Haar, halb nach links gewendet und auf den 
Beschauer blickend. In schwarzer Kleidung. Der linke 
Arm ruht auf einem Folianten, der rechts auf einem mit 
griinem Teppiche bedeckten Tische liegt. In der Rechten 
eine Pfianze. Grauer Gruoid. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,97, br. 0,80. — Erworben 1873 in Florenz. 

Mostaert. Der sogenannte (von Waagen aufgestellte) 
Mostaert. Dieser Nachfolger Gerard Davids, der zu Briigge 
in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts tatig war, 
ist neuerdings mit Adriaen Isenbrant (1510 zu Briigge in 
die Malergilde aufgenommen, f daselbst im Juli 1551) 



Mostaert. Multscher, 263 

identifiziert worden und keineswegs identisch mit dem in 
Haarlem tatigen Jan Mostaert, dessen Biographie van 
Mander mitteilt. S. aber Niederlandischer Meister 
um 1510 — 1520, Nr. 591. 

Maria mit dem Kinde. Vor einem griinen Vorhange 554 
sitzend, halt Maria das nackte Kind auf dem Schofi, ein 
Gebetbuch, in dem das Kind blattert, in ihrer Linken. tJber 
ihrem Haupt halten zwei schwebende Engel eine Krone. 

Eichenholz, die oberen Ecken abgeschragt, h. 0,31, br. 0,19. — 
Sammlung Soil)', 1821. 

Mostaert? Ruhe auf der Flucht nach Agypten. 621 
Maria sitzt unter einem Baum und reicht dem Kinde die 
Brust. Im Mittelgrunde der weiten Landschaft reitet Joseph 
auf seinem Esel. 

Eichenholz, h. 0,16, br. 0,13. — Sammlung Solly, 1821. 

Multscher. Hans Multscher. Zeichnet sich Hanss 
Muoltscher. Deutsche Schule (Ulm). — Maler und Bild- 
hauer in Holz und Stein, geb. um 1400 zu Reichenhofen 
bei Leutkirch, 1467 zu Ulm als verstorben erwahnt. Tatig 
zu Ulm zwischen 1427 (in diesem Jahre daselbst als Burger 
aufgenommen) und 1467, in Sterzing 1457. 

Acht Tafeln mit Darstellungen aus dem Marien- 1621-1621G 
leben und der Passion Christi (zwei Altarflugel mit je 
zwei Darstellungen vibereinander auf der Vorder- und Riick- 
seite). 

Geburt Christi. Unter dem Vordach einer verfallenen 1621 
HiJtte kniet rechts Maria vor dem in einem Korbe liegen- 
den Kinde, links hinter ihr Joseph in Anbetung. Jenseits 
eines Bretterzaunes links drangen sich Manner und Frauen. 
Dariiber auf einem Hiigel die Verkiindigung an die Hirten. 
Auf dem Dache der Hiitte drei singende Engel. Im Innern 
der Hiitte zwei Kinder, in einem Wandfache Biicher. Gold- 
grund. Im Vordergrunde schneidet eine niedrige Archi- 
tektur in die Tafel ein. 

Tannenholz, h. 1,48, br. 1,40. 

Anbetung der Konige. Unter dem Vorbau einer in 1621 A 
eine Ruine eingebauten Hiitte sitzt vor einem roten Vorhang 
Maria mit dem Christkind auf dem Schoflc, dem der alteste 
Konig kniend einen Schmuckkasten iiberreicht. Hinter ihm 



264 



Multscher. 



die beiden anderen Konige 
mit Prachtgefafien in den 
Handen und das Gefolge. 
Links hinter Maria kniet 
Joseph mit einem Tiegel in 
der Rechten. Goldgrund. 
Im Vordergrunde schneidet 
eine niedrige Architektur in 
die Tafel ein. 

Tannenholz, h. 1,48, br. 1,40. 

1621B Pfingstfest. In einem 
gotischen Bau sitzt in der 
Mitte Maria, umgeben von 
den zwolf Aposteln. Von 
oben schwebt dieTaube des 
hi. Geistqs herab. Gold- 
grund. 

Oben am Gewolbe die Be- 
zeichnung des Meisters. S. unter 
Nr. 1621 G. 

Tannenholz, h. 1,48, br. 1,40. 

1621 C Tod Mariae. In einem 
gotischen Gemache liegt 
Maria tot auf ihrer Bettstatt, 
umgeben von den betenden 
Aposteln, unter ihnen Petrus 
mit erhobenem Weihwedel. 
Hinter dem Bette steht 
Christus mit segnender Ge- 
barde und tragt auf dem 
Arme die Seele der Maria. 
Rechts im Vordergrunde 
zwei Gefafie mit Blumen. 

Am unteren Rande die Be- 
zeichnung des Meisters wie neben- 
stehend. S. unter Nr. 1621G. 

Tannenholz, h. 1,48, br. 1,40. 

1621D Christus amOlberge. 
Rechts kniet Christus im 
Gebete vor einem Felsen, 




Multscher. 1265 

auf dem der Engel in weifiem Gewande mit Kelch und 
Kreuz erscheint. Links im Vordergrund kauern schlafend 
die drei Apostel. Hinter ihnen iibersteigt eine von Judas 
gefiihrte Schar von Kriegsknechten den geflochtenen Garten- 
zaun. Goldgrund. 

Tannenholz, h. 1,48, br. 1,40. 

Christus vorPilatus. Geleitet von einer Schar Kriegs-1621E 
knechte wird Christus gefesselt vor Pilatus gefiihrt, der links 
unter einem Baldachine sitzt und seine Hande in einem Becken 
wascht, das ihm ein kniender Page vorhalt, wahrend ein 
zweiter ihm Wasser iiber die Hande gieiit. Links hinter 
Pilatus sein Weib mit einer Dienerin. Goldgrund. 

Tannenholz, h. 1,48, br. 1,40. 

Kreuztragung Christi. Von einer dichten Mange von 1621 F 
Kriegsknechten, Pharisaern und Volk umdrangt, bricht 
Christus unter der Last des Kreuzes zusammen. Im Vorder- 
grunde werfen Gassenbuben mit Steinen nach ihm. Links 
sucht Joseph von Arimathia das Kreuz aufzurichten; hinter 
ihm der Zug der Frauen mit Maria und Johannes an der 
Spitze, die von einem der Kriegsknechte zuriickgestofien 
werden. Goldgrund. 

Tannenholz, h. 1,48, br. 1,40. 

Auferstehung Christi. Aus dem in einen Felsen 1621G 
eingebauten, mit Siegeln verschlossenen Sarkophage geht 
Christus hervor, bekleidet mit einem roten Mantel, in der 
Linken das Kreuz, die Rechte segnend erhoben. Vor und 
hinter dem Sarkophag je zwei schlafende Wachter. Hinter- 
grund ein Garten mit Baumen, von einem Zaun umgeben, 
rechts ein Felsen. Goldgrund. 

Auf der Tafel des Marientodes (Nr. 1621C) steht in einer Reihe 
die Inschrift (wie nebenstehend) : »bitte got fUr hanssen muoltscheren 
v6 richehofe burg' ze ulm haut dz werk gemacht do ma zalt 
MCCCCXXXVIU. Auf der Tafel des Pfingstfestes (Nr. 1621B) 
steht: HANS NVOLTS-CER VO RlCHE | HOVEN HAVT GE. — 
Aus der friiheren Zeit des Meisters. — Die acht Tafein bildeten 
urspriinglich zwei auf beiden Seiten mit je zwei Darstellungen llber- 
einander geschmlickte AltarflUgel, Nach Analogic des Sterzinger 
Altars dlirfen wir die Bilder so geordnet denken: bei geschlossenen 
FlUgeln: oben links Christi Geburt, rechts die Anbetung der Konige; 
unten links das Pfmgstfest, rechts der Tod Mariii. Bei geoffneten 
FlUgeln: oben links die Olbergszene, rechts Christus vor Pilatus; 



266 Multscher. Murano. Murillo. 

unten links die Kreuztragung, rechts die Auferstehung Christi. Die 
Flilgel verschlossen einen Altarschrein, der vermutlich die Kreuzi- 
gung in Schnitzerei barg. — Ehemals in der Galerie des Grafen 
Truchsefl von Waldburg, die vor 1803 nach England geschafft und 
dort verkauft wurde. — Vgl. Friedlander, Jahrb. der k. pr. Ksts. 
XXII S. 253 ff. 

Tannenholz, h. 1,48, br. 1,40. — Erworben 1900 als Geschenk des 
Sir Julius Wernher in London. — Aufgestellt in der Abteilung 
der deutschen Bildwerke. 

Murano. Schule von Murano um 1450. Venetianische 
Schule. 
1155 Der Erzengel Michael. In gelbbrauner Riistung steht 
Michael auf dem Drachen, dessen Kopf er mit der Lanze 
durchbohrt. In der Linken halt er die Seelenwage, in deren 
Schalen zwei nackte Gestalten knien, als Sinnbilder der 
Seligkeit und der Verdamnis. Hintergrund schroffe Felsen- 
bildungen, dariiber schwarzer Grund. 

Pappelholz, h. i,i6, br. 0,49. — Sammlung Solly, 182 1. 

Murano. Schule von Murano um 1480. Venetianische 
Schule. 
47A Maria Himmelfahrt. Maria, mit gefalteten Handen, 
wird in feuriger Glorie von vier Engeln emporgetragen. 
Auf der Erde, zu beiden Seiten des steinernen Grabes, 
zwei jugendliche Heilige, der zur Linken mit Schwert, der zur 
Rechten mit Szepter und Krone. Goldgrund. 

Von Crowe und Cavalcaselle vermutungsweise Falconetto zu- 
geschrieben. Doch ist die Herkunft des Bildes von diesem Meister nicht 
wahrscbeinlich. Vielleicht ist Andrea da Murano (tatig nach 
urkundlichen Nachrichten von 1462 — 1502) der Autor des schwer zu 
bestimmenden Bildes. 

Pappelholz, h. 1,50, br. 1,58. — Wahrscheinlich Sammlung Solly, 1821. 

Murillo. Bartolome Esteban Murillo. Spanische Schule 
(Sevilla). — Getauft zu Sevilla den i. Januar 1618, f da- 
selbst den 3. April 1682. Schiiler des Juan de Castillo zu 
Sevilla; ausgebildet zu Madrid (1642 — 1645) unter dem Ein- 
flusse von Velasquez sowie der Werke des Ribera, Rubens 
und van Dyck. Tatig vornehmlich zu Sevilla. 
414 Der hi. Antonius von Padua mit dem Christ- 
kind e. Der Heilige, nach links gewendet, halt das Kind, 
welches das Gesicht liebkosend an das seinige schmiegt. 



Murillo. Musscher. 267 

kniend auf den Armen. Von oben links schweben drei 
Engel herab, zwei andere iiber dem Haupte des Heiligen. 
Zu seinen Fiifien ein Engel mit einem Buch, hinter diesem 
ein zweiter mit einer Lilie (den Attributen des hi. Antonius). 
Hintergrund hiigelige Landschaft. 

Der Meister hat dieses Motiv ofters behandelt. In der Kathedrale 
zu Sevilla stellt ein beriihmtes Bild das Christkind dar, wie es 
im lichten Schein einer Engelsglorie zum knienden Antonius herab- 
schwebt, den Moment also, der unserer Darstellung vorangeht. — Eine 
Zeichnung zu unserem Bild im Louvre (Sammlung His de La Salle). 

Leinwand, h. 1,65, br. 2,00. — Envorben 1835 in Paris aus der 
Sammlung des Barons Mathieu Favier, der seine Bilder unter Marschall 
Soult in Spanien zusammengebracht hatte. 

Anbetung der Hirten. Unter dem Torbogen einer 414 C 
Ruine kniet rechts Maria vor dem in der Krippe liegenden 
Kind, das Linnen auseinander schlagend. Links knien 
anbetend ein alter Hirt und eine alte Frau, hinter der ein 
junger Hirt auf seinen Stab gelehnt zuschaut. Ganz links 
im Vordergund eilen zwei andere Hirten herbei, der eine 
ein Lamm auf der Schulter tragend. Rechts hinter Maria 
steht Joseph, auf seinen Stab gestiitzt. Neben ihm ist der 
Kopf eines Rindes und eines Esels sichtbar. 

Aus der friiheren Zeit des Meisters. 

Leinwand, h. 1,70, br. 1,96. — Envorben 1905 aus dem englischen 
Kunsthandel. 

Musscher. Michiel van Musscher. Hollandische Schule. 
— Maler (besonders von Bildnissen) und Radierer, geb. zu 
Rotterdam den 27. Januar 1645, f den 20. Juni 1705, wahr- 
scheinlich zu Amsterdam. Schiiler Martijn Zaagmolens 
(1660), A. van den Tempels (1661), Gabriel Metsus (1665) 
und Adriaen van Ostades (1667). Tatig vornehmlich zu 
Amsterdam, wo er 1688 das Biirgerrecht erwarb. 

Bildnis eines alteren Mannes. Mit langer Allonge- 850A 
perriicke, der K6rper nach rechts, der Kopf mehr dem Be- 
schauer zugewendet. Um den Hals ein schmales Halstuch 
geschlungen, in hellem Untergewand unter schwarzem Rock, 
dariiber ein rotbrauner Mantel. Die rechte Hand in die 
Hiifte gestiitzt, den linken Arm auf das Postament einer 
Saule gelehnt. Dunkler Grund. 

Bcz. auf dem Postament der Saule: 



977 



268 Musscher. Nasort. 

M.MvX^clier 

Kniefig. in '/^ I.ebensgr. Leinwand, h. 0,49, br. 0,40. — Er- 
worben 1878 in Berlin vom Restaurator Schmidt. 

Nason. Pieter Nason, Hollandische Schule. — Bildnis- 
und Stillebenmaler, geb. 161 2 in Amsterdam, i639imHaag 
als Meister in die alte Lukasgilde aufgenommen, 1656 Mit- 
begriinder der neuen Malergilde, f zwischen 1688 und 1691 
im Haag. Angeblich Schiiler Jan van Ravesteijns. Tatig 
im Haag und vermutlich eine Zeitlang am kurfiirstlichen 
Hofe zu Berlin. 

S t i 1 1 e b e n. Auf der teil weise mit einem griinen Teppiche 
bedeckten Marmorplatte eines Tisches steht ein Pokal, ein 
venetianisches Weinglas und ein halb gefiilltes Spitzglas. 
Daneben eine silberne Schale mit Friichten und eine Platte 
mit Austern und einem Brotchen. Dunkler Grund. 

Bez. rechts unten: 




Leinwand, h. 0,84, br. 0,67. — Konigliche Schlosser. 
1007A Bildnis eines jungen Mannes. Bartlos, mit langem 
schwarzem Haar. Fast von vom gesehen, mit geringer 
Wendung nach rechts und auf den Beschauer blickend. In 
einen weiten schwarzen Mantel gehiillt, mit schlaffem Spitzen- 
kragen. Den rechten Arm auf ein Postament gelehnt, die 
Linke in die Seite gestemmt. Hintergrund Parklandschaft, 
Bez. links unten am Postament: 



Neer. 269 

Halbfig. Leinwand, h. 0,83, br. 0,67. — Erworben 1847 von 
Frau Prof. Kretschmar in Berlin. 

Neer. Aert (Aernout) van der Neer. Hollandische 
Schule. — Landschaftsmaler, gab. 1603 zu Amsterdam, 
f den 9. November 1677. Tatig vornehmlich zu Amsterdam. 

Brand einer hollandischen Stadt. In der Nahe 840 
eines hohen Briickentores wiitet vor einer Kirche eine 
Feuersbrunst. Eine dichte Menschenmenge ist mit Loschen 
und Retten beschaftigt. Am Horizont erhebt sich iiber dem 
Meeresarme die Mondscheibe. 



Bez. vom an einem Boote: 



)^Dtl 



Leinwand, h. 0,75, br. 1,03. — Erworben 1844 in Rotterdam. 

Winterlandschaft. Auf dem gefrorenen Spiegel eines 840 C 
Flusses bewegen sich Schlittschuhlaufer und Spazierganger. 
Vorn Kalfspieler. Am Ufer zur Rechten eine Dorfstrafie. 
Links in der Feme eine Stadt mit hohem Kirchturm ohne Helm. 



Bez. links unten: 



An 



Sammlung Pastor, Burtscheid 1820. 

Eichenholz, h. 0,59, br. 0,82. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Mondscheinlandschaft. Am jenseitigen Ufer eines 842 
breiten Flufiarmes, zur Rechten einzelne Hauser zwischen 
Baumen, zur Linken ein^ kleine Stadt. Auf dem Flufi 
einzelne Boote, vorn Fischer in einem Kahn, mit dem Auf- 
hangen ihrer Netze beschaftigt. 



Bez. rechts unten: 



Am 



Eichenholz, h. 0,32, br. 0,46. — Erworben 1843 ^"^ der Sammlung 
Reimer zu Berlin. 

Mondscheinlandschaft. Ein Flu6 zieht sich vom 842A 
Hintergrund nach links vorn. An seinem Ufer links fiihrt 
eine Dorfstrafie mit BSumen hin. Am Ufer zur Rechten ein 
Weg, auf dem ein Fferd einen Kahn zieht. Weiter zuriick 
eine Windmiihle und eine Ortschaft. 

Sammlung Mecklenburg, Paris 1854. 

leinwand, h. 0,53, br. 0,73. — Sannnlung Sucmiondt, 1874. 



270 



Neer. Neroccio. 



842B Mondscheinlandschaft. An den Ufern eines breiten 
Flusses liegt links ein Dorf, rechts ein altes Kastell zwischen 
Baumen und ein Befestigungsturm. Im Mittelgrunde legt 
ein Fischerkahn an einer Landzunge an. 



Bez. am Boden links: 



^Oi 



Sammlung Schonbom, Wien 1866. 

Leinwand, h. 0,33, br. 0,42. — Sammlung Suermondt, 1874. 

842D Sonnenuntergang. Am Ende eines breiten Wassers, 
an dessen Ufer ein Weg zwischen Baumen entlang fiihrt, 
liegt eine kleine hollandische Stadt, hinter der die Sonne 
untergeht. 

Bez. links unten: 5^^ fM ^ 

Eichenholz, h. 0,175, br. 0,38. — Erworben 1900 aus dem Wiener 
Kunsthandel. — Eigentum des Kaiser Friedrich-Museums- 
Vereins. 

Neer. Eglon Hendrik van der Neer. Hollandische 
Schule. — Geb. zu Amsterdam 1635 oder 1636, f zu Diissel- 
dorf den 3. Mai 1703. Schuler seines Vaters Aert van der 
Neer, spater in der Lehre bei Jacob van Loo zu Amsterdam. 
Nach einem mehrjahrigen Aufenthalt in Frankreich ab- 
wechselnd tatig in Rotterdam (nachweisbar von 1663 — 1679), 
im Haag (urkundlich 1670), in Amsterdam, Briissel (1679 
bis 1691) und Diisseldorf (als Hofmaler des Kurfiirsten 
Johann Wilhelm von der Pfalz). 

846A Tobias mit dem Engel. Tobias hat sich unter 

. einem Baume zur Rast niedergelassen und spricht zu dem in 

seidene Gewander gekleideten Erzengel Raphael, der links 

vor ihm steht. Auf dem Wege der Fisch und ein Hiindchen. 

Hintergrund waldige Landschaft. 

Bez. links am Boden unter den Baumstamnien: Q ^ ^^^f-J^' 

Sammlung Simonet, 1873. 

Eichenholz, h. 0,29, br. 0,225. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Neroccio. Neroccio di Bartolommeo di Benedetto de' 
Landi. Schule von Siena. — Maler und Bildhauer, geb. zu 



Neroccio. Netscher. 271 

Siena 1447, f daselbst vor dem 26. November 1500. Unter 
dem Einflusse des Vecchietta und Francesco di Giorgio ge- 
bildet. Tatig zu Siena. 

Maria mit dem Kind und zwei Heilige. Maria 63A 
halt das mit einem goldenen Hemdchen bekleidete Kind auf 
dem rechten Arm. Weiter zuriick rechts die hi. Katharina 
von Siena, links ein hi. Dominikaner-Bischof. Goldgrund. 

Halbfig. in '/i Lebensgr. Tempera. Pappelholz, h. o,4i,br. 0,30. — 
1884 von Herm Geheimrat Bode der Galerie uberwiesen. 

Netscher. Caspar Netscher. Hollandische Schule. — 
Geb. zu Heidelberg 1639, t ^^ Haag den 15. Januar 1684. 
Kam schon als Kind nach Holland; zu Arnheim Schiller 
H. Costers und spater zu Deventer Schiiler Gerard Ter- 
borchs (um 1655). Tatig seit 1660 im Haag, 1662 daselbst 
in die Lukasgilde aufgenommen, 1659 in Bordeaux. 

Die Lautenspielerin. Nach rechts gewendet, an 846 
einem Tische sitzend, in braunem Seidenkleid und Perlen- 
schmuck. Den rechten Arm auf den Tisch gestiitzt, die 
Laute spielend. Vorn ein griiner Vorhang. Hintergrund 
dunkles Zimmer. 

Eichenholz, h. 0,34, br. 0,25. — Konigliche Schlosser. 

Die Kiiche. Eine alte Kochin, die links neben einem 848 
Tische sitzt, rupft kleine Vogel, deren Federn sie vor sich 
in einen Kiibel wirft. Auf dem Tische rechts eine gerupfte 
Ente, mehrere kleine Vogel und ein Korb mit Kohl. Vorn 
am Boden rechts ein Fafi und Kuchengerat. 



Bez. an der Tischplatte: [N^t C'^^'^ 

Leinwand, h. 0,72, br. 0,58. — Konigliche Schlosser. 

Vertumnus und Pomona. In ihrem Fruchtgarten sitzt 850 
vor einer im Weinlaube versteckten Satyrherme Pomona, 
ein Gartenmesser in der Hand. Vertumnus ist in Gestalt 
einer alten Frau, auf einen Kriickstock gestiitzt, an sie heran- 
getreten und legt seine rechte Hand auf ihren Arm. (Ovids 
Metamorphosen XIV, 623^) 

Bez. am Stein unter dem FuBe der Pomona: /Ktp-j^fcl'lC'lf*' / ^ Vf 

Leinwand, h. 0,50, br. 0,40. — Konigliche Schlosser. 



272 



Netscher. Neufchatel. 



850B Bildnis eines Mannes. Auf der Veranda vor einem 
dunkelgriinen Vorhange sitzt in blauem, goldgesticktem 
Gewand ein vornehmer Herr mit Allongeperriicke, die Linke 
leicht in die Hiifte gestemmt, mit der Rechten auf die 
steinerne Figur einer Themis weisend. Hintergrund Aus- 
blick in einen Park und bewolkten Abendhimmel. 



Bez. unten links : 



I 6 So ■ 



GegenstUck zu Nr. 850C. 

Kniefig. in '/i Lebensgr. Leinwand, h. 0,52, br. 0,44. — Er- 
worben 1893 als Vermachtnis des Herrn Reichert. 
850C Bildnis einer Dame. Auf der Veranda neben einem 
mit einer weiblichen Figur gezierten Springsbrunnen sitzt 
eine reichgekleidete Dame in mittleren Jahren. In ausge- 
schnittenem Kleide, das die Unterarme freilafit. In der 
Linken, die auf dem Scholie ruht, halt sie eine Frucht, mit 
der Rechten weist sie auf die Fontanenfigur, aus deren Mund 
und Briisten Wasser stromt. Hintergrund Park und be- 
wolkter Abendhimmel. 

Bez. auf der Mitte der Verandabrtistung: 



(NrffJ^ 



C 



en. 

''9 



GegenstUck von Nr. 850 B. 

Kniefig. in "/j Lebensgr. Leinwand, h. 0,53, br. 0,44. — Er- 
worben 1893 ^^s Vermachtnis des Herrn Reichert. 

Neufchatel. Nicolaes Neufchatel, gen. Lucidel. Im Ant- 
werpener Gildebuche Colyn van Nieucasteel gen.; zeichnet 
sich Nicolaus de Novocastello. Niederlandische Schule. — 
Geb. wahrscheinlich 1527 in der Grafschaft Bergen im 
Hennegau, f nach 1590. 1539 Schiiler des Peeter Coecke 
van Aelst in Antwerpen. Seit 1561 oder friiher tatig zu 
Nurnberg. 



Neufchatel. Niederlandischer Meister. 



273 



Neufchatel? Bikinis eines Mannas aus der 632 
Familie Tucher. In mittleren Jahren, von vom gesehen. 
In schwarzem Barett und schwarzem, gebliimtem Seiden- 
gewand. In der Linken die Handschuhe, die Rechte mit 
sprechender Bewegung erhoben. Dunkelgriiner Grund. 

Auf dem Ring an der linken Hand das Wappen der Nlimberger 
Familie Tucher von Simmelsdorf. 

Halbfig. Eichenholz, h. 0,61, br. 0,46. — Envorben vor 1820 von 
Frauenholz in NUmberg. 

Niederlandischer Meister um 1450. 

Beweinung Christ i. Der tote Christus liegt zu Fiifien 526 A 
des Kreuzes, gehalten links von Maria und Johannes. Rechts 
kniet der Stifter mit betend zusammengelegten Handen. 
Hintergrund flache Landschaft und wolkiger Himmel. 

Die Komposition, die mit Abweichungen mehrfach vorkommt (in 
der Galerie zu Briissel und beim Earl of Powis in London), geht aus 
der Werkstatt Rogers van der Weyden hervor. 

Eichenholz, h. 0,46, br. 0,33. — Erworben 1901 in Florenz. — 
Eigentum des Kaiser Friedrich-Museums- Vereins. 

Niederlandischer Meister um 1460. 

Anbetung der Konige. In einer Hiitte, iiber der der 527 
Stern der Verheifiung steht, sitzt zur Linken Maria auf ihrem 
Lager. Der alteste Konig kiifit kniend dem Christkinde, 
das ihm Maria entgegenhalt, die Rechte und reicht zugleich 
Joseph mit der Linken einen goldenen Pokal dar. Rechts 
die beiden anderen Konige, goldene Gefafie haltend. In 
der Landschaft der Zug der Konige. 

Frliher, wie das Gegenstuck Nr. 542, dem »Gerard van der Meire« 
(tatig zu Gent zwischen 1452 und 1474) zugeschrieben, von dem sich 
aber mit Sicherheit kein Gemalde nachweisen laflt. Der Meister dieser 
beiden Bilder, von dem sich ein drittes, wahrscheinlich zu demselben 
Altar gehoriges Gemalde, eine Darstellung im Tempel, frliher in der 
Sammlung Hainauer zu Berlin bcfand, steht dem Meister von FliJmalle 
am nachsten. 

Eichenholz, h. 0,57, br. 0,52. — Sammlung Solly, 182 1. 

Heimsuchung. Elisabeth und Maria begriitien sich, 542 
indem sie sich gegenseitig die Hande an den Leib legen. 
Links im Vordergrunde kniet als Stifter ein Abt, den 
Krummstab in den Handen, vor sich am Boden die Bischofs- 
miitze. Hinter ihm an einem Baume sein Wappen (ver- 
bunden mit der Krone, dem Zeichen seiner Abtei). In der 

Verr. d. Gemalde. l8 



274 



Niederlandischer Meister. 



flachen Landschaft links die ausgedehnte Abtei, rechts 
welter hinten ein Dorf. 

GegenstUck von Nr. 527. — Der Abt stammt nach seinem Wappen 
aus der vlamischen Familie van den Beckere. 

Eichenholz, h. 0,57, br. 0,52. — Sammlung Solly, 182 1. 

NiederlMndischer Meister urn 1470. 

SWA Maria mit dem Kind, Heiligen und Stifter- 
familie. Vor einem aufgespannten Teppich sitzt Maria, 
das Kind an sich druckend. Vorn stehen zur Linken der 
hi. Hieronymus, zur Rechten eine weibliche Heilige, die 
auf einem Buch eine dreifache Krone tragt, beide die 
vor ihnen kniende Stifterfamilie empfehlend: links Graf 
Jacob von Homes mit fiinf Sohnen, rechts seine Gemahlin 
Johanna mit drei Tochtern. Ganz vorn acht Wappen und 
vier in den Ecken des alten Rahmens. Hintergrund Land- 
schaft mit zwei Burgen. 

Umschrift des Rahmens: Jnt iair ons heren MCCCCLXI des an- 
deren daighs inden aprill starfif toe woiriehem die hoigebaren vrouwe 
Johanna dochter greve-frederycks von moirse irste greuynne toe holme 
vrouwe toe altena toe montegys toe torterlhem ende toe ergnendonck 
hier begrave wcs siele moet ruhen in vreden ame. — Darnach liegt 
hier ein Gedenkbild auf den Tod der Grafin Johanna von Homes, geb. 
Grafin von Moers-Saarwerden, f 1 461, vor. Da der jUngste Sohn 
Johann, der letzte zur Linken, 1482 zum Bischof von Luttich emannt, 
hier noch in ganz jugendlichem Alter dargestellt ist, mufi das Bild 
zwischen den Jahren 1461 und 1482 gemalt sein. Und zwar wahr- 
scheinlich bald nach 1461, wie neben anderen Anzeichen auch aus 
der Beschaffenheit der Wappen hervorgeht. Dieselben, zum grofieren 
Teil Allianzwappen, sind erst spater aufgemalt worden, allein, wie 
sich aus dem Allianzwappen des einen der Sohne in Rustung ergibt, 
nicht spater als 1479. — Seinem Stilcharakter nach gehort das Bild 
einem Nachfolger des Roger van der Weyden an. 

Eichenholz, h. 0,87, br. 0,94. — Erworben 186 1 in Leipzig aus 
der Sammlung Minutoli. 

Niederlandischer Meister um 1480. 

526 Maria mit dem Kind und Stiftern. Vor einem 
reich gemusterten Teppiche steht Maria mit dem Kinde. 
Zur Linken kniet Arnold von Lowen (f 1287), rechts dessen 
Gattin Elisabeth von Breda (f 1280), der das Kind den 
Segen erteilt; beide halten Baumchen in den Handen. Zu- 
aufierst links der Stifter in rotem Gewande. Die Wappen 



Niederlandischer Meister. - 275 

von Breda und Lowen hangen an Baumen rechts und links. 
Hintergrund Landschaft. 

Wahrscheinlich ist der Stifter ein Nachkomme Arnolds von Lowen. 

— In der Art Rogers van der VVeyden. 

Eichenhok, h. 1,53, br. 1,53. — Sammlung Solly, 1821. 

Niederlandischer Meister um 1480. 

Tod der Maria. Maria liegt sterbend auf der Bett- 538B 
statt. Die Apostel sind um ihr Lager versammelt, fiinf 
stehen jenseits des Bettes, sechs teils kniend, teils stehend, 
teils sitzend vorn. Von den hinten stehenden schiebt der 
eine die Kerze zwischen die Hande der Sterbenden. 

Wenn nicht in der AusfUhrung, so doch in der Erfindung und 
Zeichnung durchaus in der Art des Hugo van der Goes, ebenso wie 
eine im Prager Museum bewahrte Wiederholung. Die entsprechende 
Komposition dagegen in der Londoner National Gallery ist von anderer 
Hand und wird dem Meister von Flemalle zugeschrieben. — Friiher in 
der Sammlung Sciarra zu Rom. 

Eichenholz, oben in flachem Bogen abgeschlossen, h. 0,395, ^^- ^>37' 

— Erworben 1894 in Paris als Geschenk des Sir J. Wemher. 

Niederlandischer Meister um 1480. 

Martyrium des hi. Sebastian. Zur Linken steht an 548A 
einen Baum gebunden, von Pfeilen durchbohrt, der Heilige, 
vor ihm rechts der Richter mit Gefolge zu Pferd und drei das 
Urteil ausfiihrende Bogenschiitzen. Ganz vorn das Gewand 
des Heiligen und ein weifies Hiindchen. Hintergrund Land- 
schaft. 

Das schwer unterzubringende Bildchen erinnert in seiner hellen 
Farbung an niederrheinische Maler. - — Der Rahmen gehort nicht ursprling- 
lich zu dem Bilde. 

Eichenholz, im Kielbogen abschlieSend, h. 0,37, br. 0,26. — Er- 
worben 185 1 in Berlin von Prof. Dr. L. v. Henning. 

Niederlandischer Meister um 1480—1500. 

Tod der Maria. Die entschlafene Maria lifegt ausge- 552 
streckt auf dem Sterbebette, das die Apostel umgeben; 
Petrus im Omat, zur Linken, die Tote einweihend. Oben 
Maria auf der Mondsichel stehend, von vier Engeln empor- 
getragen, von Gott-Vater empfangen. Durch die offene 
Tiir Ausblick in eine Landschaft, in der ein Engel dem un- 
glaubigen Thomas den Giirtel der Maria herabreicht. 

i8» 



2/6 



Niedcrlandischer Meister. 



Frliher irrtUmlich niederrheinisch genannt. Ein stilistisch ver- 
wandtes Gemalde ist der hi. Petrus bei Oberst von Heyl in Darmstadt, 
der frliher in der Sammlung Stein zu Koln war. 

Eichenholz, h. 0,63, br. 0,41. — Sammlung Solly, 1821. 

Niederlfindischer Meister um 1480 — 1500. 

539A Joseph wircl an die Ismaeliten verkauft. Joseph 
wircl von zweien seiner Briider aus der Grube hervorgezogen, 
daneben ein Ismaelit. Ein anderer Ismaelit zahlt rechts 
einem vom Riicken gesehenen Bruder Josephs Geld in die 
Hand. Im Mittelgrunde rechts auf einer Anhohe vier Bruder 
Josephs bei der Mahlzeit. Zur Linken fiinf, die dem Vater 
Jakob den blutigen Rock Josephs bringen. Hintergrund 
Landschaft. 

Mit Nr. 539 B, 539 C, 539 D und zwei im Privatbesitze zu Worms be- 
findlichen Tafeln zu einer Folge gehorig. — Mit dem folgenden Bild 
unter dem Namen »Dierick Bouts« erworben. — Die Bilder weisen in 
Auffassung, Formgebung und Behandlung auf einen dem Namen nach 
unbekannten niederlandischen Meister hin, von dem die Briisseler 
Galerie und der Palazzo Reale in Genua mehrere Tafeln besitzen. 

Eichenholz, rund, Durchmesser 1,48. — Erworben 1863 aus der 
Sammlung des Staatsprokurators Abel in Stuttgart. 

539B Joseph von Potiphar zum Verwalter eingesetzt. 
In einem Hofe links kniet Joseph mit erhobenen Armen vor 
Potiphar, der mit der Rechten auf seine Besitztiimer weist, 
um ihre Verwaltung in seine Hande zu legen. Rechts steht 
Potiphars Frau, Joseph anschauend, hinter ihr eine Begleiterin. 
In der Landschaft Potiphar, Joseph von den Ismaeliten er- 
handelnd. 

Mit Nr. 539A, 539C und 539D zu einer Folge gehorig. S. die 
Bemerkung zu Nr. 539 A. 

Eichenholz, rund, Durchmesser 1,48. — Erworben 1863 aus der 
Sammlung des Staatsprokurators Abel in Stuttgart. 

539C Joseph wird in die Grube gestofien. Zwei Bruder 
stofien Joseph in die Grube, zwei andere sind links damit 
beschaftigt, sein Gewand mit dein Blut eines frisch ge- 
schlachteten Ziegenbockes zu beflecken. Hintergrund Land- 
schaft mit weidendem Vieh. 

Mit Nr. 539 A, 539 B und 539 D zu einer Folge gehorig. S. die 
Bemerkung zu Nr. 539 A. — Sammlung DemidoflF, San Donato. 

Eichenholz, rund, Durchmesser 1,53. — Erworben 1889 in London 
als Geschenk des Sir J. Wernher. 



Niederlandischer Meister. 277 

Esthers Fiirbitte bei Ahasver. Unter der Vorhalle 539D 
eines Palastes sitzt vom Riicken gesehen Ahasver, der 
seine beiden Hande abwehrend der von links herantreten- 
den Esther entgegenhalt. Rechts neben ihm Haraan, hinter 
Esther zwei Frauen. Im Mittelgrunde rechts ein Rundturm, 
aus dessen einem Fenster Esther herausblickt, wahrend sie 
von dem anderen zwei bronzene Gotzenbilder herabstiirzt. 
Links im Hintergrunde vier Manner und Blick in die Land- 
schaft. 

Mit Nr. 539 A, 539 B und 539 C zu einer Folge gehorig. S. die 
Bemerkung zu Nr. 539 A. — Die Deutung der Szene ist zweifelhaft, dar- 
gestellt ist vielleicht auch ein Vorgang aus der Geschichte Josephs. 
— Sammlung Demidoff, San Donato. 

Eichenholz, rund, Durchmesser 1,53. — Erworben 1889 in London 
als Geschenk des Sir J. Wemher. 

Niederlandischer Meister um 1490 — 1510. 

Anbetung der KOnige. Maria, zur Rechten in einer 538 
Hiitte auf ihrem Lager sitzend, halt das Kind auf dem 
Schofie. Der alteste Konig kiifJt kniend dem Kinde das 
Handchen, der zweite reicht, ebenfalls kniend, dem in der 
Mitte etwas zuriickstehenden Joseph ein goldenes Gefafi dar. 
ZuauBerst links steht der Mohrenkonig, einen goldenen Becher 
in der Rechten. Durch das offene Gebaude Ausblick in 
die Landschaft. 

Das Bild erinnert einerseits in der Ausfiihrung an Jacob Comelisz. 
van Oostsanen und erscheint andererseits wie eine Kopie nach dem 
Meister von Flemalle. — Alte, etwas verandcrte Kopien nach unserem 
Bild im Museo Civico zu Verona und in der Sammlung Rene de la 
Faille in Antwerpen; eine alte Zeichnung danach im Berliner Kupfer- 
stichkabinctt. Eine stilistisch verwandte Darstellung desselben Gegen- 
standes im Erzbischoflichen Museum zu Utrecht. 

Eichenholz, h. 0,49, br. 0,41. — Sammlung Solly, 182 1. 

NiederlSndischer Meister um 1500 — 1520. 

Bildnis eines Mamies. Nach links gcwendet und 206 
ebendahin biickend. Mit braunem Vollbart, in schwarzem 
Barett und Warns von dunkelvioletter Seide. In der Rechten 
einen Brief haltend, in der Linken die Handschuhe. Dunkel- 
griiner Grund. 

Halbfig. Eichenholz, h-. 0,67, br. 0,53. — Erworben 1829. 



278 Niederlandischer Meister. 

Niederlandischer Meister um 1510 — 1520. 

591 BildniseinesMannes. In mittleren Jahren, halb nach 
rechts gewendet. Mit rotem genesteltem Barett, das eine 
Schaumiinze, die Verkiindigung Mariae darstellend, schmiickt. 
In rotem ausgeschnittenem Unterkleid und braunlicher 
pelzgefiitterter Schaube. Die behandschuhte Rechte ruht 
auf einem Kissen. Auf den Knopfen des Gewandes der 
Buchstabe A. Dunkelgriiner Grund. 

Von einem hollandischen Meister, dem eine grofiere Anzahl von 
Altarbildern und Bildnissen zugeschrieben werden u. a. der Altar mit 
der Kreuzabnahme aus der Sammlung d'Oultremont, das Portrat eines 
jungen Mannes und zwei Fliigel mit Stiftern in der Brlisseler Galerie, 
in der Royal Institution zu Liverpool das Bildnis eines jungen Mannes; 
und ein ebensolches (bez. de heer Joost van Bronkborst, heer the 
Blyswj'ck) fruher in der Sammlung Hainauer zu Berlin (Versteigerung 
Rothan, Paris 1890). — Der Meister wird mit Jan Mostaert, dem 
Hofmaler der Statthalterin der Niederlande, Margarethe, identifiziert, 
dessen Biographic van Mander bringt (geb. um 1475 ^u Haarlem, 
tatig daselbst von 1500 — 1549, f 1555 oder 1556). 

Brustbild etwas unter Lebensgr. Eichenholz, h. 0,42, br. 0,29. — 
Konigliche Schlosser. 

Niederlandischer Meister um 1515. 

S. 18 Bildnis eines Geistlichen. Nach rechts gewendet 
und ebendahin blickend, die Hande ineinander gelegt. In 
schwarzer Kappe und schwarzem Mantelchen uber dem 
weifien Chorgewand. Griiner Grund. 

Von diesem Meister, der sich an Gerard David anschlieflt, sind 
mehrere Mannerportrats bekannt. 

Halbfig. etwas tiber 'A Lebensgr. Eichenholz, h. 0,38, br. 0,29. — 
Erworben aus dem englischen Kunsthandel. — Sammlung James 
Simon. Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

Niederlandischer Meister um 1520. 

626 Der hi. Hieronymus in BulJiibung. In einem reich- 
verzierten Renaissancegemache sitzt rechts hinter einem 
Schreibtische nach links gewendet der Heilige, sich vor dem 
Kruzifix kasteiend, das auf einem Postamente steht. An 
der Wand der Kardinalshut. Vorn rechts der Lowe, aus 
einem Messingbecken saufend, daneben eine Blumenvase. 
Durch den Tiirbogen Ausblick auf eine Tallandschaft mit 
der Karawane, die den Klosteresel gestohlen hat. Auf den 



Niederlandischer Meister. 279 

Pilastern, die das Bild zu beiden Seiten abschliefien, rechts 
eine Libelle, links eine Fliege in natiirlicher Grofie. 

Ehemals Hans Burgkmair zugeschrieben, aber sicher von einem nieder- 
landischen Meister. 

Eichenholz, h. 0,8 1, br. 0,55. — Sammlung Solly, 1821. 

Niederlandischer Meister um 1520. 

Ruhe auf der Flucht nach Agypten. Maria halt, 630 
auf einem Rasenhiigel sitzend, das Kind auf dem Schofi. Im 
Mittelgrund ein Dorf, von dem Joseph herkommt. Links 
oben in einem Felsenpasse die nahenden Verfolger. 

Zeigt Verwandtschaft mit Bildern aus der Friihzeit des Bles und 
namentlich des Gossart, ohne indes mit Sicherheit ein6m dieser Meister 
zugeschrieben werden zu konnen. 

Eichenholz, h. 0,33, br. 0,21. — Sammlung Solly, 1821. 

Niederlandischer Meister um 1520. 

Bildnis einer jungen Frau. Nach links gewendet, S. 19 
in schwarzem Kleide mit viereckigem Halsausschnitt und 
schwarzem, nach hinten fallendem Kopftuch. Griiner Grund. 

Sammlung Magniac, London. 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,40, br. 0,31. — Sammlung James 
Simon. Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

Niederlandischer Meister um 1520. 

Chris ti Abschied von den Frauen. Christus, sich 630 B 
nach rechts zum Gehen wendend und auf Maria zuriick- 
blickend, die links mit gerungenen Handen weinend am 
Boden kniet. Hinter ihr eine junge Frau in reicher Ge- 
wandung, die ein Tuch an die Augen fuhrt, Petrus mit 
dem Wanderstab und eine altere Frau. Rechts Johannes 
und ein anderer Jiinger. Links im Hintergrund Hauser, 
rechts bergige Landschaft mit einer Stadt. 

Das Bild gehiirt zu der groflen, noch nicht geniigend gesonderten 
Gruppe von niederliindischen, wahrscheinlich Antwerpener Gemalden 
vom Anfange des i6. Jahrhunderts, die gewbhnlich dcni Herri met de 
Bles zugeschrieben werden, und steht dem groflen Magdalenenaltar der 
Brtisseler Galerie bcsonders nahe. 

Eichenholz, h. 0,79, br. 0,57. - — Erworben 1904 als Geschenk des 
Herm Marcus Kappcl. 

Niederlandischer Meister um 1520. 

Enthauptung Johannis des Taufers. Der Henker, 630C 
das bloOe Schwert in der Linken, reicht Salome, die reich 



28o Niederlandischer Meister. 

gekleidet mit zwei Dienerinnen rechts unter der Vorhalle 
des Palastes steht, das Haupt des Taufers auf eine silberne 
Schiissel. Rechts neben dem Henker liegt am Boden der 
blutende Rumpf. Dahinter ein Soldat, vom Riicken gesehen 
und zwei Manner, von denen einer einen Falken auf der 
Hand tragt. Im Hintergrund ein von hohen Gebauden 
umgebener Platz, auf dem Johannes gefesselt von Soldaten 
gefuhrt wird. Riickwarts Blick in eine Halle des Palastes 
mit dem Tanz Salomes; ganz rechts bergige Landschaft mit 
Mannern an einem Feuer. 

Sammlung Hainauer, Berlin. — Das Bild ist von demselben Meister, 
wie die mit der zweifelhaften Inschrift »Blesius« signierte Anbetung 
der Konige in der Miinchener Pinakothek. 

Eichenholz, h. 0,48, br. 0,35. — Erworben 1906 als Gescbenk von 
Frau Hainauer in Berlin. 

Niederlandischer Meister von 1539. 

633 Bildnis eines Mannes. Etwas nach rechts gewendet, im 
schwarzen Barett und schwarzem, mit Pelz von gleicher Farbe 
gefiittertem Mantel, die rechte Hand auf die Brust gelegt. 
Auf dem marmorierten Grunde rechts und links je ein Wappen. 

Bez. oben in der Mitte 1539 (zweimal); darunter das Alter des 
Dargestellten : 38. — Das Wappen zur Rechten ist das der in Holland 
heimischen Familie van der Burch. 

Brustbild in 3/4 Lebensgr. Eichenholz, oben rund, h. 0,36, 
br, 0,29. — Sammlung Solly, 1821. 

Niederlandischer Meister von 1598. 

11.241 Familienbildnis. An einem Tische mit roter Decke 
sitzt links in einem Lehnstuhl der Mann, ganz in Schwarz, 
sich lehrend zu einem Knaben wendend, der rechts neben 
ihm sitzt und, mit Buch und Feder in den Handen, sich 
zum Beschauer kehrt. Rechts im Sessel die Frau, ganz in 
Schwarz und mit grofier weifier Haube, in der Rechten eine 
Traube, mit dem linken Arm ein Kind in schwarzem Samt- 
haubchen auf dem Schofi haltend. Hinter dem Tische 
steht ein zweiter Knabe, der dem Vater fragend ein Buch 
zeigt. Grund Architektur und Durchblick auf Landschaft. 

Links auf einer Tafel bez. mit den hausmarkenartig ineinander- 
gefugten Buchstaben LVB und AN° 1598 — 7ETA . ME^ 36 — 
VXORIS 34 — lACOBI 12 — HENRICI 10 — lOANNIS 'A- 

Eichenholz, h. 0,73, br. 1,66. — Sammlung Solly, 1821. 



Niederrhein. Meister. Numberg. Schule. Oberdeutsch. Meister. 28 1 

Niederrheinischer Meister um 1325 — 1350. 

Joseph erkennt in Maria die Mutter des Heilands. 1216 
Unter einem gotischen baldachinartigen Holzbau, von 
dessen Decke eine Ampel herabhangt, sitzen Joseph und 
Maria auf einer Bank. Zur Linken Joseph, einen Stab 
in der Hand. Er bittet Maria sein Mifitrauen ab, da ihm 
ein Engel, der ihm im Traum erschienen, bedeutet hat, das 
Kind, das Maria gebaren werde, sei der Heiland und stamme 
vom heiligen Geiste. Jederseits ein musizierender Engel. 
Goldgrund. 

Auf zwei Spruchbandern zwischen Maria und Joseph die Inschrift: 

ijcrc . apiitr . ft . eat . fmxB . uilJC (vitae) — tftunixixf^ . poJT^- 

Mt . ntE. Auf der Ruckseite Reste von Malerei. — Die Behandlungs- 
weise scheint auf den Niederrhein hinzuweisen, wofiir auch die Holzart 
der Tafel spricht. — Von demselben Meister, vielleicht von dem- 
selben Altar, eine Kronung der Maria zwischen zwei Engeln, in der 
Galerie von Sigmaringen. 

Tempera. Eichenholz, h. 0,38, br. 0,27. — Sammlung Solly, 182 1. 
— Aufgestellt in der Abteilung der deutschen Bildwerke. 

Nooms. S. Zeeman. 

Nurnberger Schule um 1480 — 1500. 

Kreuzigung. Zur Linken Magdalena unter dem Kreuzel224A 
kniend, weiter zuriick die zusammensinkende Maria, rechts 
von einer P>au, links von Johannes gehalten. Hinter dieser 
Gruppe eine zweite Frau, Longinus und ein Kriegsknecht. 
Zur Rechten ein Kriegsoberster, ein Kriegsknecht und ein 
Pharisaer, die Christus verspotten. Im Grunde Landschaft, 
dariiber gemusterter Goldgrund. 

Ehemals » Michael Wohlgemut« (NUmberg, 1434 — 15 19, Lehrer 
Dllrers) genannt; doch fUr den Meister selbst zu gering und wohl nur 
aus seiner Schule. 

Weifitannenholz, h. 0,59, br. 0,41. — Erworben 1850. 

Oberdeutscher (?) Meister um 1400. 

Diptychon. Linke Bildhalfte: Christus am Kreuz 1620 
zwischen Maria und Johannes. Rechte Bildhalfte: Der 
geistliche Donator kniet vor Christus, der links als Schmerzens- 
mann in einer Lichtglorie etwas oberhalb des Krdbodens 
schwebt, wahrend rechts in der Hohe Gottvater, begleitet 
von Engeln, erscheint. Hinter dem Donator rechts Maria, 
Auf beiden Bildhalften gemusterter Goldgrund. 



282 Oberitalienischer Meister. Oberitalienische Schule. Oggiono. 

Stammt angeblich aus Slidfrankreich. 

Eichenholz, jede Bildhalfte h. 0,34, br. 0,265. — Erworben 1900 
als Geschenk. — Aufgestellt in der Abteilung der deutschen 
Bildwerke. 

Oberitalienischer Meister um 1500. 

S. 12 Bildnis eines jungen Mannes. Bartlos. Nach links 
gewendet und ebendahin blickend. In schwarzer Kopf- 
bedeckung und rotem Gewand. Dunkelblauer Grund. 

Brustbild etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,32, br. 0,26. — 
Erworben aus Wiener Privatbesitz. — Sammlung James Simon. 
Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

Oberitalienischer Meister um 1510. 

S. 13 Maria mit dem Kinde. Vor einer Briistung steht 
Maria, das Kind mit der Linken umfassend, mit der Rechten 
seinen Fufi stiitzend. Hintergrund die Wand des Gemaches, 
dessen offene Fenster Ausblicke in die hiigelige Landschaft 
bieten. 

Der Meister zeigt in der Komposition Einfliisse von Bellini und 
von Lionardo, in der tiefen Farbung verrat er die Schule von Vicenza 
oder Verona. Das Bild befindet sich im ursprQnglichen, teilweise be- 
malten Tabemakel. — Sammlung Conte Bardi, Venedig. 

Halbfig. in '/i Lebensgr. Pappelholz, h. 0,48, br. 0,37. — 
Sammlung James Simon. Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

Oberitalienische Schule des 17. Jahrhunderts. 

408 Maria Magdalena. Ein mattgriines Gewand lose um 
den Leib geworfen, mit aufgelostem, blondem Haar und 
gefalteten Handen, den Blick zum Himmel erhoben. Dunkler 
Grund. 

Ehemals »Murillo«, dann nach BUrgers Vorschlag »Cerezo« benannt, 
aber offenbar italienisch und wohl einem oberitalienischen Meister an- 
gehorig. 

Halbfig, Leinwand, h. 0,73, br. 0,61. — Erworben 1842 in Italien. 

Oggiono. Marco d'Oggiono (auch Oggionno und Ugione). 
Mailandische Schule. — Geb. um 1470 vermutlich zu Oggionno, 
f zu Mailand 1530 (.''). Schiiler Lionardo da Vincis (1490 
in dessen Werkstatt). Tatig in Mailand. 
210 A Der hi. Sebastian. Der Heilige steht nackt, nur mit 
einem gelben Schurz um die Hiiften, von Pfeilen durch- 
bohrt, auf felsiger Erhohung, mit den Handen an einen 



Oggiono. Orley. Ostade. 283 

diirren Baum gefesselt. Er wendet sich mit scharfer Drehung 
des Kopfes nach links einem aus dichtem Gewolk heran- 
fliegenden Engel zu, der ihn mit erhobener Hand nach 
oben verweist. Grund Landschaft, ein Flufibett mit felsigen 
Ufern. 

Der Vergleich mit Marco d'Oggionos Hauptbild, den drei Erz- 
engeln in der Brera zu Mailand, laBt auch dieses Bild, dem eine 
Komposition Lionardos (vgl. eine Zeichnung in der Hamburger Kunst- 
halle) zugrunde liegt, dem Meister zuweisen. — Friiher in mailandi- 
schem Privatbesitz. 

Pappelholz, h. 0,76, br. 0,485. — Erworben 1896 ini Florentiner 
Kunsthandel als Geschenk des Herrn Karl v. d. Heydt. 

Orley. Bernaert van Orley. Niederlandische Schule. — 
Geb. zu Briissel um 1495, f daselbst den 6. Januar 1542. 
Schiller seines Vaters Valentyn, waiter gebildet unter 
italienischem Einflusse, besonders Raffaels. Tatig zu Briissel 
(seit etwa 15 15), wo er 15 18 Hofmaler der Statthalterin 
Margarethe wurde. 

Orley? Verkundigung. In einer Renaissancehalle, 645 A 
deren Gebalk in der Mitte von einer reich gezierten Saule ge- 
tragen wird, sitzt Maria mit iiber der Brust gekreuzten Handen 
auf einer niedrigen Stufe an der Wand. Von links tritt der 
Engel herein mit Szepter und Krone. Im Hintergrunde 
rechts Marias Bettstatt. Draufien ein Haus, aus dessen Tiir 
Joseph tritt. Oben links in Wolken Gottvater. 

Das Bild steht den beglaubigten Jugendwerken van Orleys nahe. 

Eichenholz, h. 0,755, ^^- Oi^S- — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 

Orley? Christus vor Kaiphas. Christus steht in einer II. 202 
Halle, von Kriegsknechten umgeben, vor dem links unter 
einem Baldachin sitzenden Kaiphas. Hintergrund Archi- 
tektur mit Durchblick auf Landschaft. 

Das Bild, dessen GegenstUck (Christus vor Pilatus) im Konigl. 
Schlosse zu Berhn bewahrt wird, steht den Werken der Spatzeit Orleys 
nahe, rUhrt aber wohl von einem andcren Meister her, 

Eichenholz, h. 0,83, br. 0,61. — Sammlung Solly, 1821. 

Ostade. Adriaen van Ostade. Zeichnet sich in seiner 
friihesten Zeit zuweilen "auch Ostaden. Hollandische Schule. 
— Maler und Radierer, getauft zu Haarlem den 10. De- 
zember 1610, begraben da.selbst den 2. Mai 1685. Schiiler 



284 



Ostade. 



des Frans Hals, unter dem EinflusseBrouwers und Rembrandts 
(seit etwa 1640) welter ausgebildet. Tatig zu Haarlem. 

841 Alte Frau. Nach links gewendet, init schwarzem Kopf- 
tuch und in pelzgefiittertem schwarzem Uberwurfe. Vor einem 
Hause sitzend, das von Weinlaub berankt ist. Auf den 
linken Arm gestutzt. Links ein Fenster, dessen untere Halfte 
mit Brettern vernagelt ist. 

Bez. rechts unten: ^'^^0 .S't/^D E 

Halbfig. in '^ Lebensgr. Eichenholz, h. 0,26, br. 0,20. — Kbnigliche 
Schlosser. 

855 Der Leiermann vor dem Bauernhause. Vor der 
Tiir eines Bauernhauses, aus der ein Bauer mit seinem Weib 
herausschaut, spielt ein von Kindern umringter Leiermann. 
Rechts sitzt auf einem umgestiirzten Korb ein Bauer. 



Bez. unten in der Mitte: 



■A^o/teide i^o 



Ein ahnliches Bild des Meisters, in kleinerem Maflstab, im Fitzwilliam 
Museum zu Cambridge, bez. 1637; ein zweites, wesentlich grofieres, 
in der Sammlung VVesendonck zu Berlin. 

Eichenholz, h. 0,44, br. 0,36. — Erworben 1843 ^"s der Sammlung 
Reimer zu Berlin. 

855 A Der Raucher. Vor einem Kamine sitzt, vom Riicken 
gesehen, ein rauchender Bauer. Neben ihm rechts ein Hund. 



^j/v. iOjhki^ 



Bez. rechts unten: — ^^ 

Eichenholz, h, 0,17, br. 0,11. — Sammlung Suermondt, 1874. 

855B Bauerngesellschaft. In einer Hutte, deren Dachgebalk 
sichtbar ist, sitzen zur Linken Bauern um einen Tisch und 
horen einem Flotenspieler zu. Im Hintergrunde vor einem 
Kamin drei Bauern, von denen einer seine Pfeife mit einer 
Kohle anziindet. Ein vierter Bauer steigt die Treppe zu 
dem links befindlichen Verschlag empor. 

Bez. rechts unten am Boden: ^^^ O^XADE 



Ostade. 285 

Aus der Mitte oder vom Ende der vierziger Jahre unter dem Ein- 
flusse Rembrandts, 

Eichenholz, h. 0,35, br. 0,43. — Erworben 1879 in Berlin aus 
dem Besitze des Freiherm von Mecklenburg. 

Der Arzt in seinem Studierzimmer. Ein Mann in 855C 
langem Hausrock und Hauskappe, etwas nach links gewendet 
auf einem Stuhle sitzend, betrachtet aufmerksam die Flussig- 
keit in einem Glasgefafie, das er in der erhobenen Rechten 
halt. Auf dem mit persischem Teppiche bedeckten Tisch 
ein aufgeschlagenes botanisches Buch und ein Fayencetopf. 
Im Grunde links die Bibliothek, durch eine halbgeoffnete 
Tiir rechts Ausblick in ein anderes Gemach. 

Bez. auf der Stuhllehne: A^OSfcL^e^ f ^C^ 

Kl. Kniefig. Eichenholz, h. 0,28, br. 0,22. — Erworben 1879 in 
Frankfurt a. M. 

Ostade. Isack van Ostade. Hollandische Schule. — 
Getauft zu Haarlem den 2. Juni 162 1, begraben daselbst 
den 16. Oktober 1649. Schiiler seines Bruders Adriaen. 
Tatig zu Haarlem. 

Halt vor der Dorfschenke. Zur Rechten steht vor 845B 
der Tiir eines Wirtshauses, von Kindern umringt, ein Spiel- 
mann mit seiner Geige in der Linken und spricht, in der 
Rechten ein Bierglas, zu einem Bauer, der vor ihm auf 
einer Bank sitzt. In der Mitte ein gesattelter Schimmel vor 
dem Futtertrog, dahinter ein Wagen, der eben vorgefahren 
ist. Weiter links ein zur Abreise geriisteter Reiter. Im 
Hintergrunde ganz links das Dorf mit Kirchturm. 



Bez. rechts unten: *^^fy \ 



Eichenholz, h. 0,39, br. 0,54. — Erworben 1852 von H. Henry 
Cousin in Paris. 

Der Bauer im Schlapphut. Etwas nach links ge- 845 D 
wendet und lachend den Beschauer anblickend. In braunem 
Rock und roter Weste; das Gesicht von links durch Kerzen- 
licht beleuchtet. Brauner Grund. 



286 "^ Ostade. Ouwater. 

Bez. links unten: 




Brustbild in '/^ Lebensgr. Eichenholz, h. 0,45, br. 0,38. — - Samm- 
lung Suermondt, 1874. 

845 F Bauer. Nach links gewenclet und auf den Beschauer 
blickend. Mit langen, wirren Haaren, auf dem Kopf eine 
Mutze, durch die eine Tonpfeife gesteckt ist. In der Rechten 
einen Steinkrug, in der Linken eine Tonpfeife haltend. 
Dunkler Grund. 

Die Autorschaft Isack van Ostades ist nicht gesichert. 

Brustbild in ^/^ Lebensgr. Eichenholz, h. 0,30, br. 0,23. — Er- 
worben 1904. — Sammlung A. Thiem. 

Ouwater. Aelbert van Ouwater. Niederlandische Schule. 
— Geb. vermutlich zu Ouwater bei Haarlem. Nachfolger, 
vielleicht Schiiler Jan van Eycks (wahrend dessen Auf- 
enthalt im Haag, 1422 — 1424). Tatig zu Haarlem etwa 
1430 — 1460. 

532A Auferweckung des Lazarus. Inmitten eines spat- 
romanischen Kirchenchors sitzt Lazarus, den Schofi von 
einem Laken bedeckt, auf der quer iiber die Gruft gelegten 
Platte. Links Christus mit erhobener Rechten zu ihm 
niederblickend, und die beiden Schwestern des Auferweckten, 
von denen die eine betend in die Knie gesunken ist, und 
drei Zuschauer. Hinter Lazarus weist Petrus mit lebhafter 
Geberde den sechs zur Rechten stehenden Juden, von denen 
sich einige die Nase zuhalten und erschreckt abwenden, das 
Wunder. Durch die Gittertiir in den Schranken des Chor- 
umganges sieht man dicht gedrangt die Kopfe zahlreicher 
Zuschauer. Die Saulenkapitelle sind mit Bandwerk, die 
Kapitelle der Pilaster mit Reliefs biblischen Inhalts ge- 
schmiickt. 

Einziges authentisches VVerk des namentlich wegen seiner Land- 
schaften hochgerUhmten Malers. Karel van Mander erwahnt das Bild 



Ouwater. Padua. Palamedesz. 287 

(1604), kannte davon indes nur eine skizzenhafte Kopie, da das Ori- 
ginal bei der Plunderung von Haarlem 1573 vom General Spinola 
geraubt worden sei. Unser Bild befand sich bei der Familie Balbi in 
Genua, die es als Geschenk Konig Philipps II. erworben haben will. 
Durch Erbschaft ging es auf den Marchese Mamelli iiber (s. Jahrb. der 
k. pr. Ksts. XI, S. 35 ff.). 

Eichenholz, h. 1,22, br. 0,92. — Erworben 1889 von Marchese 
Mamelli in Genua. 

Padua. Schule von Padua urn 1470—1480. 

Beweinung Christi. Der Leichnam Christi, der mit 1144 
zuriickgelehntem Oberkorper auf dem steinernen Sarkophag 
ruht, wird von der wehklagenden Maria und Johannes ge- 
stiitzt. Vom auf dem Sarkophag die Inschrift: HVMANI 
GENERIS REDEMPTORI. Grund dunkelblauer Himmel 
mit Wolken und Engelskopfen. 

Tempera. Pappelholz, oben rund, h. 1,37, br. 0,76. — Sammlung 
Solly, 1 82 1. 

Palamedesz. Anthonie Palamedesz., gen. Stevaerts. 
Zeichnet sich regelmafiig A. Palamedes. Hollandische 
Schule. — Geb. zu Delft um 1601, f in Arhsterdam den 
27. November 1673. Bildete sich unter dem Einflusse des 
Michiel Jansz. Mierevelt und Frans Hals. Tatig zu Delft 
(162 1 in die Gilde aufgenommen). 

Bildnis eines jungen Madchens. Etwas nach rechts 741 
gewendet und auf den Beschauer blickend. In schwarzer 
Kleidung und weifier Haube, mit weifiem Kragen und Man- 
schetten. In der Rechten ein Buch, in der Linken die rot 
besetzten Handschuhe. Braunlicher Grund. 



Bez. rechts im Grande: 



A- ft/^n 



288 Palamedesz. Palma. 

Die Tafel ist rechts beschnitten ; daher fehlt dcr letzte Teil der Be- 
zeichnung. 

Halbfig. Eichenholz, h. 0,67, br. 0,49. — Sammlung Solly, 182 1. 

758A Gesellschaft beim Mahle. Reich besetzte Tafel in 
einem Parke. Vor dem Tisch ein Herr und eine Dame in 
Schwarz. Die Dame halt eine Uhr in der Hand. Um den 
Tisch gruppieren sich drei Paare, wahrend ein viertes links 
im Gesprach steht. Rechts neben einem Weinkiihler ein 
Page ein Glas fiillend. 

Bez. am Kiihler: _ 

'^' 

Aus der friiheren Zeit des Meisters (den KostUmen nach um 1630 
bis 1635). Die beiden Hauptfiguren, der junge Herr mit seiner Dame, 
sind offenbar Portrats. 

Eichenholz, h.0,57, br.0,77. — Erworben 1847 ausPrivatbesitzinCleve. 

758 B Bildnis eines Knaben. Mit langem, blondem Haar, 
halb nach links gewendet und den Blick auf den Beschauer 
gerichtet. In grauem Warns mit gelben Knopfen und 
gleichfarbigem Mantel. Graubrauner Grund. 

Halbfig. Eichenholz, h. 0,74, br. 0,59. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Palma. Giacomo Palma d. A., gen. Palma Vecchio. 

Nach dem Vater Giacomo d'Antonio de Negreti oder Nigretti. 
Venetianische Schule. — Geb. zu Serinalta bei Bergamo 
um 1480, f in Venedig den 30. Juli 1528. Schiller Gio. 
Bellinis, spater unter dem Einflusse Giorgiones und Tizians 
weiter gebildet. Tatig meist zu Venedig. 
31 Maria mit dem Kind e. Maria, zur Rechten in einem 
Gemache sitzend, liest in einem Gebetbuche, das sie mit 
beiden Handen halt. Links vor ihr auf einer getreppten 
steinernen Briistung liegt das schlafende Kind. Durch ein 
Bogenfenster zur Linken Ausblick in eine Flulilandschaft. 
Bez. auf einem Blattchen unten links: 



4acoBV5 * PALMA;, 



Palma. Palmezzano. 



289 



Aus der friihesten Zeit des Meisters. 

Maria Kniefig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,66, br. 0,51. 
— Sammlung Solly, 1821. 

Bildnis eines jiingeren Mannes. Mit langem, braunem 174 
Haar und kurz gehaltenem Vollbart, etwas nach links ge- 
wendet und auf den Beschauer blickend. In schwarzem 
Unterkleid und hermelingefiitterter Schaube. In der Rechten 
die Handschuhe. Dunkelgrauer Grund. 

Halbfig. Pappelholz, h. 0,74, br. 0,61. — Konigliche ■ Schlosser. 

Die heiligeFamilie. Maria verehrt kniend das links 183 
auf einem Kissen ruhende Kind, hinter dem Joseph, das 
Haupt in die linke Hand gestiitzt, kauert. Links bewachsene 
Felsenhohe, rechts im Hintergrund Landschaft. 

Vielleicht ist unser Bild mit einer im Nachlafiinventare Palma 
Vecchios genannten Madonna mit dem Kind und Joseph identisch. 

Pappelholz, h. 0,61, br. 0,51, — Sammlung Giustiniani, 181 5. 

Halbfigur einer jungen Frau. Mit lichtblondem, 197A 
gewelltem Haar, das mit einer Perlenschnur durchilochten 
ist. Halb nach links gewendet, das Haupt auf den rechten 
Arm gelehnt, der auf einem Postament aufliegt. In offenem 
Mieder, das auf der Brust das gefaltelte Hemd sehen lafit. 
Hintergrund dunkles Laub mit durchblickendem Himmel. 

Die Bezeichnung unten links in der Ecke (R. L[?]) ist kaum eine 
Klinstlerbezeichnung. — Aus der spateren Zeit des Meisters (um 
1 51 5 — 1520). — Eine Abbildung in Andrea Vendramins Katalog »de 
picturis in Museis« im British Museum zu London. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Leinwand, h. 0,65, br. 0,54. — 
Erworben 1862 in Stuttgart. 

Halbfigur einer jungen Frau. Sitzend, von vorn 197B 
gesehen, das Haupt etwas nach links geneigt. Den Ober- 
teil des purpurroten Gewandes, das ihre Hiiften umgibt, 
mit beiden Handen vor der Brust haltend, die durch das 
Herabgleiten des Hemdes entblofit ist. 

Wie Nr. 197 A eine jener idealen Darstellungen weiblicher Schon- 
heit, wie Palma deren viele geschaffen hat. 

Halbfig. Pappelholz, h. 0,73, br. 0,58. — Erworben 1884 in 
London. 

Palmezzano. Marco Palmezzano. Eigentlich Marco 
di Antonio Palmezzano, zeichnet sich in seinen friiheren 
Werken Ofters Marchus de Melotius, spater Marchus oder 

Verz. (I. Gcmalde. ig 



290 



Palmezzano. Panetti. 



Marcus Palmezzanus. Umbrisch-toskanische Schule. — 
Geb. zu Forli 1456, f vermutlich 1538. Ausgebildet unter 
der Einwirkung verschiedener Schulen, hauptsachlich der 
von P'errara, und namentlich von Melozzo da Forli be- 
einflufit. Bez. Bilder von 1485 — 1537. 

131 Geburt Christi. Maria kniet in Verehrung vor dem 
Kinde. Zur Linken zwei das Kind anbetende Hirten, zur 
Rechten der sitzende Joseph. Im Hintergrunde die Ruinen 
eines palastartigen Baues und bergige Landschaft, in der 
sich der Zug der Konige heranbewegt. 

Auf dem Blattchen in der Mitte unten eine ganz undeutlich ge- 
wordene Bezeichnung, die ehemals Rocco Zoppo gelesen wurde. 

Pappelholz, h. 1,55, br. 0,97. — Sammlung Solly, 182 1. 

11Z9A Der auferstandene Christus. Christus, mit grauem 
Schurz um die Hiiften, steht neben dem Felsengrabe vor 
seinem Kreuz. In der Feme Johannes und die drei heiligen 
Frauen. Hintergrund bergige Landschaft. 
Bez. am Felsen links auf einem Blattchen: 






Pappelholz, h. 0,88, br. 0,52. — Sammlung Solly, 1821. 

Panetti. Domenico Panetti. Nach dem Vater: Domenico 
di Gasparre. Schule von Ferrara, — Geb. zu Ferrara um 
1460, f daselbst Ende 1511 oder 1512. Vermutlich Schiiler 
Cosme Turas, unter dem Einflusse Lorenzo Costas weiter 
ausgebildet. Tatig zu Ferrara. 

113 Klage um den Leichnam Christi. Christus, auf 
einem weifien Linnen ruhend, wird von Joseph von Arimathia 
an den Schultern emporgehalten, hinter dem zuaufierst rechts 
der Stifter in schwarzem Mantel kniet. In der Mitte kniet 
Maria, die von Johannes getrostet wird, zu den Fiifien 
Christi Magdalena, hinter der eine andere hi. Frau sichtbar 
ist. In der weiten Landschaft Christophorus, das Christkind 



Panetti. Panini. Paolo. 



291 



auf den Schultern, den Flufi durchschreitend, Christus der 
Magdalena erscheinend und Christus mit den Jiingern auf 
dem Wege nach Emaus. Rechts auf der Hohe die Schacher 
am Kreuz. 

Bez. rechts unten auf einem Blattchen : \ 



ftJo-minlci y^p 1 

Ehemals in der Sakristei von S. Niccolo in Feirara. 
Pappelholz, h. 1,95; br. 1,43. — Sammlung Solly, 1821. 

Panini. Giovanni Paolo Panini. Romische Schule. — 
Architekturmaler, geb. zu Piacenza 1695, f zu Rom den 
21. Oktober 1768. Schiiler Andrea Locatellis und Bene- 
detto Lutis zu Rom. Tatig zu Rom und einige Zeit zu 
Paris (seit 1732 Mitglied der Akademie). 

Romische Landschaft mit antiken Monumenten. 454A 
Zur Linken vor dem Colosseum die Trajanssaule, der Her- 
kules Farnese und der sterbende Fechter, rechts die drei 
Saulen des Castortempels, der Triumphbogen Konstantins, 
der Vestatempel, die Ruinen des Palatin und in der Feme 
die Cestiuspyramide. 

Bez. auf dem Steine links vorn : 



> 






Leinwand, h. 0,98, br. 1,34. — Erworbcn 1882 in London. 

Paolo. Maestro Paolo. Venezianische Schule. — Tatig 
in Venedig nach urkundlichen Nachrichten von 1333 — 1358. 
Wahrscheinlich f vor September 1362. 

19* 



292 



Paolo. Parentino. 



1650 Zwei Telle von einem Altar. Der hi. Marcus. In 
rotem Gewand und blauem mit Goldborte besetztem Mantel. 
Etwas nach rechts gewendet, in der Linken ein Buch, mit 

der Rechten den Mantel fassend. Goldgrund. Zu den 

I — I 
Seiten des Kopfes: S. MARCVS. — Johannes der Taufer. 
Im harenen Gewand und griinen Mantel. Nach links 
blickend und mit der Rechten auf ein Schriftband mit den 
Worten: Ecce agnus dei etc. in seiner Linken weisend. 

Goldgrund zu den Seiten des Kopfes: S. lOHE . . , BT. 

Pappelholz, oben im Kleeblattbogen abschliefiend, jede Tafel 
h. 0,74, br. 0,27. — Erworben 1906 aus dem englischen Kunsthandel. 

Parentino. Bernardo Parentino (Parenzano), zeichnet 
sich Bernardin Pare9an. Als Augustinermonch fiihrt er den 
Namen Fra Lorenzo. Schule von Padua. — Geboren 1437 
zu Parenzo, f ^S3^ zu Vicenza. Tatig anscheinend zu 
Padua unter dem Einflusse Mantegnas. 

1628 Musikanten. Rechts sitzt ein Mann in orientalischer 
Tracht, in ein Horn stofiend, an einem antiken Architektur- 
stuck, das mit Ornamenten und einer Inschrift geschmiickt 
ist. Neben ihm ein Flote blasender Knabe, weiter zuruck 
ein zweiter, tanzend. Links, auf einer Steinplatte lagernd, 
ein Mann, einen Stab in der Rechten, mit einer Meerkatze 
spielend. Zuaufierst links ist noch ein tanzender Knabe 
zur Halfte sichtbar. Hintergrund Berge. 

GegenstUck zu Nr. 1628 A (s. die Bemerkung daselbst). — Sammlung 
Pianciatichi, Florenz. 

Leimfarbe. Leinwand, h. 0,33, br, 0,51. — Erworben 1904 als 
Geschenk. 

1628A Musikanten. Auf Steinpostamenten, an denen Musik- 
instrumente lehnen, sitzt rechts eine Frau, die Flote blasend, 
links ein Mann, Laute spielend, vor ihnen ein schwarzer 
Hund. Links vor einer Felsengrotte ein Brunnen, an dem 
ein Knabe ein Fafi fiillt, dessen Spundloch ein Affe zuhalt. 
Hintergrund Berge. 

GegenstUck von Nr. 1628. 

Ein vollbezeichnetes Bild des seltenen Meisters in der Galerie zu 
Modena. — Sammlung Pianciatichi, Florenz. 

Leimfarbe. Leinwand, h. 0,33, br. 0,51. — Erworben 1904 als 
Geschenk. 



Patinir. Pedrini. Peeters. 293 

Patinir. Joachim de Patinir oder Patenier. Nieder- 
landische Schule. — Geb. zu Dinant, 151 5 in die Gilde zu 
Antwerpen aufgenommen, 1521 bei Diirers Anwesenheit dort 
angesehenes Mitglied derselben und 1524 daselbst bereits 
verstorben. Tatig zu Antwerpen. 

Ruhe auf derFlucht nach Agypten. Inmitten einer 608 
reichen Landschaft sitzt neben einer Quelle Maria, das 
Kind auf dem Schofie, links neben ihr das Reisegepack und 
ein eiserner Topf auf dem Feuer. Links eine Dorfstrafie, 
auf der Joseph mit dem Esel herankommt. Im Mittel- 
grund ein hoher, mit dem Gipfel in die Wolken ragender 
Fels, in den ein Kloster hineingebaut ist. Rechts im Hinter- 
grund Bethlehem mit dem Kindermord. 

Eichenholz, h. 0,62, br. 0,78. — Sammlung Solly, 182 1. 

Pedrini. Giovanni Pedrini. Auch Giampietrino und 
Gianpedrino genannt. Sein eigentlicher Name Giov. Pietro 
Ricci. Mailandische Schule. — Lebensverhaltnisse unbekannt. 
Schuler Lionardo da Vincis (seit 1508?). Tatig zu Mailand 
(etwa 1510 — 1530) und Pavia (1521). 

Die biifiende Magdalen a. Magdalena steht, halb nach 205 
links gewendet, nackt in einer Felsenhohle, den Blick flehend 
aufwarts gerichtet und die Hande im Gebet aneinander gelegt. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,62, br. 0,50. — 
Sammlung .Solly, 1821. 

Die hi. Katharina. Die Heilige, etwas nach links ge- 215 
wendet, steht halb entblofit zwischen den beiden gezahnten 
Radern, auf die das himmlische Feuer herabfahrt. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,62, br, 0,47. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Peeters. Bonaventura Peeters. Vlamische Schule. — 
Marine- und Landschaftsmaler sowie Radierer, getauft den 
23. Juli 1614 zu Antwerpen, f in Hoboken bei Antwerpen 
den 25. Juli 1652. Nach weiten Seereisen tatig zu Ant- 
werpen, spater zu Hoboken. 

Kriegsschiffe auf bewegter See. Vorn ankert ein 939 
franzosisches Kriegsschiff, dessen Segel die Matrosen 
hissen. Ein grofies bemanntes Boot steuert darauf zu. 



294 



Peeters. Pencz. 



Links weiter zuriick ein anderer Dreimaster in voUer 
Fahrt. In der Feme einige Boote und die Hauser eines 
Hafenplatzes. 



Bez. rechts an einem Pfahl : 



y 



Eichenholz, h. 0,48, br. 0,71. — Konigliche Schlosser. 

Pencz. Georg Pencz oder Penz^ (Benz). Deutsche 
Schule (Niirnberg). — Maler und Kupferstecher, geb, zu 
Nurnberg um 1500, zuerst 1523 im Verzeichnis der Niirn- 
berger Maler genannt, f zu Leipzig den 11. Oktober 1550. 
Ausgebildet unter dem Einflusse Diirers (wahrscheinlich als 
Gehilfe in dessen Werkstatt), sowie wahrend einer Studien- 
reise in Italien unter dem der italienischen Meister. Tatig 
hauptsachlich zu Nurnberg. 

582 Bildnis des Malers Erhard Schwetzer von Niirn- 
berg. Mit Vollbart und kurzgeschorenem Haar. Von vorn 
gesehen, auf einer Bank sitzend, leicht nach links gewendet 
und nach rechts blickend. Li geschlitztem schwarzem Warns, 
die Linke auf den Oberschenkel gestiitzt, die Rechte am 
Dolchgriff. Auf der Bank ein Wasserglas. Grund Zimmer- 
wand. 

Bez. rechts oben: ERHART. SVETZER. PICTOR. NORINBERG. 

u„. gADATI^ 

Gegenstiick zu No. 587. 



Pencz. Pennacchi. 295 

Bildnis eines jungen Mannes. Von vorn gesehen, das 585 
Haupt nach rechts gewendet und nach rechts blickend. In 
schwarzem Barett und schwarzer Schaube mit weiten Armeln. 
Vor einem mit gemustertem, griinem Teppiche bedeckten 
Tische sitzend, auf den er die Hande gelegt hat. In der 
Linken halt er die Handschuhe. Grund eine Nische. 



If S3-i' 



Bez. links oben: ^ 



Halbfig. Lindenholz, h. 1,06, br. 0,82. — Erworben vor 1820 von 
Frauenholz. 

Bildnis der Gattin Erhard Schwetzers. Von vorn 587 
gesehen, nach links blickend. Auf einer Bank sitzend, die 
Hande iibereinander gelegt. In Pelzhut und schwarzem 
Kleide mit braunen Pelzaufschlagen, an der Seite eine 
Tasche. Hintergrund eine Nische. 



Bez. rechts oben: 



jr 




^5- 



und mit der Inschrift: ELISABETA. VXOR. ERHARDI. — Gegen- 
stUck von Nr. 582. 

Halbfig. Lindenholz, h. 0,82, br. 0,63. — Sammlung Solly, 1S21. 

Pennacchi. Pier (Pietro) Maria Pennacchi. Schule von 
Kriaul. — Geb. zu Treviso 1464, f daselbst 1528. Erhielt 
seine erste Unterweisung in Treviso (wahrscheinlich von 
einem unter Squarcione gebildeten Meister); dann in Vencdig 
Schiller Gio. Bellinis. Tatig zu Treviso und Venedig. 

Christus im Grabe von Engeln gehalten. Der 1166 
tote Christus mit der Donienkrone, auf dem Rande des 
steinernen Grabes sitzend, wird von zwci Kindercngeln ge- 
halten. Hintergrund rechts die Felsenholilc, links FluOland- 
schaft. 



2Q^ Pennacchi. Pesne. 

Bez. auf der Brlistung des Grabes wie neben- H^'H 

stebend. — Aus der friiheren Zeit des Meisters. ^J 

— Fast dieselbe Komposition im Museo Civico ^^^i 
zu Venedigf, wobl eine Jugendarbeit Gio. Bellinis. ^ I -I J 

— Friiher in der Sammlung Avogaro in Treviso. 
Pappelholz, h. 0,57, br. 0,64. — Sammlung 

Solly, 182 1. 

Pesne. Antoine Pesne. Franzosische 
Schule. — Malar und Radierer, geb. zu ^ f 

Paris den 23. Mai 1683, f zu Berlin den 
5. August 1757. Schiiler seines Vaters 
Thomas und seines Oheims Charles de la ' ^ 
Fosse zu Paris. Nach einer italienischen ^^^ 






Reise (mit Aufenthalt in Rom und Venedig) 
tatig vornehmlich zu Berlin (Hofmaler seit ^^a 
1711). 
489 Bildnis Friedrichs des Grofien. \^4 

In jugendlichem Alter, mit gepudertem ^^^ ^^^ 
Haar. Etwas nach links gewendet und den ^^ '^^ 
Kopf nach dem Beschauer gedreht. tJber ^^\ ^Mf 
dem Harnisch das Orangeband des ^^r 1^^ 
Schwarzen Adlerordens und den roten, mit ^^^ 

Hermelin besetzten Samtmantel. Grund ^ |r 
grauer Wolkenhimmel. 

Gemalt 1739 zu Rheinsberg, wie auf der Riick- 
seite vermerkt ist, ein Jahr vor der Thronbesteigung 
Friedrichs (17 12 — 1786). 

Brustbild. Leinwand, h. 0,78, br. 0,63. — 
Erworben 1841 von Schulrat Eggers in Neustrelitz. 

489B Bildnis einer jungen Frau. Drei- 
viertel nach links gewendet und ebendahin 
blickend. In stark ausgeschnittenem Kleid. 
In den gepuderten Locken eine schwarze 
Schleife, im Ohr einen Schmuck von 
Saphiren und um den Hals ein blaues Band. Brauner Grund. 
Brustbild. Leinwand, h. 0,60, br. 0,47. — Alter Besitz. 

494 Bildnis des Kupferstechers G. F. Schmidt und 

seiner Gattin. Der Kiinstler in Samtrock und Hausmiitze, 
nach rechts vor einem runden Tische sitzend und den 
Beschauer heiter anblickend, halt in der Linken ein 



;2 



Pesne. 



297 



offenes Buch (die »Contes« von 
Lafontaine; aufgeschlagen ist »La 
chose impossible «) und hat den 
Arm auf die Kupferplatte gestiitzt, 
die auf dem Tische liegt. Ihm 
gegeniiber sitzt zur Linken die 
Gattin, in ausgeschnittenem Kleid, 
den Kopf auf die rechte Hand 
gestiitzt. Auf dem Tische vorn 
Stecherwerkzeug. Rechts klettert 
eineKatzeamStuhlempor. Grund 
die Wand des Zimmers. 

Bez. rechts oben wie nebenstehend. 

— Georg Friedrich Schmidt, 1712 bei 
Berlin geboren, war vermahltmit Dorothea 
Luise Videbant, der Tochter eines Ber- 
liner Kaufmanns, und starb 1775. 

Halbfig. Leinwand, h. 1,10, br, 1,26. 

— Erworben 1845 ^"^ dem Besitze des 
Hofrat Ternite in Berlin. 

Bildnis des Malers mit 496B 
seinen zwei Tochtern. Der 
Maler sitzt, auf den Beschauer 
blickend, links vor seiner Staffelei, 
in braunem Samtgewand und 
weilJer Allongeperiicke. In der 
Rechten halt er das Augenglas, 
in der Linken die Palette mit 
^ * Pinseln. Unten ist sein Hund, 

^^^^ der zu ihm emporblickt, noch teil- 

^^ weise sichtbar. Hinter dem Stuhle 

f^^ des Malers steht die eine seiner 

Tochter, nach links blickend, in 
ausgeschnittenem gelbem Kleid 
mit Ubergeworfenem schwarzem 
Spitzenschleier, ein weiOes Haub- 
chen auf dem dunklen Haar. In den Handen, die auf derStuhl- 
lehne aufliegen, halt sie einen Facher. Ganz rechts sitzt 
hinter einem Tisch, auf dessen griiner Decke Biicher und 
der Gipsabgufi eines Apollokopfes liegen, die zweite Tochter, 




1; 



298 



Pesne. Piero. 



107 



mit gepudertem Haar, in grauem 
ausgeschnittenem Seidenkleid, an 
der Brust einen Blumenstraufi. Sie 
blickt lachelnd auf den Beschauer, 
auf dem Schofi halt sie ein kleines 
schwarzesHiindchen. Hintergrund 
die dunkle Zimmerwand. 

Bez. rechts unten wie nebenstehend. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,76, br. 1,50. 
— Erworben 1903 vom Freiherrn von 
Berks in Kroatien, in dessen Familie das 
Bild durch Erbgang von einer der Tdchter 
Pesnes gelangt war. 

Petrus. S. Inganatis. 

Piero. Piero (Pietro oder Pier) 
di Cosimo (nach seinem Lehrer 
Cosimo Roselli). Nach dem Vater 
genannt Pietro di Lorenzo. Flo- 
rentinische Schule. — Geb. 1462 
zu Florenz, f daselbst 1521. Schil- 
ler und Gehilfe Cosimo Rossellis, 
unter dem Einflusse Lionardo da 
Vincis (seit 1501) weiter ausge- 
bildet. Tatig" zu Florenz, kurze 
Zeit als Gehilfe Rossellis zu Rom 
(um 1482 — 1484), 

Venus, Mars und Amor. 
Auf blumiger Wiese ruht zur 
Linken Venus, leicht verhiillt; in 
ihrem Arme liegt Amor empor- 
blickend. Mars, mit einem Tuch 
um die Lenden, liegt schlafend 
Venus gegeniiber. Vor ihm zwei 
sich schnabelndeTauben und eine 
Armschiene, hinter ihm im Mittel- 
grunde fiinf Amoretten, die mit 
Stiicken seiner Riistung spielen. 

Von Vasari beschrieben, in dessen 
Besitze sich das Bild befand. Kara spater 



^*' 




Piero. Pinturicchio. 2Q0 

angeblich mit der Erbschaft Gaddi in die Casa Nerli im Borgo San 
Niccolo zu Florenz. — Aus der fruheren Zeit des Meisters. 

Pappelholz, h. 0,72, br. 1,82. — Erworben 1829 durch Rumohr. 

Anbetung der Hirten. Unter einem auf Balken ruhen- 204 
den Strohdache knien Maria und Joseph, einander zuge- 
wandt, in Verehrung vor dem Kinde, das an einen Sack 
gelehnt auf der Erde liegt. Hinter Joseph steht der Stifter, 
links ein Hirt. In der bergigen Landschaft auf einer An- 
hohe rechts Ochs und Esel, links in der Feme der Erzengel 
Raphael mit Tobias und auf einem Hugel die Verkiindigung 
an die Hirten. 

Aus der spateren Zeit dcs Meisters. 

Pappelholz, h. 1,32, br. 1,47. — Sammlung Solly, 1821. 

Piero. S. Francesca. 

Pinturicchio. Bernardino Pinturicchio. Nach dem Vater 
Bernardino di Betto Biagio. Umbrische Schule. — Geb. 
wahrscheinlich zu Perugia um 1455, fzu Siena den 11. De- 
zember 15 13. Unter dem Einflusse Fiorenzo di Lorenzos 
(vielleicht als dessen Schiiler) in Perugia und als Arbeits- 
genosse Pietro Peruginos (in Rom) ausgebildet. Tatig in 
Perugia, Rom von 1481 — 1502 mit Unterbrechungen, Orvieto 
(1492/94 und 1496), Spello (1501) und langere Zeit zu Siena 
(seit 1503 mit kurzen Unterbrechungen). 

Reliquiarium. Der Kirchenvater Augustinus mit 132A 
den hhl. Benedikt und Bernhard. Oben, in der von 
zwei Engeln getragenen Mandorla schwebt der hi. Augustinus 
(oder Donatus) in bischoflichem Ornat. Unten links der 
hi. Benedikt, den Weihwedel (alterer Form) in der Rechten, 
rechts Bernhard von Clairvaux mit dem Krummstab. Grund 
blauer Himmel mit leichten Wolken. 

Aus der Frtihzeit des Meisters, noch unter dem Einflusse Fiorenzo 
di Lorenzos. — Die Holztafel, auf der das Bild gemalt ist, bildet mit 
dem Rahmen und Untersatz ein Ganzes. Rahmcn und Untersatz ent- 
halten in verglasten kleinen Behaltern Reliquien. — Ehemals in einem 
Nonnenkloster S. Donato in Polverosa bei Florenz. 

Wasserfarbe. Lindenholz, oben rund, h. 0,43, br. 0,23. — Er- 
worben 1875 in Florenz vom Bankier Brini. 

Maria mit dem Kinde. Maria, in der Linken einen 143 
Apfel, halt das auf ihrem SchoBe stehende Kind, das mit 
beiden Handen ihren Schleier faflt. Schwarzer Grund. 



300 



Piorobo. 



Maria Halbfig. in '/3 Lebensgr. Tempera. Pappelholz, h. 0,46, 
br. 0,33. — Erworben 1829 durch Rumohr. 

Piombo. Sebastiano del Piombo. Zeichnet sich Se- 
bastianus Venetus. Nach dem Vater Sebastiano di Fran- 
cesco Luciani. Venetianische Schule. — Geb. zu Venedig 
um 1485, f zu Rom den 21. Juni 1547. Schiiler Gio. Bellinis, 
unter dem Einflusse Giorgiones in Venedig, dann Michel- 
angelos in Rom weiter ausgebildet. Tatig zu Venedig und 
Rom (seit 1511), 1527/28 und 1530 voriibergehend wieder 
in Venedig. 
259B Bildnis einer jungen Romerin. Nach links gewendet, 
den Kopf dem Beschauer zugewandt. In reicher Kleidung, 
in hellviolettem Untergewand, das voile Haupthaar mit 
einem romischen Kopftuche bedeckt; den pelzgefutterten 
roten Samtmantel, der iiber die linke Schulter fallt, mit 
der Rechten auf der Brust haltend. In der Linken ein 
Korbchen mit Friichten. Durch das Fenster links Ausblick 
in Hiigellandschaft bei Abendlicht. 

In der Sammlung zu Blenheim » Raphael* genannt und fUr das 
Bildnis der Fornarina, der Geliebten des KUnstlers, ausgegeben. Allein 
schon 1835 von Waagen als » Sebastiano del Piombo « erkannt, ebenso 
von Passavant. — Eine Wiederholung des Bildes, friiher und viel- 
leicht jetzt noch in Verona befindlich (alte Kopier), ist schon 1657 im 
Microcosmo della Pittura von Scanelli als hi. Dorothea beschrieben. 
Das Veroneser Bild befand sich noch 1829 zu Verona im Besitze der 
Signora Cavallini-Brenzoni (jetzt in Casa Persico Citadella?) und kann 
also nicht das Bild aus Blenheim sein, das schon 1779 dort war (da- 
mals in einer von John BoydeJl herausgegebenen Sammlung von Stichen 
»nach den hervorragendsten Gemalden in England* verofifentlicht). — 
Aus der ersten romischen Zeit des Meisters (nach 15 12). 

Halbfig. Pappelholz, h. 0,76, br. 0,60. — Erworben 1885 aus der 
Sammlung des Herzogs von Marlborough zu Blenheim (s. Scharf, A 
List of the Pictures in Blenheim Palace, S. 43). 

237 Piombo? Der tote Christus von Joseph von Ari- 
mathia und Magdalena betrauert. Der Leichnam 
Christi wird zur Linken von Joseph von Arimathia gehalten, 
wahrend zur Rechten Magdalena, deren blondes Haar auf- 
gelost herabfallt, die linke Hand Christi zum Munde fuhrt. 
Dunkler Grund. 

Ebenso wie das Seitenstiick zu diesem Gemalde, der kreuztragende 
Christus, das sich noch im Besitze des Herm Zir zu Neapel befindet, 



Piombo. Pisano. JOI 

von dessen Vorfahren audi das Berliner Bild erworben wurde, eher von 
einem italienischen Meister vom Ende des i6. Jahrhunderts. 

Uberlebensgr. Halbfig. Schieferstein, h. 1,55, br. 1,13. — Erworben 
1841/42 in Neapel. 

Piombo? Bildnis eines Edelmannes in der Ritter- 259A 
tracht des Ordens Sant Jago. Mit braunem Vollbart, 
etwas nach links gewendet und nach rechts blickend. In 
schwarzetn Warns, Barett mit Agraffe und weifier Feder. 
Auf dem Warns und Mantel das rote Kreuz des Ordens. 
Die Linke oberhalb des Schwertgriffes in die Hiifte gestutzt, 
in der Rechten die Handschuhe. Griiner Grund. 

Halbfig. Leinwand, h. 1,1 1, br, 0,91. — Erworben 1875 ^o"^ 
Marchese Patrizi in Rom. 

Pisano. Vittore Pisano, gen. Pisanello. Zeichnet sich 
zumeist Pisanus Pictor, seltener Pisanus. Schule von Ve- 
rona. — Maler und Medailleur, geb. vermutlich zu S. Vigilio 
am Gardasee (Gebiet von Verona) um 1380, f im Marz 145 1, 
vielleicht zu Rom. Tatig vornehmlich zu Verona (da- 
selbst ansassig bis um 1435), zeitweilig in Venedig (um 
1420 — 1424), in Pavia (wahrscheinlich um 1430), in Rom 
(um 1431/32 und wohl noch spater), in Ferrara (um 1435 
und um 1441 — 1444), in Rimini (1445), in Mailand (vor 
1447), in Mantua (um 1439 ^"^ ^447) ^"d in Neapel (1448/49). 

Anbetung der Konige. Vor der Hiitte sitzt zur 95A 
Rechten Maria mit dem Kind auf dem Schofie. Der alteste 
Konig ist in die Knie gesunken und kiifit dem Knablein 
die FiiQe. Links hinter ihm stehen die beiden anderen 
Konige mit goldenen Gefafien in den Handen und dicht 
gedrangt die Manner des Gefolges, zum Teil reich und 
modisch gekleidet. Mehr links die Pagen auf den reich- 
geschirrten Pferden ihrer Herren. Hinter der Hiitte rechts 
zwei Kamele mit einem Mohren, auf dem Dachfirst ein Pfau. 
In der Luft zwei Falken einen Reiher schlagend. Hinter- 
grund bergige Landschaft. 

Die Konige und ihre Begleiter scheinen zum Teil Portratfiguren zu 
sein; an einzelnen Gewandstllcken und an einem Pferdegeschirr sind 
Devisen in goldenen Lettem angebracht, die auf Persttnlichkeiten aus 
dem venezianiscben Gebiet hinzuweisen scheinen. An dem Mantel eines 
neben dem vom RUcken gesehenen JUngling stehenden Mannes: ainstOtt It 
(monde = Zeichen des Orbis terrarum, globus cruciger) ; am Oberklcid 



^02 Pisano. Poelenburgh. Pollaiuolo. 

eines neben dem knienden K5nig' stehenden Mannes: gritte fot hit 

(wahrscheinlich: grace fait Dieu) ; an der Kopf bedeckung eines Reiters 
zur Linken : ttnpo (tempo); an dem Riemenzeug des Schimmels vorn zur 
Linken: HONIA B6A~1N TENPOR (omnia bona in tempore). — Zeich- 
nungen zu der reichgekleideten, vom Riicken gesehenen Figur, zur 
Madonna, zu einigen Tieren and den Vogeln im Codex Vallardi im 
Louvre. — Sammlung Barker in London, 1874 (als »Fra Filippo Lippi«). 
Pappelholz, rund, Durchmesser 0,84. — Erworben 1880 in Paris. 

Pistoia. S. Gerino. 

Poelenburgh. Cornelis von Poelenburgh oder Poelen- 
borch. Hollandische Schule. — Maler und Radierer, geb. 
zu Utrecht 1586, f daselbst den 12. August 1667. Schiiler 
Abraham Bloemaerts, wahrend eines langeren Aufenthalts in 
Italien (vornehmlich in Rom um 1617) unter dem Einflusse 
Elsheimers weiter ausgebildet. Tatig zu Utrecht (seit 1627), 
voriibergehend zu London (1650). 

956 AmarillisreichtMyrtilldenPreis (SzeneausGuarinis 

Pastor fido II, i). Amarillis, von ihren Gespielinnen zur 
Schiedsrichterin erwahlt, welche am besten zu kiissen ver- 
stande, sitzt zur Rechten auf einer Anhohe, und setzt dem 
als Madchen verkleideten Myrtill, der mit gekreuzten Armen 
vor ihr steht, den Blumenkranz als Siegespreis auf. Rings 
umher sitzen und stehen ihre Freundinnen zuschauend, weiter 
zuriick links andere tanzend und musizierend. Auf der 
Hohe in der Feme zur Linken die Ruinen des Grabmals 
der Horatier und Curiatier. Vorn links am Boden erlegtes 
Wild, ein mit Blumen bekranzter Strohhut, Kocher, Bogen 
und weiter zuriick zwei Jagdhunde. 
Bez. unten in der Mitte: 



C-P 



Gegenstiick zu Nr. 958 (s. Herman Saftleven) und mit diesem 
zu einer Folge gehorig, aus der andere StUcke sich in der Gemaldegalerie 
zu Sanssouci befinden. 

Leinwand, h. 1,15, br. 1,46. — Konigliche Schlosser. 

Pollaiuolo. Antonio (del) Pollaiuolo. Nach dem Vater 
Antonio di Jacopo (mit dem Zunamen Benci), alterer 
Bruder Piero Pollaiuolos. Florentinische Schule. — 
Goldschmied, Maler, Erzbildner und Kupferstecher, geb. 



PoUaiuolo. Poorter. 3O3 

zu Florenz 1429 (nach Vasari 1426), f zu Rom den 4. Februar 
1498. Schiiler seines Vaters, des Goldschmieds Jacopo (bis 
1459). Tatig in Florenz und Rom (seit 1484). 

David als Sieger. Barhaupt, in der Rechten die 73 A 
Schleuder, steht er mit gespreizten Beinen iiber dem vom 
Rumpfe getrennten Haupte Goliaths. Hintergrund Archi- 
tektur. 

Pappelholz, h. 0,46, br. 0,34. — Erworben 1890 aus florentiner 
Privatbesitz. 

PoUaiuolo. Piero PoUaiuolo. Eigentlich del PoUaiuolo, 

wie sich auch der Kiinstler selbst zeichnet. Nach dem 
Vater Piero di Jacopo (mit dem Zunamen Benci). Floren- 
tinische Schule. — Goldschmied, Maler und Bildhauer, geb. 
zu Florenz 1443, f vermutlich zu Rom; 1496 als verstorben 
angefiihrt (nach Vasari im Alter von 65 Jahren). Schiiler 
Andrea del Castagnos, unter dem Einflusse seines Bruders 
Antonio weiter ausgebildet. Tatig vornehmlich in Florenz, 
einige Zeit in San Gimignano und vielleicht auch in Rom. 

Verkiindigung Mariae. In einem weiten Prunk- 73 
gemache, das sich im Mittelgrund in zwei Raume teilt, sitzt 
zur Rechten auf prachtigem, mit Edelsteinen verziertem Sessel 
Maria und nimmt mit iiber der Brust gekreuzten Handen 
die Botschaft des links vor ihr knienden Engels entgegen. 
In dem Gemache rechts ein reichverziertes Bett, im Grund 
ein drittes kleines Gemach, in dem kniend drei Engel 
mit Geige, Orgel und Laute musizieren. Durch die beiden 
Bogenfenster Ausblick auf die Stadt Florenz und das 
Arnotal. 

Der Entwurf wird zumeist Antonio zugeschrieben, die AusfUhrung 
ist dagegen von Piero. Vgl. Jahrb. der k. pr. Ksts. XV, S. 232. 

Pappelholz, h. 1,50, br. 1,74. — Sammlung Solly, 1821. 

Ponte. S. Bassano. 

Poorter. Willem de Poorter. Hollandische Schule. — Geb. 
zu Haarlem (?) und daselbst noch nach 1645 tatig. Schiiler 
Rembrandts, vermutlich schon in Leiden (also zwischen 
1627 und 1630). Tatig zu Haarlem (zuerst 1635 erwahnt), 
nach 1645 i" Wyck bei Heusden. 

Gefangennahme Simsons. Zur Linken Simson, im 820A 
Schofie Delilas eingeschlafen. Ein Philister schneidet ihm 



304 



Poorter. Porcellis. Pot. 



das Haar ab, ein anderer kniet vorn mit den Ketten. Hinter 
dieserGruppe ein vornehmer Philister in orientalischerTracht, 
verschiedene Krieger und ein junger Neger mit einem Hunde. 
Rechts im Grunde des weiten Raumes eine andere Gruppe 
von Kriegern. Links hinter Delila ein Tisch mit den Resten 
eines Mahles. 

Bez. am Tiirsturz: Vv. U • 



f 



Eichenholz, h. 0,50, br. 0,62. — Erworben 1873 in Berlin aus dem 
Besitze des Restaurators Schmidt. 

Porcellis. Jan Porcellis. Hollandische Schule. — Maler 
und Radierer von Seestucken, geb. zu Gent vor 1584, f den 
29. Januar 1632 in Soeterwoude bei Leiden. Vermutlich von 
Adam Willaerts beeinflufit, heiratet 1605 zu Rotterdam, wohin 
er friih mit seiner Familie gekommen war, 16 15 zu Ant- 
werpen tatig, woselbst er 161 7 als Meister in die Lukasgilde 
aufgenommen wurde, alsdann in Haarlem (nachweisbar von 
1622 — 1628) und in Soeterwoude. 

832 A Schiffe auf der See. Auf leicht bewegter See vorn 
zur Linken ein kleines Segelschiff, weiter zuriick ein zweites. 
Rechts vorn ein Segelboot. In der Feme wird der Strand 
sichtbar. 

Bez. auf einer Planke vorn rechts: 

Eichenholz, h. 0,22, br. o,i8. — Erworben 1846. 

Porta. S. Bartolommeo. 

Pot. Hendrick Gerritsz. Pot. Hollandische Schule. — 
Geb. um 1585 in Haarlem, f Anfang Oktober 1657 in 
Amsterdam. Schiiler Karel van Manders und beeinflufit von 
Frans Hals. Tatig in Haarlem, seit 1648 in Amsterdam 
und einige Zeit in London (1632). 

1486A Der Streit um die Erbschaft. In einem Zimmer, 
das vorn eine hochgeraffte violette Stoffgardine abschliefit, 
liegt rechts im halboffenen Sarg ein Toter. Seine Ange- 
h5rigen, die Witwe, der Sohn und zwei Tochter, streiten 
sich um den Nachlafi an Geld, Kostbarkeiten und Biichern, 
der teils auf einem grofien Tische mit griiner Decke auf- 
gestapelt ist, teils am Boden umherliegt. Wahrend die 



Pot. Potter. 305 

Witwe mit gierigen Handen nach den Geldstucken greift, hat 
der Sohn die eine Schwester an den Haaren gepackt, wird 
aber von der anderen Tochter hinterriicks zuriickgerissen. 
Eichenholz, h. 0,50, br. 0,72. — Erworben 1891 als Geschenk von 
Prof. Dr. Kny. 

Potter. Paulus Potter. Hollandische Schule. — Maler 
und Radierer von Tieren und Landschaften, getauft den 
20. November 1625 zu Enkhuizen, begraben zu Amsterdam 
den 17. Januar 1654. Schiiler seines Vaters Pieter in Amster- 
dam und Jacob de Wets zu Haarlem. Tatig zu Delft (1645 
bis 1648, 1646 in die Gilde aufgenommen), im Haag (1649 
in die Gilde eingetreten) und in Amsterdam (seit 165 1). 

Aufbruch zur Jagd im »Bosch« beim Haag. Auf 872A 
der vom Haag zum Huis im Bosch fuhrenden Allee fahrt 
im Mittelgrunde links eine Karosse, von sechs Schimmeln 
gezogen. Im Vordergrunde, von der Meute der Jagdhunde 
umgeben, zwei Manner mit Jagdfalken und Jager zu Pferde. 
Ihnen begegnen einige Kiihe, die ein Hirt von rechts heran- 
treibt. 

Bez. links unten: 

Eine alte, nicht eigenhandige Wiederholung in der Galerie zu Dresden. 

— Saramlungen Prinz Conti, Herzog von Choiseul, Fiirst Radziwil, 
Wombwell, Stevens. 

Leinwand, h. 0,60, br. 0,76. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Potter. Pieter Symonsz. Potter, Hollandische Schule, 

— Geb. zu Enkhuizen 1597, begraben den 4. Oktober 1652 
zu Amsterdam. Als Maler von Sittenbildern und Stilleben 
unter dem Einflusse der Schule des Frans Hals ausgebildet, 
als Landschafter mehr den italienisierenden Meistern wie 
Uijtenbroek, Lastman u. a. folgend. Tatig zu Enkhuizen, 
zu Leiden (1628 — 1630) und zu Amsterdam (seit 1631); 
einige Zeit auch in Delft und im Haag (1647). 

Stilleben (sog. Vanitas). Auf einem Tisch mit griiner 921 A 
Decke ein groCer Globus, davor durcheinunder liegend ver- 
schiedene Bucher, Urkunden, ein Totenkopf, Stundenglas, 
ein Schlapphut, ein umgesturzter Krug und ein Glas. Links 

Vcrr. d. G«miildc. 20 



306 



Potter. Pourbus. Poussin. 



auf der Tischecke ein Kohlenbecken und ein paar Tonpfeifen. 
Grauer Grund. 

Bez, auf einem Blatt Papier: ^ fojf^vx / ) 6 "% J 

Eichenholz, b. 0,27, br. 0,35. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Pourbus. Frans Pourbus d. A. Niederlandische Schule. 
— Geb, zu Brugge 1545, f zu Antwerpen den 19, Sep- 
tember 1581. Schiiler seines Vaters Pieter und seit 1562 
des Frans Floris. Tatig zu Brugge und vornehmlich zu Ant- 
werpen (wohl seit 1562; daselbst 1569 als Meister in die 
Lukasgilde aufgenommen ; in demsefben Jahre auch Meister 
zu Brugge). 

683 Bildnis eines Mannes. Mit Spitzbart, nach rechts 
gewendet und auf den Beschauer blickend. In schwarzer 
Kleidung und schmaler Fraise. Dunkelgrauer Grund. 

Bez. rechts : fT ^ (^ ^ ^. jj ,j 5 '^ 

Gegenstiick zu Nr. 686. 

Brustbild. Eichenholz, oval, h. 0,45, br. 0,32. — Konigliche Schlosser. 

686 Bildnis einer Frau. In mittlerem Alter. Etwas nach 
links gewendet und auf den Beschauer blickend. In weifier 
Haube und schwarzem Kleide, mit weifiem Halskragen. 
Dunkelgrauer Grund. 



Bez. rechts: p Poar6uS 7^ 



GegenstUck von Nr. 683. 

Brustbild. Eichenholz, oval, h. 0,45, br. 0,32. — KOnigliche Schlosser. 

Poussin. Gaspard Poussin. S. Dughet. 

Poussin. Nicolas Poussin. Franzosische Schule. — 
Geb. in Villers bei Les Andelys (Normandie) im Juni 1594, 
t zu Rom den 19. November 1665. Schiiler des Quentin 
Varin in Les Andelys (um 1610 — 161 2), zu Paris des Ferdi- 
nand Elle und George Lallemand, in Rom unter Dominichino 
und durch Studien nach Raphael und nach der Antike aus- 
gebildet. Tatig zu Paris (mit Unterbrechungen von ungefahr 
1612 bis Ende 1623 und wieder von 1640 — 1642 als »Peintre 
du Roy«) und vornehmlich zu Rom. 



Poussin. 



307 



Landschaft mit Juno und dem getoteten Argus. 463 
Juno, rechts unter hohen Baumen kniend, halt den Pfau 
auf ihrem SchoC und iibertragt auf seinen Schweif die 
hundert Augen des getoteten Argus, der mit abgeschlagenem 
Haupte rechts neben ihr liegt. Zuaufierst rechts Junes 
Wagen. Links Jo als weifie Kuh, in angstlicher Be- 
wegung. Oben in der Luft der nach vollbrachter Tat ent- 
eilende Merkur. Zur Linken unter einer Baumgruppe an 
einen Felsstein gelehnt eine ruhende Nymphe, der ein Putto 
ein Fullhom mit Feldblumen darbringt, wahrend ein anderer 
Blumen pfliickt. Zuaufierst links steht eine zweite Nymphe 
an den Felsen gelehnt. Im Mittelgrunde felsiges mit Laub- 
holz bestandenes Gelande, in der Feme rechts Gebirge. 

Aus der friiheren romischen Zeit des Meisters. 

Leinwand, h. 1,20, br. 1,95. — Sammlung Giustiniani, 181 5. 

Jupiter als Kind von der Ziege Amalthea ge- 467 
nahrt. Eine Nymphe, links am Boden kauernd, lafit den 
in ihrem Arme ruhenden kleinen Jupiter aus einem Gefafie 
trinken. Ein kniender Satyr melkt die rechts stehende 
Ziege Amalthea. Eine zweite, auf einem Felsen sitzende 
Nymphe entnimmt einem Bienenstock eine Honigwabe. 
Hintergrund Landschaft. 

Aus der mittleren Zeit des Meisters. — Nach der antiken Sage 
n^hrten die Nymphen Adrastea und Ida auf der Insel Kreta den kleinen 
Jupiter mit der Milch der Ziege Amalthea und mit Honig. — Eine 
andere Darstellung desselben Gegenstandes von der Hand des Meisters 
im Dulwich-College bei London. 

Leinwand, h. 0,97, br. 1,33. — Konigliche Scblosser. 

Helios und Phaeton mit Saturnus und den vier 478 
Jahreszeiten. Zur Rechten Helios, vom Tierkreis um- 
geben, auf Wolken thronend, mit der Linken auf die Lyra 
gestiitzt. Vor ihm kniet bittend sein Sohn Phaeton, riick- 
warts auf den Sonnenwagen deutend. Neben dem Wagen 
zwei Horen mit Schmetterlingsfliigeln, die eine ein Sonnen- 
roQ fiihrend. Neben Helios der Friihling, eine jugendliche 
weibliche Gestalt, Blumen streuend, von drei Genien um- 
schwebt; mehr links der Sommer, eine auf Wolken sitzende 
Frau, die in den Handen einen Spiegel halt, ihr zur Seite 
Getreidegarben. Unterhalb zur Linken der Winter, ein 
kauernder Greis, zwischen zwei Kohlenbecken; zur Rechten, 



308 



Poussin. Previtali. Procaccini. 



ihm gegeniiber, der Herbst als trunken schlafender Satyr, neben 
ihm ein Fiillhorn mit Friichten. In der Mitte, die Zeit vor- 
stellend, der graubartige gefliigelte Saturnus in rascher Be- 
wegung, den Stein zum Munde fiihrend. Hintergrund Himmel. 
Leinwand, h. 1,22, br. 1,53. — Konigliche Schlosser. 

478A Landschaft aus der romischen Campagna mit 

Matthaeus und dem Engel. Am Tiberufer sitzt unter 
antiken Triimmern Matthaeus, das Evangelium auf einem 
Blatte niederschreibend. Der Engel steht neben ihm, das 
Blatt haltend und mit der Rechten darauf deutend. 

Freie Darstellung des Tibertals bei Acqua acetosa. 

Leinwand, h. 0,96, br. 1,32. — Erworben 1873 aus dem Palazzo 
Sciarra zu Rom. 

Previtali. Andrea Previtali. Zeichnet sich Andreas 
Bergomensis, spater Andreas Previtalus, auch Andreas 
Cordelle agi (bei Vasari Cordegliaghi). Schule von Bergamo. 
— Geb. zu Bergamo um 1480, j daselbst den 7. No- 
vember 1528. Schiller Gio. Bellinis, spater namentlich 
von Cima und Lorenzo Lotto beeinflufit. Tatig zu Venedig 
und Bergamo (vornehmlich von 151 1 bis zu seinem Tode). 
39 Maria mit dem Kind und Heiligen. Maria legt, 
das segnende Kind auf dem Schofi haltend, die Rechte auf 
das Haupt eines hi. Bischofs, dessen Kopf in Seitenansicht 
links unten sichtbar ist. Rechts von Maria die hi. Katharina, 
links die hi. Magdalena (?) und der Apostel Paulus. Vor den 
Figuren eine Briistung. Hintergrund bergige Landschaft. 

Halbfig. in V3 Lebensgr. Pappelholz, h. 0,68, br. 0,84. — Sammlung 
Solly, 1 82 1. 

45 Verlobung der hi. Katharina. Das Christkind, auf 
dem Schofie der Maria sitzend, steckt mit der Rechten den 
Ring an die linke Hand der rechts stehenden Katharina, 
Zur Linken neben Maria der Apostel Petrus. Hintergrund 
bergige Landschaft. 

Halb6g. in V3 Lebensgr. Pappelholz, h. 0,57, br. 0,79. — Sammlung 
Solly, 1821, 

Procaccini. Giulio Cesare Procaccini. Schule von 
Bologna. — Maler und Radierer, geb. 1548 (?) zu Bologna, 
f zu Mailand um 1626. Schiiler seines Vaters Ercole, 
durch Studien nach Correggio weiter ausgebildet. Tatig in 
Bologna, einige Zeit in Genua und vornehmlich Mailand. 



Procaccini. Provost. Raffaello. 309 

Der Traum Josephs. Den schlafend' zur Rechten 355 

sitzenden Joseph mahnt der herabschwebende Engel zur 
Flucht nach Agypten, Im Hintergrunde links nahrt Maria 
das in der Wiege sich aufrichtende Kind. 

Eine Zeichnung zu dem Bild im Kupferstichkabinett zu Berlin. 
Eine alte Kopie in der Galerie zu Nimes. 

Pappelholz, h. 0,40, br. 0.28. — Konigliche Schlosser. 

Provost. Jan Provost. Niederlandische Schule. — Geb. zu 
Mons im Hennegau, f zu Brugge im Januar 1529. Tatig zu 
Valenciennes (?), zu Antwerpen (1493 Mitglied der Lukasgilde) 
und zu Brugge, wo er 1494 das Biirgerrecht erwarb. Gebildet 
unter dem Einflusse von Gerard David und Quinten Massys. 

■ Anbetung der Konige. Unter einem an eine Palast- 551 B 
ruine angebauten Strohdache sitzt rechts Maria. Auf ihrem 
SchoBe das Christkind, dem die drei Konige, der alteste 
kniend, ihre Gaben darbringen. Im Mittelgrunde kniet das 
Stifterpaar mit zwei Kindern. Im Hintergrund jenseits eines 
Flufies ein Hiigel, von dem sich in langem Zuge das Gefolge 
der Konige herabbewegt. 

Aus der frliheren Zeit des Meisters (urn 1500 — 15 10). — Friiher 
'Nachfolger des G. David' genannt. (Vgl. G. Hulin, Jan Provost 1902). 

Von Holz auf Leinwand iibertragen, h. 0,86, br. 0,69. 

Raffaellino. S. Garbo. 

Raffaello. Raffaello Santi, gen. Raffaello da Urbino. 

Nach dem Vater Raffaello di Giovanni Santi. Zeichnet sich 
Raphael Urbinas. Umbrische Schule. — Maler und Architekt, 
geb. zu Urbino den 7. April 1483, f zu Rom den 6. April 
(Charfreitag) 1520. Schiiler seines Vaters Giovanni und 
wahrscheinlich Timoteo Vitis zu Urbino, Gehilfe Pietro 
Peruginos zu Perugia; in Florenz (seit Ende 1504) unter 
dem Einflusse der Werke Lionardos und Fra Bartolommeos 
weiter ausgebildet; in Rom (seit 1508) durch das Studium 
der Antike und eine Zeitlang durch Sebastiano del Piombo 
und Michelangelo beeinflufit. Tatig zu Perugia und Florenz 
(vermutlich bis 1504 in Perugia, von 1504 bis 1508 ab- 
wechselnd in Perugia und Florenz); kurze Zeit in Citti di 
Castello (zwischen 1502 und 1504), Siena (1504), Urbino 
(zwischen 1502 und 1507) und vornehmlich zu Rom (seit 
1508 bis zu seinem Tode). 



310 



Raflfaello. 



141 Maria mit dem Kinde. Maria liest in einem Buche, 
das sie in der Rechten halt, mit der Linken stiitzt sie den 
Fufi des auf ihrem Schofie sitzenden Kindes, das einen Stieg- 
litz in der Linken halt. Hintergrund Landschaft. 

Aus der Zeit, da der junge Meister in der Werkstatt Peruginos 
arbeitete und unter dessen bestimmendem Einflusse stand (etwa una 
1501/02). Unter dem Namen Madonna der Sammlung Solly 
bekannt. — (Jber die fiinf auf dieses Bild sich beziehenden Hand- 
zeichnungen s. Koopmann, Raflfaelstudien p. 47. 

Maria Halbfig. in V3 Lebensgr. Pappelholz, h. 0,52, br. 0,38. — 
Sammlung Solly, 1821. 

145 Maria mit dem Kind und zwei Heilige. Maria halt 
mit beiden Handen das in ihrem Schofi auf einem Kissen 
sitzende Kind, das mit der Rechten segnet. Links der hi. 
Hieronymus mit Kardinalshut, rechts der hi. Franziskus. 
Hintergrund bergige Landschaft mit Gebauden. 

Aus der Zeit, da Raphael noch unter dem Einflusse Peruginos 
stand (etwa 1502 odcr 1503). Eine entsprechende Handzeichnung im 
Berliner Kupferstichkabinet. Vgl. Jahrb. der k. p. Ksts. II S. 62 ff. 

Kl, Halbfig. Pappelholz, h. 0,34, br. 0,29. — Erworben 1829 vom 
Baron von der Ropp. 
147 Maria mit dem Kind und dem kleinen Johannes. 
Maria stiitzt mit der Linken das auf ihrem Schofie sitzende 
Kind, das den von links herantretenden Johannesknaben 
segnet. Hintergrund Landschaft. 

Bekannt unter dem Namen Madonna della Casa Diotalevi, 
nach dem friiheren Besitzer Marchese Diotalevi zu Rimini. Dort gait 
das Bild f(ir ein Werk Peruginos; jedenfalls ist es in dessen Werkstatt 
entstanden um 1500/01. In der Behandlungsweise ist es den Jugend- 
werken Raphaels nahe verwandt; insbesondere stimrat das Christkind 
mit den Kinderfiguren des Meisters in der Madonna des hi. Hieronymus 
(Nr. 145), in der Madonna Terranuova (Nr. 247 A) und der Madonna 
Solly (Nr. 141) liberein. 

Maria Halbfig. in V3 Lebensgr. Pappelholz, h. 0,69, br. 0,50. — 
Erworben 1842 vom Marchese Diotalevi in Rimini. 
247A Maria mit dem Kind und dem kleinen Johannes. 
Maria halt, vor einer Briistung sitzend, das Kind, das mit 
beiden Handen ein Spruchband (ECCE AGNVS DEI) er- 
fafit, dessen Ende der kleine Johannes in der Rechten halt. 
Rechts ein kleiner Knabe mit Heiligenschein zu Maria auf- 
blickend (wahrscheinlich Jacobus minor). Hintergrund ber- 
gige Landschaft. 



Raffaello. Ravesteijn. j 1 1 

Bekannt unter dem Namen Madonna del Duca diTerranuova, 
da sich das Bild lange im Besitze dieser Familie zu Genua (spater in 
Neapel) befand. — Aus dem Anfang der florentinischen Zeit (um 1505). 

— Eine Zeichnung zu dem Bild im Museum zu Lille, eine andere von 
mehr perugineskem Charakter im Berliner Kupferstichkabinett. 

Nahezu ganze Fig. etwas unter Lebensgr. Pappelhclz, rund, Durch- 
messer 0,86. - — Erworben 1854 in Neapel vom Duca di Terranuova. 

Maria mit dem Kind e. Maria, in der Linken ein oifenes 248 
Buch emporhaltend, stiitzt mit der Rechten das Kind, das sich 
auf ihrem Schofi aufrichten will. Hintergrund Landschaft. 

Bekannt unter dem Namen Madonna di Casa Colonna, da 
sich das Bild lange im Besitze dieser Familie zu Rom befand. — Nicht 
vollendet, daher die helle Farbung und der Mangel an Schatten. — 
Aus der letzten Zeit des Florentiner Aufenthaltes, etwa Ende 1507 oder 
erste Halfte des Jahres 1508. Das Bild zeigt in den Typen wie in 
den Formen eine nahe Verwandtschaft mit der Madonna Niccolini (bei 
Lord Cowper), die mit der JahreszaLl 1508 bezeichnet ist. Zeich- 
nungen mit verwandten Motiven in Florenz und in Wien (Albertina). 
Uber andere Zeichnungen, die zu unserem Bild in Beziehung stehen, 
s. Crowe und Cavalcaselle, I 347 und 350. — Nach Crowe und 
Cavalcaselle riihren nur Erfindung und Zeichnung von Raphael her, 
wahrend die malerische Ausfuhrung einem Gehilfen der VVerkstatt zu 
Perugia, und zwar dem Domenico Alfani zuzuweisen ist. 

Maria Kniefig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,77, br. 0,56. 

— Erworben 1827 von der Familie Lante in Italien. 

Raibolini. S. Francia. 

Ravesteijn. Jan Anthonisz. van Ravesteijn oder Ravestijn. 
HoUandische Schule. — Bildnismaler, geb. 1572 (?) im Haag, 
begraben daselbst den 21. Juni 1657. Tatig im Haag (seit 
dem 17. Februar 1598 Mitglied der Lukasgilde). 

Bildnis des HerrnReynierPauw van Nieuwerkerk 757 A 
(1612 — 1652). In jungen Jahren, mit blonden Locken. 
Etwas nach rechts gewendet und den Beschauer anblickend. 
In schwarzseidenem Rock mit geschlitzten Armeln und flach 
anliegendem Spitzenkragen. Grauer Grund. 

Auf einem Zettel auf der RUckseite in der Schrift des 1 8. Jahrhunderts : 
. . . Heer van niwerkerk Getrout met Maria jonkhey, und : Ravestyn Pinx, 1 633. 

Brustbild. Eichenholz, h.0,64, br.0,48. — SammlungSuennondt, 1874. 

Bildnis eines alteren Mannes. Etwas nach rechts ge- 757B 
wendet und den Beschauer anblickend. Ein schwarzes Kapp- 
chenbedeckt das lange dunkleHaar. InschwarzemGewand und 
Mantel, die Rechte auf die Brust gelegt. Dunkelgrauer Grund. 




9 1 2 Ravesteijn. Rembrandt, 

Bez. rechts im Grunde: 






^' 



Auf der Ruckseite in alter Schrift der Name Sweerts 
de Landas (noch jetzt existierende freiherrliche Fa- 
niilie in Holland). 

Halbfig. Eichenholz, h. 0,73, br. 0,53. — Er- 
worben 1875 als Vermachtnis des Herrn Mossner. 

Rembrandt. Rembrandt Harmensz. 
van Rijn. Hollandische Schule. — Maler 
und Radierer, geb. zu Leiden den 15. Juli 
1 606, begraben zu Amsterdam den 8. Oktober 
1669. Schuler Jacob van Swanenburghs zu 
Leiden, dann Pieter Lastmans zu Amster- 
dam. Tatig zu Leiden und vornehmlich zu 
Amsterdam (seit Ende 1631). 

802 SimsonbedrohtseinenSchwieger- 
vater, der ihm die Frau vorenthalt. 
Vor seinem Hause steht Simson in reicher, 
orientalischer Tracht, das wallende Haar 
von einem Diadem zusammengehalten. Mit 
der geballten Rechten droht er seinem rechts 
aus einem Fenster schauenden Schwieger- 
vater. Hinter ihm zwei Mohrenknaben, 
die eine kleine Truhe tragen. (Buch der 
Richter, 15). 

Bez. rechts am Pfeiler wie nebenstehend: Die 
letzte Ziffer, die durch eine alte Rentoilage be- 
schiidigt ist, ist als 5 zu lesen. Diese Zahl steht in Einklang mit dem 
Charakter und der Behandlung des Bildes. — Alte Kopie im Privatbesitze 
zu Montreal (friiher Hamilton Palace, Schottland). 




Rembrandt. 2 1 5 

Kniefig. Leinwand, h. 1,56, br. 1,29. — Konigliche Schlosser 
(Oranische Erbschaft, 1676). 

Die Frau des Tobias mit der Ziege. In einer Hiitte, 805 
in die durch ein grofies Fenster links das Abendlicht fallt, 
sitzt der alte Tobias an einem offenen Feuer und verweist 
seiner Frau den Diebstahl der Ziege, die sich durch ihr 
Meckem verraten hat. 

Bez. rechts unten: 

Gegenstiick zu Nr. 806. — Eine Zeichnung dazu in der Albertina 
zu Wien. 

Auslandisches, dem Mahagoni verwandtes Holz, h. 0,20, br. 0,27. — 
Konigliche Schlosser. 

Der Traum Josephs. Den schlafend dasitzenden 806 
Joseph mahnt ein lichtumflossener Engel zur Flucht nach 
Agypten. Weiter vorn rechts auf einem Strohbiindel lagert 
Maria mit dem Kinde; daneben der Kopf eines Rindes. 

Bez. unten auf einem Brett: 

Gegenstiick von Nr. 805. — Eine Zeichnung dazu im kgl. Kupfer- 
stichkabinett zu Berlin, eine zweite im Privatbesitze zu Gottingen. 

Auslandisches, dem Mahagoni verwandtes Holz, h. 0,20, br. 0,27. — 
Konigliche Schlosser. 

Selbstbildnis. Mit langem Haar, nach rechts gewendet 808 
und den Beschauer anblickend. Im Samtbarett mit gruner 
Feder, um den Hals einen eisernen Halskragen, iiber dem 
Mantel eine goldene Kette. Grauer Grund. 

1633 Oder 1634 gemalt. 

Brustbild. Eicbenholz, h. 0,55, br. 0,46. — Konigliche Schlosser. 

Selbstbildnis. Mit langem, lockigem Haar und 810 
keimendem Schnurrbarte. Nach rechts gewendet und auf 
den Beschauer blickcnd. In Samtbarett, Mantel, mit Pelz- 
kragen und griinlichem Halstuche. Grauer Grund. 



314 



Rembrandt. 



Bez. rechts unten : ^^^|^^ 



Brustbild. Eichenholz, h. 0,57, br. 0,46. 

— Konigliche Schlosser. 

811 Moses zerschmettert die Ge- 
setzestafeln. Moses, in langem, 
weifiemRock und wallendem Mantel, 
hat mit beiden Handen die ehernen 
Tafeln, in die mit goldener Schrift 
die zehn Gebote eingegraben sind, 
hoch erhoben, um sie an dem F'elsen 
zu zertriimmern. Hintergrund die 
Felsen des Sinai. 

Bez. rechts unten wie nebenstehend. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,67, br. 1,35. — 
Konigliche Schlosser. 
811A Der Mann mit demGoldhelm. 
(Rembrandts Bruder, geb. 1597 oder 
1598, f J 654.) In vorgeriicktem Alter, 
etwas nach rechts gewendet, mit ge- 
senkten Augen. Mit kurz gehaltenem, 
weifiem Schnurrbart und kleinem 
Kinnbart. Auf dem Haupt einen 
prachtigen Renaissancegoldhelm, um 
den Hals einen Eisenkragen. Dunkler 
Grund. 

Um 1650 gemalt. — Stammt aus 
Schweizer Privntbesitz. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,67, br. 0,50. 

— Erworben 1897 aus dem Londoner 
Kunsthandel. — Eigentum des Kaiser 
Friedrich-Museums-V'ereins. 




Rembrandt. o j c 

Rembrandts Gattin Saskia. Etwas nach links ge- 812 
wendet und den Beschauer anblickend. In hoher Pelzmiitze, 
die mit einer von Agraffen gehaltenen Perlenschnur geziert 
ist, und offenem, auf die Schultern fallendem Haar. Um 
den Hals ein Perlenband, iiber den Schultern eine breite, 
gedrehte Goldkette. Mit der Linken den Mantel zusammen- 
haltend. Dunkler Grund. 

Bez. rechts fiber der Schulter: 



Oiemk 



m^rarii 



-</i/ 



^t3 



Saskia van Ulenburgh, Tochter des Predigers Rombertus van Ulen- 
burgb, mit der sich Rembrandt am 22. Juni 1634 vermahlte, starb 
bereits im Jahre 1642. Wahrscheinlich hatte also der Kunstler dieses 
Bildnis bei ihrem Tode noch nicbt vollendet und ftihrte es erst im 
folgenden Jahre, 1643, zu Ende. 

Brustbild. Auslandisches, dem Mahagoni verwandtes Holz, h. 0,72, 
br. 0,59. — Kftnigliche SchlOsser. 

Simson und Delila. Delila sitzt auf einer Stufe, das 812A 
Haar des schlafenden Simson, dessen Haupt auf ihrem 
Scholie ruht, mit der Rechten ergreifend. Sie blickt sich 
um zu einem der Philister, der mit der Schere herbeieilt. 
Rechts hinter dem Bettvorhang erscheint in einer Tur ein 
Bewaffneter. 

Bez. links unten an der Stufe: 



^^^^ 



2^ 



Eichenholz, h. 0,595, br. 0,495. — Kiiniglichc Schlttsser. 
1906 von S. M, dem Kaiser Uberwiesen. 



3i6 



Rembrandt 



812B Der barmherzige Sama- 
riter. Vor der Herberge, zu deren 
TureineTreppeemporfiihrt, haben 
bei dem Schein einer Laterne drei 
Knechte den Verwundeten vom 
Pferd gehoben. Links steht der 
Samariter in langem Mantel und 
Turban. Hinter der Gruppe steigt 
eine Frau die Treppe hinauf. 

Studie zu dem Gemalde im Louvre 
von 1648. 

Leinwand, h. 0,295, ^r. 0,36. — Er- 
worben 1906 als Geschenk des Geh. 
Kommerzienrats Thieme in Leipzig an 
Geheimrat Dr. VV. Bode, der es der 
Galerie uberwies. 
823 Raub derProserpina. Pluto 
mit der geraubten Proserpina, die 
er mit beiden Armen gepackt halt, 
auf seinem von wilden Rappen 
gezogenen Wagen in die Tiefe 
tauchend. Die Gespielinnen, be- 
miiht, Proserpina an ihrem langen 
Mantel zuriickzuhalten, werden 
durch di? blumige Wiese neben 
dem Wagen hergeschleift. 

Eine Zeitlang Jan Joris van Vliet, 
einem Schiiler Rembrandts, zuge- 
schrieben; allein in den alten Inven- 
taren, die bis auf den Prinzen Friedrich 
Heinrich von Nassau -Oranien zuriick- 
fuhren, »Rembrandt« genannt und durch 
die neuere Forschung (auch schon von 
Waagen) mit Recht dem Meister zuriick- 
gegeben, fiir dessen Jugendzeit (um 1 632) 
das Bild durchaus cbarakteristisch ist. 

Eichenholz, h. 0,83, br. 0,78. — 
Konigliche Schlosser (oranische Erb- 
schaft, 1676). 

828 Jakob mit dem Engel. Der 
Engel in langem, weifiem Gewande, 
mitausgebreitetenFlugeln,stemmt 



Rembrandt 



317 



sein rechtes Bein unci die linke Hand in die Seite des vor 
ihm stehenden Jakob, um ihm die Hiifte auszurenken. Un- 
bestimmter braunlicher Grund. 

Bez. rechts unten wie nebenstehend. Die Bezeichnung, wahrschein- 
lich aus dem friiher grofieren Bild ausgeschnitten, ist eingesetzt. — 
Aus der spateren Zeit des Meisters, um 1660. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,37, br. 1,16. — Sammlung Solly, 1821. 

Bildnis eines Rabbiners. Mit grauem Vollbart. Von 828A 
vom gesehen und auf den Beschauer blickend. In breitem, 
schwarzem Barett und dunklem, pelzgefiittertem Mantel, um 
den Hals eine goldene Kette. In einem Lehnsessel sitzend, 
mit der Linken in den Mantel greifend. Grauer Grund. 

Bez. links unten: 



y^ ' ^^ ^ • 



Sammlungen W. Beckford zu Fonthill Abbey, 1820; Durand-Duclos, 
Paris 1847; I. Nieuwenhuis, 1854; Theodore Patureau, Paris 1857. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,10, br. 0,82. — Sammlung Suermondt, 
1874. 

Bildnis der Hendrickje Stoffels. Etwas nach links 828B 
gewendet und den Beschauer mit geneigtem Kopf an- 
blickend, lehnt sie auf der Fensterbriistung und halt mit 
der Rechten den Griff des geoffneten Fliigels. In wcitem 
rotem Gewand, Haubchen von goldbesetzten Bandern, mit 
Perlohrringen und Perlarmband. Dunkler Grund. 

Aus der spateren Zeit des Meisters (um 1658,59). — Hendrickje 
Stoflfels lebte seit ctwa 1648 in Rembrandts Haus (f wahrscheinlich 
1662 Oder 1663). 

Leinwand, h. 0,86, br. 0,65. — Erworben 1879 in Paris. 



3i8 



Rembrandt. 



828 C Minerva. Die Gottin sitzt nach links, den mit einem 
Olivenzweig bekranzten Kopf halb nach vorn gedreht, in 
reicher phantastischer Tracht auf einem Stuhl. Auf dem 
Tische verschiedene f'olianten, eine Laute und ein Harnisch, 
an der Wand eine Trophae, bestehend aus Helm, Schild 
mit Medusenhaupt und Schwert. Grund die dunkle Wand 
des Gemachs. 

Bez. ganz rechts in der Mitte (einige nocli zur Bezeichnung gc- 



horende Striche scheinen zerstort) : 



(h 



Jugendwerk des Meisters (um 1631). — Im Verzeichnisse der aus den 
Koniglichen Schlossern ausgewahlten Bilder als » Minerva von Rem- 
brandt* angefuhrt; nach Eroffnung der Galerie unter dem Namen 
» Ferdinand Bol« kurze Zeit aufgestellt. 

Eichenholz, h. 0,59, br. 0,48. — Konigliche Schlosser. 

828 D Der Geldwechsler. Hinter einem Tische sitzt ein 
alter Geldwechsler mit Brille, zwischen den Fingern der 
Rechten eine Miinze haltend, die er an der Flamme eines 
Leuchters aufmerksam betrachtet. Auf dem Tische Biicher, 
Dokumente, eine Goldwage und Miinzen. Im Grund ein 
geoffneter Schrank und ein Ofen. 
Bez. links auf einem Buche: 




Eines der beiden frtihesten bezeichneten Bilder des Meisters. 

Eichenholz, h. 0,32, br. 0,42. — AlS Geschenk von Sir J. C. Ro- 
binson in London 1881 durch I. M. Kaiserin Friedrich der Gemalde- 
galerie uberwiesen. 

828E Susanna und die beiden Alten. Der jiingere der 
beiden Richter sucht Susanna, die nackt die Stufen zum 



Rembrandt. 



319 



Bassin herabsteigt, das Linnen, mit dem sie ihren Schofi 
verhiillt, fortzuziehen. Weiter zuriick der zweite Richter, 
aus dem Eingange der Grotte hervortretend, mit der Linken 
auf einen Stock gestiizt, miihsam heranhinkend. Auf der 
Steinbriistung rechts das reiche rote Gewand Susannas. 
Hintergrund Park mit Renaissancepalast und turmartigem 
romanischem Kastell dahinter. 
Bez. rechts unten: 



\ 



% 



K 



» 



Vielleicht das Bild, Susanna darstellend, das Adriaen Banck im Jahre 
1647 fUr 500 Gulden von Rembrandt kaufte. Vgl. Oud Holland 1885, 
S. 92. AusgefUhrte Studie zur Figur der Susanna, ohne die beiden Alten, 
im Louvre (Sammlung La Caze); eine zweite Studie, Susanna bis 
zur Brust, im Besitze des Herm L^on Bonnat zu Paris. Zeichnungen 
und Skizzen zum Bild im Berliner Kupferstichkabinett (Sammlung 
von Beckerath) u. a. a. O. — Die bekannte Legende von Susanna, der 
Gemahlin des Jojakim, die von den Richtern im Bad Uberfallen wurdc, 
steht im Zusammenhange mit der Geschichte des Prophetcn Daniel. Der 
Geschichte Daniels ist auch der Gegenstand des folgenden Bildes 
(Nr. 828 F) entnommen; der romanische Turm, ein Teil des Palastes 
in Susan, kehrt dort wieder. — Aus der Sammlung von Sir Joshua 
Reynolds ging es 1795 in den Besitz der Familie Baronet Lechmere 
in The Rhydd Ubcr, woselbst es bis 1883 verblieb. 

Eichenholz, h. 0,76, br. 0,91. — Erworben 1883 in Paris. 



320 



Rembrandt 



828 F DieVisonDaniels. Links an dem steilabfallenden Ufer 
eines Baches ist Daniel in die Knie gesunken. Er horcht 
scheu auf den Engel, der mit ausgebreiteten Fliigeln links 
hinter ihm steht und ihm jenseits des Baches die Erscheinung 
des Ziegenbockes mit dem wunderbaren Gehorn deutet. 
Hintergrund Gebirgslandschaft mit einem romanischen Rund- 
bau, dem Palaste von Susan. 

Rembrandt hat aus dem 8. Kapitel des Propheten Daniel den 
Moment dargestellt, da der Engel Gabriel erscheint, den in Ohn- 
macht zur Erde gesunkenen Daniel wieder aufrichtet und ihm 
auf gottliches Geheifi das Gesicht von dem Widder und dem Ziegen- 
bock auslegt (danach bedeutete der Widder, »vor dem kein andres 
Tier bestehen konnte«, die Konige in Medien und Persien, der Ziegen- 
bock aber mit dem grofien Horn, das aus den kleineren Hornem 
immer machtiger emporwuchs und mit dem der Bock nach der Ver- 
nichtung des VVidders die Welt zu zerstoren drohte, den Konig von 
Griechenland). — Die Entstehung des Bildes ist um 1650 zu setzen. — 
Die Skizze befindet sich im Besitze des Herrn Leon Bonnat zu Paris. — 
Das Bild stammt, wie die Susanna, aus den Sammlungen Reynolds 
und Lechmere, s, Nr. 828 E. 

Leinwand, h. 0,96, br. 1,16. — Erworben 1883 in Paris. 

828H Potiphars Frau verklagt Joseph. Neben einem 
reichen Himmelbette sitzt Potiphars Weib, mit sprechender 
Gebarde Joseph, der links, jenseits des Bettes steht, bei 
ihrem Gatten verklagend. Zu ihren Fiifien der griinliche 
Mantel Josephs. 

Bez. fiber dem Mantel Josephs : 



U^emb 



ran 



f'^hs 



Ein wenig verschiedenes Bild mit demselben Gegenstand in der Ere- 
mitage zu St. Petersburg (1654 und 1655 datiert); eine Zeichnung dazu 
in der Pinakothek zu Miinchen. — Sammlung Sir John Neeld in 
Grittleton House. 

Leinv?and, h. 1,10, br. 0,87. — Erworben 1883 in Paris. 



Rembrandt. ^2 1 

Der Alte mit der roten Miitze. Mit voUem, grauem 828J 
Bart, in langem gelblichem Mantel und hoher, roter pelz- 
gefiitterter Miitze. In einem Lehnsessel sitzend, leicht nach 
links gewendet. Die rechte Hand auf die Seitenlehne des 
Sessels stiitzend, in der Linken einen Stock. Dunkler 
Grund. 

Studie aus Rembrandts spaterer Zeit (um 1655). 

Leinwand, h. 0,51, br. 0,37. — Erworben 1890 in London. 

Predigt Johannis des Taufers. Auf einer Boden- 828K 
erhohung steht predigend der Taufer, indem er sicb 
mit lebhafter Gebarde zu dem zahlreich versammelten, 
bunt durcheinander gewiirfelten Voike wendet. Unter den 
Zuhorern, die der Predigt mit verschiedenen Empfindungen 
folgen, einige Bildnisse, so, zu Fufien des Taufers, der Kopf 
des Malers, rechts neben ihm seine Mutter. Hintergrund 
bergige Landschaft im Dammerlicht mit Aquadukt und 
einer Saule mit einer romischen Kaiserbiiste. 

Das Bild ist ein sog. »groutje«, d. h. grau in grau gemaltes Bild 
(Vorlage fiir einen Stich, der indessen nicht ausgefiihrt zu sein scheint). 
Urspriinglich kleiner in den Mafien, ist es vom KUnstler ringsum um 
etwa 10 cm vergroBert und in skizzenhafter Weise erweitert worden. 
Entstanden 1635 ^^^^ 1636; ehemals in der Galerie des BUrgermeisters 
Jan Six, 1702 an dessen Neffen Pieter versteigert. Im Anfange des 
vorigen Jahrhunderts beim Kardinal Fesch, seit 1845 beim Earl of 
Dudley. Vgl. Bode, Jahrb. der k. pr. Ksts. XIII S. 2i3ff. Ausgestellt 
1857 in Manchester. Rembrandt hat einen schwerfalligen Barockrahmen 
7,u dem Bild entworfen, Federskizze in der Sammlung Bonnat zu 
Bayonnc (Lippmann, Nr. 172 A). 

Leinwand auf Eichcnholz, h, 0,62, br. 0,80. — Erworben 1892 auf 
der Versteigerung Dudley in London. 

Der Mennonitenprediger Anslo (1592 — 1646). Der 828L 
Prediger Cornelis Claesz. Anslo sitzt in schwarzer Gewan- 
dung, mit Hut, wei6er Krause und Pelzrock in seinem 
Studierzimmer am Arbeitstische, dessen Smyrnateppich zu- 
riickgeschlagen ist, und wendet sich in lebhafter Rede 
an eine Frau in Trauer, die, die Hande im SchoO, in der 
Linken das Spitzentaschentuch, rechts sitzt und ihm aufmerk- 
sam zuhort. Sie tragt ein schwarzes Gewand, niedrigen Miihl- 
steinkragen und weiQe Haube. Auf dem Arbeitstisch ein 
Lesepult mit gedffnetem Folianten und ein eisemer Leuchter. 

Verz. d. Gemalde. 2 1 



322 



Rembrandt. 



Im Hintergrunde des Predigers Bucherei, 
grofitenteils von einer Gardine verhangt. 

Bez. links unten wie nebenstehend. 

Uber Motiv, Studien und Geschichte des 
Bildes vgl. Bode, Jahrb. der k. pr. Ksts. XVI, 
S. 3ff. und S. i97ff. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,72, br. 2,09. — Er- 
worben 1894 von Lord Ashburnham. 

828M Bildnis eines jungen Juden 
(Studie). Etwas nach links gewendet 
und auf den Beschauer blickend. Mit 
kurzem Vollbart. Mit schwarzem Kapp- 
chen, brauner Gewandung und weiiJem 
Kragen. Heller, braunlicher Grund. 

Studie aus der Mitte der vierziger Jahre. — 
Frliber in belgischem Privatbesitz. 

Brustbild in ^jz Lebensgr. Eichenholz, 
h. 0,245, br. 0,205. — Erworben 1896 aus dem 
Wiener Kunsthandel. — Eigentum des 
Kaiser Fried rich- Museums-Vereins. 

Rembrandt. Schule des Rembrandt 
van Rijn. Hollandische Schule. 
815B Ruhe auf der Flucht nach 
A gyp ten. Maria sitzt unter einem 
Baume, das schlafende Kind auf dem 
Schofie. Rechts hinter ihr Joseph auf 
einer Bodenerhohung zu Maria nieder- 
blickend, vor ihm das Reisegerat. Zur 
Linken in der Feme ein steil abfallender 
Berg mit einer Ortschaft auf der Hohe, 
davor im Mittelgrund ein Viadukt. 

Unter dem Einflusse von Rembrandts beiliger 
Familie in der Pinakothek zu Miinchen (datiert 
1 631) Oder dem nah verwandten Bilde bei 
Mr. Boughton Knight gemalt. 

Eichenholz, h. 0,73, br. 0,58. — Sammlung 
Suermondt, 1874. 

Rembrandt. Alte Kopie nach Rem- 
brandt. Hollandische Schule. 
821 Bildnis eines Rabbiners. Etwas 
nach rechts gewendet und auf den Be- 



^1^ 



^ 



Rembrandt. Reni. ^23 

schauer blickend. In weifiem Turban und weitem, mit 
goldener Spange auf der Brust zusammengehaltenem Mantel, 
die Hande ineinander gelegt. Im Grund ein durch ein hohes 
Fenster erleuchtetes tjemach mit Tisch und Arbeitsstuhl. In 
einer Xische die von der ehernen Schlange umwundene 
Saule. 

Kopie nach einem Originale Rembrandts, das sich, mit dem Namen 
und der Jahreszahl 1635 bezeichnet, beim Herzog von Devonshire in 
Chatsworth befindet. Alte Kopien kommen in mehreren Sammlungen 
vor (u. a. in Dresden, Turin, Emden, Galerie Liechtenstein zu Wien, 
Kingston Lacy). 

Halbfig. Eichenholz, oben rund, h. 0,96, br. 0,76. — Konigliche 
Schlcisser. 

Reni. Guido Reni. Schule von Bologna. — Maler und 
Radierer, geb. zu Calvenzano bei Bologna den 4. November 
i575> t zu Bologna den 18. August 1642. Schiiler Dionysius 
Calvaerts und besonders Lodovico Carraccis zu Bologna; 
in Rom unter dem Einflusse Caravaggios und Annibale 
Carraccis, und durch Studien nach Raphael und nach der 
Antike welter ausgebildet. Tatig zu Bologna, kurze Zeit 
zu Rom (besonders von 1605 — 1610) und Neapel (162 1). 

Mater Dolorosa. Maria halb nach rechts gewendet, 365 
den Blick schmerzvoll aufwarts gerichtet, das Haupt mit 
einem braunlichen 'Tuche bedeckt. Dunkler Grund. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,49, br. 0,38. — Konigliche Schlosser. 

Die Einsiedler Paulus undAntonius in derWiiste. 373 
In einer Felsenhohle sitzt zur Rechten Paulus mit langem, 
grauem Haar, den nackten Korper lose mit einer Decke 
umhiillt, und spricht zu dem ihm gegeniiber sitzenden An- 
tonius, der, die Hande auf den Kruckstock stutzend, ihm 
zuhort. Oben Maria mit dem Kind auf Wolken gelagert, 
von verehrenden Engeln umflogen. Uber den Einsiedlern 
ein schwebender Rabe, der ein Brot im Schnabel bringt. 

Aus der friihercn, von Caravaggio heeinfluflten Zeit des Meisters. — 
UrsprUnglich fUr die Kapelle des Monsignor Monteren^io in S. Francesco 
zu Bologna gcmalt, konnte das Bild eines Irrtums in den Maflcn wegen 
nicht in die Altararchitektur eingefUgt werden und ging alsbald in den 
Besitz des Marchese Giustiniani zu Rom Uber. — Es ist der Moment 
der Legende dargestellt, da Antonius, der sich nach fUnfundsiebzigjahriger 
Bu6e fUr den iiltestcn Einsiedler hiclt, auf gottliche Weisung den hi. Paulus 
besuchte, der neunzig Jahre in seiner Hiihle zugcbracht hattc, und nun 



•J2 1 Reni. Reynolds. Ribera. 

in ihm seinen Meister fand. Der Rabe, der sonst deni Paulus zu seiner 
taglichen Nahrung cin halbes Brot zutriig, braclite an diesem Tage ftir 
beide ein ganzes. 

Uberlebensgr. Fig. Leinwand, h. 2,90, br. 1,87. — Sammlung' 
Giustiniani, 181 5. 

Reynolds. Sir Joshua Reynolds. Englische Schule. — 
Bildnismaler, geb. den 16. Juli 1723 zu Plympton (Devonshire), 
f zu London den 23. Februar 1792. Schiiler des Thomas 
Hudson zu London (seit 1740); weiter ausgebildet nament- 
lich durch das Studium Rembrandts. Tatig zu London, 
Devonshire und nach einer Reise nach Italien (1749 — 1752) 
wieder in London, wo er 1768 die von Konig Georg IIL 
gegriindete Malerakademie als Prasident eroffnete. 
1637 Selbstbildnis des Kiins tiers. Li vorgeriicktem Alter. 
Nach rechts gewendet und auf den Beschauer blickend. 
Mit Brille, in grauem Cberrock und weifiem Kragen. 
Dunkler Grund. 

Es gibt viele VViederholungen dieses Selbstbildnisses. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,75, br. 0,625. '~ Erworben 1905 aus 
dein englischen Kunsthandel. 

1637A Bildnis der Schauspielerin Kitty Fisher als 
Danae. Mit entblofJtem Oberkorper halb aufgerichtet nach 
rechts auf einem Lager liegend, vom Giirtel abwarts mit 
einem hellblauen Gewand bekleidet. Rechts ist der Kopf 
Amors sichtbar. Hintergrund braunroter Vorhang. 

Skizze. — Sammlung Sir Charles Robinson, London. 

I-cinwand, h. 0,465, br. 0,555. — Leihgabe S. M. des Kaisers. 

Ribera. Jusepe de Ribera, gen. Spagnoletto. Spanische 
Schule. — Maler und Radierer, geb. zu Jativa (jetzt San 
Felipe) im Konigreich Valencia den 12. Januar 1588, f zu 
Neapel den 2. September 1652. Schiiler des Francisco Ribalta 
zu Valencia; durch Studien in Rom, Parma und Venedig 
ausgebildet. Tatig vornehmlich zu Neapel. 
405B Der hi. Sebastian. Der Heilige, dessen Handgelenke 
hoch an zwei Baumaste gebunden sind, ist, von einem Pfeil 
durchbohrt, in die Knie gesunken. Vom am Boden zwei 
Pfeile. Hintergrund felsige Landschaft und tiefdiisterer 
Himmel mit der Mondsichel. 

Bez. links unten wie nebenstehend. 

Leinwand, h. 2,00, br. 1,49. — Sammlung Suermondt, 1874. 



Ribera. 



325 



\?< 






pa 




326 



Ribera. Rillaer. 



403 Ribera? I)er hi. Hieronymus. Der Heilige, stark ab- 
gemagert, mit entblofitem Obeikorper, einen roten Mantel 
um die Hiiften, halt, den Blick aufwarts nach rechts ge- 
richtet, einen Folianten in den Handen. Neben ihm zur 
Linken ein Totenkopf. Dunkler Grund. 

Das Bild ist eine Nachahmung Ribcras und vielleicht cin Jug-cnd- 
werk Luca Giordano s. 

Halbfig. Leinwand, h. i,i6, br. 0,91. — Sammlung Solly, 1821. 

Ribera. Kopie nach Ribera. Spanische Schule. 

416 Martyiium des hi. Bartholomaus. Der nackte Heilige, 
mit beiden Handen an ein Querholz festgebunden, wird von 
zwei links stehenden Henkersknechten an einem Pfahl hinauf- 
gezogen, um geschunden zu werden. Ein dritter Knecht 
fafit ihn am Bein. Zur Rechten hinter einem Felsstuck ein 
Soldat, ein alter und ein junger Mann, die dem Vorgange 
zuschauen. Zur Linken im Mittelgrund eine zweite Gruppe 
von Zuschauern. Hintergrund Himmel, rechts ein Felsen. 

Das vol! bezeichnete und datierte Original von Ribera befindet 
sich im Prado zu Madrid. Unser Bild, geringer in der Zeichnung und 
weniger kraftig in der Farliung, ist nur eine Kopie aus der zweiten 
Halfte des 17. Jahrhundert, von einem Nachfolger Murillos. Geringere 
Kopie im Privatbesitze zu Madrid. 

Leinwand, h. 2,18, br. 2,51. — Sammlung Solly, 1821. 

Ricci. S. Pedrini. 

Rillaer. Jan van Rillaer, Niederlandische Schule. — 
Geburtsjahr unbekannt, f 1568 zu Lowen, wo er seit etwa 
1520 tatig war (seit 1547 als Stadtmalcr). 
1630 Urteil Salomonis (grau in grau). In einer prachtigen 
Renaissancehalle sitzt links auf reichem Throne Salomon. Vor 
dem Throne kniet mit iiber der Brust gekreuzten Armen die eine 
der Mutter; vor ihr liegt auf den Stufen das tote Kind. 
Rechts weiter zuriick steht die andere Mutter. In der Mitte 
zur Seite des Thrones ein Soldat mit blofiem Schwert, in 
der Linken das schreiende Kind haltend. Im Hintergrunde 
Zuschauer, rechts Ausblick auf einen Hof. 



Bez. links unten an den Thronstufen 
und nochmals auf der Tlironlehne: 



M. 



Rillaer. Ring. Roberti. 327 



Oben in der Architektur: 



1^21 



Eichenholz, h. 0,74, br. 0,62. — 1904 aus dem Kupferstichkabinett 
iiberwiesen. 

Ring. Ludger torn Ring d. A. Deutsche Schule (West- 
falen). — Geb. zu Miinster 1496, f daselbst am Tage nach 
Palmsonntag 1547. Tatig zu Miinster. 

Bildnis eines Mannes in mittleren Jahren. Mit 700 
langem, zweigeteiltem braunem Vollbart. Von vorn gesehen, 
mit geringer Kopfwendung nach links und auf den Beschauer 
blickend. In schwarzem Barett und schwarzer, pelzgefiitter- 
ter Schaube. Die Linke, die einen Brief halt, ruht auf einer 
Steinbriistung. Links vorn ein Buch. Griiner Grund. 

Bez. oben: 

Unten an derBrUstung die Aufschrift: NATVS. ANNO. M. CCCCC. X. 
— Das Wappen auf dem Ringe der linken Hand ist hochst wahrschein- 
lich das der in VVestfalen weitverbreiteten Familie von Keppel. Die 
teilweise undeutliche Aufschrift auf dem Briefe wird demnach Joost 
von Keppel zu lesen sein. 

Brustbild in '/» Lebensgr. Eichenholz, h. 0,43, br. 0,28. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Ring. Ludger torn Ring d. J. s. unter den Miniature n, 
am Schlusse des Kataloges. 

Roberti. Ercole de' Roberti. Nach seinem Vater Ercole 
di Mastro Antonio. Schule von Ferrara. — Geb. nach 1450 
zu Ferrara, f ebenda im Juni 1496. Herangebildet unter 
dem Einflusse Jacopo Bellinis und der Schule von Padua, 
vor allem aber unter Cosme Tura. Zuerst erwahnt 1479 ^" 
Ferrara, urn 1482 in Bologna, seit i486 wieder in Ferrara, 
wo er 1487 Hofmaler der Este wird und mit kurzen Unter- 
brechungen (zwcifelhafte Reise an den Hof des Mathias Cor\'i- 
nus, 1489 in Venedig, 1492 in Rom) bis an sein Ende tatig war. 

Johannes der TSufer. Der Heilige steht auf felsiger 112C 
Plattform am Ufer eines Sees, mit beiden Handen das Kreuz 
vor sich haltend. Eine felsige Landzunge mit der Ruine 



328 



Roberti. Ro^laS. 



einer Briicke erstreckt sich quer in den See. Am jenseitigen 
Ufer eine Stadt, an deren Landungsplatze mehrere Schiffe 
vor Anker liegen. 

Der Heilige, der durch das (freilich wenig sichtbare) harene Gewand 
als Johannes gekennzeichnet ist, wurde auch als Hieronymus angesehen. 

— Sammlung Dondi-Orologio zu Padua, wo das Bild als Mantegna gait. 

Pappelholz, h. 0,54, br. 0,31. — Erworben 1885 in Venedig als 
Geschenk des Herrn Wilhelm Wolff. 

II2D Maria mit dem Kind. Auf einer von einem Baldachin 
iiberdeckten Steinbank sitzt Maria und betet mit gefalteten 
Handen das auf ihrem Schofie liegende Kind an. Zu den 
Seiten Ausblick in die Landschaft. 

Das Bild ist in Komposition und Faltengebung von Cosmc Tuia 
abhangig, unter dessen Namen es Rosini beschreibt (III, 72). — Friiher 
in der Sammlung Costabili in Ferrara, dann bis 1879 bei Mr. Barker 
in London. 

Pappelholz, h. 0,33, br. 0,25. — Erworben 1891 in London auf 
einer Versteigerung anonymer Sammlungen als Geschenk des Herrn 
Geheimrat Bode. 

112E Der hi. Hieronymus. In roter Kardinalstracht, in der 
erhobenen Rechten ein Kirchenmodell tragend, mit der 
Linken ein Buch gegen den Schenkel stiitzend. Links unten 
der Lowe. Felsige Landschaft. Goldgrund. 

Pappelholz, h. 1,28, br. 0,43. — Erworben 1904. — Sammlung 
A, Thiem. 

Robusti. S. Tintoretto. 

Roelas. Juan de las Roelas. Spanische Schule (Sevilla). 

— Geb. von flandrischen Eltern um 1558 in Sevilla, f zu 
Olivarez den 23. April 1625. Unter dem Einflusse venetiani- 
scher Meister ausgebildet. Nach einer italienischen Reise 
vornehmlich tatig zu Sevilla, zeitweilig zu Madrid und seit 
1624 zu Olivarez. 

414A Maria in der Glorie von einem Jesuiten verehrt. 
Maria in einem Kranz von Cherubim auf der Mondsichel 
schwebend, erscheint dem Jesuiten Fernando de Mata, der 
ein Gebetbuch in der Hand, zur Linken kniet. Zwei Engel 
halten eine Krone iiber Marias Haupt, weiter unten ein 
kleiner Engel, in einen Spiegel blickend. In der Land- 
schaft verschiedene andere Symbole, unter denen Maria in 



Rodlas, Roghman. Romanino. 320 

der Litanei angerufen wird: der Turm Davids, der Rosen- 
stock, der Brunnen usw. 

Leinwand, h. 2,79, br. 1,68. — Erworben 1852 aus der Sammlung 
Soult zii Paris. 

Roghman. Roelant Roghman. Hollandische Schule. — 
Maler und Radierer von Landschaften, geb. zu Amsterdam 
um 1620, f daselbst 1686 oder 1687. Nach Reisen in den 
Alpengegenden tatig zu Amsterdam. 

Gebirgslandschaft. Auf einem breiten Wege, der in 807A 
weiter Kriimmung einen Berg hinanfiihrt und am Fu6 eines 
steilen Felskegels links einen Gebirgsbach iiberschreitet, sitzen 
links vorn zwei Manner, die mit einer Schaferin sprechen. 



Bez. rechts unten: 



^ 



Leinwand, h. 1,15, br. 1,72. — Erworben 1867 in Stuttgart. 

Romanino. Girolamo Romanino, bisweilen Girolamo 
Bresciano genannt. Zeichnet sich ofters Hieronymus 
Rumanus de Brixia. Schule von Brescia. — Geb. zu Brescia 
um 1485, t ebenda 1566. Angeblich Schiiler des Stefano 
Rizzi oder Floriano Ferramola zu Brescia; spater von den 
Venezianern der Hochrenaissance beeinflufit. Tatig vornehm- 
lich in Brescia und Umgegend (Valle Camonica), zeitweilig 
in Padua (1513), Cremona (nach 1517, vielleicht auch schon 
vorher) und Trient (um 1540). 

Beweinung Christ i. Der auf dem Bartuche ruhende 151 
Leichnam wird von Johannes gestiitzt, wahrend Maria 
kniend das Haupt halt und Magdalena sich iiber die F'ufie 
beugt. Hinter Johannes steht Joseph von Arimathia mit 
den Kreuzesnageln in der Rechten, neben ihm rechts der 
Stifter in schwarzer Kleidung. Auf der anderen Seite zwei 
Apostel, Zange und Hammer haltend. Zuiufierst links und 
rechts Maria Kleophas und Maria Salome, beide wehklagend. 
Hintergrund links die Grabeshohle, rechts in der Feme 
Jerusalem. 

Aus der niittlcren Zeit des Meisters. — Ehemals in S. Faustino 
Maggiore zu Brescia. 



330 



Romanino. 



Pappelholz, h. 1,85, br. 1,82. — Erworben 1841 aus dem Besitze 
des Grafen Bragnoli in Brescia. 

157 Maria mit dem Kind und zwei Heilige. Maria 
halt, auf dem Throne sit/end, das Kind in ihren Armen. Vorn 
rechts der hi. Rochu.s in Pilgertracht, mit der Linken auf 
die Wunde an .seinem Beine weisend; neben ihm .sein Hund. 
Links der hi. Ludwig von Toulouse im Konigsmantel, in 
der Rechten den Krummstab, den er in die Konigskrone 
am Boden stellt (Verzicht auf den Thron des Konigreichs 
Neapel). Zwei schwebende Engel halten den Vorhang des 
Thrones, ein dritter, vorn auf der Thronstufe sitzend, spielt 
die I.aute. Hintergrund Landschaft. 

Aus der friiheren Zeit des Meisters. — Ehemals auf einem Altar 
in S. Francesco zu Brescia. 

Pappelholz, h. 1,69, br. 1,20. — Sanimlung Solly, 182 1. 

157A Enthauptung Johannis des Taufers. Unter 
einem Torbogen liegt der blutende Rumpf des Taufers fiber 
einen Stein gebeugt. Der Henker, hinter dem ein Soldat 
mit Hellebarde steht, reicht, in der Rechten das Schwert, 
nach links Salome das Haupt hin, das sie in einer silbernen 
Schiissel empfangt. Links hinter Salome eine Begleiterin, 
rechts vorn ein Edelmann in reicher Tracht, zu seinen 
Fiifien ein Hiindchen. Links im Hintergrund Landschaft, 
rechts ein hoher Palast. 

Auf dem Stein die (bisher nicbt erklarten) Buchstaben: 

V C Q 
D V 

M B 

Leinwand, h. 1,66, br. 1,78. — Konigliche Schlosser. — 1906 von 
.S. M. dem Kaiser iiberwiesen. 

155 Romanino? Judith. In venetianischer Tracht, den Kopf 
des Holofernes auf silberner Schiissel tragend. Sie wendet 
sich leicht nach der Magd, deren Kopf links neben ihr 
sichtbar ist. Rechts lehnt ein schlafender Kriegsknecht. Im 
Hintergrund Ausblick auf hohe Mauem und dunklen 
Himmel. 

Mdglicherweise identisch mit dem von Gio. Battista Carboni er- 
wahnten Bilde Romaninos in S. Giovanni zu Brescia (Pitture e Sculture 
di Brescia, 1760, pubblicate di L. Chizzola, p. 47). — Ein ahnliches 



Romanino. Rosa. Rosselli. 22 1 

Bild, im Privatbesitze zu Mailand, ist rait dem Namen des Francesco 
Prato da Caravaggio (Schtiler Romaninos) bezeichnet. 

Halbfig. Pappelholz, h. 0,84, br. 0,70. — Sammlung Solly, 1821. 

Romanino? Bildnis eines Mannes in mittlerem S. 3 
Alter (angeblich eines Bischofs von Brescia). Fast 
von vorn gesehen und den Beschauer anblickend. Mit 
blonden Vollbart. In schwarzer Miitze, gelbbraunem Unter- 
gewand und braunrotem Obergewande. Die Arme ruhen 
auf der Lehne des Sessels, die Rechte halt ein Buch. Rechts 
auf einem Tische liegt ein Hiindchen, davor ein Blatt mit 
der Altersangabe des Dargestellten: AN. ETA. SVE XIJII. 
Dunkler Grund. 

Stammt aus Brescia. 

Kniefig. Leinwand, h. 0,91, br. 0,76. — Erworben 1900 vom 
Conte Bardi in Venedig. — Aus dem Eigentum des Kaiser Friedrich- 
Museums-V'ereins (vgl. Katalog 1905, Nr. 1625) iibergegangen in die 
Sammlung James Simon. Vgl. Katalog dieser Sammlung. 

Rosa. Salvator Rosa. Eigentlich Salvatore di Rosa. 

Schule von Neapel. — Maler und Radierer, geb. zu Arenella 
bei Neapel den 20. Juni 1615, f zu Rom den 15. Marz 1673. 
Schiifer Riberas und Aniello Falcones. Tatig abwechseind 
in Neapel und Rom bis 1650, dann einige Zeit in Florenz 
1650 — 1660), und zuletzt wieder in Rom. 

Sturmische See. Rechts felsige Kiiste mit gewaltiger 421 
Brandung. Ein Dreimaster, von den aufgewiihlten Meeres- 
wogen der Kiiste zugetrieben, droht zu scheitern. In der 
Nahe der Kuste ein Boot bei einem einzelnen aus dem 
Wasser ragendenFelsen, links einige vomMeer ausgewaschene 
Felsen. In der Feme eine Bergkette. Vorn am Ufer zwei 
Figuren. 

Leinwand, h. 0,75, br. 1,12. — Erworben 1842 in Berlin. 

Rosselli. Cosimo Rosselli. Nach dem Vater Cosimo 
di Lorenzo di Filippo. Florentinische Schule. — Geb. zu 
Florenz 1439, f daselbst den 7. Januar 1507. Schiiler und 
Gehilfe des Neri di Bicci zu Florenz, unter Benozzo Gozzoli 
daselbst weiter ausgebildet. I'atig zu Florenz, einige Zeit 
in Rom (zwischen 1480 und 1484) und Pisa (1466). 

Maria in der Herrlichkeit mit Heiligen. Oben 59 
Maria, in einer Mandorla von Cherubim, in beiden Handen 



332 



Rosselli. Rotari. Rottenhammer. 



Kranze haltend; auf ihrem Schofie das bekleidete, segnende 
Kind, das in der Linken die Weltkugel tragt. Schwebende 
Engel halten eine Krone iiber ihrem Haupt und Spruch- 
bander, deren Inschrift sirh auf die schirmende Barmherzig- 
keit der Maria bezieht. Unten in dichtgedrangter Schar 
von Glaubigen der Papst, der Kaiser, die hi. Katharina von 
Siena, der Krzbischof Antonino von Florenz, der hi. Domi- 
nicus und Bischofe. Ganz unten in der Mitte das Brust- 
bild des Stifters, eines Dominikaners. Goldgrund. 

Tempera. Pappelholz, h. 1,89, br. 1,77. — Sammlung Solly, 1821. 

59A Die hi. Anna Selbdritt uijd vier Heilige. Maria, 
unter einem saulengetragenen Bau von reicher Architektur 
thronend, halt das segnende Kind auf dem Schofi. Hinter 
ihr die hi. Anna, sie mit beiden Handen umfassend. Links 
stehen der Erzengel Michael, den Drachen zu seinen Fiifien, 
und die hi. Katharina, rechts Magdalena und Franziskus. 
Auf einer Stufe vor dem Throne: Gloriosissima mulierum 
mater dei salve. 

Rez. unten in der Mitte : ANO . XPl . M . CCCCLXXI . I . D . — 
Das Bild ist die friiheste unter den datierbaren Arbeiten des Meisters. 

Tempera. Pappelholz, h. 1,63, br. 1,63. — Sammlung Solly, 1821. 

Rossi. S. Salviati. 

Rotari. Conte Pietro Rotari. Venetianische Schule. — 
Geb. 1707 zu Verona, f 1762 zu St. Petersburg. Schiiler 
des Antonio Balestra in Venedig, des Fr. Trevisani in Rom, 
und des Fr. Solimena zu Neapel. Tatig an verschiedenen 
Hofen, hauptsachlich in Dresden, einige Zeit in Wien, zuletzt 
in St. Petersburg (seit 1757) als Hofmaler der Kaiserin Katharina, 
500A Bildnis des papstlichen Nuntius am Dresdener 
Hofe J. Accoramboni. Stehend nach links gewendet und 
mit sprechender Bewegung der Linken auf den Beschauer 
blickend. In schwarzem Samtgewande mit weifien Man- 
schetten. Auf der Brust einen Orden an rotem Bande. Die 
Rechte halt ein Buch, das er auf einen Tisch mit blauer 
Decke stiitzt. Grauer Grund. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,88, br. 0,69. — Erworben 1846. 

Rottenhammer. Johann Rottenhammer. Deutsche Schule. 
— Geb. zu Miinchen 1564, f zu Augsburg 1623. Schiiler 
seines Vaters Thomas und seit 1582 Job. Donauers zu Miin- 



Rottenhammer. Rubens. 



333 



chen. In Italien, vornehmlich in Venedig, nach Tintoretto 
ausgebildet. Tatig zu Venedig (noch 1605), dann abwech- 
selnd in Augsburg und Miinchen (seit etwa 1606). 

Die Kiinste: Dichtkunst, Musik, Malerei undBau- 690 
kunst. Im Vordergrund eines Parkes sitzt links vor einer 
Staffelei eine junge nackte Frau, Venus malend, die rechts 
weiter zuriick auf einem Throne sitzt und von Amor be- 
kranzt wird. Uber dem Throne breiten zwei schwebende 
Genien baldachinartig einen goldgewirkten Teppich aus. 
Vorn rechts sitzt die Musik, die Laute spielend, links die 
Dichtkunst, schreibend. Weiter zuriick die Baukunst am 
Mefitisch und Minerva mit zwei jugendlichen Frauen. 

Kupfer. h. 0,28, br. 0,21. — Konigliche Schlosser. 

Rubens. Petrus Paulus Rubens. Zeichnet sich meist 
Rubbens. Vlamische Schule. — Geb. zu Siegen (oder Koln) 
den 28. Juni 1577, t zu Antwerpen den 30. Mai 1640. In 
Antwerpen Schiiler des Tobias Verhaegt (nur kurze Zeit), des 
Adam van Noort (1591 — 1594) und vornehmlich des Otto 
van Veen (1594 bis 1598). Tatig von 1600 — 1608 in Italien, 
besonders in Venedig, in Mantua, in Rom und in Genua (im 
Dienste des Herzogs Vincenzo I. Gonzaga); seit Ende 1608 bis 
zu seinemTode vornehmlich in Antwerpen (seit 1609 Hofmaler 
des Flrzherzogs Albrecht, dann des Erzherzogs Ferdinand 
und seiner Gemahlin Isabella), in Paris (wiederholt zwischen 
1621 und 1627), in Madrid (1603/04 und 1628/29) und in 
London (1629/30). 

Kronung Maria. Maria schwebt auf Wolken empor 762 
mit aufwarts gerichtetem Blicke zwischen Gott-Vater und 
Christus, die ihr gemeinsam die Krone aufs Haupt setzen. 
Cber der Krone die Taube des hi. Geistes. Zu Fiifien der 
Maria drei aufwarts schwebende Engel. In den F.cken oben 
je zwei Cherubim. 

Die AusfUhrung gehort im wesentlichen SchUlerhanden an. 

Leinwand, h. 2,64, hr. 1,82. — Konigliche Schlosser. 

Bildnis der Isabella Brant, des Meisters erster 762A 
Gat tin (f 1626). Etwas nach rechts sitzend, den Blick auf 
den Beschauer gerichtet. In blauem, tief ausgeschnittenem 
Samtgewande mit reichem Schmuck und srhwarzem Ober- 
kleid mit weillseidenen Armeln. Um den Hals tragt sie 
eine doppeltc Perlenkette. Cber den linkcn Arm fallt ein 



334 



Rubens. 



Pelzumhang. In den Handen halt sie einen Facher. Tief- 
roter Grund. 

Die Tafel isi ringsum bedeutend angestUckt und war wohl zu- 
nachst nur als Brustbild gemalt (um 1620). Erst spater wurde sie 
vom Meister vergroBert. Das Bild befand sich im Besitze des Portrat- 
malers Winterhalter in Paris, dann im Besitz I, M. der Kaiserin Friedrich 
in Friedrichshof. 

Kniefig. Eichenholz, h. 0,96, br. 0,70. — Erworben 1903 von 
S. H. Prinzen Friedrich Karl von Hessen. 

762B Bekehrung Pauli. Paulus ist iiber den Kopf seines 
Pferdes, das in die Knie gesunken ist, herabgesturzt 
und liegt mit geschlossenen Augen am Boden. Ein Be- 
gleiter ist bemiiht, ihn aufzurichten. In dem blendenden 
Lichtstrahle, der ihn von oben trifft, erscheint Christus. 
Hinter Paulus ein dichter Knauel von Reitern auf sich 
baumenden Pferden und erschreckte Soldaten. Ganz links 
im Vordergrund ein geriisteter Reiter, dessen Pferd wild 
nach hinten ausschlagt. 

Entstanden um 161 7. Ein Entwurf zu unserem Bild in der 
Grosvenor Gallerj' zu London. — Nach VVaagen befand sich das Bild 
friiher im Besitze der Familie Montesquieu, von der es Delahante er- 
warb und nach England verkaufte. Im Jahre 1 806 war es im Besitze 
von Hastings Elwyn, der es fur 4000 Guineen an Richard Hart Davies 
liberliel3. In einer Versteigerung im Jahre 18 10 erzielte es 2550 Guineen. 
— Sammlung Philipp John Miles zu Leigh Court bei Bristol. 

Leinwand, h. 2,61, br. 3,71. — Erworben 1903 im Pariser Kunst- 
h an del. 

762C Diana mitNymphen von Satyrn iiberfallen. Zwei 
Satyrn iiberraschen von links her die Gottin, die mit zwei 
Begleiterinnen sich bei einem Wasserbecken zu baden an- 
schickt. Links sitzt Diana nackt auf ihrem roten Gewande, 
neben sich Kocher und Bogen, und wendet sich, den Schofi 
mit den Handen bedeckend, zu dem Satyr, der ihre Schulter 
mit der Linken beriihrt und ihr mit der Rechten ein Fell 
darbietet. Weiter rechts, etwas zuriick, umschlingt ein zweiter 
Satyr eine sich straubende Nymphe, deren Gefahrtin sich 
erschreckt nach rechts wendet. Rechts die Schale eines 
Springbrunnen, durch dessen herabfliefiendes Wasser weiter 
hinten ein Windspiel sichtbar ist. Rechts im Hintergrund 
eine Felswand, links flache Landschaft und blaue Luft. 



Rubens. 



335 



Aus der letzten Zeit des Meisters. — Das Bild wurde 1641 mit dem 
Nachlasse des Meisters versteigert und wahrscheinlich zusammen mit 
der Diana auf der Hirschjagd (Nj. 774) von einem Rittmeister N. Tholinx 
erworben, von dem Prinz Friedrich Heinrich der Niederlande 1645 beide 
Bilder fiir 2100 fl. kaufte. Mit der oranischen Erbschaft gingen diese 
Bilder dann an den Grofien Kurfiirsten iiber. V'gl. Bode, Jahrb. der k. p. 
Ksts. XXV, S. 104. — Galerie Sanssouci. 

Eichenholz, h. 1,90, br. 2,49. — Erworben 1903 als Geschenk 
S. M. des Kaisers. 

Bildnis eines Kindes (des zweiten Knaben) des 763 
Meisters. Im Profil nach links, mit dichten, blonden 
Locken. Im Hemdchen, mit einem Halsband von Korallen 
und Perlen. Mit der Linken eine Meise am Band haltend. 
Dunkelgrauer Grund. 

Das Bildnis ist zugleich Studie zu einem der Engel auf dem Bilde 
der Miinchener Pinakothek, Maria mit dem Christkind innerhalb eines 
von Engeln getragenen Bliimengewindes. 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,49, br. 0,40. — Konigliche Schlosser. 

'Die biifiende Magdalena. Vor einer F'elsenhohle, 763A 
an der ein kleiner Bach vorbeistromt, sitzt auf einem 
Steinblock Magdalena, die linke Hand auf die rechte Brust 
legend, einen roten Mantel um die Hiiften. Sie blickt mit 
thranendem Auge aufwarts, den linken Fufi setzt sie auf 
einen Totenkopf, um den sich eine Schlange windet. 
Rechts neben ihr zwei Engel mit Kruzifix und Salbgefafi, 
links zwei kleine Engel mit Geifieln als Sinnbilder der 
gottlichen Liebe. Hintergrund waldige Landschaft und 
Meer. 

Aus der letzten Zeit des Meisters. 

Leinwand, h. 2,15, br. 2,85. — Konigliche Schlosser. — 1906 von 
S. M. dem Kaiser Uberwiesen. 

Venus und Adonis. Venus, mit hochgezogenem 763 B 
rechtem Bein auf einer Bodenerhohung sitzend, auf der ihr 
blaues Gewand liegt, umschlingt Adonis, der auf seinen Jagd- 
spiefi gestiitzt sich nach rechts zum Gehen wendet. Links 
etwas zuriick unter einem Baum zwei sich schnabelnde 
Schwane, rechts Amor und zwei Hunde. Hintergrund flache 
Landschaft. 

Um 16 14 entstanden. Wiederholungen in der Kremitage zu 
St. Petersburg und in der Galerie des Haag. 



336 



Rubens. 



Eichenholz, h. 1,125, br. 0,96. — Konigliche SchlCsser. — 1906 von 
S. M. dcm Kaiser Uberwiesen. 

774 Diana auf der Hirschjagd. Diana durchbohrt einen 
Hirsch, den ihre Hunde eben erreicht und gepackt haben, 
von hinten mit dem JagdspieB. Ihr folgen zur Rechten ein 
bartiger Alter, zum Wurf mit dem Speer ausholend, eine 
bogenspannende Nymphe und ein Jager, das Jagdhorn 
blasend. Waldige Flachlandschaft. 

Die Tiere sind von der Hand des Frans Snydcrs, die Land- 
schaft von Jan VVildens (Landschaftsmaler, geb. zu Antwerpen 1586, 
f daselbst den 16. Oktober 1653, SchUler des Pieter Verhulst, tatig zu 
Antwerpen). — Das Bild befand sich bis zuni Tode des Meisters in 
dessen Haus und wurde 1641 unter seinen Kunstschatzen mit ver- 
steigert. Die Originalzeichnung zu den Figuren im Louvre, Sammlung 
His de la Salle. Eine Kopie von de Vos in der Galerie Czernin zu VVien. 
Leinwand, h. 1,76, br. 4,79. — Konigliche Schlosser (oranischc 
Erbschaft, 1676). 

776A Neptun und Amphitrite. Auf einem Felsen, unter 
dem eine Quelle hervorbricht, sitzt Neptun mit dem Drei- 
zack, zu der rechts neben ihm stehenden Amphitrite ge- 
wendet. Sie hat ihren rechten Arm um den Nacken de.s 
Gottes gelegt und greift mit der lanken in eine mit Muscheln 
und Korallen gefiillte Muschel, die ihr ein aus den Wellen 
emportauchender Triton reicht. Ein gefliigelter Amor legt 
ihr eine Perlenschnur um das Handgelenk. Links hinter 
Neptun zwei Flufigotter, von denen der eine auf dem SchoG 
eine Urne halt, der andere, von negerartigem Typus, mit 
beiden Handen iiber seinen Kopf weg Wasser aus einer 
grofien Muschel schiittet. Rechts im Vordergrunde schwimmt 
ein Krokodil, uber das sich eine Nereide lehnt, herbei; aus 
dem Schilf tritt ein Nilpferd; am Ufer vorn, sich anfauchend, 
Lowe und Tiger, dahinter der Kopf eines Nashorns und 
in der Feme am Meeresufer zwei Ibisse. Ober Felsen und 
Schilf, an einem Mast ausgespannt, ein grofies Segel. 

Das Bild hiefi frliher » Neptun und Venus*, dann » Neptun und 
Thetis «. Uber die Deutung der Gottin als Libye s. Julius Meyer, 
Jahrb. der k. pr. Ksts. II S. 133!!". — Als GegenstUck zu diesem Ge- 
malde oder doch im Zusammenhange damit schuf Rubens das im 
Format nahezu iibereinstimmende Bild der k. k. Hofmuseen zu Wien, 
die ruhenden Flufigotter des Nildelta und wahrscheinlich audi die Geburt 
der Venus in der Galerie zu Sanssouci. — Unter dem Einflusse seiner 



Rubens. ^ ^ 7 

italienischen Studien, aus der Zeit um 161 4. Verkleinerte Kopie (in 
Breitformat) vom Ende des 17. Jahrhunderts in der Herzoglichen 
Galerie zu Gotha, fruher unter dem Namen Rubens; Miniatur-Kopie, 
hez. F. Bouly pinxit 1703, in dem Gemache der Miniaturen der Konigl. 
Residenz zu MUnchen (Zimmer Kaiser Karls VII.), eine dritte in Lyon. 
Die Mittelgruppe findet sich genau kopiert in dem Bilde von David 
Teniers d. J., Neptun und Amphitrite (Nr. 866 E). 

Leinwand, h. 2,30, br. 3,05. — Erworben 1881 aus der Sammlung 
des Grafen Schonborn in Wien. 

Bacchanal. Der trunkene Silen wird von Pan zur 776 B 
Linken und einem Mohren zur Rechten, der ihn an seinem 
linken Schenkel fafit, gefiihrt. Etwas zuriick, ihnen zur Seite, 
schreitet ein Bacchant und blast die Querpfeife. Vor Silen 
eine Gruppe von drei Obst naschenden Kindern; ganz links 
springt ein Tiger auf einen Rebenzweig zu, den Pan in 
der Rechten halt, und fafit ihn mit dem Maul. Zur Rechten 
eine blonde Bacchantin mit lose umhangendem rotem Mantel, 
das Tambourin schwingend; hinter ihr ein Satyr, der sie mit 
dem rechten Arm umfafit, wahrend er den linken um eine 
zweite Bacchantin schlingt. Hintergrund Landschaft mit 
Buschwerk. 

Aus der mittleren Zeit des Meisters um 1618/20; mit Beihilfe A. 
van Dycks ausgefuhrt. — Wiederholungen des ganzen Bildes von 
Schlilerhand in Wilton House (nach Smith) und, frllher » Jacob Jordaens« 
genannt, im Vorrate der hiesigen Galerie (II 309). In Emden, Sammlung 
der Gesellschaft fUr bildende Kunst und vaterlandische Altertiimer, 
eine alte Kopie der Kindergruppe. 

Leinwand, h. 2,12, br. 2,66. — Erworben 1885 aus der Samm- 
lung des Herzogs von Marlborough zu Blenheim. 

Andromeda. Am Meeresufer steht, von vom gesehen, 776 C 
das jugendliche Weib, nur mit einem Schleier leicht um- 
hiillt, den Blick angstvoll nach oben gerichtet, die Hande 
iiber dem Haupt mit Ketten an den Felsen geschmiedet. 
Zu ihren Fiifien rechts ihr rotes Gewand. Ober ihr ein 
schwebender Liebesgott, eine brennende Fackel in der 
Linken, mit der Rechten auf Perseus deutend, der auf dem 
gefliigelten Pegasus durch die Luft zur Rettung herbeistiirmt. 
Links unten im Wasser das Ungeheuer. Hintergrund Meer 
und Abendhimmel. 

Aus der letzten Zeit des Meisters. Eine ahnliche Haltung bat die 
Andromeda im Bilde des Museo del Prado zu Madrid sowie Minerva 

Verr. d. Gcmiilde. 2 2 



338 



Rubens. 



im » L'rteil des Paris « in der National Gallery zu London. Die Andro- 
meda tragt unverkcnnbar die ZUge der zweiten Gattin des Ktinstlers, 
Helene Founnent. — Eine Kopie des Bildes aus Rubens' Schule im 
Museo del Prado zu Madrid, eine zweite im Privatbesitze zu Paris. — 
Das Bild war noch beim Todc des Meisters in dcssen Besitz und ist 
unter Nr. 85 im Auktionskataloge seines Nachlasses verzeichnet. 

Eicbenholz, h. 1,89, br. 0,94. — Erworben 1885 aus der Sammlung 
des Herzogs von Marlborough zu Blenheim. 

776D Landschaft mit dem Turm. In einer flachen, mit 
Baumen bestandenen Landschaft bei Abendbeleuchtung fiihrt 
rechts eine Briicke iiber einen Flufi zu einem hohen Turm. 

Studie zu Rubens' »Turnier« im Louvre. 

Eicbenholz, h. 0,23, br. 0,30. — Erworben 1899 aus der Samm- 
lung des Lord Francis Pelham Clinton Hope. 

776E Landschaft mit dem Schiffbruche des Aeneas. 
Weites Vorgebirge bei abziehendem Gewitter, auf dessen 
hochstem Gipfel ein Leuchtturm steht. Rechts klart sich 
der Himmel, an dem ein Regenbogen erscheint, auf. Ein 
Schiff ist von der aufgeregten See gegen einen Felsen ge- 
schleudert worden. Gerettete klimmen links im Vorder- 
grunde das Ufer hinan. Rechts eine Gruppe Gestrandeter 
bei einem Feuer. 

Entstanden um 1620. Gegenseitig gestochen von Bolswert. — 
Sammlung Richelieu; Sammlung Lady Stuart, London (versteigcrt 
1841). 

Leinwand, h. 0,60, br. 0,98. — P>worben 1899 aus der Sammlung 
des Lords Francis Pelham Clinton Hope als Geschenk des Herm Alfred 
Beit in London. — Eigentum des Kaiser Fried rich-Museums- 
V e r e i n s. 

780 Maria mit dem Kind und Heiligen. Maria thront 
auf der Freitreppe eines Barockbaues, auf dem Schofie das 
Kind, das der links vor ihm knienden hi. Katharina den 
Ring ansteckt. Links zwischen Saulen die Apostel Paulus 
und Petrus. Rechts Joseph, Johannes der Taufer, der be- 
geistert nach oben weist, von wo zwei Engel herabschweben, 
um Maria zu bekranzen, und zwei Engel, das Lamm die 
Stufen hinaufziehend Auf den unteren Stufen zehn Heilige 
in Verehrung, darunter die hhl. Franziskus, Laurentius, Georg, 
Sebastian. 

Skizze zu dem Gemiilde in der Augustinerkirche zu Antwerpen, 
viellcicht dieselbe, die der Meister Francisco de Rochas schenkte. 



Rubens. ^29 

Eine Schiilerkopie der Komposition, von fast gleichen Mafien (0,79 X 
0,64), unter deni Namen »Al]egorie der Ecclesia militans« im Musco 
del Prado zu Madrid; Rubens' erster Entwurf im Stadelschen Museum zu 
I'Vankfurt a. M. Audi Descamps (Peintres Flamands I, 313) erwahnt 
drci Skizzen zu dem Altargemalde der Augustinerkirche, mit dem Zu- 
satz, alle drci befanden sicli in Frankreich. 

Eichenholz, h. 0,79, br. 0,55. — Konigliche Schlosser. 

Die hi. Cacilia. Die Heilige in griinem Samtober- 781 
gewancl und goldgelbem Untergewand halb nach links ge- 
wendet, sitzt vor einer links stehenden kleinen Orgel und 
blickt wahrend des Spiels begeistert nach oben. Links 
neben ihr zwei Kinderengel, dem Spiele lauschend; vorn 
links ein dritter, an einer Sphinxfigur, die den Fufi der Orgel 
bildet, hinaufkletternd. Rechts oben vor einem roten Vor- 
hang ein schwebender Engel, die Heilige mit Rosen be- 
kranzend ; unten ein schlafender Hund. Durch eine Saulen- 
halle links Blick in die abendlich beleuchtete Landschaft. 

Aus der letzten Zeit des Meisters. — Die Heilige tragt die Ziige 
von Rubens zweiter Gattin, Helene Fourment, mit der er sich am 6. De- 
zember 1630 vermahlte. — Das Bild befand sich in den Wohnraumen 
des Rubensschen Hauses und wurde 1641 mit seinem Nachlasse ver- 
steigert. 1742 im Besitze des Prinzen Carignan, 1756 beim Due de 
Tallard. 

Eichenholz, h. 1,77, br. 1,39. — Konigliche Schlosser. 

Auferweckung des Lazarus. Christus in Seiten- 783 
ansicht, zur Rechten stehend, hat segnend die Arme gegen 
Lazarus erhoben, der, den Blick auf den Heiland gerichtet, 
aus dem Grabgewolbe zur Linken heraufsteigt. Petrus und 
eine vorn kniende Schwester des Auferweckten befreien 
Lazarus von seinem Bartuch. Dahinter ein anderer Apostel, 
der erstaunt dem Wunder zuschaut, wahrend vor ihm die 
zweite "Schwester dankerfiillt zum Heiland aufblickt. Links 
der P'elsen des Grabes mit einigen Baumen auf der Hohe, 
rechts Himmel. 

Aus der mittlercn Zeit des Meisters, urn 1618 — 20, mit Beihilfe 
A. van Dycks ausgefUhrt. — Kleine Skizze im Louvre. Das Gemildc 
gehtirte zu den nach Paris verschleppten, 181 5 wicder zuriickgeholten 
Bildem. 

Leinwand (ursprilnglich oben abgerundet), h. 2,63, br. 1,96. — 
Kttnigliche .Schlosser. 

Perseus befreit Andromeda. Perseus, in voller 785 
Riistung mit rotem Mantel, ist zu der rechts an den Felsen 



340 



Rubens. 



gefesselten, nackten Andromeda herangetreten, urn ihre 
Bande zu losen. Zwei Amoretten sind ihm dabei behilflich, 
wahrend sich links andere Liebesgotter mit dem Pegasus 
zu schaffen machen. Ganz links auf den Meereswogen das 
erschlagene Ungeheuer. 

Um 1 615 genialt. — Eine Schulkopie des Bildes (auf Leinwand) 
in der Galerie Liechtenstein zu VVien. 

Eichenholz, h. 0,99, br. 1,37. — Konigliche Schlosser. 

785A Der Tod Achills. In einer, vorn durch Karyatiden 
getragenen Halle sinkt rechts Achill, an der Ferse vom 
Pfeil getroffen, neben einem Altar nieder, auf dem die 
Opferflamme brennt. Ein Mann fangt ihn auf, wahrend der 
Priester und hinter ihm ein anderer entsetzt zusehen. Im 
Hintergrunde links der Bogenschiitze, von dem hinter ihm 
schwebenden Apoll angetrieben. Ganz vorn ein Adler von 
einem Fuchs erwiirgt; um die Karyatide rechts windet sich 
eine Schlange. Am oberen Abschluli der Architektur Putten 
mit Laubgewinden. 

Skizze aus der spateren Zeit des Meisters. Wahrscheinlich einer der 
Entwiirfe fiir eine Folge von acht Gobelins, das Leben des Achilles 
darstellend, von der sich Skizzen in der Sammlung Barry (England) 
und fiinf Gobelins im Museum der Hallepoort zu Briissel befinden. 

Leinwand, h. 0,45, br. 0,455. — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 

798B Mars mit Venus und Amor. Venus, an ein Posta- 
ment gelehnt und die Linke auf den Kopf Amors legend, 
der sich an sie schmiegt, wendet sich zu Mars, der in voller 
Riistung rechts hinter ihr steht und den linken Arm um sie 
geschlungen hat. Im Grunde rechts ein roter Vorhang, links 
Ausblick ins Freie. 

Skizze zu einem nicht nachweisbaren Gemalde des Meisters aus 
seiner spateren Zeit. — Sammlung Jabach zu Koln. 

Eichenholz, h. 0,31, br. 0,23. — Sammlung Suerraondt, 1874. 

798 C Fortuna. Den linken Fu6 auf einer Kugel, schwebt 
Fortuna, einen Schleier hochhaltend, den der Wind zum 
Segel aufblaht, nach rechts auf der Flache des leicht be- 
wegten Meeres. 

Um 1635 gemalt. Skizze zu einem der Bilder fiir Torre de la 
Parada, das Jagdschlofi Philipps IV., jetzt im Museo del Prado zu 
Madrid. Rechts und links angestuckt. — Sammlung Jabach zu Koln. 

Eichenholz, h. 0,34, br. 0,23. — Sammlung Suermondt, 1874. 



Rubens. 



341 



Die Einnahme von Paris durch Heinrich IV. 798E 
Heinrich IV. beriihrt mit seinem Szepter die zu seinen Fiifien 
kniende Lutetia (Paris). Hinter ihm ein Fahnentrager, der 
seinen Fufi auf die am Boden sich krummende Furie der 
Zwietracht setzt. Von der Briicke werden gefesselte, nackte 
Manner in die Seine gestiirzt. 

Skizze. — Gehort mit dem Seitenstuck im Wallace-Museum in 
London zu den Entwiirfen fiir eine Folge von Darstellungen aus dem 
Leben Heinrichs IV., die fiir Maria de' Medici im Palais de Luxem- 
bourg zu Paris ausgefiihrt werden sollten (begonnen zwischen 1627 
und 1630). Erhalten sind davon die unvollendet gebliebenen grofien 
Gemalde in den Uffizien zu Florenz, die Schlacht von Jvry und der 
Einzug in Paris. 

Eichenholz, h. 0,24, br. 0,45. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Brustbild des hi. Petrus. Das von vorn gesehene, 798F 
von einem VoUbart umrahmte Antlitz ist ein wenig auf- 
warts gewendet. In weitem, faltigen Mantel, der uber die 
linke Schulter geworfen ist. Dunkler Grund. 

Studie zum Apostel Petrus im »GastmahIe bei Simon <■. in der 
Eremitage zu St. Petersburg. Wie das Bild in der Ausfiihrung wesent- 
lich van Dyck angehort, so ist vielleicht auch unsere Studie, wofur die 
braune Farbung und der leuchtende Ton sprechen, eine Arbeit van 
Dycks. — Sammlung Theodore Patureau, Paris 1857. 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,61, br. 0,49. — Sammlung Suermondt, 
1874. 

Die Kroberung von Tunis durch Kaiser Karl V. 798G 
(1535). Erbitterter Reiterkampf zwischen den Kaiserlichen 
und den Berbern. Links im Mittelgrund in voller Riistung 
auf einem Schimmel der kaiserliche Feldherr, Don Juan 
d'Austria, den Kommandostab erhoben. Hinter ihm reitet 
Kaiser Karl. In der P'erne die brennende Feste von Tunis. 

Teilweise nur skizzierter Entwurf (um 16 1 8 gemalt). Die Figur 
Kaiser Karls V. ist kopiert nach dem berlihmten Reiterbildnisse Tizians 
im Museo del Prado zu Madrid. 

Eichenholz, h. 0,765, br. 1,20. — Erworben 1872 in St. Petersburg. 

Der hi. Sebastian. An einen Baumstamm gefesselt, 798H 
ein weifies Tuch um die Hiiften, von Pfeilen durchbohrt, 
fleht der Heilige mit aufwirts gewandtem Blick um Erlo- 
sung. Links vorn auf den Wurzeln des Baumes Bogen und 
Kdcher. Hintergrund abend! iche Landschaft. 



342 



Rubens. 



Um 1 614 gemalt. In cinem Briefe von Rubens an Sir Dudley 
Carleton vom 28. April 1618 unter den Gemalden angefUhrt, die er als 
»die HlUte seiner Sachen* (fior di roba) in seinem Hause habe: »Ein 
nackter hi. Sebastian von meincr Hand «. iSii auf der Versteigerung 
Hill in London. 

Leinwand, h. 2,00, br. 1,28. — Erworben 1879 •'^ Paris (aus der 
Sammlung Munro zu London). 

798 K Beweinung Christi. Hinter dem auf dem Bartuch 
hingestreckten Leichnanie Christi wehklagen Maria und 
Magdalena mit aufgelosten Haaren. Dunkler Grund; rechts 
zwei brennende Kerzen. 
Um 1616 gemalt. 

Eichenholz, h. 0,34, br. 0,27. — Erworben 1880 in Florenz aus 
der Sammlung Demidoff. 

917 Maria mit dem Kinde. Maria, in einem mit Minia- 
turen geschmiickten Buche blatternd, halt mit der Rechten 
das Kind, das, den Kopf an ihre Brust gelehnt, in Seiten- 
ansicht auf einem mit persischem Teppiche bedeckten Tische 
steht: Zur Rechten ein Korb mit Friichten, dariiber ein 
Straufi mit Tulpen, links ein bliihender Rosenbusch. Im 
Grunde Parklandschaft. 

Um 1624/25 gemalt; Ehemals nur als »Schule des Rubens « be- 
zeichnet, indes ist die Madonna ein eigenhiindiges VVerk des Meisters, 
wahrend die Frlichte vom von Frans Snyders, die Blumen von 
Daniel Seghers und die Landschaft van Jan Brueghel lier- 
rUhren. 

Maria Halbfig. Leinwand, h. 1,51, br. 1,08. — Kiinigliche Schlosser. 

Rubens. Werkstatt des Petrus Paulus Rubens. Vla- 
mische Schule. 

779 Das Christkind mit Johannes und Engeln. Das 
Christkind, in Seitenansicht unter einem Baum auf einem 
Kissen sitzend, streichelt die Wange des kleinen Johannes, 
der, vom Riicken gesehen, in lebhaffem Gesprach ihm zu- 
gewendet vor ihm sitzt. Von links bringt ein Engel das 
Lamm herbei; ein kleines Madchen, hinter dem Christ- 
kinde kniend, halt eine Weintraube in der Rechten. Vom 
rechts liegen Friichte, am Baumstamm eine rankende Rebe. 
Hintergrund waldige Landschaft. 

Ein bcsseres Exemplar derselben Komposition in den k. k. Hof- 
museen zu Wien. — Die Fruchtc von Frans Snvders. — Wieder- 



Rubens. Ruijsdael. ^a2 

liolungcn bei Lord Pembroke in Wilton House, in Privatbesitz zu 
Antwerpen, in Kingston Lacy in England (mit Veranderungen und 
umrahmt von einem Fruchtkranze von Snyders). — Das kleine Miidchen 
soil die christliche Kirche, die Braut Christi, vorstellen. 
Eichenholz, h. 0,95, br. 1,25. — Konigliche Schlcisser. 

Ruijsdael. Salomon van RuijsdaeL Hollandische Schule. 
— Landschaftsraaler, geb. um 1600 zu Haarlem, daselbst 
1623 als Meister in die Gilde aufgenommen, begraben am 
I. November 1670. Bildete sich im Anschlufi an Esajas 
van de Velde und Jan van Goijen. Tatig zu Haarlem. 

FluGlandschaft. Breite Flufimiindung, auf der links 901A 
ein Schiff mit vollen Segeln treibt. Am Ufer rechts im 
Mittelgrund ein Weg mit Fuhrwerken, dahinter ein Dorf. 

Eichenholz, h. 0,40, br. 0,35. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Hollandische Flachlandschaft. Auf einer Strafie, 901B 
die sich an hohen Baumen vorbei durch flaches Land nach 
einer in der Feme sichtbaren Ortschaft zieht, werden von 
Reitern geraubte Viehherden herangetrieben. 

Bez. unten links: 



S^ 






Leinwand. h. 1,06, br. 1,48. — Erworben 1870 auf der Versteigc- 
rung Mecklenburg in Paris. 

Hollandische Landschaft. Zur Rechten vorn ein 901C 
groBes, von Baumen umgebenes Gehoft. Auf der Strafie 
davor zwei mit Schimmeln bespannte Karren und einige 
Figuren. Am Horizont links wird ein schmaler Streifen See 
sichtbar. 

Bez. links unten im Erdreich: 






Eichenholz, ii. 0,67, l)r. 1,04. — Erworben i8Sc> in Berlin aus der 
Sammlung v. Gruner. 



344 



Ruisdael. 



Ruisdael. Jacob van Ruisdael. Zeichnet sich selten 
(auf einzelnen friiheren Bildern) auch Ruijsdael. Hollan- 
dische Schule. — Landschaftsmaler und Radierer, geb. zu 
Haarlem 1628 oder 1629, begraben ebenda den 14. Marz 
1682. Sohn des Isack Ruisdael. Vielleicht unter dem Ein- 
flusse Cornells Vrooms ausgebildet. Tatig zu Haarlem (1648 
in die Lukasgilde aufgenommen) und vornehmlich zu Amster- 
dam (wo er schon 1657 wohnte und bis 1681 blieb). 

884 Bewegte See bei aufsteigendem Wetter. Cber der 
aufgeregten See ziehen von rechts her diistere Wolkenmassen 
auf. Vorn fahrt ein Boot mit vollem, gelbbraunem Segel, 
dahinter ein hollandisches Kriegsschiff, das eine Salve ab- 
gibt. In der Feme rechts Amsterdam. 

Um 1670 gem alt. 

Leinwand, h. 1,00, br. 1,46. — Konigliche Schlosser. 

884B Landschaft mit Klosterruine. Jenseits eines Flusses, 
an dessen Ufer im Vordergrunde sich eine Laubwaldung 
hinzieht, liegt eine Klosterruine an einem bewaldeten Hiigel. 
Rechts vorn zwei sitzende Figuren und einige Ziegen. 

Aus der friiheren Zeit des Meistfrs. Mit geringen Abweichungen 
in der Komposition iibereinstimmend mit dem etwas grofieren Bild 
in der Dresdner Galerie und einer ganz kleinen Studie in der Londoner 
National Gallery. — Sammlung Kums, Antwerpen. 

Eichenholz, h. 0,46, br. 0,62. — Erworben 1901 in London. — 
Eigentum des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins. 

884 C Landschaft. Ein Weg, der im Vordergrund auf einem 
Holzsteg iiber einen nach links stromenden Bach fiihrt, zieht 
sich zwischen zwei Hausern eine Anhohe hinauf, auf deren 
sonnenbeschienener Spitze eine Windmiihle steht. Auf dem 
Wege zwei Wanderer. Links Ausblick iiber bewaldetes 
Hugelland. 

Bez. rechts unten (undeutlich): 



'^'y'/'^-'-- 



f-i 



Leinwand, h. 0,395, br. 0,45. — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 

884D Waldlandschaft. Ein See, an dem links ein Fischer 
seine Angel in Stand setzt, wird rechts von hohen Eichen 
umsaumt. Bewolkter Abendhimmel 



Ruisdael. 



345 



Bez. unten links : 



5^ 



Eichenholz, h. 0,135, br. 0,17. — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 

Hiigelige Landschaft. Zur Linken unter einer 885 
Gruppe hoher Eichen ein Wanderer im Gesprache mit 
einer Frau, deren Maultier die Straiie weiterzieht. Jenseits 
eines stillen Wassers, an dem eine Herde getrankt wird, 
einige Hiitten an einem mit Buschwerk und Baumen be- 
standenen Hiigel. 



Bez. rechts unten: 



^'^-^a 



u. 



Figuren und Tiere sind von Johannes Lingelbach (Maler und 
Radierer, getauft zu P'rankfurt a. M. den 10. Oktober 1622, f zu Amster- 
dam im Nov. 1674, nach langeren Reisen in Holland tatig). 

Leinwand, h. 0,48, br. 0,63. — Konigliche Schlosser. 

Haarlem von den Diinen bei Overveen gesehen. 
Im Vordergrund, am Fufie der Diinen, Overveen, auf dessen 
Wiesen Linnen zur Bleiche ausgebreitet sind. Im Hinter- 
grund Haarlem mit seinen roten Dachern, Windmuhlen und 
KirchtiJrmen, iiberragt von dem hohen Dom. 



885 C 



Bez. rechts unten: 



th^(ul 



Ruisdael hat dieses Motiv ofters behandelt; s. unten Nr. 885E, ferner 
in der Galerie zu Amsterdam, in der Sammlung Vieweg in Braun- 
schweig u. a. a. O. 

Leinwand, h. 0,52, br. 0,65. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Ansicht des Damplatzes zu Amsterdam. Im Mittel- 885D 
grunde links der alte Bau der Stadtwage mit dem farbigen 
Stadtwappen (von 1565), vor deren offenen Toren Sacke 
gewogen werden. Links eine schmale Gasse, rechts der 
breite, von Segelbooten belebte Kanal, iiber dessen Hauser- 
reihe der Turm der Oudekerk emporsteigt. Auf dem Platze 
Gruppen von Handlem und KSufern. 



346 



Ruisdael. 



■•iin>arL 



Bez. links untc 

Die Figuren sind wahrscheinlicli von Gerard van Battem (Maler 
und Radierer von Rotterdam), der ein ganz ahnliches Bild des Meisters, 
den Fischplatz zu Amsterdam, im Museum Boymans zu Rotterdam, 
staffiert hat. — Aus der letzten Zeit des Meisters. Vermutlich Seiten- 
stiick zu dem oben erwahnten Bild in Rotterdam, das die gleichen 
Mafle hat. — Sammlung Pastor, Burtscheid 1820. 

Leinwand, h. 0,52, br. 0,65. — Sammlung Suermondt, 1874. 

885E Fernsicht von den Diinen bei Overveen. Im Vor- 
dergrunde die sparlich mit Heide und Buschwerk bewach- 
senen Diinen, die sich zu dem Dorf Overveen mit seinen 
Bleichen hinabziehen. In der Feme rechts die Stadt Haarlem. 
Am Horizonte der schmale Streifen der Zuidersee; daruber 
werden die spitzen Tiirme der Oude- und Nieuwekerk von 
Amsterdam sichtbar. 



Bez. rechts unten: 



Cpsi^acL 



Leinwand, h. 0,32, br. 0,40. — Erworben 1873 in Hamburg aus 
der Sammlung Mestem. 

885 F Dorf am Waldesa bhang. Am Fufi eines bewaldeten 
Hiigels zieht sich im Mittelgrund eine Ortschaft hin (an- 
geblich das Bad Spaa). Vorn Baume und Buschwerk an einem 
stillen Wasser, an dem rechts zwei Angler sitzen. Am 
Himmel Gewitterwolken, die sich gegen den Horizont auf- 



hellen. 

Bez. rechts unten: 



cR 



Aus der friiheren Zeit des Meisters. — Versteigerung Beumonville, 
Paris 1880. 

Leinwand, h. 0,52, br. 0,66. — Krworben 1884 aus der Sammlung 
Habich zu Kassel. 

8850 Eichenwald. Ein dunkler Wasserspiegel, auf dem 
bliihende Seerosen schwimmen, wird von hohen Eichen um- 
saumt. Vorn links ein machtiger, abgestorbener Buchen- 
stamm, weiter hinten" im Waldesschatten ein Hirt mit zwei 



Ruisdael. 



347 



Schafen. Rechts ein Hugelzug, der sich nach der Mitte zu 
im Nebel verliert. 



Bez. rechts unten : 



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n 



Ein Hauptwerk des Meisters aus seiner mittleren Zeit (um 1660). — 
Sammlung Wells in Manchester; 1857 auf der Manchester Exhibilion. 
Leinwand, h. 1,14, br. 1,41. — Erworben^iSgi in Paris. 

Bewaldetes Flufiufer. Vorn in der ganzen Breite ein 885H 
Gewasser, in dem links ein Kahn mit zwei Figuren liegt. 
Zur Rechten ein Weg und Baume, links Ausblick in die 
Feme, gegen die Mitte bin ein Haus, auf das mebrere 
Figiirchen zueilen, fliehend vor dem Wetter, das von rechts 
her am Himmel aufsteigt. 



Bez. unten rechts 



51 



Eichenholz, h, 0,245, br. 0,335. 
Kunsthandel. 



Erworben 1896 aus dem Pariser 



Landschaft mit Bauernhaus. Links an einem ab- 893 
gestorbenen Weidenstamme vorbei flielJt ein Bergbach dem 
Vordergrunde zu. Weiter hinten rechts, von einer hohen 
Eiche iiberragt, ein Bauernhaus, zu dem eine hohe verfallene 
Steintreppe hinauffiihrt. In der Tiire des Hauses eine alte 
Frau, davor ein Knabe mit einem Hunde. 

Bez. rechts unten: 




Leinwand, h. 0,66, br.0,80. — Konigliche Schlosscr, 



■}A^ Ryckaert. Sacchi. 

Ryckaert. David Ryckaert d. J. (der Dritte). Vlamische 
Schule. — Getauft zu Antwerpen den 2. Dezember 161 2, 
f daselbst den 11. November 1661. Schiiler seines gleich- 
namigen Vaters, unter dem Einflufi Adriaen Brouwers 
und David Teniers d. J. weiter ausgebildet. Tatig zu 
Antwerpen, wo er 1636 — 37 in die Lukasgilde aufgenommen 
wurde. 

856B Der Dorfnarr. Ein halbwuchsiger Bursche, von hinten 
gesehen, in hohem Hute, geflickter Jacke, mit nackten Beinen 
und weiten Schuhen, einen Stock in der Linken, wird von 
einem neben ihm stehenden Jungen gehanselt. Rechts gegen 
die Mauer eines Hauses eine dritte Figur. Im Grund ein 
Dorf zwischen Baumen. 

Eichenholz, h. 0,32, br. 0,24. — ■ Samnilung Suermondt, 1874. 

Sacchi. Pier Francesco Sacchi. Zeichnet sich Petrus 
Franciscus Sachus de Papia. Lombardische Schule. — Aus 
Pavia stammend. Geburts- und Todesjahr, sowie Lebens- 
verhaltnisse unbekannt. Vermutlich unter dem Einflusse 
des Carlo del Mantegna zu Genua ausgebildet. Tatig 
vornehmlich zu Genua (1520 urkundlich als Mitglied 
der Gilde) nach den Daten auf seinen Bildern von 
1512— 1527. 

53 Christus am Kreuz mit Heiligen. Tn der Mitte der 
Gekreuzigte; zur Linken steht Maria mit ausgebreiteten 
Armen, zur Rechten Johannes, schmerzvoll die Hande 
ringend und den Blick nach oben richtend. Vor Maria 
kniet eine heilige Frau mit gefalteten Handen, aufwarts 
blickend; in der Mitte kniend Magdalena, den Stamm des 
Kreuzes mit der Linken umfassend. Zuaufierst rechts der 
kniende Stifter in schwarzer Kleidung, die Miitze in den 
Handen haltend. Im Mittelgrunde der bergigen Landschaft 
links die Kreuztragung, rechts die Grablegung Christi. Links 
im Grund auf der Hohe ein Kastell ; in der Feme ein See 
mit einer Stadt am Ufer. 

Bez. auf einem Blattchen unten am Kreuz: 



Sacchi. Sachsischer Meister. 



349 



facbt dei>a 

I M4 

Uber Maria und Christus die auf den Erlosertod Christi beziiglichen 
Inschriften: ACCIPE FILIV MEV ET DA PRO TE; TOLLE MEET 
REDIME TE. 

Pappelholz, h. 1,83, br. 1,50. — Sammlung Solly, 1821. 

Die hhl. Martin, Hieronymus und Benedikt. Hie- 
ronymus sitzt vor einer uber einen Baumstumpf gelegten 
Tischplatte, in der Rechten die Feder haltend und zu Be- 
nedikt gewendet. Auf dem Tische Biicher, Totenkopf und 
Tintenfafi; vor ihm am Boden der Kardinalshut, links vom 
Baumstumpfe der ruhende Lowe. Benedikt in der schwarzen 
Ordenstracht steht rechts, Krummstab und Buch in der 
Linken haltend, die Rechte sprechend erhoben. Zur Linken 
weiter zuriick der hi. Martin in Rittertracht zu Pferd, seinen 
Mantel, dessen einen Teil der vor ihm stehende Bettler 
gefafit hat, mit dem Schwerte zerschneidend. Links im 
Vordergrund ein aus dem Felsen fliefiender Quell, Schlangen 
und Vogel; auf dem FeLsen ein Kruzifix. Im Hintergrunde 
der bergigen Landschaft das Kloster, zu dem der Lowe die 
Karawane, die den Esel geraubt hatte, zuriicktreibt. 

Pappelholz, h. 1,96, h>r. 1,53. — Sammlung Solly, 1821. 

SMchsischer Meister urn 1540—1550. 

Bildnis einer Frau. In mittleren Jahren, nach rechts 1200 
gewendet und eben dahin blickend. In gestickter Haube, 



116 



350 



Sachsischer Meister. Saft-Leven. 



schwarzer Kleidung, mit goldener Halskette unci Gurtel. 
In der Rechten eine Nelke haltend. Hintergrund steinerne 
Briistung mit cinem Pfeiler und Ausblick in Landschaft. 

Bcz. auf dcm Pfeiler in der Mitte : MDXXXXI I). XIII. IVNI. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappdliolz, h. 0,71, br. 0.49. — 
Sammlung Solly, 1821. 

628 Bildnis einer Frau. Nach links gewendet und eben- 
dahin blickend. In schwarzem Mieder mit iiber die 
Schultern fallendem goldgesticktem Kragen und grauem 
Rock, mit weiten, gefaltelten linnenen Unterarmeln, die aus 
den engen schwarzen Oberarmeln hervorquellen. Mit reicher 
perlengestickter Haube und reichem Perlenhalsschmuck, 
goldener Kette und goldenem Gurtel. Die mit Ringen 
reich geschmiickten Hande iibereinander gelegt. Hintergrund 
Landschaft. Im Mittelgrunde links ein Paar Rebhiihner. 

Bez. auf einer Tafel, die rechts an einein Baurastamm hangt: Anno 
MDXLVIII. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Lindenholz, h. 0,71, br. 0,49. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Saft-Leven. Herman Saft-Leven (II.) d. J. Hollandische 
Schule. — Landschaftsmaler und Radierer, geb. angeblich 
1609 zu Rotterdam, j zu Utrecht den 5. Januar 1685. Schuler 
des Jan van Goijen, wahrscheinlich auch seines alteren 
Bruders Cornelis. Tatig zu Rotterdam und vornehmlich zu 
Utrecht (seit ungefahr 1633). 

958 Silvio reicht der verwundeten Dorinda den Pfeil. 
(Szene aus Guarinis Pastor fido IV, 8.) Links die ver- 
wundete Dorinda, die zusammensinkend von ihrem greisen 
Pfleger Linco gestiitzt wird. Ihr gegeniiber der kniende 
Silvio, der die in ein Wolfsfell Verkleidete aus Versehen 
mit einem Pfeile getroffen hat und ihr nun einen anderen 
darreicht mit der Bitte, ihn damit zu toten. IJber Dorinda 
schwebt Amor, seinen Bogen auf Silvio abschiefiend. Vorn 
rechts Silvios weifier Hund. In der waldigen Berglandschaft 
am Wasser zwei Hirten mit Ziegen, weiter zuriick ein an- 
derer Hirt mit seiner Herde. 

Bez. rechts unten an einem Steine: 



Saft-Leven. Salviati. 3 c i 



a ,%a4^ 



4]f^ 



'^'H^.f 



Gegenstlick zu Nr. 956 von C. van Poelenburgh (s. diesen). Frtihcstes 
datiertes Bild des Meisters und eine seiner seltenen figUrlichen Dar- 
stellungen. 

Leinwand, h. 1,14, br. 1,40. — Konigliche Schlosser. 

Saliba. S. Antonello. 

Salvi. S. Sassoferrato. 

Salviati. Francesco Rossi de' Salviati (nach dem Vater 
Francesco di Michelangelo de* Rossi), nach seinem Be- 
schiitzer dem Kardinal Salviati, Cecchino del Salviati oder 
kurz Francesco Salviati gen. Florentinische Schule. — Geb. 
zu Florenz 1510, f zu Rom den 11. November 1563. Schiiler 
des Giuliano Bugiardini, Baccio Bandinelli, Raffaello del 
Brescia (Brescianino) und um 1529 des Andrea del Sarto 
zu Florenz. Tatig zunachst in Rom (von etwa 1530 — 1542), 
von 1539 — 1 541 in Florenz und Venedig, wieder in Florenz 
(1543 — 1448) und von 1548 an wieder in Rom; nach etwa 
anderthalbjahrigem Aufenthalt in Paris (1554 — 1556) ab- 
wechselnd in Florenz und Rom. 

Bildnis des Ranuccio Farnese (1530 — 1565). Im 339A 
Alter von zwolf Jahren, von vorn gesehen; mit geringer 
Wendung nach rechts. In rotem, geschlitztem VVams, 
dariiber ein schwarzseidener Mantel mit dem Kreuz des 
Maltheserordens. In der Rechten einen Handschuh haltend. 
Grauer Grund. 

Auf der RUckseite (indct sich zweimal der Name Salviati (einmal 
auf einem aufgcklebten Papierblatt in der Schrift des 16. und ein 
zweites Mai auf dem Holz in der des 17, Jahrhunderts). L'nser Bild 
ist eine Kopie in kleinerem Maflstabe nach dem Portriit Ranuccio 
Fameses von Tizian (vollendet um die Mitte des Jahres 1542), von dem 
sich eine alte Kopie bei Sir Fredcrik Cook in Richmond, eine anderc 
in der Sammlung Brauer zu Florenz befindet. — FrUh^r dem jUngeren 
Salviati (Giuseppe Porta) zugescliricben, abcr wohl clier von Francesco, 



352 



Salviati. Sant-Acker. Santa Croce. 



der vielfach fUr die Farnese tatig war. Vgl. Gronau, Jahrb. der k. p. Ksts. 
XXVII. S. 3ff. 

Kl. Knicfig. Nufibaumholz, h. 0,20, br. 0,14. — Erworben 1880 
in Mailand. 

Sant-Acker. F. Sant-Acker. Hollandische Schule. — 
Stilleben- und Genremaler, tatig in der zweiten Halfte des 
17. Jahrhunderts. Der Kiinstler ist nur durch einige be- 
zeichnete Bilder bekannt. 

909C Stilleben. Vor einer grauen Nische ist ein Rebhuhn 
an einem blauen Band aufgehangt. 
Bez. links unten: 

Der erste Buchstabe (Vorname), nicht mehr ganz deutlich, mufi F (und 
nicht A, wie seinerzeit in der Suermondtschen Sammlung) gelesen 
werden. Das ergibt sich mit Sicherheit aus den Bildern des Meisters 
bei A. Bredius und Victor de Stuers im Haag, die deutlich »F. Sant 
Acker f. i668« bezeichnet sind. 

Leinwand, h. 0,52, br. 0,43. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Santa Croce. Francesco da Santa Croce. Nach dem 
Vater Francesco di Simonc. Zeichnet sich Franciscus de 
Santa f. Venetianische Schule. — Geb. zu Santa Croce 
im Brembotal unweit Bergamo. Geburtsjahr unbekannt, 
f Ende Oktober 1508 zu Venedig. Schiller Gio. Bellinis, 
unter dem Einflusse der Nachfolger Bellinis ausgebildet. 
Tatig in der Umgegend von Bergamo und vornehmlich zu 
Venedig. 

22 Anbetung der Konige. Maria, zur Linken sitzend, 
halt auf dem Schofie das in weifies Linnen gehiillte Kind, 
das die Rechte segnend erhebt. . Rechts die Konige, die 
ihre Geschenke darbringen. Grund bergige Flufilandschaft 
mit Baulichkeiten. 

Bez. links an der Wand auf einem Blattchen : 



Santa Croce. 



353 



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^^ 



Nach einem Originale Mantegnas (fruher bei Lord Ashburton 
London). — Eine Wiederholung von Santa Croce selbst in der Eremi- 
tage zu St. Petersburg, andere Wiederholungen in der stadtischen Galerie 
zu Verona und bei Mr. Butler in London. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,62, br. 1,00. — 
Sammlung Solly, 1821. 

Santa Croce. Girolamo da Santa Croce. Venetianische 
Schule. — Geb. zu Santa Croce im Brembotale bei Bergamo. 
Geburtsjahr unbekannt, f den 9. Juli 1556 zu Venedig. 
Wahrscheinlich in fruher Jugend Schiiler Gentile Bellinis 
und nach dessen Tod in der Werkstatt Cimas tatig; nach- 
weisbare Daten seit 1503. Tatig vornehmlich zu Venedig. . 

Geburt Christi. Maria und Joseph verehren in einem 24 
offenen Schuppen das auf einem Korbe liegende Kind. 
Neun Engelchen, auf Wolken schwebend, halten die Marter- 
werkzeuge und ein Spruchband mit der Inschrift » Gloria 
In Excelsis Deo«. Im Giebel der Hutte der segnende Gott- 
Vater. In der Landschaft links die Verkiindigung an die 
Hirten, rechts zwei Reiter in orientalischer Tracht. 

Ein verwandtes Bild des Meisters in der Galerie zu Dresden 

(Nr- 55). 

Pappelholz, h. 0,57, br. 0,76. — Sammlung Solly, 1821. 

Martyrium des hi. Sebastian. Unter einer offenen 26 
Halle thront zur Linken Diocletian mit seinen Raten. Vor 
ihm, an eine Saule gefesselt, der Martyrer von Pfeilen durch- 
bohrt, die fiinf Bogenschiitzen auf ihn abgeschossen haben. 
Ein von rechts herabschwebender Engel bringt dem Hei- 
ligen, der zu ihm emporblickt, die Palme und die Krone 
des Martyrers. Auf den Stufen des Thrones ein Kind und 
ein wei6es Hundchen. Hintergrund bergige Landschaft. 

Pappelholz, h. 0,613, l>r. 0,89. — Sammlung Solly, 1821. 



Verr. d. Gemulde. 



23 



354 



Santi. Sarto. 



Santi. Giovanni Santi. Zeichnet sich Johannes Santis. 

Umbrische Schule. — Der Vater Raphaels, geb. zu Colbor- 
dolo (Gebiet von Urbino) vermutlich zwischen 1430 und 
und 1440, t zu Urbino den i. August 1494. Unter dem 
Einflusse des Piero della Francesca und namentlich des 
Melozzo da Forli ausgebildet. Tatig zu Urbino, kurze Zeit 
in Cagli, Pesaro und vermutlich in Fano. 
139 Thronende Maria mit dem Kind und vierHeilige. 
Auf einem Throne sitzt Maria, das Kind auf dem Arm. 
Hinter ihr halten zwei Cherubim einen Vorhang. Vorn 
zur Rechten der Apostel Thomas, in der Rechten die mit 
einem Fahnchen gezierte Lanze, hinter ihm der hi. Antonius 
der Abt, in der Linken einen Kriickstock; zur Linken der 
hi. Thomas von Aquino, ein Kirchenmodell in der Linken, 
hinter ihm die hi. Katharina, vor ihm zuaufierst links der 
kniende Stifter, ein Graf Matarozzi. Auf dem Buche des 
Apostels: S. TOMAS APOSTOLVS, auf dem Buche des hi. 
Thomas von Aquino: S. TOMAS DE AQVINO. Hintergrund 
Landschaft. 

Pappelholz, h. 1,92, br. 1,82. — Erworben 1842 in Rom, 

140 A Maria mit dem Kind e. Maria, das Haupt nach links 
geneigt, umfafit mit der Rechten das vor ihr auf einer 
niedrigen Briistung stehende Kind, das nach links heraus 
blickt, und stiitzt mit der Linken dessen linken, empor- 
gehobenen Fufi. Schwarzer Grund; oben zu beiden Seiten 
ein roter Vorhang. 

Maria Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,63, br. 0,48. 
— Erworben 1846. 

Santi. Raffaello Santi. S. Raffaello. 

Sarto. Andrea del Sarto. Urkundlich Andrea d'Agnolo 
di Francesco genannt. Den Beinamen del Sarto erhielt er 
nach dem Handwerk seines Vaters, der Schneider war. 
Florentinische Schule. — Geb. zu Florenz den 16. Juli i486, 
f daselbst den 22. Januar 1531. Schiller Gian Bariles, dann 
Pieros di Cosimo, unter dem Einflusse Era Bartolommeos, 
Lionardos da Vinci und Michelangelos weiter ausgebildet. 
Tatig zu Florenz, kurze Zeit zu Paris (1518/19). 
240 Bildnis einer jungen Frau. Nach links gewendet, 
Kopf und Blick nach rechts gerichtet. In gelbem Kleide, 



Sarto. Sassetta. 



355 



mit weifiem Brusttuch, ein weifies Tuch turbanartig um den 
Kopf geschlungen. Grunlicher Grund. 

Alia prima gemalte Studie. — Gait frtiher fUr das Bildnis der 
Lucrezia di Bartolommeo del Fede, der Gattin des Malers. 

Brustbild. Pappelholz, h. 0,44, br. 0,37. — Erworben 1829 durch 
Rumohr. 

Thronende Maria mit dem Kind und achtHeilige. 246 
Maria, in einer Nische auf leichtem Gew6lk iiber zwei Che- 
rubim thronend, halt das auf ihrem Schofie sich aufrich- 
tende Kind. Links der nackte, greise Onophrius, die Hiiften 
mit einer Efeuranke umgiirtet, der hi. Bruno im weifien 
Monchskleide, den Weihwedel in der Linken, und Petrus, 
die Schliissel in der Hand; rechts die hi. Katharina mit 
einem Bruchstiick ihres Rades, Antonius von Padua, das 
flammende Herz in der Hand, und der hi. Markus mit dem 
Lowen. Unten links (als Halbfiguren) der hi. Celsus in 
weltlicher Kleidung, rechts die hi. Julia, die Linke, die 
einen Rosenkranz halt, auf die Brust gelegt. 

Bez. mitten auf der obersten Stufe: ANN. DOM. MDXXVIII. 
— Ein Hauptwerk des Meisters, von Vasari beschrieben. Die zur 
Altartafel gehorige LUnette, die Verktindigung darstellend, jetzt in 
der Galerie Pitti zu Florenz (ursprlinglich ein Halbrund, spater 
durch angesetzte Stlicke in ein Viereck verwandelt). — Im Auftrage 
des Giuliano Scala fUr Sarzana im Florentinischen gemalt, wo das 
Bild bis zur Revolution von 1789 geblieben zu sein scheint. Von da 
kam es nach Genua und spater nach Paris in die Sammlungen Laperiere 
und Lafitte; aus der letzteren wurde es 1834 durch den letzten Be- 
sitzer, einen Englander Arrow Smith, angekauft. — Handzeichnungen 
zu den hhl. Marcus und Antonius von Padua in British Museum. 

Pappelholz, h. 2,28, br. 1,85. — Erworben 1836 in Paris. 

Sassetta. Stefano di Giovanni gen. Sassetta. Schule 
von Siena. — Urkundlich seit 1427 tatig, 1428 in die Sie- 
neser Malerzunft aufgenommen, f um 1450. Von den Lo- 
renzetti und Bartolo di Maestro Fredi beeinflufit. Tatig 
zu Siena. 

Maria mit dem Kinde. Maria, etwas nach links ge- 63B 
wendet, halt das nackte Kind auf dem Schofi, iiber ihrem 
Haupte halten zwei schwebende Engel die Krone. Ganz 
oben Gott-Vater, der die Taube herabsendet. Goldgrund. 

Tempera. Pappelholz, in gotischer Giebelform abschliefiend, 
h. 0,47, br. 0,25. — Vermutlich Sammlung Solly, 1821. 

23* 



•ic6 Sassetta. Sassoferrato. Sauts. 

63C Maria mit dem Kind und zwei Heilige. Maria auf 
einem Throne sitzend, hinter dem in Schulterhohe ein weiCes 
Tuch gespannt ist, reicht dem auf ihrem Schofie stehenden 
nackten Kind eine Frucht. Links steht Johannes d. T., auf 
das Kreuz in seiner Linken weisend, rechts eine Heilige. 
Oben die Halbfigur des segnenden Gott-Vater. Goldgrund. 
Tempera. Pappelholz, oben spitz, h. 0,43, br. 0,19. — Erworben 
1904 als Geschenk des Herrn Otto Feist in Berlin. 

S. auch unter Nr. 1122 (Schule von Siena). 
Sassoferrato. Giovanni Battista Salvi, gen. Sassoferrato. 

Romische Schule. — Geb. zu Sassoferrato (in der Mark 
Ancona) den 11. Juli 1605, f zu Rom den S.April 1685 
Schiller seines Vaters Tarquinio; ausgebildet unter dem 
Einflusse der Carracci und ihrer Nachfolger, besonders Do- 
menichinos in Neapel. Tatig vornehmlich zu Rom. 

420 Beweinung Christi. Im Schosse der ohnmachtigen 
Maria, die riickwarts von einer der Frauen gestiitzt wird, 
ruht der Leichnam Christi. Eine hi. Frau halt die Beine, 
eine andere sein Haupt. Dahinter stehen links Joseph von 
Arimathia, zur Rechten Magdalena, ganz rechts mit gefal- 
teten Handen, trauernd aufwarts blickend Johannes, hinter 
ihm eine zweite mannliche Gestalt. Hintergrund Land- 
schaft, rechts Golgatha. 

Die Komposition schliefit sich eng an Rafaels in der Handzeichnungen- 
sammlung des Louvre befindlichen Entwurf zur Grablegung an. 

Leinwand, h. 0,68, br. 0,60. — Erworben 1825 durch Geheimrat 
V. Bunsen in Italien fUr Friedrich VVilhelm III. und von S. M. dem 
Kfinige dem Museum geschenkt. 

458 Die heilige Familie. Maria sitzt zur Rechten vor 
einem gerafften Vorhang und halt mit beiden Handen 
das auf ihrem Schofie stehende Kind, das in der Linken 
zwei Nelken hat. Links Joseph, der vorgebeugt des Kindes 
rechte Hand kiifit und dessen Schultern mit seiner Linken 
umfafit. Schwarzer Grund. 

Eine kleinere Wiederholung bei Marquess of Bute in England. 

Maria und Joseph Halbfig. etwas unter Lebensgr. Leinwand, h. 0,73, 
br. 0,95. — Konigliche Schlosser. 

Sauts. T. Sauts. Hollandische Schule. — Stilleben- 
maler, dessen Lebensdaten unbekannt sind, von dem be- 
zeichnete Bilder auf verschiedenen Versteigerungen vorkamen. 



Sauts. Savoldo. 



357 



Vermutlich der Haager Schule angehorig und um die Mitte 
des 17. Jahrhunderts tatig. 

Stilleben. Auf einer Tischplatte mit griiner Decke 983 E 
liegen zwei Taschenkrebse, eine geoffnete und drei ge- 
schlossene Austern. Rechts daneben ein halbgefiillter Romer, 
hinter dem ein Zweig mit Pflaumen liegt, und eine Walnufi. 
Hintergrund graue Wand, rechts ein braunlicher Vorhang. 



Bez. im Grund iiber den Muscheln: 



T. SAVTS. 



Eichenholz, h. 0,24, br. 0,35. — Erworben 1891 in Kciln als Ge- 
schenk des Herm Gcheimrat v. Kaufmann. 

Savoldo. Giovanni Girolamo Savoldo. Zeichnet sich 
ofters Joannes Jeronimus de Brescia. Schule von 
Brescia. — Geb. zu Brescia; Geburts- und Todesjahr un- 
bekannt. Unter dem Einflusse Gio. Bellinis und Tizians 
ausgebildet. 1508 als Meister in die Gilde zu Florenz auf- 
genommen, 1548 zu Venedig noch am Leben; angeblich 
daselbst in hohem Alter gestorben. Tatig zu Brescia und 
vornehmlich zu Venedig, kurze Zeit in Florenz und 
Treviso (1521). 

Die Venetianerin. Junge Frau, nach links gewendet, 307 
aus der gelben Mantille, die sie iiber den Kopf geworfen 
hat, hervorblickend. Im Grunde die^Ruine einer Mauer, 
dariiber Himmel. 

Bez. links an der Mauer: 






358 



Savoldo. Schaeufelein. 



Eine nicht bezeichnete Originalwiederholung mit Veranderungen 
(hi. Magdalena) kam aus der Sammlung Fenaroli zu Brescia in die National 
Gallery zu London. — Eine alte Kopie des Berliner Bildes in Warwick 
Castle, unter dem Namen Lodovico Carracci, der recht wohl der Kopist 
sein kann. — Schon Ridolfi (1646) gedenkt des Bildes als eines be- 
rtihmten Gemaldes, von dem es viele Kopien gabe, indem er als das 
Original das Bild in der Casa Fenaroli (damals in der Casa Averoldi) 
beschreibt. Doch ist auch das Berliner Bild ein unzweifelhaftes Original. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,92, br. 0,73. — Sammlung Solly, 1821. 

307A Trauer um den Leichnam Christi. Maria, auf 
ihrem Schofie den Leichnam Christi haltend, stiitzt mit 
der Rechten das Haupt, Johannes, links kniend, fafit den 
rechten Arm, Magdalena beugt sich rechts weinend iiber 
die Fiifie des Heilands. Im Schatten links die Stifter als 
Joseph von Arimathia und Nikodemus mit den Nageln und 
der Dornenkrone. Hinter Maria der Kreuzesstamm, der sich 
scharf gegen den farbigen Abendhimmel absetzt, und Land- 
schaft. 

Noch in einem Ftihrer von Brescia (Le Pitture e Sculture di Brescia, 
pubblicate di L. Chizzola) von 1 760 als das Gemalde des Hauptaltars 
in S. Croce angefiihrt, spater verschollen. Die von Ridolfi (1646) erwahnte 
Darstellung des gleichen Gegenstandes in der Casa Antelmi zu Brescia 
(»in Casa Antelmi vi e un deposto di Croce«) scheint ein anderes 
Bild zu sein. 

Leinwand, h. 1,86, br. 2,26. — - Erworben 1875 in Brescia. 

Schaeufelein. Hans Leonhard Schaeufelein oder Schaeufe- 
lin. Deutsche Schule (Niirnberg). — Maler und Zeichner 
fiir den Holzschnitt, geb. vor 1490 zu Niirnberg, f zu Nord- 
lingen 1539 oder 1540. Schiller und Gehilfe Albrecht Diirers 
(bis 1505), tatig zu Niirnberg und Augsburg (daselbst um 
151 2) und vornehmlich zu Nordlingen (seit 1515). 

560 Das Abendmahl. In einer Halle sitzt Christus mit 
seinen Jiingern um einen runden Tisch bei der Feier des 
Osterlammes. Rechts neben Christus Johannes, mit dem 
Haupt an der Brust des Erlosers ruhend. Vorn rechts am 
Tisch einer der Apostel, aus einem Kruge sein Glas fullend. 
Weiter rechts schleicht Judas, den Seckel in der Hand, 
davon. Einer der Jiinger zur Linken, in schwarzem Ge- 
wande, scheint der Stifter des Bildes zu sein. 



Schaeufelein. Schaflfher. 
Bez. an der Bank rechts: 



yf TT 



359 




JfJI 



WeiBtannenholz, h. 0,79, br. 1,06. — Sammlung Solly, 1821. 

Schaffner. Martin Schaffner. Zeichnet sich Martinus 
Schaffner, seit 15 14 mit dem aus M und S gebildeten 
Monogramm. Deutsche Schule (Ulm). — Maler und Bild- 
schnitzer, geb. um 1480 zu Ulm, f daselbst angeblich 1541. 
Scbiiler des Jorg Stocker zu Ulm, ausgebildet unter der 
Einwirkung Burgkmairs, Diirers, Schaufeleins und der 
italienischen Kunst (Reise nach Italien um 1520?). Tatig 
nach den Daten auf seinen Bildern von 1496 — 1535, vor- 
nehmlich zu Ulm. 

Zwei Fliigel eines Altars (auseinandergesagt). Linker 1234B 
Fliigel, Innenseite: Der hi. Lucas. Nach rechts ge- 
wendet, bartlos, in roter Kappe, dunkelblauem Gewand und 
rotem Mantel, den er mit der Linken rafft. In einem Buche 
lesend, das er in der Rechten halt. Rechts hinter ihm der 
Ochse. Hintergrund ein Goldbrokatteppich, dariiber dunkel- 
blauer Grund und Goldrankenwerk. — Aufienseite: Der 
hi. Andreas. Nach rechts gewendet, in dunkelblauem 
Gewand und rotem, innen gelbem Mantel. Mit dem linken 
Arm auf das roh aus Baumstammen gezimmerte Kreuz ge- 
stiitzt, mit der Rechten den Mantel raffend. Gemusterter 
Goldgrund. — Rechter Klugel, Innenseite: Der hi. 
Marcus. Bartlos, mit gespreizten Beinen nach links ge- 
wendet. In blauer Kappe, Brokatobergewand iiber griiner 
Unterkleidung, dariiber ein roter Mantel. Mit sprechend 
erhobener Rechten, ein Buch in der Linken haltend. Links 
neben ihm der Lowe. Hintergrund ein Goldbrokatteppich, 
dariiber dunkelblauer Grund und Goldrankenwerk. — Auflen- 
seite: Der hi. Gregor. Ktwas nach links gewendet. Im 



36o 



Scliaffner. Schalcken. Schiavone. 



papstlichen Ornat.und grunen rotgefiitterten Mantel. In einem 
Buche lesend, das er in der Linken halt, in der Rechten einen 
Kreuzstab mit drei Querstangen. Gemusterter Goldgrund. 

Vor 1 5 14 gemalt. — Sammlung Hainauer, Berlin. 

Eichenholz, jede Tafel h. 1,07, br. 0,26. — Envorben 1906 als 
Gcschenk der Frau J. Hainauer in Berlin. 

Schalcken. Godfried Schalcken. Hollandische Schule. 
— Maler und Radierer, geb. zu Made bei Geertruidenberg 
1643, t i"^ Haag den 16. November 1706. Schuler des 
S. van Hoogstraten in Dortrecht und Gerard Dou in 
Leiden. Tatig zu Dortrecht (seit 1654) und, nach mehr- 
jahrigem Aufenthalt in England (seit 1662), im Haag, wo 
er 1 69 1 Mitglied der Gilde wurde. 
837 Angelnder Knabe. Rechts unter einer alten Weide 
sitzt ein Knabe angelnd am Wasser. Zu seinen FiiBen ein 
Topf mit Wasser und ein Fisch. Auf den von einem Sonnen- 
blicke getroffenen Bliiten hoher Wasserlilien links wiegen 
sich Schmetterlinge. Im Mittelgrund Weiden im Wasser. 
Dusterer Wolkenhimmel. 

Bez. rechts unten : (j •Schalckcn • 

Eichenholz, h. 0,31, br. 0,25. — Kiinigliche Schlosser. 

Schiavone. Andrea Meldolla (auch Meldola, Medola und 
Medula), gen. Schiavone. Venetianische Schule. — Maler und 
Radierer, geb. zu Zara oder Sebenico in Dalmatien angeblich 
1522, f zu Venedig den i. Dezember 1563. Unter dem Ein- 
flusse Tizians (wahrscheinlich eine Zeitlang dessen Schuler) und 
der Werke Parmeggianinos ausgebildet. Tatig zu Venedig. 
170A Die Parabel vom ungerechten Haushalter. An 
einem Tische sitzend, wendet sich der Herr, die Linke auf 
dem offenen Rechnungsbuche, mahnend zu dem von links 
herantretenden Haushalter, der verlegen Miitze und Schliissel 
in den Handen halt. Durch die Tiire links sieht man den 
Haushalter im Gesprache mit zwei Schuldnern des Herrn. 

Gegenstiick zu Nr. 170B. 

Leinwand , h. 0,25, br. 0,79. — Erworben 1845 ^'on Direktor 
Schorn in Berlin. 

170B Die Parabel vom Weinberge des Herrn. Der Be- 
sitzer des Weinbergs spricht zu zwei Arbeitern, die von links 
an ihn herantreten, Neben ihm rechts sein Hund. Zuaufierst 



Schiavone. ^61 

links an eineni Tisch eine Gruppe von Arbeitern, denen 
der Herr des Weinbergs ihren Lohn auszahlt. Rechts der 
Weinberg, links landschaftliche Feme mit einer Stadt. 

Gegenstiick von Nr. 170 A. 

Leinwand, h. 0,25, br. 0,79. — Erworben 1845 von Direktor 
Schorn in Berlin. 

Berglandschaft. Zerkliiftete Landschaft mit schroffen 182A 
Abhangen und Felspartien, mit Baumgruppen bestanden. 
Pan und sein Gefolge, Satyrn und Nymphen, ergotzen sich in 
mannigfachen Gruppen bei Spiel und Gelage. In der Mitte 
sitzt Marsyas auf einem Felsen, die Rohrflote spielend. Hinter 
ihm in einer Hohle Konig Midas, dem Spiele lauschend. 

Gegenstuck zu Nr. 182 B. 

Leinwand, h. 1,05, br. 1,88. — - Erworben 1873 in Florcnz. 

Waldlandschaft. Dichte Baumgruppen auf bergigem 182B 
Gelande. Zur Linken ein fliefiendes Wasser. Links wird 
Diana zur Jagd geschmiickt. Rechts in der Mitte und im 
Grunde Nymphen jagend und erlegtes Wild herbeischaffend. 

GegenstUck von Nr. 182 A. 

Leinwand, h. 1,05, br. 1,88. — Erworben 1873 in Florcnz. 

Schiavone. Gregorio Schiavone. Schule von Padua. — Aus 
Dalmatien gebiirtig. Zeichnet sich deshalb Dalmaticus. Ge- 
burts- undTodesjahrunbekannt. Lerntezu Padua bei Francesco 
Squarcione, als dessen Schiiler er sich bezeichnet, tatig da- 
selbst um 1440 — 1470 (1441 in der dortigen Malerzunft). 

Thronende Maria mit dem Kind und zwei 1162 
En gel n. Maria, nach rechts blickend, sitzt auf dem Thron 
und halt das Kind, das von der Thronwange links auf ihren 
SchofJ heriibersteigt. Jederseits auf dem Thronsockel steht 
ein Engel mit einer Weintraube. Hintergrund Landschaft. 

Bez. auf einem Blatt untcn rechts: 



OPV5 • SCV^OVfi . pM> 
ICI • SQVARCIOMl' 



tA^/i 



^52 Schiavone. Schoevaerdts. Schongauer. 

Mittelstiick eines Triptychons. Die beiden FlClgel mit je zwei Heiligen 
befinden sich noch im Dome von Padua, in der Sakristei der Canonici 
(der ganze Altar frUher in S. Francesco; doch wird scbon 1776 das 
Mittelbild allein erwahnt, das sich 18 17 ini erzbischoflichen Palast in 
Padua befand). 

Pappelholz, oben abgerundet, h, 0,81, br.'o,57. — Sammlung Solly, 
1821. 

Schoevaerdts. Mathys (Mathieu) Schoevaerdts. Vla- 
mische Schule. — Landschaftsmaler und Radierer, geb. um 
1665 zu Briissel, 1690 daselbst als Meister in die Gilde auf- 
genommen und bis in das 18. Jahrhundert tatig. Schiiler 
des A. F. Boudewyns (seit 1682), tatig zu Briissel. 

647B Die Dorfkirchweih. In einer breiten Dorfstrafie fahrt 
nach vorn eine Karosse mit einem Sechsgespann, dahinter 
ein Reisewagen, von vier Pferden gezogen. Rechts in der 
Nahe einer umfriedeten Kirche Marktweiber mit ihrer Ware, 
Musiker, einkaufende und tanzende Bauern. Links etwas 
weiter zuriick ein Wirtshaus, davor Reiter und zechende 
Bauern an einem Tisch. Mehr in der Feme ein SchloB, 
davor eine Bude mit Marktwaren. Hinten im Ort eine hohe 
Kletterstange, von Bauern umgeben. In der Feme niedrige 
bewaldete Hiigel. 

Leinwand, h. 0,39, br. 0,53. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Schongauer. Martin Schongauer. Deutsche Schule 
(Kolmar). — Maler und Kupferstecher, geb. zu Kolmar um 
1445, f in Breisach den 2. Februar 1491. Tatig vornehm- 
lich in Kolmar. 

1629 Geburt Christi. Unter einem strohgedeckten Balken- 
vorbau, der sich an eine Ruine lehnt, kniet Maria anbetend 
vor dem auf einem roten Tuch am Boden ruhenden Kinde. 
Links hinter Maria steht Joseph mit gefalteten Handen, 
rechts knien anbetend zwei Hirten, iiber denen sich ein 
Monch (der Stifter?) vorneigt. Im Hintergrunde Landschaft 
mit einer an einem Flusse liegenden Stadt. 

Vgl. die Bildchen unter Nr. 1629A und 1629B, die vielleicht ur- 
sprtinglich als Flugelbilder zur Geburt Christi gehorten. 

Eichenholz, h. 0,375, br. 0,28. — Erworben 1902 aus dem Lon- 
doner Kunsthandel. — EigentumdesKaiserFriedrich-Museums- 
Vereins. 



Schongauer. 263 

Zwei Altarflugel. 1629A-1629B 

Linker Fliigel. Innenseite (2 Bilder ubereinander). 1629A 
Oben: Kreuztragung. Nach dem Kupferstiche Schon- 
gauers (Bartsch 16). Unten: Kreuzigung. Nach dem 
Kupferstiche Schongauers (Bartsch 17). — Aufienseite: 
Der hi. Jakobus d. A. Nach rechts schreitend, mit Stab, 
Pilgermuschel und Buch. Dunkelblauer Grund. 

Rechter Fliigel. Innenseite (2 Bilder iibereinander). 1629B 
Oben: Grablegung Christi. Nach dem Kupferstiche 
Schongauers (Bartsch 18). Unten: Auferstehung Christi. 
Nach dem Kupferstiche Schongauers (Bartsch 20). — Aufien- 
seite: Die hi. Magdalena. Vonvorngesehen, inrotemGewand, 
in der Rechten die Salbbiichse haltend. Dunkelblauer Grund. 

Die zwei Bildchen gehorten wohl ursprtinglich als Fliigel zu 
Nr, 1629, sind aber weit schwacher in der Ausfiihrung und nur in der 
VVerkstatt Schongauers entstanden. — Sammlung von Rumohr. 

Fichtenholz, jeder Fliigel h. 0,368, br. 0,115. — Erworben 1903 
aus Berliner Privatbesitz. — Eigentum des Kaiser Friedrich- 
Museums-Vereins. 

Schongauer. Schule des Martin Schongauer. Deutsche 
Schule (Kolmar). 

Fliigelaltar. Mittelbild: Christus am Kreuze mit 562 
Maria und Johannes. Unten knien (in kleinerem Mafi- 
stabe) links der Stifter mit acht jungen Sohnen, rechts 
seine Gattin mit zwei Tochtern. Gemusterter Goldgrund. 

— Linker Fliigel: Der hi. Hieronymus (?). Im Bischofs- 
ornat, in der Linken das Kruzifix an griinendem Holz, iiber 
ihm der Kardinalshut. Gemusterter Goldgrund. — Ruck- 
seite (jetzt abgesagt und daneben aufgestellt): Die hi. 
Apollonia. In der Linken die Zange. Grund Himmel. 

— Rechter Fliigel: Der hi. Bernhardin von Siena. 
In FVanziskanertracht, in der Rechten die Scheibe mit dem 
von Flammen umgebenen Monogramm Christi. Gemusterter 
Goldgrund. — Riickseite (jetzt abgesagt und daneben auf- 
gestellt): Derhl. Stephan. In Diakonentracht, einen Teufel 
zertretend. Grund Himmel. 

Flir die Kreuzigung sind Christus aus Schongauers kleiner Kreuzi- 
gung (Bartsch 17), Maria und Johannes aus der groflcn (B. 25) mit 
geringen Abweichungen kopiert. Die Apollonia ist freie Kopie nach 
B. 62, desgl. Stephan nach B. 56 (Laurentius). 



^54 Schongauer. Schwabische Schule. Scorel. 

Lindenholz, Mittelbild h. 1,36, br. 0,77; Flligel je h. 1,36, br. 0,31. 
— Sammlung Solly, 182 1. — Aufgestellt in dcr Abteilung der 
deutschen Bildwerke. 

Schwabische Schule um 1450. 
1232 Vermahlung der hi. Katharina. Maria, in der Rechten 
einen Apfel, halt auf dem linken Arm das Kind, das der 
rechts stehenden hi. Katharina den Ring an den Finger 
steckt. Goldgrund. 

Halbfig. Leimfarben. Lindenholz, h, 0,34, br. 0,52. — Sammlung 
Solly, 1821. — Aufgestellt in der Abteilung der deutschen 
Bildwerke. 

Scorel. Jan van Scorel. Urkundlich auch Schoorle gen. 
und so auf einem Bilde sich zeichnend. Niederlandische 
Schule. — Maler und Baumeister, geb. zu Schoorl (Scorel) 
bei Alkmaar den i. August 1495, f den 6. Dezember 1562, 
vermutlich zu Utrecht. Schiller des Willem Cornelisz. zu 
Haarlem (um 1509 — 151 2), dann des Jacob Cornelisz. zu 
Amsterdam und des Jan Mabuse zu Utrecht. Nach Reisen 
in Deutschland, durch Steiermark und Karnthen (1520) und 
einer Fahrt iiber Venedig nach Jerusalem, in Italien, be- 
sonders in Rom (um 1522/23) durch die italienische Kunst 
beeinflufit. Tatig vornehmlich in Utrecht (seit 1524), kurze 
Zeit in Haarlem (um 1527). 
644 Bildnis des Cornells Aerntsz. van der Dussen 
(1481 — 1551, Sekretar der Stadt Delft seit dem Jahre 1550). Von 
vorn gesehen und auf den Beschauer blickend. In schwarzem 
gemustertem Unterkleide, schwarzem pelzgefiittertem Mantel 
und schwarzer Kappe. Die Rechte sprechend erhoben, in 
der Linken einen Brief. Grund Landschaft und Meereskiiste. 

Auf dem Briefe die Aufschrift: Sy gegeuen aenden Eersame dis- 
creien . . . nelts aerntsz secretarius tot delft. — Gemalt bald nach 
1550. — Eine alte Kopie im Rijksmuseum zu Amsterdam. 

Halbfig. Eichenholz, h. 0,98, br. 0,74. — Sammlung Solly, 1821. 

644A Maria mit dem Kind. Unter einem Baume sitzt 
Maria, mit der Rechten das nur mit einem Schleier umhiillte 
Kind haltend, das ihren Hals mit den Armen umschlingt, 
in der Linken ein Biischel gelber Blumen hochhaltend. 
Rechts unten ist ein Stiick hiigeliger Landschaft sichtbar. 
Maria Halbfig. in ■ '2 Lebensgr. Eichenholz, h. 0,44, br. 0,37. — 
Erworben 1904 als Geschenk des Herrn Oscar Huldschinsky in Berlin. 



Scorel. Seghers. ^65 

Taufe Christi. Christuswirdvondemauf einerFelsplatte II 153 
knienden Johannes im Jordan getauft. Unter einem Baume 
links ein Engel mit dem Gewand. Im Mittelgrund mehrere 
nackte Figuren. Oben in der Herrlichkeit Gottvater den 
hi. Geist herabsendend. Hintergrund gebirgige Landschaft. 

Aus der spateren Zeit des Meisters. — Ehemals » Niederlandischer 
Meistcr des 16. Jahrhunderts « genannt. 

Eiohenholz, h. 0,80, br. 0,80. — Sammlung Solly, 182 1. 

Scorel? Bildnis einer jungen Frau. Halb nach links 1202 
gewendet und ebendahin blickend. In weifiem Kopftuch und 
pelzgefiitterter schwarzer Jacke iiber weifiem Unterkleide. 
Dunkler Grund. 

Gait als Portriit der Agathe von Schoenhoven wegen der Ahnlich- 
keit niit dem Portrat in der Galerie Doria zu Rom, das die Bezeich- 
nung »Agatha Sconhouiana 1529 per Scorelium pin.« tragt. Die Ahn- 
lichkeit ist aber nicht tiberzeugend. Unser Bild scheint eher ein Work 
Jan Gossarts zu sein. Unten ist ein betnichtlicher Streifen ab- 
geschnitten, wie ein Stich Gottfried Bartschs zeigt, der Ende des 
17. Jahrhunderts am Berliner Hofe tiitig war und das Bild unter dem 
Namen Bauburren gestochen hat. 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,35, br. 0,33. — Konigliche Schlosser. 

S. auch unter Nr. 683 A (Hollandischer Meister). 

Seghers. DanielSeghers (auch Segers und Zeghers). Vlami- 
sche Schule. — Stillebenmaler, geb. zu Antvverpen den 5.De- 
zember 1590, f daselbst den 2. November 1661. Schiiler seines 
Vaters Peeter und vornehmlich Jan Brueghels. Tatig zu Ant- 
werpen (seit 1 6 1 1 in der Gilde) ; daselbst nach seinem Ubertritte 
zuni Katholizismus Mitglied des Jesuitenordens (seit 1614). 

S t i 1 1 e b e n. Ein reiches Blumengewinde ist, zu drei Gruppen 976 
geordnet, um den breiten Barockrahmen eines Steinreliefs ge- 
Icgt, das zwei nackte spielende Kinder darstellt. Schmetter- 
linge unifliegen die Blumen und sitzen darauf. Dunkler Grund. 

Bez. nach Angabc des alten Katalogs: D. S. — Das Relief ist ge- 
malt von der Hand des Erasmus Q u e 1 1 i n u s (gcb. den 19. No- 
vember 1607 zu Antwerpen, f daselbst den 7. November 1678; Schiller 
seines Vaters, des Bildhauers Erasmus, sowie des Jan Verhaegcn zu 
Antwerpen; tiitig zu Antwerpen). 

Eichenholz, h. 1,01, br. 0,71. — Erworben 1832 in Berlin aus 
dem Besitze des Geh. Ober-Finanzrates Rosensticl. 

Stilleben. Kin reiches Blumengewinde umgibt in vicr 978 
Gruppen den breiten Barockrahmen eines Steinreliefs, das 









366 Segbers. 

Maria mit dem Kind und dem Johannes- 
knaben darstellt. Schmetterlinge sitzen auf 
den Blumen und Blattern. Dunkler Grund. 

Bez. links unten wie nebenstehend. — Das 
Relief ist gemalt von der Hand des Erasmus 
Quellinus (s. die Bemerkung zu Nr. 976), dessen ^^^ 

Bezeichnung (E. Quellinus) sich nach Angabe des ^"^ 

alten Katalogs auf dem Bilde befunden haben soil. ^^ 

— Vermutlich dasselbe Bild, das der Grofle Kur- 
fUrst von einer Antwerpener Kirche gegen eine 
Reliquie eintauschte (s. Jahrb. der k. pr, Ksts. XI, 
S. 122.) 

Leinwand, h. 1,29, br.0,95. — Konigl.Schlosser. 

Vergl. auch Nr. 917 (Rubens). 

Seghers. Hercules Seghers oderSegers,^ 
Zeichnet sich selbst zumeist Segers. Hol- 
landische Schule. — Landschaftsmaler unc 
Radierer, geb. 1589, f zu Amsterdam um 
1645. 1607 in Amsterdam Schuler desGillis V^ 

van Coninxloo. Tatig um 1633 voriiber- ^^ 

gehendimHaagjSpaterwieder in Amsterdam. C/' 

806B Hollandische Flachlandschaf t 
mit dem Stadtchen Rhenen. Uber 
hiigeliges Gelande fiihrt ein breiter Weg 
zu dem an einem Flusse gelegenen Stadt- 
chen mit hohem Kirchturm. In der flachen ^^ V. 

weit ausgedehnten Feme links ein zweiter ^^ 

Kirchturm. 

Friiher in der Galerie zu Karlsruhe, wo es sich ^^ 

noch 1833 befand. — Sammlung v, Landauer, ^^^ jO 

Stuttgart i860. 

Eichenholz, h. 0,26, br. 0,35. — Sammlung 
Suermondt, 1874. 

808A Hollandische Fl achl andschaf t 
mit dem Stadtchen Rhenen. Uber 
leichte Hiigelwellen vorn fiihrt ein Weg 
zu der kleinen Stadt hinab, die sich im 
Mittelgrund an einem Flufi entlang zieht. 
Am anderen Ufer des Flusses weite Ebene 
mit einzelnen Kirchturmen in der Feme. 
Vorn zwei Hirten mit ihrer Schafherde. 



Co 






Bez. links unten : 



Seghers. Sellaio. Siena. ^6? 



Eines der wenigen bezeichneten Gemalde dieses seltenen Meisters. — 
Auf einer V'ersteigerung in London als »van Goijen* verkauft. 
Eichenholz, h. 0,42, br. 0,66. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Sellaio. Jacopo del Sellaio. Nach seinem Vater Jacopo 
di Arcangelo. Florentinische Schule. — Geb. 1442 zu 
Florenz, f daselbst im November 1493. Gebildet unter dem 
Einflusse der Florentiner Hauptmeister, na'mentlich Sandro 
Botticellis und Domenico Ghirlandaios. Tatig zu Florenz. 

Julius Caesar vor seiner Ermordung. Caesar steht 1132 
rechts, den warnenden Brief in der Rechten, von dem von 
rechts herantretenden Decimus Brutus beredet, in den Senat 
zu kommen. Hinter Caesar nach links eine Gruppe von 
drei Mannern in Unterredung. In der Mitte ein geriisteter 
Jiingling von hinten gesehen, der an sein Schwert greift. 
Neben ihm Portia, die dem vor ihr stehenden Marcus 
Brutus ihre Wunde zeigt. Zuaufierst links ein Alter, im 
Abgehen mit einer Frau sprechend. Die Figuren stehen 
unter einer Bogenhalle, durch die man auf Wiesen mit der 
Trajanssaule, einen Flufi und die Stadtmauer Roms mit der 
Cestiuspyramide blickt. Jenseits der Mauer felsige Landschaft. 

S. die Bemerkung zu Nr. 1133. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,46, br. 0,72. — Sammlung Solly, 1821. 

Julius Caesars Ermordung. Caesar wird von beiden 1133 
Seiten von zwei Verschworenen bedroht, die mit Dolchen 
auf ihn eindringen. Links zwei die Flucht ergreifende 
Manner. Auf einer langs der Hinterwand laufenden Bank 
sitzen die Senatoren, ihre Bestiirzung aulJernd. Durch die 
Offnungen der Halle — Kurie des Pompejus — Blick in 
landschaftliche Feme. 

Die beiden Gegenstticke (Nr. 1132 und 1133) dienten mit anderen 
Tafeln als Fullungen zum Schmucke von Mobeln, Truhen oder dergl. 
Eine dritte zugehorige Tafel ehemals im Florentiner Kunsthandel. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,46, br. 0,72. — Sammlung Solly, 182 1. 

Siena. Schule von Siena um 1350—1380. 
Darstellung aus der Legende der hi. Margaretha. 1069 
Die Heilige spricht zu dem lorbeerbekranzten Feldherrn 



•j68 Siena. Signorelli. 

Olybrius, der hoch zu Rofi mit Gefolge vor ihr halt; rechts 
zwei klagende Gefahrtinnen. Felsige Landschaft mit einem 
Bach und einer Brucke. Goldgrund. 

Die Heilige, die in Pisidien die Herden ihres Vaters Theodosius, 
eines heidnischen Priesters in Antiochien, hiltet, wird auf Befehl des 
Olybrius (Feldherm des rSmischen Kaisers Aurelian), der sie zum 
Weibe begehrt, hinweggeftihrt. Nach einer anderen Erzahlung der Le- 
gende htitete Margaretha die Schafe ihrer Amme, bei der sie auf deni 
Land im christlichen Glauben aufgewachsen war, — Das Bild steht 
der Art des Sano di Pietro nahe. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,22, br. 0,40. — Sammlung Solly, 1821. 

Siena. Schule von Siena um 1360. 

1142 In zwei Abteilungen. Oben: Verkiindigung. Maria, 
zur Rechten sitzend, empfangt von dem knienden Engel 
die Botschaft. Zwischen beiden in kleinerem Mafistabe der 
Stifter. Oben schwebt von Cherubim getragen das Christ- 
kind herab. — Unten: Sechs Heilige: Hieronymus, Franzis- 
kus, Augustinus, ^gnes, Clara, Katharina. Goldgrund. 

Frliher »Art des Lippo Memmi« genannt, doch eher im Charakter 
der sienesischen KUnstler der 2. Halfte des 14. Jahrhunderts. Nach 
Crowe und Cavalcaselle in der Art des Bama. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,52, br. 0,37. — Erworben 1828/29 durch 
Rumohr. 

Siena. Schule von Siena um 1450 — 1480. 

1122 Himmelfahrt der Maria. Maria mit gefalteten Handen 
auf Wolken thronend, wird von Cherubim aufwarts getragen. 
Zu ihren Seiten in symmetrischen Reihen iibereinander eine 
grofie Anzahl anbetender, singender und musizierender Engel. 
Oben im Kreise von Cherubim und umgeben von Erzvatern, 
Propheten und Engeln Christus, Maria mit ausgebreiteten 
Armen empfangend. Auf der Erde die um das Grab der 
Maria versammelten Apostel, unter ihnen Thomas, der vom 
Himmel den Gurtel der Maria empfangt. Hintergrund 
Landschaft, dariiber Goldgrund. 

Das Bild tragt in seinem oberen Teile deutlich die charakteristischen 
ZQge des Sassetta, der wohl das Bild bei seinem Tod unvollendet 
zurUcklieB. In der unteren Halfte verrat sich eine andere (spatere) Hand, 

Tempera. Pappelholz, h. 3,32, br. 2,24. — Erworben vor 1830. 

Signorelli. Luca Signorelli, gen. Luca da Cortona. 

Nach dem Vater Luca d'Egidio di Ventura. Zeichnet sich 



Signorelli. 369 

zumeist Lucas Cortonensis, bisweilen Lucas Coritius, in 
spateren Jahren auch Lucas Signorellus. Umbrisch-toskani- 
sche Schule. — Geb. zu Cortona vermutlich 1441, f daselbst 
zwischen dem 16. Oktober und 8. Dezember 1523. Zuerst 
Schiller des Piero della Francesca zu Arezzo, unter dem Ein- 
flusse der florentinischen Meister weiter ausgebildet. Tatig 
vornehmlich in Cortona, Perugia und Loreto (1476 — 1479), 
langere Zeit in Rom (besonders um 1482 — 1484), in Monte 
Oliveto (1497 — 98?), Siena (1506 und 1509) und in Orvieto 
(zwischen 1499 und 1504); kiirzere Zeit in Arezzo, Citta die 
Castello (1474), Spoleto (1485), Florenz und Volterra (1491). 

Zwei Fliigelbilder eines Altars mit je drei Heili- 79 
gen. Linker Fliigel: Die hi. Katharina von Siena mit 
Buch und Lilienzweig in den Handen, neben ihr rechts die 
hi. Magdalena, das Salbgefafi haltend, beide stehend. Vor 
ihnen kniet der hi. Hieronymus, sich mit einem Steine 
kasteiend. Alle drei nach rechts gewendet. Grund Land- 
schaft mit zwei Figuren. — Rechter Fliigel: Zur Linken 
Augustinus, stehend, in voUem Bischofsornat, die Casula mit 
farbigen Stickereien aus der Geschichte Christi geschmiickt. 
Vor ihm kniet der hi. Antonius von Padua, rechts daneben 
steht Katharina von Alexandrien, Buch unci Palme haltend. 
Alle drei nach links gewendet. Grund Landschaft. — Die 
Figuren beider Fliigel unter offenen Bogenstellungen, von 
denen nur die Ansatze der Gewolbekappen sichtbar sind. 

Aus der mittleren Zeit des Meisters (um 1498) und bei Vasari 
beschrieben. — Die beiden Gemalde bildeten die Seitenflugel zu einem 
MittelstUck, auf dem der hi. Christophorus mit dem Christkind auf der 
Schulter im Relief dargestellt war (von Giacomo della Quercia?); das 
ganze Altarwerk war fflr die Kapelle S. Cristoforo in S. Agostino zu 
Siena bestimmt. Die Staffel enthielt die Darsteliungen der Hochzeit zu 
Kana, des toten Christus auf dem Schofie der Maria und des Martyriums 
der hi. Katharina und scheint wie das Relief des Christophorus beim 
Brande der Kirche im Jahre 1655 zugrunde gegangcn zu sein. 

Pappelholz, jeder FlUgel h. 1,44, br. 0,74. — Sammlung Solly, 1821. 

Pan als Gott des Naturlebens und als Meister 79A 
der Musik mit seinen Begleitern. Auf einem Fels.stiicke 
sitzt der jugendliche Pan, bocksfiiOig, mit langem lockigem 
Haar, auf dem von einem hellen Schein umgebenen Haupte 
die Mondsichel, iiber den Schultern das mit Sternen besetzte 
Luchsfell. In der Linken halt er die Rohrflote, in der 

Vcrx. d. Gemalde. 24 



370 



Signorelli. 



Rechten einen Stab. Rechts steht ein nackter junger Hirt 
(Olympos?), auf der Flote spielend, links ein alter Hirt, 
der, auf einen Stab gestiitzt, aufmerksam zuhort und mit 
der Rechten den Takt angibt. Vorn am Boden hingestreckt 
ein junger nackter Satyr, ein Laubgewinde um die Hiiften, 
mit der Linken die Flote, auf der er spielt, emporhaltend. 
Links vorn steht eine nackte Nymphe (Echo oder Syrinx?), 
mit der Linken eine lange Rohrfiote zum Munde fuhrend. 
Rechts ein zweiter alterer Hirt, aufmerksam dem Spiele 
lauschend. Im Mittelgrunde der Landschaft zwei Nymphen, 
die eine sitzend und eingeschlafen, die andere stehend, 
in der Feme zwei Reiter bei einem Triumphbogen. 

Bez. auf einem Tafelchen, das an dem Stabe der im Vordergrunde 
stehenden Nymphe hangt: 



'IVCA'CO 




Vielleicht das fiir Lorenzo de' Medici ausgefiihrte Gemiilde, dessen Vasari 
gedenkt (»dipinse a Lorenzo de' Medici, in una tela, alcuni Dei 
ignudi, che gli furono molto commendati«, Vasari, Sans. Ill p. 689); 
1865 an einer Decke im Palo Corsi bei S. Gaetano in Florenz wieder 
aufgefunden. — Signorelli hat den Gegenstand spater nochmals behandelt, 
im Palaste des Pandolfo Petrucci zu Siena (Fresko, nicht mehr erhalten). 
Leinwand, h. 1,94, br. 2,57. — Erworben 1873 vom Marchese Stufa 
in Florenz. 

79B Maria von Elisabeth begriifit. Rechts steht Elisa- 
beth, die zutraulich vorgeneigt die Rechte der Maria mit 
beiden Handen ergreift. Links sitzt Joseph, das Christkind 



Signorelli. Simone. 



371 



auf dem Knie haltend, wahrend Zacharias mit beiden 
Handen den kleinen Johannes emporhebt, der iiber dem 
Haupte des Jesusknaben ein silbemes Becken leert (An- 
spielung auf die Taufe). Dunkler Grund. 

Bez. auf einem Papierstreifen, der am Boden liegt: 




Wohl aus der spaten Zeit des Meisters. — Alte Kopie mit Verande- 
rungen 1876 im Kunsthandel zu Rom, jetzt bei Girolamo Mancini in 
Cortona. 

Pappelholz, rund, Durchmesser 0,70. — Erworben 1875 in Rom 
vom Marchesc Patrizi. 

Bildnis eines alteren Mannes. Dreiviertel nach 79C 
links gewendet und nach links blickend. Mit roter Miitze 
und in rotem Gewande, dem »lucco«, um die Schultern 
die schwarze Stola des Patriziers, die rechts herabhangt. 
Hintergrund Landschaft mit Figuren und Architektur; rechts 
zwei nackte Hirten, der eine liegend, der andere stehend zu 
ihm geneigt, dahinter die Ruine eines antiken Triumph- 
bogens; links zwei lebhaft heranschreitende bekleidete 
Frauen, dahinter ein Rundbau. 

Gait mit Unrecht ehemals als Selbstportrat des Meisters. Aus des 
Meisters reifster Zeit, um 1 500. — Casa Torrigiani zu Florenz. 

Brustbild. Pappelholz, h. 0,50, br. 0,32. — Erworben 1894 aus 
dem Florentiner Kunsthandel. 

Simone. Simone Martini. Schule von Siena. — Nach 
Vasari geb. 1284, f 1344. Tatig in Siena und Umgebung 
(132 1 — 33), Pisa, P'lorenz, Orvieto und Avignon (von 1339 ''*^^)- 

Grablegung Christi. In das von klagenden Frauen 1070A 
umgebene Grab wird der Leib Christi gebettet. Maria kiiOt 
ihm das Haupt, eine andere hi. Frau die Hand, Nikodemus, 
dem Joseph von Arimathia eine Urne mit Spezereien bringt, 
salbt die Fiifie Christi. In der Mitte strebt wehklagend 
Magdalena mit ausgebreiteten Armen auf den Heiland zu. 
Rechts steht abseits Johannes und verhiillt weinend sein 

24* 



■172 Siinone. Slingeland. Snayers. 

Haupt. Im Hintergrund heben sich Palmen unci Orangen- 
baume vom Abendhimmel ab. 

Bildete ursprlinglich den rechten Fliigel eines Klappaltarchens, dessen 
librige StUcke sich im Museum zu Antwerpen und im Louvre erhalten 
haben. Zweifellos gehorten die vier Antwerpener Biider (Doj)peltafel 
der Verklindigung ftir die Aufienseite, Kreuzigung und Kreuzabnahme) 
mit der Kreuztragung des Louvre und der Berliner Grablegung in der 
Weise zusammen, da6 das geoffnete Altarchen auf dem linken Innen- 
fliigel die Kreuztragung, auf dem rechten die Grablegung, in der Mitte 
das Doppelbild der Kreuzigung und Kreuzabnahme zeigte. Wahr- 
scheinlich ist der Altar in Avignon, in Simones letzter Zeit (1339 bis 
1344)1 entstanden. Vgl. Schubring, Jahrb, der k. pr. Ksts. XXIII, 
S. 141 ff. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,22, br. 0,15. — Erworben 1901 von 
Emil Pacully in Paris. — Eigentum des Kaiser Friedrich- 
Museums-Vereins. 

Simone. Schule des Simone Martini. Schule von Siena. 
1071A Maria mit dem Kind und Heiligen. Die thronende 
Maria halt auf ihrem Schofie das von einem roten Mantel 
umhiillte stehende Kind. Vorn zur Linken der hi. Franzis- 
kuSj rechts der hi. Bruno, weiter zuriick links Jakobus 
d. A., rechts der hi. Laurentius. Im Giebelfejde der in 
spitzem Dreieck uberhohten Tafel in drei Runden : Christus 
im Grabe stehend, die trauernde Maria, Johannes. Gold- 
grund. 

Tempera. Pappelholz, in der ursprlinglichen Einrahmung mit dem 
Giebelfeld h. 0,56; das Hauptbild, oben rund, h. 0,36, br. 0,25. -^ Er- 
worben 1863 (?). 

Slingeland. Pieter Cornelisz. van Slingeland oder 
Slingelant. Hollandische Schule. — Geb. zu Leiden den 
20. Oktober 1640, f daselbst den 7. November 1691. Schuler 
Gerard Dous. Tatig zu Leiden. 

854B Bildnis eines jungen Mannes. Mit langem schwarzem 
Haar, etwas nach rechts gewendet und den Beschauer an- 
blickend. In schwarzer Tracht und flach anliegendem 
Spitzenkragen; die Linke auf die Brust gelegt. Im Grunde 
rechts eine Saule. 

Kupfer, oval, h. 0,10, br. 0,08. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Snayers. Peeter Snayers. Vlamische Schule. — Schlachten- 
und Landschaftsmaler, getauft zu Antwerpen den 24. Novem- 



Snayers. Snyders. ^yy 

ber 1592, f zu Brussel um 1667. Schiiler des Sebastiaen 
Vrancx. Tatig zu Antwerpen und vomehmlich zu Brussel 
(dorthin durch Erzherzog Albert als Hofmaler berufen; 1628 
in die Gilde aufgenommen). 

Waldweg mit Wanderern. Auf einem Hohlwege, der 751 
zwischen bewaldeten Hohen und im Mittelgrund durch einen 
Bach hindurchfiihrt, inehrere Fufiganger. In der Feme eine 
Ortschaft. 

Bez. rechts unten: 

C. 1. Pictor=Cardinalis Infantis Pictor als Hofmaler des Kardinal- 
infanten Ferdinand, Bruder Philipps IV. von Spanien, f 1641 als Statt- 
halter der Niederlande. 

Leinwand, 0,75, br. 1,20. — Sammlung Solly, 182 1. 

Snyders. Frans Snyders. Vlamische Schule. — Maler 
von Tierstiicken und Stilleben, getauft zu Antwerpen den 
II. November 1579, f daselbst den 19. August 1657. 
Schiiler des jiingeren Pieter Brueghel (seit 1593) und 
Hendriks van Balen. Tatig in Antwerpen seit dem Jahre 
1602, in dem er in die Lukasgilde aufgenommen wurde, 
und nach einer Studienreise in Italien (1608/09) dauernd 
daselbst. 

Studie von vier Hundekopfen. Unten die Kopfe 774A 
eines weifien und eines weifigefleckten Windhundes, daruber 
links eine braune gefleckte Bracke; daneben ganz verkiirzt 
der Kopf eines grauen Schaferhundes. Brauner Grund. 

Samnilungen Lyversberg zu Koln, Fay zu Aachen. 

Eichenholz, h. 0,52, br. 0,77. — Sammlung Suermondt, 1874, 

Stilleben. Auf einer Tischplatte steht eine mit Trauben, 774B 
Pfirsichen und Bimen gefiillte Schale von japanischem 
Porzellan. Daneben auf der roten Decke Muscheln. Hell- 
grauer Grund. 

Sammlung Rothan zu Paris. 

Eichenholz, h. 0,51, br. 0,70. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Stilleben. Auf einer Tischplatte liegt vorn in der 774C 
Mitte ein gerupftes Huhn, in dessen Kopf eine von links 
heranschleichende Katze beifit. Dahinter ein Auerhahn und 



374 



Snvders. Sodoma. 



ein Hummer auf blauer Schiissel. Rechts vorn eine Schale 
mit Erdbeeren, eine Weinranke mit grofien Trauben, eine 
goldene mit Trauben gefiillte Obstschale und ein Krug mit 
Glasern. Links hinten ein ganz mit Weinlaub uberzogenes 
Fenster mit Eisengitter. 

Bez. rechts unten an der Tischplatte: 

Leinwand, h. 0,87, br. 1,18. — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiem. 

878 Der Hahnenkampf. Zwei Hahne mit hellbuntem 
Gefieder kampfen erbittert miteinander. Zur Rechten zwei 
Hennen. Im Hintergrunde der flachen Landschaft ein Bauern- 
gehoft zwischen niedrigem Buschwerk. 
Bez. rechts unten: 

Eichenholz, h. 0,71, br. 1,20. — Erworben 1845. 
Vgl. auch Nr. 774, 779, 917 (Rubens) und Nr. 775, 777 
(Janssens). 

Sodoma. Giovanni Antonio Bazzi oder de' Bazzi, gen. 
Sodoma. Sienesische Schule. — Geb. zu Vercelli (in Sa- 
voyen) spatestens 1477, f zu Siena den 14. Februar 1549. 
Schiiler des Martino Spanzotti zu Vercelli (1490 — 97), seit 
1498 in Mailand, durch das Studium des Lionardo da Vinci 
weiter ausgebildet. Tatig namentlich in Siena (seit 1501), 
in Rom (1508); 1518 — 1525 wieder in Oberitalien: Mantua 
(seit 1 5 18), Florenz (1529), Volterra (1540), Pisa (1541). 

109 Caritas. Eine jugendliche Frau mit nacktem Oberkorper 
halt ein Knablein auf dem linken Arm, das mit beiden 
Handen ihre Brust erfalit hat, wahrend zwei andere Kinder 
lebhaft an ihr emporverlangen. Der Pelikan auf dem Baum- 



Sodoma. Soest. ^7^ 

chen links als Sinnbild der Mutterliebe. Hintergrund Land- 
schaft. 

Aus der friiheren Zeit des Meisters, um 1503 — 1505, wie aus der 
nahen Verwandtschaft mit den Fresken in S. Anna in Creta (bei 
Pienza) hervorgeht. 

Pappelholz, 0,87, br. 0,49. — Erworben 1841/42 in Italien. 

Soest. Schule von Soest um 1470. Westfalische Schule. 

Flugelaltar. 1222,1233,1234 

Mittelbild. Kreuzigung mit anderen Vorgangen 1222 
aus der Leidensgeschichte Christi. In der Mitte 
Christus am Kreuze zwischen den beiden Schachern. Die 
kniende Magdalena ist am Kreuzesstamme niedergesunken. 
In der Reitergruppe links Longinus, den Lanzenstich fuhrend, 
in der Gruppe rechts der bekehrte Hauptmann. Vorn rechts 
eine Gruppe von Juden, deren einer eine Bandrolle be- 
schreibt. Ganz vorn die Kriegsknechte, die beim Wiirfel- 
spiel um den Mantel Christi in Streit geraten sind. Links 
vorn Maria, von Johannes und mehreren Frauen umgeben. 
Ganz links Christus, das Kreuz tragend, mit dem Gefolge 
aus dem Stadttore kommend. Weiter hinten oben die Ge- 
fangennehmung Christi. Ganz rechts vorn Christus, die 
Patriarchen aus der Vorholle erlosend; weiter hinten Christus 
von den Angehorigen beweint und zu Grabe bestattet. 
Hintergrund Landschaft mit Goldgrund als Himmel. 

Linker F^liigel. Innenseite. Vier Darstellungen 1233 
aus dem Leben Christi. Oben Verkiindigung und Ge- 
burt Christi, unten Anbetung der Konige und Darstellung 
im Tempel. Goldgrund. — Aufienseite: Bekehrung und 
Enthauptung Pauli. 

Rechter Fliigel. Innenseite. Vier Darstellungen 1234 
aus dem Leben Christi. Oben Auferstehung und Himmel- 
fahrt, unten Ausgiefiung des hi. Geistes und jiingstes Ge- 
richt. Goldgrund. — Aufienseite: Kreuzigung Petri. 

Von deniselben Meister befindet sich ein Altar gleichen Gegen- 
standes in Schttppingen, nordwestlich von MUnster; cin anderer Altar 
von ihm ist vor einiger Zeit in den Kolner Dom gekommen. Der 
Stil dieses Malers steht zwischen der Weise des Licsborner Meisters und 
einer Reihe derb realistischer VVerke der folgenden Zeit (i. B. dem Altar 
mit den heil. Familien in der VViesenkirche zu Soest). L'nser Altar- 
werk stammt nach VVaagens Bericht aus einer Kirche in Soest. 



276 Solario, Sorgh. Spanischer Meister. 

Leinwand auf Eichenholz, Mittelbild h. 1,91, br. 3,42; die Utigel 
h. 1,91, br. 1,59 (ohne den Originalrahmen). — Erworben vor 1830. 
— Aufgestellt in der Abteilung der deutschen Hildwerke. 

Solari.O. Andrea Solario. Familienname nach dem 
Flecken Solaro bei Saronno im Gebiete von Mailand. Mai- 
landische Schule. — Geb. wahrscheinlich zu Mailand um 
1465, t nach 151 5 ebenda. In seiner fruheren Zeit von 
Antonello da Messina, spater wesentlich von Lionardo be- 
einflulit. Tatig in Mailand, Venedig (um 1490 — 1493 und 
vielleicht auch 1495) und Frankreich (1507 — 1509). 
225 Bildnis eines Mannes (angeblich aus dem Herr- 
schergeschlechte derBentivoglio zu Bologna). Bart- 
los, mit langem braunem Haar, etwas nach links gewendet 
unci auf den Beschauer blickend. In rotem pelzgefiittertem 
Gewand und schwarzer Miitze. Schwarzer Grund. 

Ehemals veimutungsweise dem Boltraffio zugeschrieben. — Worauf 
sich die Angabe des Waagenschen Katalogs stiitzt, dafi der Dargestellte 
ein Bentivoglio sei, ist unbekannt. 1st die Angabe richtig, so stellt 
das Bild Antonio Bentivoglio dar, Sobn des Sante B. und Gunstling 
des letzten Herrschers aus dem Hause der Bentivoglio zu Bologna, 
Giovannis II. (1443 — 1509), den er auf seinen Feldzugen begleitete. 

Brustbild etwas unter Lebensgr. Pappelholz (ringsum angestiickt). 
h. 0,28, br. 0,21. — Erworben 1841/42 in Italien. 

Sorgh. Hendrlck Maertensz. Sorgh (Sorch) gen. Rokes 
(von Rochus). Hollandische Schule. — Geb. angeblich zu 
Rotterdam um 161 1, begraben daselbst den 28. Juni 1670. 
Schiiler des Willem Buytewech; bildete sich nach den 
Werken Adriaen Brouwers. Tatig zu Rotterdam und kurze 
Zeit zu Antwerpen (1630 — 1632). 
967A Bauernschlagerei. In einer Kneipe sind zwei Bauern 
beim Kartenspiel handgemein geworden, wobei der eine 
den anderen, der den Sabel zieht, bei den Haaren halt und 
ihm mit seinem Zinnkrug iiber den Kopf schlagt. Eine 
Alte zur Rechten und zwei Bauern zur Linken suchen die 
Streitenden zu trennen, wahrend von dem Kamin im Hinter- 
grund und durch eine geoffnete Tiir Bauern und Bauerinnen 
herbeieilen. 

Eichenholz, h. 0,46, br. 0,37. — Erworben 1863. 

Spanischer Meister um 1630. 
417 Glaube, Liebe, Hoffnung. Drei Frauengestalten, 
deren mittlere, die Hoffnung, auf ihrem Haupt einen Vogel 



? 



Spahiscber Meister, Squarcione. Steen. yjn 

tragt. Links die Liebe, in der Rechten 
ein Szepter, in der Linken ein Korb- 
chen mit zwei Tauben, rechts der 
Glaube, das Kreuz auf der Schulter 
tragend und zu einem von oben 
herabfallenden Lichtstrahl empor- 
blickend. Dunkler Grund. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,09, br. 1,44. 
— Sammlung Solly, 182 1. 

Squarcione. Francesco Squar- 
cione. Schule von Padua. — Geb. 
zu Padua 1394, daselbst urkundlich 
zuerst 1422 erwahnt und f 1474 (Ge- 
burts- und Todesjahr nach Scar- 
deone). Nach Reisen in Italien und 
Griechenland tatig zu Padua. 

Maria mitdem Kind e. Maria, 27 A 
im Profil nach links gewendet, driickt 
das auf einer steinernen Briistung 
stehende Kind, das sich in ihre Arme 
gefliichtet hat, an die Brust. Hinter 
Maria ein roter Vorhang mit Frucht- 
^\^\ girlanden, von zwei Kandelabern 

^^ ' flankiert. Hintergrund Landschaft. 

• Bez. auf der Briistung wie nebenstehend. 

« ^^\ — Das Bild ist, neben einer mehrteiligen 

^^^ ^ Altartafel in der stadtisclien Galerie zu Padua 

(urkundlich zwischcn 1449 und 1452 aus- 

>gefUhrt), das einzige crhaltene bezeichnete 
Gemalde des als FUhrer der Schule von 
Padua berUhmten Mcisters. Es stammt, 
gleich jencm Altarwerk, aus dem Hause 
^ ^ Lazzara zu Padua, fUr das beide Bildcr 

»^^^^ ursprUnglich gemalt waren. — Die Erfindung 

OverrSt den starken EinnuO der Madonnen- 
rclicfs Donatellos. 
Maria Halbfig. Tempera. Pappelholz, 
h.0,80, br. 0,66. — Erworben 1882 in Padua. 
Steen. Jan Steen. Hollandische Schule. — Geb. zu 
Leiden urn 1626, begraben ebenda den 3. P'ebruar 1679. 
1646 Student an der Universitat Leiden. Schiiler Nikolaus 




378 



Steen. 



Kniipfers zu Utrecht, angeblich auch des Adriaen van Ostade 
zu Haarlem, endlich des Jan van Goijen im Haag, dessen 
Tochter er am 3. Oktober 1649 heiratete; unter dem Ein- 
flusse des Frans Hals weiter ausgebildet. Tatig zu Leiden 
(1648 in die Lukasgilde aufgenommen), im Haag (urkund- 
lich von 1649 — 1654 nachweisbar), in Haarlem (1661 — 1669). 
795 Der Wirtshausgarten. Unter einer Laube sitzt vorn 
an einem Gartentische der Maler Jan Steen, mit hoch- 
gezogenem rechten Bein, vergniigt lachend einen Hering 
abhautend. Ihm gegeniiber eine Frau, die einen Knaben 
aus einem Becher trinken lafit. Ein Knabe ruft Krabben 
aus. Andere Gaste an den Tischen sitzend oder promenierend. 
Bez. an dem Qiierholze des Gartentisches : 




Leinwand, h. 0,68, br. 0,58. — Konigliche Schlosser. 

795B Der Streit beim Spiel. Unter einer Wirtshauslaube 
ist ein vornehm gekleideter Mann beim Spiele mit einem 
Bauern in Streit geraten. Eine Frau, ein Madchen und ein 
Alter suchen den Herrn, der sein Schwert zieht, zu be- 
ruhigen. Aus dem Hintergrund eilen Bauern herbei. Ein 
Pilger sucht sich aus dem Staube zu machen. 



Bez. links an einem Steine: 



Sammlung I. L. Nieuwenhuys, Briissel 1855. 

Leinwand, h. 0,90, br. 1,19. — Sammlung Suermondt, 1874. 

795C Lockere Gesellschaft. Ein alter Lebemann, in der 
Rechten das Glas, macht sich in zudringlicher Weise an 
eine rechts vor ihm sitzende junge Dime, die ihn mit beiden 




Steen. Steenwijck. 370 

Armen zuriickstofit, wahrend eine schmunzelnde Alte links 
die Borse aus seiner Tasche zieht. Eine Magd, die aus der 
Kanne in ihrer Linken sein Glas gefiillt hat, zieht mit der 
Rechten den Hut von seinem kahlen Haupte. Rechts ein 
lustiger Fiedler (mit den Ziigen Jan Steens). An der grauen 
Wand hangt eine Gitarre. 

Samralung SchSnborn, Wien 1866. 

Eichenholz, h. 0,26, br. 0,21. — Sanimlung Suemiondt, 1874. 

Die Kindstaufe. In einem geraumigen Gastzimmer 795D 
ist links vorn die Familie bei der Wiege des Tauflings ver- 
sammelt. Rechts gibt ein Knabe einem Kind aus einer 
Kanne zu trinken. In dem niederen hinteren Telle des 
Zimmers tafelt eine Gesellschaft an einem gedeckten Tisch. 
Eine Magd tragt eine Pastete auf. An der Oberwand drei 
grofie Olgemalde, von denen zwei die Hand des F. Hals 
verraten. Vor der Wiege am Boden ein Zettel mit der In- 
schrift : 

So de Oude songen 
So pypen de jongen. 

Bez. links unten: 




Leinwand, h. 0,83, br. 0,99. — Erworben 1901 aus der Sammlung 
des Lord Francis Pelham Clinton Hope in London. 

Steenwijck. Pieter Steenwijck. Hollandische Schule. 
— Geb. zu Leiden. Geburts- und Todesjahr unbekannt. 
Schiller David Baillys in Leiden. Am 10. November 1642 
zu Delft in die Lukasgilde eingeschrieben. War 1654 schon 
nach dem Haag verzogen. 

Steenwijck? Stilleben. Auf einer Tischplatte steht 739 A 
ein Kastchen, an das ein offenes Notenbuch gelehnt ist. 
Links ein Dudel.sack und eine Flote, rechts auf Biichern 
eine Geige und ein Leuchter mit verglimmender Kerze. 
Hintergrund hellgraue Wand. 



ago Steenwijck. Stoop. Strigel. 

Das Bild zeigt grofie Ahnlichkeit mit einem in der Galerie des 
Prado zu Madrid befindlichen Stilleben, das P. Steenwijck bezeichnet ist. 
Eichenholz, h. 0,42, br. 0,59. — Erworben 1891 als Geschenk. 

Stoop. Dirck Stoop. Von seinem Lissaboner Aufent- 
halt auch Roderigo Stoop gen. Hollandische Schule. — 
Maler und Radierer, geb. zu Utrecht 1610, f daselbst 1686. 
Wahrscheinlich Sohn und Schiiler des Utrechter Glasmalers 
Willem Jansz. van der Stoop und 1638 in die Gilde zu 
Utrecht aufgenommen. Bildete sich nach Esajas van de Velde 
und Jan Martsen de Jonge. Tatig zu Utrecht und langere 
Zeit im Auslande, besonders in Lissabon (daselbst als Hof- 
maler) und eiije Zeit lang in London (1662 in Begleitung 
der Infantin von Portugal); 1678 nach Utrecht zuriickgekehrt. 
1006 Jagdhunde mit ihrem Fiihrer. Vor der Mauer eines 
verfallenen Hauses drei Hunde, von denen zwei zusammen- 
gekoppelt sind. Im Hintergrunde kauert, halb hinter einem 
Sandhiigel verborgen, der Fiihrer; ganz vorn dessen Wander- 
stab und Reisetasche. 

Friiher auf Grund zweier mit J. Jonckheer bezeichneter Radierungen, 
die Hunde darstellen, diesem sonst unbekannten Meister zugeschrieben. 
Die Ahnlichkeit unseres Bildchens mit diesen Radierungen erscheint 
aber keineswegs grofi genug, um die Benennung zu rechtfertigen, 
wahrend die Ubereinslimmung mit Stoops Werken augenfallig ist. 

Eichenholz, h. 0,16, br. 0,16. — Sammlung Solly, 1821. 

Strigel. Bernhard Strigel. Deutsche Schule (Ulm). — 
Geb. zu Memmingen 1460 oder 1461, f daselbst 1528, vor 
dem 23. Juni. Unter dem Einflusse Barth. Zeitbloms aus- 
gebildet. Tatig vornehmlich in Memmingen, wo er 1506 
bis 1528 urkundlich haufig erwahnt wird und verschiedene 
Ehrenamter bekleidete, zeitweilig in Augsburg (um 1517) und 
in Wien (um 1520, 1522 und 1525), Niirnberg (1524). Ehe- 
mals Meister der Sammlung Hirscher genannt. 
563A Maria Magdalena und Johannes der Taufer. Mag- 
dalena, das Salbgefafi in der Rechten, wendet sich zu dem 
rechts stehenden Taufer, der mit der Rechten auf das Lamm 
deutet, das auf einem Buch in seiner Linken ruht. Goldgrund. 

Bildete mit den folgenden Bildern (563 B, 563 C und 563 D) die 
Fliigel eines Altarwerkes. 

VVeifitannenholz, h. 0,85, br. 0,70. — Erworben 1850 aus der 
Sammlung Hirscher zu Freiburg. — Aufgestellt in der Abteilung 
der deutschen Bildwerke. 



Strigel. 38 1 

Der hi. Laurentius und die hi. Katharina. Lau- 563B 
rentius, das Evangelium in der Rechten, die Linke auf den 
Rost gestiitzt, steht neben Katharina, die, rechts stehend, 
in der Linken das Schwert hochhalt, zu ihren Ftifien ein 
Stuck des Rades. Goldgrund. 

S. die Bemerkung zu Nr. 563 A. 

WeiBtannenholz, h. 0,87, br. 0,70. — Erworben 1850 aus der Samm- 
lung Hirscher zu Freiburg. — Aufgestellt in der Abteilung der 
deutschen Bildwerke. 

Der hi. Vitus und die hi. Margaretha. Links Vitus, in 563C 
der Rechten einen Palmenzweig halterid und auf den Kessel 
deutend, den er in der Linken tragt. Rechts neben ihm 
steht Margaretha, den Drachen unter ihren Fiifien. Sie halt 
in der Linken das Kreuz, wahrend sie die Rechte segnend 
erhebt. Goldgrund. 

S. die Bemerkung zu Nr. 563 A. 

WeiBtannenholz, h. 0,87, br. 0,70. — Erworben 1850 aus der Samm- 
lung Hirscher zu Freiburg. — Aufgestellt in der Abteilung der 
deutschen Bildwerke. 

Elisabeth von Thiiringen und Kaiser Heinrich IL 563D 
Die hi. Elisabeth, die Krone auf dem Haupt, in der Linken 
Brot und Weinkanne, steht nach halblinks gewendet neben 
dem hi. Heinrich, der das Reichsschwert in der Rechten 
und den Reichsapfel in- der Linken tragt. Goldgrund. 

S. dip Bemerkung zu Nr. 563 A. 

WeiBtannenholz, h. 0,87, br. 0,70. — Erworben 1850 aus der Samm- 
lung Hirscher zu Freiburg. — Aufgestellt in der Abteilung der 
deutschen Bildwerke. 

Der hi. Norbert als Schutzheiliger eines Ordens- 583A 
bruders. Zur Rechten hat der Heilige (Stifter des Prae- 
monstratenser-Ordens), in bischoflichem Ornate, die Linke 
einem vor ihm knienden Praemonstratenser auf die Schulter 
gelegt und scheint ihn zu empfehlen (wahrscheinlich der 
Maria, die auf einem Mittelbilde, zu dem das Bild als 
Fliigel gehorte, dargestellt war). Zur Linken die hi. Agnes 
mit dem Lamm. Links neben Norbert der Kelch, darin 
eine Spinne, das Attribut des Heiligen. Vorn das Wappen- 
schild des knienden Praemonstratensers mit Hammer und 
Nagel. Hintergrund Landschaft. 

WeiBtannenholz, h. 0,30, br. 0,23. — Erworben 1850 aus der Samm- 
lung Hirscher zu Freiburg. 



382 Strigel. 

583B Johannes Cuspinian mit seiner Familie. Cuspinian, 
in weifiem Untergewande, pelzbesetzter Schaube von griinem 
Damast unci braunem Barett, legt die Arme um seine 
zwei Sohne, von denen der jiingere vor ihm zwolfjahrig, 
der altere rechts fiinfzehnjahrig ist. Zur Rechten Cuspinians 
zweite Gattin, in rotsamtenem Kleide mit doppelter Gold- 
kette, in weiiJer Haube. Im Grunde tiefblauer Himmel mit 
einem schmalen Streifen Meer, links ein Baumstamm. 

Auf dem Bilde sind folgende Inschriften: Zebedeus uber dem Haupte ' 
Cuspinians; Jacobus major Christo coevus iiber dem altesten Sohne; 
Salome uxor i pacifica quia filios pacs (pacificos) genuit iiber der 
weiblichen Figur; unter dem jungsten Sohn auf der Briistung yoannes 
Christi . . . An einem Ast in der Mitte des Bildes eine Tafel mit der In- 

schrift : Filii, colite Deum discite prudencia diligite honestaU. — Auf der 
RUckseite der Tafel in goldener Uncialschrift auf schwarzem Grunde drei 
langere Inschriften, die iiber den Maler selbst, iiber die Dargestellten und 
liber ein Gegenstlick zu dem Bilde nahere Auskunft geben; durch 
sie ist Name und Herkommen der Personlichkeit des Meisters der 
Sammlung Hirscher wieder entdeckt worden. Mit Erganzung der 
verwischten Buchstaben sowie der Abkiirzungen lauten die Inschriften: 
anno humanae reparacionis MDXX mense ociobri Leone X. pont. 
max. quum Carolus V. Philippi Castellae regionis ac Granatac 
regis Jilius Aquisgrani in Regem Ro. crcaretur ac Ro. Caesar designa- 
retur. Bernardinus. Sirigil. pictor. civfs Alemingensis. nobilis. qui 
solus edicto. Caesar em Maximilianufn. ut olim Apelles Alexandrum 
pingere jussus has imagines manu sinistra per specula, ferhie sexagc- 
narius Viennae pingebat. — Joannes Cuspinianus doctor francus ex 
Schweinfurt olim caes. Aug. Maximiliani imp. a consiliis et ad reges 
hungariae boemiae ac poloniae Vladislaum Ludovicum ct Sigismundum 
orator Caroli V. Caes. consilarius. ac locum tenens in senatu Vienensi 
quern vulgo Anwaldum apellat. Ex prima conjuge Anna octo liberos 
genuit c quibus hie Scbastianus foelix annum agebat etatis quintum 
decimum, minor natu Nicolaus Chrisostomus duodecimum genitor horum 
duodequinquagesimum Ilagnes noverca quadragcsimum primum. — 
Prima tabula habet imagines Maximiliani caes. Aug. Mariae ducissac 
Burgundiae filiae Caroli ducis Phil, filii Regis Castellae Caroli. V. Imp. 
Aug. Ferdinan. infantis Hisp. Archiducum ac nepotum. Caes. et Ludov. 
Regis Hungariae ac Boemiae. Der Inhalt der ersten Inschrift ist, dafi 
Strigel, fast sechzigjahrig, vom Kaiser geadelt wurde und allein be- 
rechtigt war, das Bildnis Maximilians zu malen und dafi er diese 
Portrats im Jahre 1520 zu Wien mit der linken Hand und mit Hilfe 
des Spiegels gemalt habe. Der zweite Abschnitt belehrt uns iiber 
Amt, Warden und Alter des kaiserlichen Rates Job. Cuspinian (eigentlich 



Strigel. 383 ■ 

SpieBhammer, f 1529), der zugleich Historiograph war und an der 
Wiener Universitat wirkle, sowie iiber Namen und Alter der dargestell- 
ten Glieder seiner Familie. J)er dritte Abschnitt berichtet von dem 
Gegenstuck zii dem Bilde, das die Bildnisse Kaiser Maximilians I., 
seiner Gemahlin Maria von Burgund, ihres Sohnes Philipps I., der 
beiden Sohne des letzteren, Karl V. und Ferdinand I., endlich des 
Prinzen Ludwig II. von Ungam enthalt. Das Bild belindet sicli noch 
jetzt in Wien in den k. k. Hofmuseen und zeigt auf der Ruckseite die 
Verwandtschaft Christi, steht also auch im Zusammenhange mit dem 
Berliner Bilde, sofern auf diesem die Portratfiguren mit Namen aus der 
Verwandtschaft Christi bedacht sind. 

Halbfig. in V3 Lebensgr. Lindenholz, h. 0,70, br. 0,61. — Wahr- 
scheinlich zur Sammlung Solly gehorig. 

ZweiFliigelbildereinesAltaresineinemRahnien. 606B 
Links: Geburt der Maria. Die hi. Anna im Mittelgrund, 
in eineni Himmelbette liegend, empfangt den Besuch be- 
freundeter Frauen. Vorn sind zwei Frauen damit beschaftigt, 
das Kind zu baden. Durch eine Tiir zur Linken blickt 
man in ein anderes Gemach, worin der hi. Anna das Kind 
gereicht wird. Goldgrund. — Rechts: Mariae Tempel- 
gang. Maria steigt, von drei Madchen begleitet, die Stufen 
einer gotischen Treppe zu einem kanzelartigen Bau empor, 
auf dem ihr der Hohepriester mit der Schrift entgegentritt. 
Vorn am FuOe der Treppe links Joachim und rechts die 
hi. Anna mit Zuschauern. Oben auf dem Kanzelbau, Maria 
in der Schrift unterwiesen. Goldgrund. Unten auf jedem 
Fliigel Schriftblatter mit auf die Darstellungen bezuglichen 
Inschriften. 

Gegenstuck zu Nr. 606 C. 

Weifitannenholz, oben rund, jeder Fliigel h. 1,23, br. 0,33, — 
Krworben 1850 aus der Sammlung Hirscher zu Freiburg. 

Zwei Kl iigelbil der eines A 1 tares in einem Rah men. 606 C 
Links: Tod der Maria. Vorn die verscheidende Maria, in 
der Rechten die Palme, von Johannes und Petrus gestiitzt. 
Links im Mittelgrunde Christus, von seinen Jiingern um- 
ringt, die Seele der Verstorbenen in Gestalt eines bekleideten 
Kindes auf den Armen tragend. Im Hintergrunde links eine 
Kapelle, in der Gott-Vater Maria kront. Goldgrund. — 
Rechts: Heimsuchung der Maria. Maria reicht der 
ihr begegnenden Elisabeth die Hand. Im Mittelgrunde der 
Landschaft zur Linken Loth mit seiner Frau und Tochtern, 



^§4 Strigel. Strozzi. Suttermans, Tempcl. 

das brennende Sodom verlassend. Goldgrund. Unten auf 
jedem Fliigel Schriftblatter mit auf die Darstellungen bezug- 
lichen Inschriften. 

GegenstUck von Nr. 606 B und mit diesem Bild von demselben Altar. 

WeiCtannenholz, oben rund, jeder Fliigel h. 1,23, br. 0,33. — 
Erworben 1850 aus der Sammlung Hirscher zu Freiburg. 

Strozzi. Bernardo Strozzi gen. il Prete Genovese oder 
il Cappuccino. Schule von Genua. — Maler und Radierer, 
geb. zu Genua 1581, f zu Venedig den 3. August 1644. 
Schiller des Pietro Sorri zu Genua. Tatig vornehmlich in 
Genua, spater als Geistlicher in Venedig. 

437 Bildnis eines Offiziers. In mittleren Jahren, fast 
ganz von vorn gesehen, mit geringer Wendung nach rechts. 
Auf den Beschauer blickend, in hellbraunem, rotausgeschlage- 
nem Lederkoller und eisernem Halskragen. Die mit dem 
Panzerhandschuh bekleidete Linke auf den Schwertknauf 
gestiitzt. Grauer Grund. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,72, br. 0,60. — Erworben 1841/42 in 
Rom. 

Sueur. S. Lesueur. 

Suttermans. Joost oder Justus Suttermans (Sustermans 
auch Soetermans). Vlamische Schule. — Bildnismaler, 
getauft den 28. September 1597 zu Antwerpen, f zu Florenz 
den 23. April 1681. Schiller des Willem de Vos zu Ant- 
werpen (seit 1 6 10), dann des Frans Pourbus d. J. zu Paris. 
Tatig vornehmlich in Florenz (als Hofmaler des GroUherzogs 
voii Toskana) und vorher kurze Zeit zu Wien (1623/24). 

405 Suttermans? Bildnis einer jungen Frau. Mit braunem 
lockigem Haar, halb nach links gewendet und den Beschauer 
anblickend. In ausgeschnittenem Kleide von rotem Samt, 
um den Hals eine Perlenschnur. Dunkelbrauner Grund. 

Neuerdings ist Juan di Medina als Urheber des Bildes genannt 
worden. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,66, br. 0,50. — Erworben 1842 in 
Rom aus dem Besitze des Malers Ximenez (als cin Werk des Murillo). 

Tempel. Abraham Lamberts Jacobsz., gen. Abraham 
van den Tempel. Hollandische Schule. — Bildnismaler, geb. 
1622 oder 1623 zu Leeuwarden, f den 4. Oktober 1672 zu 



Tempel. Teniers. 085 

Amsterdam. Schiller seines Vaters Lambert Jacobsz. zu 
Leeuwarden und des Joris van Schooten zu Leiden. Aus- 
gebildet unter dem Einflusse des Bartholomaus van der 
Heist. Tatig zu Leiden (seit 1648 Mitglied der Lukasgilde) 
und seit 1660 zu Amsterdam. 

Bildnis des Hendrick van Westerhout. Mit langem 735 
weifiem Haar und Schnurrbart, etwas nach rechts gewendet 
und den Beschauer anblickend.. In dunklem Rock, mit 
breitem flachem Kragen; um den Hals eine goldene Kette. 
Dunkler Grund. 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,44, br. 0,34. ^ Erworben 1841 von 
Professor Rosel in Berlin. 

Ein Edelmann und seine Gattin in ihrem Park. 858 
In der Mitte des Bildes der junge Edelmann stehend und 
von vom gesehen. Mit langem Haar und kleinem Bart, mit 
flachem Kragen, in dunklem Wamms von schillerndem Stoff, 
aus dem auf der Brust und an den Armeln das Hemd her- 
vorquillt; in schwarzen Kniehosen, blauen Striimpfen und 
Schuhen mit Schleifen, die Rechte mit sprechender Bewegung 
nach links weisend. Rechts neben ihm steht seine junge 
Gattin, mit langen aschblonden Locken, in weifiem, mit 
Silberstickerei besetztem Atlaskleid, in der Rechten eine 
rote Rose haltend. Der Gatte stiitzt mit der Linken ihren 
Arm. Links springt ein kleines Windspiel voran. Hinter 
dem Paare zwei Mauerpfeiler; links weiter zuriick ein steiner- 
nes Gartentor, von dem eine Allee durch einen hollandischen 
Park zum Schlosse fiihrt. 

Leinwand, h. 2,36, br. 1,72. — Konigliche Schlosser. 

Teniers. David Teniers d. A. Vlamische Schule. — 
Maler und Radierer, geb. 1582 zu Antwerpen, f daselbst 
den 29. Juli 1649. Schuler seines alteren Bruders Juliaen 
und zu Rom unter dem Einflufi Elsheimers weiter aus- 
gebildet. Tatig zu Antwerpen (1606, nach der italienischen 
Reise, in die Gilde aufgenommen). 

Versuchung des hi. Antonius. Der Heilige, der 866 
in einem Buche lesend in einer Grotte sitzt, wird vom 
Teufel in Gestalt einer alten Frau mit Hornern und anderen 
phantastischen Ungetiimen geingstigt. Vor ihm hockt ein 

Verz. d. Gemiilde. 2 5 



286 Teniers. 

Geschopf in Bauemtracht, den Rosenkranz in der Hand. 
Rechts Ausblick in die Landschaft. 

1st ganz ahnlich vom Meister radiert und ofters gemalt worden. 

Kupfer, h. 0,21, br. 0,16. — KOnigliche Schlosser. 

Teniers. David Teniers d. J. Zeichnet sich in seinen 
friihesten Werken auch Tenier. Vlamische Schule. — Maler 
und Radierer, getauft zu Antwerpen den 15. Dezember 16 10, 
f zu Briissel den 25. April 1690. Schiiler seines Vaters David, 
unter dem Einflusse von Rubens und vornehmlich von 
Brouwer weitergebildet. Tatig zu Antwerpen (seit 1632 in 
der Gilde) und Briissel (Marz 1651). 
856 Die Puffspieler. An einem runden Tische stehen zwei 
Bauern beim Puffspiel, dem drei andere aufmerksam folgen. 
Der Wirt kreidet links an einem Pfeiler die Rechnung an. In 
einem Seitenraume rechts zwei Bauern am Kamin, wahrend 
durch eine Tiir eine Alte mit einem Napf hereintritt. 
Bez. rechts unten: 



■^ '£^ 



^'^'iRS .J' 



und auf einer Zeichnung an der Wand: A. 1641. 

Eichenholz, h. 0,46, br. 0,66. — Konigliche Schlosser. 
857 Der Maler mit seiner Familie. Auf der Terrasse 
eines am Wasser liegenden Landhauses sitzt in der Mitte 
der Maler, das Cello spielend. Neben ihm links seine Gattin 
Anna Brueghel (geb. 1620, vermahlt 1637), ein Notenbuch 
in den Handen. Hinter den Eltern ihr Sohn, aus einem 
Notenbuche singend. Links vor dem Tische kredenzt ein 
Knabe (vielleicht der jiingste Bruder des Kiinstlers, Abra- 
ham) Wein. In der Tiire lehnt ein anderer Bruder, der 
Maler Juliaen oder Theodoor Teniers. Auf der Balustrade 
hinter den Figuren eine Meerkatze, vorn ein Weinkiihler 
mit Flaschen. Im Hintergrunde rechts ein kleiner Ort mit 
Kirche. 

Bez. am Tischfufle : 



^ 



'/• 



Teniers. 387 

Gemalt um 1644/45. Eine etwas veranderte Wiederholung beim 
FUrsten Lichnowsky in Kuchelna. 

Eichenholz, h. 0,38, br. 0,58. — Konigliche Schlosser. 

Versuchung des hi. Antonius. Der in seiner Hohle 859 
im Gebet begriffene Heilige wird von Ungetiimen erfafit 
und auf eine junge Frau in schwarzem Seidenkleide, mit 
einem Weinglas in der Hand, aufmerksam gemacht, die der 
Teufel in Gestalt einer alten Frau heranfiihrt. Am Boden 
und in der Luft andere Spukgestalten. Durch den Grotten- 
eingang links Blick in die Landschaft. 

Bez. unten rechts an dem Steine: 

Die junge Frau ist die erste Gattin des Kunstlers (Anna Brueghel). 
Leinwand, h. 0,81, br. 1,17. — Konigliche Schlosser. 

Landschaft. Vom links auf einem Wege zwei sich be- 859A 
gegnende Wanderer, rechts ein Teich. Dahinter ist zwischen 
Baumen ein Gehoft sichtbar. Mehr in der Feme ein Galgen- 
hiigel und die Tiirme einer Stadt. Grauer Wetterhimmel 
mit einem Stuck Regenbogen links. 

Bez. links unten: J7- TSM/SRS 

Leinwand, h. 0,27, br. 0,385. — Erworben 1904. — Sammlung 
A. Thiera. 

Das Sakramentswunder der hi. Gudula. Zwei 866A 
Engel tragen in der Luft schwebend das Sakrament: Gott 
Vater, vor sich ein Kreuz, das die Hostie enthalt, in einem 
gotischen Gehause thronend, dessen Spitze mit drei Kronen 
geschmiickt ist. Unten die Gudulakirche zu Briissel. 

Bez. unten rechts neben der Kirche: ?^ -JC 

Weifler Marmor, oben rund, h. 0,45, br. 0,27. — Sammlung 
Suerraondt, 1874. 

Gesellschaft beim Mahle. Zwei junge Paare sitzen 866B 
an einem gedeckten runden Tisch. Ein Herr singt, wahrend 

25* 



■3 8 8 Teniers. 

ihn eine Dame auf der Laute begleitet. Zwei junge Diener 
tragen Gerichte herbei. Links im Vordergrund ein Stuhl 
mit rotem Rock und Degen, ein Weinkiihler, Glaser und 
Spielkarten. In der Mitte eine Meerkatze. Auf einem 
Schranke links ein Gemalde von der Hand des alteren 
David Teniers (eine Felsengrotte), an der Wand in der 
Mitte ein Bauernstuck, anscheinend von Brouwer. 

Bez. links unten: >D • 7^ V/fift y^^^ 

Eines der friihesten datierten Werke des Meisters. 
Eichenhok, h. 0,36, br. 0,56. — Erworben 1873 in Wien. 

866C Vlamische Kirmefi. Vor einer Dorfschanke tanzt 
ein Paar, dem ein Leiermann und ein Knabe mit dem 
Triangel aufspielen. Links um einen Tisch sieben Bauern 
mit einer Alten, vergniigt zuschauend. Andere Bauern und 
Bauerinnen weiter hinten und rechts vorn. Auf einem nach 
dem fernen Dorfe fiihrenden Wege rechts ein Betrunkener, 
von zwei Bauern geleitet. 

Bez. rechts am Boden neben einem umgestUrzten Fasse: 



D %iim / 



Am Wirtshausschild : 1640. — Eine Zeichnung zu dem Bild m der 
Bibliothek zu Darmstadt. Eine Kopie danach im Museum zu Lyon 
von Abraham Teniers. — Sammlung Schonborq, Wien 1866. 

Eichenholz, h. 0,38, br. 0.585. — Sammlung Suermondt, 1874. 

866D Die Marter des Reichen im Fegefeuer. In einer 
Hohle haben zahlreiche Ungetiime von den abenteuerlich- 
sten Formen den in Pelzmantel und Pelzmiitze gekleideten 
Reichen umringt und gepackt, um ihn links in den von 
Cerberus bewachten Feuerschlund zu zerren. 
Bez. rechts unten: 






Samralungen Leboeuf, Paris 1782, John Knight, London 1821, 
Dr. Lombard, Lllttich 1857. 

Eichenholz, oval, h. 0,55, br. 0,70. — Sammlung Suermondt, 1874. 



Teniers. Terborch. 



389 



Neptun und Amphitrite. Auf einem von Seepferden 866E 
gezogenen und von Najaden, Tritonen und Amoretten 
umringten Wagen thront Neptun mit dem Dreizack, an seiner 
Seite die unbekleidete, von einem Sonnenschirme beschattete 
Amphitrite. Als Symbol der Winde vier blasende, auf 
Wolken ruhende Fliigelkopfe. Im Hintergrunde rechts die 
gebirgigen Meeresufer. 

Die Mittelgruppe ist eine Kopie aus Rubens' Bild > Neptun und 
Amphitrite* (Nr. 776 A unserer Galerie). — Das Bild befand sich 1857 
auf dor Ausstellung zu Manchester und gehorte damals Mr. Baxter. 

Kupfer, h. 0,30, br. 0,37. — Erworben 1882 in Paris. 

Wachtstube mit wiirfelnden Soldaten und der 866F 
Befreiung Petri. In einer Wachtstube sind rechts an 
einem Tische fiinf Soldaten beim Wiirfelspiele beschaftigt. 
Im Mittelgrund unterhalten sich an einem Kamin vier 
Bauern, wahrend sich ein fiinfter ganz rechts entfernt. In 
der Tiefe blickt man durch eine Tiir in eine Zelle mit 
Petrus und dem zur Flucht mahnenden Engel. Links im 
Vordergrund ist ein Stilleben aus Waffenstiicken aufgebaut, 
daneben ein Hund. In der Mitte hangt von der Decke eine 
Laterne herab. 

Bez. rechts auf einem Blocke: 

D- Tenure. / 

Sammlung Earl Amherst zu Knole-Park. 

Kupfer, achteckig, h. 0,55, br. 0,73. — Erworben 1899 als Ver- 
machtnis des Herrn Valentin Weisbach. 
Vgl. auch Nr. 678A (Uden). 

Terborch. Gerard Terborch oder Ter Borch. Hollan- 
dische Schule. — Geb. 161 7 zu Zwolle, 1635 zu Haarlem 
in die Lukasgilde aufgenommen, f zu Deventer den 8. Dc- 
zember 1681. Nach dem ersten Unterricht bei seinem Vater 
Gerard weiter ausgebildet in Amsterdam und vornehmlich 
in Haarlem unter dem Elinflusse des Frans Hals und als 
Schiller P. Molijns (um 1632 — 35). Nach langeren Reisen 
in England (1635), Deutschland (in Miinster wahrend des 
Friedenskongresses, 1646 — 1648), Italien (um 1641?), Spanien 
und Frankreich tatig zu Deventer, wo er 1655 das Biirger- 
recht erwarb und dann »Gemeensmann« wurde. 



390 



Terborch. 



791 »Die vaterliche Ermahnung.« Ein junger Offizier, 
rechts auf einem Stuhle sitzend, den Federhut auf dem 
iibergeschlagenen Beine, spricht zu einer links vor ihm 
stehenden, in weifie Seide gekleideten Dame, die dem Be- 
schauer den Riicken kehrt. Neben dem Offiziere sitzt eine 
zweite Dame in Schwarz, an einem Weinglase nippend. Im 
Grunde des Zimmers ein hohes Himmelbett, davor links ein 
mit rotem Tuche bedeckter Toilettentisch. 

Dieselbe Darstellung, etwas breiter im Format, mit einem Hunde 
rechts, gleichfalls von der Hand des Meisters, im Museum zu Amster- 
dam. Alte Kopien in der Bridgewater Gallery in London, beim 
Marquis de Greflfehul zu Paris und im Museum zu Gotha (bez. Caspar 
Netscher fecit 1655). Die junge Dame allein in der Galerie zu Dresden. 

Leinwand, h. 0,70, br. 0,60. — Einzelerwerb aus der Sammlung 
Giustiniani vor 181 5. 

791A Bildnis des Herrn van Marienburg, eines Oheims 
des Malers (geb. 1592). Nach rechts gewendet und den 
Beschauer anblickend. In einfacher schwarzer Tracht, 
mit schwarzem Kappchen und breitem flachem Kragen. 
Grauer Grund. In gemalter ovaler Steinumrahmung. 

Mit dem folgenden Gegenstuck (Nr, 791 B) 1868 von dem Kauf- 
mann Bols aus Deventer, einem Nachkommen der Familie Terborch, 
erworben. 

Halbfig. in etwa V3 Lebensgr. Leinwand, oval, h. 0,36, br. 0,31. 
— Sammlung Suermondt, 1874. 

79IB Bildnis der Frau Gertrud van Marienburg, der 
Gattin des Herrn van Marienburg (geb. Terborch). 
Nach links gewendet, den Beschauer anblickend. In schwarzer 
Tracht, schwarzem Kopftuch iiber weifier Haube und weifiem 
anliegendem Tiillkragen. Dunkelgrauer Grund. In gemalter 
ovaler Steinumrahmung. 



Bez. rechts unten: 



6 



Gegenstiick von Nr. 791 A. 

Halbfig. in etwa 73 Lebensgr. Leinwand, oval, h. 0,36, br. 0,31. 
— Sammlung Suermondt, 1874. 

791C Die Konsultation. Ein alter Arzt, in langem grauem 
Rock und Miihlsteinkragen, sitzt links vor seinem mit 
Schriften, einem Totenkopf, Stundenglas u. a. bedeckten 



Terborch. 



391 



Arbeitstisch und betrachtet ein Uringlas, das er gegen das 
Licht halt. Rechts hinter dem Tisch eine alte Frau, in 
den Handen einen irdenen Topf. Vor dem Tisch ein 
Schemel, daneben ein zerbrochener Krug. Im Grunde des 
Zimmers am Kamin sitzt ein junger Mann vom Riicken 
gesehen. 



Bez. an der Tischdecke: 



/63S 



Frilhestes datiertes Gemiilde des Meisters, das deutlich den Einflufi des 
Frans Hals und seiner Schule bekundet. 

Eichenholz, h. 0,35, br. 0,44. — Sammlung Suemiondt, 1874. 

Bildnis eines Mannes. In mittleren Jahren, mit 791D 
langem Haar. Halb nach rechts gewendet und auf den 
Beschauer blickend. In schwarzseidener Tracht und langem, 
flach anliegendem Kragen; in der Linken die Handschuhe. 
Rechts neben ihm liegt sein Hut auf einem Tische mit 
violetter Samtdecke; links hinter ihm steht ein Stuhl. 
Dunkler Grund. 



Bez. an einem Stuhlbeine: 



^ 



Leinwand, h. 0,78, br. 0,60. — Sammlung Sucrmondt, 1874. 

Bildnis eines jungen Mannes. Mit langem blondem 791E 
Haar und Schnurrbart. Nach links gewendet und den Be- 
schauer anblickend. In Schwarz gekleidet, mit anliegendem 
viereckigem Kragen. In der Rechten den Hut, mit der 
Linken den herabfallenden Mantel auf der Brust zusamincn- 
haltend. Links neben ihm ein Tisch, auf dem ein Huch in 
schweinsledernem Einbande liegt; rechts hinter ihm ein 
Stuhl, mit violettem Samt bezogen. An dor Riickwand 
des Zimmers eine Landkarte; links eine halboffcne Tiir. 

Leinwand, h. 0,73, br. 0,58. — Erworben 1S76. 

Der Raucher. Ein junger Mann, einen Pelzhut auf 791P 
dem lockigen Haar, im Waffenrock und mit breiter Salbel- 
koppel, sitzt, im Profil nach links gesehen, rechts im Vorder- 



392 



Terborch. 



grund eines Zimmers vor einem Tisch und ziindet sich eine 
Pfeife in einem irdenen Kohlenbecken an. 

Kniefig. in etwa '/j Lebensgr. Leinwand, h. 0,42. br. 0,33. — 
Sammlung Suermondt, 1874. 

791G Das Konzert. Eine junge Dame in weiiiseidenem Rock, 
lachsroter Jacke und schwarzem Pelzkragen sitzt, vom Rucken 
gesehen, im Vordergrund und spielt die Viola a gamba. 
Weiter zuriick ein geoffnetes Spinett, auf dem eine zweite 
Dame spielt. An der grauen Wand rechts ein Spiegel, 
links ein Gemalde und darunter ein Stuhl. 
Bez. auf dem Fu6e des Spinetts: 







Eichenholz, h. 0,56, br. 0,44. — Erworben 1891 in Paris (kurz 
vorher unter dem Namen »Netscher« in London versteigert). Von 
Freunden Herrn Geheimrat Bode geschenkt, der es der Galerie uberwies. 

791H Junges Parchen beim Wein. Links sitzt eine junge 
Dame in grauseidenem Rock und hellrotem Mieder, auf dem 
Kopf ein schwarze Haube, darunter ein weifies Tuch, in 
der Rechten ein Weinglas haltend. Rechts neben ihr steht 
ein junger Offizier mit langem lockigem Haar, breitem 
schwarzem Filzhut und schwarzem Rock mit Bandelier; in 
der Linken halt er den Handschuh. Er blickt auf die Dame 
und stiitzt seinen Ellenbogen auf einen Tisch rechts, auf 
dem eine Weinflasche steht. Hintergrund die graue Zimmer- 
wand. 

1804 (nach Smith) in der Galerie zu Leiden. Spater in Amerika 
und von dort wieder auf den europaischen Markt gelangt. 

Leinwand, h. 0,44, br. 0,39. — Erworben 1899 im Wiener Kunst- 
liandel. — Eigentum des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins. 

793 DieFamilie des Schleifers. Im Hof eines armlichen 
Hauses sitzt zur Rechten vom neben der Haustiir die Frau, 
das Haar ihres Tochterchens durchsuchend. In einem 
Schuppen links liegt iiber einem Schleifstein, der von einem 
im Gopel gehenden Maultiere getrieben wird, der vSchleifer 
und scharft eine Sense. Eine jiingerer Mann sieht ihm da- 
bei zu. Im Grunde das Dach eines hohen Giebelhauses mit 
einem Storchennest. 



Terborch. Tiepolo. ?q2 



Bez. rechts unten an der Wand: 

Samnilungen des Herzogs von Choiseul und des Herzogs von Berry, 
Paris. 

Leinwand, h. 0,72, br. 0,59. — Erworben 1837 in Berlin. 

Tiepolo. Giovanni Battista Tiepolo. Venetianische 
Schule. — Maler und Radierer, geb. zu Venedig den 
5. Marz 1696, t zu Madrid den 27. Marz 1770. Schiiler 
des Gregorio Lazzarini zu Venedig, unter dem Einflusse 
Gio. Batt. Piazettas und besonders durch das Studium der 
Werke Paolo Veroneses weiter ausgebildet. Tatig in Ve- 
nedig und Umgegend (Udine, Verona, Bergamo etc.), einige 
Zeit in Wiirzburg (1750 — 1753) und Madrid (seit 1762). 

Nach dem Bad. In einem Marmorbade, das im Halb- 454 
kreise von einer mit Pilastern und Nischen gezierten Mauer 
umgeben ist, sind mehrere Zofen einer Dame, die eben dem 
Bad entstiegen ist, beim Ankleiden behilflich. Rechts 
steht vor einer Karyatide ein Jiingling, der Dame einen 
Spiegel entgegenhaltend. Grund Himmel und die iiber die 
Marmorwand ragenden Baume des Parks. 

Vielleicht eine Kopie des jungen Tiepolo nach Paolo Veronese. 

Leinwand, h. 1,09, br. 1,42. — Kcinigliche Schlosser. 

Die Verteilung des Rosenkranzes durch den hi. 459A 
Dominic us. Auf der Terrasse eines Palastes steht zur 
Rechten Dominicus und reicht einer Schar Andachtiger 
einen Rosenkranz dar. Dariiber auf Wolken schwebend und 
von Engeln getragen Maria mit dem Kind, einen Rosenkranz 
herabreichend. Unterhalb des Gesimses, das nach unten 
die Treppe abschliefit, sturzt Satan kopfiiber in den Ab- 
grund. — Die Figuren sind in Verkiirzung von unten ge- 
sehen dargestellt. 

Vom fertigen Fresko aljweichender Entwurf zu dem niittleren der 
von der Hand des Meisters in den Jalircn 1 738/39 ausgefUlirten Occken- 
gcniiilde in der Kirche der Gesuati (friiher Uoniinikanerkirchc) zu Ve- 
nedig. V^on den beidcn SeitcnstUcken der Decke stillt das cine Do- 
minicus in der Herrlichkeit dar, das andere den Heiligen, wie cr dcn> 
Laienbruder Paolo den Segen erteilt. 

Leinwand, oben und unten abgenindet, li. o.qH, br. 0,49. — Er- 
worben 1873 in Kom. 



394 Tiepolo. 

459B Martyrium der hi. Agathe. Die Heilige, an der die 
Martervollzogen worden ist, istinVerziickungniedergesunken. 
Sie wird gestiitzt von einem jungen Madchen, das die blutende 
Brust der Heiligen mit dem Gewande bedeckt. Links hinter 
Agathe ein Knabe, der in beidenHanden eine silberne 
Schiissel mit den Briisten halt, rechts der Henker, das blutige 
Schwert in der Linken. Auf den Stufen ein Palmenzweig. 
Im Hintergrund ein Mauerbogen, davor eine Saule. 

Eine ahnliche, geringere Darstellung von der Hand des Meisters 
in S. Antonio zu Padua (Kapelle Buzzacaiini), das am 27. Dezember 
1734 bestellt wurde. — Unser Gemiilde ist wahrscheinlich verstUmmelt. 
Nach der Radierung Gio. Dom. Tiepolos war es oben abgerundet, 
schwebende Engelsgestalten waren dargestellt und ein von der Dornen- 
krone umschlossenes Herz in einer Gloriole, zu dem die gemarterte 
Heilige emporblickt. — Sammlung Munro in London. 

Leinwand, h. 1,84, br. 1,31. — Erworben 1878 in Paris. 
459C Kreuztragung. Christus ist inmitten des Richtzuges 
auf dem Wege nach Golgatha unter der Last des Kreuzes 
zu Boden gebrochen, das zwei Knechte wieder aufzurichten 
suchen. Rechts vorn kniet am Wege Veronica, neben ihr 
liegt am Boden ein Junge, mit aufgestiitzten Ellbogen zu- 
schauend. Links folgen Christus die zwei Schacher, von 
Soldaten geleitet; dem Zuge voran Reiter, Trompeter und 
Standartentrager. Im Hintergrunde nach Golgatha hinauf- 
stromendes Volk, weiter zuriick der von Soldaten besetzte 
Hiigel mit zwei aufgerichteten Kreuzen. 

Skizze zu dem Gemiilde des Meisters in S. Alvise zu Venedig 
(1749), in Einzelheiten abweichend. Ehemals im Besitze des Pietro 
Monaco, dann des Grafen Algarotti. Gestochen von Pietro Monaco. 

Leinwand, h. 0,52, br. 0,63. — Erworben 1906. 

S. auch das Tiepolozimmer. 22 Felder mit grau in 
grau auf goldgelbem Grunde gemalten allegorisch-mythologi- 
schen Darstellungen. Die Fresken stammen aus der Villa 
des Grafen Panigai di Nervesa bei Treviso und sind in der 
urspriinglichen Anordnung und mit genauer Nachahmung 
der rahmenden Originalstukkaturen wieder aufgestellt. 

Bez. auf einem der Felder: 1754. 

Erworben 1902 in Venedig. 

459 Tiepolo? Der feierliche Empfang. Ein Fiirst (Hein- 
rich III., Konig von Frankreich) schreitet die Stufen zur Vor- 
halle des Palazzo Contarini empor und wird von dem greisen 



Tiepolo. Tintoretto. 5qc 

Hausherrn, cler von anderen Herren und seiner Tochter be- 
gleitet ihm entgegenkommt, mit feierlichein Gru6 empfangen. 
Vor dem Palaste das Gefolge zu Pferd und die Karosse des 
Fursfren, sowie zuschauendes Volk, das von einem Helle- 
bardier zuruckgedrangt wird. Im Hintergrund Hauser am 
Ufer des Kanales. 

Entwurf zu einem 1756 vollendeten Fresko aus dem Pal^ Conta- 
rini in Venedig, das, jetzt auf Leinwand ubertragen, im Besitze der Mad. 
Andre-Jacquemart in Paris ist. — Da sich dieselbe Komposition im 
Besitze der Familie Rothschild zu Frankfurt a. M. befindet und eine 
kraftigere Farbung und geistreichere Behandlung vor unserem Bilde 
voraus hat, so ist wahrscheinlich, dafi unser Bild nicht vom Meister 
selbst, sondern von seinem Sohn und Schtiler Gio. Domenico Tiepolo 
(geb. 1726 zu Venedig) herriihrt, der die Werke seines Vaters mehr- 
fach kopiert und radiert hat. 

Leinwand, h. 0,69, br. 1,05. — Konigliche Schlosser. 

Tintoretto. Jacopo Robusti, gen. Tintoretto (als der 
Sohn eines Farbers, tintore). Venetianische Schule. — Geb. 
zu Venedig im September 15 18, f daselbst den 31. Mai 
1594. Schiller Tizians (nur kurze Zeit); weiter ausgebildet 
durch das Studium Michelangelos. Tatig in Venedig. 

Bildnis eines Prokurators des hi. Marcus. In 298 
mittleren Jahren, nach links gewendet, den Kopf nach dem 
Beschauer gedreht. Mit Vollbart und kurzem Haupthaar. In 
der Amtstracht, rotsamtnem Mantel und griingewassertem 
Band iiber der Brust. Die Rechte mit sprechendem Aus- 
drucke vorstreckend, die Linke unter das Band schiebend. 
Dunkler Grund. 

Halbfig. Leinwand, h. 1,05, br. 0,83. — Sammlung Solly, 1S21. 

Verkiindigung. In einer Halle, die sich in der Mitte 298A 
auf einen Park mit Laubgangen offnet, steht rechts Maria 
an einem Lesepult und wendet sich mit demiitiger Gebiirdc 
dem links auf Wolken herabschwebendcn Engel zu, der ihr 
die Botschaft iiberbringt. Oben in der Mitte schwebt in 
einem hellen Lichtschein die Taube herab. 

Leinwand, h. 2,01, br. 2,89. - Erworbcn 1899 als Gcschcnk des 
Herrn Generalkonsul Hermann Rosenberg. — Kigcntum des Kaiser 
F"riedrich-Museunis-V'creins. 

Hildnis eines Prokurators des hi. Marcus. Kahl- 299 
kopfig und mit grauem Vollbart, etwas nach rechts gewen- 



396 



Tintoretto. 



det und den Beschauer anblickend. In rotem hermelin- 
gefiittertem Samtmantel. Die Linke mit sprechender Gebarde 
etwas erhoben, die Rechte ruht am Korper. Durch ein 
Fenster rechts Ausblick auf gebirgige von der Abendsonne 
beleuchtete Landschaft mit einer Stadt. 

Halbfig. Leinwand, h. i,i2, br. 0,95. — Sammlung Solly, 1821. 

300 Maria mit dem Kinde von den Evangelisten Mar- 
cus und Lucas verehrt. Maria sitzt mit dem Kind in 
der Glorie auf der Mondsichel; zwei Engel halten die 
Sternenkrone iiber ihrem Haupt. Unten links Marcus auf 
Wolken sitzend, das Evangelium auf den Knien, hinter 
ihm der Lowe. Zur Rechten Lucas, das Evangelium nieder- 
schreibend, hinter ihm der -Ochse. Hintergrund Himmel 
und Wolken. 

Aus der spateren Zeit des Meisters. 

Leinwand, h. 2,28, br. 1,60. — Erworben 1841 in Venedig. 

310 Luna mit den Horen. Diana als Mondgottin, mit 
Speer und Kocher, auf ihrem mit Edelsteinen geschmiickten 
Wagen ruhend, vollendet bei den Strahlen der aufgehenden 
Sonne ihre Bahn durch die Liifte. Auf dem Vorderteile 
des Wagens kniet eine Hore, die Ziigel fiihrend, die zweite 
stiirmt mit einem Speer in der Linken vorwarts, die dritte 
auf dem hinteren Teil des Wagens kniend, setzt, in der 
Linken Rosen haltend, Diana einen Blatterkranz aufs Haupt. 
Uber dem Wagen der Tierkreis mit dem Zeichen des Krebses, 
Aus dem Fondaco dei Tedeschi in Venedig. 

Leinwand, h. 1,48, br. 2,53. — Erworben 1841 aus der Sammlung 
des Grafen Lecchi in Brescia. 

316 Venetianische Prokuratoren (Camerlenghi) vor dem 
hi. Marcus. Der Evangelist Marcus links auf erhohtem 
Throne sitzend, ein aufgeschlagenes Buch auf dem SchoCe, 
scheint drei Prokuratoren, die in ihrer Amtstracht vor dem 
Throne knien, in ihren Pflichten zu unterweisen. Links am 
Boden der Lowe. Hinter den Prokuratoren ein alterer und 
ein jiingerer Venetianer, gleichfalls Bildnisse. Links Ausblick 
aus der Saulenhalle auf die Lagunen. 

Die Prokuratoren gehoren nach den drei VVappen am Sockel des 
Thrones zu den Geschlechtern Zane, Cornaro und Molino. Unter den 
Wappen die Jahreszahl 1569: iiber ihnen die Inschrift: PENSATE LA 
FIN (bedenket das Ende) und: TRES ET VNVS. — Das Bild stammt 



Tintoretto. Tiziano. 



397 



aus dem Palazzo del Magistrato dei Camerlenghi di Commune neben 
dem Rialto, wo es zuerst von Boschini erwahnt wird. Drei Nobili ver- 
walteten hier gemeinsam (daher die Inschrift tres et unus) das Amt. 
Alle Staatseinkiinfte flossen hier zusammen und alle Auszahlungen er- 
folgten von hier (darauf bezieht sich die Geste des Heiligen und die 
Mahnung: pensate la fin). Das Bild war iiber der Tiir angebracht, in 
der Mitte eine Darstellung des Marcuslowen von Carpaccio, auf der 
anderen Seite wieder ein Gemalde Tintorettos, andere Camerlenghi in Ver- 
ehrung vor der hi. Justina darstellend (jetzt in der Akademie zu Venedig). 
Die Prokuratoren Kniefig. Leinwand, h. 2,08, br. 1,77. — Er- 
worben 1842 in Rom. 

Tisi. S. Garofalo. 

Tiziano. Tiziano Vecellio oder Vecelli, gen. Tiziano. 
Venetianische Schule. — Geb. zu Pieve di Cadore im 
Friaul 1477, f zu Venedig den 27. August 1576. Schiller 
Gio. Bellinis (nach Vasari und Lod. Dolce) zu Venedig, 
daselbst unter dem Einflusse Giorgiones, vermutlich als 
dessen Gehilfe, welter ausgebildet. Tatig zu Venedig, kurze 
Zeit in Padua (151 1), Rom (1545/46) und Augsburg (1548, 
1550/50- 

Bildnis einer Tochter des Roberto Strozzi. Das 160A 
zweijahrige Madchen steht in reicher weifJer Tracht und 
kostbarem Schmucke neben einem Postament. In der 
Rechten halt es das Stiick einer Bretzel, mit der Linken 
umfafit es ein Bologneser Hiindchen. An der Vorderseite 
des Postaments rechts ein Relief mit zwei tanzenden Genien. 
Dariiber im Hintergrunde rechts durch ein Fenster Ausblick 
in eine parkartige Landschaft. 

Bez. an der oberen Platte des Postaments: 

(das kreuzartige Schlufizeichen ist als »F« zu lesen). Auf einer rechts 
oben an der Wand angebrachten Tafel: ANNOHl II. MDXLII. — 
Roberto Strozzi, vermahlt mit Maddalena de' Medici, Icbtc abwechselnd 
in Venedig, Frankreich und Rom. Die dargestcllte Tochter Robcrtos 
ist wahrscheinlich Clarice, die 1557 mit Cristofano Savelli venniihlt 
wurde und 1581 f. Vgl. Jahrb. der k. p. Ksts. XXVII S. 7ff- -7 P'^l^o 
Aretino schrieb dem KUnstler Uber das » wundcrbarc « Hild eincn be- 
geisterten Brief (vom 6. Juli 1542)- — Eine alte Kopie befand sich 
in der Sammlung des Herzogs von Choiseul, andere an anderen Orten. 



2q8 Tiziano. 

Leinwand, h. 1,15, br. 0,98. — Erworben 1878 aus dem Palo 
Strozzi zu Florenz. 

161 Bildnis des venetianischen Admirals Giovanni 
Moro (f 1539). Etwas nach rechts gewendet und den Be- 
schauer anblickend. Mit hoher Stirn und starkem sehwarzem 
Vollbart. In Stahlpanzer und purpurrotem Mantel. In der 
Rechten halt er den Kommandostab. Dunkler Grund. 

Bez. oben rechts in spaterer, jetzt zugedeckter Aufschrift: lOANNES 
MAVRVS GENERALIS MARIS IMPERATOR. MDXXXVIII. — Neuer- 
dings dem Dosso Dossi zugeschrieben. 

Brustbild. Leinwand, h. 0,83, br. 0,67. — Erworben 1841 in 
Venedig. 

163 Selbstbildnis des Malers. In vorgerucktem Alter, 
mit grauem Vollbart. Hinter einem mit griinem Stoffe be- 
deckten Tische sitzend, wendet er sich in rascher Bewegung 
nach rechts. Ein Hauskappchen auf dem Haupt, in Pelz- 
schaube, iiber der Brust eine vierfache goldene Kette (das 
Zeichen der Ritterwiirde). Dunkelgrauer Grund. 

Unvollendet. — Das Bildnis Tizians in den Uffizien zu Florenz ist 
ahnlich in der Auffassung bei anderer Haltung der Hande. 

Kniefig. Leinwand, h. 0,96, br. 0,75. — Sammlung Solly, 1821. 

166 Tizians Tochter Lavinia. Uber die rechte Schulter 
blickend, hebt das junge Madchen eine mit Blumen und 
Friichten gefiillte silberne Schale mit beiden Handen hoch 
empor. In einem Gewand aus Goldbrokat, mit reichem 
Schmuck um den Hals und im Haar. Im Grunde links ein 
roter Vorhang, rechts durch eine Tur Ausblick in die 
abendlich beleuchtete Landschaft. 

Tizians Tochter Lavinia vermahlte sich 1555 mit Cornelio Sarci- 
nelli von Serravalle, wo sie seitdem lebte und starb. Das Bild wird 
um 1550 gemalt sein, etwas spiiter als das Bildnis in der Galerie 
zu Dresden. Wiederholungen des Berliner Bildes von Nachahmern 
Tizians : in der Sammlung des Earl of Cowper zu Panshanger, wo La- 
vinia ein griinliches Kleid und statt des Fruchtkorbes ein Schmuck- 
kastchen auf silberner Platte triigt, und im Museo del Prado zu Madrid, 
wo sie als Salome mit dem Haupte des Taufers dargestellt ist. Kopie 
des Kopfes der Lavinia in der Eremitage zu St. Petersburg. 

Halbfig. Leinwand, h. 1,02, br. 0,82. — Erworben 1832 in 
Florenz aus dem Besitze des Abbate Celotti. 

301 Bildnis eines jungen Mannes. Mit kurz gehaltenem 
schwarzen Vollbart und Haupthaar, halb nach links ge- 



Tiziano. Treck. 



399 



wendet und den Beschauer anblickend. In schwarzem Warns 
mit goldenen Nesteln auf der Scharpe und an den Armeln. 
Die Linke in den Giirtel fassend. Dunkelgrauer Grund. 
Bez. links in der Mitte: 

Jizi anus 

^ r » 

Ehemals Tintoretto zugeschrieben. Bei der Reinigung des Bildes 
kam die echte Bezeichnung zuni Vorschein. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,94, br, 0,72. — Sanimlung Solly, 1821. 

Treck. Jan Jansz. Treck. HoUandische Schule. — 
Stillebenmaler, geb. zu Amsterdam 1606, f ebenda Ende 
1652 Oder Anfang 1653. Wahrscheinlich Schuler seines 
Schwagers, des alteren Stillebenmalers Jan Jansz. den Uijl I. 
Tatig zu Amsterdam. 

Stilleben. In einer Steinnische steht eine Zinnkanne 948C 
mit geoffnetem Deckel, davor zwei Zinnteller und eine 
chinesische Schiissel mit Spargeln. Hinter der Schiissel eine 
chinesische Schale auf einem ZinnfufJ. Rechts vorn zwei 
Brotscheiben. 



Bez. .luf dem Kannenhals: 






(die letzte Ziffer ist wohl eine 2). — Kin Bild mit der gleichen Be- 
zeichnung vom Jahre 1649 in der Schwcriner Galcric (frUher bczeichnet 
als Juriaen van Strcek), ein anderes, bczeichnet 1647, auf der L'trechter 
Leihausstellung, 1894. 

Leinwand, h. 0,66, br, 0,53. - 1884 aus deni Kupferstichkabinett 
aberwiesen. 



400 Trinquesse. Troy. Tura, 

Trinquesse. L. R. Trinquesse. Franzosische Schule, — 
Geburts- und Todesjahr unbekannt. Schiiler des Nicolas 
Largilliere. Tatig in der zweiten Halfte des i8. Jahrhunderts 
in Paris und im Haag (1767 als Meister in die Gilde auf- 
genommen). 
487A Bildnis einer jungen Dame. Nach rechts gewendet 
und den Beschauer anblickend. Mit gepuderter, feder- 
geschmuckter Frisur, in ausgeschnittenem rotseidenem Kleid, 
am Mieder ein Blumenstraufichen. Mit der Linken halt sie 
ein Notenblatt. Grauer Grund. 
Bez. rechts im Grunde: 

Leinwand, oval, h. 0,98, br. 0,77. — Erworben 1874 in Paris. 

Troy. Jean Fran9ois de Troy. Franzosische Schule. — 
Maler und Radierer, getauft zu Paris den 27. Januar 1679, 
f zu Rom den 26. Januar 1752. Schiiler seines Vaters 
Frangois; in Rom und spater durch das Studium nach 
Rubens und Paolo Veronese weiter ausgebildet. Tatig zu 
Paris und Rom (Direktor der franzosischen Akademie da- 
selbst von 1738 bis zu seinem Tode). 
469 Das Friihstiick. Eine junge Dame sitzt in einem Park 
an einem Marmortische. Sie hat eine Tasse vor sich und 
fiihrt, indem sie den rechten Arm aufstiitzt und sich nach 
rechts umblickt, zogernd den Loffel zum Munde. 



Bez. links unten: 



DE TA.Grf» t^25. 



Leinwand, h. 0,34, br. 0,25. — Erworben 1843 ^"S der Sammlung 
Reimer in Berlin. 

Tora. Cosma (Cosimo) Tura, gen. Cosme. Schule von 
Ferrara. — Geb. wahrscheinlich 1432 zu Ferrara, f daselbst 
1495. Tatig zu Ferrara. 1452 — 55 ist der Meister von Fer- 
rara abwesend (wahrscheinlich in Padua und Venedig) und 
vielleicht auch 1465 — 67. 
Ill Thronende Maria mit dem Kind und vier Hei- 
lige. Auf hohem Thron, an den sich eine reich omamen- 



Tura. 



401 



tierte Renaissance-Architektur schliefit, sitzt Maria mit ge- 
falteten Handen, das auf ihrem Schofie schlafende Kind 
verehrend. Auf dem Sockel des Thrones stehen links die hi. 
Apollonia, in der Linken die Zange mit dem Zahn, rechts die 
hi. Katharina mit dem Rade, vor dem Throne links der hi. 
Augustinus in bischoflichem Ornat, vor ihm der Adler, rechts 
der hi. Hieronymus in Kardinalstracht, ein Kruzifix in den 
Handen, vor ihm der Lowe. Auf den Thronsaulen halten 
zwei kleine Engel an einem Bande die Krone iiber Marias 
Haupt; zwischen ihnen, auf der Muschel sitzend, ein Engel, 
der die Laute spielt. In den Liinetten iiber den beiden 
Bogen neben der Thronnische Bildwerke, zwei kauernde 
Gestalten mit Tafeln (Konig David und Moses?). Am Sockel 
des Thrones Bronze-Reliefs auf Goldgrund. In der unteren 
Reihe: das Opfer Abels und Kains, der Totschlag Abels; 
David, mit der Schleuder zu Goliath kommend, und David, 
das Haupt des Erschlagenen in die Hirtentasche steckend; 
Simson, der die Saulen des Hauses zu Gaza umstiirzt, die 
Tore von Gaza davontragt und den Lowen zerreifit. In 
der oberen Reihe: das Opfer Isaaks, die Verspottung des 
trunkenen Noah und zwei Manner mit einem Drachen zwischen 
sich. Unterhalb des auf Fiifien frei stehenden Thronbaues 
ist die bergige Landschaft sichtbar. 

Dieses Hauptwerk des Meisters wurde nach Petrucci (Baruffaldi I. 
75 Note 1) fiir den Hauptaltar der Kirche S. Lazzaro in Ferrara ge- 
malt und kam dann nach S. Giovanni Battista dei Canonici Lateranensi. 

I.einwand, h. 3,09, br. 2,34. — Sammlung Solly, 1821. 

Der hi. Sebastian. Der Heilige, aufwarts blickend, 1170B 
an einen Baumstamm gefesselt und von vielen Pfeilen durch- 
bohrt. Goldgrund. 

GegenstUck zum folgenden Bild (Nr. 1170C) und mit ihm zu 
einem grofieren Altarwerke gehCrig, ehemals in S. Luca in Borgo bei 
Ferrara, dessen tibrige Teile sich jetzt im Louvre (der hi. Antonius 
von Padua), in der Accademia Carrara zu Bergamo (Maria mit dem 
Kind) und in den Uffizien zu Florenz (der hi. Dominicus) bofmden. 

Tempera. Pappelholz, oben rund, h. 0,73, br. 0,30. -- S.ammlung 
Solly, 1821. 

Der hi, Christoph. Der Heilige, in blauem Gewand, 1170C 
auf eine Stange gestiitzt und das Christkind auf ilcn Schultern 
tragend, im Begriffe, das Ufer zu ersteigcn. Goldgrund. 

GegenstUck von Nr. 1170B. (S. die Bemcrkung daselbst) 

Ver/. d. GemiiliJe. 26 



402 Tura. Tzane. Uden. Ugolino. 

Tempera. Pappelholz, oben rund, h. 0,75, br. 0,32. — Sammlung 
Solly, 182 1. 

Tzane. Emanuel Tzane. Byzantinische Schule. — Priester, 
tatig um 1640 in Venedig. 
1056 Die Verkiindigung. Vor einem antikisierenden Ge- 
baude steht Maria, ihr gegeniiber der Engel, in der Linken 
ein Szepter, die Rechte, nach griechischem Ritus segnend, 
erhoben. tJber ihm in der offenen Loggia eines polygonen 
Gebaudes ein Prophet (?) mit einer Schriftrolle. In der Hohe 
auf Wolken thronend zwischen Engeln und Cherubim Gott- 
vater, der die Botschaft an Gabriel erteilt und aus dessen 
Mund auf goldenem Strahl der hi. Geist zu Maria nieder- 
schwebt. Rechts und links ein Streifen mit je vier Dar- 
stellungen. Links: Jakob, David, Ezechiel, Daniel. Rechts: 
Moses, Aaron, Jesaias, Habakuk. Bei jedem die mit dem 
Kind in Wolken erscheinende Maria. Goldgrund. 

Bezeichnet: IIOIHMA, 'EMMANOTHA, 'lEPEOC TOT TZANE. 
AXM. (Werk des Emmanuel Tzane, des Priesters, 1640). 

Pappelholz, h. 0,96, br. 0,72. — Sammlung Solly, 1821. — Auf- 
gestellt in der Abteilung der altchristlichen Bildwerke. 

Ubertini. S. Bacchiacca. 

Uden. Lucas van Uden. Vlamische Schule. — Maler 
und Radierer von Landschaften, geb. zu Antwerpen den 
18. Oktober 1595, f daselbst den 4. November 1672. Ver- 
mutlich zuerst Schiller seines Vaters Artus van Uden, aus- 
gebildet unter dem Einflusse des Rubens (in dessen Werk- 
statt ofters als Landschafter beschaftigt, nachdem er 1627 
in die Antwerpener Lucasgilde aufgenommen worden war). 
Tatig zu Antwerpen. 
678A Hiigelige Landschaft. Hinter einem Weiher am Fufi 
einer langgestreckten Anhohe zwei von Buschwerk umgebene 
Bauernhauser. Oben rechts ein Regenbogen. Vorn ein 
Bauer, dem eine Zigeunerin wahrsagt, und zwei Zigeunerinnen 
mit Kindern. 

Die Figuren sind von David Teniers d. J. 

Leinwand, h. 0,72, br. 0,61. — Erworben 1875 in Berlin. 

Ugolino. Ugolino di Neri (oder di Pietro?) da Siena. 
Zeichnet sich Ugolino de Senis. Schule von Siena. — 
Geb. zu Siena, Lebensverhaltnisse unbekannt, f angeblich 
1339 in Siena. Tatig zu Siena, wo er 131 7 urkundlich 
erwahnt wird, und zu Florenz. Ob Ugolino mit dem 1324 in 



Ugolino. 403 

Siena urkundlich erwahnten Maler Ugolino di Pietro identisch 
ist, steht nicht fest. 

Die hhl. Paulus, Petrus, Johannes d. T. Von links 1635 
nach rechts: Paulus, in dunkelblauem Gewand und grau- 
violettenn Mantel. Etwas nach rechts gewendet, in der 
Rechten das Schwert, in der Linken ein Buch haltend. 
Oben in den Vierpassen Brustbilder von Heiligen, unten 
auf dem Sockel des alten Rahmens: S. PAVLVS. — Petrus, 
von vorn gesehen. In griinem Mantel, unter dem das rote 
Gewand sichtbar ist. In der Rechten die Schliissel, in der 
Linken ein Buch haltend. Unten auf dem Sockel des alten 
Rahmens: S. PETRVS. — Johannes d. T., von vorn gesehen. 
Im harenen Gewand, dariiber ein roter Mantel. Die Rechte 
vor die Brust haltend, in der Linken eine Schriftrolle mit 
der Aufschrift: Ecce agnus dei qui tollit peccata mundi etc. 
Oben in den Vierpassen Brustbilder von Heiligen, unten 
auf dem Sockel des alten Rahmens: S. JOHANNES. — Gold- 
grund. In den Zwickeln des Rahmens oben auf jeder Tafel 
je zwei verehrende Engel. 

Gemalt um 1300 — 1310. Die drei Tafeln gehoren zu dem viel- 
teiligen Altarwerk (im Mittelfelde Maria mit dem Kinde thronend 
zwischen secbs Heiligen (Halbfig.), darUber sechs Tafeln mit je zwei 
Aposteln und GiebelstUcke mit je einer Halbfigur eines Heiligen; in 
der Predella wieder Maria mit Christus, zu den Seiten die Darstellungen 
des Abendmahls, der Gefangermahme, der Geifielung, der Kreuztragung, 
der Kreuzabnahme und der Grablegung), das Ugolino flir den Hoch- 
altar in S. Croce zu Florenz malte, und das die Bezeichnung: »Ugolino 
de Senis me pinxit« trug. Vom Hochaltar entfernt, blieb das Altarwerk 
lange Zeit im Dormitorium des Konvents, wo es Delia Valle entdeckte. 
Es kam nach England in die Sammlung W. Y. Ottley; seit deren Ver- 
kauf im Jahre 1847 datiert die Zersplitterung der einzelnen Telle. 
Bis 1885 waren jedoch 13 Tafeln im Besitz des Rev. J. Fuller Russel 
bei Enfield vereinigt. Bei der Auflosung dicser Sammlung kamen 
zwei Telle der Predella in die National Gallery, London; die Ubrigcn 
StUcke befmden sich in englischem Privatbcsitz. — Vgl. den Katalog 
» Exhibition of pictures of the schools of Siena. Burlington Fine Arts 
Club. London 1904 c. 

Tempera. Pappelholz, jeder FlUgel h. 1,37, br.0,57 (mit dem Original- 
rahmen aus einem StUck.) — Erworben 1904 aus dem englischen Kunst- 
handel. — Eigentum des Kaiser Friedrich-Museums- Vercins. 

Geifielung Christi. In einer Halle steht an eine Saule 1635A 
gefesselt Christus. Rechts und links je ein Knecht mit 

26» 



404 Ugolino. Umbrische Schule. Umbrisch-Florentinische Schule. 

GeiBel und Rute, zum Schlag ausholend. Zu den Seiten 
der Architektur Goldgrund. 

Teil der Predella vom Altarwerk Ugolinos in S. Croce zu Florenz. 
S. die Betnerkung zu Nr. 1635. — Sammlung Rev. John F'ulier Russell, 
Enfield. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,345, br. 0,53. — Erworben 1906 aus 
dem englischen Kunsthandel. 

1635B Grablegung Christi. Der tote Christus wird, auf 
einem Leinentuch liegend, in den Sarkophag gelegt. Links 
steht Johannes, das Haupt Christi stiitzend; Joseph von 
Arimathia halt den Korper in der Mitte, ganz rechts 
Nicodemus die FiiGe. Hinter dem Sarkophag steht Maria 
und beugt sich zum Kufi iiber das Haupt Christi, hinter 
ihr mit aufgehobenen Armen wehklagend Magdalena und 
drei weinende Frauen. Hintergrund Felsen, an Stelle des 
Himmels Goldgrund. 

Teil der Predella vom Altarwerk Ugolinos in S. Croce zu Florenz. 
S. die Bemerkung zu Nr. 1635. — Sammlung Rev. John Fuller Russell, 
Enfield. 

Tempera. Pappelholz, h, 0,345. t)r. 0,53. — Erworben 1906 aus 
dem englischen Kunsthandel. 

Umbrische Schule um 1480. 
137 Maria mit dem Kind. Maria sitzt auf einer Stein- 
bank und verehrt das auf ihrem Schofie liegende Kind. 
Links der hi. Petronius, der das Stadtmodell von Bologna 
tragt, rechts ein hi. Dominikaner (beide stark abgeschnitten). 

Ausschnitt aus einem Bilde. — Vermutlich im AnschluB an ein 
Fresko zu Assisi, friiher iiber der Porta S. Giacomo, jetzt im Municipio, 
gemalt, das die Madonna (in ahnlicher Haltung) mit dem Kind in 
der Glorie, von Cherubim urageben, darstellt und wohl von Fiorenzo 
di Lorenzo herriihrt. Wegen Ubereinstimmung mit dem signierten 
Bild des Lorenzo di S. Severino in der Londoner National 
Gallery neuerdings diesem Meister zugeschrieben. — Die Reste der 
beiden Heiligen kamen nach Entfernung eines modemen Goldgrundes 
zutage. 

Pappelholz, h. 1,17, br. 0,69. — Sammlung Solly, 1821. 

Umbrisch-Florentinische Schule vom Ende des 15. Jahr- 

hunderts. 

142 Darstellungen aus dem Leben des jungen Tobias, 

Links an der Treppe eines Hauses nimmt Tobias Abschied 

von seinen Eltern. Weiter rechts schreitet er, begleitet 



Umbrisch-Florentinische Schule. Utrecht. 405 

t ^\ von dem Engel, einer weiten Land- 

^^^ schaft zu, in der andere Szenen 

w von der Reise des Tobias dargestellt 

S^^ sind. Rechts unter einer offenen 

SRenaissancehalle die Vermahlung, 
daran anschliefiend die Uberwin- 
._ dung des Teufels und die Abreise 

Ul^ des Engels. 

Wie das Gegenstiick Nr. 149 und eine 
dritte im Palais S. M. Kaiser Wilhelms I. 
l)efindliche Tafel Teil eines Cassone, und 
zwar wohl florentinischen Ursprungs, wofiir 
auch das wiederholt angebrachte Mediceer- 
^_ wappen spricht. 

^^J Tempera. Pappelholz, h. 0,58, br. 1,57. 



t; C^ 



F"J Utrecht. Jacob van Utrecht. 

OZeichnet sich Jacobus Trajectensis. 
Niederlandische Schule. — Bildnis- 
maler, geb. zu Utrecht. Vielleicht 
^ derselbe Kiinstler, der 1506 als 

^ J Meister in die (lilde zu Antwerpen 

^^^^^ oiif<Toi->niiini<»n ii'iirrb* \;irh clen 



^ 




Erworben 1841/42 in Italien. 

Darstellungen aus dem Le- 149 
ben des jungen Tobi as. Liniis 
in weiter Renaissancehalle das 
Hochzeitsmahl mitMusik undTanz. 
In der Mitte am Ende einer Strafien- 
flucht ein sechseckiger Tempel, an 
dem Tobias und der P^ngel auf der 
Heimkehr voruberreiten. Rechts 
imVorraum einesHauses die Heilung 
des Vaters und zu aufierst dieOffen- 
barung des Engels. 

Gegenstiick von Nr. 142. 

Tempera. Pappelholz, h. 0,58, br. 1,57. 
— Erworben 1841/42 in Italien. 



aufgenommen wurde. Nach den 
Daten auf seinen l^ildcrn tiitig urn 
1523/24. 



406 Utrecht, Vannuccio. Velazquez. t^j 

623A Bildnis eines Mannes. Etwas nach rechts ^ 

gewendet. Mit grauem Vollbart, in schwarzem ^ 

breitem Hut iiber einer roten Kappe und weitem § 

schwarzem Gewand. Die Linke fafit das Schwert ^ 

unterhalb des gravierten Griffes. Hintergrund ein ^ 

Hafen mit einer Stadt am felsigen Seeufer. ^ 

Bez. auf einem vom Bild unten abgesagten Stiick Eichen- ^ 
holz, das auf der Ruckseite aufgeleimt ist, wie auf S. 405. ^ 
— Ein anderes bezeichnetes Bildnis von 1524 aus der 
ehemaligen Sammlung des Barons Minutoli bei Dr. Freund 
in Berlin und eines im Nationalmuseum zu Stockholm. 

Hajbfig. Eichenholz, h. 0,73, br. 0,52. — Erworben 1847. 

Vannuccio. Francesco (Francio) di Vannuccio. 

Schule von Siena. — Geb. zu Siena, tatig daselbst, 
und in der Sieneser Malerliste als Francio di 
Vannuccio verzeichnet; zuerst 1361, zuletzt 1388 
urkundlich erwahnt. 



(£^ 



t=i 



@ 00 



C=3 



1062B Christus am Kreuz. Links vom Gekreuzigten 
Maria, rechts Johannes trauernd. Vor Maria kniet 
ein hi. Bischof (von ihm die Worte ausgehend: ^ ^ 
vulnerasti dne carnem. caritate tua). Rechts der ^ 2 
kniende Stifter, ein Franziskaner (von ihm die 
Worte ausgehend: Pate . dne . speravi no cdfundar 
in aeternum). Goldgrund. — Ruckseite (Unter- 
glasmalerei): Maria mit dem Kind, auf einem 
Throne sitzend, zwischen einem mannlichen und ®i 
einer weiblichen Heiligen ; links der kniende Donator, ^ 
ein Franziskaner (von ihm die Worte ausgehend: 
Misere mei et audi orationes meas). ^ 

Bezeichnet unten auf der Leiste des Rahraens wie neben- 0. 
stehend. — Das kleine Altarchen, mit seinem gotischen Rahmen 
aus einem StUcke, diente wohl als Abzeichen einer religiosen ^ 
Korperschaft bei Umziigen und dergl. @) 

Tempera. Pappelholz, h. (die eigentliche Bildflache bis ^ 

zur Spitze des Mittelgiebels) 0,24, br. 0,18. — Erworben 
1885 in Florenz als Geschenk des Herrn James Simon. 

Velazquez. Diego Velazquez de Silva, eigent- 
lich Diego Rodriguez de Silva y Velazquez. Nach f^^j 

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Velazquez. 407 

andalusischem Brauche fiihrt er den Namen seiner Mutter, 
Velazquez. Spanische Schule (Sevilla und Madrid). — Ge- 
tauft zu Sevilla den 6. Juni 1599, f zu Madrid den 6. August 
1660. Schiller des Francisco Herrera d. A., dann des 
Francisco Pacheco zu Sevilla. Tatig zu Sevilla und Madrid 
(seit 1523 Hofmaler Philipps IV.), zweimal in Italien (1629 bis 
1631 und 1649 — 1651). 

Bildnis der Schwester Philipps IV., Maria Anna 413C 
(1606 — 1646, seit 1631 Geinahlin des Konigs von Ungarn 
und spateren Kaisers Ferdinand III.). Etwas nach links ge- 
wendet und den Beschauer anblickend. In olivgriineni, 
mit Goldbrokat besetztem Kleid, iiber dessen engen Armeln 
weite Oberarmel nach hinten herabhangen. Mit hohem 
schmalem Tiillkragen, um den Hals eine goldene Kette, an 
der ein Medallion mit zwei die Hostie anbetenden Engeln 
hangt. Die Rechte ruht auf einer Sessellehne, die Linke 
halt ein Spitzentuch. Die graue Wand des Zimmers wird 
fast ganz verdeckt von einem roten Vorhang. 

Das Bild gleicht voUig dem im Museo del Prado befindlichen 
Brustbilde der Maria. Dieses ware nach Justi (V'elazquez I, 314) das 
1630 in Neapel, wo sich die Konigin auf der Reise nach Ungarn vor- 
Ubergchend aufhielt, gemalte, wiihrend das Berliner Portriit damals, 
worauf das Kostiim deutet, nur entworfen und, wie die Tcchnik ver- 
rjit, viel spater, vielleicht erst nach 1646, ausgefuhrt worden sei. — 
Das Bild kam 1820 aus dem koniglichen Palast in Madrid (es tragt 
die Inventarnummer 471) durch Gcschenk (zugleich mit Coellos Portrat 
Philipps U.) in die Sammlung des preufiischen Ministerresidenten 
Obersten von Schepeler. 1851 wurde es von Suermondt erworben 
und gait auch in dieser Sammlung als Portrat von Philipps I\'. erster 
Gemahlin Isabella von Bourbon, wahrend der ausgesprochen habs- 
burgische Gesichtstypus die jetzige Benennung naho legt. 

Leinwand, h. 2,00, br. 1,06. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Bildnis einer Dame. In mittleren Jahren. Halb nach 413E 
links gewendet und den Beschauer anblickend. Mit hoher 
Frisur, in schwarzem Seidenkleid mit blauem golddurch- 
wirktem Brusteinsatz und ebensolchen Arnieln. Im Haar 
und um den Hals Diamanten und Perlen. Eine Brosche, 
eine Kette und Knopfe von Gagat schmucken das Gewand. 
Die Rechte ruht auf einer Sessellehne, die Linke halt einen 
zusammengeklappten Facher. Hellgrauer Grund. 



408 Velazquez. 

Auf der alten, jetzt durch eine neue verdeckten Leinwand stebt in 
alter Handschrift der Name Joana de Miranda, Indes bleibt ungewiO, 
ob damit des Malers Gattin genieint sei oder eine andere Dame 
vom Hofe Philipps IV., an dem der Name Miranda mehrfach vor- 
kommt (s. Justi, Velazquez II, zjflf.) Vielleicht ist die Dargestellte 
die Grafin Olivares. Das Bild gehOrt nach Justi in die dreifiiger Jahre. 
— Es lafit sich nur bis auf die Sammlung des Sebastian Martinez in 
Cadix zuriickverfolgen. Im Jahre 1867 ging es fur 98000 Frs. aus 
der Salamanca-Galerie in den Besitz von Lord Ward (Dudley) ilVjer. 

Kniefig. Leinwand, h. 1,20, br. 0,99. — Erworben 1887 aus der 
Sammlung des Earl of Dudley. 

413F Die drei Musikanten. Um einen Tisch herum stehen 
drei StraBensanger: der eine rechts, im Profil gesehen, in 
goldgelbem Gevvand und weifiem Kragen, begleitet seinen 
Gesang auf der Violine, ein zweiter in dunkelgriiner Kleidung 
hinter dem Tische, von vom gesehen, ebenfalls singend, 
spielt die Gitarre dazu. Vor dem Tische links ein Junge, 
in dunklem Gewand und goldgelben Armeln, die Gitarre 
unter dem rechten Arm, der, ein voiles Kelchglas in der 
Linken, lachend auf den Beschauer blickt. Auf der Tisch- 
platte ein Zinnteller mit einem zusammengelegten weifien 
Tuch, einem Brot und einem Messer, daneben rechts ein halb- 
gefiilltes Weinglas und ein grofier Kase, in dem ein Messer 
steckt. Links hinter dem Jungen hockt ein kleiner Affe. 
Hintergrund dunkelgraue Wand, auf der links ein gold- 
gerahmtes Landschaftsbild hangt. 
Aus der friihesten Zeit des Meisters. 

Halbfig. etwas unter Lebensgr. Leinwand, h. 0,87, b"r. 1,10. — 
Erworben 1906 aus dem englischen Kunsthandel. 

413A Velazquez? Bildnis des italienischen Feldhaupt- 
manns Alessandro del Borro. Etwas nach rechts ge- 
wendet und den Beschauer anblickend. Barhauptig, von 
machtigem Korperbau und aufgedunsenen Formen. In 
schwarzer Tracht, auf der obersten Stufe einer Treppe neben 
einer Saule stehend. Er halt mit der Rechten den Zipfel 
des herabfallenden Mantels, die linke Hand ruht auf der 
Degenkoppel, wahrend er eine Fahne, auf deren weifien und 
roten Streifen goldene Bienen verstreut sind, mit Fiifien tritt. 
Die Vermutung, dafi der Dargestellte der italienische Feldhauptmann 
Alessandro del Borro sei, griindet sich auf die Fahne, die unter seinen 
Fiifien liegt. Die Bienen sind das Zeichen der Barberini, und in dem 



Velazquez. Velde. 400 

Kampfe, den Parma mit Hilfe von Venedig und Toskana gegen Ur- 
ban VIII., das Haupt der Familie Barberini, um den Besitz des Herzog- 
tums Castro 1641 — 1643 fuhrte, war del Borro der Feldhauptmann 
Ferdinands II. von Toskana. Aufierdem befindet sich in der Bildnis- 
sammlung der Uffizien (Nr. 252) ein ahnlicher Kopf als Bildnis des 
toskanischen Marchese. Ein Bild im Rathause zu Arezzo, das Borro 
darstellt in ganzer Figur, mit Riistung und der Inschrift: Alexander a 
Borro Marchio Patritius Arretinus Germanico Bello Clarissimus Etrurie 
Defensor Acerrimus Hispanic Citerioris Domitor Turcarum Terror Tenedi 
Lemnique Expugnator Obiit Anno Salutis MDCLVI Aetatis Suae . . . 
weist nicht sicher dieselben Ziige auf wie unser Bild. Nach dem Ende 
des 30jahrigen Krieges trat del Borro in die Dienste Philipps IV'. von 
Spanien. Die Zuschreibung an Velazquez ist als unwahrscheinlich 
anerkannt worden, und verschiedene italienische Meister des 17. Jahr- 
hunderts sind in Vorschlag gebracht worden. — Das Bild befand sich 
fruher in der Villa Passerini bei Cortona; in der Nahe dieses Ortes, 
in Arezzo, war del Borro geboren. 

Teinwand, h. 2,03, br. 1,21. — Erworben 1873 in Florenz. 

Velazquez. Kopie nach Velazquez. Spanische Schule. 

Bildnis eines spanischen Hofzwerges. In reicher 413D 
Tracht, den mit Federn geschmuckten Hut in der Rechten, 
halb nach rechts gewendet, neben einer machtigen schwarz- 
vind weifigefleckten Hiindin stehend, die er am Band halt. 
Grund die Zimmerwand. 

Kopie (von Maso?) nach dem im Museo del Prado zu Madrid 
befindlichen Original, in dem der Katalog den Ilofzwerg Philipps IV., 
Don Antonio den Englander, sehen will. Nach Justi (Velazquez II, 
354) indes moglicherweise das Portrat des kiiniglichen SpaOmachers 
Velazquillo. 

Leinwand, h. 1,39, br. 1,01. — Erworben 1879 i" Wicn voni Malcr 
Penther, der das Bild aus Spanien mitgebracht hatte. 

Velde. Adriaen van de Velde. Hollandische Schule. 
— Maler und Radierer von Landschaften und Tieren, ge- 
tauft zu Amsterdam den 30. November 1636, f daselbst den 
21. Januar 1672. Schuler seines Vaters, des Marinenialers 
Willem van de Velde d. A. zu Amsterdam, spater des Jan 
Wijnants und des Philips Wouwerman zu Haarlem; unter 
dem Einflusse von Paulus Potter weiter ausgebildet. TStig 
zu Amsterdam. 

Kuhe auf der Weide. Vorn auf einer Wiese grast 903 A 
eine braune Kuh, neben ihr links liegt eine graue. Links 
hinten kommt eine Magd, der ein Hund vorausspringt, mit 



410 



Velde. 



Milcheimern heran. In der Feme rechts ein Haus zwischen 
Baumen. 

Bez. rechts unten: ^WeioC 'TjCj^ 

Eichenholz, h. 0,27, br. 0,22. — Erworben 1853 in Berlin. 
922B Flache Flufilandschaft. Auf einer Landzunge an der 
Vereinigungsstelle zweier Fliisse weiden zwei Pferde und ein 
paar Schafe. An dem jenseitigen Ufer ein Schl6i3chen 
von Baumen umgeben; daneben mehrere Hiitten. In der 
glatten Flache des Wassers spiegelt sich die Landschaft mit 
dem bewolkten Himmel wieder. 

Sammlung Schonborn, VVien 1866. 

Leinwand, h. 0,41, br. 0,66. ■ — ■ Sammlung Suermondt, 1874. 
922 C Die Farm. Auf einer mit einem Zaun umfriedeten 
Waldwiese rechts im Schatten einer hohen Baumgruppe 
lagernde Kiihe und grasende Ziegen mit dem schlafenden 
Hirten und einem Hunde. Links weiter zuriick Pferde an 
einer Wasserlache. Im Mittelgrunde wird eine Kuh ge- 
molken. Hinter der Umzaunung ist zwischen Baumen ein 
Gehoft sichtbar. 

Bez. links unten am Zaune: 

Vielleicht Gegenstiick zu der gleich grofien und aus demselben Jahr 
datierten Hirschjagd im Stadelschen Institute zu Frankfurt a. M. 

Leinwand auf Holz, h. 0,63, br. 0,78. — Erworben 1899 aus der 
Sammlung des Lord Francis Pelham Clinton Hope in London. 

S. auch Nr. 836 B (Wijnants). 

Velde. Esajas van de (oder den) Velde. Hollandische 
Schule. — Maler und Radierer, geb. zu Amsterdam um 1590 
als Glied der weitverzweigten Kiinstlerfamilie, begraben im 
Haag den 18. November 1630. Tatig zu Haarlem (seit April 
1610, 1612 in die Gilde aufgenommen), im Haag (1618 in 
die Lukasgilde eingeschrieben), als Hofmaler des Prinzen 
Moritz von Oranien, und zu Leiden 1630 (Houbraken). 
730A Das Bollwerk am Kanal. Rechts am Ufer eines Ka- 
nals liegen die Mauern eines befestigten hollandischen Ortes 
mit einem kleinen Tore; davor einige Figuren. Auf dem 
Kanale vorn ein Boot. 



Velde. Venetianische Schul^. ah 

Bez. rechts unten an einer Latte der Uferbefestigung : M^<VELD£* 
Eichenholz, rund, Durchmesser o,io. — Sammlung Suermondt, 
1874. 

Venetianische Schule um 1500. 

Maria Magdalena von Engeln emporgetragen. 44A 
Die in ihr langes Haar gehiillte Heilige wircl beiderseits 
von je drei schwebenden Engeln (in kleinerem Mafistabe) 
gehalten. Hintergrund Luft. 

In der Art des Cima da Conegliano. 

Magdalena Halbfig. Leinwand auf Holz, h. 0,95, br. 1,23. — 
Sammlung Solly, 182 1. 

Venetianische Schule um 1500. 

Bikinis eines jungen Mannes. Mit starkem dunklem S.9 
Vollbart. Etwas nach links gewendet und auf den Beschauer 
blickend. In dunklem Rock und dunkler Kappe uber langem 
dunkelblondem Haar (oder Periicke). Schwarzblauer Grund. 

Brustbild etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,29, br. 0,25. — 
Sammlung James Simon. Vgl. Katalog diescr Sammlung. 

Venetianische Schule um 1500. 

Maria mit dem Kind und vier Heilige. Maria, 49 
hinter einer Brustung sitzend, auf der viele kleine Muscheln 
liegen, halt das nackte Kind auf dem SchofJe. Links hinter 
ihr der hi. Petrus und ein jugendlicher Heiliger, rechts der 
hi. Georg fast ganz verdeckt, die Lanze auf der Schulter, 
und Johannes d. T. mit dem Kreuz. Durch ein Kenster 
links Ausblick auf Himmel. 

Bez. auf einem Zettel rechts an der Balustrade: 







Die Bezeichnung ist, well undeutlich und zuin Icil ausgcl»scht, 
nicht mehr bestimmt zu deuten. Crowe und ("avjilcasellc (inden in dem 
Bilde Verwandtschaft mit einem (Jemalde des Marco Marzialc aiis seiner 
frUheren Zeit (1499); docli hat es mit dem in Berlin befindlichen 



412 



Wnetianische Schule. Venne. 



Werke des Marziale (Nr. i) keinerlei Zusammenhang. Auch zu den 
Malem Pietro Maria Pennacchi und Pietro Marescalco, auf welche die 
Bezeichnung allenfalls hindeuten konnte, steht das Berliner Bild in 
keinerlei Beziehung. Es mag um 1500 gemalt sein und zeigt eine ent- 
schiedene Anlehnung an Mantegna und Luigi Vivarini. Eine Dar- 
stellung des Todes der Maria (Akademie zu Venedig) mit der Signatur 
.... rus . , aria scheint von derselben Hand. 

Halbfig. Pappelholz, h. 0,88, br. 0,67. — Sammlung Solly, 1821. 

Venetianische Schule um 1515—1525. 

152 Bildnis zweier Manner. Beide mittleren Alters, in 
schwarzem Barett und schwarzem Kleide. Der zur Rechten, 
im Profil nach links gewendet, halt einen Brief in der Hand, 
den er dem anderen vorziilesen scheint. Hintergrund Wand, 
links Ausblick in die Landschaft. 

Ehemals Giorgione zugeschrieben, indes mehr in der Art des 
Sebastiano del Piombo. 

Halbfig. Leinwand, h. 0,87, br. 1,02. — Sammlung Solly, 1821. 

Venne. Adriaen Pietersz. van de Venne. Hollandische 
Schule. — Geb. zu Delft 1589, f ini Haag den 12. No- 
vember 1662. Schiller des Goldschmieds Simon de Valck in 
Leiden und des Jeronimus van Diest im Haag. Tatig zu 
Middelburg (1614 — 1625) und im Haag (1625 in die Lukas- 
gilde eingeschrieben und 1656 Mitbegrunder der neuen Maler- 
gilde). 
741 A Der Sommer. Auf einem Wege, der links im Vorder- 
grunde durch einen Bach fiihrt, kommen Reisende zu Wagen 
und zu Pferde heran. Bettler drangen sich an den Wagen. 
An einem iiber den Bach geschlagenen Steg zwei Jager. 
Rechts ganz vorn ein Bauernweib, das ihrem Manne, der 
den Korb mit Eiern hat fallen lassen, den Hiihnerkorb um 
den Kopf schlagt. Weiter zuriick eine Windmiihle. Im 
Hintergrunde der hiigeligen Landschaft eine Ortschaft mit 
Kirche und Ttirme einer Stadt. 

Bez. unten in der Mitte des Bildes: ^ViNN( fH f. 

Gegenstiick zu Nr. 741 B. 

Eichenholz, h. 0,43, br. 0,68. — Sammlung Suermondt, 1874. 

741 B Der Winter. Auf der Eisflache eines Flusses eine grofie 
Anzahl von Schlittschuhlaufern, Schlitten und ein unter 
vollen Segeln gehendes Eisboot. An den Ufern kahles 



Venne. Verelst. Verkoljc. a I ? 

Geholz, in cler Feme rechts eine Ortschaft, links ein 
Schlofi. 

Bez. rechts unten: J\/VINN(}^I A- 

Gegenstlick von Nr. 74 1 A. 

Eichenholz, h. 0,42, br. 0,68. — Samralung Suermondt, 1874. 

Verelst. Pieter Verelst. Hollandische Schule. — Ge- 
burts- und Todesjahr unbekannt. Tatig nach den Daten 
auf seinen Bildern 1648 — 1666, zumeist im Haag, wo er 
sich, aus Dortrecht kommend (daselbst 1638 in die Lukas- 
gilde aufgenommen), 1643 niederliefi, 1656 Mitbegriinder der 
neuen Malergilde wurde, und 1668 noch urkundlich nach- 
weisbar ist. 

Bildnis einer alten P'rau. Etwas nach links ge- 830 
wendet und den Beschauer anblickend. In dunklem pelz- 
gefiittertem Mantel, der vorn das dunkle Kleid init einer 
Brosche und das gefaltete Hemd sehen lafit. Auf dem 
Kopf eine Haube. Dunkler Grund. 

Bez. links unten: 

P.VER-EUST 1^48 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,63, br. 0,53. — Kfinigliche Schliisscr. 

Die Nahterin. Vor einem hoheni Kamine zur Rechten 875 
sitzt ein junges Madchen, von ihrer Nahterei aufblickend. 
Links neben ihr eine Truhe mit aufgeschlagenem Deckel. 

Bez. rechts unten neben dem Stuhle: E5". 

Eichenholz, h. 0,33, br. 0,29. — Kfinigliche Schldsser. 

Verkolje. Nicolaes Verkolje. Hollandische Schule. — 
Maler und Stechcr (Schabkunst), geb. den 11. .April 1673 
zu Delft, t zu Amsterdam den 21. Januur 1746. Schiilcr 
seines Vaters Jan Verkolje. Tatig zu .Amsterdam (scit 
1700). 

Verweigerte Jagdbeute. Hinter einer stcinernen 1012 
Fensterbriistung weist ein junges Madchen mit der Linken 
ein Rebhuhn zuriick, das ihr ein von rechts hinten herzu- 
tretender Jager anbietet. Vor der Brustung ein schnobernder 



AJA Verkolje. Veronese. 

Jagdhund. Ruckwarts Durchblick auf eine Parkland- 
schaft. 

Bez. am Postament der Saule rechts: 

Aus der friiheren Zeit des Meisters, im AnschluB an die jlltcren 
Sittenbildmaler, namentlich an Metsu. 

Kl. Halbfig. Eichenholz, h. 0,38, br. 0,29. — Sammlung Solly, 
1821. 

Vermeer. S. Meer, 

Veronese. Paolo Caliari, gen. Veronese. Venetianische 
Schule. — Geb. zu Verona 1528, t zu Venedig den 
19. April 1588. Schiller des Antonio Badile zu Verona, 
daselbst unter dem Einflusse der Werke des Paolo Morando, 
gen. Cavazzola, dann in Venedig unter dem Tizians und 
Tintorettos weiter ausgebildet. Tatig zu Verona und vor- 
nehmlich zu Venedig (seit 1555), in Mantua (um 1548), im 
Trevisanischen (um 1551 — 1553 und wieder 1566/67), in 
Vicenza (1572) und in Padua. 

303 Jupiter, Fortuna und Germania. Jupiter auf Wolken 
thronend, wendet sich zu der rechts neben ihm stehenden 
Germania und deutet auf die links vor ihm liegenden Attri- 
bute der irdischen Macht: Krone, Szepter, Schmuck und 
Bischofsmiitzen. Dariiber beugt sich Fortuna, einen Wiirfel 
als Zeichen der Veranderlichkeit des Glucks in der Hand. 
Vorn links zwei Genien mit einer Bischofsmiitze und rechts 
zwei andere mit dem Adler spielend. Am leicht bewolkten 
Himmel rechts die Zeichen der Fische und des Bogen- 
schiitzen. 

Gegenstiick zu Nr. 304. — Dieses wie die nachfolgenden zugc- 
hiirigen Gemiildc (Nr. 304, 309 und 311) sind vom Meister wohl unter 
Mithilfe von Schiilern ausgefuhrt. In Venedig selbst galten diese 
Malereien, urspriinglich im Kaufhause der Deutschen (Fondaco de' 
Tedeschi, in der Sala del banchetti) fiir Paolos Werk. Von Ridolfi 
(1648) ausftihrlich beschrieben. 

Leinwand, h. 1,45, br. 2,45. — Erworben 1842 aus der Sammlung 
des Grafen Leccbi in Brescia. 

304 Saturn, der Gott der Zeit, hilft der Religion die 
Ketzerei uberwinden. Saturn zur Rechten, iiber einen 



Veronese. 



415 



Erdglobus gelehnt, in der Linken die Sense, blickt auf die 
vor ihm kauernde Gestalt der Ketzerei. Hinter ihr sitzt, 
einen Mantel iiber das Haupt gezogen und in einem Buche 
lesend, die Religion. Neben ihr rechts ein Genius mit 
dem Krummstab, links zwei Genien, die dem Saturn Mefi- 
instrumente bringen. Am leichtbewolkten Himmel links das 
Zeichen des Steinbocks. 

Gegenstiick von Nr. 303. S. die Bemerkung daselbst. 

Leinwand, h. 1,44, br. 2,42. — Erworben wie Nr. 303. 

Minerva und Mars. Minerva, von riickwarts gesehen, 309 
zur Rechten auf Waffenstucken sitzend, nestelt Mars das 
Warns zu. Mars stiitzt sich mit der Rechten auf seinen 
Panzer, in der Linken halt er das Schwert erhoben. Zu 
beiden Seiten je ein Genius mit Lorbeerzweigen und Kriegs- 
gerat. Am leichtbewolkten Himmel links das Zeichen des 
Krebses. 

Das Bild soil nach Ridolfi die KriegstUchtigkeit Deutscblands, das 
liier als Minerva dargestellt ist, veranscbaulichen. — Gegenstiick zu 
Nr. 311. S. die Bemerkung zu Nr. 303. 

Leinwand, h. 1,44, br. 1,46. — Erworben wie Nr. 303. 

Apollo und Juno. Apollo auf Wolken thronend, die 311 
Lyra in der Hand, wendet sich nach links zu Juno, die 
den rechten Arm iiber den Pfau gelegt hat und in der 
erhobenen Linken ein Tambourin halt. Am leichtbewolkten 
Himmel rechts das Zeichen des Lowen. 

Bezieht sich wahrscheinlich auf die Bliite der Kunst, namentlicli 
der Musik in Deutschland (nach Ridolfi auf den Reichtum der dcut- 
schen Metallbcrgwerke). — Gegenstiick von Xr. 309. S. die Bemerkung 
zu Nr. 303. 

Leinwand, h. 1,47, br. 1,36. — Erworben wie Nr. 303. 

Dekoration einerDecke aus dem Palazzo Pisani 326-^330 
zu Venedig (im Kaiser Friedrich-Museum in die Decke 
eines der nordlich gelegenen Kabinette eingefugt). 

Mittelbild. Jupiter, Juno, Cybele und Neptun. 326 
Jupiter auf dem Adler, Neptun, dcssen Dreizack ein kleiner 
Genius tragt, Juno mit dem Pfau und Cybele zwischen zwei 
L5wen, schauen einer von Genien aufwarts getragenen 
Figur nach. 

Die Malereien, die sich ursprUnglich als Dcckengemalde im Palazzo 
Pisani in Venedig bcfanden, sind vom Mcistcr sclhst cntworfcn und 
von ihm unter Mitwirkung von Gehilfen ausgefuhrt. 



41 6 Veronese. Verrocchio. 

Leinwand, h. 2,20, br. 2,27. — Erworben 1842 aus der Sammlung 
des Grafen Lecchi in Brescia. 

327 Drei Genien. Vor leichtbewolktem Himmel schwebend. 
Zwei, sich umfassend, halten ein Szepter, der dritte driickt 
sich einen Lorbeerkranz auf das Haupt. 

Seitenfeld zu dem Mittelbilde Nr. 326. 

Leinwand, h. 0,54, br. 1,23. — ■ Erworben wie Nr. 326. 

328 Drei Genien. Vor leichtbewolktem Himmel schwebend. 
Mit Blumen und Friichten in den Handen. 

Seitenfeld zu dem Mittelbilde Nr. 326. 

Leinwand, h. 0,54, br. 1,23. — Erworben wie Nr. 326. 

329 Drei Genien. Vor leichtbewolktem Himmel schwebend. 
Der eine halt einen Fisch im Netze, die beiden anderen 
haschen nach einer fliegenden Taube. 

Seitenfeld zu dem Mittelbilde Nr. 326. 

Leinwand, h. 0,54, br. 1,23. — Erworben wie Nr. 326. 

330 Drei Genien. Vor leichtbewolktem Himmel schwebend. 
Zwei haschen nach einem Vogel, der dritte schlagt das 
Tambourin. 

Seitenfeld zu dem Mittelbilde Nr. 326. 

Leinwand, h. 0,54, br. 1,23. — Erworben wie Nr. 326. 

Verrocchio. Andrea del Verrocchio (nach seinem ersten 
Lehrer dem Goldschmiede Giuliano Verrocchio). Nach dem 
Vater Andrea di Michele di Francesco Cioni. Florentinische 
Schule. — Goldschmied, Bildhauer und Maler, geb. zu 
Florenz 1436, f zu Venedig zwischen dem 27. August und 
dem Oktober 1488. Tatig zu Florenz und Venedig (zwischen 
1480 und 1488). 

104A Maria mit dem Kinde. Maria halt mit beiden Handen 
das links auf ihrem Schofie sitzende Kind, das lachelnd 
beide Arme der Mutter entgegenstreckt. Hintergrund ge- 
birgige Landschaft. 

Die Bestiramung des Bildes beruht hauptsachlich auf der \'er- 
gleichung mit den Skulpturen des Meisters, da das einzige authentische 
Gemalde, das von ihm erhalten ist, die Taufe Christi in der Akademie 
zu Florenz, fiir sich allein keine geniigenden Anhaltspunkte bietet. 
(S. Bode, Jahrb. der k. pr. Ksts. Ill i ff.). — Das Bild stimmt Uberein mit 
einer Gruppe von Madonnenbildern, zu der eine Maria mit dem Kind 
und Engeln in London (friiher » Antonio Pollaiuolo« genannt), eine 
Madonna im Staedelschen Institute (Nr. 9) zu Frankfurt a. M. und Maria 



Verrocchio. 



417 



mit dem Kind in unserer Galerie (Nr. 108) gehoren. Die Farbung 
unseres Bildes ist durch den unfertigen Zustand der Malerei dunkler 
und weniger ansprechend als auf den ubrigen der Gruppe; besonders 
sind die Fleischpartien nur erst untermalt. Es soUte wohl, in Tempera 
begonnen, mit Anwendung von Ol- und Fimisfarbe vollendet werden, 
wie der nahezu fertige Mantel der Maria zeigt, und wie es dem Ver- 
fahren Verrocchios entspricht. 

Maria Halbfig. etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,72, br. 0,53. 

— Erworben 1873 in Florenz aus der Sammlung des Prinzen Napoleon. 

Maria mit dem Kinde. Maria halt das links vor ihr 108 
auf der Brustung stehende Kind, das die Rechte segnend 
erhoben hat. iJber eine Steinbriistung im Hintergrunde 
blickt man in eine flache Landschaft mit einzelnen Felsen- 
kegeln. 

Kann das Bild auch in der AusfUhrung dem Meister selbst nicht 
zugeschrieben werden, so zeigt es doch in den Typen und der Kom- 
position vollig Verrocchios Charakter. S. die Bemerkung zu Nr. 104A. 

Maria Halbfig. etwas imter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,74, br. 0,46. 

— Sammlung Solly, 1821. 

Verrocchio. Schule des Andrea del Verrocchio. Kloren- 
tinische Schule. 

Christus am Kreuz und vier Heilige. In der Mitte 70A 
Christus am Kreuz; unter den Kreuzesarmen zwei schwebende 
Engel, die das Blut aus den Wunden Christi in Gefafien 
auffangen. Zur Linken stehen die hhl. Antonius von Padua 
und Laurentius, zur Rechten Petrus Martyr und der Erz- 
engel Raphael mit dem jungen Tobias. Hintergrund Land- 
schaft. 

Unten die Inschrift: QUESSTA TAVOLA SEFATTA FARE 
PER LORENTIO DUGOLINO DE ROSSI. LA QUALE A FATTCA 
FARE BELTRAME DI STOLDO DE ROSSI 1475. — Die Inschrift 
bcsagt, daO Beltrame di Stoldo de' Rossi das Bild bestellt und zuni 
Andenken an Lorenzo d' Ugolino de' Rossi gestiftet habc. — Das Bild 
liefert cinen wertvollen Beitrag zur Kenntnis der Malcrschulc \'erroccliios 
und laflt uns durch seine nahc Verwandtschaft mit der »\'ierge 
Glorieuse« im Louvre und anderen Bildcrn cincn Meister dieser Schule 
erkennen. 

Tempera. Pappelholz, h. 1,77, br. 1,94. — Sammlung Solly, 1821. 

Krdnung der Maria. Ober Wolken thronend, krftnt 72 
Gott-Vater in der Mandorla, von Cherubim umgeben, die 
links vor ihm kniende Maria. Zu beiden Seiten im Halb- 

Verz. d. Gem&lde. 27 



41 8 Verrocchio. 

kreise Chore von rosenbekranzten, musizierenden Engeln und 
zahlreiche mannliche und weibliche Heilige, angefiihrt links 
von Johannes dem Taufer und Franziskus, rechts von der 
hi. Klara und Magdalena. 

Von Ruraohr als »Cosimo RosseIli« erworben. Das Bild lafit indes 
in der knienden Maria und den musizierenden Engeln sowie in der 
Farbung deutlich das Vorbild Verrocchios erkennen, wie denn im Auf- 
bau und in der Anordnung die ebenfalls der Werkstatt Verrocchios 
angehorige »Vierge Glorieuse« im Louvre bestimmend war (s. Bode, 
Jahrb. der k. pr. Ksts. Ill 245 und 251). — Das Bild rtthrt von demselben 
Meister her wie Nr. 70 A. 

Tempera. Pappelholz, h. i,8i, br. 2,09. — Erworben 1829 durch 
Rumohr. 

Verrocchio. Werkstatt des Andrea del Verrocchio. Floren- 
tinische Schule. 

80 Bildnis eines jungen Madchens. Etwas nach links 
gewendet und auf den Beschauer blickend. In weifiem, 
ausgeschnittenem Kleide mit blafiroten Armeln, um den 
Hals eine Korallenschnur. tjber eine Briistung im Hinter- 
grund Blick auf hiigelige Landschaft. 

Mit der Unterschrift : . NOLI ME TANGERE. — Auf der Ruck- 
seite der Tafel in der Mitte ein ausgekratztes Wappen in einem Lor- 
beerkranz und an den vier Seiten die Inschriften: . FV CHE IDIO 
VOLLE . — . SARA CHE IDIO VORRA . — . TIMORE DINFA- 
MIA . . E . SOLO DISIO . DONORE . — . PI ANSI GIA QVELLO 
CHIO VOLLI . . POI CHIO LEBBI. Die letzten Worte sind dem 
Sonett » Chi non puo quel vuol , . . « entlehnt, das friiher irrtumlich 
als eine Dichtung Lionardos gegolten hat, indessen von Matteo di 
Meglio, einem Herolde der Florentiner Signorie, herriihrt (1452). — 
Ehemals vermutungsweise Granacci zugeschrieben (s. Bode, Jahrb. der 
k. pr. Ksts. Ill 250). 

Brustbild, etwas unter Lebensgr. Pappelholz, h. 0,45, br. 0,29. 
— Erworben 1829 durch Rumohr. 

93 Das Christkind und der kleine Johannes. In 
felsiger Landschaft wird auf der Riickkehr aus Agypten der 
Christusknabe von dem jugendlichen Johannes als der Heiland 
begrufit. Links weiter zuriick Maria und Joseph. Ganz 
links im Vordergrunde Rehwild. 

Das Bildchen, das ehemals Piero di Cosimo zugeteilt wurde, 
zeigt die charakteristischen Merkmale von Verrocchios Kunstweise. 
Vielleicht ist es, worauf auch der Charakter der Landschaft deutet, 



Verrocchio. Verspronck. ajq 

ein friihes, noch unter Ver- 
rocchios Einflufi entstandenes 
Werk des Dom. Ghirlan- 
daio. 

Pappelholz, h. 0,31, br. 
0,48. — 1842 von Konig 
Friedrich Wilhelm IV. der 
Galerie tiberwiesen. 

Verspronck. Jan Cor- 

nelisz. Verspronck (ur- 
kundlich auch Ver- 
sprong). Zeichnet sich 
Verspronck, seltener 
Versprong. Hollandische 
Schule. — Bildnismaler, 
geb. zu Haarlem 1597, 
begraben ebenda den 
30. Juni 1662. Schiller 
seines Vaters Cornelis 
Engelsz. und des Frans 
Hals. Tatig zu Haarlem 
(1632 in die Gilde auf- 
genommen). 

BildniseinerFrau. 877 A 
In mittleren Jahren, halb 
nach links gewendet, auf 
einem Stuhle sitzend 
und den Beschauer an- 
blickend. MitSchnebben- 
haubchen, in schwarzem 
Kleid, mit flachem an- 
liegendem Krageii und 
Manschetten. P'inen Fa- 
cher von StrauBenfedern 
in den Handen. Braun- 
licher Grund. 
Bez. links unten wie nebenstehcnd. Auf der RUckscitc in alter 
Schrift: Aeltje Dirkz Pater. 

Halbfig. Eichenholz, h. 0,87, br. 0,68. — Erworbcn 1862 in 
Berlin auf der Versteigerung der Saminlung MiUler. 

27* 




A20 Verspronck. Victors. Vivarini. 

877B Bildnis einer jungen Frau. Nach links 
gewendet und auf den Beschauer blickend. 
In schwarzem Kleid mit Spitzenmanschetten, 
mit weifieni Haubchen, Miihlsteinkragen und 
Goldschmuck um Hals und Arme. Die in- 
einandergelegten Hande halten die Hand- 
schuhe. Grauer Grund. 

Kniefig, Leinwand, h. 1,25, br. 0,915. — Er- 
worben 1906 als Geschenk des Herrn A. Thiem, 
S. Remo. — Sammlung A. Thiem. 

Victors. Jan Victors. Zeichnet sich auch 
Victor, Victoor oder Fictoor. Hollandische 
Schule. — Geb. um 1620 zu Amsterdam, f bald 
nach 1676. Schiller Rembrandts (wahrschein- 
lichi635 — 1640). Tatigzu Amsterdam bis 1673. 
826A Hanna iibergibt ihren Sohn Samuel 
dem Priester Eli. Eli thront zur Rechten 
in Priestertracht auf erhohtem Sitz und legt die 
Hand segnend auf das Haupt des vor ihm 
knienden Samuel. Hanna kniet hinter ihm, 
wahrend links ihr Gatte El-Kana steht. Grund 
die Wand des Gemaches. 

Bez. rechts unten wie nebenstehend, 
Leinwand, h. 1,35, br. 1,33. — Erworben 1861 
in Leipzig auf der Versteigerung der Sammlung 
Schumlanski. 

Vinci. S. Lionardo. 

Vivarini. Antonio Vivarini, gen. Antonio 
da Murano. Zeichnet sich selbst nur Antonio 
da Murano. Venetianische Schule. — Geb. zu 
Murano bei Venedig, nach den Daten auf 
seinen erhaltenen Gemalden tatig seit etwa 
i435> t zu Venedig 1470. Unter dem Ein- 
flusse des Gentile da Fabriano und Vittore 
Pisano ausgebildet. Tatig zu Venedig. 

5 AnbetungderKonige. Maria, vor einer 
offenen Strohhiitte sitzend, halt auf dem Schoiie 
das Kind, dem der alteste Konig kniend das 
Fiifichen kiiiit; dahinter Joseph. Vorn links 



Vivarini. 



421 



die beiden anderen Konige stehend, von zahlreichem 
Gefolge umgeben. Rechts neben Maria ein weiterer Teil 
des , Gefolges, gefiihrt von einem Oberpriester. In der 
Luft Posaunen blasende Engel, in der Mitte Gott-Vater in 
der Glorie, unter ihm zwei Engel mit einem Spruchbande: 
GLORIA . IN ALTISSIMIS . DEO. Uber dem Kinde die 
Taube. Hintergrund Landschaft mit der Stadt Betlehem 
links. — Die Ornamente und Gerate sind zum grofien Telle 
plastisch aufgetragen und vergoldet. 

Aus der friiheren Zeit des Meisters (um 1435 — 1440), als er 
vornehmlich unter dem Einflusse des Gentile da Fabriano stand. — 
Ursprtinglich im Pal°. Zen, spater in der Sammlung Craglietto in Venedig. 

Tempera. Pappelholz, h. 1,1 1, br. 1,76. — Envorben 1844 in 
Venedig von den Erben des Capitano Gasparo Craglietto. 

Antonio Vivarini? Zwei Rahmen mit je drei 1058 
Tafelchen. Vorgange aus dem Leben der Maria. 
Erster Rahmen. Links: Maria Tempelgang. Maria 
steigt die Stufen des Altars hinauf, wo sie der Hohe- 
priester empfangt. Zur Linken ihre Eltern und Zu- 
schauer. — In der Mitte: Kronung Maria. Maria, 
neben Christus sitzend, wird von ihm gekront. Hinter 
ihnen thronend Gott-Vater. Ringsum Engel. — Rechts: 
Geburt der Maria. Die hi. Anna im Bett aufrecht 
sitzend und das Kind haltend, das ihr von einer Frau dar- 
gereicht wird. — Goldgrund. 

Zweiter Rahmen. Links: Vermahlung der Maria. 
Der Hohepriester legt die Hande von Maria und Joseph, 
der den griinenden Stab halt, zusammen. Rechts Anna und 
andere Frauen, links die ihre durren Stiibe zerbrechenden 
P'reier. — In der Mitte: Anbetung der Konige. Die von 
links herankommenden Konige bieten dem Christuskind ihre 
Gaben dar. — Rephts: Darstellung Christi im Tempel. 
Maria reicht das Kind dem Hohenpriester dar. Zu beiden 
Seiten Zuschauer. Vorn die kniende Stifterin, eine Nonne. 

— Goldgrund. 

Ehenials »Schule des Gentile da Fabriano* genannt; allein sichcr 
venetianischen Ursprungs, in der Art des Antonio da Murano. Neuer- 
dings dem Michele Giambono zugeschrieben. Die sechs klcinen 
Tafeln sind Teile eines Altarwerkes und bildcten vicllcicht die Prcdclla. 

Tempera. Pappelholz, jedes Bild, oben spitzbogig, h. 0,37, br. 0,23. 

— Sammlung Solly, 1821. 



422 



Vivarini. 



Vivarini. Bartolommeo Vivarini. 
Zeichnet sich Bartholomeus Vivari- 
nus de Murano oder de Muriano. 
Venetianische Schule. — Geb. zu 
Murano; Geburts- und Todesjahr un- 
bekannt; nach den Daten auf seinen 
Gemalden tatig von 1450 bis 1499. 
Zuerst Gehilfe und vermutlich Schiller 
seines Bruders Antonio; dann von 
der Paduaner Schule und von Anto- 
nello da Messina beeinflufit. Tatig 
zu Venedig. 
1160 Derhl. Georg. Der gewappnete 
Heilige auf sich baumendem Pferde 
bohrt die Lanze durch den Kopf des 
Ungeheuers. Etwas weiter hinten 
rechts die Konigstochter, die auf den 
Knien fiir ihre Rettung dankt. -In 
der felsigen Landschaft rechts eine 
befestigte Sadt. 

Bez. unten auf eineni Zettel ,wie neben- 
stehend. — Wohl wesentlich in der Werk- 
statt ausgefuhrt. 

Pappelholz, oben rund, h. 1,29, br. 0,66. 
— Sammlung Solly, 1821. 

Vivarini. Werkstatt des Barto- 
lommeo Vivarini. Venetianische 
Schule. 
1143 Altartafel in sechs Abteilun- 
gen. Untere Reihe. Mittelbild: 
Ausgiefiung des hi. Geistes. In 
einer Halle mit Ausblick auf Land- 
schaft kniet betend in der Mitte 
Maria, umgeben von den Aposteln. 
Oben Gott-Vater, die Taube herab- 
sendend. — Linker Fliigel: Der 
hi. Franziskus mit Buch und Kreuz 
und der hi. Antonius von Padua 
mit Buch und Lilie in den Handen. 
Goldgrund. — Rechter Fliigel: 









Vivarini. 



423 




Der hi. Bernhardin und der hi. Bona ventura. 
Goldgrund. Obere Reihe. Mittelbild: Der 
tote Christus in halber Figur aus dem Grabe 
ragend, rechts und links je ein anbetender Engel. 
Goldgrund. — Linker Fliigel: Paulus mit dem 
Schwert und Georg mit Schwert und Palme (Halb- 
figuren). Goldgrund. — Rechter Fliigel: 
Johannes der Taufer und Hieronymus mit dem 
Kirchenmodell (Halbfiguren). Goldgrund, 

Der Stil ist nicht einheitlich. Mindestens zwei Hande 
sind zu unterscheiden. 

Tempera. Pappelholz, untere Reihe, Mittelbild, h. 2,00, 
br. 1,25; Fliigel h. je 1,72, br. 0,60. Obere Reihe, Mittel- 
bild h. 0,91, br. 1,27; Fliigel h. je 0,93, br. 0,60. — 
Sanimlung Solly, 182 1. 

Vivarini. Luigi (Alvise) Vivarini. Zeichnet 
sich Alvisius Vivarinus de Muriano. Venetiani- 
sche Schule. — Geb. zu Murano {?), Geburtsjahr 
unbekannt, f zwischen dem 6. September 1503 
und dem 4. November 1505. Tiitig von 1464 
bis 1 503 zu Venedig. Vermutlich Schiiler seines 
alteren Verwandten Bartolommeo zu Venedig, 
unter dem Einflusse der Paduaner Schule, des 
Antonello da Messina und Gio. Bellinis aus- 
gebildet. 

Thronende Maria mit dem Kind und 38 
sechs Heilige. In einem offenen Kuppelbau 
von reicher Renaissance-Architektur thront auf 
.einem Marmorsitze Maria, das segnende Kind auf 
dem Schofie. Neben ihr links die hi. Katharina 
mit dem Rad, rechts Magdalena mit dem Salb- 
gefafi. Vor den Stufen stehen zu aulJerst links 
die hhl. Georg und Petrus, rechts der hi. Sebastian 
und der hi. Hieronymus in rotem Mantel. \'orn 
in der Mitte, auf der untersten Stufc stehend, zwei 
kleine Engel, Mandoline und Flote .spielend. Zu 
den Seiten Ausblick in die Landschaft. 

Bcz. untcn am Sockcl auf cinem Zcttcl wic nebcn- 
stehend. — Das Hauptwcrk des Meistcrs, aus seiner mitllcrcn 



424 



Vivarini. Vlamischer Meister. 



Zeit, gemalt flir S. Maria dei Battuti zu Belluno. Dort befand es sich 
auf einem privilegierten Altar unter dem Sangerchor und war vermut- 
lich von Giovanni Comer di Andrea, Prokurator von S. Marco (f im 
August 1493) f*^r sein Grab gestiftet. Kam nach Aufhebung dcr Kirchc 
in den Besitz des Grafen Marino Pagani in Belluno. 

Pappelholz, oben rund, h. 3,85, br. 2,31. — Sammlung Solly, 1821. 

1165 Maria mit dem Kind und vier Heilige. Maria in 
einem offenen gewolbten Raume thronend, halt mit der 
Linken das Kind, das auf ihrem Schofie stehend mit der 
Rechten segnet. Neben dem Throne links stehen der hi. 
Hieronymus, weiter vorn Johannes der Taufer, rechts der 
hi. Augustinus, weiter vorn der hi. Sebastian. 

Aus der spateren Zeit des Meisters. 

Pappelholz, h. 2,59, br. 1,81, — Sammlung Solly, 1821. — Auf- 
gestellt in der Basilika. 

Vivarini. Schule des Luigi Vivarini (?). Venetianische 
Schule. 

40 Maria mit dem Kind und zwei Engel. Maria halt 
das vor ihr auf einer Briistung stehende Kind. Unten vor 
der Briistung, auf der eine Schale mit Friichten steht, zwei 
zur Laute singende Engel. Hintergrund bergige Landschaft. 

Die Bestimmung dieses Bildes ist noch nicht gelungen. Weder 
die Farbung noch die Zeichnung und die Typen deuten auf rein 
venetianischen Ursprung; wahrend die Landschaft, die' mit Benutzung 
Diirerscher Stiche ('Meerwunder' und 'Verlorener Sohn') ausgefiihrt ist, 
nach Verona weist, verraten die Engelkopfe Mantegnas Einflufi. 

Maria Halbfig. Pappelholz, h. 0,72, br. 0,49. — Sammlung Solly, 
1821. 

1170A Beweinung Christi. Der Leichnam Christi, mit halbem 
Leib aus dem Grabe ragend, wird von Maria und Johannes 
gehalten und betrauert. Grund dunkelblauer Himmel. 

An das bezeichnete Bild des Lazzaro Bastiani in S. Antonino zu 
Venedig, gleichfalls eine Beweinung Christi, erinnernd, das aber far- 
biger und weicher in der Behandlung ist. 

Mehr als Halbfig. Tempera. Pappelholz, h. 0,94, br. 0,78. — 
Sammlung Solly, 182 1. 

Vlamischer Meister um 1615. 

797 Die Reitschule. Drei Reiter auf flachem Felde; der 
eine zur Linken, fast ganz von vorn gesehen, auf einem 
Apfelschimmel; der zweite, in der Mitte auf einem zum 



Vlamischer Meister. Vlieger. Voet. a 2 ^ 

Galopp anspringenden Pferd, ebenfalls einem Apfelschimmel, 
in Seitenansicht genommen; der dritte auf braunem Schecken, 
fast ganz von hinten gesehen und sich nach dem Beschauer' 
umwendend. Samtlich in jiingeren Jahren, mit kurzgehaltenen 
Vollbarten und im Reitkostiim der Zeit. Im Grund hinter 
Buschwerk die Stadt Antwerpen. 

Ehemals Rubens genannt, dem die Ausfiihrung nahe kommt. Skizze 
zu dem Bild unter Rubens' Namen im Buckingham Palace zu London. 
Eine kleinere Wiederholung unter dem Namen A. van Dyck ehemals 
in der Sammlung Lionel de Rothschild zu London. 

Leinwand, h. 1,25, br. 1,94. — Konigliche Schlosser. 

Vlieger. Simon de Vlieger. Hollandische Schule. — 
Maler und Radierer, vornehmlich von Marinestiicken, geb. 
urn 1601 zu Rotterdam, f zu Weesp im Marz 1653. An- 
geblich Schiller des alteren Willem van de Velde, unter 
dem Einflusse von J. Porcellis ausgebildet. Tatig zu Rotter- 
dam, Delft (1634 — 1640), Amsterdam (bis 1650) und Weesp. 

Leicht bewegte See. Unter vollem Winde, sich tief 934 
auf die Seite neigend, steuert rechts ein Boot. In der Feme 
andere Boote. Links die Kiiste mit Diinen. 

Bez. links unten: S'DE JJ^ EG^K / 6 ^J 

Eichenholz, h. 0,32, br. 0,44. — Konigliche Schlosser. 

Voet. Jacob Ferdinand Voet (Vouet). Vlamische Schule. 
— Bildnismaler, getauft zu Antwerpen den 14. Marz 1639, 
ausgebildet daselbst unter dem Einflusse van Dycks, 
dann in Rom unter dem Carlo Marattas. Tatig etwa urn 
1660 — 1691, voniehmlich in Rom (unter Papst Alexander VII. 
und Clemens IX.), in Turin, Paris und schlieBlich in Ant- 
werpen. 

Bildnis des Kardinals Dezio Azzolini. In mittleren 413 
Jahren, etwas nach rechts gewendet und den Beschauer aii- 
blickend. In einem Lehnsessel sitzend, auf desscn Seitcn- 
stutzen die Arme ruhen. Auf den dunklen Locken ein rotes 
Samtkappchen. In weifiem Chorhemd und rotem Cber- 
kragen. In der Rechten halt cr die Kardinalsmiitze. Hinter- 
grund aufgeraffter Vorhang und Zimmerwand. 

Ein Kupferstich nacli diescm Hilde bcfmdct sich in der von dc Rossi 
(Rubeis) in Rom unter dem Titcl »Officia, nomina ct cognouiina Alcxandri 



426 



Voet. Vos. Vries. 



Papae VII. (1655 — 1667) et R. R. D. D. Cardinalium nunc viventium« 
veroffentlichten Sammlung von Kardinalsbildnissen und trjigt die Unter- 
schrift: Decius S. R. E. Presbyt, Card. Azzolinus Firmanus II. 
Martii MDCLIIII. Ferd. Voet pinx. Alb. Clouwet sc. — Dezio 
Azzolini, geb. zu Fermo den 4. April 1623, wurde den 2.Marz 
1654 zum Kardinal ernannt und starb zu Rom den 10. Juni 
1689; mit dem Beinamen Aquila (wegen der Scharfe seines 
Geistes). 

Kniefig. Leinwand, h. 1,17, br. 0,94. — Erworben 
1835 in Paris. 



F{ 



< 

Vos. Cornells de Vos. Vlamische Schule. — ^^ 
Vornehmlich Bildnismaler, geb. um 1585 zu Hulst, ?^ 
f zu Antwerpen den 9. Mai 1651. Schiiler des David ^^# 
Remeeus (seit 1595). Tatig zu Antwerpen (1608 in • 
die Gilde aufgenommen). 

831 Bildnis eines Ehepaares. Ein junges Ehe- 
paar sitzt in reicher dunkler Tracht, sich bei der 
Hand haltend, rechts auf einer Terrasse, die hinten 
durch einen Vorhang abgeschlossen ist, und von 
der links eine Treppe zum Garten hinabfiihrt. 

Bez. oben am Postamente der Saule wie nebenstehend. 
Leinwand, h. 1,65, br. 2,22. — Konigliche Schlosser. 

832 Die Tochter des Malers. Im Alter von 
etwa drei und vier Jahren, in farbigen Kostumen, 
am Boden sitzend. Die altere, zur Linken, blickt 
uber die Schulter heraus, wahrend sie der jiingeren 
in die entgegengehaltene Schiirze Kirschen legt. Im 
Hintergrund eine Felswand und Ausblick in abend- 
liche Landschaft. 

Der Meister hat dieselben bciden Tochter auch in seinem 
Familienbildnis im Museum zu BrUssel dargestellt. 
Leinwand, h. 0,78, br. 0,92. — Erworben 1837. 

Vries. Abraham de Vries. Hollandische Schule. 
— Bildnismaler, geb. zu Rotterdam, gest. 1648 (?) 
im Haag. Tatig um 1630 — 1640 in Amsterdam, 1635 



OS 

(** 

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s 



in Paris, seit 1644 im Haag, wo er 1648 sterbens- ^ 
krank sein Testament macht. * 

803 Bildnis eines Mannes. Etwas nach links gewendet 
und den Beschauer anblickend. Mit sparlichem Vollbart, 
auf dem langen dunklen Haar ein purpurrotes Barett; Mantel 



Vries. Vroom. Walscapele. 427 

von gleicher Farbe iiber dunkelviolettem Rock, dariiber 
eine goldene Kette. In der Linken halt er einen Brief 
empor. Dunkler Grund. 

Brustbild. Eichenholz, h. 0,65, br. 0,51. — Erworben 1835 oder 
1836. 

Vroom. Cornelis Hendrickz. Vroom. Hollandische 
Schule. — Landschaftsmaler, geb. zu Haarlem vor 1600, 
begraben daselbst den 16. September 1661. Vermutlich 
Schiller seines Vaters Hendrick Vroom. Tatig zu Haarlem 
(seit 1621, Mitglied der Glide 1635 — 1642). 

Waldlandschaft. Hohe Eichen am Rand eines stehen- 888C 
den Wassers, eine mit gebrauntem Laub. Zwischen den 
Baumen hindurch Blick in die Feme. 

Bez. links unten (undeutlich): ^^O^ 

Ehemals dem Jac. van Ruisdael zugeschrieben. — Sammlung Block- 
huizen, Rotterdam; versteigert Paris, 1870. 

Eichenholz, h. 0,16, br. 0,21. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Walscapele. Jacob Walscapele oder Walskapel. 
Zeichnet sich auch Wals-Kappel und Walscapelle. Hollan- 
dische Schule. — Geburts- und Todesjahr unbekannt, tatig 
nach den Daten auf seinen Bildern um 1667 — 1685, lebte 
zu Amsterdam schon vor 1667 und noch um 17 17/18 (nach 
Houbraken). Schiiler des Blumen- und Friichtemalers Cor- 
nelis Kick. 

Frucht- und Blumengehange. Ober einer Steinplatte 905 
schwebt, mit einigen Blumen untermischt, ein reiches Frucht- 
gehange. Auf der Steinplatte zur Linken eine Maus und 
ein Kafer. Dunkler Grund. 

Bez. recjits auf der Tischplatte: 

QacC/ri ^WCU^Ci 

Leinwand, h. 0,58, br. 0,82. — Erworben 1837. 




428 Watteau. 

Watteau. Antoine Watteau. Franzosische Schule. — 
Maler unci Radierer, getauft zu Valenciennes (in Flandern) 
den 10. Oktober 1684, f zu Nogent bei Vincennes den 
i8. Juli 1721. Schiller des Claude Gillot und des Claude 
Audran zu Paris, durch Studien nach Rubens und Paolo 
Veronese weiter ausgebildet. Tatig zu Paris, kurze Zeit in 
England (1720/21). 

468 Die franzosische Komodie. In einem Parke tanzt, 
umgeben von Schauspielern und Spielleuten, ein junges 
Paar Menuett. Auf der Steinbank dahinter lagert ein 
Jiingling, durch einen Kranz von Weinranken als Bacchus 
charakterisiert. Er stofit, das Weinglas in der Hand, mit 
einem jungen Herrn zur Rechten an, der durch den Kocher 
als Apollo gekennzeichnet wird. Der Herr zuauiierst rechts 
in der schwarzen Tracht des Scaramuz. Hinter der Bank 
ein hoher Pfeiler mit einer weiblichen Biiste. 

Bekannt unter dem Nanien »L'Amour au Theatre Frangais« (Gon- 
court, Catalogue raisonne etc. Nr. 65). — GegenstUck zu Nr. 470. 

Leinwand, h. 0,37, br. 0,48. — Konigliche Schlosser. 

'^'^^ Die italienische Komodie. In der Mitte eines von 
den Schauspielern gebildeten Kreises steht Pierrot, die 
Laute spielend; zu ihm beugt sich von hinten links eine 
junge Dame (Colombine?). Weiter links eine zweite Dame, 
die eine Maske in der Hand halt, und in schwarzem 
Kostiim mit langer kiinstlicher Nase der Dottore di Bologna. 
Rechts neben Pierrot steht Harlekin, daneben die Maske 
des Mezzetin, der mit einer Fackel die Szene beleuchtet. 
ZuauCerst rechts zwei junge Herren im Kostum (Scapin und 
Brighella?). 

Bekannt unter dem Namen »L' Amour au Theatre Italien« (Gon- 
court, Catalogue raisonne etc. Nr. 69). — GegenstUck von Nr. 468. 

Leinwand, h. 0,37, br. 0,48. — Konigliche Schlosser. 

474A Das Friihstiick im Freien. Unter hohen Baumen 
lagern auf griinem Rasen zwei junge Damen. die von zwei 
Herren bedient werden. Hintergrund flache Landschaft. 

Bekannt unter dem Namen »La Colation* (Goncourt, Catalogue 
raisonne etc. Nr. 118). — Sammlung Leonard, Koln 1865. 

Leinwand, h. 0,35, br. 0,30. — Sammlung Suermondt, 1874. 



Watteau. Weenix. 



429 



Gesellschaft im Freien. Unter hohen Parkbaumen, 474B 
auf einem freien, von einer Steinbank begrenzten Platz unter- 
halt sich eine Gesellschaft von Herren, Damen und Kindern. 
In der Mitte ein junger Mann mit einer Laute, der zu einem 
links neben ihm sitzenden Madchen spricht, das ein Noten- 
blatt in den Handen halt. Ganz rechts ein zum Tanz an- 
tretendes Paar. Weiter zurtick steht ein anderes Paar neben 
einem von einer Puttengruppe iiberragten Bassin. 

Nicht vollendet. 

Leinwand, h. i,ii, br. 1,63. — 1889 aus den koniglichen Schlossern 
tiberwiesen. 

Weenix. Jan Weenix. Hollandische Schule. — Maler 
von Stilleben und Bildnissen, geb. zu Amsterdam um 1640, 
f daselbst den 20. September 17 19. Schiiler seines Vaters 
Jan Baptist und wahrscheinlich auch seines Onkels Gijsbert 
d'Hondecoeter in Utrecht. Tatig zu Amsterdam und kiirzere 
Zeit in Utrecht (1664 und 1668 als Mitglied der Malergilde 
verzeichnet); von 1702 — 1712 vom Kurfiirsten Joh. Wilhelm 
von der Pfalz in Dusseldorf fiir das SchloO Bensberg bei 
Koln beschaftigt. 

Toter Hase und V6gel. Auf die Platte eines Stein- 919B 
tisches, dessen vordere Seite ein antikes Relief tragt, hangt 
vor einer Saule ein Hase herab. Daneben auf der Platte 
ein Eisvogel, ein Gimpel, ein Birkhahn und ein Rebhuhn. 
Dahinter ein Kafig und Falkeniergerat. Im Hintergrunde 
links durch ein barockes Tor Blick in einen Garten. 

Leinwand, h. 1,09, br. 0,90. — Erworben 1887 zu Berlin auf der 
Versteigerung der Sammlung von Kramm-Sierstorpff in Driburg. 

Toter Hase und Vogel. Auf einer Marmorplatte liegt 974A 
neben einer Rohrdommel und kleineren toten Vogeln eine 
Flinte und anderes Jagdgerat. Von einem liaumast hiingen 
ein paar Tauben und ein Hase herab. Zwischen den Baumen 
links Ausblick in die Landschaft. 

Leinwand, h. 1,25, br, 1,07. — Erworben 1862. 

Blumenstraufi. Auf dem Boden steht ein flaches 1001 
irdenes GefaO mit einem StrauO von Gartenblumen. Links 
Landschaft mit einer Villa, zur Rechten Buschwerk. 

Leinwand, h. 0,67, br. 0,56. — Erworben 1843 aus der Sammlung 
Reimer zu Berlin. 



430 



Werff. Westfalische Schule. 



Werff. Adriaen van der Werff. Zeichnet sich nach 1703 
Chevalier van der Werff oder ahnlich Hollandische Schule. 
— Maler und Architekt, gab. zu Kralinger-Ambacht (Weich- 
bild der Stadt Kralingen) bei Rotterdam den 21. Jan. 1659, 
f zu Rotterdam den 12. Nov. 1722. Schiller des Cornelis 
Picolett und des Eglon van der Neer. Tatig zu Rotterdam, 
seit 1696 auch in Diisseldorf als Hofmaler des Kurfiirsten 
Johann Wilhelm von der Pfalz. 

492 Schaferszene. Neben einem Baumstamme, zur Rechten, 
umarmt ein Schafer ein sich straubendes Madchen, das vorn 
auf erhohtem Erdreiche sitzt. Links neben ihr liegt ein 
Blumenstraufi. Hinter dem Baum ein lauschender Schafer. 
Rechts etwas zuriick eine Faunsherme. Im Mittelgrunde 
bei einer Pyramide ein Schafer und drei Schaferinnen, die 
lachend zuschauen. Abendlicht. 

Kl. Halbfig. Leinwand, h. 0,46, br. 0,38. — Konigliche Schlosser. 

Westfalische Schule um 1200—1230. 

1216A Altaraufsatz in drei Abteilungen. Links: Christus 
vor Kaiphas. Christus steht, mit gefesselten Handen, von 
drei Kriegsknechten umgeben, vor Kaiphas, der mit einem 
Richter hinter einem Tische sitzt und in der Linken ein 
Spruchband halt mit den Worten : Quousque animas nostras 
tollis Si tu es XPC die nobis palam. Rechts vier Schrift- 
gelehrte, davon einer mit spitzem Hut (Kennzeichen der 
Juden). Hinter Kaiphas Saulen mit einer Draperie, als 
Andeutung des Gemachs. — In der Mitte: Kreuzigung. 
In der Mitte der Gekreuzigte, die gekreuzten Fiifie von 
einem Nagel durchbohrt und auf ein schrages Fufibrett 
(suppedaneum) gestutzt. Unter dem Kreuze zur Linken 
Johannes, Maria und drei heilige Frauen. Zur Rechten der 
Hauptmann mit zwei Begleitern, hinter ihnen zwei Pharisaer. 
Unter dem Querholze des Kreuzes zur Rechten die Synagoge 
mit verbundenen Augen, im Arme die Gesetzestafeln, durch 
einen Engel vom Kreuze fortgestofien, zur Linken die 
Ecclesia, von einem Engel zum Kreuz hingeleitet, um das 
Blut Christi in einem Kelch aufzufangen. Uber dem Quer- 
' holze zu beiden Seiten je eine Gruppe von sechs klagenden 
Engeln. — Rechts: die Marien am Grabe. Maria Mag- 
dalena, Maria, die Mutter des Apostels Jacobus minor und 



Westfalische Schule. 



431 



Maria Salome kommen mit Salbgefafien zum Grab. Auf 
dem vom Grabe weggewalzten Steine sitzt der Engel, auf 
die leere Grabhohle deutend. Vom eine Gruppe von sieben 
schlafenden Soldaten. — Goldgrund. Die beiden Seiten- 
bilder auf etwas vertieften Rundfeldern. — In den vier 
oberen Zwickeln die Brustbilder von vier Propheten mit 
Spruchbandern in den Handen, von denen eins noch les- 
bar: Ipse autem vulneratus est propter iniquitates nostras 
(Jsaias, 53, 5). Vier Brustbilder anderer Propheten in den 
fast ganz zerstorten unteren Zwickeln. — In den spitzigen 
Feldern, mit denen die Tafel nach oben abschliefit, die 
Halbfiguren von vier Engeln. 

Hervorragendes Werk der altesten deutschen Tafelmalerei, aus der 
Wiesenkirche zu Soest stammend, fiir deren alteren Bau es wohl 
ursprtinglich gemalt war, vermutlich von cinem Soester Meister. Unter 
byzantinischem Einflufi entstanden, wie besonders das Seitenbild 
der Myrrhophoren am Grabe bezeugt. V'ergl. Aldenkirchen, Die mittel- 
alterliche Kunst in Soest, 1875, und namentlich CI. Freiherr von 
Heereman-Zuydwyk, Die alteste Tafelmalerei Westfalens, 1882. — Das 
Altarwerk, urspriinglich, wie sich deutlich aus seiner Form ergibt, ein 
Superfrontale, ist wohl eine Zeitlang als Antependium benutzt worden 
und war daher in den unteren Teilen stark beschadigt. Neuerdings 
derartig restauriert und erganzt, dafi durch den anderen Ton des 
Grundes (ohne Gold) die neu hinzugefugten Teile erkennbar sind. 

Tempera. Pergament auf Eichenholz, h. (bis zur Rundung des Mittel- 
bildes) 0,81, br. 1,94. — Erworben 1862 aus der Wiesenkirche zu Soest. 

— Aufgestellt in der Abteilung der deutschen Bildwerke. 

Westfalische Schule urn 1250 bis 1270. 

Altaraufsatz in drei Abteilungen. Die Drei-1216B 
einigkeit mit Maria und Johannes dem Evangeli- 
sten. Die Kelder sind durch plastisch hervortretende Saulen, 
die Rundbogen tragen, abgeteilt. In der Mitte: Gott-Vater, 
auf reich verziertem Thronsessel von romanischen Formen 
sitzend, halt den gekreuzigten Christus vor sich. Unter 
dem Haupte Gott-Vaters schwebt in einer goldenen Scheibe 
die Taube des heiligen Geistes. Neben dem Haupte Gott- 
Vaters die Buchstaben A und Ca>, welter unten rechts (Fi)lius. 

— Links: Maria, die ausgestreckten Hande zum Gebet 
erhebend. Zu seiten des Hauptes: S. Maria. — Rechts: 
Johannes der Evangelist, in der vom Mantel verhlillten 
Linken eine Schriftrolle haltend. Zu seiten des Hauptes: 



432 Westfalische Schule. Weyden. 

S. Johannes E. — In den vier Zwickeln oben vier Engel 
in Halbfig. — Goldgrund. 

Grof3e Ahnlichkeit zeigt die Behandlung der Gestalten in den 
VVandmalereien der Nikolaikirche zu Soest, so dafl diese wohl mit allem 
Recht demselben Meister zugeteilt werderi: s. CI. Freiherr von Heere- 
mann-Zuydwyck, Die alteste Tafelmalerei Westfalens, S. 88 f. Von 
demselben Kunstler ein Madonnenbild im Museo nazionale zu Florenz 
(aus der Sammlung Carrand), kleiner und feiner als unsere Tafel. — 
Stammt wie das vorige Bild aus der VViesenkirche zu Soest, scheint abcr 
fiir eine altere Kirche daselbst gemalt gewesen zu sein. S. Llibke, Kunst 
in Westfalen, S. 335, und besonders von Heereman, a. a. O. S. 80 ff. 

Tempera. Eichenholz, h. 0,71, br. 1,20. — 1862 aus der VViesen- 
kirche zu Soest erworben. — Aufgestellt in der Abteilung der 
deutschen Bildwerke. 

Westfalische (?) Schule des 13. Jahrhunderts. 
1570 Altarbild in Kleeblattform. Oben: Kronung Maria; 
darunter in der Mitte Christus am Kreuz mit den hhl. Maria, 
Johannes, Katharina und Aegidius; daneben Sonne und 
Mond. Links: oben Christus vor Kaiphas, darunter die 
Geifielung. Rechts: oben die Auferstehung, darunter die 
Kreuztragung. 

Tempera. Tannenholz, h. 1,70, br. 2,85. — Erworben 1868 (aus 
der Aegidiuskirche zu Quedlinburg). — Aufgestellt in der Ab- 
teilung der deutschen Bildwerke. 

Westfalische Schule des 14. Jahrhunderts. 
1217 Vera Icon. Das Antlitz Christi, geradeaus blickend, 
in einem vergoldeten Oval. In den Zwickeln von blauer 
Farbe zwolf verehrende Engel in blauen Gewandern. 

Tempera. Eichenholz, h. 0,495, ^r. 0,35. — Erworben 1843. — 
Aufgestellt in der Abteilung der deutschen Bildwerke. 

Weyden. Roger (Rogier) van der Weyden, auch Roger 
de la Pasture, und in alterer Zeit ofters Roger von Brugge 
Oder Roger von Briissel gen. Niederlandische Schule. — 
Geb. 1399 Oder 1400 zu Tournay, daselbst den i. August 
1432 als Meister in die Gilde eingetragen, f zu Briissel den 
16. Juni 1464. Schiller des Robert Campin in Tournay 
(seit dem 5. Marz 1427); Nachfolger Jan van Eycks. Tatig 
zu Tournay und namentlich zu Briissel (1436 als »Maler 
der Stadt« erwahnt), einige Zeit in Lowen, vielleicht auch 
• in Briigge, 1449/50 in Italien, wahrscheinlich am Hofe des 
Lionello d'Este zu Ferrara. 



Weyden. 4^^ 

Marienaltar. Linker Flugel: Die hi. Famiiie. In 534A 
einem gotischen Gemache sitzt links Maria und betet das 
Kind an, das auf ihrem Schofie liegt; rechts der schlafende 
Joseph, die Hande auf seinen Stab gestiitzt. Oben ein 
schwebender blauer Seraph, in den Handen eine Krone 
und ein Spruchband. In der Hohlkehle des einrahmenden 
gotischen Bogens sind grau in grau plastische Darstellungen 
gemalt; von oben links beginnend und oben rechts 
schliefiend: Verkiindigung, Heimsuchung, Geburt Christi, 
Anbetung der Hirten, Anbetung der Konige, Darbringung 
im Tempel; darunter links die Statue des Apostels Petrus, 
rechts die des Lukas. — Mittelbild: Beweinung Christi. 
Maria halt den Leichnam Christi auf ihrem Schofie. 
Rechts Joseph von Arimathia, links Johannes. Durch die 
offenen Bogen der gotischen Halle sieht man in eine 
hiigelige Landschaft. Oben schwebend ein violetter Seraph, 
in den Handen Krone und Spruchband. In der Hohlkehle 
des einrahmenden Bogens: Christi Abschied, Maria mit zwei 
Aposteln, Kreuztragung, Aufrichtung des Kreuzes, Kreuzi- 
gung, Grablegung; darunter links die Statue des Apostels 
Johannes, rechts die des Matthaus. — Rechter Flugel: 
Christus erscheint Maria. Der Auferstandene erscheint, 
seine blutenden Wunden zeigend, der erschreckt von ihrem 
Betpult aufblickenden Maria. In der Landschaft die Auf- 
erstehung und weiter hinten die drei heiligen Frauen 
auf dem Wege zum Grab. Oben schwebend ein blauer 
Seraph, in den Handen Krone und Spruchband. In den 
Hohlkehlen des einrahmenden Bogens: die drei Frauen, 
Maria die Auferstehung Christi meldend, Himmelfahrt Christi, 
Ausgiefiung des heiligen Geistes, der Engel, Maria den nahen 
Tod verkundigend. Tod Mariae, Kronung Mariae; darunter 
links die Statue des Apostels Markus, rechts die des Paulus. 

Wie Maria der Mittdpunkt der gesanitcn Schilderiinp ist, so 
Vjeziehen sich auch die iateinischcn Sprllchc auf den von den Seraphim 
gehaltenen Bandem auf Eigenschaften der Maria, urn deren willen 
ihr die » Krone des Lebens« verliehen wurdc. — Frtihestes be- 
kanntes Bild des Meisters. Es kam als Geschenk Papst Martins V. 
an Kcinig Johann II. 1445 nach der Karthause Miraflores bei Burgos. 
Karl V. soil es von hier mitgenommcn und als Keiscaliiirchen bei sich 
gefUhrt haben. Nach scinem lode befand sirli das Werk wieder in 
Burgos bis zur Zeit der Napoleonischen Kriege. Damals fiel es kurz 

Verz. d. Gemiilde. a8 



434 Weyden. 

vor dem Brande des Klosters in die Hande des Generals d'Armagnac, 
der es einem Weinhandler verkaufte. Dann crstand es Nieuwenhuys, 
der es an Konig Wilhelm von Holland verkaufte. 

Eichenholz, jede Tafel h. 0,71, br. 0,43. — Erworben 1850 aus 
der Sammlung Konig Wilhelms von Holland im Haag. 

534B Johannesaltar. Linker Flugel: Geburt Johannis 
des Taufers. Maria steht links mit dem kleinen Johannes 
vor Zacharias, der den Namen des Kindes zu schreiben im 
Begriff ist. Elisabeth liegt weiter hinten in einem grofien 
Himmelbette, dessen Decke eine Magd richtet. Im Hinter- 
grunde kommt durch die offene Tiir eine junge Frau mit 
einer Begleiterin zum Besuch. In der Hohlkehle des rahmen- 
den gotischen Bogens sind grau in grau plastische Dar- 
stellungen gemalt, links (von unten nach oben): Zacharias 
erscheint der Engel im Tempel, Zacharias verstummt aus 
dem Tempel tretend, Vermahlung Josephs mit Maria; rechts 
(von oben nach unten): Verkiindigung, Heimsuchung, Ge- 
burt Christi, unten die Standbilder von: links Jacobus minor 
und Philipp, rechts Thomas und Matthaus. — Mittelbild: 
Taufe Christi. An Christus, der im Flufibette des Jordans 
.steht, vollzieht Johannes die Taufhandlung. Rechts kniet 
ein Engel, das Gewand Christi in den Handen. Oben 
erscheint Gott-Vater (in roter Farbe), von dem die Schrift 
ausgeht: hie est filius meus . . . Im Hintergrunde das Tal 
des Jordan. In der Umrahmung unten links die Apostel 
Petrus und Andreas, rechts Jacobus major und Johannes; 
oben links Zacharias, die Zukunft des Johannes weissagend, 
Johannes im Gebet in der Wiiste, Johannes in der Wiiste 
taufend; rechts Christus vom Teufel versucht in drei Darstel- 
lungen. — Rechter Flugel: Enthauptung des Johan- 
nes. Der reich geschmiickten links stehenden Salome 
legt der Henker den abgetrennten Kopf des Johannes auf 
eine Schiissel, die sie abgewandten Hauptes hinhalt. Auf 
einer Treppe, die zu dem unterirdischen Gefangnisse fuhrt, 
der Rumpf des Johannes. Durch einen offenen Bogen 
schauen vom Hof aus zwei Manner dem Vorgange zu. Im 
Hintergrund ein Gemach, worin Salome kniend den an 
der Tafel sitzenden Herodes und Herodias das Haupt des 
Johannes darreicht. Rechts Ausblick in einen von hoher 
Mauer umgebenen Hof. In der Umrahmung unten links 



J 



Weyden. a^ c 

die Apostel Paulus und Bartholomaus, rechts Thaddaus und 
Matthias; oben links Johannes von den Zollnern befragt, 
Johannes zwei Jungern Christus als den Messias zeigend, 
Johannes den Herodes zur Rede stellend; rechts Johannes 
ins Gefangnis gebracht, Johannes am Gitter des Gefangnisses 
von seinen Jungern besucht, Tanz der Salome vor Herodes. 

Aus der friiheren Zeit des Meisters. Eine Schulkopie von kleineren 
Mafien im Staedelschen Institute zu Frankfurt a. M. 

Eichenholz, jede Abteilung h. 0,77, br. 0,48. — Erworben 1850, 
die zwei ersten Tafeln aus der Sammlung Konig Wilhelms von Holland 
im Haag, die dritte Tafel in England. 

Bladelinaltar. Mittelbild: Anbetung des Kindes. 535 
Unter einer mit einem Strohdache bedeckten Ruine von 
romanischer Bauart kniet Maria vor dem am Boden liegen- 
den Kinde, das drei Engel verehren. Links Joseph, in 
der Linken ein Licht haltend. Rechts kniet der Stifter 
Peeter Bladelin, der Griinder der Stadt Middelburg und 
Schatzmeister des Herzogs von Burgund (f 1472). Im Grunde 
der Ruine Rind und Esel. In der Landschaft rechts eine Stadt, 
links die Verkiindigung an die Hirten. — Linker Fliigel: 
Die Sybille von Tibur. Durch das offene Fenster 
eines Gemachs zeigt die Sybille dem in burgundische Herzogs- 
tracht gekleideten Kaiser Augustus, der kniend ein Rauch- 
fafi schwingt, die Erscheinung der Maria mit dem Kind im 
Himmel. Rechtsdrei Wurdentrager, dem Vorgangezuschauend. 
— Rechter Fliigel: Der Stern erscheint den Konigen 
aus dem Morgenl ande. Die drei Konige knien, andachtig 
zu dem links am Himmel im Strahlenglanz erscheinenden 
Christkind emporblickend. Rechts FluGlandschaft mit einer 
Stadt. — Riickseite der FlUgel: Verkiindigung. Links: 
Maria, kniend, hinter ihr eine Vase mit einer Lilie. 
Rechts: Der Engel Gabriel niederkniend. Er halt in 
beiden Handen ein langes Spruchband, auf dem die Worte 
des englischen GruBes stehen. — Beide Figuren grau in grau. 

Die drei Bilder geben eine in sich abgeschlossene Darstellung, 
die sich auf die weltumfassende Herrschaft Christi bezieht, Geburt 
Christi (Mittelbild), VerkUndigung derselbcn an den Hcrrscher des 
Abendlandes (Augustus) und an die Herrscher des Morgenlandcs. — 
Gemalt fUr den Haupt.-iltar der Kirche von Middelburg (in Brabant), 
wo sich noch cine Kopie befindet. — Ein Hauptwcrk des Meisters 

28» 



436 Weyden. Wijnants. 

aus seiner mittleren Zeit (bald .nach 1450). — Die Riickseiten der 
FlUgel sind viel geringer und SchUlerarbeit. 

Eichenholz, Mittelbild, h. 0,91, br. 0,89; FlUgel je h, 0,91, br. 0,40. 
— Erworben 1834 ^o" Nieuwenhuys in Briissel. 

545 BildnisKarlsdesKiihnen, Herzogs von Burgund 
(1433 — 1477). Mit gelocktem Haar, halb nach links gewendet. 
In schwarzem bis zum Halse geschlossenem Gewande, dar- 
iiber den Orden des goldenen Vliefies. Die Hande werden 
unten links am Schwertgriffe sichtbar. Blauer Grund. 

Brustbild in etwa 3/4 Lebensgr. Eichenholz, h. 0,49, br. 0,32. — 
Sammlung Solly, 1821. 
549A Maria mit dem Kinde. Maria, in einem oben ab- 
gerundeten Fensterrahmen stehend, reicht dem vor ihr auf 
der Briistung sitzenden Kinde die rechte Brust. Rechts hinter 
Maria eine blaue Lilie. 

Maria Halbfig. in ^/^ Lebensgr. Eichenholz, h. 0,42, br. 0,31. — 
Erworben 1862. 

Weyden. Kopie nach Roger van der Weyden. Nieder- 
landische Schule. 
534 Kreuzabnahme. Der Leichnam Christi, den Simon 
von Cyrene vom Kreuz abgenommen hat, wird von Joseph 
von Arimathia unter den Armen ergriffen, wahrend Niko- 
demus die Beine halt. Rechts steht Magdalena, die Hande 
ringend, hinter Nikodemus Petrus mit dem Salbgefafi der 
Magdalena. Links Johannes und Maria Salome, welche die 
zu Boden sinkende Maria stiitzen, und Maria Kleophas, 
Goldgrund. 

Bez. in den oberen Ecken in gotischem Mafiwerk mit je einer 
Armbrust und der Jahreszahl 1488. — Alte Kopie nach dem Originale 
Rogers, das sich im Escorial befindet. Andere alte Kopien im Museo 
del Prado zu Madrid (Nr. 18 18, vielleicht von Micbiel von Coxie, 
und Nr. 2193 a, friiher im Museo Nacional de la Trinidad), in der 
Peterskirche zu Lowen (in kleinerem MaBstabe, Mittelbild des Tri- 
ptychons in der Agatha-Kapelle), in der Bridgewater-Sammlung zu 
London etc. Uber das Original und die in Spanien befindlichen 
Kopien s. Madrazo, Museo Espanol de Antiguedades, IV. — Ehemals ohnc 
Grand Roger van der Weyden der Jiingere genannt. 

Eichenholz. h. 1,49, br. 2,65; oben in der Mitte viereckiger Auf- 
satz, h. 0,51, br. 0,57. — Erworben 1830 in Aachen. 

Wijnants. Jan Wijnants. Hollandische Schule. — Land- 
schaftsmaler, geb. um 1625 zu Haarlem, f wahrscheinlich 



Wijnants. Wilson. Wilt. A^y 

zu Amsterdam nach dem i8. August 1682. Tatig in Haarlem 
(bis ungefahr 1660), darauf in Amsterdam. 

Hiigelige Landschaf t. Zur Rechten ein Stoppelfeld, 836B 
auf dem zwei Leute beim Aufhaufen der Garben beschaftigt 
sind. Ein verfallener Zaun grenzt das Feld von einem 
Weg ab, der sich von der Mitte des Bildes in Windungen 
nach links zu der hiigeligen, sparlich bewaldeten Feme zieht. 
Hinter dem Felde Laubwald. Auf dem Wege vorn ein Mann, 
der einen Knaben zurechtweist. Im Mittelgrund ein Reiter 
und ein Fufiganger. 

Bez. rechts unten: ^(^'^^071^4- 

Die Staffage ist von Adriaen van de Velde (s. diesen). 
Leinwand, h. 0,27, br. 0,34. — Erworben 1874 in Hamburg. 

Wilson. Richard Wilson. Englische Schule. — Land- 
schaftsmaler, geb. den i. August 17 14 zu Pinegas (Mont- 
gomeryshire), f 1782 zu London. In London Schiller des 
Thomas Wright, wahrend eines Aufenthaltes in Italien unter 
dem Einflusse C. Lorrains, G. Poussins und S. Rosas weiter- 
gebildet. Tatig in London (seit 1768 als Mitglied der 
Royal Academy) und Rom (1749 — 1755)- 

Landschaft. Vorn am Ufer eines sonnenbeschienenen 1646 
Flusses, der sich in die Tiefe zieht, ein Kahn mit zwei 
Mannern. Rechts erhebt sich hinter einer zerfallenen Bogen- 
briicke eine mit Baumen bestandene Anhohe. Links 
jenseits des Flusses zwischen Baumen eine hohe Ruine. 

Leinwand, h. 0,41, br. 0,54. — Erworben 1904 als Geschenk des 
Herm Hugo Reisinger, New York. 

Landschaft. Von einer Hohe fiihrt links an einerl646A 
Ruine, rechts an einer hohen Baumgruppe vorbei ein Weg 
in ein weites sonniges, von bewaldeten Bergziigen ab- 
geschlossenes Tal, das ein breiter F"Iu6 durchstr5mt. Rechts 
vorn auf dem Wege drei Figuren. 

Leinwand, h. 1,33, br. 2,09. — Erworben 1905 aus dem cnglischen 
Kunsthandel. 

Wilt Thomas van der Wilt. Holljindische Schule. — 
Maler und Stecher (Schabkunst), geb. im Dorfe Piershilden 



438 Wilt. Witte. 

den 29. Oktober 1659, f zu Delft 1733. Schiiler des Jan 
Verkolje zu Delft. Tatig zu Delft. 

1004 Das Brettspiel. Eine junge Dame, die ein Herr urn 
die Taille fafit, steht vor einem Tisch und folgt mit Auf- 
merksamkeit dem Zuge, zu dem ein ihr gegeniiber sitzender 
Herr ansetzt. Eine Dienerin links weiter hinten bringt einen 
Teller mit Friichten. Unter dem persischen Tischteppiche 
kommt ein Hund hervor. Durch die offene Tiir links Aus- 
blick in eine Parklandschaft. 
Bez. rechts unten: 



^^ 



Leinwand, h. 0,71, br. 0,57. — Koniglicbe Schlosser. 

Witte. Emanuel de Witte, urkundlich auch de Wit ge- 
nannt. Hollandische Schule. — Vornehmlich Architektur- 
maler, geb. wahrscheinlich zu Alkmaar 1617, f zu Amster- 
dam 1692. Schuler des Evert van Aelst zu Delft. Tatig 
zu Alkmaar (1636 in die Lukasgilde aufgenommen), Rotter- 
dam (um 1639), I^elft (1642 in die Gilde eingetreten) und 
namentlich zu Amsterdam (seit 1650). 

898 Das Innere einer Kirche. Aus der Vorhalle einer 
Renaissance-Kirche fiihrt eine Treppe in das von einem 
Tonnengewolbe iiberdeckte Hauptschiff. Durch die Kreu- 
zung, iiber der sich eine Kuppel erhebt, blickt man in den 
hell erleuchteten Chor. Einzelne Figuren in der Vorhalle 
und im Innern der Kirche. 
Bez. auf einer Grabtafel links: 

Leinwand, h. 1,32, br. 1,06. — Koniglicbe Sclilosser. 

898A Inneres der Nieuwekerk zu Amsterdam. Vom 
Querschiff aus sieht man schrag in das Langschiff der 
gotischen Kirche, in die durch die hohen Fenster das Sonnen- 
licht einfallt. Im Mittelgrund auf einer Holzkanzel mit 



Witte. Wonsam. Wouwennan. 



439 



weit vorspringendem Dach ein Prediger, um den sich die 
Gemeinde versammelt hat. Ganz vorn zur Linken ein 
junger Mann in blauem Mantel, vom Riicken gesehen; 
rechts neben ihm sitzt eine Frau mit zwei Kindern. Links 
zwei Hunde. 

Leinwand, h. 0,83, br. 0,67. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Wonsam. Anton Wonsam oder Woensam, meist 
Anton von Worms genannt (in Urkunden auch Thoniss 
Wonsam, daher sein Monogramm bisweilen aus T und W 
besteht). Niederrheinische Schule (Worms). — Maler und 
vornehmlich Zeichner fiir den Holzschnitt (vielleicht auch 
selbst Holzschneider), geboren zu Worms als Sohn des Malers 
Jasper Wonsam, f 1541 zu Koln. Tatig zu Koln. 

Das jiingste Gericht. In der Hohe Christus als 1242 
Richter in den Wolken thronend. Zu seinen Seiten knien 
links Maria, rechts Johannes d. T., zu seinen Fiifien drei 
kleine posaunende Engel. Unten zur Linken die Seligen, 
zur Rechten die Verdammten. Vorn vor den Nischen eines 
architektonischen Bogens links ein hi. Bischof, rechts Jo- 
hannes d. T., jeder einen vor ihm knienden Geistlichen 
empfehlend. 

Eichenholz, h. 0,86, br. 0,84. — Sammlung Solly, 1821. 

Wouwerman. Philips Wouwerman. Hollandische Schule. 
— Maler und Radierer, getauft zu Haarlem den 24. Mai 
1619, f daselbst den 19. Mai 1668. Schiiler seines Vaters 
Paulus Joosten Wouwerman, des Pieter Verbeeck und Jan 
Wijnants, vielleicht auch des Pieter de Laer, angeregt durch 
Frans Hals. Tatig zu Haarlem (seit 1640 in der Gilde). 

Die Reitschule. Vor dem Tor einer Festung, auf 899 
deren verfallenen Wallen eine einzelne Kanone stcht, reitet 
ein Offizier einen Schimmel um einen Pfahl ein. Links von 
ihm halten zwei Burschen ein paar andere Pferdc. Vorn 
rechts eine Saule, auf deren Postament ein Knabe ge- 
klettert ist. Links ein breiter Flu6 mit cinem ankernden 
Schiff und Badenden. In der Feme (iebirgc. 



Ber. rcclits untcn : /^^^ic V^Ay 




440 



Wouwerman. 



(Die Bezeichnung besteht aus den verschrankten Buchstaben des 
Vomamens Philips und aus einem W.) — Aus der mittleren Zeit des 
Meisters. 

Leinwand, h. 0,77, br. 1,2b. — Konigliche Schlosser. 

900 Halt einer Jagdgesellschaft am Flufi. An einem 
Briickenbogen, der ein Flufichen iiberspannt, halt eine Jagd- 
gesellschaft von drei Herren und einer Dame zu Pferd. Ein 
Reitknecht in rotem Rocke blast das Jagdhorn. Auf dem 
Wasser ein Kahn mit zwei Badenden. Hiigelige Feme. 

Bez. links unten : f J^ W/ 

Gegenstiick zu Nr. 903. 

Eichenholz, h. 0,35, br. 0,39. — Kiinigliche Schlosser, 

900B Aufbruch zur Jagd. An der Treppe eines Schlosses 
nahern sich ein Herr und eine Dame den von Dienern 
gehaltenen Pferden, einem Schimmel und einem dunklen 
Apfelschimmel. Hinter dem Paar ein Jager zum Aufbruche 
blasend. Rechts ein Mann mit der Meute und ein Diener, 
der sich die Schuhe bindet. Links Blick in hiigelige Feme 
mit einem alten Schlosse. 

Aus der mittleren Zeit des Meisters. — Sammlung Schcinborn, 
Wien 1866. 

Eichenholz, h. 0,34, br. 0,40. — Sammlung Suermondt, 1874. 

900C Pferde vor der Schmiede. Vor einer Schmiede, die 
in eine Felsenhohle eingebaut ist, beschlagt der Schmied 
einen braunen Gaul. Daneben ein Schimmel aus einem 
Korbe fressend, den ihm eine Frau vorsetzt. Oben auf dem 
Felsen das Hauschen des Schmiedes. Links Ausblick auf 
hiigelige Feme. 

Aus der mittleren Zeit des Meisters. — Sammlung Schonbom 
(Pommersfelden), Paris 1867. 

Eichenholz, h. 0,40, br. 0,31. — Sammlung Suermondt, 1874. 

900 D Winterlandschaft. Auf einem schneebedeckten Pfade, 
der am FuU eines steilen Felsens iiber einen Bach fuhrt, 
ein Reiter und zwei Fufiganger. 

Aus der friiheren Zeit des Meisters. 

Eichenholz, h. 0,27, br. 0,23. — Sammlung Suermondt, 1874. 

903 Der Heuwagen. Vor einem halb verfallenen Kastell 
steht ein Wagen, auf den zwei Manner aus einem Boot 



VVouwerman. Zacchia. Zaganelli. aaj 

Heu iiberladen. Daneben grasen die abgeschirrten Gaule. 
Weiter rechts eine Magd zu Pferde mit einem Heurechen. 
Im Grund hiigelige Feme. 

Gegensttick von Nr. 900. 

Eichenholz, h. 0,34, br. 0,39. — Konigliche Schlosser. 

Zacchia. Paolo Zacchia d. A. Florentinische Schule. — 
Lebensverhaltnisse unbekannt. Vermutlich gebildet unter 
dem Einflusse Fra Bartolommeos, sowie des Beccafumi. 
Tatig um 1520 — 1530 in Lucca und wahrscheinlich in 
Florenz. 

Maria mit dem Kind und dem kleinen Johannes. 278 
Maria, auf einer Rasenbank sitzend, reicht dem Kind auf 
ihrem Schofi einen geoffneten Granatapfel. Das Kind 
segnet den kleinen Johannes, der von einem Engel links 
herangeleitet wird. Hintergrund Landschaft. 

Pappelholz, rund, Durchmesser 0,85. — Sammlung Solly, 1821. 

Zaganelli. Francesco di Bosio Zaganelli. Zeichnet sich 
auch Zanganelli. Schule der Romagna. — Geb. zu Cotignola, 
tatig zu Ravenna, nach den Daten auf seinei\ erhaltenen 
Gemalden 1505 — 1527. Schiiler des Niccolo Rondinelli, 
unter dem Einflusse Gio. Bellinis und der Schule von Bo- 
logna weiter ausgebildet. 

Verkiindigung Mariae mit zwei Heiligen. In einer 1164 
mit vergoldeten und farbigen Ornamenten reich geschmiickten 
Saulenhalle steht Maria auf verziertem Sockel, zu dem Engel 
emporblickend, der von links herabschwebt. Uber Maria die 
Taube. Zur Linken Johannes d. T., den Stifter empfehlend, 
der vor ihm kniet. Rechts der hi. Antonius von Padua in 
Anbetung. Hintergrund Landschaft. 

Bez. auf einem Blattchen unten in der Mitte: 1509 A Aprilys, 
darOber Spuren einer ausgeldschten Inschrift, die wolil den Namen 
des KUnstlers enthielt. 

Pappelholz, h. 1,98, br. 1,56. — Sammlung Solly, 1821. 

Ein Wunder aus der Legende des hi. Antonius 236 
von Padua. In der Mitte kniet der Maulesel vor einem 
Sieb, in dem die Hostie liegt; ihm gegeniiber -Antonius und 
ein Ordensbruder, bcim Anblicke des Wundcrs zum Gebcte 
niederkniend. Zu beiden Seiten Zuschauer, rechts weiter 
zuruck einige Monche in weiBen Kutten (Camaldulenser?). 



A^2 Zaganelli. Zeeman. Zeitblom. 

Es ist der Vorgang geschildert, wie der Heilige den Ketzer Bovi- 
dilla, der an die wirkliche Gegenwart Christi im Sakrament nicht 
glauben will, zu bekehren sucht, indem er den Maulesel des Bovidilla 
befiehlt, vor der Hostie niederzuknien. — Gehort mit Nr. 241 zu einer 
Predella. 

Pappelholz, h. 0,19, br. 0,49. — Erworben 1841/42 in Italien. 

241 Ein Wunder aus der Legende des hi. Antonius 
von Padua. Der Heilige spricht auf einer kleinen Kanzel 
an der Riickwand eines Gemachs eindringlich zu einem 
Fiirsten, der, von seinem Gefolge umgeben, auf einem 
Thronsessel sitzt. Vor dem Fursten ein kleiner nackter 
Knabe, auf ihn zueilend. Dem Fursten gegeniiber kniet 
eine gekronte Frau mit weiblicher Begleitung; weiter zuriick 
Nonnen im Gebet. 

Das Bild scheint die Legende darzustellen, wonach der Heilige 
cinen Edelmann (im Bilde scheint ein Fiirst gemeint zu sein) zu Fer- 
rara, der verleitet worden ist, seine Gattin fur untreu zu halten, und 
seinen neugeborenen Sohn nicht anerkennen will, von der Unschuld 
seiner Gattin mit Hulfe des Kindes selbst uberzeugt; er laBt das 
Kind aus den Windeln nehmen und befiehlt ihm, kundzutun, wer 
sein wirklicher Vater sei, worauf das Kind seine Hand nach dem 
Edelmann ausstreckt und dessen Namen nennt. — Gehort mit Nr. 236 
zu einer Predella. 

Pappelholz, h. 0,19, br. 0,49. — Erworben 1841/42 in Italien. 

Zampieri. S. Domenichino. 

Zeeman. Reinier (Remigius) Nooms, gen. Zeeman. 
Hollandische Schule. — Maler und Radierer von Seestiicken, 
geb. 1623 wahrscheinlich zu Amsterdam, f 1667 oder 1668. 
Tatig zu Amsterdam, kurze Zeit auch in Frankreich (um 1650) 
und nach Nicolai (»Nachrichten von Berlin . . .«) voruber- 
gehend in Berlin. 

875 B Ruhige See. Auf flachem Strande liegen zwei grofiere 
Boote. Rechts zwei Fischer bei einem kleinen Nachen. In 
der Feme verschiedene Boote auf der stillen See. 
Bez, am Boden links nahe der Mitte: J^j 'Z.OC/^i^J^ 
Leinwand, h. 0,24, br. 0,22. — Sammlung Suermondt, 1874. 

Zeeuw. S. Marinus. 

Zeitblom. Bartholme Zeitblom. Deutsche Schule (Ulm). 
— Geb. zwischen 1450 und 1455 (?), f nach 1517. Ver- 



Zeitblom. Zoppo. 443 

mutlich Schiiler des Hans Schiichlin zu Ulm, dessen 
Schwiegersohn (seit 1483) und Gehiilfe er war. Tatig in 
Ulm und Umgegend. 

Der hi. Petrus. Der Heilige steht vor einem auf- 561 A 
gespannten Teppich von Golddamast, in den Handen ein 
Buch und den Schliissel. Oben auf dem dunkelblauen 
Grunde der Name des Heiligen. 

Eichenholz, h. 0,53, br. 0,24. — Erworben 1850 aus der Sammlung 
Hirscher, Freiburg i. B. 

Das Schweifituch der hi. Veronika. Zwei Engel 606A 
halten das Tuch, auf dem das iiberlebensgrofie Antlitz 
Christi mit der Dornenkrone erscheint. Griiner Grund. 

Vordere Staffel des fUr die Pfarrkirche von Eschach bei Gem und 
um 1496 gemalten Altares, dessen iibrige Teile sich in der Galerie zu 
Stuttgart befinden. 

Halbfig. Fohrenholz, h. 0,67, br. 1,82. — Erworben 1850 aus der 
Sammlung Hirscher, Freiburg i. B. 

Zoppo. Marco Zoppo. Schule von Padua. — Geb. zu 
Bologna. Geburts- und Todesjahr unbekannt. Schiiler des 
Francesco Squarcione zu Padua. Tatig um 1465 — 1498 zu 
Padua, Venedig und zu Bologna, wo er gestorben sein soil. 

Thronende Maria mit dem Kind und vier Heilige. 1170 
Maria auf einem Throne sitzend, iiber den sich ein Frucht- 
gewinde spannt, reicht dem auf ihrem Schofie stehenden 
Kind einen Apfel. Links neben dem Throne der hi. Fran- 
ziskus und Johannes d. T., zur Rechten der hi. Paulus mit 
Buch und Schwert und der hi. Hieronyinus, in der Rechten 
einen Stein, in der Linken das Kruzifix haltend. Im Grunde 
bergige Landschaft. 

Bez. unten auf einem Bl&ttchen: 

(verkleinert) 

fT~^ — r~i — r^ 



\/lA\ARCO'2:OPP ODABOLO 
f GNIA^PINSrrA\CCCCD<XI 

TVINEXIA. 1 



444 



Zoppo. Zurbaran. 



404 A 



Das Hauptwerk des Meisters. 
Vasari erwahnt das Bild als in S. Gio- 
vanni Evangelista zu Pesaro befind- 
lich; spater kam es angeblich zu 
den Osservanti ebenda. — In Gubbio, 
in dcr Sammlung des Conte U. Beni, 
befanden sich ehemals zwei Bildchen, 
die gleichfalls aus Pesaro stammten 
und vielleicht als Stiicke der Predella 
zu dem Berliner Bilde gehoren, kleine 
Halbfig. des hi. Martin und der hi. 
Lucia. 

Tempera. Pappelholz, h. 2,62, 
br. 2,54. — Sammlung Solly, 1821. 

Zurbaran. Francisco de 
Zurbaran. Spanische Schule 
(Sevilla). — Getauft zu Fuente 
de Cantos in Estremaclura den 
7. November 1598, f zu Madrid 
1662. Schiller des Juan de las 
Roelas zu Sevilla. Tatig zu 
Sevilla und Madrid (als Hof- 
maler Philipps IV.). 

Der hi. Bonaventura 
verweist den hi. Thomas 
von Aquino auf den Ge- 
kreuzigten als die Quelle 
alles Wissens. In seiner Zelle 
schlagt der hi. Bonaventura den 
Vorhang rechts vor einem 
Biichergestell zuriick und weist 
den hinter ihm eingetretenen 
Thomas von Aquino auf das 
Bild des Gekreuzigten. Hinter 
den beiden Heiligen zur Linken 
noch vier Franziskaner. Durch 
die offene Tiir links Blick auf 
einige Hauser. 

Bez. links unten wie neben- 
stehend. ■ — Gehort zu einer 1629 ge- 
malten Folge von vier Darstellungen 



"r^ 




o 
o 



> 



Zurbaran. 



445 



aus dem Leben des hi. Bonaventura, frtiher in S. Bonaventura (Kirche des 
Franziskaner-Kollegs) zu Sevilla, von denen sich zwei jetzt im Louvre 
zu Paris und eine in der Dresdener Galerie befinden. Unser Gemalde 
stellt die folgende Begebenheit dar: » Thomas von Aquino, erstaunt uber 
die Kraft und den Reichtum der mystischen Theologie Bonaventuras, 
besuchte ihn (der damals noch ein junger Lehrer der Theologie an 
der Pariser Universitat war) und bat ihn, ihm seine Bibliothek zu zeigen, 
damit er sich die Werke anschaflfen konne, aus denen jener eine so viel- 
seitige und umfassende Wissensfiille schopfe. Da wies ihm Bonaventura 
das Bild des Gekreuzigten, aus welcher ergiebigen Quelle er alles das 
empfangen zu haben bekannte, was er gelesen und geschrieben. « 
(Pietro Galesini, Acta Sanct. p. 847.) 

Leinwand, h. 2,26, br. 2,56. — Erworben 1852 aus der Sammlung 
Soult zu Paris. 

Bildnis eines vornehmen Knaben. Stehend, 404 C 
etwas nach links gewendet, den Blick auf den Beschauer ge- 
richtet. Mit lang herabfallendem Haar, im Brustharnisch 
mit roter Scharpe dariiber, mit sehr weiten geschlitzten brau- 
nen Kniehosen, weifien Striimpfen und schwarzen Schuhen. 
Der Knabe halt mit der Rechten einen Kommandostab, seine 
Linke ruht auf dem Degengriff. Grund dunkle Zimnier- 
wand. Oben rechts ein Wappen, mit neunzackiger Krone 
dariiber und mit den Ordenszeichen, die der Knabe auch 
auf seinem Brustharnisch tragt. 

Bez. rechts unten : 

/nrh cicmr J^rdi^l . / 

Darunter: AETAS 12A0S 

Der Dargestellte gait als der 1629 geborcne Sohn Philipps IV. 
Prinz Balthasar Carlos. Allein dies ist mit dem Wappen nicht beweisbar. 

Leinwand, h. 1,85, br. 1,03. — Erworben 1906 aus der Sammlung 
Alfred Morrison in London. 



Miniaturen. 

AusgestelU im Kabinett zwischen dem grqjSen Rtibenssaal und der 
Saminlung von Carstanjen. Eine Auswahl aus der umfangreichen, zum 
Teil der k'dniglichen >^ Kunstkammer v. entstatnmenden Sainmlung, Die 
Nuniinern beziehen sich auf ein besonderes Inventar (y . .). Die Anordnung 
der Miniaturen in drei Rahmenkdsten wird aus den vorgedruckten Auf- 
stellungspldnen ersichtlich, 

Grofier Rahmenkasten. 



220 




511 220A 


510 




509 


338 137 




372 221 


504 




505 
503 


266 




229 


530 




106 


116 114 




533 358 




•33 


519 512 


204 546 




399 410 


541 


513 


514 520 


306 296 




493 

528 340 




27 


284 


380 




494 
496 



Miniaturen. 



447 



Deutscher Meister um 1600 (Augsburg?). 

Bildnis eines jungen Mannes. J. 220 

Gegenstiick zu No. J. 220 A. 
01 auf Messing, oval, h. 0,111, br. 0,087. 

Bildnis einer jungen Frau. J. 220A 

Gegenstiick zu No. J. 220. 
01 auf Messing, oval, h. 0,111, br. 0,087. 
Brentel. Friedrich Brentel. Deutsche Schule. — Miniatur- 

maler und Radierer, geb. zu Langingen 1580, f zu Strafi- 

burg 1 65 1. 
Zwei Szenen aus der Tobias-Geschichte. J. 510 

Bez.: F. Brentel 1636. 

Deckfarbe auf Pergament, h. 0,104, br. 0,15. 
Ring. Ludger torn Ring d. J. Deutsche Schule (West- 

falen). — Geb. zu Mlinster nach 1521, f zu Braunschweig 

1583/84. Schiller seines Vaters Ludger torn Ring d. A. 

(Vgl. S. 327.) 
Bildnis eines Mannes in mittleren Jahren. J-S'i 

Bez.: Aetatis 42 Anno 1564 und mit der Signatur des 

Meisters. — Auf einem dem jiingeren torn Ring eben- 

falls zugeschriebenen Gemalde, der Hochzeit zu Can a 

(Vorrat No. 708) hangt unsere Miniatur bei dem Miniatur- 

bildnisse des Malers. 
01 auf Holz, h. 0,16, br. 0,123. 
Bol. Hans Bol. Niederlandische Schule. — Geb. zu Mecheln 

1534, f zu Amsterdam 1593. (Vgl. S. 33 und No. J. 512, 

J. 506, J. 508.) 
Das Fischerstechen. J. 509 

Bez.: H. Bol 1585. 

VVasserfarbe auf Pergament, h. 0,164, br. 0,112. 
Johns. Niederlandische Schule. — Lebensverhaltnisse un- 

bekannt. 
Bildnis eines FUrsten. J. 338 

Bez.: Johns ft 1791. 
Elfenbein, oval, h. 0,077, ^r. 0,057. 

La Tour. Elisabeth (?) de la Tour, nee Simons. I'ran- 
ziisische Schule. — Geb. zu BrUsscl 1780, f 1830 (?). 
Bildnis einer jungen Dame mit wciOcr Haube. J. 137 

Bez.: Latour. Auf dem Medaillon, das die Dame um den 
Hals tragt, bcfinden sich die verschlungcncn Initialcn K). 
Elfenbein, oval, h. 0,075, ^r. 0,06. 

FranzSsischer Meister um 1800. 

Bildnis eines iiltcren Mannes. J. a66 



448 Miniaturen, 

L T 
Bez. mit dem Monoeramm 

Elfenbein, oval, h. 0,065, br. 0,054. 
Bosse, nach Abraham Bosse (1602 — 1676). Franzosischc 
Schule. 
J. 504 Der Tanz (le bal). Duplessis No. 1400. 

Wasserfarbe auf Pergament, h, 0,104, br. 0,15. 
J. 503 Die HeimfUhrung der jungen Gattin (la mariee 

reconduite chez elle). Duplessis No. 1375. 
Wasserfarbe auf Pergament, h. 0,104, br. 0,148. 
J. 505 Der Ehekontrakt (le contrat). Duplessis No. 1374. 

Wasserfarbe auf Pergament, h. 0,104, br. 0,15. 
Aus einer Folge, von der ein viertes Bildchen sich unter 
den nicht ausgestellten Miniaturen befindet. 
Hoskins. John Hoskins. Englische Schule. — Geb. .', f 1664. 
J. 372 Bildnis Cromwells (?). 

Bez.: J H 1649. 

01 auf Kupfer, oval, h. 0,086, br. 0,069. 
Niederlandischer Meister, Ende des 17. Jahrhunderts. 
J. 221 Bildnis eines Mannes in mittleren Jahren. 

01 auf Kupfer, oval, h. 0,09, br. 0,07. 
Franzdsischer Meister, 2. Halfte des 17. Jahrhunderts. 
J. 229 Bildnis eines jungen Mannes. 

01 auf Kupfer, oval, h. 0,066, br. 0,052. 
Deutscher Meister, Mitte des 18. Jahrhunderts. 
J. 116 Bildnis Augusts 111., Konigs von Polen. 

Wasserfarbe auf Papier, h. 0,056, br. 0,073. 
Hall. Pierre Adolphe Hall. Franzosische Schule. — Geb. 
zu Boras (Schv/eden) 1739, f zu Luttich 1793. 
J. 530 Bildnis eines Malers (?). 

Unvollendet. 

Elfenbein, h. 0,105, br. 0,083. 
Deutscher Meister um 1735. 
J. 114 Bildnis Augusts III., Konigs von Polcn. 

Deckfarbe auf Papier, h. 0,051, br. 0,070. 
Deutscher Meister, 2. Halfte des 17. Jahrhunderts. 
J. 204 Bildnis Adolf Friedrichs 111., Herzogs von Meck- 

lenburg- St relitz. 
Elfenbein, oval, h. 0,052, br. 0,042. 
Chodowiecki (?). Daniel Chodowiecki. Deutsche Schule. 
— Geb. zu Danzig 1726, f zu Berlin 1801. (Vgl. S. 64.) 
J. 541 Halbfigur eines jungen Mannes in Seitenansicht. 

Bez.: Ch. 
Wasserfarbe auf Papier, oval, h. 0,071, br. 0,059. 



Miniaturen. 



449 



Deutscher Meister um 1700. 

Bildnis des Markgrafen Ludwig Wilhelm von J. 546 

Baden. 
Papier, oval, h. 0,064, br. 0,05. 
Zincke. Christian Friedrich Zincke. Deutsche Schule. — 
Geb. zu Dresden um 1684, f zu South Lambeth 1767. 
Bildnis Konig Georgs I. von England, J. 306 

Bez. : C. F. Zincke. fecit 17 16. 
Email, oval, h. 0,048, br. 0,038. 
Deutscher Meister, Mitte des 17. Jahrhunderts. 

Bildnis eines Mannes in mittleren Jahren. J. 380 

01 auf Kupfer, oval, h. 0,056, br. 0,047. 
Meytens. Martin van Meytens, auch Mijtens und Mytens. 
Schwedische Schule. — Geb. zu Stockholm 1695 oder 
1698, f zu Wien 1770. 
Bildnis eines alteren Mannes. J. 296 

Bez.: M. de Meytens pinx. 
Email auf Kupfer, oval, h. 0,05, br, 0,04. 
Deutscher Meister um 1640. 

Bildnis einer Frau mit ihrem Kinde. J. 133 

Auf der RUckseite: 
Bildnis des Gatten der Frau. 
01 auf Papier, h. 0,085, br. 0,065. 
Qossart, nach Jan Gossart, gen. Mabuse. Um 1550. Nieder- 
landische Schule. (Vgl. S. 161.) 
Bildnis des Markgrafen Heinrich von Nassau. J. 513 

Bez.: HERIC . CO . NASSAVIAE . MAR . ZENETAE. 
Gegenstlick zu No. J. 514. 
Deckfarbe auf Pergament, h. 0,082, br. 0,055. 
PQger. Heinrich Friedrich Fiiger. Deutsche Schule. — 
Geb. zu Heilbronn 1751, f 2" Wien 1818. 
Bildnis der Grafinnen Elisabeth, Christiane und J. 106 

Marie Karoline Thun. 
Bez.: peint par Fiiger 1788. 
Ganze Fig. Elfenbein, h. 0,178, br. 0,137. 
Deutscher Meister (?), Anfang des 17. Jahrhunderts. 

Bildnis der verwitweten Herzogin Augusta zu J- 5'9 

Schleswig-Holstein. 
Bez.: A" 1620. 

dl auf Papier, h. 0,083, br. 0,065. 
Gossart, nach Jan Gossart, gen. Mabuse. Um 1550. Nieder* 
l^dische Schule. (Vgl. S. 161.) 
Bildnis der Gemahlin des Markgrafen tieinrich J. 514 
von Nassau. 
Verz. d. Gemiilde. 29 



450 



Miniaturen. 



Bez.: MENCIA . MENDOCA . MAR . ZENETAE. 
GegenstUck zu No. J. 513. 
Dcckfarbe auf Pcrganicnt, h. 0,082, hr. 0,055. 
Deutscher Meister, 2. Halfte des 17. Jahrhunderts. 

J. 271 Bildnis Leopolds I. von Osterreich (1640 — 1705). 

Email auf Gold, oval, b. 0,046, br. 0,037. 

Deutscher Meister (?), 1. Halfte des 18. Jahrhunderts. 

J. 493 Bildnis einer Dame. 

Elfenbein, oval, h. 0,035, br. 0,027. 

Deutscher Meister, 1. Halfte des 18. Jahrhunderts. 

J. 496 Bildnis eines Feldherrn. 

Deckfarbe auf Pergament, oval, 0,03, br. 0,025. 
Prieur. Peter Prieur. Franzosische Schule. — Tatig nach 
den wenigen von ihm bekannten Arbeiten zu Genua um 
die Mitte des 17. Jahrhunderts. 
J. 284 Bildnis eines Feldherrn mitdemgoldenenVliefle. 

Auf der Riickseite: 

Der Feldherr lorbeerbekranzt, in der Rechten 
einen Lorbeerzweig, stehend in ganzer Figur 
links neben einem Obelisken, der in die Strah- 
len der Sonne hineinragt. Auf den Seiten die Uni- 
schrift: Praemium Honor virtutis. 
Bez.: prieur Fecit 1645. 
Email auf -Gold, oval, h. 0,048, br. 0,038. 

Deutscher Meister, Mitte des 18. Jahrhunderts. 

J. 533 Bildnis einer Dame (Schwester Friedrichs des 

Grofien.') als Aurora. 
In der Art und nach einer Komposition Nattiers. (1685 

bis 1766.) 
Elfenbein, h. 0,046, br. 0,067. 
Bol. Hans Bol. Niederlandische Schule. — (Vgl. No. J. 509 
und S. 33.) 
J. 512 Vornehme Familie im Zimmer beim Spiel. 

Bez. am Kamin: Hans Bol. 1583. 
Deckfarbe auf Pergament, h. 0,115, br. 0,082. 

Niederlandischer Meister um 1700. 

J. 358 Portrat eines jungen Mannes. 

01 auf Pappe, oval, h. 0,063, br. 0,049. 
Pranzosischer Meister, 2. Halfte des 18. Jahrhunderts. 
J. 399 Bildnis eines jungen Fllrsten. 

Elfenbein, oval, h. 0,058, br. 0,047. 
Cosway. Deutscher Nachahmer des Richard Cosway 
(1740 — 1821). 



Miniaturen. 



451 



Bildnis einer jungen (russischen?) Dame. J. 410. 

Elfenbein, oval, h. 0,062, br. 0,047. 

Zucchero (?). Federigo Zucchero, auch Zuccaro. Italie- 
nischc Schiile. — Geb. zu S. Angelo in Vado 1542 oder 
43, f zu Ancona 1609. 
Bildnis einer vornehmen Dame. J. 520 

01 auf Kupfer, oval, h. 0,065, br. 0,049. 

Franzdsischer Meister, Ende des 18. Jahrhunderts. 

Bildnis der Marie Antoinette. J. 528 

Elfenbein, oval, h. 0,045, br. 0,037. 
Deutscher Meister, Ende des 18. Jahrhunderts. (Angelica 
Kaufmann? 1741—1807.) 

Bildnis einer jungen Dame. J. 340 

Elfenbein, oval, h. 0,045, br. 0,037. 

Deutscher Meister, Ende des 16. Jahrhunderts. 

VVeibliches Bildnis. J. 494 

01 auf Silber, oval, h. 0,041, br. 0,031. 



Kleiner Rahmenkasten I. 







304 






552 




550 




553 


555 




5.1' 




567 


557 


560 


320 

2<»7 


558 


556 



29 • 



452 



Miniaturen. 



Franzosischer Meister, Ausgang des 17. Jahrhunderts. 

J. 552 Mannliches Bildnis. 

Email auf Gold, oval, h. 0,035, br. 0,03. 

Niederlandischer Meister, Mitte des 17. Jahrhunderts. 

J. 304 Bildnis eines Fursten. 

Email, oval, h. 0,035, br. 0,025. 

Deutscher Meister um 1660. 
J- 553 Bildnis einer Frau in mittleren Jahren. 

Email, oval, h. 0,035, br. 0,027. 

Huaut. Johann Peter und Amicus Huaut, auch Huault. 
Franzosische Schule. — Miniaturmaler, tatig zwischen 
1686 und 1700 am kurfiirstlichen Hofe zu Berlin. 
J- 555 Bildnis eines Fursten. 

Bez, : Fratres Huaut pinxerunt. 
Email, oval, h. 0,039, ^r. 0,034. 
Petitot. Jean Petitot. Franzosische Schule. — Emailmaler, 
geb. zu Genf 1607, f zu Vevey 1 691. 
J. 550 Bildnis Ludvv^igs XIV. 

Email, oval, h. 0,026, br. 0,024. 
Dinglinger. Georg Friedrich Dinglinger. Deutsche Schule 
— Goldschmied und Emailmaler. Tatig am Dresdener 
Hofe, f 1720. 
J. 567 Bildnis einer Frau. 

Bez.: G. F. Dinglinger fee. 1705. 
Email, oval, h. 0,03, br. 0,025. 

Niederlandischer Meister um 1630. 

J. 531 Bildnis der Grafin Solms, Gemahlin des Prinzen 

Friedrich Heinrich von Oranien. 
Pergament, oval, h. 0,028, br. 0,024. 
Franzosischer Meister, Nachahmer des Jean Petitot, um 
1690. 
J. 557 Bildnis eines Prinzen in mittleren Jahren. 

Email, oval, h. 0,027, br. 0,024. 
Deutscher Meister, 2. Halfte des 17. Jahrhunderts. 
J. 320 Bildnis eines Mannes in mittleren Jahren. 

Bez.: Aetatis Suae 39 Jahr. 3 M. Anno 1677. 8. Julius. 
Email, oval, h. 0,025, br. 0,023. 
Franzdsischer Meister, Anfang des 18. Jahrhunderts. 
J. 556 Bildnis des Freiherrn von Gundling (?). 

Email, oval, h. 0,03, br. 0,025. 
Deutscher Meister um 1700. 
J. 560 Bildnis Leopolds I., Kaisers von Deutschland. 

Email, oval, h. 0,02, br. 0,017, 



Miniaturen. 

Deutscher Meister, Mitte des 17. Jahrhunderts. 

Bildnis der Landgrafin Hedwig Sophie von 

Hessen-Kassel (1625 — 1683). 
Email auf Gold, h. 0,025, br. 0,022. 

Deutscher Meister, Anfang des 18. Jahrhunderts. 

Bildnis eines Edelmannes. 
Email, oval, h. 0,021, br. 0,018. 



453 



J. 297 



J. 558 



Kleiner Rahmenkasten II. 





269 




540 


156 


523 


345 




305 


562 


431 


532 



Englischer Meister, um 1740—1750. 

Bildnis William Pitts. 

Email, oval, h. 0,048, br. 0,041. 
Deutscher Meister, 2. Halfte des 17. Jahrhundert.s. 

Brustbild eines E hep a ares. 

Umschrift um das Bild des Manncs: A. H. nat. A. 1591. 

denat. 1670. 
Umschrift um das Bild der Frau: H. S, \V. nat. 1592. denat. 

1652. 
Email, herzfOrmig, h. 0,034, br. 0,036. 



J- 540 



J. 269 



454 



Miniaturen. 



Niederlandischer (?) Meister um 1630. 
J. 523 Bildnis einer vornehmen Dame. 

Kupfer, oval, h. 0,046, br. 0,04. 

Deutscher Meister, 16. Jahrhundert. 

J. 345 Bildnis einer Dame. 

Pergament, oval. h. 0,031, br. 0,027. 

Deutscher Meister, 18. Jahrhundert. 

J. 156 Bildnis eines Knaben. 

Elfenbein, rund, Dm. 0,058. 

Niederlandisclier (?) Meister, 17. Jahrhundert. 

J. 305 Bildnis eines jungen Mannes. 

Email, oval, h. 0,028, br. 0,024. 

Franzosischer Meister, 18. Jahrhundert. 
J. 562 Bildnis eines jungen Mannes in Allongeperiicke. 

Pergament, oval, h. 0,024, br. 0,02. 

Italienischer Meister, 1. Halfte des 17. Jahrhunderts. 

J. 431 Bildnis eines jungen Mannes, 

Kupfer, oval, h. o,o6, br. 0,048. 

Niederlandischer Meister um 1640. 

J. 532 Angebliches Bildnis der Grafin Sol ms, Gemahlin 

des Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien. 
Pergament, oval, h. 0,025, br. 0,021. 
Die RUckseite emailliert. 



Frei an derselben Wand wie die beiden Rahmenkasten 
hangende Miniaturen. 

Bol. Hans Bel. Niederlandische Schule. — Vgl. S. 33 und 
No. J. 509. 
J. 506 Landschaft mit Hagar und Ismael. 

Bez. rechts auf einem Baumstamm: H Bol 1583. 
Deckfarbe auf Pergament, h. 0,135, br. 0,19. 
J. 508 Parklandschaft mit Baulichkeiten und vielen 

Figuren. 
Bez. links unten an einem Baumstamm: Hans Bol 1589. 
Deckfarbe auf Pergament, h. 235, br. 325. 

Deutscher Meister um 1580. 
J. 507 Gebirgslandschaft mit Jagern. 

In der Art des Hans Bol. 
Deckfarbe auf Pergament, h. 0,13, br. 0,195. 



VERZEICHNIS I. 

Die Bilder nach der Nummernfolge. 
(Die Zahlen liinter den Namen beziehen sich auf die Seiten.) 



2. 

3- 
4- 
5- 
6. 

7- 
8. 

9- 

lO. 

loA. 
II. 

12. 

1 2 A. 

13- 

14. 

15- 

17- 
17A. 

18. 
1 8 A. 

19. 

20. 

21. 

22. 

23- 

2 3 A. 

24. 

25- 

26. 

26 A. 

27. 



Marziale, 226. 
Cinia, 66. 
Bellini, 25. 
Basaiti, 19. 
Vivarini, 420. 
Basaiti, i8. 
Cima, 67. 
Antonello, 11. 
Mantegna, 222. 
Bellini, 23. 

\ Bellini, 24. 

Bellini, 26. 
Giorgione, 157. 
Antonello, 12. 
Carpaccio, 58. 
Cima, 67. 

> Cima, 68. 

> Antonello, 10. 

Catena, 61. 
Basaiti, 19. 
Ghirlandaio, 153. 
Santa Croce, 352. 
Carpaccio, 58. 
Carpaccio, 59. 
Santa Croce, 353. 
Antonello, 11. 
Santa Croce, 353. 
Barbari, 1 7. 
Mantegna, 223. 



27A. 

28. 

29. 

30. 
30 A. 

31- 
32. 
36. 
37- 
38. 
39- 
40. 
41. 
42. 

43- 
44- 

44 A. 

44 B. 

45- 
46. 

46 A. 

46 B. 

46 C. 
47. 

47 A. 
49. 
5'. 
52- 
53- 
54. 

54A. 
55- 



Squarcione, 377. 

Bellini, 24. 

Mantegna, 223. 

Libri, 202. 

Lombardische Schiile, 209. 

Palma, 288. 

Catena, 62. 

Bellini, 25. 

Basaiti, 18. 

Vivarini, 423. 

Previtali, 308. 

Vivarini, 424. 

Inganatis, 188. 

Cima, 68. 

Bissolo, 29. 

Montagna, 257. 

Venetianische Schulc, 411. 

Montagna, 257. 

Previtali, 308. 

Morone, 261. 

Liberale, 202. 

Morone, 261. 

Bonsignori, 35. 

P^ogolino, 138. 

Murano, 266. 

Vcncti;mische Schulc, 411. 

I Borgognonc, 37. 

Sacchi, 348. 

i Mclozzo, 245. 

Conti, 73. 



456 



Verzeichnis nacli der Nummemfolge. 



57. Angelico, 9. 


91. 


58. Lippi, 205. 


93- 


SR* f M^^ccio, 227. 


94. 
94 A. 


^8D f ^^^^'^'^'O' 228. 


95. 
95A. 


59. Rosselli, 331. 


95 B. 


59A. Rosselli, 332. 


96. 


6o^a!}^°^^^'^°' ^• 


96 A. 
98. 


60 B. Benozzo, 26. 


100, 


62! I Angelico, 9. 


101. 
102. 


63 A. Neroccio, 271. 


1 02 A. 


63 B. Sassetta, 355. 


103. 


63C. Sassetta, 356. 


1 04 A. 


64. Domenico, loi. 


105. 


68. Mainardi, 220. 


106. 


69. Lippi, 205. 


1 06 A. 


70A. Verrocchio, 417, 


106B. 


7 1 A. Florentinische Schule, 136. 


107. 


72. Verrocchio, 417. 


1 08. 


^^' I Pollaiuolo, 303. 


109. 
III. 


' *■ \ Ghirlandaio, 1 54. 


112. 
1 12 A. 


76. Ghirlandaio, 155. 


112C. 


77. Mainardi, 221. 


1 1 2D. 


78. Botticelli, 39. 


112E. 


78 A. Lippi, 2*04. 


"3- 


79^a! } Si&norelli, 369. 


113A. 
114. 


79 B. Signorelli, 370. 


"5- 


79 C. Signorelli, 371. 


115A. 


80. Verrocchio, 418. 


116. 


81. Botticelli, 41. 


117. 


82. Lippi, 204. 


118. 


83.1 


119. 


85. \ Mainardi, 221. 


122. 


86. J 


125. 


87. Garbo, 149, 


129. 


88. Ghirlandaio, 153. 


131- 


90. Garbo, 149. 


132. 


90 A. Lombardische Schule, 209. 


132A. 


90 B. Lionardo, 203. 


137- 



Ghirlandaio, 155. 
Verrocchio, 418. 
Lippi, 206. 
Machiavelli, 219. 

Lippi, 206. 

Pisano, 301. 

Lippi, 206. 

> Lippi, 204. 

Garbo, 149. 
Credi, 88. 
Lippi, 204. 

> Botticelli, 39. 

Credi, 88. 
Verrocchio, 416. 
Florentinische Schule, 137. 
Botticelli, 39. 



\ Botticelli, 40. 



Piero, 298. 
Verrocchio, 417. 
Sodoma, 374. 
Tura, 400. 
Costa, 77. 
Ferrara, 131. 
Roberti, 327. 

iRoberti, 328. 

Panetti, 290. 
Cossa, 77. 

ModenesischerMeister, 253. 
Costa, 78. 
Cossa, 77. 
Sacchi, 349. 
Longhi, 210. 
Aspertini, 13. 
Coltellini, 73. 
Francia, 140. 
Francia, 141. 
Fiorenzo, 133. 
Palmezzano, 290. 
Bertucci, 29. 
Pinturicchio, 299. 
Umbrische Schule, 404. 



Verzeichnis nach der Numniemfolge. 



457 



137A. 

»39- 
140 A. 

141. 
142. 

143- 

M5- 

1 46 A. 

147. 
149. 

152. 

153- 

155- 
155A. 

156. 

157- 
157A. 

158. 
160 A. 

161. 

163. 

166. 

167. 

169. 
1 70 A. 
170B. 

174. 

176. 

182. 
182A. 
182 B. 

183. 

185. 

188. 

190. 

191. 

193- 
«93A. 

«95. 

197. 
197 A. 
197B. 



Buonfigli, 50. 

ISanti, 354. 

Raffaello, 310. 
Umbrisch-Florentinische 

Schule, 404. 
Pinturicchio, 299. 
Raffaello, 310. 
Gerino, 152. 
RafTaello, 310. 
Umbrisch-Florentinische 

Schule, 405. 
Romanino, 329. 
Venetianische Schule, 412. 
Lotto, 214. 
Romanino, 330. 
Ferramola, 130. 
Bordone, 36. 

> Romanino, 330. 

Calderari, 53. 
Tiziano, 397. 

\ Tiziano, 398. 

Moroni, 262. 
Bordone, 35. 

> Schiavone, 360, 

Palma, 289. 
Brescia, 45. 
Lotto, 215. 

> Schiavone, 361. 
Palma, 289. 

> Cariani, 57. 

Calcar, 53. 
Bordone, 36. 

\ Moroni, 262. 

Bordone, 36. 
Moretto, 1 60. 

> Palma, 289. 



204. 
205. 
206. 

207. 
207 A. 

208. 

209. 
210A. 

213. 

215. 

216. 

217. 

218. 

219. 
21 9A. 
219B. 
219C. 
219D. 
219E, 
219F. 
219G. 
219H. 
219 L 

222. 

225. 

227. 

229. 

235. 
236. 

237- 

240. 

241. 

243- 

245- 
245A. 

246. 
247A. 

248. 

249. 

255- 
2 59 A. 
259H. 

261. 

266. 



Piero, 299. 
Pedrini, 293. 
Niederlandischer Meister, 

277. 
Boltraffio, 34. 
Mailandische Schule, 220. 
Conti, 73. 
Fasolo, 129. 
Marco d'Oggiono, 282. 
Ferrari, 133. 
Pedrini, 293. 
Correggio, 76. 
Luini, 217. 
Correggio, 75. 

i Luini, 217. 



Luini, 218. 



Meizi, 246. 
Solario, 376. 
Dossi, 102. 
Granacci, 164. 
Franciabigio, 142. 
Zaganelli, 441. 
Piombo, 300. 
Sarto, 354. 
Zaganelli, 442. 
Garofalo, 150. 

i Franciabigio, 143. 

Sarto, 355. 
Raffaello, 310. 
Raffaello, 311. 
Bartolomnjco, 17. 
F"errarcsischcr Meister, 131. 
Piombo, 301. 
Piombo, 3fX). 
Garofalo, 150. 
Mazzolini, 233. 



458 



Verzeichnis nacli der Nummemfolge. 



267. 

267 A, 

268. 

270. 

273- 
274. 

275- 

278. 

280. 

281. 

283. 

287. 

298. 
298 A. 

299. 

300. 

301. 

303- 

304- 

307. 
307 A. 

309- 
310. 

311- 
314- 
316. 
320. 
323- 
325- 
326. 

327- 
328. 
329- 
330. 
338. 

338A. 

338 B. 

339A. 
352. 
353- 
354- 
355. 
356. 
358. 
362. 



Bacchiacca, 13. 
Bacchiacca, 1 4. 
Cotignola, 78. 
Mazzolini, 233. 
Mazzolini, 234. 
Ferraresischer Meister, 131. 
Mazzolini, 234. 
Zacchia, 441. 
Imola, 188. 
Francia, 141. 
Bugiardini, 50. 
Francia, 142. 



} 



Tintoretto, 395. 



Tintoretto, 396. 
Tiziano, 398. 

> Veronese, 414. 

Savoldo, 357. 
Savoldo, 358. 
Veronese, 415. 
Tintoretto, 396. 
Veronese, 415. 
Bassano, 20. 
Tintoretto, 396. 

> Lotto, 2 1 5. 

Lotto, 216, 
Veronese, 415. 



V^eronese, 416. 



\ Bronzino, 46. 

Salviati, 351. 
Crespi, 89. 

j- Caravaggiu, 56. 

Procaccini, 309. 
Caravaggio, 56. 
Cambiaso, 54. 
Domenichino, 100. 



363. Reni, 323. 

364. Carracci, 60. 

365. Caravaggio, 56. 

366. Bonzi, 35. 
369. Caravaggio, 57. 

372. Carracci, 61. 
372 A. Carracci, 60. 

373. Reni, 323. 

375. Domenichino, 100. 

376. Domenichino, loi. 
380 B, Feti, 133. 

381. Caravaggio, 57. 
403. Ribera, 326. 
404A. Zurbaran, 444. 

404 C. Zurbaran, 445. 
405. Suttennans, 384. 

405 B. Ribera, 324. 
406 B. Coello, 72. 

407. Carreiio, 61. 

408. OberitalienischeSchule,282. 
408 A. Italienischer Meister, 189. 
408 B. Cerezo, 63. 

409. Campana, 54. 

412. Morales, 259. 

413. Voet, 425. 

413 A. Velazquez, 408. 
413C. Velazquez, 407. 
4 1 3D. Velazquez, 409. 
41 3 E, Velazquez, 407. 
413 F. Velazquez, 408. ^^' 

414. Murillo, 266. ^^""^ 
414A. Roelas, 328. 

414B. Cano, 55. 
414C. Murillo, 267. 

416. Ribera, 326. 

417. Spanischer Meister, 376. 

420. Sassoferrato, 356. 

421. Rosa, 331. 
426A. Maratta, 224, 

428. Claude, 70. 
437. Strozzi, 384. 
441. Giordano, 156. 

443. Cerquozzi, 63. 

444. Honthorst, 180. 
447. Cignani, 66. 



Verzeichnis nach der Nummemfolge. 



459 



448 B. 

454. 
454A. 

458. 

459- 
459A. 
459 B- 
459C. 

463. 

465. 

466. 

467. 

468. 

469. 

470. 

471- 
472. 

473- 
474A. 
474 B. 

475- 

478. 
478A. 
478B. 

482. 
484A. 
484 B. 

485. 
487A. 

489. 
489 B. 
49 > A, 
49 «B. 
49 1 C. 

492. 

494. 
494C. 
496 B. 
500A. 

500 B. 

501 K. 
501 F. 
50 1 G. 
503 B. 
503C. 



Claude, 70. 
Tiepolo, 393. 
Panini, 291. 
Sassoferrato, 356. 
Tiepolo, 394. 
Tiepolo, 393. 

I Tiepolo, 394. 

Poussin, 307. 
Mignard, 252. 
Lesueur, 200. 
Poussin, 307. 
Watteau, 428. 
Troy, 400. 
Watteau, 428. 
Lebrun, 199. 
Clouet, 71. 
Lancret, 197. 
Watteau, 428. 
Watteau, 429. 
Clouet, 72. 
Poussin, 307. 
Poussin, 308. 
Millet, 252. 
Chodowiecki, 64. 

\ Largilliere, 198. 

Chodowiecki, 64. 
Trinquesse, 400. 

\ Pesne, 296. 

Chodowiecki, 64. 

> Chodowiecki, 65. 

Werff, 430. 
Pesne, 296. 
Greuze, 165. 
Pesne, 297. 
Rotari, 332. 
Chodowiecki, 65. 

> Guardi, 165. 

Guardi, 166. 
Canalctto, 54. 
Canaletto, 55. 



504- 
512. 

513. 
514- 
515- 
516. 
517- 
518. 
519- 
520. 
521. 
522. 

523- 
523A. 
523B. 
523C. 
523D. 

524. 

525- 
525A. 
525B. 
525C. 
525t>- 
525K. 
525 F. 
525G. 
525K. 

525L- 
526. 

526A. 

527. 

528. 
528A. 
528B. 

529- 
529A. 
529B. 
529C. 
529I). 

530. 

532. 

532 A. 

533- 



Batoni, 21. 
> Eyck, 1 19. 



Eyck, 1 20. 



\ Eyck, 121. 

Eyck, 122. 

Eyck. 125. 

Eyck, 127. 

Eyck, 125. 

Eyck. 128. 

Eyck, 122. 

Eyck, 123. 

Eyck, 125. 

Eyck, 128. 

Eyck, 1 26. 

Eyck, 123. 

Eyck, 124. 

I Eyck, 126. 

I Eyck, 124. 

Niederlandischer Meistcr, 
274. 

} Niederlandischer Meistcr, 
273- 
Eyck, 127. 
Eyck, 129. 

I Memling, 247. 

Cristus, 89. 

Cristus, 90. 

Memling, 247. 

Memling, 248. 

Meistcr <ler Hinimclfalirt 

Mariii, 237. 
Cristus. 90. 
Ouwatcr, 286. 
Bouts, 42. 



460 



Verzeichnis nach der Nummernfolge. 



533A. 
533B. 

534- 
534A. 
534 B. 

535- 

537. 
537A. 
537B. 

538. 

538A. 
538 B. 

539- 
539A. 
539B. 
539C. 
539D- 

540. 

542. 

543- 
544 A. 

545- 
545B. 
545C. 

546. 
548 A. 

549A. 

550- 
551A. 
551 B. 

552. 

552B. 

554- 
556. 

557B. 

557C. 

557D. 

557E. 



j- Bouts, 42. 

VVeyden, 436. 
Weyden, 433. 
Weyden, 434. 
Weyden, 435. 

[ Meister vonFl^malle, 241. 

Meister von Fl^malle, 242. 
Niederlandischer Meister, 

277. 
Meister von Flemalle, 241. 
Niederlandischer Meister, 

275. 
Bouts, 43. 

Niederlandischer Meister, 
276. 

Niederlandischer Meister, 

277. 
Meister der Himmelfahrt 

Maria, 237. 
Niederlandischer Meister, 

273. 
Bouts, 43. 
Cranach, 80. 
Weyden, 436. 

I Bouts, 43- 

Goes, 158. 
Niederlandischer Meister, 

275- 
Weyden, 436. 
Bouts, 44. 
Gossart, 161. 
Provost, 309. 
Niederlandischer Meister, 

275- 
Baldung, 15. 
Mostaert, 263. 
Amberger, 6. 
Diirer, 108. 
Diirer, 104. 

[ DUrer, 105. 



557 F. 
557G. 
557H. 
557l- 

558. 

559. 
559A. 

560. 

561. 
561 A. 

562. 

563. 
563A. 
563 B. 
563C. 
563D. 

564. 
564A. 

565. 

567- 
567 A. 
567B. 

569. 
569 A. 

570. 

572. 

573. 
573A. 

574. 
574A. 
574B. 
574C. 
574D. 

575. 
575A. 
575B. 

577. 
578. 

578A. 
578 B. 
578C. 

579- 
580. 
581. 



J^ DUrer 106. 

> Diirer, 107. 
Hemessen, 176. 

> Cranach, 80. 

Schaeufelein, 358. 
Massys, 229. 
Zeitblom, 443. 
Schongauer, 363. 
Cranach, 80. 
Strigel, 380, 

Strigel, 381. 
\ Cranach, 81. 

> Cranach, 82. 

Cranach, 83. 
Burgkmair, 5 1 . 
Massys, 230, 
Heemskerck, 173. 
Burgkmair, 51. 

I David, 97. 

Massys, 230. 
Ley den, 201. 
Marinus, 224. 

> Massys, 230. 

> Meister von Frankfurt, 242. 

Meister von Frankfurt, 243. 

Amberger, 7. 

Meister des Todes Maria, 

239. 
Meister der hi. Sippe, 236. 

y Meister der hi. Sippe, 237. 

Cranach, 87. 

> Cranach, 83. 



Verzeichnis nach der Nuramemfolge. 



461 



582. 

583. 
583A. 
583 B. 

584. 
584A. 
584B. 

585. 
585A. 
585 B. 

586. 
586A. 
586B. 
586C. 
586D. 

587. 
588. 

589. 

590. 

590A. 

591- 

593. 
594. 

596 A. 

597 A. 
600. 
603. 

603 A. 
606A. 
606 B. 
606 C. 

607. 

608. 

609. 

614. 

615. 

616. 

618. 
618A. 
619A. 
619B. 



Pencz, 294, 
Amberger, 7. 
Strigel, 381. 
Strigel, 382. 
Burgkmair, 51. 

> Leyden, 20 1 . 

Pencz, 295. 
Mor, 258. 
Mor, 259. 
Holbein, 177. 
Gossart, 161. 
Holbein, 177. 

I Holbein, 178. 

Pencz, 295. 
Bruyn, 49. 

y Cranach, 84. 

Niederlandischer Meister, 

274. 
Niederlandischer Meister, 

278. 
Cranach, 84. 
Cranach, 85. 
Kulmbach, 196. 
Breu, 45. 
Memling, 248. 

> Baldung, 16. 

Zeitblom, 443. 

I Strigel, 383. 

Comelisz, 75. 

Patinir, 293. 

Engelbrechtsen, 115. 

Cranach, 88. 

Meister des Todes Maria, 

239- 
Meister des Todes Mariii, 
240. 

> Cranach, 85. 

} Meister von McBkirch, 
243. 



621. Mostaert, 263. 
623A. Utrecht, 406. 
624. Bles, 30. 
626. Niederlandischer Meister, 

278. 
628. Sachsischer Meister, 350. 

, , ■ > Deutsche Schule, 98. 
629A, J ' ^ 

, •'„* I Niederlandischer Meister, 

630 B. > 

630C. J ^79. 

631. Meister von MeBkirch, 243. 

632. Neufchatel, 273. 

633. Niederlandischer Meister, 

280. 

^33A. jcieve, 71. 
633 B. / ' 

^^5- I Cranach, 86. 

^^633^;|Altdorfer, 4. 

638 B. 1 

638C. Altdorfer, 5. 

638D. J 

638 E. Altdorfer 6. 

639. Bruyn, 49. 

641. Bellegambe, 22, 

64'4'a:}''^°^'^^'^'-^- 

645A. Orley, 283. 

647 B. Schoevaerdts, 362. 

648. Gossart, 161. 
650. Gossart, 162. 
650A. Bol, 33. 

653. Lombard, 208. 

,^56. I Gossart, 162. 
656A. J ' 

,, 7' > Elsheimcr, 1 14. 
664 A. j 

664 B. I 

^t"^?.' Elsheimer, 115. 
664I). j 

664 E. J 

675. Miissys, 229. 

677. l^.xstinan, 198. 



462 

678. 
678A. 
678B. 

683. 
683A. 

686. 
688A. 

690. 

693- 

695- 

699. 

700. 

7o6, 

719. 

726. 
730 A. 

735- 
739A. 

741. 
741 A. 
74 IB. 

742. 

743- 
743 A. 
743 B. 
748 A. 
748 B. 

750. 
750A. 
750B. 
750C. 

751- 

753- 
753A. 
753 B. 
757A. 

757 B. 
758A. 

758 B. 
760 A. 

762. 
762 A. 
762 B. 
762 C. 

763. 



Verzeichnis nach der Nummemfolge. 



Brueghel, 48. 
Uden, 402. 
Brueghel, 48. 
Pourbus, 306. 
Hollandischer Meister, 178, 
Pourbus, 306. 
Brueghel, 48. 
Rottcnhammer, 333. 
Huys, 185. 
Bassen, 20. 
Moeijaert, 254. 
Ring, 327. 
Molenaer, 255. 

> Aertsen, 2. 

Velde, 410. 
Tempel, 385. 
Steenwijck, 379. 
Palamedesz, 287. 

> Venne, 412. 

Brueghel, 48. 
Cuijp, 94. 
Cuijp, 95. 
Cuijp, 94. 
Mierevelt, 250. 
Mierevelt, 251. 
Keijser, 191. 
Janssens, 186. 
Keijser, 190. 
Keijser, 191. 
Snayers, 373. 
Moreelse, 260. 

I Ellas, 113. 

> Ravesteijn, 311. 



> Palamedesz, 288. 
Avercamp, 13. 
i Rubens, 333. 

I Rubens, 334. 
Rubens. 335. 



763A. 
763 B. 

765. 
765 A. 

766. 

767. 

770. 

772. 

774- 
7 74 A. 
774B. 
774C. 

775- 
776A. 
776 B. 
776C. 
776D. 
776E. 

777. 

778. 

779- 

780. 

781. 

782. 
782A. 
782 B. 
782C. 

783. 

785. 
785 A. 
787A. 

790 F. 
791. 

791 A. 
791 B. 
791 c. 
79 1 D. 
79 1 E. 

791 F. 
79 1 G. 
79 1 H. 

792. 

792 A, 
792 B. 
792 C. 



} 



Rubens, 335. 

Brueghel, 49. 
Loo, 211. 

Hals, 167. 



} 



Dyck, 108. 
Momper, 257. 
Rubens, 336. 

\ Snyders, 373. 

Janssens, 185. 
Rubens, 336. 

I Rubens, 337. 

I Rubens, 338. 

Janssens, 186. 
Dyck, 109. 
Rubens, 342. 
Rubens, 338. 
Rubens, 339. 

\ Dyck, 109. 

> Dyck, no. 

i Rubens, 339. 

Rubens, 340. 
Dyck, 1 10. 
Dyck, III. 

i Terborch, 390. 

i Terborch, 391. 

> Terborch, 392. 

> Metsu, 249. 

Anraadt, i o. 
Metsu, 249. 



Verzeichnis nach der Nummemfolge. 



463 



793- 

795- 

795 B. 

795 C. 
795D. 

796 B. 
796 C. 

797. 
798 B. 
798 C. 
798 E. 
798 F. 
798G. 
798H. 
798K. 

799- 
800. 

800 A. 
801. 

801 A. 
801 B. 
801 C. 
801 D. 
801 E. 
801 F. 
80 1 G. 
801H. 

802. 
802A. 

803. 

804. 

805. 

806, 
806 A. 

806 B. 
807. 

807 A. 
808. 

808 A. 
809. 

809 A. 
810. 

810A. 
810B. 
810D. 



Terborch, 392. 

Steen, 378. 

Steen, 379. 
Brekclenkam, 44. 
Laen, 197. 
Vlamischer Meister, 424. 

> Rubens, 340. 



\ Rubens, 341. 

Rubens, 342. 
Dyck, III. 
Hals, 167. 
Codde, 72. 

i Hals, 167. 

Levster, 202. 
Hals, 168. 
Hals, 169. 

Hals, 168. 

Hals, 169. 
Rembrandt, 312. 
Heist, 175. 
Vries, 426. 
Eeckhout, 112. 

> Rembrandt, 3 1 3. 

Gelder, 151. 
Seghers, 366. 
Horst, 183. 
Roghman, 329. 
Rembrandt, 313. 
Seghers, 366. 
Bol, 32. 
Bol, 33. 

Rembrandt, 313. 
Meer, 236. 
Backer, 14. 
Meer, 236. 



811. 
81 1 A. 

812. 
812A. 
812B. 
813A. 

815. 
81 5 B. 

816. 
8i9A. 
819B. 
819C. 

820. 
820A. 

820 B. 
821. 

82 1 A. 
822. 
823. 
824. 

824B. 

825. 
825A. 

826. 
826 A. 

828. 
828A. 
828B. 
828C. 
828D. 
828E. 
828 F. 
828H. 
828 I. 
828K. 
828L. 
828M. 

829. 

830. 

831. 

832. 
832 A. 

834. 

835- 
835 A. 



I Rembrandt, 314. 

> Rembrandt, 315. 

Rembrandt, 316. 
Flinck, 134. 
Flinck, 135. 
Rembrandt, 322. 
Livens, 208. 
Fabritius, 129. 
Hooch, 182. 
Maes, 220. 
Eeckhout, 112. 
Poorter, 303. 
Hooch, 182. 
Rembrandt, 322. 

> Koninck, 195. 

Rembrandt, 316. 

}■ Horst, 183. 

Heerschop, 174. 
Heist, 175. 
Koninck, 195. 
Victors, 420. 
Rembrandt, 316. 

j- Rembrandt, 3 1 7. 



Rembrandt, 31 8. 
Rembrandt, 320. 

> Rembrandt, 321. 

Rembrandt, 322. 
Eeckhout, 112. 
Vcrelst, 413. 

\ Vos, 426. 

Porcellis, 304. 
Micris, 251. 

\ Everdingen, 1 16. 



464 



Verzeichnis nach der Nummemfolge. 



835B. 

836. 

836 B. 

837. 
838. 

839. 

840. 
840A. 
840C. 

841. 

842. 
842A. 
842 B. 
842D. 

843- 

844- 

845. 
845 B. 

8450- 

845 F. 
846. 

846 A. 
847. 
848. 

848 B. 
848D. 
848 E. 
848 F. 

850. 
850A. 
850 B. 
850C. 
853A. 
853B. 
853E. 
853H. 

854. 
854B. 
854C. 

855. 
855 A. 
855 B. 
855C. 

856. 
856A. 



Everdingen, 117. 
Berchem, 26. 
Wijnants, 437. 
Schalcken, 360. 
Mieris, 251. 
Livens, 208. 
Neer, 269. 
Neer, 267. 
Neer, 269. 
Ostade, 284. 

> Neer, 269, 

> Neer, 270. 

Dou, 102. 
Meert, 236. 
Mommers, 256. 

I Ostade, 285. 

Ostade, 286. 
Netscher, 271. 
Neer, 270. 
Dou, 102. 
Netscher, 271. 
Beerstraten, 21, 

Hardin, 187. 

Jardin, 188. 
Netscher, 271. 
Musscher, 267. 

> Netscher, 272. 



\ Brouwer, 47. 

Dou, 102. 
Slingeland, 372. 
Bosch, 38, 

I Ostade, 284. 

Ostade, 285. 
Teniers, 386. 
Craesbeeck, 79. 



856B. 

857. 

858. 

858A. 

859. 
859A. 

860. 

861. 
861 A. 
86iB. 
86 1 G. 

862. 

864. 

864 B. 
865. 

865 A. 
865 B. 
865 C. 
865D. 
865 E. 

865 F. 
866. 

866 A. 
866 B. 
866 C. 
866D. 
866 E. 
866 F. 
872A. 

873- 
874A. 
874C. 

875. 
875A. 
875B. 
876A. 
876B. 
877A. 
877B. 

878. 

883. 
883 B. 
883 C. 
883D. 

884. 



Ryckaert, 348. 
Teniers, 386. 
Tempel, 385. 
Kick, 192. 

> Teniers, 387. 

Bergen, 27, 

jCuijp, 93. 

Cuijp, 94. 
Bergen, 27. 
Duck, 103. 
Coques, 74. 

\ Goijen, 159. 

I Goijen, 160. 

Teniers, 385. 
I Teniers, 387. 

I Teniers, 388. 

\ Teniers, 389. 

Potter, 305. 
Molenaer, 255. 

i Heem, 171, 

Verelst, 413. 
Cappelle, 56. 
Zeeman, 442. 
Hondecoeter, 179. 
Hondecoeter, 180. 
Verspronck, 419. 
Verspronck, 420. 
Snyders. 374. 

[Fyt, 144. 

Boel, 32. 
Ruisdael, 344. 



Verzeichnis nach der Nummemfolge. 



46: 



884 B. 
884C. 
884D. 

885. 

885 C. 
885D. 
885 E. 
885 F, 
88 5 G. 
885 H. 

886. 
888C. 

890. 
89 1 A, 

893- 

895. 

898. 
898 A. 

899. 

900. 
900 B. 

900 C. 
900D. 

901. 

901 A. 
901 B. 
901 C. 
901 D. 
90 1 E. 

903. 
903 A. 

905- 

905 A. 
906. 

906 A. 
906 B. 
906 C. 
909 A. 
909 C. 
912A. 
912B. 
912C. 
912D. 

9'3- 
916. 



> Ruisdael, 344. 



Ruisdael, 345. 



} 

> Ruisdael, 346. 

Ruisdael, 347. 
Hobbema, 176. 
Vroom, 427. 
Berchem, 27. 
Diepraetn, 99. 
Ruisdael, 347. 
Bakhuysen, 1 5. 

jwitte, 438. 

Wouwerman. 439. 



I Wouwerman, 440. 

Goijcn, 160. 

iRuijsdael, 343. 

Meister IVR, 244. 
Meister TvA, 244. 
Wouwerman, 440. 
Velde, 409. 
Walscapele, 427. 
Hals, 169. 

\ Heem, 171. 

> Heem, 172. 

Ferguson, 129. 
Sant-Acker, 352. 
Boursse, 41. 

>Meer, 235. 

Everdingen, 117. 
Hagen, 166. 



917. 
918A. 
919B. 

921. 

921 A. 

922 B. 
922C. 

934- 

939- 
944 A. 

946. 

948. 
948 A. 

948 C. 

948D. 
948 E. 
948 F. 
948 G. 
948 H. 

949- 

956. 

958. 

961, 

963- 
967. 

967 A. 
970. 

97 2 A. 

972 B. 

974 A. 

975- 
976. 

977. 

978. 
983A. 
983D. 
983 E. 
983 F. 

985. 

985 A. 

990. 

998. 

lOOI. 

1004. 
1006. 



Rubens, 342. 
Angel, 7. 
Weenix, 429, 
Aelst, I. 
Potter, 305. 

\ Velde, 410. 

Vlieger, 425. 
Peeters, 293. 
Mahu, 220. 
Molenaer, 255. 

> Claesz, 69. 

Treck, 399. 
Kalf, 189. 
Luttichuis, 218. 
Kalf, 189. 

I Kalf, 190. 

Molenaer, 256. 
Poelenburgh, 302. 
Saft-Leven, 350. 
Aelst, I . 
Heem, 173. 
F>t, 145. 
Sorgh, 376. 
Lansinck, 197. 

> Huijsum, 184. 

Weenix, 429. 
Aelst, I. 
Seghers, 365. 
Nason, 268. 
Seghers, 365. 

> Beijeren, 22. 

Sauts, 357. 
Geldcr, 151. 
Hondccocter, 1 79. 
C'laesz, 69. 
Leiienbergh, 200. 
Huijsum, 184. 
Weenix, 429. 
Wilt, 438. 
Stoop, 380. 



Verz. d. Gcmaldc. 



3'-' 



466 



Verzeichnis nach der Nummernfolge. 



1 007 A. 
1008. 
1009. 

lOI I. 

1012. 
1014B. 

1017. 

1026. 

1028, 
1 034 A. 
1034C. 
1034D. 
1034 F. 

1038. 

1039. 

1040. 

1048. 

1051. 
105 1 A. 

1061. 

1056. 

1058. 

1062. 
1062 A. 
1062 B. 

1064. 
1064A. 

1067. 

1069. 
1070A. 
107 1 A. 

1072. 

1073- 

1074. 
1074A. 

1076. 

1077. 
1077A. 

1078. 

1079. 

1080. 

1081. 
108 1 A. 

1094. 
1 094 A. 



Nason, 268. 
Honthorst, 180. 
Honthorst, 181. 
Bosch, 38. 
Verkolje, 413. 
Denner, 98. 
Honthorst, 181. 
Dijk, 99. 
Dijk, 100. 
Graff, 163. 

[Graff, 164. 

Bois, 32. 

Florcntinische Schule, 1 36. 

Gaddi, 145. 

i Byzantinische Schule, 52. 



Tzane, 402. 
Vivarini, 421. 
Bizamano, 29. 
Duccio, 103. 
Vannuccio, 406. 
Daddi, 95. 
Daddi, 96. 
Lippo, 207. 
Siena, 367. 
Simone, 371. 
Simone, 372. 
Lippo, 207. 

Gaddi, 146. 



} 



Giotto, 157. 
Alegretto, 3. 

I Lorenzetti, 213. 

Alegretto, 4. 
Gaddi, 146. 

I Gaddi, 147. 

Lippo, 207. 

> Lorenzetti, 212. 



1097. 

1 109. 

1112. 
1 1 12B. 
1 112C. 

I113. 

II 17. 

1 1 19. 

1122. 
1123A. 

1 124. 

1 127. 

1 1 28. 
1129A. 

II 30. 
1132. 

1133- 

1 141. 
1141A. 
1141B. 

1 142. 

II43- 
1144. 

1 146. 

1 147. 
II54- 
"55- 
II 56. 

1156A. 
1156B. 
1156C. 

1 1 60. 

1162, 

1 1 64. 

1 165. 

1 166. 
1 1 70. 

1170A. 

1170B. 

1 170C. 
1171. 
II73- 
II75- 
1176. 
1 1 77. 



Lorenzetti, 212. 
Mazzola, 231. 
Florcntinische Schule, 136. 

> Giovanni, 157. 

Gaddi, 148. 
Botticelli, 41. 
Lorenzo, 214. 
Siena, 368. 
Lorenzo, 214, 
Botticelli, 40. 
Matteo, 231. 
Botticelli, 41. 
Palmezzano, 290, 
Gentile, 152. 

[ Sellaio, 367. 

Florcntinische Schule, 136. 
1 Florcntinische Schule, 

J 135- 
Siena, 368. 
Vivarini, 422. 
Padua, 287. 
Antonio, 12. 
Ferrari, 132, 
Giambono, 155, 
Murano, 266. 

i Crivelli, 91. 

> Crivelli, 92. 

Vivarini, 422. 
Schiavone, 361. 
Zaganelli, 441. 
Vivarini, 424. 
Pennacchi, 295. 
Zoppo, 443. 
Vivarini, 424. 

> Tura, 401. 

Bamaba, 17. 
Crivelli, 93. 
Ferrara, 131. 
Giolfino, 156. 
Bellini, 24. 



Verzeichnis nach der Nummernfolge. 



467 



1 1 77 A. 
1 1 80. 
ii8i. 
1 182. 
1 1 90. 
1191. 
1 192. 
II93- 

1 199. 
1200. 
1202. 
1205. 

1205 A. 
1206. 

1207. 
1208. 
1209. 
1210. 
1212. 
1216. 

1216A, 
1216B. 

1217. 

1219. 

1221. 

1222. 

1224. 
1224A. 

1232. 

1233. 

1234. 
1234B. 

1235. 

1235A. 

I235B. 

1338. 
1243. 
1362. 



Bellini, 25. 
Bellini, 23. 

Lombardische Scliule, 209. 
Ferrari, 132. 
Cranach, 86. 

\ Cranach, 87. 

Meister von Cappenberg, 

240. 
Kttlnische Schule, 194. 
Sachsischer Meister, 349. 
Scorel, 365. 
Mittelrheinischer Meister, 

253- 
Kolnischer Meister, 193. 
Mittelrheinischer Meister, 

253- 



Berthold, 28. 

I 

Engelbrechtsen, 116. 
Niederrheinischer Meister, 

281. 
Westfalische Schule, 430. 
Westfalische Schule, 431. 
Westfalische Schule, 432. 
1 Bohmisch-Schlesische 
I Schule, 31. 
Soest, 375. 

Kolnischer Meister, 193. 
NUmberger Schule, 281. 
Schwabische Schule, 364. 

I Soest, 375, 

SchaflFner, 359. 

Meister des Marienlebens. 

238. 
Meister der Verherrlichung 

Maria, 238. 
Meister des Marienlebens, 

238. 
Kolnischer Meister, 194. 
Wonsam, 439, 
Basaiti, 19. 



1290. 
1401A. 

1424. 

1451. 

1455- 
1486A. 

1511. 

1570. 

1614. 

1615, 

1616. 

1617. 

1618. 

1619. 
1619A. 
1619B. 

1620. 

1621. 
1 62 1 A. 
1621B. 
1621C. 
1621D. 
1621E. 
162 1 F. 
1621G. 

1622. 
1622A. 

1623. 

1624. 

1626. 

1626. 

1628. 
1628A. 

1629. 
1629A. 
1629B. 

1630. 

1631. 

1632. 

•635. 
1635A. 
1635B. 

1636. 

>637. 
1637 A. 



Brekelenkam, 44. 
Hooch, 182. 

Lombardische Schule, 209. 
Moeijaert, 254. 
Mazzola, 232. 
Pot, 304. 
Lippo, 207. 

Westfalische Schule, 432. 
Domenico, loi. 
Francesca, 1 40. 
Boccati, 30. 
Fouquet, 139. 
Albani. 3. 



Goya, 163. 



OberdeutscherMeister, 281, 
\ Multscher, 263. 

Multscher, 264. 
Multscher, 265. 



[Goes, 158. 

Heyde, 174. 
Bohmischc Schule, 31. 
Dughet, 104. 
Kolnischer Meister, 192. 

> Parentino, 292. 
Schongauer, 362. 

> Schongauer, 363. 

Rillaer, 326. 
Geertgen, 150. 
Maineri, 222. 



Ugolino, 403. 



1 

/ 

Ugolino, 404. 

Lawrence, 199. 

I Reynolds, 324. 
30* 



468 



Verzeiclinis nacli der Nummernfolge. 



1638. Gainsborough, 148. 

1639. Frangoys, 143. 

1640. Backer, 15. 

1641. Heda, 170. 

1642. Mignon, 252. 

1643. Comeille, 74. 

1644. Heda, 170. 

, i' I Marmion, 225. 
1 645 A. / ^ 

„;'4^«;}wn3on.437. 



1647. Bosch, 37. 

1648. Michelc, 250. 

1649. FlorentinischeSchule, 137. 
1. 133. Poppa, 138. 

II. 55. Cranach, 87, 

II. 153, Score], 365. 

II. 202, Orley, 283. 

II. 241. Niederlandischer Meister, 
280. 

II. 467. Lisse, 207. 

III. 43. Cimabue, 69. 



Gemalde der Sammlung James Simon. 

(Vgl. auch den 1904 erschienenen Katalog dieser Sammlung.) 



s. 


I. 


s. 


2. 


s. 


3 


s. 


4 


s. 


5 


s. 


6 


s. 


7 


s. 


8 


s. 


9 


s. 


10 


s. 


II 



Garbo, 149. 


S. 


12. 


1 Oberitalienischer Meister, 


Bronzino, 46. 


s. 


13- 


/ 282. 


Romanino, 331. 


S. 


14. 


Mazzolini, 234. 


Fiorenzo, 1 34. 


S. 


15. 


1 Florentinische Schule, 
J 137- 


Mantegna, 223. 


S. 


16. 


Marziale, 227. 


S. 


17. 


David, 98. 


Catena, 62. 


S. 


18. 


Niederland. Meister, 278. 


Catena, 63. 


S. 


19. 


Niederland. Meister, 279. 


Venetianische Schule, 411. 


S. 


20. 


Bruyn, 49. 


1- Bonifacio, 34. 


s. 


21. 


Bruyn, 50. 



VERZEICHNIS II. 

Die Meister nach Schulen und chronologisch geordnet. 



Deutsche Schulen. 



I. Mittelalter. 

Westfalische Schule, um 1200 
bis 1230; 1250 — 1270; des 
13. Jahrh.; des 14. Jahrh. 

Niederrheinischer Meister, um 
1325 — 1350. 

II. 15. und 16. Jahrhundert. 

Schwaben, 

Oberdeutscher(?) Meister, um 

1400. 
Hans Multscher, um 1400 bis 

um 1467. 
Schwabische Schule, um 1450. 
Martin Schongauer, um 1445 

bis 1491. 
Schule des Martin Schongauer, 

um 1480. 
Bartholme Zeitblom, geb. um 

1450, t nach 15 17. 
Bernhard Strigel, 1460/61 bis 

1528. 
Hans Burgkmair, 1473 — I53i. 
Hans Baldung, gen. Grien, 

1475/80—1545. 
Martin Schaffner, geb. um 1480, 

t '541 (?). 
Hans Holbein d. J., 1497 — '543- 
Jrtrg Brcu, tiitig schon 1501, 

t »536. 



Meister von Mei3kirch, tiitig um 

J525— 1550. 
Christoph Amberger, um 1500 

bis 1561/62. 
Deutsche Schule, von 1527. 

Franken. 

Meister Berthold, Anfang des 

15. Jahrhunderts. 
Mittelrheinischer Meister, um 

1440. 
Nlirnberger Schule, um 1480 

bis 1500. 
Albrecht Diirer, 1471 — 1528. 
Hans von Kulmbach, geb. um 

1476, t 1522. 
Albrecht Altdorfer, geb. vor 

1480, t 1538. 
Hans Leonhard S c h a e u f c 1 e i n , 

geb. vor 1490, f 1539/40. 
Georg Pencz, geb. um 1500, 

t '550- 

Sachsen. 
Lucas Cranach d. A., 1472 bis 

'553- 
Werkstatt Lucas Cranachs d. .\. 
Lucas Cranach d. J., 1515 bis 

1586. 
Sachs ischcr Meister von 1540 

bis 1550. 



470 



Verzeichnis nach Schulen geordnet. 



Niederrhein. 
Kolnischer Meister, um 1350. 
Kolnischer Meister, um 1400. 
K5lnischer Meister vom An fang 

des 15. Jahrhunderts. 
Kolnischer Meister, um 1470 

bis 1500. 
Meister des Marienlebens, tatig 

um 1463 — 1480. 
Meister der Verlierrlichung Maria, 

tatig um 1460 — 1490. 
Meister der hi. Sippe, tatig um 

i486 — 1520. 
Meister von Frankfurt, tatig um 

1500 — 1520. 
Anton Wonsam (Anton von 

Worms), t 1541. ^ 

Bartholomaeus Bruyn, 1493 bis 

1553/57- 

Westfalen. 
Schule von So est, um 1470. 



Meister von Cappenberg, tatig 

um 1500 — 1525. 
Ludger tom Ring d. A., 1496 bis 

1547- 
Deutsche Schulo, 1530 — 1550 
(Westfalen). 

Ostliche Marken. 

Bohmische Schule, um 1350. 
Bohmisch- Schlesische Schule, 
um 1400. 

III. 17. und 18. Jahrhundert. 

Johann Rottenhammer, 1564 

bis 1623. 
Adam Elsheimer, 1578 — 1610. 
Balthasar Denner, 1685 — 1749. 
Daniel Chodowiecki, 1726 bis 

1801. 
Anton Graff, 1736 — 1813. 



Niederlandische Schulen. 



I. 15. und 16. Jahrhundert. 

Sttdliche Niederlande. 
Hubert van Eyck, geb. um 1370, 

t 1426. 
Jan van Eyck, geb. um 1390, 

t H4I- 
Nachahmer Jan van Eycks. 
Petrus Cristus, tatig 1446 bis 

1467. 
Roger van der We y d e n , 1 399/ 1 400 

bis 1464. 
Meister von Fl^malle, tatig um 

1430 — 1460. 
Hugo van der Goes, f 1482. 
Meister der Himmelfahrt Mariae, 

tatig um 1470. 
Hans Memling, vor 1430 — 1494. 



Schule des Hans Memling. 
Gerard David, geb. um 1460, 

t 1523- 

Der sog. (Waagensche) Mostaert, 
tatig im Anfange des 16. Jahr- 
hunderts. 

Quinten Massys, 1466 — 1530. 

Nachfolger des Quinten Massys. 

Meister des Todes Maria, tatig 
um 1510 — 1530. 

Jan Sanders, gen. Jan van He- 
mes sen, geb. um 1504, f 
1555/66. 

Jan Gossart, gen. Jan van Ma- 
buse, geb. um 1470, f 1541. 

Nachfolger des Jan Gossart. 

Herri Bles, gen. Civetta, geb. 
um 1480, f nach 1521. 



Verzeichnis nach Schulen geordnet. 



471 



Joachim de Patijiir, nachweisbar 

seit 1515, t vor 1524. 
Bernaert van Orley, geb. um 1495, 

t 1542. 
Jean Bellegambe, nachweisbar 

seit 1504, t um 1533. 
Marin us van Reymerswaele, tatig 

1521 — 1558, 
Jan van Rillaer, f 1568. 
Michiel van Coxie, 1497 — 1592- 
Lambert Lombard, 1505 — 1566. 
Joos van Clave, f nach 1554. 
Comelis Massys, 1512 bis nach 

1580. 
Peeter Huys, tatig um 1545 bis 

1570. 
Nicolaes Neufchatel, gen. Luci- 

del, 1527 (?) bis nach 1590. 
Hans Bol, I534— 1593- 
Comelis Molenaer, gen. de 

Scheele Neel, geb. 1540. 
Frans Pourbus d. A., 1545 bis 

1581- 

Holland. 

Aelbert van Ou water, tatig um 

1430 — 1460. 
Dierick Bouts, geb. 1410/20, 

t H75- 
Nachfolger des Dierick Bouts. 
Geertgen tot Sint Jans, um 1465 

bis um 1493. 
Hieronymus Bosch, geb. um 1462, 

t '5'6. 
Comelis Engelbrechtsen, 

i468(?)-i533. 
Jacob Cornelisz. van Amster- 
dam, tatig um 1500 — 1533. 
Lucas Huyghenz., gen. Lucas van 

Leyden, 1494— 1533. 
Jan van Scorel, 1495 — 1562. 
Pieter Aertsen, 1507/8 — 1575. 
Hollandischer Meister um 1530. 
Jacob van Utrecht, tfttig i5o6(?) 

bis 1523/24. 



Maerten van Heemskerck, 1498 

bis 1574. 
Antonis Mor, I5I2(?) — 1576/78. 

Unbestimmte 
niederlandische Meister. 

Niederlandische Meister, um 
1450; um 1460; um 1470; um 
1480; um 1480 — 1500; um 
1490 — 1510; um 1500— 1520; 
um 1515; um 1520; um 1539; 
um 1598. 

IL 17. und 18. Jahrhundert. 

Vlamische Schule. 

Jan Brueghel, gen. Samtbrueghel, 

1568 — 1625. 
Abraham Janssens von Nuyssen, 

geb. um 1575, t 1632. 
Petrus Paulus Rubens, 1577 bis 

1640. 
Werkstatt des Petrus Paulus Ru- 
bens. 
Vlamischer Meister, um 1615. 
Frans Snyders, 1579 — 1657. 
David Teniers d. A., 1582 bis 

1649. 
Comelis de Vos, i585(?)— 1651. 
Daniel Seghers, 1590 — 1661. 
Peter Snayers, 1592 — 1667. 
Lucas van Uden, 1595 — 1672. 
Jost Suttermans, 1597— 1681. 
Antonius van Dyck, 1599 — 1641. 
AdriaenBrouwer , 1605/6 — 1638. 
Jan Davidsz. de Heem, 1606 bis 

1683/84 (s. auch Hollandischc 

Schule, Utrecht). 
Joos van Craesbeeck, geb. um 

1606, f nach 1654. 
Peter Fran^oys, 1606 — 1654. 
Jan Fyt, 1611 — 1661. 
Frans de Momper, 1603 bis 

1660/61 (s. auch Hollandische 

Schule, Amsterdam). 



472 



Verzeichnis nach Schulen geordnet. 



David Teniers d. J,, 1610 — 1690 . 
David Ryckaert d. J., 161 2 b's 

1661. 
Cornelis Mahu, 1613 — 1689. 
Bonaventura Peelers, 1614 bis 

1652. 
Gonzales Coques, 1618 — 1664. 
Peeter Meert, 1619^ — 1669. 
Pieter Boel, 1622 — 1674. 
Jacob Ferdinand Voet, geb. 1639, 

tatig um 1660 — 1691. 
Cornelis de Heem, 1631 — 1695 

(s. auch Hollandische Schule, 

Haag). 
Francois Millet, 1642 — 1679 (s- 

auch Franzosische Schule). 
Mathys Schoe vaerdts, geb. um 

1665. 

Hollandische Schulen. 
Schule von Utrecht. 

Paulus Moreelse, 1571 — 1638. 
Cornelis vanPoelenburgh, 1586 

bis 1667. 
Gerard van Honthorst, gen. 

Gherardo dalle Notti, 1590 bis 

1656. 
Willem van Honthorst, 1604 

bis 1666. 
Jacob Duck, um 1600 bis nach 

1660. 
Jan Davidsz. deHeem, 1601 bis 

1683/84 (s. auch Vlamische 

Schule). 
Herman Saft-Lev en d. J., i6o9(?) 

bis 1685. 
Dirck Stoop, 1610 — 1686. 
Abraham Mignon, 1640 — 1679. 

Schule von Delft. 

Michiel Jansz. Mierevelt, 1567 

bis 1 64 1. 
Evert Van Aelst, 1602 — 1657. 



Anthonie Palamedesz. gen. Ste- 

vaerts, 1601 (?) — 1673. 
Willem van Aelst, 1626 bis um 

1683. 
Jan van der Meer van Delft, 

1632 — 1675. 
Pieter Steenwijck, nachweisbar 

1642— 1654. 
Thomas van der Wilt, 1659 bis 

1633- 

Schule des Haag. 

Jan Antonisz. van Ravesteijn, 

i572(?)— 1657. 
Adriaen Pietersz. van de Venne, 

1589 — 1662. 
Esajas van de Velde, i50o(?) 

bis 1630 (s. auch Schule von 

Haarlem). 
Jan vanGoijen, 1596 — 1636 (s. 

auch Schule von Leiden). 
Bartholomeus van Bass en, geb. 

um 1590, t 1652. 
Abraham de Vries, tiitig um 1630 

bis 1648. 
Pieter Nason, 1612 — 1688/91. 
Pieter Verelst, nachweisbar 1638 

bis 1668. 
Joris van der Hagen, f 1669. 
Diederick van derLisse, f 1669. 
Cornelis Lelienbergh, nach- 
weisbar seit 1646, tatig bis 1672. 
Abraham vanBeijeren, 1620/21 

bis nach 1675. 
Cornelis de Heem, 1631 — 1695 

(s. auch Vlamische Schule). 
William Gouw. Ferguson, 

1632/33 bis nach 1695. 
Caspar Netscher, 1639 — 1684. 

Schule von Haarlem. 

Frans Hals d. A., 1580/81— 1666. 
Esajas van de Velde, i59o(?) 

bis 1630 (s. auch Schule des 

Haag). 



Verzeichnis nach Schulen geordnet. 



473 



Jan V'erspronck, 1597 — 1662. 
Dirk Hals, 1591 — 1656. 
VVillem Claesz. Heda, geb. 1594, 

f nach 1678. 
Jan Miense Molenacr, um i6io 

bis 1668. 
Judith Levster, geb. um 1600, 

t 1660/ 
Comelis Hendricksz, Vroom, um 

i6oo(?) — 1 66 1, 
Pieter Claesz, van Haarlem, geb. 

um 1590, nachweisbar seit 161 7, 

t 1661. 
Salomon van Ruijsdael, urn 1600 

bis 1670. 
Adriaen vanOstade, 1610 — 1685. 
Willem de Poorter, nachweisbar 

von 1635 bis nach 1645. 
Frans Hals d. J., tatig 1637 — 1669. 
Philips Wouwerman, 1619 bis 

1668. 
Allaert van Everdingen, 1621 

bis 1675. 
Nicolaes Pietersz. Berchem, 1620 

bis 1683. 
HendrikHeerschop, geb. 1620/2 1, 

tatig noch 1672. 
Jan Wijnants, um 1625 — 1682. 
MeisterJVR, tatig um die Mitte 

des 17. Jahrh. 
Guillam du Bois, Meister seit 

1646, f 1660. 
Isack van Ostade, 162 1 — 1649. 
Hendrik Momroers, i623(?) bis 

1693. 
Jacob Isaaksz. van Ruisdael, 

1628/29—1682. 
Jan van der Meer van Haarlem 

d. A., 1628 — 1691. 
Dirck van Bergen, tatig 1661 bis 

1690. 

Schule von Amsterdam. 

Pieter Pietersz. Last man, 1583 
bis 1633. 



Hendrik Gerritsz. Pot, geb. um 

1685, t 1657. 
Hcndrick Avercamp, geb. 1585, 

f um 1663. 
Pieter Symonsz. Potter, 1597 bis 

1652. 
Nicolaes Eli as, 1588 — 1653/56. 
Comelis Janssens van Ceulen, 

1593 bis um 1664. 
Thomas deKeijser, 1596/97 bis 

1667. 
Hercules Seghers, geb. 1589, 

t um 1645- 
Nicolaes Cornelisz. Moeijaert, 

geb. vor 1600, f nach 1659. 
Pieter Codde, 1599/1600 — 1678. 
Aert van der Neer, 1603 — 1677. 
Frans de M o m j) e r , 1 603 — 1 660/6 1 

(s. auch Vlamische Schule). 
Symon Kick, 1603 — 1652. 
Gilles d'Hondecoeter, f 1638. 
Jan Jansz. Treck, 1606 — 1652/53. 
Jan Livens, 1607 — 1674. 
Rembrandt Harmensz. van Rijn, 

1606 — 1669. 
Schule Rembrandts van Rijn. 
Gerrit VVillemsz. Horst, geb. um 

1612, tatig bis 1660. 

Jacob Adriaensz. Hacker, geb. 

1608/9, t 1651. 
Salomon Koninck, 1609 — 1656. 
Simon Luttichuis, 161 o bis 

1662/63. 
Bartholomeus van der Heist, 1613 

bis 1670. 
Pieter van den Bosch, geb. um 

161 3, f nach 1660. 
Jacob van Loo, 1614 — 1670. 
Govert Flinck, 1615 — 1660. 
Ferdinand Bol, 16 16— 1680. 
Philips Koninck, 1619— 1688. 
J. W. Lansinck, tiitig um 1650. 
Koelant Roghman, geb. um 

1620, t 1686/87. 
Jan N'ictors, 1620 bis nach 1676. 



474 



Verzeichnis nach Schulen geordnet. 



Carel Fabritius, i62o(?) — 1654. 
Emanuel de Witte, i6i7(?) bis 

1692. 
VVillem Kalf, 1621/22—1693. 
Gerbrandt van den Ecckhout, 

1621^ — 1674. 
Keinier Nooms, gen. Zeeman, 

1623—1667/68. 
Paulus Potter, 1625 — 1654. 
Jan van de Cappelle, 1624/25 

bis 1679. 
Nicolaes van G elder, lim 1625 

bis kurz vor 1677. 
Melchior d'Hondecoeter, 1636 

bis 1695. 
Esaias Boursse, 1631 — 1672. 
Ludolf Bakhuisen, 1631 — 1708. 
Pieter de Hooch, geb. 1630, 

f nach 1677. 
Nicolaes Maes, 1632 — 1693. 
Karel du Jardin, 1622 — 1678. 
Adriaen van de Velde, 1636 bis 

1672. 
Eglon Hendrick van der Neer, 

1635/36— X703. 
J an van der H e y d e (auch Heyden), 

1637 — 1712. 
Jan Weenix, 1640 — 1719. 
Anthonie Beers traten, tatig urn 

1660. 
Meindert Hobbema, 1638 bis 

1709. 
Jakob van Walscapele, tatig 

vor 1667 — ^1718. 
Michiel van Musscher, 1645 bis 

1705- 
Nicolaes Verkolje, 1673 — 1746. 
Jan van Huijsum, 1682 — ^1749. 
Philip van Dijk, 1680 — 1752. 

Schule von Leiden. 

Jan Porcellis, i58o(?) — 1632. 
Jan van Goijen, 1596 — 1656 (s. 
auch Schule des Haag). 



Gerard Dou, 1613— 1675. 
Quieringh Brekelenkam, um 

1620 — 1668. 
Abraham Lamberts Jacobsz., gen. 

Abraham van den T em pel, 

1622/23 — 1672. 
Nicolaes van Gel der, geb. um 

1625, f vor 1677. 
Jan Steen, i626(?) — 1679. 
Gabriel Metsu, 1629/30 — 1667. 
Frans van Mieris d. A., 1635 bis 

1681. 
Pieter Cornelisz. vanSlingeland, 

1640 — 1 69 1. 

Schule von Dordrecht. 

Jacob Gerritsz. Cuijp, 1594 bis 

1651/52. 
Benjamin Gerritsz. Cuijp, 1612 

bis 1652. 
Aelbert Cuijp, 1620 — 1691. 
Arent Diepraem, 1621 — 1670. 
Godfried Schalcken, 1643 bis 

1706. 
Aert de Gelder, 1645 — 1727. 

Schule von Middelburg. 

Philips Angel, 1616 bis nach 
1683. 

Schule von Rotterdam. 

Simon de Vlieger, um 1601 bis 

1653- 
Hendrick Maertensz. Sorgh, gen. 

Rokes, i6ii(?) — 1670. 
Adriaen van der W erf f, 1659 bis 

1722, 

Schule von Deventer. 

Gerard Terborch, 1617 — i68r. 
Pieter van Anraadt, f 1678. 



Verzeichnis nach Schulen geordnet. 



475 



Schule von Zwolle. 
DirkJanvanderLaen, 1759— 1829. 

Unbestimmte Holldndische Schulen. 
Meister TvA, tatig um 1620. 



T. Sauts, tatig um die Mitte des 
17. Jahrh. 

F. Sant-Acker, tatig in dcr 
zweiten Halfte des 17. Jahr- 
hunderts. 



Byzantinische Schule. 



Byzantinische Schule des 

15. Jahrh. 

Angelo B i z am a n o , tatig um 1 500. 
Byzantinische Schule des 

16. Jahrh. (Kreta). 



Emanuel Tzane, tatig um 
1640. 

By zantinisch-Russische Schule 
des 17. Jahrh. 



Italienische Schulen. 



Florentinische 
(Toskanische) Schule. 

Schule des Giovanni Cimabue 

(1240 bis um 1302). 
Giotto di Bondone, geb. um 

1266, t 1337. 
Taddeo Gaddi, geb. um 1300, 

t 1366. 
Art des Taddeo Gaddi. 
Agnolo Gaddi, f 1396. 
Bernardo Daddi, tatig 1328 bis 

1348. 
Florentinische Schule um 1350; 

nach 1350; um 1375; um 1400. 
Fra Giovanni Angelico da 

Fiesole, 1387 — 1455. 
Schule des Fra Giovanni Angelico 

da Fiesole, 1455. 
Don Lorenzo, gen. il Monaco, 

tatig um 1390 — 1425. 
Tommaso di Ser Giovanni di 

Simone Guidi, gen. Masaccio, 

1401 — 1428. 
Fra Filippo Lip pi, geb. um 1406, 

t '469. 



Schule des Fra Filippo Lip pi. 
Benozzo Gozzoli, 1420 — 1498. 
Zanobi Machiavelli, 1418 bis 

1479- 
Antonio Pollaiuolo, 1429 bis 

1498. 
FlorentinischeSchule.um 1450; 

um 1460. 
D m e n i c o Veneziano 1 400/ 1 4 1 o, 

t 1461. 
Andrea del Verrocchio, 1436 bis 

1488. 
Schule des Andrea del Ver- 
rocchio. 
Werkstatt des Andrea del \'cr- 

rocchio. 
Cosimo R ossein, I439— '507- 
Jacopo del Scllaio, 1442- 1493. 
Piero Pollaiuolo, geb. I443. 

t 1496(0. 
Sandro Botticelli, geb. 1444/5. 

t '5'o. 
Filippino Lippi, geb. um i457i 

t »504. 
Domenioo Gh iriandaio, 1440 

bis 1494. 



476 



Verzeichnis nach Schulen geordnet. 



Davide Ghirlandaio, 1452 bis 

1525- 
Benedetto Ghirlandaio, 1458 bis 

1497- 
Bastiano Mainardi, talig seit 

1482, t 1513. 
Florentinische Scbule, um 1 5 1 5 ; 

um 1520; um 1530. 
Lionardo da Vincj, 1452 — 1519 

(s. auch Mailandische Schule). 
Lorenzo di Credi, 1457 — 1536. 
Piero di Cosimo, 1462 — 1521. 
Raflfaellino del Garbo, geb. um 

1466, t 1524. 
Francesco Granacci, 1477 bis 

1543- 
Era Bartolommeo della Porta, 

1472— 1517. 
Giuliano Bugiardini, 1475 bis 

1554- 
Ridolfo Ghirlandaio, 1483 bis 

1561. 
Raffaello Santi, gen. Raffaello 

da Urbino, 1483 — 1520 (s. auch 

Umbrische u. Romische Schule). 
Andrea del Sarto, i486 — 1531. 
Francesco Bigi, gen. Francia- 

bigio, 1482— 1525. 
Paolo Zacchia d. A., tatig um 

1520—1530. 
Francesco Ubertini, gen. Bac- 

chiacca, 1494 — 1557. 
Angelo di Cosimo, gen. Bronzino, 

um 1502 — 1572. 
Francesco Rossi de' Salviati, gen. 

Francesco Salviati, 1510 bis 

1563 (s. auch Romische Schule). 



Schule von Siena. 

Duccio di Buoninsegna, nach- 

weisbar seit 1278, f 1319. 
Simone Martini, 1284 — 1344. 
Schule des Simone Martini. 



Lippo Memmi, f 1357. 

Pietro Lorenzetti, nachweisbar 

seit 1305, tatig bis 1348. 
Ugolino di Neri da .Siena, tatig 

1317— »339- 

Ambruogio Lorenzetti, nach- 
weisbar 1323— 1345. 

Schule des Ambruogio Loren- 
zetti. 

Schule von Siena, um 1350 bis 
1380; um 1360; um 1450 bis 
1480. 

Francesco di Vannuccio, nach- 
weisbar 1361 — 1388. 

Giovanni di Paolo, gen. del 
Poggio, nachweisbar 1423 bis 
1482. 

Stefano di Giovanni, gen. Sas- 
setta, nachweisbar seit 1427, 
t um 1450. 

Matteo di Giovanni, gen. Matteo 
da Siena, um 1435 — 1495. 

Neroccio di Bartolommeo, 1447 
bis 1500. 

Giovanni Antonio Bazzi, gen. 
Sodoma, i477(?)— 1549 (s. 
auch Lombardische Schule). 

Umbrisch-Toskanische 
Schule. 

Art des Piero della Francesca, 

um 1415 — 1492. 
Melozzo da Forli, 1438 — 1494. 
Luca Signorelli, gen. Luca da 

Cortona, i44i(?) — 1523. 
Urabrisch -Florentinische 

Schule vom Ende des 15. Jahrh. 
MarcoPalmezzano, 1456 — 1538. 

Umbrische Schule. 

Alegretto Nuzi, tatig 1346 bis 
angeblich 1385. 



Verzeichnis nach Schulen geordneL 



477 



Gentile da Fabriano, geb. 

1 360/70 (?), f urn 1427. 
Giovanni Boccati, tatigum 1445. 
Giovanni Santi, 1430/40 — 1494. 
Benedetto Buonfigli, um 1420 

bis 1496. 
Bernardino Pinturicchio, um 

1454— I5I3- 
Fiorenzo di Lorenzo, geb. um 

1440, f nach 1 52 1. 
Umbrische Schule, um 1480. 
Gerino da Pistoia, tatigum 1500 

bis 1529. 
Raffaello Santi, gen. Raffaello 

da Urbino, 1483 — 1520 (s. auch 

Florentinische und Romische 

Schule). 
Giovanni Battista Bertucci, tatig 

um 1503— 1 5 16. 



Schule der Romagna. 

Francesco di Bosio Zaganelli, 

tatig 1505— 1527. 
Luca Longhi, 1507 — 1580. 



Schule von Bologna. 

Marco Zoppo, tatig um 1465 

bis 1498 (s. auch Schule von 

Padua). 
Francesco Raibolini, gen, F r a n c i a , 

1450— 1518. 
Lorenzo Costa, 1460 — 1535 (s. 

auch Schule von Fcrrara). 
Antonio da Crevalcore, nach- 

weisbar seit etwa 1480, f vor 

'525- 
Amico Aspertini, geb. um 1475, 

t 1552. 
Girolamo Marchesi, gen. Coti- 
gnola, geb.um 1481, f um 1550 
(s. auch ROmische Schule). 



Giacomo Francia, i486 — 1557. 
Giulio Francia, 1487 bis nach 

^543- 
Innocenzo Francucci, gen. Imola, 

geb.um 1493/94- t um 1550. 
Giulio Cesare Procaccini, geb. 

um I548(?), t um 1626. 
Agostino Carracci, 1557 — 1602. 
Annibale Carracci, 1560 — 1609. 
Guido Reni, 1575^ — 1642. 
PietTO Paolo Bonzi, geb. um 

'575; '633 noch nachweisbar. 
Francesco Albani, 1578 — 1660. 
Domenico Zampieri, gen. Domc- 

nichino, 1581 — 1641. 
Carlo Cignani, 1628 — 1719. 



Schule von Ferrara. 

Cosma Tura, gen. Cosmc, 1432(?) 

bis 1495. 
Francesco Cossa, geb. um 1435, 

t '477- 
Ercole de' Roberti, geb. nach 

1450, t 1496. 
Francesco Bianchi Ferrari, fisio. 
Gian Francesco Maineri, geb. 

um die Mitte des 15. Jahrh. 
Lorenzo Costa, 1460— 1535 (s. 

auch Schule von Bologna). 
Dosso Dossi, um 1479 — '542. 
Domenico Panetti, geb.um 1460, 

t i5>>/«2- 
Schule von Fcrrara, um 1460 

bis 1470. 
Schule von Ferrara, um 1480. 
Ferraresischcr Mcisterum 1530; 

um 1539. 
Lodovico Mazzolini, geb. um 

147S, t 1528. 
Benvenuto Tisi, gen. Garofalo, 

1481 (?)—i 559- 
Michele C o 1 1 c 11 i n i , nachweisbar 

1529— >535- 



478 



Verzeichnis nach Schulen geordnet. 



Schule von Modena. 

Barn aba da Modena, tatig uni 

1364—1383- 
Modenesischer Meister, um 1520. 

Schule von Parma. 

Antonio Allegri, gen. Correggio, 

1494—1534- 
Filippo Mazzola, f 1505. 

Oberitalienische 
(Lombardische) Schule. 

Mi chela da Besozzo (Michele 
Molinari), tatig zu Beginn des 

15. Jahrh. 

Vincenzo Foppa, tatig seit etwa 

1456 bis nach 1500. 
Ambrogio Borgognone, geb. 

um 1450, t 1523. 
Lionardo da Vinci, 1452 — 1519 

(s. auch Florentinische Schule). 
Andrea Solario, geb. 1465 (?), 

t nach 1515. 
Giovanni Antonio Boltraffio, 

1467— 1 5 16. 
Marco d' Oggiono, i47o(?) bis 

i53o(?). 
Gaudenzio Ferrari, geb. um 

1471, t 1546. 
Bernardino Luini, geb. 1475/80, 

t 1531/32. 
Giovanni Antonio Bazzi, gen. So- 

doma, i477(?) — 1549 (s. auch 

Schule von Siena). 
Lombardische Schule, um 1480; 

um 1500; vom Beginne des 

16. Jahrh. 
Oberitalienischer Meister, um 

1500; um 1 5 10. 
Francesco Melzi, 1491/92 bis 

nach 1566. 
Bernardino de' Conti, tatig 1499 

bis nach 1522. 



Giovanni Pedrini, tatig um 1510 

bis 1530. 
Pier Francesco S a c c h i , tatig 1 5 1 2 

bis 1527 (s. auch Schule von 

Genua). 
Bernardino Fasolo, nachweisbar 

1520. 
Defendente de Ferrari, nach- 
weisbar 1530. 
Giovanni Battista Crespi, 1557 

bis 1633. 
Mailandische Schule, um 1600. 
Oberitalienische Schule, 17. 

Jahrhundert. 

Schule von Genua. 

Pier Francesco S a c c h i , tatig 1 5 1 2 

bis 1527 (s. auch Lombardische 

Schule). 
Luca Cambiaso, geb. 1527, 

t um 1585. 
Bernardo Strozzi, gen. Prete 

Genovese, 1581 — 1644. 

Schule von Padua. 

Francesco Squarcione, 1394 bis 

1474. 
Gregorio Schiavone, tatig um 

1440 — 1470. 
Andrea Mantegna, 1431 — 1506. 
Bernardo Parentino, 1437 bis 

1531. 

Schule von Padua, um 1470 bis 
1480. 

Marco Zoppo, tatig um 1465 bis 
1498 (s. auch Schule von Bo- 
logna). 

Venetianische Schule. 

Michele Giambono, tatig 1420 
bis 1462. 



Verzeichnis nach Schulen geordnet. 



479 



Antonio Vivarini, gen. Antonio 
da Murano, tatig seit etwa 1435, 
t 1470. 

Schule von Murano, urn 1450; 
um 1480. 

Bartolommeo Vivarini, tatig 1450 
bis 1499. 

Werkstatt des Bartolommeo Vi- 
varini. 

Gentile Bellini, 1427 (?) — 1507. 

Giovanni Bellini, 1428 (?) bis 
1516. 

Schule des Giovanni Bellini. 

Antonello da Messina, geb. um 
1430, t 1479- 

Schule des Antonello da Mes- 
sina. 

Antonello da Saliba, tatig etwa 

1497— 1535- 
Luigi Vivarini, tatig seit 1464, 

t ' 503/5- 
Schule des Luigi Vivarini. 
Carlo Crivelli, geb. um 1430/40, 

tatig bis 1493. 
Vittore Carpaccio, um 1455 bis 

1525/26. 
Jacopo de' Barbari, geb. um 

1450, t vor 15 1 5. 
Giovanni Battista da Conegliano, 

gen. Cima, tatig 1459/60 bis 

1517/18. 
Nachfolger des Cima. 
Marco Basaiti, tatig um 1490 bis 

nach 1 52 1. 
Der Pseudo-Basaiti. 
Marco Marziale, tatig 1492 bis 

1507. 
Francesco 6 is solo, t^tig seit 1492, 

t '554- 
Petrus de Inganatis, titig 1529 

bis 1547. 
Vincenzo di Biagio, gen. Catena, 

tatig seit 1495, t 1 531. 
Lorenzo Lotto, geb. um 1480, 

t 1556/57- 



Giorgio Barbarelli, gen. Gior- 

gione, geb. 1478, f spatestens 

1 5 10. 
Tiziano Vecellio, 1477 — 1576. 
Giacomo Palm a, gen. Pahiia 

Vecchio, um 1480 — 1528. 
Bonifacio Veneziano (B. de' Pitati 

da Verona) 1487 — 1553. 
Venetianische Schule, um 1500; 

um 1515— 1525. 
Francesco da Santa Crocc, 

t 1508. 
Sebastiano del Piombo, geb. um 

1485, f 1547 (s. auch Romische 

Schule). 
Girolamo da Santa Croce, f 1556. 
Marcello Fogolino, tatig 1520 

bis 1540 (s. auch Schule von 

Vicenza). 
Johannes Stephan von Calcar, 

gen. Giovanni da Calcar, geb. 

um 1499, t 1546. 
Paris Bordon e, 1500 — 1571. 
Giovanni Maria Zaffoni, gen. Cal- 

derari, tatig 1534— 1564. 
Jacopo Robusti, gen. Tintoretto, 

1518— 1594. 
Andrea Meldolla, gen. Schia- 

vone, 1522 — 1563. 
Paolo Caliari, gen. Veronese, 

1528—1588. 
Francesco da Ponte, gen. Bas- 

sano, 1549— 1592. 
Giovanni Battista Tiepolo, 1696 

bis 1770. 
Pietro Rotari, 1707 — 1762. 
Bernardo Belotto, gen. Cana- 

letto, 1720— 1780. 
Francesco Guardi, 1712 — 1793. 



Schule von Friaul. 

Pier Maria Pen nacchi, 1464 bis 
1528. 



48o 



Verzeichnis nach Schulen geordnet. 



Schule von Vicenza. 

Bartolonimeo Montagna, nach- 
weisbar seit 1480, j 1523. 

Marcello Fogolino, tatig 1520 
bis 1 540 (s. auch Venetianische 
Schule). 

Schule von Verona. 

Vittore Pisano, gen. Pisanello, 

geb. urn 1380, f 1451. 
Liberale da Verona, 1451 bis 

1536. 
Francesco Bonsignori, 1455 bis 

1519- 
Francesco Morone, 1473/74 bis 

1529. 
Girolamo dai Libri, 1474 — 1556. 
Niccolo Giolfino, 1476 — 1555. 

Schule von Bergamo. 

Andrea Previtali, geb. um 

1470/80, f 1528. 
Giovanni Busi, gen. Cariani, 

geb. 1480/90, f nach 1547. 
Giovanni Battista Moroni, geb. 

um 1525, t 1578. 

Schule von Brescia. 

Floriano Ferramola, geb. vor 

1480, t 1528. 
Girolamo Romanino, geb. um 

1485, t 1566. 
Gio vanni Girolam o Savoldo, 

tatig 1508 bis nach 1548. 
Alessandro Bonvicino, gen. Mo- 

retto da Brescia, geb. um 1498, 

t 1554. 
Schule von Brescia, um 1530/40. 



Romische Schule. 

Girolamo Marchesi, gen. Coti- 
gnola, geb. um 1481,7 um 1550 
(s. auch Schule von Bologna). 

Raffaello Santi, gen. Raffaello 
da Urbino, 1483 — 1520 (s. auch 
Florentinische und Umbrische 
Schule). 

Sebastiano del Piombo, geb. um 
1485, t 1547 (s. auch Venetia- 
nische Schule). 

Francesco Rossi de' Salviati, 
gen. Francesco Sal vi at i, 1510 
bis 1563 (s. auch Florentinische 
Schule). 

Michelangelo Amerighi, gen. Ca- 
ravaggio, 1569 — 1609. 

Domenico Feti, geb. I589(r), 
f um 1624. 

Michelangelo Cerquozzi, gen. 
delle Battaglie oder Bambocci- 
ate, 1602 — 1660. 

Giovanni Battista Salvi, gen. Sas- 
soferrato, 1605 — 1685. 

Carlo Maratti, 1625 — 1713. 

Giovanni Paolo Panini, 1692 
bis 1768. 

Pompeo Batoni, 1708 — 1787. 



Neapolitanische Schule. 

Jusepe de Rib era, gen. Spa- 
gnoletto, 1588 — 1652 (s. auch 
Spanische Schule). 

Salvator Rosa, 1615 — 1673. 

Luca Giordano, gen. Fapresto, 
1632— 1705. 

Italienische Schule. 
Italienischer Meister um 1650. 



Verzeichnis nach Schulen geordnet. 



481 



Spanische Schule. 



PedroCampana, um 1490 — ^1588. 
Luis de Morales, geb. zu Anfang 

des 16. Jahrh., f 1586. 
Alonzo Sanchez Coello, I5I5(?) 

bis 1590. 
Juan de las Roelas, gab. um 

1558, t 1625. 
Jusepe de Rib era, gen. Spa- 

gnoletto, 1588 — 1652 (s. auch 

Neapolitanische Schule). 
Francisco (de) Zurbaran, 1598 

bis 1662. 



Diego Velazquez de Silva, 1599 

bis 1 660. 
Alonso Cano, 1601 — 1667. 
Don Juan Carrefio de Miranda, 

1614 — 1685. 
Bartolome Esteban Murillo, 1618 

bis 1682. 
Spanischer Meister, um 1630. 
Mateo Cerezo, 1635 — 1675. 
Francisco Goya, 1 746 bis 

1828. 



Franzosische Schule. 



Simon Marmi on, tatig nach der 

Mitte des 15. Jahrhunderts. 
Jean Fouquet, geb. 1415/20, 

f um 1480. 
Schule des Francois Clouet, 

t 1572. 
Corneille de Lyon oder de la 

Haye, f um 1575. 
Nicolas Poussin, 1594 — 1665. 
Gaspard Dughet, gen. Poussin. 
^ 1613—1675. 
Claude Gellee, gen. Claude le 

Lorrain, geb. um 1600, f 1682. 
Pierre Mignard, 1612 — 1695. 



Eustache Lesueur, 1616 — 1655. 
Charles Lebrun, 1619 — 1690. 
Frangois Millet, 1642 — 1679. 
Nicolas Largilliere, 1656 bis 

1746. 
Jean Frangois de Troy, 1679 bis 

1752. 
Antoine Pesne, 1683 — 1757. 
Antoine VVatteau, 1684 — 1721. 
Nicolas Lancret, 1690 — 1743. 
Jean Baptiste Greuze, 1725 bis 

1805. 
L. R. Trinquesse, tatig in der 

2. Halfte des 18. Jahrhunderts. 



Englische Schule. 



Richard Wilson, 1714 bis 

1782. 
Sir Joshua Reynolds, 1723 bis 

1792. 



Thomas Gainsborough, 1727 

bis 1788. 
Sir Thomas Lawrence, 1769 

bis 1830. 



Verz. d. Gemiilde. 



3« 



Kurzes Verzeichnis der im Vorrat der Galerie 
bewahrten sowie der leihweise abgegebenen Gemalde. 

Die Zahl vor dem Natnen isi die Katalognummer . »//« bedettiet Holz, 
»Z.« bedeutet Leinwand. Bei der Angabe der Mqfie ist die Ho fie der 
Breiie vorangestellt. Der Stern vor dem Namen zeigt an, dqfi sick das 
Bild im Vorrat der Gemalde galerie zu Berlin befindet. Die in vielen 
Fallen fortgelassene n'dhere Bezeichnung des Aufbewahrungsortes findet 
man in dem angefUgten Ortsverzeichnisse. Die beiden Sammlungen in 
Bonn, die der Unrverxitdt und das Provimialmuseum, sind durch 
»Bonn U.* und »Bonn M.* nnterschieden. 

1015 Achtschellinck, Lucas. Vlamische Landschaft bei Abendlicht. 

H. 0,18X0,24. Gottingen. 
940 Adrieanssen, Alexander. Stilleben. H. 0,37X0,54. Erfurt. 

1253 Stilleben. H. 0,27X0,35. Wiesbaden. 

669 Aertsen, Pieter. Werkstatt. Zwei Blinde. H. 0,27X0,40. 
Bonn U. 
556B Aldegrever, Heinrich. Kopie. Steinigung der beiden An- 
klager der Susanna. H. rund. Dm. 0,12. Aachen. 
Altitalienische Schule. Ausgiefiung des hi. Geistes. Kapelle der 
Wohltatigkeitsanstalt der hi. Elisabeth zu Neisse. 
602 Amberger, Christoph. Der hi. Augustinus. H. 1,24X0,60. 
Kassel. 
I, 163 Angelico, Fra Giovanni. Schule. Gemalde in zwei Abteilungen: 
Cosmas und Gabriel. H. Je 0,92X0,35. Kassel. 

1257 * Johannes der Taufer. H. 0,09X0,17. 

1034B Anraadt, Pieter van. Bildnis eines Mannes. L. 0,89X0,75. 

Breslau. 
11.386 Anthonissen, Hendrik van. Bewegte See. H. 0,45X0,63. 

Erfurt. 

1258 *Antonello da Messina (?). Der hi. Hieronymus. L. 3,18X0,91. 
740A Antum, Aart van. Eine Seeschlacht. Kupfer, rund. Dm, 0,22. 

Emden. 

• Seestiick. H. 0,255X0,22. 

Arpino, Cesare. Nachahmer. Kreuztragender Christus. Evang. 
Kirche zu Kowalewo (Schonsee). 

1259 Arthois, Jacques d'. Landschaft. L. 0,50X0,43. Diisseldorf. 
III. 98 Aspertini, Amico (?). VerkUndigung. H. 1,70X1,62. Bonn U. 



Die im Vorrat der Galerie bewahrten usw. 48^ 

1 58 1 Asselijn, Jan. Gefecht zwischen Kaiserlichen und Schweden. 

H. 0,98X1,43. Emden. 
934B Ast, Balthasar van der. Stilleben. H. 0,21X0,37. MUnster. 

934C Stilleben. H. 0,38X0,62. Konstantinopel, Botschaft. 

934D Stilleben. H. 0,15X0,22. Halle. 

760A Avercamp, Hendrik. Winterlandschaft. H. 0,39X0,57. Miinster. 

1538 Bacchiacca. Francesco Ubertini, gen. Bacchiacca. Maria mit 
dem Kinde. H., rund. Dm. 0,97. Breslau. 

^539 * Enthauptung Johannes d. T. H. 1,69X1,46. 

935A Backer, Jacob A. Trinker, Halbfigur. H. 0,715X0,60. Berlin, 
Finanzministerium. 

935B Bildnis eines Mannes mit einer Medaille. H. 0,715X0,60. 

Berlin, Finanzministerium. 
238 *Bagnacavallo. Bartolommeo Ramenghi, gen. Bagnacavallo. 
Die hll. Petronius, Agnes und Ludwig IX. von Frankreich. 
• L. 1,72X2,29. 
888 Bakhuisen, Ludolf. Stiirmische See an bergiger Kiiste. L. 

0,87X1,34. Berlin, Staatsministerium. 
597 Baldung, Hans, gen. Grien. Christus am Kreuz. H. 1,14 
X 0,46. Breslau. 
Balten, Peter. Art. Johannes in der Wiiste. Kirche zu Tillendorf. 
Baroccio, Federigo. Nach. Christus kommuniziert die 
Apostel. Evang. Kirche zu Gorzno. 
250 Bartolommeo, Fra, della Porta. Schule. Christus im Hause 
der Martha. H. 2,31X2,58. Hildesheim. 

1.345 * Maria, einen Teufel vertreibend. H. 2,71X1,87. 

1 26 1 Kopie. Maria mit dem Kinde. H. 0,90X0,76. Konigs- 

berg. 
315 Bassano. Giacomo da Ponte, gen. Bassano. Bildnis eines 
alten Mannes. L. 1,06X0,85. Hildesheim. 

324 Kreuzigung Christi. L. 2,58X1,27. Erfurt. 

302 Bassano, Giacomo. Schule. Raub der Europa. L. 0,94X1,19. 
Hildesheim. 

317 Die hi. Familie mit der hi. Magdalena. H. 0,65x0,80. 

Magdeburg. 

318 Bassano. Leandro da Ponte, gen. Bassano. Bildnis eines vene- 

tianischen Prokurators. L. 0,90X0,70. Hannover. 

1483 Bassano, Leandro. Art. Bildnis des Victor Molino. L. 1,08 

Xo,9i. Hannover. 

1484 Bildnis eines jungen Mannes. L. 0,88X0,82. Stettin. 

1485 Doppelbildnis von Vater und Sohn. L. 0,90X0,80. 

KSnigsberg. 

755 Bassen, Bartholomeus van. Saalansicht. H. 0,29x0,42. 
MUnster. 

31* 



484 ^'^ ^™ Vorrat der Galerie bewahrten und 

291 Beccafumi, Domenico. Maria mit dem Kinde. H. rund. Dm. 
0,85. Emden, 
868A Beerstraaten, Jan Abrahamsz. Winterlandschaft. L. 0,90X1,25. 
Berlin, Staatsministerium. 

871 *Bega, Comelis. Lautenspielerin. L. 0,35X0,32. 

872 * Bauemfamilie. L. 0,30X0,25. 

874 * Bauernkneipe. H. 0,31 Xo,28. 

97 1 A *Begeijn, Abraham Cornelisz. Stilleben. L. 1,08X0,98. 

1263 Beijeren, Abraham van. Stilleben. H. 0,75X0,66. Char- 

lottenburg, Hochschule. 
III. 126 Bellini, Giovanni. Art Maria mit dem Kinde. H. 0,69X0,52. 
Koln. 
16 Bellini, Giovanni. Schule. Bildnis eines Jiinglings. H. 0,34 
Xo,29. Bonn U. 
I. 43 Maria mit dem Kinde. U. 0,91X0,71. Breslau. 

1264 Der tote Christus. H. 0,58x0,66. Gottingen. 

1265 Maria mit dem Kinde. H. 0,42X0,57. Bresku. 

1266 Maria mit dem Kinde und Heiligen. H. 0,70X0,92. 

Miinster. 

1267 Maria mit dem Kinde und Heiligen. H. 0,85X1,11. 

Miinster. 

1268 Vermahlung der hi. Katharina. H. 0,39X0,53. MUnster. 

1269 Vermahlung der hi. Katharina. H. 0,49X0,64. Miinster. 

1270 Maria mit dem Kinde und Heiligen. H. 0,54X0,68. 

Miinster. 

1 27 1 Maria mit dem Kinde. H, 0,58x0,68. MUnster. 

1272 * Die Beschneidung. H. 0,62X1,03. 

1273 Maria mit dem Kinde. H. 0,72X0,89. Konigsberg, 

Kunstverein. 

1 07 1 *Benvenuto di Giovanni. Schule. Maria in der Glorie. H. 

0,30X0,22. 
887 *Berchem, Nicolaes Pietersz. Unerklarte Darstellung mytho- 
logischen oder novellistischen Inhalts. L. 1,99X2,71. 

896A Junge Frau. L. 0,56X0,48. Konstantinopel, Botschaft. 

845E Berck-Heijde, Gerrit Adriaensz. Ansicht aus dem Haag. H. 
0,30X0,43. Aachen. 
951 *Berck-Heyde. Art. Trajansforum. H. 0,6X40,84. 
845A *Berck-Heyde, Job Adriaensz. Winterlandschaft. H. 0,46X0,62. 
(J, III. 439) *Bergen, Dirk van. Waldlandschaft mit Vieh und Hirt, L. 
0)305X0,375. Berlin, Handelsministerium. 
433 *Berrettini, Pietro, gen. Pietro da Cortona. Herkules am Spinn- 

rocken. L. 2,04X1,59. 
1294 Bijlert, Jan. Ein Gastmahl. L. 1,59X2,17. Konigsberg. 

462 (?). Die Fufiwaschung. L. 1,95X2,93. Wiesbaden. 

1062 *Bizamano, Angelo. Kreuzabnahme. H. 0,23X0,18. 



leihweise abgegebenen Gemalde. 485 

1274 Bles, Herri, gen. Civetta. Maria mit dem Kinde. H. 0,64 

Xo,46. Munster. 
1189 *Bles. Richtung. Vorderseite : Himmelfahrt Christi. Rtick- 
seite: Zwei Heilige. H. 0,74X0,84. 
733 Blieck, Daniel de. Innenansicht einer Kirche. H. 0,89X1,24. 

Aachen. 
722 *Bloemaert, Abraham. Der Traum Josephs. L. 1,70X2,33. 

745 Anbetung der Hirten. L. 0,68X0,94. Gottingen. 

II. 166 Bloemaert. Art. Gemalde mit 7 Szenen aus dem Leben der 
Maria. H. 0,81X1,02. Halle. 
1003 Blommen, Peeter van. Lagerszene. L. 0,66X0,83. Berlin, 

Reichskanzlerpalais. 
492A Boissieu, Jean Jacques de. Bergige FluBlandschaft. H. 0,23 

Xo,3i. Breslau. 
492B Bergiges FluBthal. H. 0,23X0,31. Breslau. 

1278 Bol, Ferdinand. Neptun und Amphitrite. L. 1,33X1,29. Stettin. 

1279 Venus und Amor. L. 1,33X1,27. Stettin. 

(J. III. 440) *Bol, Ferdinand (r). Weibliches Bildnis. L. 0,74X0,605. 

331 Bologna, Schule von, urn 1530. Kronung der Maria. H. 2,68 
X 1,91. Hannover. 

1280 * Maria mit dem Kinde und Heiligen. H. 2,06X1,67. 

351 Bologna, Schule von. Anfang des 17. Jahrhunderts. Bildnis 

eines Geistlichen. H. 0,69X0,51. Berlin, Staatsministerium. 

374 Bildnis eines Knaben. L. 0,40X0,29. Breslau. 

424 Caritas Romana. L. 2,03X1,43. Erfurt. 

207B *Boltraffio, Giovanni Antonio. Maria mit dem Kinde. H. 0,42 

Xo,3i. 
214 * Maria mit dem Kinde. H. 0,64X0,44. 

1 28 1 (?). Maria mit dem Kinde. H. 0,59X0,48. Mlinster. 

200 *Bonifacio. Bonifacio Veneziano, eigentlich Bonifacio de' Pitati 

da Verona. Die Ehebrecherin vor Christus. L. 1,42X3,05. 
I. 63 Bonifacio Veneziano, gen. Bonifacio Veronese d. J. II. Art. 
Anbetung der Hirten. L. 1,37x2,28. Magdeburg. 
165 Bonifacio d. J. Schule. Fuflwaschung der Apostel. L. 1,23 
X2,20. Berlin, Reichskanzlerpalais. 

1282 Bonifacio d. J. Nachfolger. Die hi. P'amilic. I,. 0,90X1,36. 

Kiinigsberg. 
177 Bordone, Paris. Thronendc Maria mit Kind und Heiligen. H. 
2,06X1,35. Berlin, Reichskanzlerpalais. 

180 Ruhende Venus. H. 1,22X1,54. Stettin. 

198 Weibliches Bildnis (Kopie.>). L. 0,61X0,46. Berlin, 

Reichskanzlerpalais. 
Borgognone, Ambrogio. Maria mit dem Kinde, Johannes d. T. 
und Jakubus min. Kathol. Kirche zu Stargard. 
1284 (?). Antonius der Ercmit. H. 1,56x0,86. MUnstcr. 



486 Die ini Vorrat dcr Galerie bewahrten und 

1 198 Bosch, Hier. van Aeken, gen. Bosch. Kopie. Flligelaltar, Ver- 
suchung des hi. Antonius. H. Mitte 0,79X0,73; FlUgel 
0,90X0,49. Bonn U. 

1223 Anbetung dcr Konige. H. 1,14X0,71. Bonn U. 

863 Both, Jan. Italienische Landschaft. L. i ,59 X 2,06. Konstan- 
tinopel, Botschaft. 
863A Both, Jan. Nachahmer. Italienische Landschaft. H. 0,23X0,33. 

Aachen. 
I. 172 Botticelli, Sandro. Werkstatt. Maria mit dem Kinde und 
dem kleinen Johannes. H. 0,78X0,50. Dusseldorf. 

1285 Maria mit dem Kinde. H. 0,57X0,34. 

Konigsberg. 

1286 Ecce homo. H. 0,55X0,41. Bonn U. 

1582 Maria mit dem Kinde. H. rund. Dm. 

0,86. Erfurt. 

496A Boucher, Frangois. Venus und Amor. L. 0,31X0,24. Aachen. 

1287 (?). Schaferinnen. L. 0,37X0,32. Kiel. 

461 Bourguignon. Jacques Courtois, gen. le Bourguignon. Gebirgige 

Landschaft. L. 0,70X0,94. Erfurt. 
508 (?). Reitergefecht. L. 0,57X1,70. Konstantinopel, Bot- 
schaft. 
1634 *Bout, Pieter, und BoudewjTis, A. Fr. Uferstrafle, mit vielen 
Figuren. H. 0,29X0,43. 

1633 * FluBufer mit Schlofi, reich staffiert. H. 0,29X0,43. 

528A *Bouts, Dierick. Schule. Der dornengekronte Christus. H. 0,36 

XO,27. 

1288 Bray, Jan de. Bildnis eines Mannes. H. 0,41X0,31. Osnabriick. 
Bildnis eines Predigers. H. 0,41X0,32. Emden. 

1289 Bray, Jan.de. Art. Schaferszene. L. 1,54X1,63. Stettin. 

1583 Bildnis einer jungen Frau. L. 1,15X0,92. Emden. 

924 Breenbergh, Bartholomeus. Landschaft mit Staffage. H. 0,22 

Xo,3i. Aachen. 
976A Brekelenkam, Quieringh. Die Obsthandlerin. Miinster. 
230 *Brescianino, Andrea del. Die hi. Anna Selbdritt. H. 1,29X0,96. 
714 *Bril, Paulus. Jagd auf Ziegen. L. 0,72X1,05. 

744 * Bergiges Meeresufer. L. 0,57X0,84. 

346 Brini, Francesco. Maria mit dem Kinde und dem kleinen 

Johannes. H. 0,78x0,61. Hildesheim. 
337 Bronzino. Agnolo di Cosimo di Mariano, gen. Bronzino. Bildnis 

Cosimos L, Groflherzogs von Toskana. H. 0,91 Xo,62. 

Kassel, 
333 Bronzino. Art. Bildnis eines Feldherrn. H. 1,12X0,82. Erfurt. 
345 Bronzino. Alessandro Allori, gen. Bronzino. Weibliches Bildnis. 

H. 0,55X0,46. Breslau. 
1255 Bildnis einer jungen Dame. H. 0,57X0,44. Konigsberg. 



leihweise abgegebenen Gemalde. 487 

853C Brouwer, Adriaen(?). Ein Bauemtanz. H. 0,27X0,37. Aachen. 

853D (?). Der Raucher. H, 0,33X0,23. Aachen. 

853G (?). Der Schlafer. H. 0,32X0,24. Bonn, U. 

853F Kopie. Bauemstreit. H. 0,21X0,17. Aachen. 

688 *Brueghel, Jan d. A., gen. Samtbrueghel. Fest des Bacchus. (Die 
Figuren von Rottenhammer). H. 0,65X0,94. 

723 Kopie. Hollandischer Kanal. H. 0,52X0,76. Wiesbaden. 

II. 204 *Brueghel, Peeter d. A., gen. Bauernbrueghel. Kopie. Bauem- 
tanz auf einem Waldplatz. L. 1,48X1,94. 
676 Brueghel, Peeter d. J., gen. Hollenbrueghel. Schliigerei auf dem 
Lande. H. 0,39X0,57. Erfurt. 

721 Kreuzigung Christi. H. 1,21X1,69. Halle. 

5 56 A Bruj'n, Bartholomaeus. Bildnis des Engelbert Therlaen. H. 
0,61X0,46. Miinster. 

612 * Beweinung Christi. H. 0,27X0,39. 

613 Die Dreieinigkeit, H. 0,80X0,31. Miinster. 

613A Maria mit dem Kinde und der hi. Anna. H. 0,78x0,31. 

Miinster. 
654 Der unglaubige Thomas. H. 0,62X0,56. Miinster. 

1291 Christus am Kreuz. . H. 0,60X0,62. Breslau. 

1292 Bruyn. Werkstatt. Bildnis einer Frau. H. 0,47X0,34. Wies- 

baden. 
Bruyn. Art. Die Kreuzigung. Kirche zu Zobten. 
285 Bugiardini, Giuliano. Maria mit dem Kinde und dem jugendl. 

Johannes. H. 0,81X0,59. Bonn U. 
713 Bundel (Bondel), Willem van. Der Prophet Elisa. H. 0,56 

Xo,79. Hildesheim. 

1293 Buonconsigli, Giovanni. Thronende Madonna. H. 1,38x1,71. 

Breslau. 

1044 Byzantinische Schule. Zwei Gemalde in einem Rahmen, Maria 

mit dem Kinde (zweimal). H. je 0,16X0,13. Gottingen. 

1045 Zwei Gemalde in einem Rahmen: Maria mit dem Kinde 

und der hi. Spiridion. H. Je 0,12X0,09. Bonn U. 

1049 Christus am Olberg. H. 0,18x0,15. Bonn U. 

1050 Thronender Christus. H. 0,13X0,10. Bonn U. 

1051 ♦ Maria mit dem Kinde. H. 0,21X0,17. 

1053 Christus und Magdalena. H. 0,20X0,15. Gottingen. 

1054 Maria mit dem Kinde. H. 0,13X0,09. Erfurt. 

1057 * Flucht nach Agypten. H. 0,44X0,67. 

I167 * Gemalde in 18 Abteilungen. H. 0.78X1,05. 

1295 Christus mit den JUngem nach Emmaus wandemd. H. 

Oi39Xo,28. MUnster. 

• Maria mit dem Kinde. H. 0,43X0,35. 

(J. IV 506) * Johannes der Taufer, geflUgeh. H. 0,265X0,21. 

* Thronende Maria mit dem Kinde. H. 1.56X0,95. 



^88 I^ic im Vorrat der Galerie bewahrten und 

276 Caldara, Polidoro, gen. Caravaggio (?). Der hi. Lukas. H. 

0,44X0,58. Hildesheim. 
297 Caliari, Carlo, gen. Carletto. Darstellung Christi im Tempel. L. 

2,26x2,25. Berlin, Reichskanzlerpalais, 
. Cambiaso, Luca. Nachahmer. Anbetung der Hirtcn. Kirche zu 

Sanipohl. 

1296 Camphuijsen, Govert. Briitende Henne. H. 0,72X1,04. Kiel. 
Campi, Scliule. Leichnam Christi beweint. Arbeitshaus in 

Potsdam. 
1. 447 *Campino, Giovanni. Austreibung aus dem Tempel. L. 1,28 

Xi,73- 
503A Canale, Antonio. Nachfolger. Blick auf den Dogenpalast und 

die Piazzetta. L. 0,62X0,92. Aachen. 
493 Canale. Schule. Ansicht des Dogenpalastes, der Piazzetta und 

des Markusturmes zu Venedig. L. 0,58x0,93. Berlin, Finanz- 

ministerium. 
501 Ansicht des Canal grande zu Venedig. L. 0,58X0,93. 

Berlin, Finanzministerium. 

1297 Cano, Alonso (?). Brustbild eines jungen Mannes. L. 0,61X0,49, 

Dtisseldorf. 

1298 (?) Beweinung Christi. L. 0,30X0,38. Wiesbaden. 

1299 (?) Der hi. Antonius von Padua. L. 0,37X0,27. Aachen 

359 Caravaggio. Michelangelo Amerighi, gen. Caravaggio. Christus 

am Olberg. L. 1,54X2,22. Emden. 
1355 Caravaggio. Nacli. Leichnam Christi, betrauert. Evang. Kirche 
in Kerkelbeck. 
Cardi, Ludovico, gen. Cigoli. Ecce homo. Kirche des Ge- 

sindehospitals in Berlin. 
Cardi, Ludovico, gen. Cigoli. Nach. Die Kreuztragung. Kirche 
zu Zempelburg. 
a2i5 *Carillo. Maria mit dem Kinde. H. 0,37X0,25. 
489A Carle varis, Luca. Klistenansicht. L. 0,69X0,94. Petersburg, 

Botschaft. 
1584 Carlevaris. Art. Das Fest des Bucentauro auf dem Canal grande. 

L. 1,28X1,82. Berlin, Kunstgewerbemuseum, 
1.39 Carpaccio, Vittore. Art. Kronung der Maria, L. 2,77X1,94. 
Konstantinopel, Botschaft. 

-: Auferstehung Christi. Evang. Kirche zu Skottau. 

(J, IV 541) *Carpantier, J. (sic). Studienkopf eines alten Mannes. L. 
0,45X0,355. 
370 Carracci, Annibale. Heilige Familie. L. 0,99X0,78. Stettin, 
Carracci, Annibale. Nach Zeichnungen des Meisters von Schiilern. 

388 ♦ Der hi. Paulus, L. 1,36X0,98. 

389 * Der hi. Matthaus. L. 1,36X0,98. 

390 * Der hi. Philippus, L. 1,36x0,98. 



leihweise abgegebenen Gemalde. 480 

391 *Carracci, Annibale. Der hi. Jakobus major. L. 1,36X0,98. 

392 * Der hi. Jakobus minor. L. 1,36X0,98. 

393 • Der hi. Petrus. L. 1,36X0,98. 

394 * Maria. L. 1,36x0,98. 

395 * Christus. L. 1,36X0,98. 

396 • Johannes der Taufer. L. 1,36X0,98. 

397 * Johannes der Evangelist. L. 1,36X0,98. 

398* Der hi. Thomas. L. 1,36X0,98, 

399 * Der hi. Simon. L. 1,36X0,98. 

400 * Der hi. Bartholomaeus. L. 1,36X0,98. 

401 * Der hi. Thaddaeus. L. 1,36x0,98. 

402 * Der hi. Andreas. L. 1,36X0,98. 

361 *Carracci, Lodovico. Maria mit dem Kinde. L. 0,39X0,29. 

371 Die Speisung der Fiinftausend. L. 2,61X1,79. Erfurt. 

382 Venus und Amor. L. 0,63X0,47. Erfurt. 

386 Der hi. Karl Borromaeus in Anbetung. L. 1.82X1,18. 

Bonn U. 
407B Carreno, Don Juan, de Miranda. Bildnis des Konigs Karl IJ. 
von Spanien. L. 0,75X0,62. Aachen. 
III. 125 Cesa, Matteo. Maria mit dem Kinde. H. 0,79X0,59. Gottingen. 

III. 129 * Maria mit dem Kinde und Heiligen. 5 Abteilungen. H. 

Mitte 0,72x0,36; die Seiten je 0,72X0,29. 

1300 Thronende Maria mit Heiligen. H. 2,03X1,52. Miinster. 

Cignali, Jacopo. Christus mit den Jiingem zu Emmaus. Danzig, 

Beetsaal des Diakonissenkrankenhauses. 

1301 Cima, Giovanni Battista da Conegliano. Maria mit dem Kinde. 

H. 0,51X0,44. Miinster. 
1.29 Cima, Werkstatt. Maria mit dem Kinde. H. 0,75X0,60. Kassel. 
1184 Segnender Christus. H. 0,35X0,27. Kassel. 

1303 Maria mit dem Kinde und Heiligen. H, 0,48x0,61. 

Konigsberg. 

1304 Maria mit dem Kinde. H. 0,64X0,48. Miinster. 

1305 Maria mit dem Kinde und Heiligen. H. 0,76x1,12. 

Konigsberg. 

1302 Cima. Alte Kopie. Maria mit dem Kinde und zwei Heiligen. II. 

0,80x1,20. Gottingen. 
1047 Cimabue, Giovanni. .Schulc. Gemalde in 3 Abteilungen. H. 

0,39X0,57. Gottingen. 
1099 Maria mit dem Kinde. H. 0,35X0^31. Bonn U. 

1306 Maria mit dem Kinde. H. 0,39X0,26. Konigsberg. 

II. 199 Claesson, Aertgen. Kliigelaltar. Maria mit dem Kinde und 
Heiligen. H. .Mitte 0,82X0,49; FlUgel je 0,82 Xo,i9. Ncu- 
Ruppin, kathol. Hauskapcllc. 
448 "Claude. Claude Gellce, gen. Claude (le) I.orrain. Art. Heroische 
Landschaft. L. 0,71X0,95. 



490 



Die im Vorrat der Galerie bewahrten iind 



^•357 Coda, Bartolommeo. Thronende Maria mit dem Kinde und 
Heiligen. H. 3,08x2,05. Hildesheim. 

1307 Coello, Alonso Sanchez. Bildnis des Don Juan d' Austria. L. 

1,92 X 1,02. Breslau. 
770A Colier, Evert. Die Werkstatt des Evangelisten Lukas. H. 
0,63 X 0,49. MUnster. 
1115A *Coltellini, Michele. Der auferstandene Christus mit Heiligen. H. 
1,64 X 1,20. 
446 Conca, Sebastiano. Abraham verstofit Hagar. L. 0,64X0,48. 

Berlin, Reichskanzlerpalais. 
322 Contarini, Giovanni. Der hi. Sebastian. L. 1,94X0,98. 
Hildesheim. 
I. 124 *Conti, Bernardino de'. Bildnis eines Mannes in mittleren 
Jahren. H. 0,73X0,50. 

I. 127 Bildnis eines Mannes in mittleren Jahren. H. 0,74 

Xo,53. Hannover. 

1308 Conti(?). Kopie. Maria mit dem Kinde. H. 0,50X0,40. Breslau. 
734 Cornelisz, Cornelis, van Haarlem. Bathseba im Bade. L. 

1,00 X 1,28. Bonn U. 

1309 Die Mannalese. H. 0,57X0,90. Halle. 

604 Cornelisz, Jacob, van Amsterdam. Legendenszenen. H. 1,18 
Xo,68. Bonn M. 

1310 * Votivbild. Stiftergruppe. H. 0,88X1,29. 

1254 Correggio. Antonio Allegri, gen. Correggio. Der hi. Hieronymus. 
H. 0,76X0.56. Kiel. 
223 Correggio, Nachahmer. Anbetung der Hirten. L. 0,33X0,33. 
Gottingen. 

Christus am Olberg. Evang. Kirche zu Breddin. 

Correggio, Schule. Christus am Olberg. Klein -Dvensen bei 
Filehne. 

131 1 Costa, Lorenzo. Art. Maria mit dem Kinde und Heiligen. 

H. 0,71X0,84. Munster. 
290 Cotignola (?). Girolamo Marchesi, gen. Girolamo da Cotignola. 

Vermahlung von Maria und Joseph im Tempel. H. 0,78 

X 0,60. Erfurt. 
566 Cranach, Lucas d. A. Adam und Eva im Paradies. H. 0,50 

Xo,35. Wiesbaden. 

568 Christus im Hause des Pharisaers. H. 0,80X1,09. Bonn U. 

576 Herkules bei Omphale. H. 0,80X1,18. Gottingen. 

601 Bildnis eines Mannes. H. 0,42X0,27. Diisseldorf. 

636A Judith. H. 0,73X0,56. Aachen. 

1312 Bildnis einer Frau. H. 0,35X0,23. Breslau. 

617 *Cranach, Lucas d. A. Werkstatt. Bildnis Luthers. H. 0,35 

XO,2I. 

619 • Bildnis Melanchthons. H. 0,35X0,21, 



leihweise abgegebenen Gemalde. ^gi 

636 *Cranach, Lucas d. A. Werkstatt. Bildnis Friedrichs III., des 
Weisen. H. 0,13X0,12. 
636B * Altarbild mit Darstellungen aus der Legende der hi. Bar- 
bara. H. Mitte 1,72X1,38; Flugel je 1,72X0,65. 

1203 Venus und Amor. H. 0,49X0,34. Hildesheim. 

11.76 Das Urteil Salomonis. H. 2,05X1,42. Diisseldorf. 

13 13 Bildnis Lathers. H. 0,18X0,14. Brandenburg. 

1606 Liebesszene. H. 0,35X0,23. Erfurt. 

588A Cranach, Lucas d. A. Nachfolger. Christus und die Samariterin. 
H. 0,64X0,46. Erfurt. 
868 *Crayer, Caspar de. Christus zu Emmaus. L. 1,55X1,89. 
89 Credi, Lorenzo di. Schule. Maria mit dem Kinde. H. rund. 
Dm. 0,73. Charlottenburg, Hochschule. 
L 233 Credi, Lorenzo di. Werkstatt. Maria mit dem Kinde. H. rund. 
Dm. 0,74. Erfurt. 

92 Anbetung der Konige. H. 0,70X0,47. Breslau. 

104 Maria mit dem Kinde und dem kleinen Johaimes. H. rund. 

Dm. 0,78. Koln. 

1314 Die hi. Familie. H. Rund. Dm. 0,94. Halle. 

13 1 5 Maria mit dem Kinde. H. 0,70X0,55. Diisseldorf. 

357 Crespi, Daniele, Christus am Olberg. L. 1,82X1,18. Evang. 

Kirche zu Briesen. 
220 Crespi, Giovanni Battista(?). Johannes der Taufer. H. 0,42 

Xo,56. Stettin. 
1609 *Cristoforo da Brescia. Thronende Maria mit dem Kind und 

Heiligen. H. 2,02X1,47. 
861C Cuijp, Aelbert. Kuhe in einer Landschaft. H. 0,42X0,55. 

Bonn U. 

1316 Pferd mit Hunden. H. 0,43X0,34. Diisseldorf. 

1317 Bildnis eines Mannes. H. 0,33X0,27. Diisseldorf. 

86 1 D Cuijp, Aelbert. Zugeschrieben. Jagdgesellschaft in Abend- 

landschaft. H. 0,90X1,22. Osnabrtick. 

861E Bildnis eines Mannes. 0,25X0,21. Aachen. 

861 F Stilleben. H. 0,37X0,29. Aachen. 

861H Ein Huhn auf dem Neste. H. 0,45X0,62. Aachen. 

Q. III. 444) Cuijp, Aelbert. Modeme Kopie. Seestiick. H. 0,79X0,55. 

Berlin, Handelsministerium. 
743 C Cuijp, Jacob Gerritsz. Bildnis eines jungen Mannes. H. 0,96 

XO,73. Berlin, Reichskanzlerpalais. 

544 *David, Gerard. Art. Maria im Rosenhag. H. 0,64X0,38. 

544B Maria mit dem Kinde. H. 0,16x0,11. Aachen. 

993A Decker, Cornelis. Die Rast am Wirtshause. H. 0,49X0,61. 
DUsseldorf. 

993 ♦Decker, J. Die Schmiedewerkstatt. H. 0,45x0,53. 



492 



Die im Vorrat der Galerie bewabrten unci 



(J. HI. 436) *Degle, Franz Josef, Bildnis des Domenico Tiepolo. L.0,71 
Xo,54. 
830B *Delorme, Antonis de oder De Lorme. Inneres einer gotischen 

Kirche. H. 0,17X0,12. 
1014 *Denner, Balthasar. Bildnis eines Greises. Kupfer. 0,38x0,30. 

1319 Deutsche Schule. 15. Jahrhundert. Vera Jkon. H. 0,29x0,20. 

MUnster. 

1320 Deutsche Schule. Niederrheinisch um 1520. Bildnis eines 

Ritters. H. 0,24X0,19. DUsseldorf. 
629B *Deutsche Schule (Augsburg) um 1530. Ovid. H. 0,63X0,69. 

629C * Ptolomaeus. H. 0,63X0,69, 

Deutsche Schule, 18. Jahrhundert. Bildnis eines unbekannten 
Fiirsten. Kniestiick. Berlin, Finanzministerium. 

* Bildnis Chodowieckis. L. 0,58X0,46, 

* (Nach A, Graff.) Bildnis Chodowieckis. L. 0,69X0,55. 

8i8 *Diepenbeeck, Abraham van. Vermahlung der hi. Katharina. 
L, 2,00X2,42, 

964 * Die Flucht der Cloelia. L, 2,36x3,43. 

715 Dieteken, C, Belagerung einer Festung in den Niederlanden. 
H. 0,54X0,99. Berlin, Hofmarschallamt. 
1 02 3 A *Dietrich, Christian Wilhelm Ernst. Der Wasserfall zu Tivoli. 
L. 1,08x0,87. 

1024A Italienische Landschaft mit Hirten. H. 0,27X0,36. 

Hildesheim. 

1024B Italienische Landschaft. H. 0,27X0,36. Hildesheim. 

1613 *Does, Simon van der. Bauernstall. L. 0,47X0,59. 
423 *Dolci, Carlo. Der Evangelist Johannes. L, Achteckig, 1,13 
Xo,92. 
Dolci, Carlo. Nachahmer. Christus am Olberg. Evang, 
Kirche zu Brostowo, 
385 *Donienichino(?), Domenico Zampieri, gen, Domenichino, Die 

Sintflut, L. 1,63x2,35. 
277 Doni, Adone. Maria mit dem Kinde und dem kleinen Johannes. 
H. 1,13X0,87. Gottingen. 

1324 Dossi, Battista. Enthauptung Johannes d. T. H. 2,25X1,50. 

Breslau. 
264 *Dossi, Dosso. Die Kirchenvater in Betrachtung iiber das 

Mysterium der unbeflecktenEmpfiingnis Maria. H. 1,84X1,77. 
953 Droocb-Sloot, Joes Cornelisz. Heilung der Kranken im Teich 

Bethesda. H. 0,59X0,82. Emden. 

1325 Drooch-Sloot, J. C, Art. Schlagerei zwischen Pilgern und 

Bauern, H, 0,36X0,61. Emden, 
(J.III.447) *Duck, Jacob(?). Wachtslube, H. 0,66x0,81. 

1. 408 Dughet, Gaspard, gen. Gaspard Poussin. Art. Landschaft. L. 
0,6 7 X 0,9 1 . Magdeburg, 



leihweise abgegebenen Gemalde. 4Q3 

1. 414 Dughet, Gaspard, gen. Gaspard Poussin. Art. Landschaft. 
L. 0,69X0,92. Erfurt. 

464A Landschaft. L. 0,72X0,97. Emden. 

470A Italienische Landschaft. L. 0,48X0,64. Aachen. 

47 1 A Landschaft. L. 0,38X0,47. Wiesbaden. 

1585 Italienische Landschaft. L. 0,53X1,15. Osnabriick. 

1326 Duijnen, Jsack van, Stilleben. L. 0,84X1,94. Kiel. 

1327 Fischstiick. L. 0,84X0,94. Hildesheim. 

1194 Diinwegge, Victor und Heinrich. Kreuzigung Christi. H. 

1,57X2,14. Miinster. 
558A *Durer, Albrecht (?). Mannliches Bildnis. Papier. 0,20X0,15. 

557 Durer, Kopie. Bildnis des Jakob Fugger. H. 0,61X0,48. Halle. 
557A Selbstbildnis. H. 0,67X0,50. Bonn U. 

768 *Dyck, Antonius van. Bildnis eines Mannes. H. 0,43X0,35. 

787 * Die buBfertigen SUnder. L. 1,08X1,33. 

790E * Der hi. Petrus. L. 0,89X0,72. 

794 * Ausgiefiung des hi. Geistes. L. 2,61X2,14. 

1328 Dyck, A. van, Zugeschrieben. Pferdestudie. L. 0,45X0,56. 

MUnster. 
789 Dyck, A. van, Werkstatt. Tanzende Kinder. L. 1,14X1,66. 

Berlin, Hofmarschallamt. 
790A Ruhe auf der Flucht nach Agypten. H. 0,32X0,40. 

Aachen. 

790B Der hi. Laurentius. H. 0,34X0,25. Aachen. 

790C Beweinung Christi. H. 0,64X0,41. Aachen. 

790D Kreuzigung Christi. H. 0,46X0,38. Aachen. 

789A Dyck, A. van, Kopie, Bildnis des Thomas Frangois dc 

Carignan, Prinzen von Savoyen. H, 0,36 X 0,29. Aachen. 

1329 Eeckhout, Gerbrandt van den. Atalante. L. 0,90X1,21. Stettin. 
Elliger, Ottomar (?). Stilleben. L. 0,57X0,46. Emden. 

852 Everdingen, Allaert van. Norwegischer VVasserfall. L. 1,60 
Xi,47, DUsseldorf. 
887A Everdingen, Allaert van, Norwegische Gebirgslandschaft. L. 
1,14X0,89. Magdeburg. 
920 Landschaft. L. 0,64X0,97. DUsseldorf. 

1330 •Eyck, Hubert und Jan. Moderne Kopie. Adam (mit Riick- 

seite). H. 2,07X0,36. 

1331 • Eva (mit RUckseite). H. 2,07x0,36. 

528C *Eyck, Jan van, nach. Bildnis der Bone d'Artois, Herzogin 

von Burgund. H. 0,21X0,16. 
551 Eyck, Jan van, Nachahmer. Maria mit dcm Kinde und Engeln. 

H. 0,85X0,66. MUnster. 
II. 16 Eyck, Jan van, Schule. Bildnis einer jungen Fmu. H. 0,77 

Xo,48. Berlin, Kunstgewerbemuseum. 



494 



Die im Vorrat der Galerie bewahrten und 



1084 Fabriano, Schule von (?). Der hi. Laurentius. H. 0,28X0,14. 
305 *Farinato, Paolo. Darstellung Christi im Tempel. L, 1,58 
X2,35. 
428 A *Feistenberger, Joseph. Gebirgsschlucht, L. 1,18X1,67. 

1586 Gebirgslandschaft. L. 1,15X1,65. Hildesheim. 

909B Ferguson, William Gouw. Stilleben. L. 0,53X0,42. Diisseldorf. 
254 Ferrara, Schule von, um 1530, Himmelfahrt der Maria. L. 

0,27x0,58. Munster. 
282 * Der hi. Hieronymus. H. 1,52X1,24. 

1332 Maria mit dem Kinde. L. 0,99X0,74. Munster. 

111.90 Schule von Ferrara (?), Anfang des 16. Jahrhunderts. Maria 

mit dem Kinde. H. 0,40X0,28. Bonn U. 
I. 132 'Ferraresisch-bolognesische Schule. Anfang *des 16. Jahrhun- 
derts. Christus und die hi. Klara. H. 0,60X0,55. 

1333 *Ferrari, Gaudenzio. Die Schliissellibergabe. H. 2,22X1,51. 
212 (?) Bildnis eines Mannes. H. 0,55X0,43. Breslau. 

1. 353 Figino, Ambrogio. Maria mit dem Kinde und Heiligen. H. 

2,63 X 1 ,72. Hildesheim. 
161 2 Fiorenzo di Lorenzo. Moderne Kopie. Anbetung der Konige. 

L. 2,16X1,55. Breslau, Oberprasidium. 
950A Flemael, Bartholet. Die Grofimut des Scipio. H. 0,70X1,01. 

Breslau. 
Florentinische Schule. Maria auf dem Throne. Kathol. Lieb- 

frauenkirche zu Magdeburg. 
1 102 Florentinische Schule des 14. Jahrhunderts. Doppelbild. Das 

Christkind in der Krippe und die Beschneidung. H. 

Je 0,43X0,18. Gottingen. 

1 104 Der hi. Jakobus d. J. H. 0,53X0,35. Gottingen. 

II II Die Verkiindigung (in zwei Abteilungen). H. Je 0,33 

Xo,23. Gottingen. 

11 14 Der Engel der VerkUndigung. H. 0,30X0,27. Halle. 

1 115 Maria, die Verkiindigung empfangend. H. 0,30X0,27. 

Halle. 

1 1 16 Gemalde in zwei Abteilungen : Grablegung und Darstellung. 

H. 0,17X0,20. Bonn U. 

1334 Der hi. Nikolaus. H. 0,18X0,13. Miinster. 

*335 Der hi. Franziskus. H. 0.18X0,13. Munster. 

1336 Die hi. Katharina. H. 0,18X0,13. Munster. 

1337 Johannes d. T. H. 1,18x0,37. Munster. 

1338 Johannes d. Ev. H. 1,18X0,37. Miinster. 

1339 Der hi. Franziskus. H. 0,34X0,12. Miinster. 

1340 Der hi. Dionysius. H. 0,34X0,12. Miinster. 

1 341 Thronende Maria mit dem Kinde und Heiligen. H. 0,44 

Xo,32. Konigsberg. 

1342 Die hll. Petrus und Paulus. H. Je 0,25X0,09. Breslau, 



leihweise abgegebenen Gemalde. 405 

1343 Florentinische Schule des 14. Jahrhunderts. Der hi. Lorenz. 

H. 0,24X0,46. Breslau. 

III. 72 Maria mit dem Kinde. H. 0,70X0,53. Gottingen. 

1 103 *Florentinische Schule um 1350 — 1400. Kreuzigung. H. 0,45 

Xo,37. 
III. 32 Florentinische Schule um 1400. Predella in drei Abteilungen. 

H. Mine 0,25X0,47; Seiten je 0,25X0,41. Hildesheim. 
III. 41 Vier Heilige. H. 0,71X0,76. 

1355 *Florentinische Schule um 1450. Allegorische Darstellung: 

Triumph des Reichtums? H. 0,39X1,35. Konigsberg. 
1587 Florentinische Schule um 1450 unter Fra Filippos Einflufl. Maria 
in der Glorie. H. 0,90X0,16. Diisseldorf. 

1356 Florentinische Schule um 1470. Thronende Maria mit dem 

Kinde und Heiligen. H. 2,03X1,78. Konigsberg. 
1362 Florentinische Schule um 1490. Christus am Kreuz. H. 0,41 

Xo,2i. Breslau. 
1066 Florentinische Schule, Anfang des 15. Jahrhunderts. Dar- 

stellungen aus dem Leben des hi. Bemhard. H. 1,47X0,73. 

Bonn U. 

66 Florentinische Schule. ErsteHalfte des 15. Jahrhunderts. Legende 

des hi. Bernhard. H. 0,53X0,35. Halle. 

67 Legende des hi. Bernhard. H. 0,52X0,33. Halle. 

65 Florentinische Schule. Zweite Halfte des 15. Jahrhunderts. 
Anbetung des Kindes. H. 0,28x0,22. Brandenburg. 
1.206 Christus am Kreuz mit Heiligen. H. 2,47X1,73. Kassel. 

1344 *Florentinische Schule des 15. Jahrhunderts. Maria mit dem Kinde. 

H. 0,50x0,35. 

1345 Maria mit dem Kinde und Heiligen. H. 0,55x0,33. 

Miinster. 

1346 Geschichte Hiobs, UnglUcksbotschaft. H. 0,44X0,82. 

Mtinster. 

1347 Geschichte Hiobs, Zusammensturz des Hauses. H. 0,44 

Xo,82. MUnster. 

'348 — ^ Geschichte Hiobs, Hiob in der Hohle. H. 0,45X0,58. 

Miinster. 
'349 Geschichte Hiobs, Hiob auf dem Krankenlager. H. 0,44 

Xo,52. MUnster. 

1350 Geschichte Hiobs, Hiob von Gott erhbrt. H. 0,44X0,52. 

Miinster. 

1351 Florentinische Schule des 15. Jahrhunderts, unter Fra Filippos 

Einflul3. Thronende Maria mit dem Kinde und Heiligen. 
H. 0,57X0,36. Konigsberg. 

1352 Thronende Maria mit dem Kinde. H. 0,46X0,34. Breslau. 

'353 Maria, das Christkind verehrend. H. 0,68x0,42. MUnstcr. 

1354 Maria mit dem Kinde. H. 0,44X0,34. MUnster. 



406 I^is ™ Vorrat der Galerie bewahrten und 

1357 Florentinische Schule gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Grab- 

legung Christi. H. 0,30X0,41. Miinster. 

1358 Maria mit dem Kinde. H. 0,56X0,42. Miinster. 

1359 Maria mit dem Kinde. H. 0,88x0,52. Breslau. 

1360 Vermiihlung der hi. Katharina. H. 0,81X0,48. 

Breslau. 

1361 Anbetung des Kindes. H. rund. Dm. 1,1 1. Breslau. 

63 Florentinische Schule um 1500. Maria mit dem Kinde und 

dem hi. Franziskus. H. rund. Dm. 0,60, Halle. 

1364 Vermahlung der hi. Katharina. H. i,39 X 1,14. 

Miinster. 

1. 216 Herkules am Scheidewege. H. 0,70X1,92. Berlin, 

Kunstgewerbemuseum. 
1363 Florentinische Schule um 1500, unter dem Einflufl des Lor. di 

Credi und Dom. Ghirlandaio. Anbetung des Kindes. H. 

rund. Dm. 1,25. Konigsberg. 
I. 317 *Florentinische Schule vom Jahre 1518, unter dem Einflufi des 

Fra Bartolommeo. Streit iiber die unbefleckte Empfangnis. 

H. 1,56X3,08. 

343 Florentinische Schule, um 1560 — 1580. Steinigung des hi. 

Stephanus. H. 0,91 Xo,6i. Gottingen. 

1365 Florentinische Schule. Zweite Halfte des 16. Jahrhunderts. Ver- 

mahlung der hi. Katharina. L. 0,68X0,53. Miinster, 

1366 *Florentinisch-umbrische Schule um 1450. Triumph der Keusch- 

heit. H. rund. Dm. 0,63. 

1367 *Florentinisch-umbrische Schule des 15. Jahrhunderts. Maria mit 

dem Kinde. H. 0,45X0,38. 
1588 *Florentinisch-umbrische(?) Schule des 16. Jahrhunderts. Maria 

in der Glorie. H. 1,46X1,10. 
652 *Floris. Frans de Vriendt, gen. Floris. Venus und Amor. H. 

0,73X0,52. 

662 * Loth mit seinen Tochtern. H. 0,80X1,04. 

698 * Mars und Venus im Netze des Vulkan. H. 1,50X1,98. 

1566 Die Taufe Christi. H. 0,74X1,15. Munster. 

1567 Die Schmiede des Vulkan. H. 1,70X2,31. Miinster. 

350 Fontana, Lavinia (?). Venus und Amoretten. H. 0,63X0,45. 

Hildesheim. 

344 Fontana, Prospero. Anbetung der Konige. H. 3,13X1,86. 

Hildesheim. 

1368 *Foppa, Vincenzo. Maria mit dem Kinde. H. 0,57X0,41. 
121 Francia, Francesco. Alte Kopie. Beweinung Christi. H. 0,95 

X 1,81. Magdeburg. 

126 Maria im Rosenhag. H. 1,79X1,33. OsnabrUck. 

127 Johannes d, T. und der hi. Stephanus. H. 0,79X0,68. 

Hildesheim. 



leihweise abgegebenen Gemalde. 407 

123 Francia, Francesco, Schule. Maria mit dem Kinde und Johannes. 
H. 0,70X0,54. Hannover. 
1.285 *Francia, Giacoruo. Maria mit dem Kinde und zwei Heiligen. 
H. 0,75X0,63. 

1. 307 Thronende Maria mit dem Kinde und Heiligen. H. 

2,67X1,83. Hildesheim. 

271 Die Keuschheit. H. 0,79X0,58. Koln. 

293 Maria mit dem Kinde und dem hi. Franciscus. H. 

0,78X0,65. Gottingen. 
701 Francken, Ambrosias (I). Die Kreuztragung. Kupfer. 0,53 

X 0,65. Aachen. 
672 Francken, Frans d. A. Kreuzigung. H. 0,62X0,53. Osnabrlick. 
651 *Francken, Frans d. J. Versuchung des hi. Antonius. H. 0,63 
Xo,52. 

65 1 A Christus am Olberg. H. 0,65x1,11. Stettin. 

651B Die Fufiwaschung der Apostel. H. 0,65X1,11. Stettin. 

703 Solon und Crosus. H. 0,53X0,73. Erfurt. 

703A * Neptun und Amphitrite. Kupfer. 0,34X0,47. 

1240 Friinkische Schule um 1480. Maria mit dem Kinde zwischen 

den beiden Johannes. H. 1,19X0,87. MUnster. 
419A Franzbsischer Meister um 1680. Mannliches Bildnis. L. 0,84 

Xo,68. Aachen. 
485 A *Franzosischer Meister um 1700. Bildnis eines jungen Gelehrten. 
I,. 1,25x0,93. 
477 *Franzosische Schule, vielleicht Nicolas Mignard. Himmelfahrt 
der Maria. L. 1,01X0,65. 
(J. IV. 509) Franzosische Schule, 18. Jahrhundert. Bildnis des Kaisers 
Leopold. Kniestiick. Berlin, Finanzministerium. 
*Frisch, Johann Christoph. Entwurf zu einem Denkmal Friedrichs 
des Groflen. Ol auf Pappe. 0,79X0,612. 
883A *Fyt, Jan. Hunde bei erlegtem Wild. L. 1,38x1,96. 
989 *— — Die Rehhatz. L. 1,79X2,48. 

1088 Uaddi, Agnolo. Art. Zwei Heilige, Laurentius und Katharina. 

H. 0,69X0,47. Gottingen. 
1098 Thronende Maria mit dem Kinde und Heiligen. H. 1,67 

X 1,04. Hildesheim. 
1 1 38 Vicr Heilige. H. 0,54X0,76. Gottingen. 

1370 Johannes d. Ev. H. 0,81X0,35. Konigsberg. 

1371 Gaddi, Taddeo. Art. Die hi. Margarete. H. 0,32X0,17. Brcslau. 

1372 Petrus Martyr. H. 0,32x0,17. Brcslau. 

1373 Die hi. Magdalena. H. 0,32X0,17. Brcslau. 

1374 Die hi. Katharina. H. 0,32X0,17. Brcslau. 

1059 *Gaddi, Taddeo. Schule. Bewcinung Chrisli. H. 0,19X0,37. 
1021 ♦Gaesbeeck, Adriaen van. Die Nahterin. H. 0,39x0,31. 

Verz. d. Gemalde. 3a 



aqS Die im Vorrat der Galerie bewahrten und 

1375 Garbo, Raffaellino del. Art. Maria mit dem Kinde. H. rund. 

Dm. 0,83. Breslau. 
258 Garofalo. Benvenuto Tisi, gen. Garofalo. Verklindigung. H. 

0,31X0,26. Breslau. 
260 Anbetung der Konige. H. 0,40X0,56. Erfurt. 

262 * Grablegung Christi. H. 0,30X0,30. 

1533 Garofolo, Werkstatt. Maria mit dem Kind. H. 0,42X0,26. 

Konigsberg. 

84 Ghirlandaio, Domenico, mit Beihilfe von Schlilern. Thro- 

nende Maria mit Kind und Heiligen. H. 1,70X2,10. Koln. 

1.203 Ghirlandaio, Domenico. Schule. Maria mit dem Kinde, Joh.innes 

und drei Engeln. H. rund. Dm. 0,91. Bonn U. 

III. 96 Verschiedene biblische und legendarische Darstellungen. 

H. 0,84X1,87. Gottingtn. 

III. 97 Verschiedene biblische und legendarische Darstellungen. 

H. 0,85X1,87. Hannover. 

1376 Vermahlung der hi. Katharina. H. 0,77X0,39. MUnster. 

1377 Tobias von dem Erzengel Raphael gefiihrt. H. 0,35X0,23. 

Miinster. 

1378 Anbetung der Konige. H. 0,68X0,53. MUnster. 

1379 Anbetung des Kindes. H. 0,77X0,53. Breslau. 

Maria, Johannes und das Kind. Kathol. Invalidenkirche 

zu Berlin. 

1380 Ghirlandaio, Domenico. Nachfolger. Der hi. Hieronymus. H. 

0,55X0,38. Breslau. 

263 *Ghirlandaio, Ridolfo. Himmelfahrt der Maria. H. 3,80X2,48. 
983 Gillig, Jacob. Stilleben von toten Fischen. L. 0,71X0,57. 

Erfurt. 

983C * Stilleben. H. 0,73X0,59. 

284 *Giolfino, Niccolo. Lucretia, sich den Tod gebend. H. 0,77 
Xo,98. 

1381 Maria mit dem Kinde. L. 0,67X0,58. Breslau. 

404B Giordano, Luca, gen. Fapresto. Der Prophet Bileam auf der 

Reise. L. 2,03 X 2,90. Breslau, Oberprasidium. 

452 Euklid. L. 1,13X0,97. Wiesbaden. 

453 Archimedes. L. 1,21X0,99. Diisseldorf. 

158A *Giorgione. Giorgio Barbarelli, gen. Giorgione. Nachahiner. 
Konzert. L. 0,77 X 0,96. 

1260 Konzert. L. 1,12X1,02. Hildesheim. 

mo *Giotto di Bondone, Nachfolger. FUnf Darstellungen aus dem 
Leben Christi. H. Je 0,16X0,15. 
III. 20 Giotto, Schule. Zwei Heilige. Katharina und Laurentius. H. 
Je 1,16X0,37. Gottingen. 

III. 30 Die wunderbare Errettung des Knaben aus dem Hause 

Spini. H. 0,17x0,32. Hannover. 



leihweise abgegebenen Gemalde. 4QQ 

III. 62 *Giotto, Schule. Der hi. Franziskus. H. 0,73X0,39. 

1043 Grablegung der Maria. H. 0,10X0,59 Gottingen. 

iioi Kronung der Maria. H. 0,50X0,48. Bonn U. 

1382 Vermahlung der hi. Katharina. H. 0,84X0,52. Munster. 

1383 Stigmatisation des hi. Franziskus. H. 0,39X0,56. Munster. 

1384 Thronende Maria mit dem Kiride und Heiligen. H. 0,34 

XO,29. Munster. 

1385 Maria mit dem Kinde. H. 0,85X0,49. Miinster. 

1.340 Giulio Romano (?). Schule. Allegorische Darstellung. H. 

0,38X1,16. Stettin. 
450 Glauber, Jan, gen. Polydor. Italienische Landschaft. L. i,oi 

Xi,29. Berlin, Reichskanzlerpalais. 
548 *Goes, Hugo van der. Richtung. Verkiindigung der Maria. 

Doppelbild. H. ' Oben rund, je 0,16X0,09. 

1386 Goijen, Jan van (?). KUste von Scheveningen. H. 0,48x0,70. 

Hildesheim. 

(J. 111.460) FluBlandschaft. H. 0,48x0,66. Berlin, Handels- 

rauiisterium. 

1387 Goijen, Jan van, Nachahmer. Ein Fischerdorf. H. 0,31X0,39. 

Konigsberg. 
1589 Gortzius, Geldorp. Art. Stifterbildnis. H. 1,07X0,83. Hildes- 
heim. 

661 *Gossart, Jan, gen. Mabuse. Adam und Eva iro Paradies. H. 
i,70X 1,14- 

640 * (?). Verspottung Noahs. H. 1,66X2,22. 

642 *Gossart, Jan. Kopie. Adam und Eva im Paradies. H. 1,90 
X 1,08. 

1388 * Der dornengekronte Christus. H. 1,04X0,74. 

749 *Govaerts, Abraham. Eichenwald. Kupfer. 0,48 X 0,65, 

1034 E Graff, Anton. Bildnis des Kupferstechers Zimmermann. L. 
0,54X0,46. Emden. 
97 Granacci, Francesco. Thronende Maria mit dem Kind und 
Heiligen. H. 1,51X1,44. Halle. 
1020 Grasdorp, J.(?). Dame mit HUndchen. L. 0,48x0,38. Magdeburg. 
494A *Greuze, Anne. Kleines Mitdchen. L. 0,39X0,32. 
494B Greuze Jean Baptiste (?),. Kleines Madchen. L. 0,46x0,40. 
Emden. 

1389 Gryeff, Adriaen. Stillebcn. H. 0,32X0,29. Erfurt. 
*390 Stilleben. H. 0,31X0,40. DUsseidorf, 

1391 Stilleben. H. 0,31X0,40. Emden. 

50 1 A Guardi, Francesco. Ansicht des groDcn Kanals in Wncdig. 

L. 0,18X0,25. Munster. 

501B Lagunen-Ansicht. L. 0,18x0,25. .Miinster. 

501C Ansicht von S. Michelc in \cncdig. I,. 0,12, '.0,21. 

Munster. 



500 



Die im Vorrat der Galerie bewahrten und 



501 D Guardi, Francesco. Ansicht von S. Michele in Venedig. L, 
0,12X0.21. Mlinster. 
368 Guercino. Francesco Barbieri, gen. Guercino. Maria mit dem 
Kind. L. 0,76X0,61. Magdeburg. 

367 (?). Bildnis eines alten Mannes. L. 0,71X0,62. Emden. 

Guercino. Kopie. Maria mit dem Kind, Kirche zu Krehlau. 
Gysbraecht, Corn. Norbert. Bildnis einer alten Frau. H. 0,24 
Xo,i8. Emden. 
689 Gyzels (Gyzens), Peeter. Ansicht einer Dorfstrafie. Kupfer. 
0,17X0,23. Wiesbaden. 



1029 Haansbergen, Jan van. Bildnis eines jungen Mannes. L. 0,48 

X 0,39. Berlin, Kunstgewerbemuseum. 
892 *Hackaert, Jan. Italienische Landschaft mit Herden. L. 0,77 
Xo,98 
816A Hals, Dirk. Die Zechbrlider. H. 0,33X0,33. Konstantinopel, 

Botschaft. 
801 J Hals, Frans d. A. Bildnis einer jungen Frau. L. 0,68X0,56. 

Dusseldorf. 
655 *Heemskerck, Maerten. Momus tadelt die Werke der Goiter. H. 

i,2oX 1,74- 
827 *Heerschop, Hendrik. Bildnis eines Orientalen. L. 0,72X0,58. 
666 Hemessen, Jan van. Alte Kopie. Der hi. Hieronymus. H. 

0,54 X 0,62. Gottingen. 
945 *Herp, Guilliam van. Der Satyr bei der Bauemfamilie. H. 
0,71 X 1,02. 
41 7A Herrera, Francisco de. Kopf eines Greises. L. 0,50X0,40. 

Aachen. 
934 A Hoecke, Robrecht van den. Das Feldlager. H. 0,18X0,24. 

Erfurt. 
1398 *Hollandischer Meister. 17. Jahrhundert. Art des C. Saft-Leven 
und A. van de Venne. Bauernbelustigung. H. 0,38X0,52. 
759 *Hollandischer Meister um 1610. Hollandischer Ort an einem 
Kanale. H. 0,22X0,44. Halle. 
II. 245 Hollandischer Meister, um 1628. Bildnis einer alten Frau, H. 
0,84X0,68. Emden. 
1400 Hollandischer Meister, um 1630. Familienbildnis. H. 0,56 

Xo,7i. Osnabriick. 
836A Hollandischer Meister, um 1660. Der Hohlweg. L. 0,50X0,63. 

Berlin, Handelsministerium. 
92 2 A Hollandischer Meister, um 1660, im Anschlufi an A. van de 
Velde. Landschaft mit Vieh. H. 0,26X0,33. Emden. 
935 Hollandischer Meister, um 1660. Am Bach e. H. 0,43X0,35. 
Erfurt. 



leihweise abgegebenen Gemalde. cqi 

795 A Hollandischer Meister, urn 1665. Bildnis eines Mannes in 
mittleren Jahren. H. 0,65X0,57. Stettin. 

847A Der Weg am Walde. L. 0,63X0,79. Wiesbaden, 

1399 Hollandischer Meister, um 1670. Stilleben von toten Fischen. 
L. 0,52X0,75. Dtisseldorf. 
784 Hollandischer Meister, um 1680. Selbstbildnis eines jungen 
Klinstlers. L. 0,55X0,45. Emden. 
11.381 Hollandischer Meister. 1 8. Jahrhundert. Bewegte See mit Schiffen. 

H. 0,41X0,69. Magdeburg. 
983B Hollandischer Monogrammist A. B. S., um 1660. Stilleben von 
toten Fischen. L. 0,69 X i ,00. Emden. 
Hollandischer Monogrammist SVV., um 1640. Bildnis einer 
Frau. H. 0,71X0,60. Emden. 
III. 164 Hollandische Schule, Ende des 15. Jahrhunderts. Fliigelaltar; 
Anbetung, Geburt, Beschneidung. H. Mitte 0,96X0,68; 
FlUgel je 0,96X0,27. Hannover. 
1027 Hollandische Schule, 17. Jahrhundert. Bildnis einer Frau in 
mittleren Jahren. Kupfer. 0,25X0,18. Petersburg, Botschaft. 
85 1 A Hollandische Schule, um 1660. Innenansicht einer Kirche. L. 
0,72X0,76. Aachen. 

966 Flache Landschaft mit Buschwerk. H. 0,32X0,43. 

Magdeburg. 
910 Hollandische Schule, um 1680. Kriegsschiffe und Boote auf 
leicht bewegter See. L. 1,04X1,34. Breslau. 

1396 Hollandische Schule, um 1680 — 1700. Allegorischer Gegen- 

stand. H. 0,52X0,42. Konigsberg. 
881 Hollandische Schule, um 1700. Stille See mit Schiffen. H. 
0,58X0,82. Stettin. 

1397 Hollandische (?) Schule, um 1700. Der VVasserfall. H. 0,34 

Xo,29, Konigsberg. 
(J. IV. 537) •Hollandische Schule des 18. Jahrhunderts. Alter Mann. Knie- 
stUck. H. 0,26x0,23. 

* Alte Frau. KniestUck. H. 0,26x0,23. 

♦Honthorst, Gerard van, gen. daJle Notti. Befreiung Petri. L. 
1,29X1,79. 

434 Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht. L. i ,32 X i ,66. Os- 

nabrUck. 
1401 Hooch, Pieter de. Die Gesellschaft. L, 0,85X0,93. Magde- 
burg. 
824A *Hoogstraeten, Samuel van. Mannliches Bildnis. L. oval. 0,70 
Xo,56. 
814 Horst, Gerrit VVillerasz. HirtenmSdchen, L. 1,46x1,88. 

Erfurt. 
1032 Hoyer, David. Selbstbildnis. L. 0,70X0,62. Stettin. 
972 •Huijsum, Jan van. Blumenstraufl in einer Vase. L. 1,10X0,83. 



CQ2 Die im Vorrat der Galerie bewahrten und 

1014A *Huijsum, Jan van. Italienische Landschaft. L. 0,49X0,41, 
Osnabriick. 
882B Hulst, Frans de. Hollandische Stadt am Wasser. H. oval. 
o>39Xo,52. Berlin, Handersministerium. 
870 Huysmans, Coinelis. Der Hohlweg. L. 0,54X0,39. Berlin 
Reichskanzlerpalais. 

881A Italienische Landschaft. L. 0,57X0,66. Koln. 

881B Italienische Landschaft. L. 0,57X0,66. Wiesbaden, 

III, 136 Jacopo da Valenzia. Geburt Christi. H, 2,73X1,65. 

1403 * Maria mit dem Kinde. H. 0,58X0,39. 

1404 * Thronende Maria mit dem Kinde und Heiligen. H. 2,09 

X 1,42. 

1590 Maria mit dem Kinde. H. 0,67X0,51. Bonn U. 

848A Jardin, Karel du oder Dujardin. Bildnis eines jungen Mannes, 

L. 0,60X0,48. Berlin, Handelsministerium, 
1369 *Imola. Innocenzo Francucci, gen. Innocenzo da Imola. Maria 
mit dem Kind und Heiligen. H. 0,75X0,65. 

1406 Joanes, Vicente (?). Das Christkind. L. 0,31X0,26. Wies- 

baden. 

1591 Jongh, Ludolf de. Pastorale Darstellung. L. 1,06X1,45. 

Osnabriick. 
679 Jordaens, Hans d. J. Der Zug der Juden und des Pharao 

durch das rote Meer. H. 0,37X0,52. Osnabriick. 
697 * Der Zug der Juden und des Pharao durch das rote Meer. 

H. 0,45X0,78. 
879 *Jordaens, Jacob. Lustige Gesellschaft, L. 1,63X2,35. 
717 *Isaacsz, Peeter. Bildnis Konig Christians IV. von Danemark, 

H. 1,39X1,06. 

1407 Italienische Schule, 14. Jahrhundert. Altarbild : Kreuzigung; 

auf den Fliigeln Heilige. H. 0,52X0,42. Breslau. 
1 151 *Italienische Schule. 15. Jahrhundert. Brustbild Christi. H. 
0,36X0,25. 

1408 Italienische .Schule. 16. Jahrhundert. Der segnende Christus. 

L. 1,06X0,77. Gottingen. 

1409 Italienische Schule. Zweite Halfte des 16. Jahrhunderts. 

David spielt vor Saul. H. 0,88X1,68. Breslau. 

1410 *Italienische Schule. 17. Jahrhundert. Maria mit dem Kinde, 

L. auf H. 0,35X0,25, 

499 Kauffmann, Maria Angelica, Selbstbildnis, L, oval. 0,74 
Xo,6i. 

(J. Ill, 441) *Keijser, Thomas de (?). Mannliches Bildnis, L. 0,77X0,57. 

141 1 *Keirrinckx, Alexander. VValdlandschaft. H. 0,40X0,84. 



i 



leihweise abgegebenen Gemalde. CQ'i 

1592 Kessel, Jan van (?). Bildnis eines Knaben. L. 1,32X0,96, 
Stettin. 
712 Key, Adriaen Thomasz. Fliigelbilder eines Altars: Johannes 
d. T. und die hi. Anna nebst Maria mit den Stiftem. H. 
1,32X0,51. Magdeburg. 
902A Kobe]], Hendrik. Die Furt. H, 0,16x0,22. Breslau. 
III. 180 Kblnischer Meister um 1480 — 1500. Gruppe von weiblichen 
Heiligen. H. 0,48X0,48. Munster. 

III. 181 Gruppe von mannlichen Heiligen. H. 0,48X0,48. MUnster, 

1198A Kolnische Schule, unter dem Einflufi des Stephan Lochner. 
Der tote Christus und vier Engel. L. auf H. 0,71X0,53. 
Bonn M. 

1226 Kolnische Schule um 1450 — 1500. Fliigelaltar: Kronung Maria. 

Johannes d. T., Johannes d. Ev. H. Mitte 0,16x0,12; 
Fliigel je 0,16X0,05. Munster. 

1227 Fliigelaltar: Verkiindigung, der hi. Petrus, der hi. 

Christoph. H. Mitte 0,19X0,14; Fliigel je 0,19X0,06. 
Miinster. 

1228 Heimsuchung Maria; in zwei Abteilungen. H. Je 0,15 

Xo, lo. Miinster. 

1229 Anbetung der Konige. H. 0,13X0,21. Miinster. 

1 2 13 Kolnische Schule, um 1480. Das jiingste Gericht. H. 1,44 

X 1 ,09. Miinster. 

1243 Kolnische Schule, datiert 1481. Kronung Mariii. H. 1,09 

Xo,83. Erfurt. 

12 14 Kolnische Schule, datiert 1524. Drei Passionsdarstellungen. 

H. 0,32X0,98. Bonn M. 
411 •Koflfermans, Marcellus. Himmelfahrt der Maria. H. 0,85X0,61. 

630A * Kreuzabnahme. H. 0,30X0,22. 

596 Kulmbach, Hans von. Bildnis einer Frau. H. 0,52X0,37. 
^ Wiesbaden. 

984 Laeck, R. van. Venus straft den Amor. H. 0,37X0,55. 

Gattingen. 
480 *Lairesse, Gerard. Ernennung des Kaisers Alex. Severus. L. 

0,93X1,59. 

507 • Satyr und Nymphe. L. 1,52X1,07. 

382 A Lanfranco, Giovanni. Maria Magdalena. L. 0,61X0,47. 

Emdcn. 

436 Der hi. Andreas. L. 1,92X1,39. Erfurt. 

348 Lanino, Bernardino. Die hi. Faniilie mit Heiligen. H. 1,44 

X 1,24. Osnabrlick. 

1412 Die Heimsuchung. H. 1,09X1,35. MUnster. 

747 L-istman, Pieter. Ruhe auf der Flucht. H. 0,31X0,51. 

Gfittingen. 



504 



Die im Vorrat der Galerie bewahrten und 



(J. III. 445) Lely, Pieter. VVeibliche Figur, L. 0,49X0,31. Berlin, 
Handelsministerium. 
264A *Leonbruno, Lorenzo. Bestrafung des Midas. H. 1,89X1,28. 
1593 Leyden, Lucas van. Art. Fliigelaltar. H. Mitte 0,87X0,67; 
Fliigel je 0,87X0,28. Kassel. 
II. 121 *Leyden, Lucas van. Nachahmer. Der hi. Hieronymus. H. 
0,94X0,76. 

1414 Leyden, Lucas van. Nachfolger. Grablegung Christi. H. 0,29 

Xo,i8. Aachen. 
1 183 *Liberale da "Verona. Thronende Maria mit dem Kinde und 

Heiligen. H. 1,62X1,25. 
455 *Liberi, Pietro. Diana und Aktaon. L. 2,17X1,80. 
1003A Liender, Pieter J. van. Die Oude Gracht zu Utrecht. H. 

0,47X0,68. Emden, 
347 Ligozzi, Jacopo. Brustbild einer jungen Frau. L. 0,47X0,39. 

Magdeburg. 
286 Lionardo da Pistoia. Maria mit dera Kind. H. 0,73X0,55. 

Miinster. 

141 5 (?). Maria mit dem Kind. H. 0,76X0,57. Breslau. 

I. 20 1 Lippi, Filippino. Schule und Nachfolger. Maria mit dem 
Kind. H. rund. Dm. 0,54. Kassel. 

1 125 Christus im Grabe. H. 0,63X0,95. Bonn U. 

1134 Maria mit dem Kind. H. rund. Dm. 0,84. Hildesheim. 

1416 Maria mit dem Kind. H. rund. Dm. 0,98. Miinster. 

1417 Maria mit dem Kind. H. 0,67X0,42. Breslau. 

70 Lippi, Fra Filippo. Art. Maria mit dem Kind. H. 0,57 
X 0,39. Gottingen. 

110 Maria und Johannes, das Christkind verehrend. H. 0,67 

Xo,46. Charlottenburg, Hochschule. 

1065 Verkiindigung. H. 0,43X0,33. Gottingen. 

1090 Maria mit dem Kind. H. 0,61X0,45. Koln. 

1131 Der thronende hi. Franziskus. H. 1,34X1,34. Cassel. 

1418 Maria, das Kind verehrend. H. 0,74X0,44. Miinster. 

1419 Maria mit dem Kind. H. 0,83X0,57. Miinster. 

II. 463 *Lisse. Diederick van der. Diana im Bade. H. 0,49X0,83. 
II. 146 Lombard, Lambert. Maria mit dem Kind. H. 0,56X0,40. 
Bonn U. 
284A *Lombardischer Meister urn 1500. Maria mit dem Kind. H. 

0,91X0,53. 
1425 *Lombardischer Meister, datiert 1521. Geburt Christi. H. 1,57 

Xi,5i. 
1 149 Lombardische Schule um 1400 — 1450. Petrus Martyr. H. 

0,29X0,34. Miinster. 
1 42 1 *Lombardische (.') Schule, 15. Jahrhundert. Eine hi. Nonne. H. 
1,35X0,61. 



leihweise abgegebenen Gemalde. CQC 

1422 Lombardische (?) Schule, um 1500. Der segnende Christus. 

H. 0,44X0,33. Miinster. 
1 137 Lombardische Schule, Anfang des 16. Jahrhunderts. Thronende 
Maria mit Heiligen. H. 1,74X1,11. Hannover. 

1608 * Johannes d. T. und ein Donator. H, 1,83X0,73. 

I. no Lombardische (?) Schule, um 1510 — 1520. Zwei Heilige. H. 
0,42X0,43. Erfurt. 
56 *Lombardische Schule, um 1510 — 1525. Thronende Maria mit 
Kind und Heiligen. H. 1,17X0,94. 
228 Lombardische (?) Schule, um 1530 (?). Bildnis eines Jttng- 
lings. H. 0,51X0,41. Emden. 

1423 Lombardische (?) Schule, 16. Jahrhundert. Maria mit dem Kind. 

H. 1,75X1,38. Munster. 
349 Longhi, Luca. Maria mit Heiligen. L. 1,03X1,23. Hildes- 
heim. 

1426 Longhi, Luca. (zugeschrieben.) Maria mit dem Kinde. L. auf H. 

0,35X0,29. Konigsberg. 
486A Loo, Charles Andre van. Bildnis Ludwigs XV. von Frankreich 

als Jungling. L. 0,67X0,48. Petersburg, Botschaft. 
1594 *Loo, Jacob van. Art. Pastorale Darstellung. L. 0,72X0,65. 
941 Looten, Jan. Die Hirschjagd. L. 1,56x2,11. Konstantinopel, 

Botschaft. 
1 100 Lorenzetti, Ambruogio. Schule. Thronende Maria mit dem 

Kinde. H. 0,55X0,35. Bonn U. 

1427 Christus am Kreuz. H. 0,50X0,31. Aachen. 

1428 * Kreuzigung Christi. H. 0,40X0,48. 

1092 Lorenzetti, Pietro. Art. Vier Darstellungen aus der Leidens- 
geschichte Christi. H. Je 0,28x0,20. Gnttingen. 

1 123 Lorenzo. Don Lorenzo, gen. il Monaco. Gemalde in drei Ab- 
teilungen. H. Mitte 0,98 X 0,70 ; FlUgelje 0,98x0,38. Bonn U. 

1 1 36 (?). Die VerkUndigung. H. 1,03X0,69. Gottingen. 

1429 Luini, Aurelfo (?). Geburt Christi. H. 0,94X0,79. MUnster. 
224 Luini, Bernardino. Nachahmer. Die betcnde Maria. H. 0,28 

XO,23. Magdeburg. 
1 54 Luzzi, Lorenzo. Thronende Maria mit Kind und Heiligen. H. 
2,5' X 1,57. Bonn U. 

103 1 Maddersteg, Michiel. Marine. L. 1,09X1,40. Berlin, Kgl. 

Schlofl. 
819 Maes, Nicolaes (?). Der Gelehrte. L. 1,34X1,63. Berlin, 
Reichskanzlerpalais. 

1430 •Magni, Cesare. Thronende Maria mit Kind und Heiligen. L. 

1,84X1.38. 
1178 Mailiindische Schule, Zweite Halfte des 15. Jahrhunderts. Aus- 
gieflung des hi. Geistes. H. 0,69X0,46. Emden. 



506 • I^'s ii" Vorrat der Galerie bewahrten und 

III. 148 Mailandische (?) Schule, um 1450 — 1500. Geburt Christi. H. 
1,36x1,31. Erfurt. 

1433 *Mailandische Schule, Ende des 15. Jahrhunderts unter Lionardos 

EinfluB. Maria mit dem Kind. H. 0,42X0,27. 
'595 Mailandische Schule um 1500. Maria mit dem Kind. L. i,20 
X 1 ,70. Erfurt. 

I. 130 (?) Maria mit dem Kinde. H. 0,34X0,25. Hannover. 

50 Mailandische Schule. Anfang des 16. Jahrhunderts. Darstellung 
im Tempel. H. 1,29X0,82. Bonn U. 
1431 Der hi. Hieronymus. H. 1,77X1,59. MUnster. 

1434 Mailandische Schule. Anfang des 16. Jahrhunderts. Art des 

Luini. Beweinung Christi. L. 2,02X2,26. 
592 A *Maler. Hans Maler %on Schwaz. Bildnis der Konigin Anna, 
Gemahlin Ferdinands I. von Ungam. H. 0,34X0,27. 
796 Man, Cornelis de. Der arztliche Besuch. L. 0,91 Xo,76. 
Stettin. 
II. 315 Mander, Karel van, d. J. (?). Mannliches Bildnis in ganzer 

Figur. L. 2,02X1,19. Berlin, Hofmarschallamt. 
III. 100 *Manni, Giannicola (.^). Der hi. Sebastian. H. 2,07X0,84. 

III. 102 • Der hi. Georg. H. 2,07X0,84. 

133 * Auf beiden Seiten bemaltes Kreuz. H. 0,44X0,32. 

953A Mans, Frederik H. DorfamKanal. H. 0,58X0,83. Osnabriick. 

48 *Mansueti, Giovanni. Anbetung der Hirten. H. 1,14X1,56. 
1 186 Der segnende Christus. H. 0,58X0,49. Gottingen. 

1437 Maria mit Kind und Heiligen. H. 0,70X1,02. Konigsberg. 

426 Maratti, Carlo (?). Der hi. Antonius von Padua mit dem 

Christuskinde. L. 0,63X0,46. Berlin, Reichskanzlerpalais. 

1438 Maratti, Carlo. Kopie. Bildnis des Papstes Clemens IX. L. 

1,45X1,16. Kassel. 
Maratti, Carlo. Stil. Kreuzabnahme. Eisleben, Peter Pauls- 

Kirche. 
196 *Marconi, Rocco (?). Die Ehebrecherin vor Christus. L. 1,00 

X 1,40. 
418 *Marinas, Henrique de las. Befrachtung eines Seeschiflfes im 

Hafen. L. 0,98x1,50. 
561C *Massys, Jan. Lucretia. H. 0,74X0,57. 
671 * (?). Die beiden Steuereinnehmer. H. 1,15X0,93. Aus- 

stellungssaal des Miinzkabinetts, im Kaiser Friedrich-Museum. 

1439 Massys, Quinten. Art (r). Die hi. Elisabeth von Portugal. H. 

0,38X0,27. DiJsseldorf. 

1440 Massys, Quinten. Nachahmer. Maria mit dem Kinde. H. 

1,01 X 0,7 1. Bonn U. 

II. 164 Wechsler und Frau. H. 0,93X1,14. Erfurt, 

1 1 26 Mattco di Giovanni. Maria mit Kind und Heiligen. H. 0,45 
Xo,36. Gottingen. 



leihweise abgegebenen Gemalde. cq? 

1 44 1 Matteo di Giovanni. Maria mit Kind und Heiligen. H. 0,6 1 

Xo,45. Konigsberg. 

1442 (?). Ruhe auf der Flucht nach Ag)pten. H. 0,92X0,45. 

Miinster. 

1443 Mayer, Johann Ulrich (?). Bildnis einer jungen Dame. L. 

0,85X0,70. Diisseldorf. 
336 Mazzuoli, Girolamo. Vermahlung der hi. Katbarina. H. 2,95 

Xi,79. Wiesbaden. 
927 Meer, Jan van der, de Jonge. Landschaft. L. 0,26x0,33. 

Bonn U. 
930 Landschaft mit Herde. L. 0,84X1,08. Berlin, Handels- 

ministerium. 

1444 Meer, Jan van der, van Delft (?). Explosion der Pulvermiihle 

von Delft. L. 0,75X1,01. Kiel. 
SloC Meer, Jan van der, van Haarlem d. A. (?). Ansicht von Haarlem, 

L. 0,38X0,64. Manster. 
844A *Meert, Peeter. Mannliches Bildnis. L. 1,16x0,93. 
900A Meister A. A. Seestuck. H. 0,31X0,63. Emden. 
1 16A *Meister aus den Marken, um 1500. Maria das Kind verehrend. 
H. 0,36X0,28. 
536 Meister der Himmelfahrt Mariae. (Aelbert Bouts.) Klage um 
den Leichnam Christi. H. 0,77X0,54. Bonn U. 

541 * Der domengekronte Christus. H. 0,37X0,29. 

553 * Der domengekronte Christus. H. rund. Dm. 0,28. 

531 *Meister der Ursula-Legende. Maria mit dem Kinde zwischen 

Johannes d. T. und dem hi. Donatian. H. 0,27X0,32. 
645 *Meister der weiblichen Halbfiguren. Venus und Amor. H. 

0,44X0,30. 
1607 Meister von St. Severin. Kreuzigung Christi. H. 1,35x1,87. 

MUnster. 
483 'Mengs, Anton Raphael. Heilige Familie. L. 1,82X1,34- 

491 * Bildnis des Ismael Mengs. L. 0,64X0,52. 

799A Merck, Jacob Frans van der. Bildnis eines jungen Mannes. 
H. 0,59X0,47. Berlin, Handelsministeriuni. 
947 Meulen, Adam Frans van der. Blick auf Versailles. L. 0,79 

Xl,o8. Berlin, Rcichskanzlerpalais. 
259 Michelangelo. Michelangelo Buonarroti. Schule. Christus am 
Kreuz. Marmor. 0,29X0,19. Halle. 
1448 •Michele da Verona. Zugcschrieben. Drei Heilige. H. 1,59X1,38. 
849 Miel, Jan. Der verendete Esel. L. 0,37X0,50. Stettin. 

991 Keiterhalt. L. 0,16X0,26. Magdeburg. 

784C *Mierevelt, Michiel Jansz. Bildnis des (Jrafen Wilhelm Ludwig 
von Nassau-Diez. H. 0,46X0,36. 
748 Mierevelt, Michiel Jansz. Nachfoigcr. Bildnis einer altcn Frau. 
H. 0,62X0,51. Erfurt. 



508 I^ic i"^ Vorrat der Galerie bewahrten und 

(J. 111.443) *Mieris, Frans van. Violinspieler. H. 0,31X0,24. 

1037 *Mijn, George van der (?). Bildnis einer Dame. L. 0,80X0,64. 

1449 Mijtens, J. A. Weibliches Bildnis. L. 1,05X0,87. Wiesbaden. 
740 Mirou, Anton. Landschaft mit Jager. H. 0,28X0,42. Magde- 
burg. 

1450 Landschaft. H. 0,32X0,47, MUnster. 

*Mitcell, Robert. Bildnis des Botanikers Usteri. L. 0,77X0,63. 
II. 344 *Moeijaert, Nicolaas Comelisz. Odysseus und Nausikaa. H. 
0,51 Xo,7o. 
994 *Mol, Peeter van. Isaak segnet seinen Sohn Jakob. L. 1,59 

X2,26. 

383 *Mola, Pietro Francesco. Merkur und Argus. L. 0,61X0,51. 

1452 *Mola, P. F. Kopie. Vermahlung der hi. Katharina. L. 0,39 

Xo,3i. 

1453 Molenaer, Jan Miense. Zechende Bauem. H. 0,47X0,34. 

Magdeburg. 
960A Molijn, Pieter. Der Hohlweg. H. 0,90X0,74. OsnabrUck. 
971 *Monimers, Hendrik. Windhund. L. 0,39X0,17. 
692 Montfoort, Antonis van, gen, van Blokland. Anbetung der 
Hirten. H. 0,81X1,10. Gottingen. 
632A Mor, Antonis. Mannliches Bildnis. H. 0,79X0,51. Emden. 

Der Leichnam Christi. Evang. Kirche zu Zirke. 

187 Moretto. Alessandro Bonvicino, gen. Moretto da Brescia. An- 
betung der Hirten. L. 4,02X2,73. Kassel. 

667 * Maria mit dem Kind und dem kleinen Johannes. H. 0,77 

X 0,60. 
175 Moretto, Schule. Der hi. Augustinus. L. 0,85X0,62. Halle. 
184 Bildnis zweier Manner. L. 0,79X0,97. Erfurt. 

1456 *Morone, Domenico. Maria mit dem Kind. H. 0,55X0,36. 
*Mostaert, Jan. Bildnis einer Frau. H. 0,48X0,32. 

928 Moucheron, Isack. Italienische Landschaft bei Abendstimmung. 

L. 0,48X0,43. OsnabrUck. 
410 Murillo, Bartolome Esteban (?). Der jugendliche Johannes d. T. 
L. 0,36X0,30. Stettin. 

410A (?). Maria mit dem Kinde, L, 1,59X1,04. Aachen. 

Muziano, Girolamo. Art. Beweinung Christi. Evang. Kirche 
zu Alt-Ukta. 

1457 Nason, Pieter. Bildnis der Grafin Wilhelmine von Waldeck. 

H. 0,37X0,28. Brandenburg. 
840A *Neer, Aart van der. Feuersbrunst in einer hollandischen Stadt. 

L. 0,52X0,72. 
840B Brand des alten Rathauses zu Amsterdam. H. 0,30X0,35. 

Aachen. 
842C Mondscheinlandschaft. H. 0,24X0,39. Aachen. 



leihweise abgegebenen Gemalde. cOq 

1458 Brand des alten Rathauses zu Amsterdam. H. 0,14 

Xo,i7. Kiel. 

1459 Neri di Bicci. Thronende Maria rait Heiligen. H. 1,83X1,91. K5ln. 
332 Neroni, Bartolommeo, gen. Riccio. Maria mit dem Kinde und 

Heiligen. H. rund. Dm. 0,64. Erfurt. 
793A Netscher, Caspar. Bildnis einer Dame. L. 0,52X0,44. Stettin. 
1.475 *Netscher, Caspar. Nachfolger. Lucretia. L. 0,87X0,71. 
1018 •Netscher, Constantijn. Bildnis eines Feldherrn. L. 0,49X0,38. 
III. 80 *Niccol6 Semitecolo. Art. Gemalde in zwei Abteilungen, 
Szenen aus Petrus' Leben. H. 0,22X0,31. 

1 140 Gemalde in zwei Abteilungen; links: Kreuzigung Petri; 

rechts: Bekehrung Pauli. H. Je 0,25X0,30. Halle. 

1140A * Christus rettet den im Wasser versinkenden Petrus. H. 

0,24X0,61. 
1 46 1 *Nicodemo, Augusto. Bildnis des Malers Tischbein. L. 0,60 
Xo,47. 
547 Niederlandischer Meister um 1460. Brustbild eines alten 

Mannes. H. 0,25X0,19. Hannover. 
549 Niederlandischer Meister um 1470. Johannes der Ev. H. 
0,22x0,10. Mtinster. 
•Niederlandischer Meister um 1500. Angebl. Bildnis des Adolf 
Clivius von Ravenstein. H. 0,29X0,21. 

* Angebl. Bildnis des Philipp Clivius von Ravenstein. H. 

0,29x0,21. 

611 Niederlandischer Meister um 15 15, dem Quinten Massys vcr- 

wandt. Maria mit dem Kinde. H. 0,40X0,53. Hildesheim. 

627 Niederlandischer Meister um 1530, im Anschlufl an Lucas 

van Leyden. Anbetung der K5nige. H. 0,61X0,87. Munster. 

657 Niederlandischer Meister um 1530, in Nachahmung Bernaert 

van Orleys. Beweinung Christi. H. 0,50X0,43. Gottingcn. 

682 Niederlandischer Meister um 1540, unter italienischem Einflusse. 

Maria mit dem Kinde. H. 0,65X0,54. Hildesheim. 
1466 Niederlandischer Meister. i6. Jahrhundert, in Nachahmung der 
Italiener. Kreuzigung Ghristi. H. 0,96x0,68. Mtinster. 

625 * Der SUndenfall. H. 0,28x0,34. 

663 *Niederlandischer Meister. 16. Jahrhundert. Kopie nach dem 
Fresko Raphaels: Der Brand im Borgo. H. 0,37X0,29. 
552A •Niederlandische Schule um 1490. Maria mit dem Kinde. H. 

0,25x0,15. Bonn U. 
547A Niederlandische Schule. Ende des 15. Jahrhunderts. Maria 
mit dem Kinde. H. 0,26x0,17. Bonn M. 
226 Niederlandische Schule um 1500, unter lombardischem EinfluB. 
Der dornengekronte Christus. H. 0,41 Xo,30. Bonn L'. 
531 A Niederlandische Schule um 1500 (?). Maria mit dem Kinde. H. 
0,27X0,18. Erfurt. 



510 



Die im Vorrat der Galerie bewahrten und 



555 Niederlandische Schule um 1500 (nach R. van der VVeyden). 
Vorderseite: Die Sibylla zeigt dem Kaiser Augustus das 
Christkind; RUckseite: Der Engel Gabriel. H. 0,69X0,68. 
Bonn U. 
1241 Niederlandische Schule um 1500. Anbetung der Konige. H. 
0,83X0,53. Emden. 
II. 126 Niederlandische Schule nach 1500. Maria mit dem Kinde. 
H. 0,49X0,37. Bonn U. 

1 196 Niederlandische Schule. Anfang des 16. Jahrhunderts. Bildnis 

eines Mannes. H. 0,34X0,24. Hannover. 
1204 Niederlandische Schule um 1500 — J 5 20. Christus am Kreuz 
mit Heiligen. H. 0,22X0,29. Bonn U. 

598 'Niederlandische Schule um 15 10. Bildnis eines Mannes. H. 

0,15x0,09. 

599 * Bildnis eines jungen Mannes. H. 0,15X0,09. 

1321 * Bildnis Kaiser Maximilians I. H. 0,31X0,21. 

II. 208 Niederlandische Schule, unter dem Einflusse des Bemaert 
van Orley. Fliigelaltar: Anbetung der Konige. H. Mitte 
1,05X0,68; Fliigel je 1,07X0,29. Osnabruck. 
643 Niederlandische Schule um 1520. Maria, Anna und ein Engel. 

H. 0,86X0,57. Kassel. 
649 Niedeilandische Schule um 1530. Die Apostel am Grabe der 

Maria. H. 1,12X0,78. Erfurt. 
716 Niederlandische Schule um 1530, unter italienischem EinfluB. 

Caritas. H. 0,86 X 0,64. Koln. 
1 195 Niederlandische Schule um 1530, unter Patinirs Einflufi. Flucht 
nach Agypten. H. 0,28X0.65. Bonn U. 

1 197 Anbetung der Konige. H. 0,28X0,65. Brandenburg. 

665 Niederlandische Schule um 1530 — 1550. Klage um den 

Leichnam Christi. H. 0,89X0,57. Bonn U. 
279 'Niederlandische Schule. Erste Halfte des 16. Jahrhunderts, unter 
italienischem Einflufi. Liebespaar. H. i ,88 X 3,49- 
121 1 Niederlandische Schule. Erste Halfte des 16. Jahrhunderts. 
Christus das verlorene Schaftragend. H. 0,46X0,36. Bonn U. 

1463 Niederlandische Schule um 1540, unter dem Einflufi des Jan 

Mostaert. Christus als guter Hirt. H. 0,52X0,36. Konigsberg. 
1 201 Niederlandische Schule um 1540 — 1550. Bildnis eines Mannes 

in mittleren Jahren. H.